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Willkommen in Äquatorialguinea
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Offizieller Name: Republik Äquatorialguinea
Hauptstadt: Malabo
Fläche: 28.051 km²
Landesnatur: Festland: Küstenebene, Hochland; vulkanische Inseln
Klima: Tropisch-feuchtheiß
Hauptfluss: Mbini
Höchster Punkt: Pico de Santa lsabel 3008 m auf Bioko
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 7 Provinzen
Parlament: Nationalversammlung mit 80 auf 5 Jahre gewählten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 5. März
Einwohner: 442.000 (1999), davon 83% Fang, 4% Ndowe; 540.109 (geschätzt für Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 16 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 42% (1999)
Analphabetenquote: 50% (1999)
Sprache: Spanisch (Amtssprache), Fang, Bubi, Kreolisch
Religion: Katholiken 90%
Importgüter: Konsumgüter, Maschinen, Nahrungsmittel
Exportgüter: Erdöl, Erdgas, Tropenhölzer, Kakao, Kaffee, Textilfasern
Die Republik Äquatorialguinea entstand aus zwei getrennten spanischen Überseebesitzungen, den Inseln Bioko und Pagalu und dem wesentlich größeren, aber weit dünner besiedelten Festlandgebiet Mbini (früher Río Muni) samt vorgelagerter Inseln. Bis zum Ende der spanischen Kolonialzeit im Jahr 1968 galt Bioko, ehemals Fernande Póo, als beliebtes exotisches Urlaubsziel für Europäer "aus den Kolonien"; exotisch wegen der in Afrika einmaligen iberischen Architektur und Lebensart.
Geschichte
Die portugiesischen Erstbesitzer nutzten Insel und Küstenstreifen allein als Zwischenstation für die Verschiffung von Sklaven nach Südamerika und gaben das Gebiet 1778 im Austausch gegen brasilianische Ländereien an Spanien ab. Nachdem die Briten Bioko zeitweise als Sprungbrett für die Inbesitznahme des nahen Nigeria genutzt hatten, setzten die Spanier sich ab 1843 dort fest und erhielten Fernande Póo und Annobón (heute Pagalu) auf der Berliner Afrika-Konferenz 1884 zugesprochen. Ein Jahr später wurde das Festlandgebiet ebenfalls Spanien zuerkannt, doch erst 1900 wurden im Vertrag von Paris seine heutigen Grenzen festgelegt. |
Zusammen mit den Inseln bildete es bis 1959 die Kolonie "Spanisch-Guinea". Danach wurden die beiden Gebiete als Überseeprovinzen in den spanischen Staatenbund integriert. Obwohl zahlreiche afrikanische Demokraten und Anhänger der seit 1947 erstmals organisierten Befreiungsbewegung von der Franco-Diktatur ins Exil getrieben worden waren, musste Spanien 1968, auch auf internationalen Druck hin, Äquatorialguinea die Unabhängigkeit gewähren.
Ohne die erforderliche politische Vorbereitung übergab Madrid die Macht an Macías Nguema (1922-1979), einen Pangwe-Politiker, der überwiegend von den Bewohnern des Festlands gestützt wurde. Dadurch erhielt die alte Auseinandersetzung zwischen den Inselbewohnern, besonders dem Stamm der Bube, und dem Bantustamm der Pangwe (Fang) auf dem Festland sowie die Rivalität zwischen den relativ wohlhabenden Inseln und dem wirtschaftlich weniger entwickelten Festland neue Explosivität. Doch separatistischen Tendenzen widersetzte sich der Staatspräsident energisch, und an die Stelle der faschistischen spanischen Kolonialherrschaft trat nun sein blutiges Terrorregime. |  |
Unterstützung suchte er bei der Sowjetunion, bei Kuba, China und der DDR. Nach Vertreibung der gesamten wirtschaftlichen Führungsschicht, der Emigration von rund 30.000 nigerianischen Plantagenarbeitern und der Flucht von mehr als einem Drittel der Gesamtbevölkerung brach die ohnehin nur schwach entwickelte Wirtschaft des Landes völlig zusammen.
1979 stürzte Obiang Nguema Mbasogo (* 1942) den zunehmend okkulten Praktiken frönenden Diktator und übernahm die Macht in dem von der Außenwelt abgeschnittenen Land. Er leitete eine gewisse Liberalisierung des politischen Lebens in Äquatorialguinea ein, brach mit dem Ostblock und knüpfte Kontakte zu den Nachbarstaaten. Die Wiederaufnahme enger Beziehungen zu Spanien, der Eintritt in die afro-französische Franc-Zone, die Vergabe von Schürfrechten an westliche Öl-Konzerne sowie Hilfe der Vereinten Nationen haben die wirtschaftliche Lage der im Land verbliebenen, völlig verarmten und verschreckten Bevölkerung jedoch nur wenig verbessern können. Dabei wäre der Staat aufgrund seiner natürlichen Ressourcen durchaus lebensfähig, gehörte er doch bis zu seiner Unabhängigkeit zu den am besten entwickelten Ländern Afrikas. Das Entwicklungspotential liegt in den enormen Erdöl- und Gasvorkommen sowie begehrten Mineralien wie Titan, Magnesium, Uran und Gold, und nach wie vor in den fruchtbaren vulkanischen Böden der Inseln und im Holzreichtum des Festlands.
Natur und Wirtschaft
Mbini, das Festlandsgebiet, gehört zum Stromgebiet des Río Benito und ist im Inneren von dichtem Regenwald bestanden. Es steigt von einer schmalen Küstenebene landeinwärts auf durchschnittlich 600 m an und erreicht in den gebirgigen Randlagen Höhen von 1200 m. Die Insel Bioko gehört zur Vulkankette der sogenannten Kamerunlinie.
Bis zur Unabhängigkeit waren die großen Kakao- und Kaffee-Plantagen die wichtigsten Wirtschaftsunternehmen. Doch nach der Massenflucht der Besitzer und der nigerianischen Kontraktarbeiter fiel die Produktion ins Nichts und hat sich seither nur geringfügig erholt. Wo die Fischgründe nicht von sowjetischen Trawlern leergefischt wurden - die Sowjetunion hatte von Macias Nguema Fangrechte erhalten -, vermag die Fischerei den Fischbedarf der Bevölkerung nicht aus eigener Kraft zu decken, da es an moderner Ausrüstung fehlt. |
Massenmord und -flucht sowie der völlige Zusammenbruch des traditionellen afrikanischen Sozialsystems haben die früher selbstversorgende einheimische Landwirtschaft - Anbauprodukte sind vor allem Maniok, Mais, Yamswurzeln und Kartoffeln - zerstört und Äquatorialguinea zu einem hungernden afrikanischen Kleinstaat abseits jeden weltpolitischen Interesses werden lassen. |
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Entwicklungen
Obiang Nguema Mbasogo wurde 2002 von 97,1% der Stimmen für weitere sieben Jahren zum Präsidenten gewählt. Die vier Gegenkandidaten hatten am Wahltag ihre Kandidaten mit der Begründung zurückgezogen, dass das Regime Obiang massiven Wahlbetrug betrieben habe. So wird das "System Obiang" weiter perfektioniert. Das Familienleben regelt ein Clanchef (90% der Einwohner gehören zur Fang-Ethnie). Alles Übrige steuert zunehmend der Staat. Hilfsorganisationen haben sich wegen Regierungswillkür und Korruption zurückgezogen. Dank steigender Ölgewinne kann das Regime die Forderungen nach Reformen ignorieren. |
Die seit 1991 vor der Küste Biokos und vor dem Festland entdeckten Ölvorkommen, brachten dem Land bis 2002 ein jährliches Wirtschaftswachstum von mehr als 20%. Die Einnahmen aus der Ölwirtschaft (500.000 Barrel/Tag im Jahr 2005) sowie aus der seit 2001 begonnenen Gasförderung bilden mehr als 90% des Bruttoinlandsproduktes. Bei der Bevölkerung Äquatorialguineas ist dieser Reichtum jedoch nicht angekommen. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in Armut, teilweise besteht in den Städten Trinkwasserknappheit, ebenso sank die Lebenserwartung der Bewohner zwischen 2001 und 2005 von 49,1 auf 43,3 Jahre.
Ein Putschversuch gegen Obiang, in dem Mark Thatcher, der Sohn der ehemaligen britischen Primierministerin Margret Thatcher, verwickelt war und von britischen Ölfirmen unterstützt wurde, scheiterte (siehe auch Öltraum geplatzt - Mark Thatcher wegen Putschversuchs in Äquatorialguinea vor Gericht).
Kommentar aus: welt.de (30.03.08)
" [...] Thatcher ist genau wie Simon Mann ein ultrakonservativer Rassist, beide hatten Ihre Finger im Spiel bei so ziemlich jedem schmutzigen Geschäft, welches in Afrika ablief. Selbst am westafrikanischen Diamantenkrieg (Liberia/SierraLeone etc.) war Ihre Söldnertruppe beteiligt.
Nun wollten sie Equatorial Guinea das Öl nehmen - also dem einzigen Land in subsahara-Africa, welches nicht auf Entwicklungshilfe von außen angewiesen ist. Sicher, der Staatschef ist super-reich, aber auch die Bevölkerung profitiert vom Wirtschaftsboom.
So wurden z.B. die Auslandsstipendien für Studenten mit Einsetzen des Ölbooms verzehnfacht. [...]"

Literatur:
Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.90 f.

www-Links
Beziehungen zwischen Äquatorialguinea und Deutschland
Öltraum geplatzt - Mark Thatcher wegen Putschversuchs in Äquatorialguinea vor Gericht)
Amnesty International: Berichte
CIA - The World Factbook -- Equatorial Guinea
Languages of Equatorial Guinea
Equatorial Guinea News
IRIN News - Equatorial Guinea
Index of Economic Freedom 2006 - Equatorial Guinea
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