Willkommen in Angola

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Offizieller Name: Republik Angola
Hauptstadt: Luanda
Fläche: 1.246.700 km²
Landesnatur: Im W Küstentiefland, nach 0 Randschwelle und anschließend Hochflächen Mittel-Angolas, im NO Lundaschwelle, nach SO Sambesibecken und Kalaharibecken, im N Kongobecken
Klima: Wechselfeuchtes, tropisches Klima
Hauptflüsse: Cuanza, Kasai, Cuango, Cunene
Höchster Punkt: Moco 2.620 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 18 Provinzen
Parlament: Parlament mit 223 auf 4 Jahre gewählten Mitgliedern; Direktwahl des Staatsoberhaupts auf 5 Jahre
Nationalfeiertag: 11. November
Einwohner: 12.479.000 (1999); 11.190.786 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 10 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 34% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 51% (1999)
Analphabetenquote: 48% (1999)
Sprache: Portugiesisch (Amtssprache); Mbundu, Umbundu und andere Bantusprachen
Religion: Katholiken ca. 53%, ca. 47% Anhänger von traditionellen Religionen
Exportgüter: Erdöl (90%), Diamanten (7%)
Importgüter: Maschinen und Transportmittel
Währung: Kwanza


Angolas Geschichte ist bis in die Gegenwart hinein durch seine Vergangenheit als portugiesische Kolonie geprägt.
Ende des 15. Jahrhunderts landeten die ersten portugiesischen Seefahrer am unteren Kongolauf. Als in der portugiesischen Kolonie Brasilien schwarze Sklaven als Plantagenarbeiter benötigt wurden, legten die Portugiesen in Luanda und Benguela befestigte Handelsplätze an, von denen aus sie ihre Sklavenraubzüge in das südlich des Kongoreichs gelegene Ndongo-Reich des Herrschers N'gola - nach dem das Land später benannt wurde - unternahmen. Die portugiesische Einflusszone reichte zu dieser Zeit nur 200 km ins Landesinnere. Dies sollte sich allerdings im Gefolge der Berliner Afrika-Konferenz 1884/85 ändern. Der Zuspruch Angolas in seinen heutigen Grenzen an Portugal war an die tatsächliche Inbesitznahme des Territoriums gebunden. In lang andauernden militärischen "Befriedungsaktionen" wurden die angolanischen Völker bis zum Ende des Ersten Weltkrieges unterworfen.

In den nächsten Jahrzehnten wurde Angola für Portugal zur Quelle billiger Rohstoffe und landwirtschaftlicher Produkte. Mit einer gezielten Siedlungspolitik wurden vor allem Kaffee-, Baumwoll-, Sisal- und Zuckerrohrplantagen errichtet. Die große Mehrheit der schwarzen Bevölkerung wurde dafür zur Zwangsarbeit herangezogen.
Erst der Beginn des Befreiungskrieges im Jahre 1961 führte zu einer grundlegenden Änderung dieser Wirtschaftspolitik. Während vorher der industrielle Sektor restriktiv vor ausländischem Kapital geschützt worden war, suchte Portugal nach Aufnahme der Kämpfe den Schutz des internationalen Kapitals. Die Erdölfelder wurden US-amerikanischen und französischen Konzernen überlassen, und bei den reichhaltigen Diamantfeldern erhielten südafrikanische und US-amerikanische Gesellschaften weitreichende Konzessionen.

Befreiungskampf und Bürgerkrieg

Mehrere angolanische Gruppen formierten sich Anfang der 1960er Jahre zum bewaffneten Unabhängigkeitskampf: zum einen die MPLA ("Movimento Popular de Libertação de Angola"), die sich vor allem auf linksintellektuelle Weiße und Schwarze sowie auf die Lohnarbeiter der Kaffeeplantagen stützte, und zum anderen die Organisation der im Norden lebenden Bakongo, FNLA (Frente National de Libertação de Angola). Von letzterer spaltete sich 1966 die UNITA (União Naçional para Independençia Total de Angola) ab. Die FNLA operierte, von Zaire und den USA unterstützt, im Norden des Landes.

Die UNITA hatte ihren größten Einfluss im vorwiegend von den Ovimbundu bewohnten südlichen Landesteil, während der von der Sowjetunion geförderten MPLA der Osten und das nördlich der Hauptstadt gelegene Dembos-Gebiet als Ausgangsbasis diente.
Die Einmischung fremder Mächte hielt auch nach Erlangung der Unabhängigkeit an. Die MPLA übernahm die Macht, nachdem es ihr mit Hilfe sowjetischer Waffen und kubanischer Armeeeinheiten gelungen war, den Vormarsch südafrikanischer Truppen zu stoppen, die in den Süden des Landes eingedrungen waren, und die Offensive von FNLA und zairischen Einheiten im Norden zurückzuschlagen. Doch nach der Unabhängigkeit entflammte ein Bürgerkrieg, der über 20 Jahre andauern sollte.
Die permanenten Überfälle der südafrikanischen Armee von namibischem Territorium aus sowie die anhaltende Unterstützung der UNITA durch die USA und die Republik Südafrika führten dazu, dass die Regierung über 50.000 kubanische Soldaten ins Land holte.

Neue Hoffnung für das Land
Das in der zweiten Hälfte der 1980er Jahre begonnene Zeitalter einer neuen Entspannungspolitik zwischen den USA und der Sowjetunion trug wesentlich zur Beendigung des Angola-Konflikts bei. Der von den MPLA-Truppen militärisch erzwungene und multilateral vereinbarte Abmarsch der südafrikanischen Armee aus dem Süden des Landes ist seit der Unabhängigkeit Namibias (1990) dauerhaft. Der im Gegenzug ausgemachte Abzug der Kubaner wurde termingerecht eingehalten. Die Spannungen zwischen UNITA und MPLA ließen sich dagegen nur langsam abbauen. Immer wieder kam es zu militärischen Auseinandersetzungen, und erst 1997 gelang die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit. In der Folgezeit wurde Angola durch wiederholte Kämpfe zwischen UNITA-Einheiten und Regierungstruppen destabilisiert.
Erst 2002 konnte der Bürgerkrieg offiziell für beendet erklärt werden.

» [...] Die bereits mehrmals verschobenen Wahlen (die ersten seit 1992) wurden im Dezember 2006 wegen der schleppenden Wählerregistrierung und Minenräumung (ein Drittel des Landes ist noch zu räumen) erneut verschoben. Parlamentswahlen sollen nun Mitte 2008 und Präsidentschaftswahlen 2009 stattfinden. Die Opposition kritisierte die Verzögerungstaktik der Regierung von Präsident José Eduardo dos Santos, der seit knapp 30 Jahren an der Spitze des Staates steht. Wahlen waren erstmals nach der Beendigung des Bürgerkriegs 2002 angekündigt worden.
Cabinda: Am 18.7.2006 wurde in der Exklave Cabinda ein Waffenstillstand zwischen der Regierungsarmee und dem Cabinda-Dialogforum geschlossen. Zuvor hatten sich beide Parteien bei Friedensverhandlungen im kongolesischen Brazzaville auf einen Sonderstatus für die verarmte Provinz geeinigt, die seit den 1970er Jahren für staatliche Unabhängigkeit kämpft, seit 1993 auch gewaltsam. In der erdölreichen Exklave, nördlich von Angola zwischen der Republik Kongo und der DR Kongo am Atlantik gelegen, lebt nur gut ein Prozent der angolanischen Bevölkerung; es werden aber ca. 60% der angolanischen Erdölproduktion offshore gefördert. Das von Rebellen der in drei Fraktionen zerstrittenen Befreiungsfront von Cabinda ( do Enclave de cabinda/FLEC) kontrollierte Festland konnte bisher nicht für die Erdölförderung erschlossen werden. Das Abkommen sieht vor, 10% der Erdöleinnahmen in die Region zurückfließen zu lassen, wurde aber zunächst von großen Teilen der Unabhängigkeitsbewegung, u.a. den im Exil lebenden militärischen Führern, zurückgewiesen. Ab September 2006 ging die angolanische Armee gewaltsam gegen Nichtregierungsorganisationen in Cabinda vor, die Demonstrationen gegen das Abkommen organisierten. Im Dezember beschloss das angolanische Parlament eine Amnestie für die Unabhängigkeitskämpfer, woraufhin am 5.1.2007 die Demobilisierung und teilweise Integration in die angolanische Armee begann. [...]«

Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.55.
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Land, Bevölkerung und Wirtschaft

Das in der Übergangszone zwischen dem äquatorialen und dem südlichen Afrika gelegene Angola hat vorwiegend Hochlandcharakter. Dieses Hochland in 1000-2000 m Höhe wird von West nach Ost von der Lundaschwelle durchzogen. Als flache Aufwölbung bildet sie die kontinentale Wasserscheide zwischen dem riesigen Kongobecken im Norden und den Sambesi-Zuflüssen sowie dem Kalaharibecken im Süden. Die Flüsse Cuanza und Cunene können aufgrund ihres Wasserreichtums und ihrer Gefällstrecken zur Stromerzeugung oder Bewässerung genutzt werden. Im Westen wird Angola von einer Gebirgsschwelle eingefaßt, die gewissermaßen die Fortsetzung des südwestafrikanischen Hochlandrandes bildet. Im Kreuzungspunkt der westöstlich wie der nordsüdlich verlaufenden Hochflächen liegt mit 2620 m Angolas höchste Erhebung. Von hier bricht die Schwelle in mehreren Randstufen mit Höhen zwischen 400 und 1000 m zum 70-150 km breiten Küstentiefland am Atlantischen Ozean ab. Infolge der kontinuierlichen Strandversetzung durch den nach Norden fließenden Benguelastrom weist Angola die besten Naturhäfen an der südatlantischen Küste auf.
Die Vegetation Angolas reicht von tropischem Regenwald im Nordwesten und in der Enklave Cabinda über Feucht- und Trockensavannen und Reste von Trockenwald bis zur wüstenhaften Vegetation im Süden und Südosten. Südlich von Tombua reicht die Vollwüste der Namib. auch in den angolanischen Küstenbereich. Infolge der Höhenlage und der Einflüsse des kühlen Benguelastromes im Küstenbereich ergeben sich erhebliche klimatische Unterschiede. Die Hochländer im Binnenland weisen ein gemildertes tropisches Klima auf, im Küstenbereich ist es heiß und trocken.

Wirtschaft
Angola verfügt über günstige Voraussetzungen für eine wirtschaftliche Entwicklung. Die durch die verschiedenen Höhenlagen bedingten Klimazonen und die fruchtbaren Böden erlauben die Anlage einer breiten Palette landwirtschaftlicher Kulturen sowie die Entwicklung der Viehwirtschaft. Infolge der kalten Meeresströmung sind die Küstengewässer sehr fischreich. Die Savannenwälder bieten eine gute Grundlage für die Forstwirtschaft. Überdies hat die Natur das Land mit beachtlichen Wasserkraftreserven und reichen Bodenschätzen, insbesondere Erdöl, Diamanten und Eisenerz, ausgestattet.
Eine moderne wirtschaftliche Erschließung Angolas begann erst mit dem Kolonialgesetz von 1930. Um der Entkolonialisierungstendenz entgegenzuwirken, förderte das portugiesische Salazar-Regime in den letzten 10-15 Jahren vor Erlangung der Unabhängigkeit die Einwanderung und den Eigentumserwerb von Portugiesen in Angola und versuchte, auch ausländische Investoren anzulocken, was zu einem raschen Wirtschaftsaufschwung führte.
Der nach der Unabhängigkeit erfolgte Abzug der portugiesischen Fachkräfte aus Verwaltung, Industrie und Landwirtschaft, der von der Zerstörung der Infrastruktur und des technischen Inventars begleitet wurde, sowie der Bürgerkrieg haben die angolanische Wirtschaft an den Rand des Ruins getrieben.
Die daraus folgenden schweren Beeinträchtigungen der Landwirtschaft haben zu einer katastrophalen Versorgungslage im Lande geführt. Umsiedlungen, der Zusammenbruch des Vermarktungs- und Transportnetzes, der Mangel an Produktionsmitteln und die auf den Staat orientierte Wirtschaftspolitik der MPLA, die die wesentliche Bedeutung des Familiensektors für die Agrarproduktion nicht ausreichend berücksichtigte, haben zur Verminderung der bewirtschafteten Fläche und zur Reduzierung der Hektarerträge geführt. Die Produktion der auf den Export ausgerichteten Großbetriebe, die Kaffee, Sisal, Zucker und Tabak produzieren, ist drastisch zurückgegangen.
Durch die Erdölvorkommen an der Küste ist Angola zu einem der größten Erdölexporteure Schwarzafrikas geworden. Mit einem Exportanteil von über 90% sind Erdöl und Erdgas die tragenden Säulen der Wirtschaftsentwicklung geworden, machen Angola aber von schwankenden Weltmarktpreisen abhängig. Dies trifft Angola um so härter, als der Abbau anderer Bodenschätze, wie Diamanten, Eisenerz, Kohle, Phosphat und Nickel, infolge des langen Bürgerkriegs nur in sehr geringem Umfang erfolgen konnte und erst wieder verstärkt werden muss.
1993 wurde dem Parlament ein wirtschaftliches Notprogramm vorgelegt, dessen zentrale Elemente die Dezentralisierung wirtschaftlicher Entscheidungen, Privatisierung großer Teile der Wirtschaft, Schaffung lukrativer Bedingungen für das Auslandskapital, Währungsabwertung, Subventionsabbau sowie Preis- und Steuerreform sind. Seit 1989 ist Angola Mitglied des Internationalen Währungsfonds und hat ein globales Umschuldungsabkommen erhalten.
Die nahe Zukunft Angolas hängt wesentlich von zwei Faktoren ab: der Sicherheitslage im Land und der Höhe der Einnahmen aus dem Erdölexport.

» [...] Am 13.3.2007 erklärte Finanzminister José Pedro de Morais, man habe alle ausstehenden Schulden gegenüber den westlichen Staaten zurückgezahlt und sei auf Kredite des IWF nicht länger angewiesen. Seit Ende des Bürgerkriegs 2002 wies die angolanische Wirtschaft nicht zuletzt wegen der gestiegenen Erdölpreise Wachstumsraten im zweistelligen Bereich auf, ist aber nahezu vollständig vom Erdöl abhängig. Erdöl und Diamanten machen 98% der angolanischen Exporte aus. Angola ist wichtigster afrikanischer Erdöllieferant der VR China. [...]
Am 1.1.2007 trat Angola offiziell als zwölftes Vollmitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) bei. [...] Die Produktion lag 2007 bei 1,4 Mio. Barrel/Tag. [...]«

Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.55.

Bevölkerung
In Angola gibt es etwa 100 ethnische Gruppen mit jeweils eigener Sprache, die jedoch bis auf eine Minorität sämtlich der Bantusprachgruppe angehören. Rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung zählt zu den Ovimbundu der Zentralregion und des mittleren Küstentieflands, etwa ein Viertel aller Bewohner zu den Mbundu. Die Bantustämme des Nordens werden als Lunda-Quioco zusammengefaßt.
Die regionale Verteilung der Bevölkerung hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Der Bürgerkrieg hat zu einer überproportionalen Zunahme in den Städten geführt, in denen heute 34% der Bevölkerung leben.

» [...] Cholera-Epidemie: Die bereits seit Februar 2006 grassierende Cholera-Epidemie forderte bis Ende August mindestens 2174 Tote. Mehr als 50.000 Menschen hatten sich bis dahin infiziert. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen erhob wegen mangelnder Hygiene und unzureichender Trinkwasserversorgung schwere Vorwürfe gegen die Regierung. Die Cholera tritt in Angola regelmäßig in der Regenzeit auf, nie zuvor hatte sie jedoch solche Ausmaße angenommen. [...]«

Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.55.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.62 f.



www-Links



Beziehungen zwischen Angola und Deutschland
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ÄRZTE OHNE GRENZEN - Angola: Auf der Kinderstation in Menongue
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