Willkommen in Burkina Faso

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Offizieller Name: Burkina Faso
Hauptstadt: Ouagadougou
Fläche: 274.000 km²
Landesnatur: Flachwellige Savannenebenen mit Inselbergen, im W Sandsteintafelland, das mit der Steilstufe von Banfora nach SO abbricht
Klima: Wechselfeuchtes, tropisches Klima
Hauptflüsse: Schwarzer Volta, Weißer Volta
Höchster Punkt: Tenakourou 749 m
Tiefster Punkt: 198 m über dem Meeresspiegel
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: : 45 Provinzen
Parlament: Parlament mit 111 für 5 Jahre gewählten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 11. Dezember
Einwohner: : 11.616.000 (1999); 13.902.972 (geschätzt für Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 42 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 18,5% (1999)
Analphabetenquote: 77% (1999)
Sprache: Französisch (Arabisch und z.T. Englisch als Handelssprachen); ca. 70 afrikanische Sprachen
Religion: Moslems 43%, Katholiken 11%, Anhänger von traditionellen Religioner
Importgüter: Maschinen, Fahrzeuge, Eisen, Stahl, Metallwaren, chemische Erzeugnisse, Erdölprodukte, Getreide und -erzeugnisse
Exportgüter: Gold, Baumwolle, lebendes Vieh und Viehzuchtprodukte, Leder, Sesam, Tabak

Burkina Faso (bis 1984 Obervolta), einer der kleineren Staaten Afrikas, gehört mit seinen über 13 Millionen Einwohnern zu den dichtestbesiedelten Gebieten Westafrikas. Das zu den fünfzehn ärmsten Staaten der Welt gerechnete Land muss heute, wie in der Kolonialzeit, etwa ein Viertel seiner jüngeren Bevölkerung als dauerhafte oder saisonale Plantagen- und Hilfsarbeiter in die afrikanischen Nachbarländer, vor allem Côte d'Ivoire (Elfenbeinküste), schicken. Etwa ein Sechstel des laufenden Haushalts wird von internationaler Entwicklungshilfe bestritten.

Das Land
Das, abgesehen von nur geringen Erhebungen im Südwesten, 300 bis 500 m hohe Hochplateau Burkina Fasos bietet mit seinen kargen Böden kaum Chancen für eine ausreichende landwirtschaftliche Selbstversorgung. Nur der mit bis zu 1200 mm Regen im Jahr versorgte Südwesten des Landes ermöglicht eine landwirtschaftliche Überproduktion, während die Täler der drei Volta-Oberläufe wegen der dort grassierenden tropischen Krankheiten kaum nutzbar sind. Die Böden des zentralen Mossi-Plateaus sind wegen Übersiedlung und Übernutzung bereits heute weitgehend erschöpft. Und der regenarme, seit Ende der 1960er Jahre von zwei großen Dürren heimgesuchte Sahel-Norden an der Grenze zu Mali und Niger ist zudem durch Überweidung, die die Grasnarbe zerstört, den Boden austrocknet und damit dem Vordringen der Wüste Vorschub leistet, weitgehend zerstört.

Bevölkerung
Die Mossi mit dem Siedlungsschwerpunkt um die Hauptstadt Ouagadougou stellen etwa die Hälfte der Bevölkerung. Die andere Hälfte wird von mehreren Völkern eingenommen, wie Fulbe, Lobi, Senouffo und anderen, die jedoch weniger als 10% ausmachen. Bis zur Namensänderung im Jahr 1984 hieß Burkina Faso ("Land der Unbestechlichen") nach den drei Volta-Flüssen Obervolta. Vermutlich seit dem 11. Jahrhundert wurden die politischen Geschicke durch die vom Osten kommenden Mossi bestimmt. Die Mossi, die über ein gut ausgebautes Verwaltungssystem verfügten, gründeten eine Reihe von Fürstentümern zwischen dem Niger und den Hügeln von Togo. Ihr Kernland wurde nie erobert, da sie keine internen Kriege führten und ihr eher armes Land auch nicht das Interesse der umliegenden Herrscher weckte.

Kolonialzeit und Unabhängigkeit
Ende des letzten Jahrhunderts besetzten die Franzosen Obervolta und stellten es unter Militärverwaltung. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Obervolta Teil der Kolonie Haut-Senegal-Niger und 1932 unter den Nachbargebieten Soudan (Mali), Niger und Elfenbeinküste aufgeteilt. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg entstand Obervolta in seinen heutigen Grenzen. 1960 erlangte es die Unabhängigkeit.

In den ersten Jahren entwickelte sich Obervolta zum persönlichen Herrschaftsgebiet des autoritär regierenden Präsidenten Maurice Yameogo (* 1921). Demonstrationen erzwangen 1966 seinen Rücktritt. In den folgenden Jahren kam es in Obervolta zu einer raschen Abfolge von gewählten zivilen und militärisch beherrschten Regierungen, bis schließlich 1983 der junge Major Thomas Sankara (1949-1987) die Macht übernahm.

Neuorientierung durch Thomas Sankara
Die Machtübernahme Sankaras markierte einen Einschnitt in der Geschichte Obervoltas. Die vernachlässigte Landwirtschaft konnte das Lanc nicht ausreichend ernähren, so daß der Staat von westlicher Entwicklungshilfe abhängig war und in Dürrejahren direkt durch internationale Lebensmittellieferungen am Leben erhalten werden musste. Unter diesen Bedingungen wollte Thomas Sankara zeigen, dass Armut und Unterentwicklung, Korruption und Vetternwirtschaft keine Naturgesetze für Afrika sein müssten.

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Den grundlegenden Fehler früherer Politik erblickte er darin, dass die jungen Staaten Afrikas ihr Heil in der Industrialisierung gesucht hätten, die Stadt dabei in den Mittelpunkt gestellt und das Land vernachlässigt hätten. Dagegen räumte er dem Agrarsektor absolute Priorität ein.

Zur Entlastung des Staatshaushalts straffte er die staatliche Bürokratie, strich Privilegien und entließ korrupte Beamte. Sankara nahm den Kampf mit den starken Gewerkschaften auf, die nur eine kleine privilegierte Minderheit, die Gehaltsempfänger in den Städten, vertraten. Der rigorose Aderlass der Privilegierten kam im Rahmen eines nationalen Entwicklungsplans den Dörfern zugute. In den folgenden Jahren wurden in Burkina Faso mehr Brunnen gebohrt, mehr Bäume gepflanzt, mehr Dorfschulen und Gesundheitszentren errichtet als je zuvor. Seine Appelle an die Bevölkerung, auf die eigenen Kräfte zu bauen, und die Einbeziehung der Massen in politische Entscheidungsprozesse zeigten Erfolg.

Sein nicht-korruptes Verhalten, sein demonstrativ bescheidener Lebensstil und seine Politik machten Thomas Sankara zu einer weit über Burkina Faso hinaus bei der afrikanischen Jugend beliebten, bei den konservativen afrikanischen Führern dagegen gefürchteten alternativen Symbolfigur. Im Oktober 1987 wurde er bei einem Putsch durch seinen Chefberater, Capitaine Blaise Compaoré (* 1951), hingerichtet. Dieser führte seitdem als Staatsoberhaupt demokratische Reformen durch und wurde 2005 erneut im Amt bestätigt.

» [...] Heftige Regenfälle führten Mitte September 2006 im Westen des Landes zu schweren Überschwemmungen, bei denen rund 20.000 Menschen obdachlos und große Teile der Ernte zerstört wurden. [...]
Eine Meningitis-Epidemie, von der mehrere westafrikanische Länder betrofen waren, forderte bis Ende März 2007 allein in Burkina Faso über 800 Todesopfer. [...] «

Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.97.


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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.230 f.



www-Links



An MBendi Country Profile for Burkina Faso
Wetter in Ouagadougou
Latest news from Burkina Faso
Photos Burkina Faso
Beziehungen zwischen Burkina Faso und Deutschland
CIA - The World Factbook -- Burkina Faso
Die GTZ in Burkina Faso
Deutscher Entwicklungsdienst (DED) - Burkina Faso -- ded.de
Languages of Burkina Faso
Sia, The Dream Of The Python - Film
Amnesty International Report 2005
Human Rights Watch: Burkina Faso
Gouvernement du Burkina Faso
Site web de la Mairie de Ouagadougou
Political Resources on the Net
ABC Burkina
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