Willkommen in Dschibuti

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Offizieller Name: Republik Dschibuti
Hauptstadt: Dschibuti
Fläche: 23.200 km²
Landesnatur: : Im SW Danakiltiefland, im NO küstenparallele Danakilberge, die bis an den Golf von Tadjoura reichen
Klima: Trocken-heiß
Höchster Punkt: Moussa Ali 2063 m
Tiefster Punkt: Assalsee, 155 m u.M.
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 4 Distrikte
Parlament: Nationalversammlung mit 65 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 27. Juni
Einwohner: 629.000 (1999); 506.221 (geschätzt Juli 2008)
Bevölkerungsdichte: 27 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 83% (1999)
Analphabetenquote: 54% (1999)
Sprache: Französisch, Arabisch (Amtssprachen), Afar, Somali
Religion: Moslems fast 100% (Sunniten); Christen
Importgüter: Konsumgüter
Exportgüter: Häute, Felle, Viehzuchtprodukte, Kaffee, Salz

Dschibuti, das kleine Land am Eingang zum Roten Meer, erscheint manchem Reisenden wie das Ende der Welt. Doch für Geologen ist es ein Paradies: Nirgends sonst ist die Kruste unserer Erde so dünn. Nur 7 km unter der Oberfläche brodelt das Magma. So deutlich wie hier wird Erdgeschichte nur selten sichtbar. Dschibuti liegt in der Mitte des großen Grabens, wo die Afrikanische Tafel von Asien abbricht und langsam gen Westen driftet. Vom Flugzeug aus kann man das eindrucksvoll sehen: Mitten durch die Lavawüste zieht sich der Bruch als ein langer, schmaler Spalt.

Schwarze Lava, weißes Salz
Gleich neben der schwarzen Lava blenden kilometerlang weiße Salzseen das Auge. Der Assalsee, 155 m unter dem Meeresspiegel gelegen, ist der tiefste Punkt Afrikas. Dschibutis Salz- und Gipslager gehören zu den größten der Erde. Schwefeldampf entströmt einigen der Salzsäulen, die bis zu 12 m hoch aus dem schwankenden Boden ragen. Die geothermischen Quellen sollen das Land in Zukunft unabhängig von teuren Energieeinfuhren machen.

Doch das Traumland des Erdforschers stellt sich seinen Bewohnern als karge Buschsavanne dar. Neben dem unfruchtbaren Boden erschweren hier die unregelmäßig fallenden Niederschläge von durchschnittlich 130 mm im Jahr an der Küste und 500 mm in den Bergen sowie die sehr hohen Temperaturen, die im Jahresmittel um 30°C liegen, das Leben. Nur wenige Nomaden durchziehen die Steppe. Der Ackerbau beschränkt sich auf etwas Gemüse für den Eigenbedarf. Erst neuerdings experimentiert man mit tropfenbewässerten Jojoba-Kulturen für den Export.

Durchgangsstation
Auch den arabischen Seefahrern kam diese unwirtliche Gegend nicht gerade freundlich vor. Die Lagune am Ende des Golfs von Tadjoura, um den herum Dschibuti sich zieht, nannten sie "Katakombe des Verderbens". In ihrer Mitte ragt die "Ile du Diable", die Teufelsinsel, auf. An deren Korallenriffen zerschellte so manches Segelboot, Dhau genannt, das die starke Strömung hineingerissen hatte. Es waren überwiegend Jemeniten, die seit dem 3. Jahrhundert v. Chr. zum Perlenfischen kamen, vor allem aber, um Waren aus dem abessinischen Hinterland nach Arabien und Indien zu verschiffen. Die Nomaden des Afar-Sultanats von Tadjoura betreuten die Karawanen zu Lande, die "Nomaden der See" übernahmen den Weitertransport auf dem Meer.

Durch die Planung des Suezkanals Mitte des 19. Jahrhunderts erlangte der Golf strategische Bedeutung zwischen dem Roten Meer und dem Indischen Ozean. In Konkurrenz zur englischen Präsenz in Aden erwarb Frankreich von den Afar 1862 das Gebiet um den Hafenplatz Obock sowie die Afar- und Issaküste, die 1896 zur Kolonie "Französisch Somaliland" erklärt wurde, mit Dschibuti als Hauptstadt. Mit dem Bau der ersten Eisenbahn in dieser Region von 1897-1917 erhielt Frankreich die Kontrolle über den äthiopischen Außenhandel. Für Dschibuti, das 1977 als letzte Kolonie auf dem afrikanischen Festland unabhängig wurde, ergab sich daraus eine problematische wirtschaftliche Abhängigkeit. Militärische Konflikte zwischen Äthiopien und Somalia führten mehrfach zu Unterbrechungen der Bahnlinie, und Äthiopien wickelte seinen Handel zunehmend über den eigenen Hafen Assab ab.

Dschibutis Innenpolitik ist bestimmt durch die Animosität zwischen Afar und Issa, beides moslemische, hamitische Nomadenvölker. Die Afar bewohnen seit alters den Norden und Westen und leben auch jenseits der äthiopischen Grenze. Die Issa, ein Somali-Stamm, wanderten seit dem 10. Jahrhundert im Süden ein. Sie wurden zur Bevölkerungsmehrheit im Lande, besonders in der Hauptstadt, wo knapp zwei Drittel der Gesamtbevölkerung leben. Zwar bestimmte die Verfassung, daß der Präsident ein Somali und der Premierminister ein Afar sein muss, doch seit Präsident Hassan Gouled Aptidon (*1916  †2006) 1981 einen Einparteienstaat etablierte, hatten die Issa faktisch die Oberhand gewonnen.

Doch im Jahr 1991 eskalierte der ethnische Konflikt zum Bürgerkrieg, bei dem sich Regierungstruppen und die Afar-Rebellenorganisation FRUD gegenüberstanden. In dieser gespannten Lage wurde mit der am 15.9.1992 in Kraft getretenen Verfassung ein Mehrparteiensystem eingeführt. Die ersten Wahlen im Dezember 1992 boykottierte die Opposition. Bei Präsidentschaftswahlen 1993 wurde Aptidon im Amt bestätigt. In der Folgezeit verschärften sich die Auseinandersetzungen zwischen der FRUD und der Regierungsarmee. Erst 1994 konnten sich beide Parteien auf ein Friedensabkommen einigen, in dem auch eine Regierungsbeteiligung der FRUD festgeschrieben wurde.

Umfangreiche Finanzhilfen aus Frankreich und der Freihafen des Landes bilden die wirtschaftliche Basis des Landes. Das Land profitierte seit Mai 1998 vom Krieg zwischen Äthiopien und Eritrea. 1999 wurden 4 Mio. Tonnen Ladung umgeschlagen, ein Drittel mehr als im Jahr zuvor. Die UNO finanzierte den Ausbau der Infrastruktur, damit Nahrungsmittel die Hungernden in Äthiopien erreichen konnten. Der relativ moderne, aber überlastete Hafen wurde mit EU-Hilfe durch eine Freihandelszone und eine Cargo-City erweitert. Das Management liegt seit Juni 2000 in den Händen von Experten aus Dubai.

» [...] Der langjährige Staatschef Hassan Gouled Aptidon, der Dschibuti seit der Unabhängigkeit 1977 bis 1999 regiert hatte, starb am 21.9.2006 im Alter von 90 Jahren. Seit Gouleds Rücktritt steht sein Neffe Ismail Omar Guelleh an der Spitze des Staates. [...] «

Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.168.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.368 f.



www-Links



CIA - The World Factbook -- Djibouti
Djibouti Travel Information | Lonely Planet Destination Guide
ArabNet: Djibouti
Languages of Djibouti
République de DJIBOUTI
Folgen der Kolonialzeit in Djibouti
Governments on the WWW: Djibouti
Political Resources on the Net - Djibouti
Beziehungen zwischen Dschibuti und Deutschland
Dschibuti - Länderinfos mit Hinweisen zu Impfungen, Malaria ...
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