Willkommen in Eritrea

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Offizieller Name: Eritrea
Hauptstadt: Asmera
Fläche: 117.600 km²
Landesnatur: Hinter der Küstenzone das küstenparallel verlaufende Bergland von Eritrea, im W Ausläufer des Äthiopischen Hochlands
Klima: Tropisches Hochlandklima
Hauptflüsse: Barka
Höchster Punkt: Fangaga 2589 m
Tiefster Punkt: Danakil-Senke unter 0 m
Regierungsform: Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 10 Provinzen
Parlament: Nationalversammlung mit 104 Mitgliedern
Nationalfeiertag: 24. Mai
Einwohner: 3.719.000 (1999); 4.906.585 (geschätzt für Juli 2007; davon etwa 800.000 außerhalb von Eritrea lebend)
Bevölkerungsdichte: 32 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 19% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 44% (1999)
Analphabetenquote: 80%
Sprache: Tigrinya, Arabisch, Englisch (Amts- und Verkehrssprachen)
Religion: Koptische Christen 40% (davon römisch-katholisch 5%; Protestanten 2%), Moslems 55%, einheimische Naturreligionen 5%
Importgüter: Maschinen und Ausrüstungen, Nahrungsmittel, lebende Tiere
Exportgüter: Rohstoffe, Nahrungsmittel, lebende Tiere
Handelspartner: Äthiopien, Saudi-Arabien, Italien


Jüngster Staat Afrikas ist Eritrea, das 1993 seine Unabhängigkeit erlangt hat. Das Land kam zwischen 1869 und 1885 nach und nach in italienischen Besitz und wurde 1890 Kolonie. In den 1930er Jahren diente Eritrea als Aufmarschgebiet für den Krieg gegen Äthiopien, das gleichfalls italienische Kolonie werden sollte.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Eritrea von britischen Truppen erobert und vorläufig von Großbritannien verwaltet. Da Italien nach einem UNO-Beschluss seine Kolonien abtreten musste, wurde Eritrea in einer Föderation mit Äthiopien zusammengeschlossen, behielt aber zunächst innere Autonomie. 1962 erklärte Äthiopien das Land zu seiner Provinz, ohne dass die Bevölkerung hierzu gehört wurde.
Vor allem in der moslemischen Bevölkerung Eritreas regte sich Widerstand gegen die Annexion, zumal die Verwaltung durch das damalige kommunistische Regime Äthiopiens als Unterdrückung empfunden wurde.
Die Eritreische Befreiungsfront EPLF nahm den bewaffneten Kampf auf und konnte schließlich nach fast dreißigjährigem Kampf 1991 alle wichtigen Städte unter Kontrolle halten.

In einem Referendum, das die provisorische Regierung der EPLF im Frühjahr 1993 durchführte, sprach sich eine überwältigende Mehrheit für die Unabhängigkeit von Äthiopien aus. Am 24. Mai 1993 wurde dann in der Hauptstadt Asmera die Republik Eritrea ausgerufen.

Die Bevölkerung
Die Bevölkerung Eritreas setzt sich aus 9 Ethnien zusammen. Die größte Gruppe sind mit etwa 50% die Tigrinya gefolgt von Tigré (ca. 30%), Saho (ca. 5%), Afar (ca. 5%), Hedareb (ca. 2,5%), Bilen (ca. 2%), Kunama (ca. 2%), Nara (ca. 1,5%) und Rashaida (ca. 0,5%). Für Eritrea sind 13 Sprachen bekannt, von denen 12 Sprachen aktiv sind (die 13. Sprache Geez ist die alte Sprache der Aksumiten und noch heute offizielle liturgische Sprache der äthiopisch-ortodoxen Kirche).
Neben den Amts- und Verkehrssprachen Tigrinya, Arabisch, und Englisch gibt es Afar, Hijazi, Bedawi, Bilen, Kunama, Nara, Saho, Tigré, Tigrigna und Italienisch.
Von den 4,9 Millionen Menschen leben etwa 800.000 außerhalb des Landes, vor allem in Europa, USA und Saudi-Arabien.

Wüstenhafte Küsten und dichtbesiedeltes Hochland
Von Natur aus hat Eritrea teil an sehr unterschiedlichen Landschaftsräumen. Die Küstenzone am Roten Meer ist ein wüstenhafter Landstrich, mit schwer erträglichem schwül-heißem Klima. Anbau kann nur in wenigen Oasen betrieben werden, die zumindest gelegentlich durch die vom Bergland hinabführenden Wadis Wasser erhalten.
Im Süden der Küstenzone breitet sich an einer geschützten Bucht die Hafenstadt Massaua (Mitsiwa) aus. Sie war schon im Mittelalter für das äthiopische Reich eine wichtige Verbindung nach außen. Während der italienischen Kolonialzeit war Massaua bis 1897 Hauptstadt der Kolonie. Im 20. Jahrhundert wurde der Zugang zum Hafen durch eine moderne Straße und eine Eisenbahnverbindung mit dem Hochland ausgebaut.
Dem nur punkthaft besiedelten, weithin öden Küstenland steht das dichtbesiedelte Hochland im Norden Eritreas gegenüber. Hier fällt zumindest im Sommer ausreichend Niederschlag, und die Temperaturen sind aufgrund der Höhenlage von 1800-2500 m gut zu ertragen. Typisch sind Mittelwerte zwischen 16 und 18°C in allen Monaten des Jahres. Das Hochland bietet vergleichsweise günstige Möglichkeiten der Landnutzung. Außer den zur Selbstversorgung dienenden Produkten wie Gemüse, Knollenfrüchte und Hirse werden - je nach Höhenlage - auch Kaffee, Baumwolle und Tabak angebaut.

Asmera, die Hauptstadt
Asmera, die in 2350 m Höhe gelegene Hauptstadt des Landes, vereinigt alle wichtigen Funktionen von Verwaltung und Wirtschaft, ist Bischofssitz und verfügt über Bildungseinrichtungen bis hin zur Universität. Da Asmera erst während der Kolonialzeit vom Dorf zur Stadt ausgebaut wurde, ist trotz mancher Zerstörung der italienische Einfluss im Stadtbild noch unverkennbar. Daneben weist die Stadt mit ihren Moscheen aber auch orientalische Züge auf.
Asmera ist als größte Stadt des Landes bei weitem wichtigster Standort für Handel und Gewerbe. Textil- und Nahrungsmittelindustrie sowie zahlreiche Kleinbetriebe des produzierenden Gewerbes sind hier ansässig. Seitdem wieder Frieden herrscht, hat auch der internationale Flughafen an Bedeutung gewonnen.

Asmera

Wirtschaft
Die Zeit seit Kriegsende wurde zum Wiederaufbau der Wirtschaft, der Infrastruktur und des Bildungswesens intensiv genutzt. Da es jedoch an finanziellen Mitteln fehlt, konnten bislang noch längst nicht alle notwendigen Projekte verwirklicht werden. Bei allen Schwierigkeiten ist ein gewisser Aufwärtstrend zu vermerken. So stieg das BIP von 392,8 Millionen Euro (2003) auf ca. 815 Millionen Euro (2006) und das Jahreseinkommen Pro-Kopf stieg von 120 EUR (2003) auf geschätzte 185 EUR (2006).

Entwicklungen

» [...] Grenzkonflikt mit Äthiopien: Der scheidende UN-Generalsekretär Kofi Annan bezeichnete Ende Oktober 2006 die andauernde Krise zwischen den beiden Staaten (Äthiopien/Eritrea) und die im Raum stehenden militärischen Drohungen beider Staaten als "klassisches Beispiel einer Tragödie" und warnte vor einem Wiederaufflammen der Gewalt, wenn beide Seiten nicht bald die seit 2002 stornierten Gespräche über die genaue Demarkierung der Grenze wiederaufnehmen würden. Die Androhung der Internationalen Demarkierungskommission vom 7.11.2006, einen Beschluss über den Grenzverlauf auch ohne Einwilligung beider Seiten zu fassen, wurde von der äthiopischen Regierung, die einen Teil des vom Internationalen Gerichtshof bestätigten Grenzverlaufs nicht anerkennt, strikt zurückgewiesen. Die in Den Haag tagende Kommission gab daraufhin am 29.11.2006 beiden Staaten noch ein Jahr Zeit (bis November 2007), die Grenze entlang des vereinbarten Verlaufs physisch durch Grenzpfosten zu demarkieren.
Der Konflikt zwischen beiden Staaten hatte sich aufgrund der Parteinahme für die unterschiedlichen Bürgerkriegsparteien in Somalia (Eritrea auf Seiten der Islamisten, Äthiopien auf Seiten der Übergangsregierung) neu zugespitzt. Am 29.9.2006 und 30.1.2007 verlängerte der UN-Sicherheitsrat mit der Resolution 1741 (2007) die UN-Mission für Eritrea und Äthiopien (UNMEE) zunächst bis zum 31.1.2007 und dann bis zum 31.7.2007. Die Zahl der eingesetzten Blauhelme wurde zugleich von 2300 auf 1700 Soldaten reduziert.
Eritrea unterhielt nach Angaben der Vereinten Nationen sowohl prozentual als auch in absoluten Zahlen die größte Armee Afrikas südlich der Sahara. Bei einer Bevölkerung von 4,4 Mio. Menschen dienten 200.000 in den Streitkräften, d.h. fast jeder zwanzigste. In Eritrea gibt es einen 18-monatigen obligatorischen Wehrdienst für alle Frauen und Männer zwischen 18 und 40 Jahren. [...] «

  • Am 30. Juli 2007 verlängerte der Sicherheitsrat das Mandat der VN-Mission in Äthiopien und Eritrea
  • Am 13. November 2007 forderte der Sicherheitsrat Äthiopien und Eritrea nachdrücklich auf, die Entscheidung der Grenzkommission über den umstrittenen Grenzverlauf durchzuführen
  • Am 30. Januar 2008 verlängerte der Sicherheitsrat das Mandat der Mission der Vereinten Nationen in Äthiopien und Eritrea
  • Am 15. Februar 2008 verurteilte der Sicherheitsrat nachdrücklich die mangelnde Zusammenarbeit der Regierung Eritreas mit der Mission der Vereinten Nationen in Äthiopien und Eritrea
  • Am 30. April 2008 verurteilt der Sicherheitsrat erneut mangelnde Zusammenarbeit Eritreas mit UN-Mission und stellt fest, die anhaltenden Behinderungen hätten das Mandat der Mission untergraben

Mit Wirkung ab dem 31.3.2007 stellte die Regierung die Beschneidung von Mädchen und Frauen unter Strafe. Dieser Beschluss ist der jahrelangen Lobbyarbeit der eritreischen Frauenunion zu verdanken.
» [...] In Eritrea werden schätzungsweise neun von zehn Mädchen beschnitten. Bei etwa 60% der Mädchen wird der Eingriff vor dem Ablauf des ersten Lebensjahres durchgeführt, bei den meisten anderen bis zum Alter von fünf Jahren. [...]

Im Sommer 2006 schloss die einzige Hochschule des Landes, die Universität in der Hauptstadt Asmera. Die Fachbereiche sollen nun auf einzelne Orte im Land vertreilt werden.

Der seit Januar 2006 unter Hausarrest stehende 79-jährige Patriarch der eritreisch-orthodoxen Kirche, Abuna Antonios, wurde am 28.5.2007 verhaftet und an einen geheimen Ort verschleppt. Antonios hatte 2004 Kritik an der Festnahme von drei orthodoxen Priestern und ihrer Inhaftierung geübt. Die Menschenrechtsorganisation amnesty international beklagt seit Jahren, dass in dem zur Hälfte christlichen, zur Hälfte muslimischen Land keine Religionsfreiheit herrscht und insbesondere Angehörige von Minderheitskirchen wie z.B. die Zeugen Jehovas und die Pfingstkirchen an der Ausübung ihres Glaubens gehindert, verfolgt, inhaftiert und gefoltert werden. «

Zitiert aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.175 f.

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Literatur:

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.384 f.



www-Links



 Äthiopien
Projekte in Eritrea
Eritrea-Hilfswerk
Bilaterale Beziehungen zwischen Eritrea und Deutschland
CIA - The World Factbook -- Eritrea
Lonely Planet World Guide | Destination Eritrea |
Languages of Eritrea
Governments on the WWW: Eritrea
Political Resources on the Net - Eritrea
Ethiopia-Eritrea Conflict Homepage
Eritrea Post - Eritrea News
Eritrea and the IMF
Human Rights Watch: Eritrea
Human Rights Watch World Report 2004: Africa: Eritrea

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