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Offizieller Name: Gabunische Republik
Hauptstadt: Libreville
Fläche: 267.667 km²
Landesnatur: Im Westen bis 100 km breites Küstentiefland mit Ausgleichsküste und
zahlreichen Lagunen im S, anschließend Anstieg zum gebirgigen Hochland von Gabun, Teil
der Niederguineaschwelle, im NO Hochplateaus
Klima: Peuchtwarmes, tropisches Klima mit doppelter Regenzeit
Hauptflüsse: Ogooue, Nyanga, Ivindo
Höchster Punkt: Mont Iboundji 1.575 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 9 Provinzen
Parlament: Nationalversammlung mit 120 Mitgliedern, Senat mit 91 Mitgliedern; Wahl alle 5 Jahre
Nationalfeiertag: 17. August
Einwohner: 1.197.000 (1999); 1.389.201 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 4,5 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 50% (1999)
Analphabetenquote: 37% (1999)
Sprache: Französisch
Religion: Katholiken 52 %, Muslime, Anhänger traditioneller Religionen
Exportgüter: Erdöl, Holz, Mangan, Uranerze
Währung: Uganda-Shilling
Gabun, das Land an der Westküste des äquatorialen Afrika, ist einer der wirtschaftlich reichsten Staaten des schwarzen Kontinents. Bereits im 15. und 16. Jahrhundert wurde die fjordartige Flußmündung des Como von portugiesischen Seefahrern angelaufen, die sie wegen der Form "gabão" (Mantel mit Kapuze) nannten. Die Portugiesen trieben zwar zeitweise im Küstengebiet Sklavenjagd, ihr eigentliches Interesse galt jedoch mehr den vorgelagerten Inseln São Tome und Principe.
Kolonialzeit und Unabhängigkeit
Schon bald folgten französische, englische und niederländische Kaufleute auf der Suche nach Elfenbein und wertvollen Hölzern. Sie legten Handelsniederlassungen an der Küste an und trafen dabei auf die seit dem 17. Jahrhundert aus dem Kongo eingewanderten Myenes (Omiene) und die aus Kamerun stammenden Pangwe (Fang). Die Erschließung und Kolonisierung erfolgte erst Mitte des 19. Jahrhunderts, als Frankreich mit den einheimischen Königen Kowe und Dowe Verträge zum Schutz gegen den Sklavenhandel abschloß. |
1849 wurde die heutige Hauptstadt Libreville als "Stadt der Freien" für befreite Sklaven aus anderen französischen Kolonien gegründet, doch dienten die Stadt und das umgebende Küstengebiet den Franzosen lange nur als Ausgangspunkt für Expeditionen, vornehmlich in den Kongo. 1888 wurde Libreville Hauptstadt des französischen Kongo, verlor diesen Status jedoch 1904 wieder an Brazzaville.
Bis nach dem Zweiten Weltkrieg konnten französische Kolonialgesellschaften das Gebiet
praktisch unkontrolliert als Privat-Domäne ausbeuten. Die winzig kleine, an Frankreich assimilierte bürgerliche Schicht übernahm 1960 unter Führung des Bürgermeisters der Hauptstadt Léon M'Ba (1902-1967) das aus dem französischen Kolonialreich "Aquatorialafrika" herausgeschnittene Gabun.
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Die politische Elite, allen voran Staatspräsident M'Ba, hielt bewußt auch nach der Unabhängigkeit an den engen Verbindungen zu Frankreich fest, schien ihr doch die Fortsetzung des bisherigen Entwicklungsweges die beste Voraussetzung, sich ihre Privilegien zu erhalten. Auseinandersetzungen zwischen M'Ba und seinem Außenminister führten 1964 zu einem Putschversuch des einheimischen Militärs. Nach dem Verteidigungsabkommen mit Frankreich wurde dieser Versuch jedoch durch den Einsatz
der ansässigen französischen Truppen in wenigen Tagen niedergeschlagen.  |
Präsident El Hadsch-Omar Bongo
Nach dem Tode M'Bas 1967 übernahm der bisherige Vizepräsident Albert B. Bongo (* 1935)
die Macht. Der Präsident, der sich nach seiner Konvertierung vom Katholizismus zum Islam El Hadsch Omar Bongo nannte, gründete 1968 die "Parti Democratique Gabonais"(PDG). Soweit
er die westlich gebildeten Jugendlichen und politisch interessierten Intellektuellen nicht durch Postenvergabe in sein personalisiertes System integrieren konnte, schlossen sich diese der Widerstandsbewegung "MORENA" (Mouvement de Redressement National) an. Da er bis 1990 jedoch ein Mehrparteiensystem strikt ablehnte, wurden solche oppositionellen Regungen streng verfolgt. Erst 1990 kam es zu Parlamentswahlen auf der Basis eines Mehrparteiensystems, die von der PDG unter Präsident Bongo gewonnen wurden.
Bongo, der zwar versuchte, durch die "Politik der nationalen Versöhnung" die gesellschaftlichen und sozialen Gegensätze zu überwinden, stützte seine uneingeschränkte Macht im wesentlichen auf eine kleine Gruppe der ihm stammesmäßig verbundenen Elite. Eine wichtige Stütze seiner Macht ist auch die Präsidentengarde, jene knapp 3000 Mann zählende Einheit, die von einem französischen Söldnergeneral geleitet wird. Die Kritik in der französischen Presse an seinem autoritären Regierungsstil und seiner
verschwenderischen Finanzpolitik führten 1985 zu kurzzeitigen Verstimmungen mit Frankreich. Aus diesem Grunde hat Präsident Bongo seine außenpolitischen Beziehungen durch Verbindungen zu den USA, zu Südafrika, Marokko und den arabischen Ölstaaten zu diversifizieren versucht. |
Seinem kleinen Land hat er zeitweise als amtierender Präsident der "Organisation für
Afrikanische Einheit" und als Vermittler in innerafrikanischen Konflikten wie im Tschad
zusätzliches Gewicht zu verleihen gesucht. Dem waren jedoch stets seine engen Beziehungen zur weißen Minderheit Simbabwes, zu Südafrika, zur angolanischen UNITA sowie die Rolle Gabuns als "Flugzeugträger" für französische und amerikanische Militäreinsätze in Schwarzafrika abträglich. Die von dem 1998 wiedergewählten Präsidenten gesuchte panafrikanische Rolle wurde auch immer wieder durch die von ihm praktizierte Ausweisung der in Gabun arbeitenden afrikanischen Ausländer beeinträchtigt.
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Das Land
Gabun, beiderseits des Äquators gelegen, ist Europa noch immer am bekanntesten durch
Lambaréné, jenen Ort, wo Albert Schweitzer 1913 sein Urwald-Krankenhaus errichtete.
Das touristisch kaum erschlossene Land mit dem in Afrika höchsten Preisniveau gerät immer wieder durch das im Landesinnern von Albert Schweitzer errichtete "Urwald-Krankenhaus" in die Schlagzeilen. Wiederholte Versuche, das von
dem Elsässer Theologen, Organisten und Mediziner gezielt auf einem einfachen Niveau gehaltene Hospital mit Spendengeldern auf einem akzeptablen Niveau zu erhalten, werden von Beobachtern als gescheitert angesehen. Die Regierung Gabuns zeigt kein sonderliches Interesse für dieses Symbol europäischer Spendenfreudigkeit und Mildtätigkeit. |
Gabun weist durchgängig ein feuchttropisches Klima auf und ist auch heute noch zu etwa drei Vierteln von dichtem Regenwald bedeckt, der jedoch wegen seiner Devisen bringenden tropischen Hölzer immer stärker Opfer einer wilden Abholzung wird. Damit ist auch der Lebensraum der kleinen Gruppe der Pygmäen gefährdet, jener Ureinwohner, die dort als Jäger und Sammler leben.
Von der etwa 100 km breiten, mangrovenbestandenen Küstenebene dehnt sich Gabun bis
auf eine Höhe von maximal 1.370 m ostwärts zur Niederguineaschwelle aus, die die westliche Grenze des Kongobeckens bildet. Die am Schichtaufbau beteiligten, alten, kristallinen Gesteine bergen reiche Erzvorkommen. Das bewaldete Bergland wird von vielen Flüssen durchzogen, die über zahlreiche Wasserfälle und Stromschnellen den Weg zur Küste suchen. Der Ogooué, der auch für das Flößen wertvoller Tropenhölzer aus dem Landesinnern genutzt wird, ist die wichtigste Wasserader. Die Feuchtsavanne im Hinterland Gabuns ist das Resultat der Entwaldung und des Wanderfeldbaus der dorthin eingewanderten Gruppen.
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Bevölkerung und Wirtschaft
Da sich die Regenwaldgebiete kaum für eine Besiedlung eignen, lebt heute nahezu die Hälfte der Gabuner in den wenigen städtischen Siedlungen des Landes. Die Bevölkerung setzt sich aus mehr als 40 ethnischen Gruppen - hauptsächlich Bantustämmen - zusammen, von denen die Pangwe (Fang) und Kwele etwa ein Drittel stellen. In den nördlichen und südlichen Teilen des Landes leben als eine Minderheit die Stämme der Punu und Nzabi. |
Nicht gerade eine Minderheit sind die - in Afrika einmalig - zahlreichen Europäer, vornehmlich Franzosen, die neben allen Wirtschaftsbereichen des Landes auch die Verwaltung, Polizei und Armee beherrschen; ihre Zahl wird auf 60.000 geschätzt. Zusammen mit der Gabuner Staatsoligarchie profitierten sie am meisten von dem wirtschaftlichen Aufschwung Anfang der 1970er Jahre. In dieser Zeit übte Gabun auch eine große Anziehungskraft auf die Menschen in den afrikanischen Nachbarländern aus, die zu mehreren
Zehntausend ins Land kamen und als Hilfsarbeiter, Handwerker und Facharbeiter Beschäftigung fanden. In den sich verschärfenden wirtschaftlichen und politischen Krisenzeiten wurden sie jeweils mit propagandistischer Begleitmusik schubweise des Landes verwiesen, wodurch es jedoch in vielen Bereichen der Industrie und des Dienstleistungsgewerbes zu großen Versorgungsschwierigkeiten kam.
Wirtschaftsentwicklung
Die reichlich fließenden Erdöl-Exportgewinne, die über 80% des Deviseneinkommens einbringen, regten die Regierung Bongo zu Investitionen großen Stils an: gigantische Bauvorhaben in der luxuriös erscheinenden Hauptstadt, kostspielige Infrastrukturmaßnahmen, wie der Bau der Trans-Gabun-Eisenbahn, der Bau des neuen
Erzhafens von Owendo, des Präsidenten-Forts in Libreville sowie der Aufbau einer eigenen
Fluglinie. Raffinerien und andere Industrieprojekte wurden für die Gesamtregion der "Zentralafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft" konzipiert, erwiesen sich nach Fertigstellung ähnlicher Projekte in diesen Staaten jedoch als völlig überdimensioniert.
Die ohnehin unterentwickelte, nur der Selbstversorgung dienende Landwirtschaft wurde in
dieser Zeit so sehr vernachlässigt, daß Gabun mehr als 80% seiner Nahrungsmittel importieren mußte. Von der Gesamtfläche des Landes werden zwei Prozent landwirtschaftlich genutzt. |
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Einige moderne Großplantagen liefern Kaffee und Kakao, ansonsten überwiegen Kleinbetriebe, die keine Überschüsse erwirtschaften können. Daher gehört es zu den wichtigsten Aufgaben der Wirtschaftspolitik, den Agrarsektor zu fördern und den Nahrungsmittelbedarf wieder aus eigener Kraft zu decken. Die allmähliche Erschöpfung der alten Rohöl-Vorkommen, sowie zeitweiser Preisverfall und
Absatzschwierigkeiten bei den mineralischen Rohstoffen bewirkten bereits seit Ende der 1970er Jahre mehrere einschneidende wirtschaftliche Krisen. Die Regierung versuchte, ihnen durch eine Diversifizierung der Außenbeziehungen vor allem zu den USA und Südafrika zu begegnen, mußte sich jedoch wiederholt den Sparvorschriften von Weltbank und Internationalem Währungsfonds beugen.
Doch neue, von amerikanischen Konzernen entdeckte Öllagerstätten, kaum ausgebeutete,
reiche Uran-, Mangan- und Eisenerzvorkommen sowie die noch vorhandenen Holz- und
anderen Ressourcen des Regenwaldes sichern Gabun angesichts einer zahlenmäßig nur kleinen Bevölkerung, trotz des hohen Bevölkerungswachstums von gut 2%, auf Dauer ein
Pro-Kopf-Einkommen, das weit über dem im übrigen Afrika üblichen Niveau liegt. Da das
Pro-Kopf-Einkommen jedoch als Indikator bei der Vergabe internationaler Kredite eine erhebliche Rolle spielt, ist Gabuns Regierung ständig bemüht, die Bevölkerungszahlen nach oben zu manipulieren.
Entwicklungen
» [...] Aufgrund seines Ölreichtums gehört Gabun zu den stabilsten Staaten des Kontinents. Staatschef Omar Bongo Ondimba, seit 1967 an der Macht, ist der dienstälteste afrikanische Staatschef. Die im Dezember 2006 durchgeführten Parlamentswahlen änderten an der Dominanz der Präsidentenpartei nichts. [...] «
Zitiert aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.192.
Literatur Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.452 f.
www-Links
Bilaterale Beziehungen zwischen Gabun und Deutschland
Botschaft von Gabun - Ambassade du Gabon en Allemagne (Berlin)
DAS SCHWEITZER-SPITAL - SEINE UMGEBUNG - GABUN (allgemeine Landesinformation, Geschichte, Lambaréné)
WetterOnline Gabun
Die Zeit - Reisen : Wildes Herz
Länderinformation: Todesstrafe in GABUN
Gabun: Bei der Verteilung der Erdöleinnahmen geht die Bevölkerung leer aus
Deutsches Albert-Schweitzer-Zentrum - Albert Schweitzer (1875 - 1965)
Gabon News - Online Newspaper
CIA - The World Factbook -- Gabon
Languages of Gabon
Governments on the WWW: Gabon
allAfrica.com: Gabon
Political Resources on the Net - Gabon
Christian Huber - Fotogalerie
Fotos von Libreville
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