Willkommen in Gambia

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Offizieller Name: Republik Gambia
Hauptstadt: Banjul
Fläche: 11.295 km²
Landesnatur: Flussebenen am Gambia, flachwellige Sandsteinplateaus
Klima: Wechselfeuchtes Klima der Randtropen
Hauptflüsse: Gambia
Höchster Punkt: Plateaus im Osten bis 200 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 6 Bezirke
Parlament: Nationalversammlung mit 45 für 5 Jahre gwählten Mitgliedern; weitere 4 Mitglieder werden vom Staatspräsidenten ernannt
Nationalfeiertag: 18. Februar
Einwohner: 1.265.000 (1999); 1.735.464 (geschätzt für Juli 2008); darunter: Mandingo 44%, Fulani/Fulbe 17,5%, Wolof 12,3%, Djola 7%, Sarakole 7%, andere 4%; Nicht-Afrikaner ca. 1%
Bevölkerungsdichte: 112 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 37% (1999)
Analphabetenquote: 61% (1999)
Sprache: Englisch, lokale afrikanische Sprachen (u.a. Manding, Wolof, Ful, Djola u.a.)
Religion: Moslems 85%, Anhänger von Naturreligionen, Christen (ca. 45.000)
Importgüter: Nahrungsmittel, Maschinen, Industriegüter
Exportgüter: Erdnüsse, Erdnussöl, Uran, Palmkerne, Fischprodukte, Häute

Von allen "Unfällen" der Kolonialgeschichte ist Gambia ohne Zweifel der seltsamste: Das Land dehnt sich nur wenige Kilometer beiderseits des gleichnamigen Flusses aus, doch reicht es über 320 km von der Atlantik-Mündung ostwärts tief in den westafrikanischen Sahel hinein und schneidet das Nachbarland Senegal praktisch in zwei Teile. Gambia besitzt lediglich in Flussnähe einige Waldreste und besteht ansonsten aus Savanne, die ostwärts immer trockener wird. Vor dem Eintreffen der ersten portugiesischen Seefahrer im Jahre 1447, denen die Engländer die Siedlungen an der Küste abkauften, stand dieses Gebiet während des 13. und 14. Jahrhunderts unter dem Einfluss des ganz Westafrika beherrschenden Mali-Reiches, später unter dem der Fulani- oder Fulbestaaten.

Die Bevölkerung von über 1,7 Millionen Einwohnern gehört überwiegend zu den Sudanvölkern. Die stärkste Gruppe sind mit rund 44% die Mandingo, zu denen auch die Bambara und Malinke gehören, gefolgt von den Fulani oder Fulbe (17,5%), die hauptsächlich von der Viehzucht leben. Der Anteil der Wolof, ein Volk von Händlern und Kaufleuten, beträgt etwa 12,3%. Der Rest der Bevölkerung gliedert sich u.a. in Serahulis, Sarakole und Djola, die zu den ältesten Einwohnern Gambias gerechnet werden.

Der Staat Gambia ist das Ergebnis europäischer Auseinandersetzungen um die Inbesitznahme von Regionen. Frankreich bekam schließlich auf der Berliner Afrika-Konferenz von 1884 den großen Senegal zugesprochen, die britische Krone erhielt die kleine Kolonie Gambia. Die beiderseits des Flusses lebenden Völker wurden jedoch in der Kolonialzeit nur scheinbar durch eine in der Savanne unerkennbare Grenze getrennt.

Allein eine winzige Elite wurde britisch ausgebildet. Die englische Sprache, englische Gesetze und Lebensgewohnheiten prägten das Alltagsleben in der kleinen Hauptstadt Bathurst, die erst in den 1970er Jahren in Banjul "afrikanisiert" wurde. In ihr gab es eine den ethnischen Clans entsprechende Mehrparteien-Demokratie nach britischem Vorbild. Die Verfassung aber garantierte dem seit der Unabhängigkeit 1965 ununterbrochen regierenden Präsidenten Sir Dawda Kairaba Jawara (*1924) praktisch die uneingeschränkte Herrschaft. Die Monopolisierung der Macht löste 1982 einen nur wenige Tage dauernden blutigen Aufstand aus. Dieser wurde durch die von der Regierung zu Hilfe gerufenen Truppen des Nachbarlandes Senegal niedergeschlagen.

Aus "Dankbarkeit" willigte der Präsident 1982 in den von Senegal geforderten Zusammenschluss zur "Senegambischen Föderation" ein. Sie sollte neben einer engen Zusammenarbeit im Sicherheits- und Transportwesen auch die Bildung einer Wirtschafts- und Währungsunion veranlassen. Doch bis auf ein gelegentlich tagendes gemeinsames Parlament blieb sie durch die stillschweigende Weigerung der gambischen Führung nur Papier. 1989 wurde sie auch offiziell aufgekündigt. 1994 übernahm eine Militärjunta unter Führung von Yayah Jammeh (* 1962) die Macht. Nach der Verabschiedung einer neuen Verfassung 1996 ließ sich Jammeh zum zivilen Präsidenten wählen.

Der "Kunststaat" Gambia lebt zu einem geringen Teil von Reisanbau in Flussnähe und Erdnussanbau in der Savanne. Von überragender wirtschaftlicher Bedeutung ist der Tourismus. Seit den 1960er Jahren sind in dem ansonsten ressourcenarmen Staat an den Atlantik-Stränden von ausländischen Konzernen mehr als ein Dutzend Hotel-Komplexe errichtet worden. Doch außer Strand, Hochseefischerei und Bootsfahrten auf dem Fluss hat das Ferienland Gambia nicht viel anzubieten. In den wenigen Monaten der trockenen Wintersaison sorgen die Touristen, vornehmlich aus Skandinavien, Großbritannien und Deutschland, für eine alljährliche kurze saisonale Beschäftigung. Gleichzeitig aber schaffen sie zunehmend soziale Probleme, zumal in den übrigen Monaten Massenarbeitslosigkeit herrscht.

Die vermutlich wichtigste wirtschaftliche Tätigkeit in Gambia ist der Schmuggel. Ein Großteil der senegalesischen Erdnussproduktion findet über Buschpfade den Weg zum Exporthafen Banjul. Für die dort eingenommenen Dalasi erwerben die senegalischen Händler sowie die Mitglieder der Händlerkaste der Djola vornehmlich industrielle Waren aus Fernost und Europa. Da diese im Transitland Gambia niedrig besteuert sind, erzielen die Händler im Hochpreisland Senegal interessante Profite. Von diesem illegalen zweibahnigen Handel profitieren auch die Führungseliten beider Staaten.

Entwicklungen

Bei Protesten der Gambian Students Union im April 2000 gab es Tote und Verletzte. Präsident Jammeh übertrug seiner Nationalgarde Polizeibefugnisse. Sie überwacht jetzt Demonstrationen, Drogenhandel und Geldwäsche. Touristen, die einst ein Drittel der Staatseinnahmen brachten, bleiben wegen der zunehmenden Gewalt fern.

» [...] Präsidentschaftswahlen: Bei den Wahlen am 22.9.2006 wurde Präsident Yahya Jammeh (Alliance for Patriotic Reorientation and Construction/APRC) mit 67,3% der Stimmen für weitere fünf Jahre im Amt bestätigt. [...] Die Opposition beklagte massive Einschüchterung der Wähler. Analysten sahen den Erfolg des autokratisch regierenden Präsidenten darin begründet, dass sich die Opposition gespalten gezeigt, Jammeh dagegen durch den Ausbau von Schulen, Krankenhäusern und Straßen die Bevölkerung auf seine Seite gezogen habe.
Parlamentswahlen: Aus den Wahlen am 25.1.2007 ging die regierende APRC von Präsident Jammeh mit überwältigender Mehrheit als Sieger hervor. Sie sicherte sich 42 der 48 wählbaren Parlamentssitze, vier gingen an die oppositionelle UDP, je ein Sitz an die National Alliance for Democracy and Development (NADD) und an einen unabhängigen Kandidaten. [...]
IWF-Kredit: Der Internationale Währungsfonds gewährte am 19.2.2007 im Rahmen der konzessionären Armutsreduzierungs- und Wachstumsfazilität (PRGF) einen Dreijahreskredit in Höhe von umgerechnet 21 Mio. US-$ für das Wirtschaftsentwicklungsprogramm. Etwa 60% der Einwohner Gambias müssen mit weniger als 1 € pro Tag auskommen.
Aids: Für Irritationen sorgte Jammeh, als er am 18.2., dem Unabhängigkeitstag, verkündete, er sei in der Lage, Aids mit pflanzlichen Mitteln und Gebeten zu heilen. Seit Januar habe er mehrere Patienten kuriert. Nachdem die Regionalchefin des UN-Entwicklungsprogramms UNDP, Fadzai Gwaradzimba, die Heilmethode als wissenschaftlich nicht haltbar und gefährlich bezeichnet hatte, wurde sie am 26.2. des Landes verwiesen.«

Zitiert aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.193.

Im Jahr 2003 waren rund 6800 Menschen mit dem Aids-Virus infiziert. 600 Menschen verstarben im selben Jahr an der Immunschwächekrankheit (Zahlen aus: CIA - The World Factbook -- Gambia).

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.456 f.



www-Links



Beziehungen zwischen Gambia und Deutschland
CIA - The World Factbook -- Gambia
Kinderhilfe Gambia e. V.
Republic of The Gambia Official Website
HISTORY OF THE GAMBIA
Daily Observer Newspaper - Online Edition
United Nations - OCHA IRIN Africa News - Gambia
Languages of Gambia

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