Willkommen in Kamerun
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Deutsche Kolonie wurde Kamerun nur deshalb, weil der kaiserliche Kundschafter Gustav Nachtigal dem in gleicher Mission reisenden britischen Emissär fünf Tage zuvorkam und - während die Europäer noch auf der Berliner Afrika-Konferenz 1884/85 den Kontinent unter sich aufteilten - einen Schutzvertrag mit den Duala-Häuptlingen unterzeichnete. |
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Der Staats- und Verwaltungsapparat musste reduziert, die Privilegien der Beamtenschaft mussten kräftig beschnitten werden, damit Kamerun in den Genuss von Umschuldung durch westliche Staaten und Banken sowie von Beistandskrediten des Internationalen Währungsfonds kommen konnte. |
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Zu den ältesten Bewohnern zählt die kleine Gruppe der Pygmäen, deren Lebensform als Sammler und Jäger sich über die Jahrtausende kaum verändert hat. Ihr Lebensraum ist der tropische Regenwald im Südosten des Landes, doch auch in Kamerun scheinen die letzten Zeugen einer Steinzeitkultur im Inneren Afrikas den Kampf ums Überleben zu verlieren. |
Brandrodende Bauern, Bulldozer und Motorsägen der Holzkonzerne dringen immer tiefer in den tropischen Regenwald ein, verdrängen die, die zeitlebens im Einklang mit der Natur gelebt haben, bis ihr Lebensraum endgültig zerstört ist. Staat und Missionen drohen mit ihren Versuchen, die Pygmäen sesshaft zu machen und zu "zivilisieren", deren Lebensstil, Gesellschaftsform und Kultur binnen weniger Jahrzehnte zu vernichten. Ihre eigene Sprache haben die Pygmäen längst verloren. Sie ist aufgegangen in den zahlreichen Sprachen und Dialekten der Bantustämme, die 40% der heutigen Gesamtbevölkerung ausmachen und über Jahrhunderte hinweg die Pygmäen in ihre Abhängigkeit gezwungen haben. Bantusprachige Völker, ein buntes Gemisch ohne viele Gemeinsamkeiten, stellen die Mehrheit in den südlichen Waldregionen. Bis vor wenigen Jahrzehnten lebten die meisten der alteingesessenen Bakoko, Bassa, Duala, Maka und Pangwe (Fang) vornehmlich als Hackbauern in Einzelsiedlungen oder kleinen Dörfern. Mit der kolonialen Erschließung und mehr noch mit dem Bau von Straßen ist ein wesentlicher Teil der Bevölkerung jedoch in die großen Straßendörfer bzw. in die Städte abgewandert. LiteraturAlle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.762 f.
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