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Offizieller Name: Union der Komoren (Udzima wa komori)
Hauptstadt: Moroni
Fläche: 2236 km²; davon Njazidja (Grande Comore) 1148 km², Nzwani (Anjouan) 424 km², Maoré (Mayotte) 374 km² - ist französisches Überseegebiet, wird aber von der Union der Komoren beansprucht-, Mwali (Mohéli) 290 km²
Landesnatur: 4 vulkanische Inseln (siehe: Landkarte der Komoren)
Klima: Tropisches Monsunklima
Höchster Punkt: Kartala 2.360 m
Regierungsform: Verfassung von 2001: Bundesrepublik
Staats- und Regierungschef: Präsident (Direktwahl alle 4 Jahre; rotierende Wahl auf eine der drei Inseln)
Verwaltung: 3 Inseln mit Autonomierechten (Njazidja, Nzwani, Mwali)
Parlament: Unionsversammlung mit 33 Mitgliedern (18 gewählt und 15 Mitglieder der regionalen Parlamente; Wahl alle 5 Jahre)
Nationalfeiertag: 6. Juli (Proklamation der Unabhängigkeit am 6. Juli 1975; bis dahin französische Kolonie)
Einwohner: 676.000 (1999); 731.775 (geschätzt Juli 2008)
Bevölkerungsdichte: 393 Ew./km² (2008)
Stadtbevölkerung: 31% (1999)
Analphabetenquote: 43% (1999)
Sprache: Komorisch (mit Swaheli verwandt), Französisch, Arabisch
Religion: Moslems 99% (Staatsreligion)
Importgüter: Nahrungsmittel 21%, Erdölprodukte 12%, Fahrzeuge
Exportgüter: Vanille 46%, Gewürznelken 39%, Parfümessenz Ylang-Ylang 11%, Kopra
Die Komoren - schon in der geographischen Bezeichnung schwingt ein geheimnisvoller Klang, und die Übersetzung des Namens weckt alte arabische Legenden: "El Komr", die kleinen Mondinseln.
Die Frühgeschichte dieser Inselgruppe ist ungewiss. Vermutlich kamen die ersten Bewohner aus dem malaiisch-polynesischen Raum.
Später folgten persische und arabische Einwanderer, die auf Großgrundbesitz basierende Sultanate errichteten. Die Araber verschleppten Schwarzafrikaner als Landarbeiter auf die Inseln und betrieben einen lukrativen Sklavenhandel.
Um sich vor den zahlreichen Übergriffen der Nachbarn zu schützen, banden sich die komorischen Sultane immer enger an Frankreich: 1841 erwarben die Franzosen die Insel Mayotte, 1886 wurde die gesamte Inselgruppe zum Protektorat, 1912 endgültig Kolonie. Die innere Autonomie erfolgte erst 1961.
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In einer Volksabstimmung wählten die Inseln 1974 den Weg in die Eigenstaatlichkeit (bis auf Mayotte, das es vorzog, als Uberseedépartement bei Frankreich zu bleiben).
Die Einrichtung eines geordneten Staatswesens bleibt auf den Komoren problematisch. Kurz nach der Unabhängigkeit wurde Regierungschef Ahmed Abdallah Abderemane (1919-1989) von sogenannten "Jungen Revolutionären" gestürzt, die nach dem Vorbild der chinesischen Landkommunen einen neuen Weg, eine Kulturrevolution, einschlagen wollten. Aber bereits 1978 wurde der alte Präsident mit tatkräftiger Hilfe ausländischer Söldner und französischer Unterstützung wieder in sein Amt eingesetzt. Die Söldnergruppe unter Bob Denard, von der Republik Südafrika finanziert, half in den 1980er Jahren bei der brutalen Niederschlagung von Aufständen gegen das korrupte System. |  |
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Als sich Ende 1989 der Präsident, aufgrund massiven ausländischen Drucks, der Söldner entledigen wollte, putschten diese und ermordeten ihn. 1996 wurde Mohamed Taki Abdoulkarim Staatspräsident. Dieser starb 1999. Seitdem Übergangsregierung. Im April 1999 übernahm das Militär die Macht, neues Staatsoberhaupt wurde Azali Assoumani.
Erst mit der Unterzeichnung des Rahmenabkommens von Fomboni vom 17.02.2001 beruhigte sich die politische Krise zunächst. Mit der Annahme der neuen Verfassung Ende 2001 wurden in der Union der Komoren (zuvor Islamische Bundesrepublik Komoren) für April 2002 Präsidentschaftswahlen angesetzt. Hierbei wurde Assoumani zum Staatsoberhaupt gewählt.
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Staatspräsident seit 2006 ist Ahmed Abdalah Sambi, der von der Insel Anjouan gestellt wurde (neben dem Staatspräsidenten, der im Rotationsverfahren abwechselnd von jeder Insel gestellt wird, wählt jede Insel ihren eigenen Präsidenten; Präsident von Anjouan ist Mohamed Bacar).

Entwicklungen
» [...] Unter Vermittlung der Afrikanischen Union (AU) begannen am 23.1.2007 neue Verhandlungen zwischen der nach Autonomie strebenden Insel Anjouan und der Bundesregierung, nachdem sich die Regierung von Anjouan geweigert hatte, schwere Waffen an die Bundesregierung auszuhändigen, solange diese nicht in früheren Verhandlungsrunden gemachte Versprechungen, insbesondere im Justizbereich und der Verwaltung der Staatsunternehmen, einlösen würde. Die AU forderte die komorischen Parteien auf, bis zu den Wahlen im Juni 2007 die Lage so weit zu stabilisieren, dass nicht erneut ausländische Truppen einen regulären Urnengang sicherstellen müssten. [...] «
Zitiert aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.284.
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Armut der Bevölkerung
Die sozialen Konflikte aufgrund der bitteren Armut schwarzer Pachtbauern gegenüber dem Reichtum der arabisch-europäischen Großgrundbesitzer, deren Ausbruch bisher durch das einigende Band des Islams (ihm hängen 99% der Bevölkerung an) verhindert wurde, sind deutlich spürbar. Ein wirtschaftlicher Aufschwung, der
dringend benötigte Gelder für die Armen ins Land bringen könnte, ist nicht in Sicht. Die
Infrastruktur der Inselgruppe ist kaum ausgebaut, und der Tourismus, der anderen Inseln der Region zu bescheidenem Wohlstand verholfen hat, wird sich unter den gegebenen Bedingungen nicht spürbar ausbreiten. |
Über 70% der Bevölkerung, die sich aus Indo-Melanesiern, Arabern, Afrikanern, Madegassen, Kreolen, Indern, Chinesen und Europäern zusammensetzt, leben von der Landwirtschaft, die ihnen ein knappes Einkommen sichert. Die Großplantagen produzieren für den Export Vanille, Gewürznelken, Kopra und Parfümessenzen (Ylang-Ylang). Der Saft der gelben Blütenblätter wird in Frankreich als Grundstoff für die Parfümherstellung verwendet. Der in letzter Zeit vermehrte Einsatz synthetischer Ersatzstoffe mindert jedoch die wirtschaftliche Bedeutung der Ylang-Ylang-Blüte.
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Landschaft und NaturAlle vier Inseln des Komoren-Archipels sind vulkanischen Ursprungs. Auf der größten Insel, Ngazidja (oder Grande Comore), erhebt sich der Kartala, ein noch immer aktiver Vulkan. Ndzwani (Anjouan) gilt als die schönste der
Inseln. Durch tief zerschluchtete Hänge und Täler streben in zahllose Wasserfälle gebrochene Bäche von den vulkanischen Höhen an die schmalen Küstenstreifen mit ihren Klippen, Korallenriffen und Lagunen. |
Wie sich die Landschaften gleichen, so gleichen sich auch die Städte: Neben den Dörfern der Bauern und den kleinen Städten mit einer historischen Moschee hier und einem alten Sultanspalast dort, atmen vor allem die Hauptstadt Moroni auf Ngazidja mit ihrem mittelalterlich malerischen Hafenviertel und die zweitgrößte Stadt der Komoren, Mutsamudu auf Ndzwani, in ihren engen Gassen vor den eigenwillig dekorativen Ornamenten der Häuserfronten jene verzauberte Atmosphäre eines orientalischen Märchens in afrikanischem Gewände. Suaheli und eine Vielzahl von Dialekten beherrschen neben der arabischen Sprache das lebhafte Treiben der Märkte, das französische Erbe scheint im verwirrenden Völkergemisch der Komoren kaum spürbar. |
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