Willkommen in Mali

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Offizieller Name: Republik Mali
Hauptstadt: Bamako
Fläche: 1.240.192 km²
Landesnatur: Im N Sahara, im NO Gebirgsland Adrar des Iforas, im SW westsudanisches Tafelland, im S Nigerbecken
Klima: Im S feuchttropisches Savannenklima, im N Wüstenklima
Hauptflüsse: Niger, Bani, Bafing, Bagoé
Höchster Punkt: Hombori Tondo 1155 m
Tiefster Punkt: An der Westgrenze 23 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 8 Regionen, Hauptstadtdistrikt
Parlament: Nationalversammlung mit 147 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 22. September (1960 Unabhängigkeit von Frankreich)
Einwohner: 10.960.000 (1999); 14.159.904 (geschätzt Juli 2011)
Bevölkerungsdichte: 9 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 30% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 46% (1999)
Analphabetenquote: 59% (1999)
Sprache: Französisch, Bambara, u.a.
Religion: Moslems 80%, Anhänger von traditionellen Religionen
Importgüter: Erdöl, Maschinen und Ausrüstungen, Bau-Materialien, Lebensmittel, Textilien
Exportgüter: Baumwolle, Gold, Vieh, Viehzuchtprodukte, Erdnüsse, Reis, Trockenfische, Gummiarabikum


Geschichte

Mali gilt heute aufgrund seiner Binnenlage im Innern Westafrikas als besonders benachteiligtes Land. In der langen wechselvollen Geschichte galt jedoch genau das Gegenteil. Das 1884 auf der Berliner Afrika-Konferenz aus der Landkarte herausgeschnittene Mali entlieh seinen Namen von einem jener Großreiche, die zeitweise nebeneinander auf dem Gebiet des modernen Nationalstaates existierten. Das Mali-Reich reichte weit über die Grenzen des heutigen Landes hinaus und schloss zu Zeiten seiner größten Ausdehnung im 14. Jahrhundert das benachbarte, im Untergang befindliche Ghana-Reich mit ein. Während dieser Epoche war Mali ein Reich von sagenhaftem Reichtum und hoher sozialer Organisationsform, das unter seinem Herrscher Kankan Mussa (Mansa Musa) zunehmend unter islamischen Einfluss geriet.
Der Reichtum, der auch in einer prunkvollen Architektur und in der Entfaltung der schönen Künste zum Ausdruck kam, basierte auf dem Handel mit Gold, Salz und Sklaven. Um das 15. Jahrhundert herum dehnte sich in dem über die Jahrhunderte stets von Wanderungen und Invasionen heimgesuchten Gebiet das Songhai-Reich weiter aus und löste die Dynastie der Mali ab.

Als das Interesse der europäischen Kolonialmächte an dem "Goldland" wuchs, war diese Region früher Hochkulturen zwischenzeitlich von Marokko, den Bambara und den Tuareg in Besitz genommen worden. Seit 1870 begann die Eroberung durch die Franzosen, und Mali wurde 1904 als Französisch-Sudan Mitglied Französisch-Westafrikas. Die auf ihre Unabhängigkeit bedachten Tuareg in der Sahara konnten aber erst zwölf Jahre später "befriedet" werden.
Die zeitweise von Nordafrika kommenden Invasionen hatten die Reiche zerstört. Die wirtschaftliche Verbindung großer Städte wie Timbuktu, Mopti, Djenné per Kamelkarawane mit Nordafrika garantierte jedoch deren Überleben und das der gesamten Binnenregion Mali.

Die Inbesitznahme durch Frankreich hingegen und die erneute Orientierung des Handels hin zu den Häfen Dakar (Eisenbahnlinie) und Abidjan am Atlantischen Ozean leiteten den wirtschaftlichen Niedergang nicht nur der Handelszentren im Nigerbogen, sondern der gesamten Region ein. Zwangsrekrutierungen für die zwei Weltkriege, Zwangsarbeit und allgemeine Vernachlässigung von Französisch-Sudan hinterließen für das 1960 in die Unabhängigkeit entlassene Mali ein schweres Erbe.
Das erklärt, warum die kleine nationalistische Führung radikal-sozialistischen Ideen anhing. Gegen die nicht überlebensfähige, kleinstaatliche Unabhängigkeit der kolonialen Territorien innerhalb der künstlichen Grenzen suchte der erste Präsident des Landes, Modibo Keita (1915-1977), zunächst zusammen mit dem Staatspräsidenten Senegals, Léopold Sédar Senghor (* 1906), das Heil in der "Mali-Föderation", einem Zusammenschluss mit dem besser entwickelten Küstenstaat Senegal.

Nach nur neun Monaten zerbrach dieser im ehemals Französisch-Westafrika einmalige Versuch jedoch an den Eigeninteressen Senegals und den ideologischen Gegensätzen zwischen den politischen Eliten. Unter Keitas Führung wandte sich Mali dem Ostblock zu und entwickelte den "malischen Sozialismus". Mit Hilfe von staatlichem Dirigismus, dem forcierten Aufbau von Basis-Industrien, Reglementierung der Bauern und Verstaatlichung des Handels versuchte eine kleine Gruppe, die wirtschaftliche Entwicklung zu erzwingen. Doch trotz wirtschaftlicher Hilfen aus dem Ausland geriet das Land in finanzielle Schwierigkeiten. Nicht zuletzt deshalb kam es 1968 zu einem Putsch der in Frankreich ausgebildeten Offiziere. Seither wurde Mali von General Moussa Traoré (* 1936) regiert. Sechs Jahre nach seiner Machtübernahme "zivilisierte" er sein Regime durch die Schaffung einer neuen Einheitspartei.

Malis Regierungsform wurde in der Verfassung von 1974 als präsidiale demokratisch-sozialistische Republik festgeschrieben. Traoré führte das Land mit diktatorischen Vollmachten und unter Missachtung der Menschenrechte. Nach schweren Unruhen wurde er 1991 gestürzt. Das Land erhielt eine neue Verfassung und 1992 konnten erstmals Wahlen im Rahmen eines Mehrparteiensystems abgehalten werden. Erster demokratisch gewählter Staatspräsident wurde Alpha Oumar Konaré (* 1946).

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Menschen, Wirtschaft, Konflikte, Kultur

In Mali schreitet der Prozess der zunehmenden Verwüstung stetig nach Süden voran. Durch menschliche Eingriffe wird das empfindliche Ökosystem der Sahelzone derartig geschädigt, dass die Wüste ständig neue Gebiete "erobert" und den Lebensraum der Menschen gefährdet.
Die Mehrheit der Bevölkerung lebt in der südlichen Feuchtsavanne, wo es normalerweise noch längere Regenzeiten gibt. Hier haben Landwirtschaft, Viehzucht und Fischfang sowie ein hochentwickeltes Handwerk den Menschen schon in längst vergangenen Zeiten jenes Einkommen eingebracht, das erst den Aufbau von wirtschaftlich und kulturell blühenden Reichen erlaubte.

Die Bambara, das mit über 3,4 Millionen Menschen zahlenmäßig stärkste Volk, sind Ackerbauern, die in den fruchtbaren Regionen des Landes zwischen den ganzjährig wasserführenden Flüssen Senegal und Niger leben. So wie die Bauern in den beiden großen Dürrekatastrophen Anfang der 1970er und Mitte der 1980er Jahre große Teile ihrer Ernte einbüßten, so verloren die wandernd oder sesshaft viehzüchtenden Landsleute vom Volk der Fulbe oder Fulani große Teile ihrer Viehherden. Auch die kleineren Völker der Senufo, Sarakolle, Songhai und Malinke sind wiederholt von der Dürre heimgesucht worden. Die Tuareg, die mit ihren Kamelen die Wüsten durchziehen, betrieben früher den Transsahara-Karawanen-Handel in Richtung Nordafrika. Heute hingegen bleibt ihnen nur der Transport der Salzplatten aus den Salinen von Taoudenni im Norden des Landes zur westafrikanischen Küste.

Auch die stets auf ihre Unabhängigkeit bedachten "Söhne der Wüste" wurden mit ihren Kamelherden Opfer der Dürren. Soweit sie nicht nach Algerien flohen, fristen die meisten Überlebenden heute ein Dasein in bitterer Armut in den Slums der malischen Städte oder als Bettler an den Straßenrändern in den Großstädten der westafrikanischen Küstenstaaten.
An den Steilhängen von Bandiagara lebt das faszinierende Volk der Dogon, das seine einzigartige traditionelle Kultur bewahren konnte. Die Zeiten der Dürre hat es dank der neuen handbewässerten Terrassenlandwirtschaft auf winzigen Flächen relativ gut überstanden.

Wirtschaft
Seit der Unabhängigkeit ist das Defizit an Nahrungsmitteln ständig gewachsen. Um die Selbstversorgung wieder zu gewährleisten, setzten alle Regierungen auf die gemeinschaftlich mit den Nachbarn Mauretanien und Senegal geplante, mit europäisch-arabischen Darlehen finanzierte Erschließung des Senegal-Flusses. Ende 1988 wurde der Manantali-Damm auf malischem Staatsgebiet fertiggestellt, doch für den Bau von Bewässerungskanälen wie auch für den Einbau von Turbinen zur Stromerzeugung fehlten bislang die finanziellen Mittel. Ebenso fehlte Geld für die Entwicklung von Transporteinrichtungen, die zur Erschließung der Erz- und Uranvorkommen an der Grenze zu Senegal bzw. in der Wüste notwendig wären.

Damit gab es nur wenig Hoffnung, mit wirksamen Mitteln der zunehmenden Landflucht entgegentreten zu können. Durch die schwierige wirtschaftliche Lage und die Folgen der zwei großen Dürren in den 1970er und 1980er Jahren wurde die Bevölkerungsexplosion in der Hauptstadt und den großen Städten vorangetrieben. Rasches ungebremstes Bevölkerungswachstum im überwiegend islamischen Mali und Verstädterung haben ungeachtet einer starken Auswanderung das Nahrungsdefizit anwachsen und die Nachfahren der stolzen Bewohner früherer Reiche auf malischem Boden zu Bettlern verkommen lassen.
Allerdings besteht Grund zur Hoffnung, dass sich die wirtschaftliche Situation dieses faszinierenden Landes in absehbarer Zeit deutlich verbessert. Dafür spricht neben dem beachtlichen Reichtum an wertvollen Rohstoffen (so z.B. Gold, aber auch Uran und Erdöllagerstätten, die 2005 in Nord-Mali entdeckt wurden) auch die Tatsache, dass zahlreiche potente Geber-Staaten begonnen haben, verstärkt in Mali zu investieren, um eben auch den Abbau dieser Rohstoffe voranzutreiben.
Von besonderer Bedeutung ist die Ausweitung der Bewässerungslandwirtschaft. Hier sind insbesondere die Entwicklungen im Bewässerungsgebiet des Office du Niger in der Region von Ségou - das größte Bewässerungsgebiet Westafrikas - zu nennen. Ziel ist, in absehbarer Zeit die Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln nachhaltig gewährleisten zu können.

Siehe hierzu: liportal.inwent.org

Der Tuareg-Konflikt

»[...] Die Tuareg mussten immer wieder um das Recht kämpfen, als freies Volk anerkannt zu werden und nach ihrer alten Tradition leben zu dürfen. Im 19. Jahrhundert leisteten sie in der Saharazone von Westafrika der französischen Kolonialmacht lange Zeit heftigen Widerstand. Erst 1917 wurde ein Friedensvertrag mit Frankreich geschlossen. Mit dem Ende der französischen Kolonialmacht in Westafrika wurde das Siedlungsgebiet der Tuareg zwischen den Staaten Mali, Niger und Algerien aufgeteilt, wobei kleinere Gruppen der Tuareg auch in Libyen und Burkina Faso leben.[...]«1

»[...] Früher herrschten die Tuareg-Nomaden im Sahelgebiet und dominierten die "schwarzen Völker" im heutigen Mali und Niger. Insbesondere der Sklavenhandel, welchen die Tuareg betrieben, sorgt dafür, dass die Geschichte zwischen den Tuareg und den anderen Völkern Malis nicht unbelastet ist. In den aktuellen Konflikten kommt hinzu, dass die Regionen der Tuareg zu den ärmsten Gebieten Malis gehören. Die Lebensweise als Nomaden hat dazu geführt, dass die Tuareg den Anforderungen einer modernen Gesellschaft nicht gewachsen sind. Die Ausbildung ist schlecht, und die Analphabetenrate ist extrem hoch. Dies führt dazu, dass die Vertretung der Tuareg in Verwaltung, Wirtschaft und Armee sehr gering ist.
In den Friedensabkommen der Vergangenheit, wie beispielsweise im Abkommen von Algier aus dem Jahr 2006, wurde den Tuareg eine Reihe von Privilegien zugestanden. [...]
Die letzte große Tuareg-Krise destabilisierte das Land von 1995 bis 1998 und die aktuelle Krise dauert bereits seit 2006 an.«2

»[...] Die Anfang 2007 gegründete MNJ ist Hauptträger der Tuareg-Rebellion. Ihre Hauptforderungen betreffen – ähnlich wie in den 1990er Jahren – eine größere Beteiligung an den Urangewinnen, ein umfassendes Entwicklungsprogramm und die politische Dezentralisierung zugunsten der Tuareg-Region.
Der Konflikt hat mehrere Ursachen, die vor allem in der historisch gewachsenen politischen und ökonomischen Unzufriedenheit der Tuareg zu finden sind. [...]«3

»[...] Nach dem Scheitern des Abkommens von Tripolis (April 2008, Anm. muz-online.de) und einem Kurswechsel von Präsident Amadou Toumani Touré hin zu einem harten militärischen Vorgehen wurde am 21.7.2008 unter algerischer Vermittlung ein erneuter Waffenstillstand zwischen der Regierung und den Tuareg-Rebellen vereinbart. Die algerische Regierung hielt die anschließenden Friedensgespräche am 27.8. in Algier ab. In der Folge ließen die Rebellen am 11.9. 44 Soldaten im Austausch gegen sämtliche Gefangenen der Armee frei, unter denen auch der Anführer der militanten Tuareg, Ibrahim Ag Bahanga, war. Die Hoffnungen auf eine Entspannung wurden jedoch enttäuscht: Am 20.12. kamen bei einem Überfall von Rebellen auf einen Militärstützpunkt in Nampala neun Soldaten und elf Angreifer ums Leben, mehrere Personen wurden verschleppt. Nach weiteren Anschlägen am 2.1.2009 auf die Häuser zweier Politiker in Gao startete die Regierung eine Militäroffensive: Am 21.1. gab das Verteidigungsministerium die Zerstörung des Hauptquartiers der Miliz von Bahanga bekannt und erklärte am 11.2., die Armee habe sämtliche Rebellenstützpunkte unter ihre Kontrolle gebracht, Bahanga sei nach Libyen geflohen und 22 Kämpfer seien gefangen genommen worden. Ein Sprecher der Rebellen dementierte diese Angaben umgehend. Unterdessen formierten sich unter den Tuareg die Kräfte, die eine Rückkehr zum Friedensprozess befürworteten. Am 17.2. gaben rd. 700 ehemalige Kämpfer bei einer offiziellen Zeremonie ihre Waffen ab.[...]«4

Im Jahr 2010 ist der Tuareg-Konflikt »[...] noch immer nicht vollständig beigelegt. Das Friedensabkommen von 2006 wird jedoch zunehmend Realität. Die beginnende Einrichtung der im Abkommen vorgesehenen Spezialeinheiten der Tuareg in der malischen Armee sowie die Rückkehr eines zentralen Anführers der Tuareg während der Rebellion sind als positive Signale zu werten. [...]«5

1 de.wikipedia.org, Tuareg
2 www.kas.de, Krise in Mali weitet sich aus (2008)
3 Neue Tuareg-Rebellion: Der Niger in der "Konfliktfalle" ? (pdf) Autoren: Matthias Basedau und Benjamin Werner (erschienen im Focus-Heft Nr. 2/2007, German Institute of Global and Area Studies - GIGA , ISSN 1862-3603)
4 Der Fischer Weltalmanach 2010, S. 347
5 www.fes.de (2010)

Siehe auch:
Autonomiestreben der Tuareg in Mali (1990-1994)
www.ag-friedensforschung.de, Tuareg-Revolte im Urangebiet, Anton Holberg, 21.08.2007
www.tagesspiegel.de, Drogen, Waffen, Menschenschmuggel, 17.01.2009

Imposante Lehmarchitektur, vor allem die der Moscheen, kündet noch vom einstigen Glanz dieser Reiche. Die von den ehemaligen Höfen überkommene Wortkunst, der Gesang, die Musik und die Instrumente leben heute noch in der Alltagskultur selbst der einfachen Malier fort, ebenso die Handwerkskunst der Weber, Goldschmiede und Lederarbeiter. Alle malischen Regierungen haben versucht, sowohl das Erbe der materiellen als auch der schöngeistigen Kultur für einen teuren Exklusiv-Tourismus zu nutzen. Aber mehr noch als weite Distanzen, extreme klimatische Verhältnisse und unterentwickelte Infrastrukturen hat staatlicher Dirigismus diese Entwicklungsmöglichkeit in Westafrikas "afrikanischstem" Land verhindert.

Kultur
Die Kulturen Westafrikas sind durch einen großen Reichtum an Mythen und Stammestraditionen gekennzeichnet. Man denkt in diesem Zusammenhang sofort an afrikanische Musik und rituelle Tänze, an die mit abstrakten Mustern bedruckten Gewebe, an die phantasievolle Körperbemalung und an die naturalistischen und stilisierten Sklupturen, zu denen die kunstvollen Holzmasken gehören.
Heute bekennen sich viele Westafrikaner zum moslemischen Glauben. Die Ausbreitung des Islam hatte nicht nur großen Einfluss auf die Religion, sondern auch auf Kunst und Kultur. So könnte in der bildenden Kunst die Tendenz zu abstrakten geometrischen Mustern durch die Missbilligung der gegenständlichen Kunst durch den Islam erklärt werden. Europäische Einflüsse spielten hingegen eine geringere Rolle, da die Kolonialherren häufig bestrebt waren, die einheimischen Traditionen auszumerzen, die sie als primitiv und unzivilisiert betrachteten.
Ritueller Tanz und Musik bilden den Mittelpunkt der afrikanischen Kultur. Der traditionelle Tanz wird bis heute praktiziert. Eines der berühmtesten Tanzfeste ist das prächtige und mitreißende Dama (Fest des Lebens und des Todes) des Dogon-Stammes.
Bei diesem mehrstündigen Tanz tragen die Tänzer kunstvolle Masken, die die Gestalt und die Werke des Schöpfers symbolisieren. Diese Zeremonie soll die Vereinigung der Seelen der Toten mit denen ihrer Ahnen bewirken und die Verbindung zwischen Gott und den Menschen bekräftigen.

Kultur-Festivals

Berühmte Festivals sind das Niger-Festival "Le Festival sur le Niger" bei Ségou und das Wüstenfestival "Festival au Desert" in Essakane.
Hier ein Video vom Festival am Niger:

Ebenso wie die Rituale dient die Musik sowohl der Unterhaltung als auch der Belehrung. Die Stammesgeschichten werden in Liedform überliefert. Die Dweli (Sänger) vom Stamme der Malinke werden bei der Darstellung dieser Erzählungen von der Kora, einem großen Instrument mit 20 und mehr Saiten, begleitet.
Auch weniger traditionelle Musik gehört zur heutigen afrikanischen Kultur. Seit den 1940er Jahren erfreut sich die moderne Tanzmusik, "highlife" genannt, die lokale und afro-amerikanische Elemente miteinander verbindet, in Westafrika großer Beliebtheit. Auch westliche Kirchen- und Popmusik haben die afrikanischen Musikstile beeinflusst. Von den Musiker werden neben den traditionellen Instrumenten wie die Kora der Mande und der Kakaki der Hausa (einer mit einem langen Rohr versehenen Trompete) auch solche fremden Ursprungs wie Gitarren und Posaune verwendet.
Die Trommel ist das Instrument, das man am stärksten mit afrikanischer Musik verbindet. Es gibt unterschiedliche Formen afrikanischer Trommeln. Neben den reinen Musikinstrumenten sind die berühmten "sprechenden Trommeln" Westafrikas zu erwähnen, deren Formen an Sanduhren erinnern. Mit ihrem erstaunlichen Klangreichtum bieten sie die Möglichkeit, die Laute der lokalen Sprache zu imitieren.
Ebenso wie die afrikanische Musik ist auch das traditionelle Kunsthandwerk, beispielsweise die Bildhauerei, eng mit dem religiösen Ritual verflochten. Bei den Mande pflegen die Nyambala (Zunftgruppen) die "Mysterien" ihres Handwerks. So bilden Schmiede innerhalb der Stammesgemeinschaft eine besondere, hochangesehene Gruppe, die häufig das alleinige Recht zur Anfertigung von Holzschnitzereien und zu Metallarbeiten besitzt. Die Holzskluptur ist die möglicherweise in der westlichen Welt bekannteste afrikanische Kunstform. Holzschnitzereien werden zumeist mit dem Querbeil angefertigt, das mit erstaunlicher Schnelligkeit und Genauigkeit gehandhabt wird.
Stämme wie die der Bambara und Dogon, die sich bis heute islamischen und europäischen Einflüssen erfolgreich entzogen haben, sind für ihre geschnitzten Ahnensklupturen und rituellen Masken berühmt. Wenngleich Masken heute überwiegend zum Zwecke des Verkaufs an Touristen angefertigt werden, waren sie ursprünglich ein zentraler Bestandteil der Tanzrituale. Die berühmten, bei Erntefesten getragenen Antilopenmasken der Bambara verdanken ihre Entstehung einem alten Mythos. Dieser besagt, dass eine Antilope den Menschen die Kunst des Ackerbaus gelehrt hat. Andere Masken stellen Götter und Geister dar, beispielsweise den Wassergott Kore, der das Land fruchtbar macht, oder Faro, den Gott der Gerechtigkeit und der Arbeit.
In Westafrika ist die hochentwickelte Kunst des Färbens eine Domäne der Frauen. Importierten Stoffen wird eine dauerhafte Färbung verliehen: Unter Verwendung von Stempeln oder Metallschablonen wird mit Pflanzenstärke ein Muster auf das Gewebe aufgetragen.
Die Bambara verwenden bei der Herstellung ihrer berühmten Bokolanfini ("Schlammgewänder") Ätztechniken. Sie bedrucken besonders behandelten Schlamm auf gelb gefärbten Baumwollstoffen mit abstrakten Dessins.
Obwohl es gelungen ist, althergebrachte Traditionen zu bewahren, stellt der Kontakt mit der Moderne eine Bedrohung für die afrikanische Identität dar. Seit den 1950er Jahren versucht insbesondere die Négritude-Bewegung, nichtafrikanische Einflüsse aus der Kunst und aus der Literatur fernzuhalten. Dieser Denkweise wird entgegengehalten, dass diese Einflüsse für die heutige afrikanische Kunst nicht nur einen Verlust, sondern auch eine Bereicherung bedeuten.

Ali Farka Touré

 Ali Farka Touré, musikalischer Botschafter Malis und einer der bekanntesten afrikanischen Musiker, ist tot.

Weltberühmt wurde der 1939 geborene Touré mit seinem Album "Talking Timbuktu" (Hörprobe "Soukora" aus "Talking Timbuktu"), das er gemeinsam mit Ry Cooder Anfang der 1990er Jahre eingespielt hat und damit zum König der afrikanischen Bluesmusik wurde.

Sein allerletztes Werk ist "In The Heart Of The Moon", das er gemeinsam mit dem Kora-Spieler Toumani Diabaté im "Hotel Mandé" in Bamako, am Ufer des Niger aufgenommen hat.
Touré ist auch in dem 2003 entstandenen Dokumentarfilm "Feel Like Going Home" von Martin Scorese zu erleben. Der Film zeigte die Reise eines Bluesgitarristen vom Mississippi-Delta zu seinen Wurzeln nach Mali.
Am 7. März 2006 verstarb der Musiker in seinem Haus im Niger-Dorf Niafunke an Knochenkrebs.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.908 f.



www-Links



Welcome on Segou Festival Website (Festival sur le Niger)
The Official Website of Festival Au Desert | Essakane
Festival in the Desert - Le Festival au Désert
Africa-Positive
News: Mali Today
Beziehungen zwischen Mali und Deutschland
CIA - The World Factbook -- Mali
Lonely Planet World Guide | Destination Mali |
Governments on the WWW: Mali
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Political Resources on the Net - Mali
Konsularische Vertretung der Republik Mali in Düsseldorf
Fotos von Mali
The Jews of Africa -- The Jews of Timbuktu, Mali

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