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Offizieller Name: Republik Mosambik
Hauptstadt: Maputo
Fläche: 801.590 km²
Landesnatur: Küstenzone, anschließend bis weit ins Landesinnere Tieflandzone, im N niedrige Plateaufläche, im NW mittlere Plateaus, im W Bergland
Klima: Wechselfeuchtes, vom Monsun bestimmtes Tropenklima, im S subtropisch
Hauptflüsse: Sambesi, Limpopo, Lugenda |
Höchster Punkt: Monte Binga 2436 m
Regierungsform: Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 10 Provinzen und Hauptstadtdistrikt
Parlament: Volksversammlung (Einkammerparlament) mit 250 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 25. Juni
Einwohner: 19.286.000 (1999); 20.905.585 (geschätzt für 2007)
Bevölkerungsdichte: 24 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 40% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 45% (1999)
Analphabetenquote: 56% (1999)
Sprache: Portugiesisch, Bantusprachen
Religion: Christen 42% (24% Katholiken, 18% Anhänger der Zion Church), Moslems 18%, Anhänger von traditionellen Religionen |  |
Geschichte
Mosambik in seinen heutigen Grenzen ist ein Produkt der Kolonialzeit. Seine Geschichte reicht jedoch weit in die Vergangenheit zurück. Die Besiedlung des Landes durch die in das südliche Afrika vorstoßenden Bantuvölker fand in den ersten Jahrhunderten unserer Zeitrechnung statt. Auf der Hochebene nach Simbabwe zu (Simbabwe-Reich, Monomotapa-Reich) und im südlichen Flachland bildeten sich einige staatlich organisierte Königreiche.
Die Geschichte des nördlichen Küstenstriches wurde seit dem 7. Jahrhundert von den Arabern bestimmt, nachdem schon Jahrhunderte vorher Beziehungen zwischen Indien, Persien, der indonesischen Inselwelt sowie der ostafrikanischen Küste und ihrem Hinterland bis ins Hochland hinein bestanden hatten. Die Araber dehnten ihre Einflusszone an der ostafrikanischen Küste nach Süden bis Beira aus. Von den Hafenplätzen führten zahlreiche Handelswege ins Innere Afrikas.
Als die Portugiesen 1497/98 unter Vasco da Gama (1469-1524) an die ostafrikanische Küste kamen, übernahmen sie die Insel Mosambik als ihren Hauptsitz, blockierten von der See her lange Küstenstriche, eroberten den wichtigsten südlichen Hafen des arabischen Einflussbereiches, Beira, besetzten andere arabische Plätze und errichteten Stützpunkte, Forts und Faktoreien. Zur Sicherung der Handelswege zum Goldreich des Monomotapa, im weiten Gebiet zwischen Sambesi und Save, legten die Portugiesen Stützpunkte an.
Erste Maßnahme zur Kolonisierung im Sambesital war die Vergabe von Landstrichen als Erblehen seitens des portugiesischen Königs. Damit begann sich am unteren Sambesi der später vorherrschende Charakter Mosambiks als landwirtschaftliche Rohstoffkolonie abzuzeichnen. Die auf der Berliner Konferenz 1884/85 erfolgte Aufteilung des südlichen Afrika unter den Kolonialmächten sprach Mosambik in seinen heutigen Grenzen Portugal zu.
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Unabhängigkeit und Bürgerkrieg
Schon in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entstanden schwarzafrikanische Organisationen, die sich vor allem auf Intellektuelle und Studenten stützten. Als 1960 Hafen- und Landarbeiter streikten und demonstrierten, reagierte das Kolonialregime mit brutalem Terror. Das Massaker von Mueda beschleunigte die Entstehung einer nationalen Unabhängigkeitsbewegung, der "Frente Libertação de Moçambique" (FRELIMO), die seit 1964 den bewaffneten Kampf aufnahm. Gestützt auf eine militärpolitische Strategie der "befreiten Gebiete", in denen Schulen und Gesundheitszentren errichtet wurden, die ihr die anhaltende Unterstützung der Bevölkerung sicherte, und durch die sogenannte Nelkenrevolution in Portugal beschleunigt, unterzeichneten die Kolonialmacht und die FRELIMO das Lusaka-Abkommen. Dieses legte die Modalitäten der Machtübergabe fest. Am 25.6.1975 wurde Mosambik unabhängig. |
Seit der Unabhängigkeit hat Mosambik einen einschneidenden wirtschaftlichen Niedergang erleben müssen. Hauptursache für die katastrophale Wirtschaftsentwicklung war der seit 1976 aufgeflammte Bürgerkrieg zwischen der FRELIMO und der "Resistencia Nacional Moçambicana" (RENAMO). Der RENAMO, nach Auffassung des US-Außenministeriums eine Terrororganisation, gelang es mit Unterstützung der Republik Südafrika, die Infrastruktur des Landes fast vollständig zu zerstören. Dem Bürgerkrieg fielen Hunderttausende zum Opfer, und die Zahl der Flüchtlinge ging in die Millionen.
Die industrielle Produktion brach aufgrund von Devisen-, Material- und Energiemangel weitgehend zusammen. Die 1981 erfolgte Ablehnung des formalen Aufnahmeantrags in den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) bestätigte die Krisensituation und führte zu neuen Konzeptionen und einer Öffnung zum Westen. Nach dem Beitritt zu Weltbank, IWF und Lomé-Abkommen begann 1987 auf der Grundlage wichtiger Liberalisierungs- und Entstaatlichungsmaßnahmen ein vom Ausland finanziell unterstütztes wirtschaftliches Wiederaufbauprogramm. Erst 1992 konnte der Bürgerkrieg endgültig beendet werden. 1994 und 1999 fanden freie Wahlen statt, bei denen der seit 1986 amtierende Präsident Chissano (* 1939) im Amt bestätigt wurde.
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Das Land und die Wirtschaft
Mosambik liegt im Übergangsbereich vom östlichen zum südlichen Afrika. Das Land lässt sich geographisch, soziokulturell und wirtschaftlich in vier unterschiedliche Regionen einteilen. Nord-Mosambik nimmt den größten Raum des Landes ein. Die nördlichen Provinzen Njassa und Cabo Delgado sind kaum erschlossen, während die Provinzen Nampula und Sambésia die bevölkerungsreichsten des ganzen Staates sind. Südlich der Njassa-Bahn liegt das niederschlagsreiche, hochgelegene Gurué-Bergland, die wichtigste Teeregion des Landes, der sich südlich intensive Agrarzonen in der Provinz Sambésia anschließen. Insgesamt ergeben buchtenreiche Mangrovenküsten, leicht ansteigende Ebenen, hohe Gebirgsländer am Malawisee und die Grabenbruchzone eine Reihe von Einzellandschaften.
Das sich südlich anschließende untere Sambesibecken stellt eine großflächige Deltaregion mit feucht-warmem Klima dar. Das Tiefland gehört zu den landwirtschaftlich produktivsten Zonen des Landes, vor allem mit Zuckerrohrplantagen auf großen Schwemmlandflächen, Sisalanbau und Kopragewinnung.
In Mittel-Mosambik beträgt die Ausdehnung von der Küste bis zum afrikanischen Gebirgsrand nur 200-400 km. Das Klima wird nach Süden zum Savefluss hin zunehmend trockener, Trockensavanne und Trockenwald sind die vorherrschenden Vegetationsformen. Bevölkerungsdichte und Produktionsaufkommen konzentrieren sich um den Hafen Beira und im Chimoio-Gebirgsland. Die trockenen Zonen im Nordwesten und Süden dieses Landesteils sind unentwickelte Räume. Dazu gehört der nationale Wildpark im Uremagraben am Rande der Gorongosa-Berge.
In Süd-Mosambik reicht das Küstentiefland bis an die Landesgrenze. Es ist der trockenste Teil des Landes. Nur der feuchtere Küstenstrich mit dem Hafen Inhambane und die große Tallandschaft, besonders des Limpopo, bilden das Rückgrat der wirtschaftlichen Tätigkeit. Der Süden ist wirtschaftlich auf die Hauptstadt Maputo ausgerichtet.
Die Einwohner Mosambiks gehören fast ausschließlich zu den Bantuvölkern. Das Bevölkerungsbild entspricht dem Charakter eines Transitlandes mit vielen Mischstämmen und Stammesgruppen, deren Mehrheit in den Nachbarstaaten lebt. Die wichtigsten ethnischen Gruppen sind die Makua, die fast die Hälfte der Bevölkerung ausmachen, die Tsonga, die Malawi, die Shona und die Yao. |
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Agrarwirtschaft
Der Agrarsektor Mosambiks ruht im wesentlichen auf zwei Säulen, den kleinbäuerlichen Familienbetrieben und den großen Privatfarmen. Die nach der Unabhängigkeit gegründeten Produktionsgenossenschaften und die Staatsfarmen erwiesen sich - trotz modernster landwirtschaftlicher Methoden - wirtschaftlich als ineffizient, und die Regierung ist daher dazu übergegangen, die Kleinbauern zu fördern. Diese müssen den Bedarf an Grundnahrungsmitteln wie Maniok, Mais und Hirse abdecken, erwirtschaften aber in letzter Zeit auch den Großteil der Marktprodukte wie Baumwolle und Kopra. Die Bedeutung dieses Sektors wird in den nächsten Jahren stark zunehmen müssen, da die Privatfarmen, die noch vor zwei Jahrzehnten den gesamten Tee- und Sisalanbau kontrollierten, nach der Abwanderung vieler portugiesischer Farmer nur noch wenige Produkte auf den Markt bringen.
Die ehemals breit gefächerte Exportstruktur - Tee, Sisal, Kopra, Zucker und vor allem Cashew-Nüsse - ist infolge von Bürgerkrieg, Dürre und zuletzt verheerenden Überschwemmungen nach sintflutartigen Regenfällen fast vollkommen zerstört. Die Viehwirtschaft wird traditionell betrieben, ist allerdings, bedingt durch das Auftreten der Tsetsefliege, wenig leistungsfähig. Die Fischereiwirtschaft, die seit der Unabhängigkeit stark ausgebaut worden ist, kann erheblich zur Deckung des Proteinbedarfs der Bevölkerung beitragen. Dennoch ist die Versorgungslage prekär, und das Land ist dringend auf internationale Nahrungsmittellieferungen angewiesen.
Rohstoffe und Industrie
Mosambik hat bedeutende Rohstoffvorkommen und Energiequellen, die jedoch wegen des Bürgerkriegs nur zu einem geringen Teil erschlossen sind. Der Bergbau beschränkt sich auf den Abbau von Kohle bei Moatize und einiger seltener Mineralien.
Tantalit, Kupfer, Bentonit, Titan und hochwertige Eisenerze wurden in wirtschaftlich abbauwürdigen Größenordnungen gefunden, doch fehlt es ebenso wie bei Erdgas an Investoren.
Der Industriesektor spielt weiterhin eine untergeordnete Rolle, wobei die Verarbeitung heimischer Agrarprodukte und Rohstoffe im Vordergrund steht. Die bei weitem wichtigste Deviseneinnahmequelle ist immer der Transportsektor gewesen, vor allem im Transitbereich. Das Land ist zur Finanzierung seines Handelsbilanzdefizits auf Deviseneinnahmen aus der Benutzung seines Dienstleistungssektors durch die Nachbarstaaten angewiesen. Der Warenumschlag in den drei Häfen Maputo, Beira und Nacala, die mit Eisenbahnen ans Hinterland angebunden sind, ist wegen der Sicherheitslage der Eisenbahnfracht stark zurückgegangen. Die Rückgewinnung des Transitverkehrs ist, ebenso wie die Wiederaufnahme des Stromexports, entscheidend für den Ausweg aus der wirtschaftlichen Krise. Die Stromproduktion in Cabora Bassa, Afrikas größtem Wasserkraftwerk am Sambesi, war infolge der systematischen Sprengungen der Strommasten seitens der "Resistencia Moçambicana" (RENAMO) fast vollständig zum Erliegen gekommen.
Trotz der verheerenden Flutkatastrophen im Jahr 2000 war ein erfreulicher Trend zu beobachten. Rückläufige Inflation und steigendes BIP-Wachstum um 7% führten zu guten Noten seitens der Weltbank. So wurde behauptet, dass Mosambik der am schnellsten wachsende Markt in Afrika sei.
Trotz der enormen Armut im Land, stieg das BIP im Jahr 2007 um 7,3%. Die Inflationsrate lag bei 8,2%.

Entwicklungen
»[...]
Die Regierung hat die Armutsbekämpfung zu ihrem wichtigsten Ziel erklärt. Gemäß dem 2. Aktionsplan zur Minderung der absoluten Armut (Plano de Acção para a Redução da Pobreza absoluta, PARPA II) soll die absolute Armut von 2006 bis Ende 2009 von 54 auf 45% gesenkt werden. Die Staatengemeinschaft unterstützt die entwicklungspolitische Strategie Mosambiks: Für 2009 wurden rund 450 Mio. US-$ Hilfsgelder zugesagt. Der mosambikanische Haushalt 2009 wird zu mehr als der Hälfte vom Ausland finanziert. Zuletzt geriet Mosambik wegen mangelnder Rechtsstaatlichkeit, weit verbreiteter Korruption und Defiziten im Menschenrechtsbereich immer stärker in die Kritik.
2008 und 2009 kam es im Rahmen der Korruptionsbekämpfung zu mehreren öffentlichkeitswirksamen Verhaftungen. U.a. wurde am 22.9.2008 der ehemalige Innenminister Almerino Manhenje wegen Unterschlagung öffentlicher Gelder festgenommen.
2008 wurden in Mosambik 50 Fälle von Lynchjustiz bekannt, bis Ende März 2009 waren bereits elf Menschen durch Selbstjustiz zu Tode gekommen. Die Vorwürfe gegen die Opfer reichten von Vergewaltigung bis Hexerei. Menschenrechtsorganisationen kritisieren zudem die teilweise exzessive Gewaltanwendung der Polizei sowie die Zustände in den Gefängnissen. In der Provinz Nampula waren am 17.3.2009 insgesamt 13 Häftlinge erstickt, nachdem 48 Häftlinge in einer viel zu kleinen Zelle eingepfercht worden waren.
[...]«
Zitiert aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 366.
September 2010: Unruhen in Mosambik wegen steigender Brotpreise
»[...] Bei Protesten gegen steigende Brotpreise sind in Mosambik am Mittwoch mindestens sieben Menschen getötet worden, darunter zwei Kinder. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein. [...] Tausende Menschen hatten am Mittwoch (01.09.2010) gegen steigende Preise protestiert, vor allem Lebensmittel, Energie und Fahrten in Minibussen sind deutlich teurer geworden. Jetzt plant die Regierung, die Preise für Brot um ein Drittel zu erhöhen. [...] Das südafrikanische Land gehört zu den ärmsten Staaten der Welt. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, das jährliche Pro-Kopf-Einkommen liegt bei 800 US-Dollar. [...] Die Regierung hatte zudem in der Vergangenheit Subventionen für Brot, Wasser und Energie drastisch zurückgefahren, was die Inflation – zusammen mit der Abwertung der nationalen Währung Metical - noch beschleunigte. 2008 war es zu ähnlichen Ausschreitungen gekommen, bei denen mindestens sechs Menschen getötet worden waren. [...]«
Aus: www.dw-world.de, Tote bei Unruhen in Mosambik, 2. September 2010
Siehe auch: alles-schallundrauch.blogspot.com, 1. September 2010: »[...] Die Regierung begründet die Brotpreiserhöhung mit den gestiegenen Weizenpreisen auf dem internationalen Märkten. Russland und die Ukraine haben wegen Ernteausfälle den Export von Weizen eingeschränkt und die Spekulanten trieben dann den Preis hoch. Dazu kommt noch der Anstieg des Ölpreises, was den Transport teuerer macht. Diese Faktoren führen zu erhöhten Kosten bei der Brotproduktion, sagen die Offiziellen. [...]«
Literatur Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.978 f.
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