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Offizieller Name: Republik Sambia
Hauptstadt: Lusaka
Fläche: 752.618 km²
Landesnatur: Hauptsächlich Hochflächen der Lundaschwelle, von Inselbergen überragt, am Sambesi Sumpf -und Überschwemmungsgebiete
Klima: Tropisches Hochlandklima
Hauptflüsse: Sambesi, Luangwa
Höchster Punkt: Muchinberge 1848 m
Tiefster Punkt: Kaum unter 1000 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 9 Provinzen
Parlament: Nationalversammlung mit 150 für 5 Jahre gewählten Mitgliedern, House of Chiefs mit 27 Vertretern ethnischer Gruppen
Nationalfeiertag: 24. Oktober
Einwohner: 9.715.000 (1999); 11.261.795 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 12 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 45% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 48% (1999)
Analphabetenquote: 22% (1999)
Sprache: Englisch (Amtssprache), Bemba, Tonga, Nyanja (Bantusprachen)
Religion: Christen über 50%, Muslime, Hindus, Anhänger von traditionellen Religionen
Importgüter: Maschinen. Fahrzeuge, Erdöl und -produkte, chemische Erzeugnisse, lebende Tiere, Nahrungsmittel
Exportgüter: Kupfer, Blei, Kobalt, Mangan, Zink, Tabak, Spinnstoffe


Wie fast alle Staaten südlich der Sahara ist Sambia in seinen heutigen Grenzen noch ein sehr junger Staat, der auf dem Boden alter afrikanischer Reiche gegen Ende des letzten Jahrhunderts von europäischen Kolonialherren geschaffen wurde.
Wenige Jahre nach den ersten Reiseberichten von David Livingstone (1813-1873) drangen die ersten weißen Missionare in das Gebiet ein. Der "British South Africa Company" (BSAC) unter der Führung von Cecil Rhodes (1853-1902) gelang es über mehrere "Verträge", das Gebiet nördlich des Sambesi unter britischen Einfluss zu bringen. Von besonderer Bedeutung war der Kontrakt mit Lewanika, dem Herrscher von Barotseland. Die BSAC sicherte sich Handels- sowie Abbaurechte und erkannte als Gegenleistung die traditionellen Rechte der Barotse an. Die bis heute andauernde Sonderstellung des Barotselands (Western Province) leitet sich hieraus ab.
Ab 1892 wurde für die britischen Einflussgebiete nördlich und südlich des Sambesi der Name Rhodesien immer gebräuchlicher. Beide wurden zu Territorien der BSAC und trugen fortan die Namen Nord- bzw. Südrhodesien (heute Sambia und Simbabwe). 1924 wurde Nordrhodesien als britisches Protektorat dem Kolonialamt in London unterstellt.

Wirtschaftlich hatte die junge Kolonie große Bedeutung. Bereits 1902 waren im Norden an der Grenze zum damaligen Belgisch-Kongo (heute Demokratische Republik Kongo) Mangan- und Zinnlager und wenig später in der Nähe von Ndola reiche Kupfervorkommen entdeckt worden. Mit der Förderung und Ausbeutung der Bodenschätze entstand der bis heute bedeutende "Kupfergürtel" ("Copperbelt"). 1953 wurden Nord- und Südrhodesien sowie Njassaland (Malawi) zur Zentralafrikanischen Föderation zusammengeschlossen, um die weiße Minderheitsherrschaft dauerhaft abzusichern. Die Hauptsitze der Minengesellschaften des Copperbelt wurden in die neue Hauptstadt Salisbury (Harare) verlegt.

Die Ära Kaunda
Nach dem Zweiten Weltkrieg intensivierte die afrikanische Unabhängigkeitsbewegung ihre Aktivitäten. 1948 wurde der "Northern Rhodesian Congress" gegründet, der sich ab 1951 "African National Congress" (ANC) nannte. Die gemäßigte Politik dieser Organisation unter der Führung von Harry Nkumbula führte 1958 zum Austritt des militanten Parteiflügels, der sich 1959 zur "United National Independence Party" (UNIP) zusammenschloss.
Uneingeschränkter Führer der UNIP wurde schon im folgenden Jahr Kenneth D. Kaunda (* 1924). Bei den Wahlen 1964 erhielt die von den Stämmen des Nordens unterstützte UNIP 55 der insgesamt 75 Sitze und bildete eine Regierung, die Nordrhodesien noch im gleichen Jahr in die Souveränität führte.

In den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit kam es zu starken Konflikten bei der Aufteilung der politischen Macht. Die vermeintliche Benachteiligung einiger Provinzen und Stämme des Landes, die neue Parteien bzw. Parteiflügel innerhalb der UNIP entstehen ließ, führte zu bewaffneten Auseinandersetzungen. Zur Beendigung der Unruhen wurde 1973 eine neue Verfassung verabschiedet, die Sambia zum Einparteienstaat machte.
Zur Vorbereitung auf diese "bessere" politische Zukunft des Landes hatte Kaunda 1972 seinen einstigen Mitstreiter im Kampf um die Unabhängigkeit, Simon Kapwepwe, zusammen mit anderen Führern der oppositionellen "United Progressive Party" (UPP) ohne Gerichtsverfahren inhaftieren lassen. Kapwepwe hatte 1971 als Führer der Stammesgruppe der Bemba die UPP gegründet und die Korruption innerhalb des Regierungsapparates heftig attackiert.

Kaunda predigte fortan die Vorzüge des von ihm geschaffenen sambischen Humanismus, einer afrikanischen Form des Sozialismus auf traditioneller gesellschaftlicher Grundlage.
Kaunda verordnete die Gleichschaltung der Presse, übernahm den Oberbefehl über die Armee sowie zahlreiche weitere hohe Regierungsämter, unterstellte die Gewerkschaften strikter staatlicher Aufsicht und sorgte für Teilverstaatlichung (über 50%) der Schlüsselindustrien. Die negativen Folgen für die Wirtschaft des Landes waren erheblich. 1990 musste Kaunda demokratischen Reformen zustimmen. Nach freien Präsidentschaftswahlen 1991 wurde der überzeugte Christ Frederick Chiluba (* 1943) neuer Staatschef. Im November 1996 wurde er im Amt bestätigt.
Kaunda fügte sich seiner Absetzung. Später setzte er sich für den Kampf gegen AIDS, woran sein Sohn starb, ein.

Das Land

Sambia liegt im Ubergangsbereich von Zentral-und Ostafrika zu Südafrika. Die Oberfläche des Landes wird von einem nur schwach gegliederten Hochland zwischen 1000 m und 1500 m Höhe gebildet, das von Süden nach Norden allmählich zur Lundaschwelle ansteigt.
Namengebend für das Land ist der Sambesi, mit 2736 km der längste Strom des südlichen Afrika. Der Sambesi und sein Nebenfluss Kafue haben streckenweise tiefe Schluchten in das 900-1200 m hohe Plateau eingeschnitten, das den Westteil landschaftlich bestimmt. Ein beeindruckendes Naturschauspiel sind die Victoriafälle, wo der Sambesi in mehreren Fällen in eine über 120 m tiefe Schlucht stürzt.
Der Breitenlage entsprechend besitzt Sambia tropisches Klima, das jedoch durch die Höhenlage gemildert wird. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt im Süden des Landes 600-700 mm; sie steigt nach Norden hin auf 1500 mm an.
Die Niederschläge fallen im Südsommer von Oktober bzw. November bis April. Die täglichen und jährlichen Temperaturschwankungen sind bei einer mittleren Jahrestemperatur um 21 °C gering.
Noch immer gehört die parkähnliche Savanne mit ihren laubabwerfenden Bäumen zu den wildreichsten Gebieten Afrikas. Nach Gründung der "Wildlife Society of Zambia" (1953) wurden insgesamt achtzehn Nationalparks eingerichtet. Luangwa- und Kafue-Park gehören mit ihrem Artenreichtum und der großen Individuenzahl zu den sehenswertesten Naturschutzgebieten. Eine besondere Attraktion bilden die "Walking Safaris", bei denen in Begleitung eines bewaffneten Wildhüters Gruppen von maximal sechs Personen zu Fuß zu den Wildherden geführt werden.

Bevölkerung
Trotz des hohen jährlichen Bevölkerungswachstums von über 2% ist Sambia mit 12 Einwohnern pro km² ein dünn besiedeltes Land. Allerdings schwankt die Bevölkerungsverteilung regional sehr stark. Entlang der Bahnlinie vom "Kupfergürtel" bis nach Livingstone (Maramba), wo die größten Industrie- und Handelsstädte entstanden sind, konzentriert sich die Bevölkerung. Der Grad der Verstädterung ist für afrikanische Verhältnisse sehr hoch.
Wie die meisten afrikanischen Staaten ist auch Sambia ein Vielsprachenstaat, der zudem über keine Verkehrssprache verfügt. Da sich auch keine überregional dominierende Volksgruppe herausgebildet hat, ist die Verständigung schwierig. Die wichtigsten der siebzig verschiedenen Ethnien sind die Bemba, Nyanja, Tonga, Lozi, Lunda und Luvali.

Agrarwirtschaft und Industrie
Die Agrarwirtschaft stellt für fast drei Viertel der Bevölkerung die Existenzgrundlage, obwohl sie zur Gesamtleistung der Volkswirtschaft weniger als ein Fünftel beiträgt und Sambia heute auf die Einfuhr von Grundnahrungsmitteln angewiesen ist. Die Struktur der Landwirtschaft ist äußerst heterogen. Der überwiegende Teil der Menschen betreibt eine zum Leben nicht ausreichende familiäre Selbstversorgungswirtschaft, so dass viele von ihnen in den Städten zusätzlich Lohnarbeit leisten müssen. Mit veralteten Anbaumethoden und Brandrodung wie Wanderfeldbau wird vor allem Mais, Maniok und Hirse geerntet. Kleinbauern, die ihre Ernteüberschüsse auf lokalen Märkten verkaufen, sind in der Minderheit. Ihre Erzeugnisse spielen für die Versorgung der städtischen Bevölkerung nur eine untergeordnete Rolle. Den wirtschaftlich bedeutendsten Sektor bilden einige hundert Großbetriebe, die Ackerbau und Rinderzucht mit modernsten Methoden betreiben. Diese überwiegend in den Regionen entlang der Eisenbahn gelegenen Farmen befinden sich vielfach in ausländischem Besitz.

Wirtschaftlicher Kernraum ist der "Kupfergürtel". Hier liegen heute große Industrie- und Bergbaustädte. Zentrum der Region ist Ndola, dessen bedeutendstes Unternehmen heute die Erdölraffinerie ist, die über die 1968 fertiggestellte Tanzama-Pipeline von Dar es Salaam aus mit Rohöl versorgt wird. Abgesehen vom Erdöl ist der Staat mit Energieträgern gut ausgestattet. Das Potential zur Stromversorgung aus Wasserkraft ist bedeutend: ein Großteil des gesamten Strombedarfs, der überwiegend im Bergbau entsteht, wird durch Wasserkraftwerke gedeckt. Erzeuger sind fast ausschließlich die Großkraftwerke am Kariba-Damm, in der Kafue-Schlucht und bei den Victoriafällen.

Wichtigstes Bergbau- und Industriezentrum ist Kitwe. Die industrielle Verarbeitung beschränkt sich auf Branchen, die mit relativ einfachen Technologien arbeiten, wie Textil-, Nahrungsmittel- und chemische Industrie. Im nahe gelegenen Mufulira befindet sich die zweitgrößte Untertage-Kupfermine der Welt. Der "Kupfergürtel" ist seit 1975 über die von der VR China gebaute Uhuru-Eisenbahn, deren organisatorische und technische Instandhaltung eine Meisterleistung chinesischer Ingenieurkunst ist, mit dem völlig überlasteten Hafen von Dar es Salaam verbunden.
Seit Jahrzehnten dominiert der teilverstaatlichte Bergbau unverändert die Außenhandelsstruktur Sambias. Ein Großteil der Exporterlöse werden durch Bergbauprodukte erzielt (allein 69% durch Kupfer, ferner Blei, Kobalt, Mangan, Zink). Trotz des Rückgangs der Kupferproduktion gehört Sambia hier immer noch weltweit zu den führenden Nationen.
Angesichts sinkender Kupfervorräte und der schwankenden Weltmarktpreise ist eine umfassende Strukturveränderung der sambischen Wirtschaft notwendig, um den erreichten Lebensstandard zu sichern.

Entwicklungen
Aids (Sambia ist eines der am stärksten von der Epidemie betroffenen Länder. Über eine Million Sambier sind infiziert, darunter 100.000 Kinder), Armut, Auslandsschulden und Angola-Flüchtlinge belasten Wirtschaft und Gesellschaft. Die staatlichen Kupferminen verloren zuletzt fast 2 Millionen USD/Tag; die letzte Mine wurde im April 2001 verkauft.
Wegen des schlechten Straßennetzes stagnieren Landwirtschaft und Tourismus.
Sambia ist eines der am höchsten verschuldeten Länder der Welt.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1042 f.



www-Links



Botschaft des Landes Sambia in Deutschland
Beziehungen zwischen Sambia und Deutschland
Homepage der Deutschen Botschaft in Sambia
Victoria Falls, from the Zambian side
Victoria Falls, Zambia, Photos
terre des hommes - AIDS-Waisen in Sambia
Gossner Mission Sambia
Die GTZ in Sambia
Sambia ist heute ein armes Land wegen Misswirtschaft und Korruption
Amnesty International - Berichte zu Sambia
www.child-hood.com: Tourismus, AIDS, sexuelle Ausbeutung von Kindern
CIA - The World Factbook -- Zambia
ZAMBIA ONLINE - The National Homepage of Zambia
Political Resources on the Net
Languages of Zambia
An MBendi Country Profile for Zambia
Zambia map and information page
Zambia and the IMF
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