Willkommen in São Tomé und Príncipe

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Offizieller Name: Demokratische Republik São Tomé e Príncipe
Hauptstadt: São Tomé
Fläche: 964 km²
Landesnatur: Inseln vulkanischen Ursprungs, sehr stark gebirgig
Klima: Tropisch-feuchtheiß
Hauptfluss: Mbini
Höchster Punkt: Pico de São Tomé 2024 m
Regierungsform: Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: Distrikt von São Tomé und Insel Príncipe mit Autonomiestatus
Parlament: Nationalversammlung mit 55 Abgeordneten, Wahl alle 4 Jahre
Nationalfeiertag: 12. Juli
Einwohner: 144.000 (1999); 193.413 (geschätzt für Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 149 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 44% (1999)
Analphabetenquote: 40% (1999)
Sprache: Portugiesisch , Crioulo
Religion: Katholiken 93%, Anhänger von traditionellen Religionen
Importgüter: Konsumgüter, Nahrungsmittel, Brennstoffe
Exportgüter: Kakao, Kopra, Palmkerne, Palmöl, Kaffee, Bananen


Zwei wichtige Faktoren beherrschen sowohl das wirtschaftliche und soziale als auch das politische und kulturelle Leben in der Demokratischen Republik São Tomé e Príncipe. Es sind dies die geographische Isolation und die von der Monokultur der Kakaoplantagen maßgeblich beeinflußten Landesstrukturen.
Die beiden Inseln São Tomé (836 km²) und Príncipe (128 km²) liegen - rund 130 km voneinander entfernt - im Golf von Guinea entlang einer Störungszone der Erdkruste, der sogenannten Kamerunlinie. Sie sind hauptsächlich aus vulkanischem Gestein aufgebaut und sehr gebirgig. Gemäß den hohen Niederschlägen des tropisch-feuchten Klimas durchziehen viele Wasserläufe die Inseln in tief eingeschnittenen Tälern. Temperaturen zwischen 21 °C und 29 °C und eine hohe Luftfeuchtigkeit lassen auf den fruchtbaren Vulkanböden eine außerordentlich üppige Vegetation gedeihen.

Die Kolonialzeit
Als die Inseln um 1470 von portugiesischen Seefahrern entdeckt wurden, waren sie unbewohnt. Die Kolonisation begann noch im selben Jahrhundert mit der Ansiedlung von Juden, Strafgefangenen und Afrikanern vom Festland, die als Sklaven in diesem ersten tropischen Pflanzungsgebiet der Welt eingesetzt wurden.

Der Beginn des Zuckerrohranbaus war auch der Anfang der Zerstörung des üppigen tropischen Regenwaldes. Die vorrangige Bedeutung São Tomés in den folgenden Jahrhunderten ergab sich jedoch aus der Funktion als Versorgungsstützpunkt für die Seefahrt von Europa nach Asien und als Zwischenstation für den Handel mit Sklaven nach Übersee.
Nach Abschaffung der Sklaverei Mitte des 19. Jahrhunderts blühte die Plantagenwirtschaft wieder auf. Sie wurde auf Kakaoanbau umgestellt. Da sich die schwarzafrikanische Bevölkerung von São Tomé gegen die erneuten Versklavungsversuche wehrte, wurden Kontraktarbeiter aus den portugiesischen Überseebesitzungen zur Zwangsarbeit auf den Plantagen herangezogen. Ihr Schicksal unterschied sich jedoch kaum von dem der ehemaligen Sklaven. Die portugiesische Neosklaverei rief zwar internationale Proteste hervor, doch blieben die Kontraktarbeiter aus Angola, Mosambik und den Kapverden auch nach der Umwandlung des Territoriums 1955 in eine portugiesische Überseeprovinz. Es sind Menschen ohne Bürgerrechte, und sie unterscheiden sich damit von der einheimischen Bevölkerung, den Feros, meist Nachkommen der einst nach hier verschleppten Sklaven.

Die Beseitigung der menschenunwürdigen Lebensverhältnisse war auch ein Ziel der 1960 im Ausland gegründeten Unabhängigkeitsbewegung, die sich 1972 den Namen "Movimento de Libertadão de São Tomé e Príncipe" (MLSTP) gab. Sie führte die beiden Inseln im Zuge des allgemeinen Befreiungskampfes in den anderen portugiesischen Kolonien 1975 nach mehr als 500-jähriger Kolonialherrschaft in die Unabhängigkeit.

Probleme nach der Unabhängigkeit
Erster Staatspräsident wurde Manuel Pinto da Costa (* 1937), Generalsekretär der Einheitspartei MLSTP. Mit der Unabhängigkeit übernahm São Tomé und Príncipe auch die auf der Kakaomonokultur basierende Plantagenwirtschaft. Die Plantagen, die sogenannten "rocas", kontrollierten am Ende der Kolonialzeit über 80% des Anbaugebiets und befanden sich in der Hand von 28 portugiesischen Kapitalgesellschaften. Die Regierung wandelte sie in staatliche Unternehmen ("empresas") um. Damit war ein Produktionsrückgang verbunden. Da aber Kakao auch heute noch rund 85% der Gesamtausfuhren ausmacht, ist die Wirtschaft durch Preisentwicklungen auf dem Weltmarkt extrem verwundbar. Von einst 10.000 Tonnen ist die Kakaoproduktion im Jahr 2000 auf 3.000 Tonnen gefallen.

Neue Wirtschaftspolitik
Die Regierung Pinto da Costas (hat an der Humboldt-Universität Berlin promoviert), die sich gelegentlichen Angriffen der "Nationalen Widerstandsfront" widersetzen musste, verfolgte in der jüngsten Vergangenheit einen Liberalisierungskurs und engere Wirtschaftskooperation mit den westlichen Staaten. 1990 wurde die Demokratisierung des Landes eingeleitet. Erster demokratisch gewählter Präsident wurde Miguel , dessen Amtszeit 2001 endete. Die Schwerpunkte der neuen Wirtschaftspolitik sind die Verleihung von Landrechten an Kleinbauern, die Liberalisierung des Außen- und Binnenhandels, die Diversifizierung der Landwirtschaft und die Förderung des Fischereiwesens. Zukunftschancen werden auch dem Fremdenverkehr vorausgesagt, bietet São Tomé und Príncipe doch mit Vulkanbergen und Kraterseen, Wasserfällen und palmengesäumten Stränden ein lohnenswertes Ziel für Touristen, die die Inseln als eines der letzten Urlaubsparadiese preisen.

Entwicklungen
Eine Chance für einen wirtschaftlichen Aufschwung bieten die erst vor wenigen Jahren entdeckten Erdölvorkommen. Schätzungen zufolge verfügt São Tomé und Príncipe vermutlich über Ölreserven für 200 Jahre - bei einer täglichen Förderung von 80 Millionen Litern. Aus geostrategischen Gründen sind insbesondere die USA an den Ölvorkommen interessiert. Die VR China, die São Tomé und Príncipe politisch tradionell näher steht, möchte ebenso ein großes Stück vom Öl-Kuchen abbekommen. Mit dem Abbau von Öl soll 2008 begonnen werden. Unterdessen ist das Land nach wie vor auf internationale Hilfe angewiesen. Von den vermuteten Öl- und Gasreserven hat die veramte Bevölkerung von São Tomé und Príncipe, das zu 30 ärmsten Ländern der Welt zählt, derzeit noch nichts. Mehr als 30% der Bevölkerung leben in absoluter Armut. Unsauberes Wasser und der unhygienische Zustand öffentlicher Toiletten führten angeblich dazu, dass etwa 700 Menschen zwischen Oktober und Dezember 2005 an Cholera erkrankten, 25 starben.
2001 übernahm Fradique de Menezes das Präsidentenamt von Trovoada, dessen Amtszeit verfassungsgemäß endete. Doch die politische Situation im Lande wurde zunehmend chaotisch, bis schließlich das Militär im Juli 2003 putschte. Einige Regierungsmitglieder wurden festgenommen und die örtlichen Fernseh- und Radiosender wurden besetzt. Der Druck der internationalen Gemeinschaft führte nach einer Woche zu einem unblutigen Ende des Putsches. Präsident de Menezes nahm wieder seine Arbeit auf, nachdem sich beide Lager in dem "Memorandum of Understanding" darauf verständigten, dass der Bevölkerung an wichtigen Regierungsentscheidungen eine stärkere Beteiligung zugestanden werde. Menezes wurde im August 2006 mit 60% erneut zum Präsidenten gewählt.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1234 f.



www-Links



CIA - The World Factbook -- Sao Tome and Principe
São Tomé and Principe tourist site
Beziehungen zwischen São Tomé und Príncipe und Deutschland
IRIN News - Sao Tome and Principe
Languages of São Tomé e Príncipe
Große Vorräte an Erdöl, Öl, Afrika, Sao Tome und Principe. Erdöl, Öl, Afrika, Sao Tome und Principe. Erdöl, Öl, Afrika, Sao Tome und Principe. Erdöl, Öl, Afrika, Sao Tome und Principe.
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