Willkommen in Togo

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Offizieller Name: Republik Togo
Hauptstadt: Lomé
Fläche: 56.785 km²
Landesnatur: Küstengebiet, anschließend Hügelland, im zentralen Landesteil das Togo-Atakora-Gebirge, im NW Tafelland der Oti-Ebene
Klima: Tropisches Klima
Hauptflüsse: Mono, Oti
Höchster Punkt: Mont Agou 983 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 5 Regionen, 21 Präfekturen
Parlament: Nationalversammlung mit 81 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 27. April
Einwohner: 4.512.000 (1999); 5.548.702 (geschätzt für Juli 2006); Einwohner meist Angehörige der Kwa-Völker, außerdem Kabye und Tem
Bevölkerungsdichte: 79 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 33% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 46%
Analphabetenquote: 48% (1999)
Sprache: Französisch, Ewe, Kabiye u.a.
Religion: Katholiken 20%, Moslems 10%, rund 70% Anhänger von traditionellen Religionen
Importgüter: Maschinen, Fahrzeuge, Nahrungsmittel, lebendes Vieh, Baumwollgewebe, Getränke, Erdölprodukte, Tabak
Exportgüter: Baumwolle (30%), Phosphate (27%), Kaffee (11%), Kakao, Palmkerne, Kopra


Die Republik Togo (to = Gewässer, go = Ufer) an der einstigen Sklavenküste benannte sich bei ihrer Unabhängigkeit 1960 nach dem gleichnamigen Lagunendorf (heute Togoville) in der Nähe der Hauptstadt Lomé.
Erst im 19. Jahrhundert erregte das von portugiesischen Seefahrern schon im 15. Jahrhundert entdeckte Gebiet zunehmend das Interesse europäischer Kaufleute. Den europäischen Wettlauf um die koloniale Inbesitznahme gewann der deutsche Afrikaforscher Gustav Nachtigal (1834-1885), der wenige Stunden vor seinem britischen Konkurrenten einen Vertrag mit König Mlapa III. schloß, wodurch Togo 1884 unter deutsche Schutzherrschaft gestellt wurde. Togo entwickelte sich zur sogenannten deutschen "Musterkolonie".
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Togo unter teils britische, teils französische Verwaltung gestellt. 1960 erlangte das französische Togo seine Unabhängigkeit, nachdem sich zuvor die Bevölkerung des britischen Teils - mit Ausnahme des in beiden Teilen lebenden Mehrheitsvolks der Ewe - für den Verbleib beim bereits unabhängigen Ghana entschieden hatte. Seither hat es immer wieder gewaltsame Bestrebungen der Ewe zu einem nationalen Zusammenschluß gegeben.

1963 wurde Präsident Sylvanus Olympio (1902-1963) von ehemaligen Kolonialsoldaten unter Führung von Etienne Eyadéma (* 1935, gest. 2005) ermordet. Sein langjähriger politischer Konkurrent Nicolas Grunitzky (1913-1969) übernahm die Regierung, bis 1967 der im Hintergrund agierende General Eyadéma endgültig durch einen Putsch an die Macht kam und das Land bis zu seinem Tod im Jahr 2005 regiert.

Eyadéma, der seinen Vornamen in den afrikanischen Namen Gnassingbe änderte, stammt aus dem Norden des Landes vom Volk der Kabre. Zur Festigung seiner Macht gegen die wirtschaftlich vorherrschende Händlerschicht an der Küste setzte er nicht nur die Politik der sogenannten "afrikanischen Authentizität", sondern auch eine sehr repressive Innenpolitik ein. Er löste das Parlament auf, gründete 1969 die Einheitspartei "Rassemblement du Peuple Togolais" (RPT) und unterband jegliche Opposition. Wirtschaftlich stützt er sich vornehmlich auf die Hilfe westlicher Industriestaaten, insbesondere des ehemaligen Mutterlands Frankreich. Sowohl aus politischen als auch aus wirtschaftlichen Motiven versucht der General seit Jahren, Togo eine panafrikanische, zwischen anglophonen und frankophonen Staaten vermittelnde Rolle zu verschaffen. 1991 wurde aufgrund starker Proteste der Bevölkerung eine Demokratisierung eingeleitet. Die Verfassung von 1992 garantiert den Rechtsstaat. Tatsächlich jedoch regiert Präsident Eyadéma das Land diktatorisch. Alle Wahlen seit 1992 fanden unter irregulären Bedingungen statt. Am 5. Februar 2005 verstarb Eyadéma im Alter von 69 Jahren an einem Herzleiden.
Dem Land wird vorgeworfen, am internationalen Schmuggel mit "Blutdiamanten" beteiligt zu sein, mit denen zahlreiche Bürgerkriege und bewaffnete KOnflikte in Afrika finanziert werden.

Vielfalt des Landes
Wie ein langer, schmaler Korridor von 50 bis maximal 120 km Breite dehnt sich Togo von der brandungsreichen Guineaküste fast 600 km weit bis an den Rand des westafrikanischen Sahel nach Norden aus. Sandige Nehrungen und nachfolgende teilweise versandete Lagunen begleiten die Ausgleichsküste und gehen nach Norden in die flachwellige "terre de barre" über, das fruchtbare, gut bewässerte und intensiv kultivierte Roterdegebiet. Über die Roterdeebene mit vereinzelten Inselbergen erfolgt der steile Anstieg zum durchschnittlich 700 m hohen Togo-Atakora-Gebirge. Nordwestlich des Gebirges durchströmt der Oti das stark zertalte Tafelland der Oti-Ebene, das sich nach Norden zum Bergland bis auf 500 m erhebt.

Der größte Teil des Landes wird von ölpalmreichen Feuchtsavannen eingenommen. Im südwestlichen Togogebirge gibt es Reste immergrünen Regenwalds, der auch die Flußtäler begleitet.
Die ethnische Vielfalt - 40 Völker und Stämme, die vom Mehrheitsvolk der Ewe im Süden über die Kabre-Gruppe bis zu den Hausa und Fulbe im Norden reichen - sowie die relative Unterentwicklung des meist islamischen Nordens gegenüber dem reicheren, christlich geprägten Süden sind die Grundlage für latente soziale Spannungen.
Schon in deutscher Kolonialzeit wurden die Grundlagen für Togos wichtigste Exportkulturen wie Kaffee und Kakao gelegt, die nach der Unabhängigkeit um den Anbau von Baumwolle erweitert wurden. Als Mitte der 1970er Jahre der Weltmarktpreis für Phosphat rapide anstieg, bedeutete dies für Togo mit seinen reichen Phosphatvorkommen einen unerwarteten Geldsegen und die Möglichkeit, mit ausländischer Hilfe die Industrialisierung des Landes einzuleiten. Doch seit dem Preisverfall für alle Exportprodukte zu Beginn der 1980er Jahre steht das Land vor einem hohen Schuldenberg: überdimensionierte, fehlgeplante, nicht funktionierende und kostspielige Industrievorhaben sowie unrentable Luxushotels haben sich zu einer schweren Bürde für den Staat entwickelt.
Dennoch zählt Togo noch immer zu den bedeutendsten Phosphat-Förderern der Welt. Weiterhin von Bedeutung sind ein großes Zementwerk sowie eine Erdölraffinerie. Energie wird zu einem großen Teil durch Wasserkraft erzeugt.

Entwicklungen

"Jurassic Park Afrikas" wird Togo in den Nachbarländern genannt, weil der seit 1967 herrschende General Eyadéma wie ein politisches Fossil aus vergangenen Tagen in die Gegenwart herüberreicht. Für die Opposition waren das verloren Jahrzehnte, weil der Dikator - immer auf den eigenen Machterhalt bedacht - wenig für die politische und wirtschaftliche Entwicklung des Landes getan hat. Obwohl Eyadéma immer wieder mehr Demokratie und freie Wahlen versprochen hat, erhielt er, bedingt durch Wahlmanipulation, regelmäßig über 90% der Wählerstimmen. Trotz aller undemokratischen Fakten in Togo wurde ausgerechnet Eyadéma, der dienstälteste Diktator des Kontinents, im Juli 2000 zum neuen Präsidenten der Organisation für afrikanische Einheit (OAU) gewählt.

Am 5. Februar 2005 verstarb Eyadéma.
Noch am selben Tag schloss das Militär die Grenzen, setzte die Verfassung außer Kraft und bestimmte den Sohn des toten Despoten zum Interimspräsidenten bis 2008. Der 39jährige Faure Gnassingbé gehört zur Staatspartei seines Vaters, der "Rassemblement du Peuple Togolais". Aufgrund des starken internationalen Drucks trat Faure Gnassingbé jedoch am 25. Februar zurück. Übergangsstaatschef wurde der Vizeparlamentspräsidenten Bonfoh Abbass. Die Wahl eines neuen Präsidenten in Togo wurde für den 24. April angesetzt. Faure Gnassingbé trat als Kandidat der Partei RPT zur Wahl an und versprach, die Politik seines Vaters fortzusetzen.
Bei den Wahlen erhielt er schließlich mehr als 60% der Wählerstimmen. Ob es bei diesen Wahlen mit rechten Dingen zugegangen ist, darf beweifelt werden. Zu stark sind die seit Jahrzehnten verfestigten korrupten Machtstrukturen im Lande.

Entwicklungen 2008/2009

»[...] Bei einer Schießerei zwischen Sicherheitskräften und Militärs im Wohnhaus des früheren Verteidigungsministers und Halbbruders des Präsidenten, Kpatcha Gnassingbé, am 12.4.2009 wurden laut Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Menschen getötet. Kpatcha Gnassingbé wurde am 16.4. in der US-Botschaft wegen des Verdachts, einen Putsch gegen den Präsidenten geplant zu haben, festgenommen, in seinem Haus wurde laut Regierungsangaben ein umfangreiches Waffenarsenal konfisziert. Neben Kpatcha wurden auch ein weiterer Halbbruder, Essozilam Gnassingbé, sowie acht hohe Offiziere festgenommen. Zwischen Faure und Kpatcha Gnassingbé gab es Spannungen, seit der Präsident Kpatcha 2007 als Verteidigungsminister entlassen hatte.
Am 2.6.2009 wurde der Bischof von Atakpamé, Nicodème Barrigah-Benissan, zum Vorsitzenden der staatlichen Kommission für Wahrheit, Gerechtigkeit und Versöhnung ernannt, die die politisch motivierten Gewalttaten während der Herrschaft des verstorbenen Präsidenten Gnassingbé Eyadema aufklären soll. Die Kommission soll ihre Arbeit nach den Präsidentschaftswahlen 2010 aufnehmen.
Das Parlament votierte am 24.6.2009 - im Beisein des spanischen Ministerpräsidenten José Luis Rodriguez Zapatero, der Togo einen Staatsbesuch abstattete - einstimmig für die Aufhebung der Todesstrafe. Die letzte Hinrichtung war 1978 erfolgt.

Wirtschaft:
Die globale Wirtschaftskrise hatte zunächst keine direkten Auswirkungen auf die Wirtschaft Togos, da die zumeist staatlichen Banken kaum Verbindungen zu den internationalen Kapitalmärkten haben. Der Phosphatexport stieg 2008 dank hoher Weltmarktpreise auf rd. 10 % des Gesamtexportvolumens. Experten prognostizierten aber einen Rückgang der Transferzahlungen von Arbeitsmigranten in Folge der steigenden Arbeitslosigkeit in Europa und den USA. Am 25.11.2008 erreichte Togo im Rahmen der erweiterten Entschuldungsinitiative von IWF und Weltbank den Entscheidungspunkt (decision point) und qualifizierte sich damit für einen Teilerlass seiner Auslandsschulden in Höhe von rd. 2 Mrd. US-$. [...]«

Zitat: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 497 ff.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1408 f.



www-Links



IRINNEWS: Togo NEWS
Topix.net: NEWS
Aktuelle Reisemedizin
Togo 1884 - 1960
Togo - ehemalige deutsche Kolonie in Afrika
Beziehungen zwischen Togo und Deutschland
Hilfsaktion Togo/Togoville e.V.
Togo - humanrights.de
Amnesty International - Berichte
DIE ZEIT: Warum Togo wichtig ist
Keine Besserung in Togo
CIA -- The World Factbook -- Togo
Auswärtiges Amt - Togo: Sicherheitshinweise
Studentin aus Togo zur ersten «Miss WM» gewählt
Krise in Togo - Droht ein Bürgerkrieg?
Proteste gegen angeblichen Wahlsieger Faure Gnassingbé Eyadéma
An MBendi Country Profile for Togo
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