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Willkommen in der Zentralafrikanischen Republik
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Offizieller Name: Zentralafrikanische Republik
Hauptstadt: Bangui
Fläche: 622.984 km²
Durchschnittstemperatur: 26° C
Landesnatur: Im Zentrum Asandeschwelle, trennt Tschad- und Kongobecken
Klima: Tropisches, wechselfeuchtes Klima
Hauptflüsse: Ubangi, Bomu, Kotto, Sangha, Bahr Aouk
Höchster Punkt: Kayagangiri 1420 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 16 Präfekturen
Parlament: Nationalversammlung mit 85 für 5 Jahre gewählten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 1. Dezember
Einwohner: 3.550.000 (1999); 3.799.897 (geschätzt für 2005)
Bevölkerungsdichte: 6 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 41% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 43% (1999)
Analphabetenquote: 40% (1999)
Ethnische Gruppen: Azande 10,0%, Baja 25,0%, Banda 30,0%, Ngbandi 11,0%, Sara 7,0%, Sonstige 17,0%
Sprache: Sangho, Französisch (Amtssprachen), Banda, Fulfulde
Religion: Christen ca. 35%, Moslems 8% (Sunniten), ca. 57% traditionelle Religionen
Importgüter: Maschinen, Fahrzeuge, Nahrungsmittel, Textilien, chemische Produkte
Exportgüter: Diamanten, Gold, Kaffee, Holz, Baumwolle
Währung: CAF-Franc
Die Zentralafrikanische Republik, der Binnenstaat im Herzen des afrikanischen Kontinents, zählt zu den unbekannteren Ländern dieser Erde, das erst durch die Schreckensherrschaft des selbsternannten Kaisers Jean-Bedel Bokassa (1921-1996) Mitte der 1970er Jahre weltweite Aufmerksamkeit erregte. Dabei war diese Zeit für das Land, das trotz seiner natürlichen Reichtümer heute zu den ärmsten Staaten der Welt gehört (70 Prozent der Menschen müssen von weniger als einem US-Dollar am Tag leben), lediglich ein weiteres dunkles Kapitel in seiner qualvollen Geschichte.
Die sich über Jahrhunderte entwickelten Gesellschaftsstrukturen hatten gegenüber dem im 16. Jahrhundert beginnenden zweiseitigen Sklavenhandel, dem arabischen vom Norden und dem europäischen von der Atlantikküste her, keine Überlebenschance. Auf die Entvölkerung durch den Sklavenhandel folgte Ende des 19. Jahrhunderts die Inbesitznahme durch Frankreich, die das Gebiet an Konzessionsgesellschaften vergab und damit den Grundstein für eine ausbeuterische Kolonisation legte. |
Die Einführung der Monokulturen, Zwangsarbeit, Zwangsumsiedlungen, Hungersnöte und Epidemien bewirkten bis in die 1920er Jahre eine weitreichende Dezimierung der Bevölkerung. Jeglicher Widerstand gegen dieses System wurde brutal niedergeschlagen und löste gewaltsame Repressionen aus.
Erst die von Priester Barthélémy Boganda (1910-1959) Ende der 1940er Jahre gegründete "Mouvement d'Evoludon Sociale de l'Afrique Noire" (MESAN) erwies sich als wirkungsvolles Instrument im Kampf gegen die Kolonialherrschaft. Frankreich wurde auf internationalen Druck hin gezwungen, das ehemalige Kolonialgebiet "Ubangi-Chari" 1960 als Zentralafrikanische Republik in die Unabhängigkeit zu entlassen. David Dacko (* 1932) übernahm die Funktion des Staatspräsidenten, doch führten wirtschaftliche und soziale Schwierigkeiten nach nur sechsjähriger Amtszeit zum Militärputsch unter Führung von Jean-Bedel Bokassa. |  |
Mit französischer Unterstützung etablierte Bokassa eine Herrschaft des Terrors und der Willkür. Die Schutzmacht Frankreich finanzierte 1977 sogar seine Krönung zum Kaiser. Doch als zwei Jahre später ein Massaker an Schulkindern bekannt wurde, leitete Frankreich 1979 einen Machtwechsel ein.
Ein zweijähriger Versuch, unter Dacko das politische Leben wieder zu demokratisieren, misslang, und mit französischer Zustimmung wurde 1981 die Präsidentschaft an General André Kolingba (* 1935) übergeben. Er stützte seine Macht und das Überleben des bankrotten Staates auf die Subventionen und personellen Hilfen aus Frankreich, Südafrika und Israel, doch kam es immer wieder zu Aufständen einer bereits verarmten und hungernden Bevölkerung, vor allem in der Hauptstadt Bangui. Deshalb leitete der Diktator 1991 demokratische Reformen ein. Die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen 1992 wurden nach blutigen Unruhen annulliert. Nach neuerlichen Wahlen 1993 übernahm der 1999 wiedergewählte Ange-Felix Patassé (* 1937) das Präsidentenamt. Putschversuche meuternder Soldaten scheiterten 1996/97 durch französische Interventionen. |
Im Jahr 2003 führte der frühere Stabschef der Armee Bozizes einen Putsch gegen Ange-Felix Patassé an. Im Mai 2005 wurde Bozizes durch eine Wahl offiziell zum Präsidenten der Zentralafrikanischen Republik gewählt.
Die nach dem Putsch bis zu den Wahlen durch die Afrikanische Union verhängten Sanktionen wurden nach dem Mai 2005 aufgehoben. Trotzdem beendete Bozize die andauernde Korruption nicht. Seine Staatsangestellten und seine Soldaten erhielten keinen Sold. Aus diesem Grund ist ein erneuter Aufstand im August 2005 durch einen Teil der Streitkräfte ausgebrochen. Die UNO vermutet rund 6.000 Aufständische in diesem Gebiet.
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Bevölkerung und Wirtschaft
Die Bevölkerung besteht aus vielen ethnischen Gruppen, die im Norden und Westen zu den Sudanvölkern und im Süden zu den Bantu gerechnet werden, die im östlichen Teil des Landes auch nilotische Einflüsse aufweisen. Die einstigen Ureinwohner, die Pygmäen, leben nur noch in kleiner Zahl in den Wäldern des Südwestens. Während auch heute noch der größte Teil der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt, unterliegen die Bereiche Handel und Bergbau hauptsächlich der Kontrolle einer französischen Minderheit. |
Das Land besteht im wesentlichen aus dem hügeligen und felsigen Plateau der Nordäquatorial- oder Asandeschwelle zwischen Kongo-und Tschadbecken, das im Mittel 600 m über dem Meeresspiegel liegt. Nur im äußersten Nordosten und -westen erreichen einige Inselberge Höhen bis 1400 m. Während der größte Teil des Landes von Feuchtsavanne bedeckt ist, breitet sich im tropisch-feuchten Südwesten des Landes dichter Regenwald aus, der nur noch etwa weniger als 50% der Gesamtfläche einnimmt. Da es keine Eisenbahn und kaum Allwetterstraßen gibt, ist der ganzjährig wasserführende Ubangi-Fluß der wichtigste Verkehrsweg des Landes. Zeitweise ist das Land von der Außenwelt abgeschnitten.
Die im Land geförderten Diamanten wie auch das Gold werden weiterhin in erheblichen Mengen illegal über die Grenzen geschmuggelt, und selbst der Export von Edelhölzern wird kaum von der Regierung kontrolliert. |  |
Die erforderlichen Nahrungsmittelimporte können daher von der Staatskasse nicht finanziert werden, und so lebt das Land im wesentlichen von Zuwendungen Frankreichs - nicht ganz uneigennützig, denn Frankreich unterhält zwei Militärbasen in der Zentralafrikanischen Republik.
Benzinmangel legte Mitte 2000 die Wirtschaft lahm. Sogar die Fußballmeisterschaft fiel aus, weil die Spieler nicht transportiert werden konnten. Libyen sandte eine Notration, die aber nur in Teilen ankam. Für den Benzinmangel machte der Präsident die Demokratische Republik Kongo verantwortlich, die es für ihren Krieg abgezweigt habe.
Im August 2005 ist im Nordwesten der Zentralafrikanischen Republik an der Grenze zum Tschad erneut ein Bürgerkrieg ausgebrochen. Innerhalb der letzten Tage seien nach Angaben der UNO rund 4.000 Bewohner in den Tschad geflüchtet.
Internationale Hilfswerke sowie die UNO bezeichnen den Norden der Zentralafrikanischen Republik als "No-go-Area". Dies drückt aus, dass die Sicherheit der Bürger in dem Gebiet nicht garantiert werden kann. Aus dem Kampfgebiet wurde bekannt, dass der Aufstand von einem Teil der Armee ausgeht und ehemalige Anhängern des Präsidenten François Bozizes beteiligt sind.

Literatur
Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1574 f.

www-Links
MBendi - Central African Republic
CIA - The World Factbook -- Central African Republic
Languages of Central African Republic
Central African Republic on the Internet
Background Note: Central African Republic
Governments on the WWW: Central Africa
Political Resources on the Net - Central African Republic
WHO - Central African Republic
Beziehungen zwischen Deutschland und der Zentralafrikanischen Republik
Amnesty International - Jahresbericht 2005
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