Willkommen in Argentinienworld.muz-online.de -- Länderauswahl Südamerika -- spirit.muz-online.de | |||
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Offizieller Name: Argentinische Republik Hauptstadt: Buenos Aires Fläche: 2.780.400 km² Landesnatur: Im W verläuft von N nach S das Hochgebirge der Anden, im NO das zentrale Tiefland (mit Pampa, Gran Chaco und Zwischenstromland) und im SO das Tafel- und Mittelgebirgsland Patagoniens Klima: Im N subtropisches, warm-gemäigtes Klima, im S kühl-gemäßigtes Klima Hauptflüsse: Paraná, Uruguay, Rio Negro, Salado, Colorado Höchster Punkt: Aconcagua 6.960 m Tiefster Punkt: Valdés-Halbinsel -40m Regierungsform: Präsidiale Republik Staatsoberhaupt: Staatspräsident Regierungschef: Ministerpräsident Verwaltung: 22 Provinzen, Bundesdistrikt Buenos Aires, Nationalterritorium Feuerland Parlament: Zweikammerparlament mit Senat (72 Mitglieder) und Abgeordnetenhaus (257 Abgeordnete) Nationalfeiertag: 25. Mai Einwohner: 36.577.000 (1999); 39.537.943 (geschätzt Juli 2005) Bevölkerungsdichte: 13 Ew./km² (1999) Stadtbevölkerung: 89% (1999) Sprache: Spanisch Religion: Katholiken 92% | ![]() |
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![]() 2.776.138 Einw. (2005) | Die Städte |
Die MenschenArgentinien gilt neben Uruguay als "weißestes" Land Südamerikas. Etwa 94% der heutigen Bevölkerung sind Nachfahren der Konquistadoren sowie späterer Einwanderungsströme aus allen europäischen Staaten, hauptsächlich jedoch aus Spanien und Italien. |
Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts lebten in Argentinien - vorwiegend in den inneren Landesteilen und der nordwestlichen Provinz - nur rund 500.000 Menschen, zumeist Spanier, Indianer und Mestizen. Doch mit dieser geringen Bevölkerungszahl war ein Land mit den gewaltigen Ausmaßen, wie Argentinien sie besitzt, nicht zu erschließen. Deshalb wurden schon bald nach der Staatsgründung (1810) Einwanderungsgesetze erlassen, die seit 1860, in Folge der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung in Europa, Argentinien zu einem beliebten Einwanderungsland werden ließen. Es war aber auch eine Epoche, in der die "Weißen" gegen die "Barbaren" (Indios und Mestizen) offene Kriege führten. In den Nordprovinzen hat eine winzige Minderheit von heute schätzungsweise 30.000 Ureinwohnern die Vernichtung überlebt. Die kämpferischen Indio-Völker der Pampa, Patagoniens und Feuerlands, an die neben vielen Ortsnamen nur noch die Museen erinnern, fielen Mitte des vorigen Jahrhunderts einem letzten Ausrottungsfeldzug zum Opfer. | ![]() |
Der hohe Anteil europäisch-mediterraner Völker sowie die spanische Mission der Kolonialzeit haben dazu geführt, dass heute über 90% der Bevölkerung der römisch-katholischen Kirche angehören. Die aus der Kolonialzeit übernommene Gesellschaftsstruktur lässt immer wieder starke soziale Spannungen entstehen. |
Einer kleinen Schicht von reichen Großgrundbesitzern steht auf dem Lande die Masse der Kleinbauern, Pächter und Landarbeiter gegenüber. In der Stadt gibt es neben einer dünnen Ober- und Mittelschicht eine wachsende Arbeiterklasse. In den Städten, wo heute rund 80% der Bevölkerung leben, hat es schon immer Armenviertel gegeben. Doch nur wenige Argentinier konnten sich vorstellen, dass die Zahl der "villas miserias", der nach dem Sturz Peróns 1955 entstandenen großstädtischen Elendssiedlungen, solche Ausmaße annehmen würde und dass die dort bereits in den 1970er Jahren in Nachbarschaftshilfe organisierten "ollas populares" (Volksküchen) heute nicht einmal mehr für die dort lebenden Kinder ausreichen. Die Zahl der Menschen, die an der Grenze des Existenzminimums lebt, ist in erschreckendem Maße gestiegen. Seit dem Jahr 1989 werden für die Ärmsten unter ihnen kostenlose Lebensmittel ausgeteilt, um neuen Hungeraufständen vorzubeugen. |
Rückkehr zur Demokratie | »24. März 2006 -- vor 30 Jahren errichtete das Militär in Argentinien eine brutale Diktatur [...] Die Militärs hatten zwei grundlegende Projekte, die sie mit aller Gewalt durchsetzten: Die physische Vernichtung der linken Opposition und die Durchsetzung eines ultraliberalen Wirtschaftsmodells im Interesse des Finanzkapitals und der internationalen Unternehmen. [...] Wirtschaftsminister der ersten Militärjunta wurde José Alfredo Martínez de Hoz. Am 2. April 1976, neun Tage nach dem Putsch, verkündete er sein Wirtschaftsprogramm, das genau das formulierte, was später unter dem Namen „Neoliberalismus“ weltweit zur Wirtschaftsdoktrin wurde. Kernpunkte seines Programms waren die Privatisierung öffentlicher Unternehmen sowie die besondere Förderung und Begünstigung ausländischer Investitionen. [...] Die Regierungen der meisten westlichen Staaten und der Sowjetunion unterhielten beste Beziehungen zur brutalsten Diktatur in der Geschichte Südamerikas. Dabei tat sich besonders die damals von SPD und FDP gestellte deutsche Bundesregierung hervor. Während die US-Regierung unter Präsident Carter 1977 ein Waffenembargo gegen die Junta verhängte, genehmigte man in Bonn mehrere große Rüstungsgeschäfte, durch die bundesdeutsche Unternehmen zu den wichtigsten Waffenlieferanten der Diktatur wurden. Martínez de Hoz wurde bei seinem Besuch in der BRD als guter Freund empfangen und in Sachen Menschenrechte setzte der damalige Bundesaußenminister Genscher auf „stille Diplomatie“. Die war so unglaublich still, dass kein Wort der Kritik zu hören war. Selbst als BundesbürgerInnen wie der Münchener Student Klaus Zieschank oder die Tübinger Soziologin Elisabeth Käsemann „verschwanden“, gab es keine deutlichen Worte der Bundesregierung. Elisabeth Käsemann wurde am 9. März 1977 verschleppt, wenige Tage später entführten die Militärs auch ihre britische Freundin Diana Houston in Buenos Aires. Während die britische Regierung sofort energisch intervenierte, setzte das Auswärtige Amt auch hier auf „stille Diplomatie“. Diana Houston überlebte, Elisabeth Käsemann wurde am 23. Mai 1977, zehn Wochen nach ihrer Verschleppung, ermordet. [...]«Aus: ila-bonn.de, Massenmord für liberale Wirtschaftspolitik, 2006 Siehe auch: ila-web.de, Gaby Weber, Ford-gesetztes Unrecht: »In der ila 229 und 230 hatten wir über das "Verschwinden" und die vermutliche Ermordung von mehreren Mitgliedern des unabhängigen Betriebsrates von Mercedes-Benz während der argentinischen Militärdiktatur und die diesbezügliche Strafanzeige gegen die Geschäftsleitung von Daimler-Chrysler berichtet (siehe Klage gegen Mercedes). Wie inzwischen deutlich wird, war die argentinische Mercedes-Niederlassung kein Einzelfall, auch andere Konzerne hatten keine Berührungsängste mit den Repressionsorganen von Diktaturen oder machten sich deren Strukturen zunutze. So sollen die Geschäftsleitungen von VW und Mercedes in Brasilien "in ähnliche Verbrechen verstrickt gewesen sein" (epd-entwicklungspolitik 1/2000). Auch die argentinische Ford-Niederlassung nutzte offensichtlich die Diktatur, um sich ihrer Betriebsräte zu entledigen.« Juan Gelman, der wohl bekannteste zeitgenössische Poet Lateinamerikas, Guerillero und Widerstandskämpfer gegen die Diktatur: ila-web.de, Gaby Weber, So arbeitet die Hoffnung gabyweber.com: Es gab damals "Wartelisten", in die sich Adoptionswillige eintragen konnten, um in den Besitz eines in Campo de Mayo zur Welt gekommenen Babies zu gelangen. Und wo es eine Nachfrage gibt, muß das Angebot sicher gestellt sein. Die Armee richtete in der Kaserne Campo de Mayo eine geheime Wöchnerinnen-Station ein, die Brutkästen lieferte Mercedes Benz Argentina (MBA), so der ehemalige Justiziar des Unternehmens, unter Eid. Eine Spende oder eine Investitition? Tatsache ist, dass der Sicherheitschef von Mercedes Benz sich die Tochter einer Verschwundenen angeeignet und als seine eigene aufgezogen hat. In der Familie des Ex-Produktionschefs Juan Ronaldo Tasselkraut sind drei Kinder, inzwischen erwachsene Männer, die wahrscheinlich aus den Folterzentren stammen. Die Justiz ermittelt zu einem fünften Fall... [...]« Gaby Weber, der vollständige Bericht: Autos aus dem Schwabenland, Babies aus der Folterkammer (pdf) Deutschlandfunk (DLF) »Das Feature«, 5. Januar 2010, 19:15-20:00: Im Wegschauen vereint - Wie west- und ostdeutsche Diplomaten den argentinischen Diktatoren halfen (Gaby Weber) |
Entwicklungen ab 2008»[...] Vor dem Hintergrund des nach wie vor schwelenden Konflikts um die Agrarpolitik und der Auswirkungen der globalen Wirtschafts- und Finanzkrise auf Argentinien war die seit Oktober 2007 amtierende Regierung von Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner von der linksperonistischen Fraktion Frente para la Victoria (FV) erfolglos darum bemüht, den schleichenden Verlust ihrer parlamentarischen Mehrheit zu verhindern. Da die Kirchners die vorzogenen Wahlen zum Plebiszit ihrer Politik machten, wog die verheerende Niederlage am 28.6.2009 umso schwerer. [...] Vorgezogene Parlamentswahlen: Seit Juli 2008 kündigte eine zunehmende Anzahl von Abgeordneten und Senatoren der Regierungskoalition, die von Kirchner-Fraktion innerhalb der peronistischen Partei (Partido Justicialista/PJ) angeführt wird, der Regierungschefin die Gefolgschaft auf. Es bildeten sich zwei neue oppositionelle Bündnisse, eines um die sozialdemokratisch ausgerichtete Unión Cívica Radical, ein zweites um die Propuesta Republicana (PRO), gegründet vom Bürgermeister von Buenos Aires, Mauricio Macri. Auch innerhalb der PJ formierte sich um den Medienunternehmer Francisco de Narvaéz und den Senator und Ex-Formel-1-Fahrer Carlos Reutemann der Widerstand gegen den konfrontativen Regierungsstil Kirchners. Indiz für die bröckelnde Machtbasis der Präsidentin war zudem der überraschende Rücktritt des Kabinettschefs Alberto Fernández am 23.7.2008 sowie Niederlagen der Regierungspartei bei Regionalwahlen [...] In Anbetracht dieser Situation und um der zersplitterten Opposition nur wenig Zeit für eine Bündnisbildung zu lassen, war die Präsidentin darum bemüht, eine Vorverlegung der für den 25.10.2009 anberaumten Parlamentswahlen zu erreichen. Der Kongress stimmte dieser Initiative Ende März 2009 zu und legte als neuen Wahltermin den 28.6.2009 fest. |
LiteraturAlle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.94 f. Literatur aus unserem Buchladen: ► Argentinienwww-LinksSitio Oficial de la PRESIDENCIA Argentina CIA -- The World Factbook -- Argentina Embajada Argentina | Embassy of Argentina - Washington, DC An Introduction to Argentina Argentina and the IMF ARGENTINA - PATAGONIA - MERCOSUR - TANGO - GAUCHO... Patagonia Amnesty - Argentina Greenpeace Argentina Quo vadis Argentina? El Sur del Sur, Argentina, el pais, su cultura y su gente Botschaft der Republik Argentinien Circulo Argentino Baden-Württemberg e.V. 25 % der jüdischen Bevölkerung von Argentinien leben unterhalb der Armutsgrenze Die deutsch-argentinischen Beziehungen Internationales / Argentinien Argentinien - Buenos Aires Medien in Argentinien www.mp3.com.ar |