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Offizieller Name: Föderative Republik Brasilien Hauptstadt: Brasilia Fläche: 8.547.403 km² Landesnatur: Von N nach S folgen Bergland von Guyana, Armzonastiefland, Brasilianisches Bergland Klima: Überwiegend tropisch, nur im S u. SO warmgemäßigt subtropisch, im Hochland mäßig feuchtes Klima Hauptflüsse: Amazonas, São Francisco, Araguaia, Paranaíba, Tocanuns Höchster Punkt: Pico da Neblina 3.014 m Regierungsform: Bundesstaatliche präsidiale Republik Staatsoberhaupt: Staatspräsident Verwaltung: 26 Bundesstaaten und Bundesdistrikt der Hauptstadt Parlament: Nationalkongress, bestehend aus Abgeordnetenhaus mit 513 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten und Senat mit 81 Mitgliedern Nationalfeiertag: 7. September Einwohner: 167.988.000 (1999; ohne indianische Urwaldbevölkerung); 190.010.647 (geschätzt Juli 2007) Bevölkerungsdichte: 20 Ew./km² (1999) Stadtbevölkerung: 82% (1999) Bevölkerung unter 15 Jahren: 29% (1999) Analphabetenquote: 16% (1999) Sprache: Portugiesisch, Indianersprachen Religion: Katholiken 70%, Protestanten 19% Importgüter: Erdöl und -produkte, Maschinen, chemische Produkte, Metalle, Weizen Exportgüter: Kaffee, Sojabohnen, Zucker, Baumwolle, Tabak, Fleisch, Kakao, Holz, Eisenerz, Edelmetalle, Eisen, Stahl |
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Der Flug von der brasilianischen Amazonas-Metropole Manaus zu den Wasserfällen von Foz do Iguaçú im Dreiländereck Paraguay - Brasilien - Argentinien dauert mit einer Zwischenlandung acht Stunden. Die über 3000 km lange Reise führt über den endlos scheinenden Urwald, der von zahllosen blinkenden Wasserläufen durchfurcht wird, über schachbrettgemustertes Kulturland riesigen Ausmaßes, über endloses karges und bewaldetes Bergland, über Städte und Siedlungen. |
Vom fernen Europa aus schrumpft das große Brasilien oft zu Traumbegriffen wie "Rio de Janeiro" oder "Grüne Hölle Amazonas" zusammen. Man denkt an temperamentvolle, wohlgestaltete Menschen in allen Hautfarben, an palmenbewachsene Traumstrände und an artistische Fußball-Künstler. | ![]() |
Der Staat
Ende 1989 wählten die Brasilianer erstmals nach 29 Jahren in Direktwahl einen neuen Staats- und Regierungschef, den liberalkonservativen Fernando Collor de Mello (* 1949). Etwa ein Drittel der Bevölkerung lebt in Armut. Ein erheblicher Teil der Erwerbstätigen ist in der Schattenwirtschaft tätig. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt als Straßenhändler, Boten, Hausangestellte oder mit Gelegenheitsarbeiten. Viele Tausend Menschen werden insbesondere in den abgelegenen Regionen "an der so genannten Agrargrenze im Norden Brasiliens wo Regenwald gerodet wird, um Weideland oder Flächen für Sojaanbau zu gewinnen oder wo größere Bauvorhaben angekündigt sind" als Zwangsarbeiter bzw. moderne Sklaven gehalten ("die Sklavenarbeit ist die Basis für enorme Gewinnspannen in Exportsektoren wie der Rinder- und Holzwirtschaft, Soja-, Baumwoll- und Stahlproduktion" - siehe: "Augen auf: Hier herrscht Sklavenarbeit"). Die Säuglingssterblichkeit ist, speziell im Nordosten Brasiliens, sehr hoch: in besonders rückständigen Gebieten sterben von 1000 Neugeborenen 400 bereits im ersten Lebensjahr. Das Bildungsniveau der Menschen insgesamt ist zwar niedrig, doch durch ein Alphabetisierungsprogramm konnte die Analphabetenquote merklich gesenkt werden; sie liegt heute bei rund 16%. Obwohl Schulpflicht für alle Kinder von sieben bis fünfzehn Jahren besteht, können zehn Millionen Kinder aus ökonomischen Gründen nicht zur Schule gehen. Geschichte
Die unterschiedlichen Auffassungen Spaniens und Portugals hinsichtlich der Aufteilung ihrer Herrschaftssphären in der "Neuen Welt" konnten 1494 im spanisch-portugiesischen Staatsvertrag von Tordesillas beigelegt werden. Die Kompromisslösung teilte die Erde durch eine 370 Seemeilen westlich der Kapverdischen Inseln liegende Meridianlinie in einen spanischen und einen portugiesischen Einflussbereich. Da der größte Teil Brasiliens östlich dieser Linie liegt, wurde Brasilien zur einzigen portugiesischen Kolonie in Südamerika. |
Dort, wo das Bergland im Süden schroff abbricht, öffnet sich das größte tropische Tiefland der Erde, das Amazonastiefland. Es umfasst etwa 3,6 Millionen km², von denen auf Brasilien ein Anteil von nahezu 2,4 Millionen km² entfällt. Im Erdaltertum war das riesige Gebiet eine nach Westen, zum Urpazifik hin, offene Meeresbucht. Erst seit der Erdneuzeit, die vor 65 Millionen Jahren begann, füllte sich die Bucht nach Aufwerfung der Anden zu einem gewaltigen Binnensee. Die Abflussbewegung, durch die sich der See langsam einen Abgang zum Atlantik verschaffte, formte das Amazonasbecken. |
Die dritte Großlandschaft Brasiliens, das Brasilianische Bergland, steigt langsam vom Südrand des Amazonasbeckens auf und reicht bis in den Süden des Landes. Es ist ein sehr altes Massiv, die flache Aufwölbung des brasilianischen Schilds, der als Urkontinent den ältesten Bauteil Südamerikas darstellt. Obwohl das Brasilianische Bergland geologisch eine Einheit darstellt, haben sich doch sehr verschiedene Landschaftsformen herausgebildet. Das Bergland lässt sich in vier Regionen untergliedern: den Nordosten, den Mittelwesten, Südostbrasilien und Südbrasilien. | ![]() |
Klima Aus: www.sueddeutsche.de Der Nordosten
Der Nordosten Brasiliens, das größte Problemgebiet des Landes, umfasst ein Gebiet von rund 2,6 Millionen km². Neun der 23 Bundesstaaten gehören zum Nordosten, rund ein Drittel der brasilianischen Bevölkerung lebt hier. Doch viele Nordestinos, die zu einem großen Teil kaum lesen und schreiben können, sterben bereits vor dem Erreichen des 50. Lebensjahres. Die Region hat sowohl die höchste Geburtenrate als auch die größte Kindersterblichkeit Brasiliens. |
Weiter im Inland werden die fruchtbaren roten Böden der Küstenebene intensiv landwirtschaftlich genutzt. Früher war Zuckerrohr die wichtigste Feldfrucht, dann wurden Kakao und Tabak vorherrschend. Allerdings wird in jüngster Zeit für die Ethanolproduktion wieder verstärkt Zuckerrohr angebaut. |
Kaffee, Baumwolle, Zuckerrohr und Rinder |
Der größte Teil der landwirtschaftlichen Nutzfläche wird von Naturweiden eingenommen. Entsprechende Relevanz kommt daher der Viehzucht zu, die zu einem Viertel am agrarwirtschaftlichen Produktionswert beteiligt ist. Wichtig ist vor allem die Rinderzucht, die meist extensiv auf den baumlosen Campos von Rio Grande do Sul, auf den Campos Cerrados von Mato Grosso und Minas Gerais sowie im trockenen Nordosten betrieben wird. LiteraturAlle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.203 f. |