Willkommen in Kanada

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Offizieller Name: Canada
Hauptstadt: Ottawa
Fläche: 9.970.610 km²
Landesnatur: Von W nach O: pazifische Küstenketten und Tiefebenen, Rocky Mountains, Great Plains, Kanadischer Schild mit Hudsonbai-Tiefebene, Sankt-Lorenz-Tiefland und Appalachen; im N arktische Inseln
Klima: Überwiegend kühles Kontinentalklima; im W gemäßigtes Klima
Hauptflüsse: Mackenzie, Sakatchewan, St. Lorenz
Höchster Punkt: Mount Logan 5951 m
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: Königin von Großbritannien (UK), vertreten durch einen Generalgouverneur
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 10 Provinzen, 3 Territorien
Parlament: Parlament, bestehend aus dem Unterhaus mit 301 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten und dem Senat mit 112 ernannten Mitgliedern
Natinalfeiertag: 1. Juli
Einwohner: 30.857.000 (1999); 34.300.083 (geschätzt Juli 2012)
Bevölkerungsdichte: 3 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 77% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 19% (1999)
Analphabetenquote: 3% (1999)
Sprache: Englisch, Französisch (Amtssprachen), Chinesisch 2,5%, andere Sprachen und Dialekte 0,7%; In Nunavut ist Inuktikut ebenso Amtssprache
Religion: Katholiken 45%, United Church 12%, Anglikaner 8%, zahlreiche andere Religionen
Importgüter: Fahrzeuge, Chemikalien, Maschinen, Computer, elektr. Geräte
Exportgüter: Maschinen, Fahrzeuge, Papier, Holz, Zellstoff, Getreide, Erze, Erdöl

Kanada

A Mari usque ad Mare, "vom Meer zum Meer", heißt das Motto in Kanadas Wappen. Viele derer, die dieses Land als Waldläufer, als Entdecker und Eroberer, oder ganz einfach als Reisender kennengelernt haben, mögen an die Fortsetzung dieses Spruches aus Psalm 72, Vers 8 erinnert worden sein ... "usque ad terminos terrae", "bis ans Ende der Erde".
Die Dimensionen dieses Landes sind in der Tat schwer vorstellbar. Mit 9,97 Millionen km² hat Kanada fast die Größe Europas. Nur Russland ist als Flächenstaat noch größer. Die gesamte Bevölkerung, über 30 Millionen Menschen, fände indessen in den beiden Städten Paris und London Platz.

Kanada

Die Entfernung, die man zu seiner Durchquerung von Ost nach West zurücklegen muss, ist weit größer als die von einem mitteleuropäischen Flughafen in eine der zentralkanadischen Metropolen. Die Fahrtstrecke über den Trans-Canada-Highway von Victoria auf der Vancouver-Insel im Pazifischen Ozean vor der Küste von British Columbia bis nach Saint John's auf der Insel Neufundland, die im Atlantischen Ozean liegt, beträgt über 7000 km. Die südlichste Stadt, Windsor in Ontario, liegt auf dem 42. Breitengrad, das entspricht der geographischen Breite von Rom. Im arktischen Norden reicht das Land bis zum 84. Breitengrad. Von hier aus sind es nur noch rund 700 km bis zum Nordpol.

Die Größe des Landes ist indessen nur einer von vielen Superlativen. Kanada ist bezüglich seiner Bodenschätze eines der reichsten Länder der Erde, es verfügt über die größten Süßwasserreserven der Welt. Einige Hoch-Technologiebereiche zählen zu den modernsten aller Industrienationen. Die gigantischen Projekte zur Wasserkraftgewinnung im hohen Norden des Landes zählten während ihrer Verwirklichung weltweit zu den größten Baustellen. Die Ölsand-Tagebaubetriebe im Norden der Provinz Alberta halten den Vergleich mit jedem anderen Tagebau der Welt stand. Diese Beispiele ließen sich noch beliebig fortsetzen.
In der Sprache der Cree-Indianer bedeutet "Kanata" soviel wie das "saubere Land". In Anbetracht der gewaltigen Erschließungsmaßnahmen mag man heute an manchen Stellen daran zweifeln, ob dieses Attribut noch zutrifft. Man muss sich aber klarmachen, dass von der riesigen Landfläche nur etwa 10% überhaupt flächendeckend bewohnt und in Kultur genommen sind, ein schmaler Saum am Südrand in Nachbarschaft zu den Vereinigten Staaten von Amerika. Der Rest ist heute zwar längst nicht mehr unberührt, dennoch finden sich hier noch die Weite und die Wildnis, die seit Jahrhunderten zu den großen Verlockungen dieses Landes zählen. Politisch ist Kanada in die zehn Provinzen Alberta, British Columbia, Manitoba, New Brunswick, Newfoundland, Nova Scotia, Ontario, Prince Edward Island, Quebec und Saketchewan sowie in die Territorien Northwest, Yukon und Nunavut gegliedert.

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Öl-Sand-Abbau in Alberta - eine gigantische Umweltzerstörung...
Siehe: h2oildoc.com, »[...] Alberta sits over one of the largest recoverable oil patches in the world, second only to Saudi Arabia. It covers 149, 000 square kilometers, an area larger than Florida, and holds at least 175 billion barrels of recoverable crude bitumen. [...]«



Vancouver (British Columbia) - Austragungsort der olympischen Winterspiele 2010
Hinter Wien, Zürich und Genf belegte Vancouver 2009 Platz 4 im Ranking der Städte mit der höchsten Lebensqualität. Siehe: mercer.com, Mercer's 2009 Quality of Living survey highlights - Global



Toronto... Yonge Street.
»Yonge Street (ausgesprochen wie engl.: "young") ist eine Straße in der kanadischen Provinz Ontario. Sie beginnt als eine der Hauptadern der größten kanadischen Stadt Toronto und endet nach mehr als 2000 Kilometern als Provinzstraße im Norden Ontarios. Ihre Länge hat der Yonge Street einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde gebracht. [...]«de.wikipedia.org, Yonge Street



G8- (Huntsville, 225 Kilometer nördlich von Toronto) und G20-Treffen (Toronto) am 26./27. Juni 2010

»Kanada streitet über künstlichen See im Pressezentrum
Vor dem G8- und G20-Gipfel steigen die Ausgaben der kanadischen Regierung immer weiter. Schon die Investition von knapp einer Milliarde Dollar in die Sicherheit wurde kritisiert, das neueste Projekt stößt auf noch mehr Unverständnis: Ein zwei Millionen Dollar teurer Kunstsee.[...]«
Zitat: www.spiegel.de, 8. Juni 2010

»Toronto, Canada - It is almost certain that we will see a repeat of last year's police brutality like it happened in Pittsburgh, this time we will see it in the streets of Toronto. Toronto will host the G20 later in June, the event will be held on June the 26th and 27th. The G20 is labeled by many as the "meeting of the New World order" because last year in Pittsburgh's G20 meeting Obama openly proclaimed that there is now a "new world order".
fromtheold.com, G20 in Toronto on June 26th - 27th. Expect chaos, May 30, 2010
 Neue Weltordnung - Illuminati - Bilderberger - Filme

Mai 2012: Massenverhaftungen von Demonstranten in Montreal / Quebec

Die Ankündigung der konservativen Regierung, in den folgenden sieben Jahren die Studiengebühren um 82 Prozent zu erhöhen, hat ab dem 20. Februar 2012 hunderttausende Menschen zu Demonstrationen auf die Straßen gebracht. Aufgrund der anhaltenden Proteste hat die Regierung mit einer Verschärfung des Demonstrationsrechts reagiert (Bill 78), womit der Bildungsstreik kriminalisiert werden konnte. Daraufhin solidarisierten sich viele normale Bürger/innen mit den Studenten, da sie in der neuen Bill 78 eine drastische Einschränkung ihrer Freiheitsrechte erkannten. Am 24. Mai erlebte Quebec eine der größten Demonstrationen seiner Geschichte: Mehr als 150.000 Menschen gingen in Montreal auf die Straßen, um für ihre freiheitlichen Bürgerrechte zu demonstrieren. Trotz drakonischer Strafen versammelten sich auch nachts viele Menschen in den Arbeiterbezirken Montreals. Die Demonstrationen richten sich nun auch gegen Lohnsenkungen, Arbeitsplatzabbau und Sozialabbau.
Seit Inkrattreten der Bill 78 am 19. Mai haben die kanadischen Sicherheitskräfte mehr als 1200 Demonstranten verhaftet. Da Versammlungen von mehr als 50 Menschen verboten wurden, finden sich die Menschen in kleineren Gruppen und an unterschiedlichen Orten der Stadt zusammen.
www.wsws.org, Massenverhaftungen in Quebec: Eine Warnung an die Arbeiterklasse, 29. Mai 2012
www.theintelligence.de, Proteste führen zu Einigkeit, 29. Mai 2012

Provinzen und Territorien

Die angegebenen Daten stammen aus dem Jahr 2000

Alberta
Seit 1905 kanadische Provinz
Fläche: 638.233 km², davon 30% bewaldet
Bevölkerung: 2.696.800 Einw.
Hauptstadt: Edmonton
Wirtschaft: Nahrungsmittel, Metallverarbeitung, Holz, chemische Industrie; bedeutende Vorkommen von Ölsänden, riesige Erdgas- und Kohlereserven; Alberta fördert 80% des kanadischen Rohöls
Verkehr: 155.325 km Straßen-, 10.234 km Schienennetz

British Columbia
Kanadische Provinz seit 1871.
Fläche: 892.677 km²
Bevölkerung: 3.724.500 Einw.
Hauptstadt: Victoria (304.300 Einw.)
Wirtschaft: viele Rohstoffe (Kupfer, Erdgas, Rohöl, Molybdän, Blei), über 46 % des Landes dienen der Forstwirtschaft, 94 % der Wälder sind in Staatsbesitz.
Verkehr: 42.600 km Straßen-, 6.800 km Schienennetz.

Manitoba
Seit 1870 kanadische Provinz.
Fläche: 650.100 km², davon 51 % bewaldet
Bevölkerung: 1.113.900 Einw.
Hauptstadt: Winnipeg (667.200 Einw.)
Wirtschaft: Ölvorkommen, Mineralien (Nickel, Zink, Kupfer, einiges Gold und Silber), Landwirtschaft. Etwa ein Drittel der bewaldeten Fläche wird forstwirtschaftlich genutzt
Verkehr: 18.000 km Straßen-, 4.470 km Schienennetz.

New Brunswick
1867 eine der vier Gründungsprovinzen Kanadas.
Fläche: 71.600 km²
Bevölkerung: 738.100 Einw.
Hauptstadt: Fredericton (46.500 Einw.)
Wirtschaft: Wichtiger Wirtschaftszweig ist die Fischerei (rund 50 Arten Meerestiere werden gefangen). Weitere Branchen: Produktion von Nahrungsmitteln, Papier und Holzerzeugnissen
Verkehr: 12.297 km Straßen-, 5.330 km Schienennetz

Newfoundland
Bereits um 1000 kurzzeitig Wikingerkolonie, seit 1949 kanadische Provinz.
Fläche: 371.690 km², davon rund 30 % Gewässer
Bevölkerung: 551.800 Einw.
Hauptstadt: St. John's (95.770 Einw.)
Wirtschaft: vermutlich viele unerschlossene Rohstoffe. Eisenerzvorkommen von 5 Mrd. t in Labrador City und Wabush City. 1994 wurden an der Voiseys Bay reiche Nickel-, Kupfer-und Kobalt-Vorkommen entdeckt
Verkehr: 8.895 km Straßen-, 576 km Schienennetz

Nova Scotia
Seit 1867 kanadische Provinz.
Fläche: 53.800 km²
Bevölkerung: 909.300 Einw.
Hauptstadt: Halifax (332.500 Einw.)
Wirtschaft: Kohle, Gips sowie das weltgrößte Barytvorkommen. Wichtigen wirtschaftlichen Stellenwert hat die Landwirtschaft, besonders Milchproduktion, Geflügel und Eier
Verkehr: 26.091 km Straßen-, 705 km Schienennetz

Ontario
Seit 1867 kanadische Provinz.
Fläche: 1.068.580 km², davon 177 390 km² Seen und Flüsse
Bevölkerung: 10.753.600 Einw.
Hauptstadt: Toronto (4.680.000 Einw.)
Wirtschaft: Ontario ist die am stärksten industrialisierte Provinz, erwirtschaftet 40,3 % des kanadischen BIP und erbringt 51,2 % des Gesamtexports. Hauptindustrien sind Kraftfahrzeuge und Einzelteile, Elektrotechnik, Nahrungsmittel, Chemikalien und Stahl
Verkehr: 157.547 km Straßen-, 25 000 km Schienennetz

Prince Edward Island
Seit 1873 kanadische Provinz.
Fläche: 5.660 km²
Bevölkerung: 134.600 Einw.
Hauptstadt: Charlottetown(15.400 Einw.)
Wirtschaft: Wichtigster Wirtschaftszweig ist die Landwirtschaft, Haupterzeugnisse: Kartoffeln und Milchprodukte. Rinder- und Schweinezucht
Verkehr: 5.308 km Straßen-, kein Schienennetz

Quebec
Seit 1867 kanadische Provinz: besonders unter der französischsprachigen Bevölkerung separatistische Bestrebungen.
Fläche: 1.667.926 km², davon 352.792 km² Gewässer
Bevölkerung: 7.138.800 Einw.
Hauptstadt: Quebec (671.900 Einw.)
Wirtschaft: Stromerzeugung aus Wasserkraft ist ein bedeutender Industriezweig (40 % des gesamten Landes). Außerdem ist Quebec Kanadas führender Papierproduzent. Weitere Industrien: Raffinerien, Milch- und Fleischverarbeitung, Kfz-Produktion, Textilien
Verkehr: 28.719 km asphaltierte Straßen, 6.338 km Schienennetz

Saskatchewan
Seit 1905 kanadische Provinz.
Fläche: 570.113 km² (etwa 50 % bewaldet)
Bevölkerung: 990.200 Einw.
Hauptstadt: Regina (180.000 Einw.)
Wirtschaft: Lange war die Landwirtschaft dominierend, in den letzten Jahren sind Bergbau und verarbeitende Industrie hinzugekommen. Die Provinz ist ein wichtiger Öllieferant und verfügt über große Pottaschevorkommen
Verkehr: 25.380 km Schnellstraßen, außerdem 197.798 km Straßen einschl. Prärietrails. 10.553 km Schienennetz

Northwest Territories
1869 von der Hudson's Bay Company an Kanada verkauft. 1999 wurde Nunavut von den Northwest Territories abgespalten.
Fläche: l.252.400 km²
Bevölkerung: 3.220.000 Einw.
Hauptstadt: Yellowknife (15.200 Einw.). Die Northwest Territories sind Wild-life pur mit Karibus, Moschusochsen, Polarbären und 2 geschützten Bisonherden. Wirtschaft: 1993 wurden 13 Lizenzen für Öl- und Erdgasbohrungen erteilt. Außerdem Pelztierjagd (Schwarz-, Polar- und Braunbären, Wölfe, Luchse)
Verkehr: 4.500 km Straßen, 1.700 km Binnenwasserwege (Mackenzie-River und Nebenflüsse)

Yukon
1895 - Bildung des Yukon-Territoriums durch Herauslösung des Distrikts aus den Nordwest-Territorien.
Yukon ("Großer Fluss") besitzt 4.8% der Gesamtfläche Kanadas. Der Mount Logan in den St. Elias Mountains im Kluane Park ist mit 5.959 m die höchste Erhebung des Yukon und Kanadas.
Fläche: 483.450 km²
Bevölkerung: 29.960 Einw.
Hauptstadt: Whitehorse
Flüsse: Donjek, Klondike, Liard, MacMillan, McQuesten, Nisutlin, Peel, Pelly, Porcupine, Ross, Snake, White, Wind, und der Yukon

Nunavut
Eigenständiges Territorium seit 1999.
Fläche: 1.994.000 km²
Bevölkerung: 28.000 Einw.
Hauptstadt: Iqaluit (4.000 Einw.)
Wirtschaft: noch im Aufbau; Rohstoffe, Kunsthandwerk und Tourismus sollen einmal die Einnahmequellen der Inuit werden. Noch wird das Gebiet von der Zentralregierung jährl. mit umgerechnet 800 Mio. Mark unterstützt. Investiert wird in die Bildung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und in die Infrastruktur
Verkehr: kaum erschlossen.

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Urbevölkerung

"Ohne Land haben Indianer keine Seele, kein Leben, kein Dasein, keinen Sinn. Land ist Bestandteil unseres kulturellen und wirtschaftlichen Überlebens" - dies sind die Worte eines indianischen Sprechers, der im Zusammenhang mit dem Bau des Alaska-Highway auf das besondere Verständnis der Urbevölkerung von ihrem Land und damit von ihrer Lebensgrundlage nachdrücklich hingewiesen hat.

Rote Haut und weißes Land
Seit wann die Urbevölkerung Nordamerikas aus ihrem ostasiatischen Ursprungsgebiet über die Beringstraße den Kontinent gewechselt hat, ist unsicher. Um 10.000 v. Chr., also gegen Ende der letzten Eiszeit, ist diese Immigration zum Stillstand gekommen, wobei mit jedem Immigrationsschub die bereits vorhandenen Gruppen weiter nach Süden gewandert sind. Die jüngste Einwanderergruppe sind somit die Inuit - die Bezeichnung Eskimo sollte man wegen ihrer negativen Bedeutung (Rohfleischfresser) nicht verwenden -, die erst nach Nordamerika gelangten, als sich die Eispanzer der letzten Eiszeit allmählich zurückgezogen hatten.
Die Urbevölkerung Kanadas gliedert man heute in sechs Kulturbereiche, die deutliche Anlehnungen an die geographischen Großzonen erkennen lassen. Der "arktische Kulturraum" jenseits der Waldgrenze ist der Lebensraum der Inuit. Im südlichen "subarktischen Waldland" bietet die Jagd auf Elch, Waldrentier, Rothirsch und Wildschaf, teilweise auch der Fischfang, die traditionelle Lebensgrundlage. Der "nordöstliche Kulturraum" im Gebiet des Sankt-Lorenz-Stroms und der Mittelgebirgslandschaften war schon früh durch indianischen Ackerbau, von Bohnen, Kürbis und Mais, dem sogenannten "indian corn", und durch ständige Siedlungen geprägt. Demgegenüber war die Lebens- und Wirtschaftsform der "Prärie-Indianer" eher halbnomadisch. Die Büffeljagd war eine wesentliche Lebensgrundlage, das Tipi die klassische Siedlungsform. Eine Vermischung der unterschiedlichen Lebensgewohnheiten charakterisiert die "Plateau-Indianer" in den Becken- und Plateaulandschaften des Kordillerengebirges. Die "Indianerbevölkerung der Westküste" bildet einen eigenen Kulturraum, der sich durch einen besonders hohen Entwicklungsstand mit Totemkultur, großen Sippenhäusern, reichen Schnitzereien und Malereien auszeichnet.

Auch eine Differenzierung nach Sprachfamilien ist möglich, da es in Kanada rund 50 verschiedene Sprachen und Dialekte der Urbevölkerung gibt. Der Algonkin-Gruppe gehören rund 60% aller Indianer Kanadas an. Es folgen die Athapasken (8,4%), Irokesen (8%), Salish (7,5%) und Inuit (7,4%).
Heute leben in Kanada rund 300.000 Indianer, soweit sie als "registered indians" in Stammeslisten geführt werden. Nimmt man die Mischbevölkerung der Métis hinzu, so erhöht sich die Zahl auf ca. 800.000.

Iglu und Hundeschlitten
Rund 100.000 Inuit leben in den arktischen Anrainerstaaten, davon gut die Hälfte in Grönland, ein Viertel in Alaska und nur 3000 in Russland. Auf Kanada entfällt somit knapp ein Viertel dieser Urbevölkerungsgruppe.
Obwohl die Immigration dieser Bevölkerung deutlich früher erfolgte, lässt sich die erste Kulturstufe, die "Prä-Dorset-Kultur", erst für die Zeit von 2500 bis 800 v. Chr. nachweisen. Zahlreiche kunstvoll behauene Steinwerkzeuge für Jagd und Fischfang wurden aus dieser Zeit gefunden. Die folgende "Dorset-Kultur" (bis 1300 n. Chr.) basierte dann stark auf der Jagd nach Meeressäugern wie etwa Robben und Wale und den Karibus, dem amerikanischen Rentier. Die Menschen lebten überwiegend in Fellzelten oder Sodenhäusern, jedoch nimmt man auch den Beginn des Schneehauses, Iglu genannt, für diese Zeit an.
Iglus, Hundeschlitten, Kajaks und Specksteinlampen sind dann aber erst die eigentlichen Kennzeichen der sogenannten "Thule-Kultur", für die der Walfang eine zentrale Bedeutung hatte. Man muss annehmen, dass diese Kultur durch den Beginn der Kontakte mit den Europäern im 17./18. Jahrhundert deutliche Veränderungen erfuhr. Denn anstelle des Walfangs traten Robben- und Walrossjagd stärker in den Vordergrund, da diese durch die Verwendung von Feuerwaffen erleichtert wurde.

Entwicklungen
Auch wenn die Inuit am 1. April 1999 ein eigenes Territorium (Nunavut) und die weitgehende Selbstverwaltung erhielten - das Problem der Ureinwohner ist damit noch nicht gelöst. Unter den Indianern vom Stamm der Innu, die im N von Québec und Neufundland leben, ist die Selbstmordrate mit jährlich hochgerechnet 178/100.000 Einwohnern weltweit am höchsten (Kanada insgesamt nur etwa 13/100.000 Einwohner). Alkoholismus und mangelnde Zukunftsperspektiven seien die Ursache dafür, sagte ein Stammessprecher und bezichtigte die Regierung in Ottawa der Mitschuld an der hohen Selbstmordrate.
Auch in Kanada zeigt sich bereits die Kehrseite eines boomenden Tourismus. Umweltschützer warnen vor unumkehrbaren Schäden in den Nationalparks. Besonders alarmierend sei die Lage im Prince Edward Island National Park, wo Dünen regelmäßig von Besuchern beschädigt werden.

Kulturen in Gefahr
Sowohl das Leben der Inuit als auch das der Indianer ist heute durch die Einflüsse der westlichen Zivilisation stark geprägt. Die Holzhäuser in den Inuitsiedlungen verfügen über allen technischen Komfort, bis hin zu Kühlschrank, Mikrowellenherd, Fernseher etc. Hundeschlitten und Iglu spielen lediglich noch während der Jagd eine gewisse Rolle. Ob diese Entwicklung in jedem Falle zum Segen der Bevölkerung war, erscheint fragwürdig.
Die großen wirtschaftlichen Erschließungsprojekte, wie etwa der Bergbau oder die Errichtung von Staudämmen und Ölleitungen, stellen heute für den Erhalt dieser Kulturen ernsthafte Bedrohungen dar.
Bei der Indianerbevölkerung ist dieser Verdrängungsprozess schon seit dem 17. Jahrhundert zu beobachten. Im Jahre 1867 wurde von der Regierung durch den "Indian Act" die Einrichtung von Reservaten per Gesetz verfügt, um diesen Prozess zumindest einigermaßen steuern zu können. Aber diese Politik kam einer Gettoisierung gleich, da die Indianer über ihr Land nunmehr nur noch bedingt verfügen konnten. Für viele von ihnen bedeutete dies den Verlust ihrer Identität.
Erst in den letzten Jahren ist es der Urbevölkerung gelungen, ihre verfassungsmäßigen Rechte stärker zur Geltung zu bringen. Dies lässt für den Fortbestand ihrer Kulturen hoffen, wenngleich die Gefahren noch längst nicht gebannt sind.

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Geschichte

Kanada in seinen heutigen Grenzen besteht erst seit 1949, nachdem sich Newfoundland in einem Volksentscheid für den Anschluss an den föderativen Bundesstaat entschlossen hatte. Dies ist jedoch nur der Endpunkt einer Entwicklungsgeschichte, die sich über mehrere Jahrhunderte vollzogen hat.

Franzosen und Engländer im Wettlauf
Mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Kolumbus (1451-1506) änderte sich schlagartig die politische Landkarte der Welt. Die Kolonialmächte wetteiferten um die Vorherrschaft auf dem neu entdeckten Kontinent, wobei Noramerika zum Spielball der Interessen zwischen Spaniern, Engländern und Franzosen wurde. Vergessen sollte man jedoch nicht, dass bereits um das Jahr 1000 die Wikinger zur Ostküste Nordamerika gelangt waren, freilich ohne sich dort auf Dauer festzusetzen. Am 24. Juni 1497 erreichte dann John Cabot (um 1450-1498 oder 1499) die Ostküste Neufundlands (Bonavista) und beanspruchte es für die englische Krone. Knapp vierzig Jahre später entdeckte der Franzose Jacques Cartier (um 1491-1557) den Zugang zum Landesinneren über den Sankt-Lorenz-Strom.
Die ersten Siedlungsgründungen durch die Franzosen erfolgten indessen erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Samuel de Champlain (um 1570-1635) ließ 1605 einen Stützpunkt an der Fundybay (Port Royal) anlegen, 1608 folgte Quebec und 1642 Ville-Marie, das spätere Montreal.
Hatten sich somit die Franzosen entlang des Sankt-Lorenz-Stroms fest etabliert, so konzentrierten sich die Engländer zunächst auf die Ostküste des Kontinents (Neu-England), suchten gleichzeitig aber auch die Nord-West-Passage durch die arktischen Gewässer. 1610 gelangte Henry Hudson (um 1550-1611) dabei in die Hudsonbai. Der Pelzreichtum veranlasste die Engländer im Jahre 1670 zur Gründung der "Hudson's Bay Company", der treuhänderisch das gesamte Land im hydrographischen Einzugsgebiet der Hudsonbai übertragen wurde. Dieses "Rupert's Land" genannte Gebiet reichte, wie sich später erst herausstellen sollte, bis in die westkanadischen Gebirge.
Somit war die französische Kolonie durch die Engländer in die Zange genommen. Nachdem die Franzosen 1759 auf den Plaines d'Abraham in der Nähe der Stadt Quebec überlistet worden waren, wurde im Frieden von Paris 1763 der französischen Herrschaft in Kanada ein Ende gesetzt. Durch die Quebec-Akte 1774 wurden der französischen Bevölkerung jedoch die Beibehaltung ihres katholischen Glaubens, des französischen Rechts und andere Privilegien zugestanden. Dies bedeutete die Garantie für den Fortbestand der französischen Kultur auf dem nordamerikanischen Kontinent.

Der Westen öffnet sich
Inzwischen hatten sich auch im Westen Interessenskonflikte ergeben. 1858 war New Caledonia zur britischen Kolonie British Columbia geworden. Das Versprechen zum Bau einer transkontinentalen Eisenbahn veranlasste British Columbia, im Jahre 1871 der Konföderation beizutreten. Inzwischen war auch Rupert's Land von der Hudson's Bay Company an Kanada verkauft worden. Im gleichen Jahr (1870) war ein kleines Territorium in den Prärien als Provinz Manitoba gegründet worden. Prince Edward Island im Osten trat schließlich 1873 dem kanadischen Bundesstaat bei. Der Bau der Canadian Pacific Railway (1881-1885) öffnete den Westen für jenes ethnische Mosaik, das heute die Prärieprovinzen kennzeichnet.
1905 wurden östlich von British Columbia die Provinzen Alberta und Saskatchewan gegründet, 1912 Manitoba und Ontario bis zu ihren heutigen Grenzen ausgeweitet. Die Gebiete nördlich des 60. Breitengrades blieben als Territorien (Yukon Territory und Northwest Territories) direkt der Regierungsgewalt des Bundes unterstellt. Mit dem Beitritt von Newfoundland wurde 1949 die zehnte Provinz dem kanadischen Bundesstaat eingegliedert. 1999 entstand das Territorium Nunavut.
Seither hat sich die kanadische Nation politisch weiter gefestigt, wenngleich sie innerlich nicht frei von Auseinandersetzungen ist. Der Quebec-Konflikt stellt dabei nur ein Problemfeld dar. Die Verselbständigung als Nation dokumentiert sich unter anderem in der Schaffung einer eigenen Flagge (1967), einer eigenen Hymne (1980) und schließlich einer eigenen Verfassung (1982). Aber auch heute noch ist die britische Königin gleichzeitig Königin von Kanada, die durch eine(n) Generalgouverneur(in) vertreten ist.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.767 f.



www-Links



CIA -- The World Factbook -- Canada
Botschaft von Kanada in Berlin
Government of Canada Site | Site du gouvernement du Canada
1a Kanada Tipps und Kanada Links
1001 Kanada Länderinformationen von Kanada News, Kanada, Canada
Kanada will Internet stärker überwachen
CDN-Web-Index - Die Kanada-Suchmaschine
Die Beziehungen zwischen Kanada und Deutschland
Institut für Kanada-Studien, Universität Augsburg
Kahlschlag für Deutschland in Kanadas Regenwäldern
Languages of Canada
CANOE - Canada's news
Detailed guide to the National Parks and other national areas
WWF - Canada - WWF - Canada - World Wildlife Fund Canada
Greenpeace Canada
Aboriginal Canada Portal - Portail des Autochtones au Canada
Lonely Planet World Guide | Destination Canada |
Buddhism in Canada
Canada Tour (viele Fotos)

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