Willkommen auf Dominica

[Dominica] [Die ursprünglichste Insel der Karibik] [Literatur und www-Links]



Offizieller Name: Dominikanischer Bund
Hauptstadt: Roseau
Fläche: 751 km²
Landesnatur: Durch Vulkanismus geprägte Insel; von N nach S von einem Gebirge durchzogen
Klima: Tropisch-feuchtheiß
Hauptflüsse: Layou
Höchster Punkt: Morne Diablotin 1447 m
Tiefster Punkt: Meeresspiegel
Regierungsform: Parlamentarische Republik (im Commonwealth)
Unabhängigkeit: 3. November 1978 (ehemals britische Kolonie) Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 10 Bezirke
Parlament: Abgeordnetenhaus (21 gewählte, 9 ernannte Mitglieder)
Einwohner: 71.000 (1999); 73.000 (2007; darunter ca. 91% Schwarze, 6% Mulatten und Kreolen, 1,5% Indianer; weiße Minderheit)
Bevölkerungsdichte: 97 Ew./km²
Stadtbevölkerung: 25% (1999)
Analphabetenquote: 6% (1999)
Sprache: Englisch (Amtssprache), Patois (franz. Kreol), Cocoy (Pidgin-Englisch)
Religion: Katholiken ca. 80%, Protestanten ca. 15%
Importgüter: Nahrungsmittel, Industriegüter
Exportgüter: Bananen, Kakao, Kopra. Kokosnüsse, Obstsäfte


Die Insel Dominica ist seit 1978 eine Republik. Sie liegt im Karibischen Meer, etwa 515 km nördlich von Venezuela. Die Insel entstand durch Vulkanismus und ist mit dichtem Regenwald bestanden.
Der palmenbestandene Karibikstrand, lässt Dominica als Inselparadies erscheinen. In Wirklichkeit ist es eines der ärmsten Länder dieser Region, mit hoher Arbeitslosen-, Analphabeten- und Sterblichkeitsrate. Darüber hinaus hemmt ein schlecht ausgebautes Kommunikationsnetz die Entwicklung der Insel.
"Abenteuerinsel" nennen selbst die Dominicaner ihr vulkanisches Naturparadies, und das Abenteuer Dominica beginnt mit der Reise vom Flughafen Melville nach Roseau. In beklemmenden Steigungen windet sich die unwegsame Piste durch die Pflanzenwand des Regenwaldes, über Schlaglöcher, Schlamm und Schotter, vorbei an 60 m hohen Bäumen, durch die 1000 m hohen Vulkanmassive der Morne Trois Pitons und des Diablotin. Regenfangende Steilhänge bedingen eine unerschöpfliche Fruchtbarkeit. Zweihundert Baumarten - vom Mahagoni bis zur Zeder - verwachsen zur Undurchdringlichkeit eines mehrstöckigen Regenwaldes, in dessen Paterre Blütenmeere von Lilien, Hibiskus und Orchideen wachsen. Überall ist Wasser: glasklare Seen, Hunderte von Wasserfällen, Wildbäche, die aus den Bergen kommend zu Flüssen angeschwollen in Meeresbuchten münden, wo Palmen auf schwarzem Lavastrand das Bild umrahmen.

"Insel der vielen Kämpfe" nannten die indianischen Ureinwohner ihre Insel. Tatsächlich konnten die Briten erst 1759 den erbitterten Widerstand der Kariben brechen, die zuvor schon Spanier und Franzosen vertrieben hatten. Und erst nach zahllosen Kämpfen zwischen England und Frankreich fiel die Insel 1805 endgültig der britischen Krone zu, bis sie 1978 ihre volle Unabhängigkeit erhielt.
Doch der selbständige Staat hat viele Probleme: Misswirtschaft, Korruption und ein nur nominell demokratisches Parlament sowie ein sinkendes Bruttosozialprodukt sind Kennzeichen von Dominica (Stand 1998/99: 3010 US-$ je Einwohner BSP; Das Bruttosozialprodukt stieg seit 2003 dagegen bis 2010 auf 4030 US-$ je Einwohner; im Vergleich Haiti mit 520 US-$ je Einwohner im Jahr 2010; vgl. auch Bruttosozialprodukt je Einwohner/Jahr entsprechend Kaufpreisparität in PPP US-$ siehe cia.gov, GDP on a purchasing power parity basis divided by population; außerdem wird unter Nicholas Liverpool, Staatspräsident seit 2003, die Korruption erfolgreich bekämpft).
Gebirge und dichtester Regenwald geben nur knapp 20 % der Gesamtfläche zur landwirtschaftlichen Nutzung frei. Wer der Natur nicht Raum für ein paar Ananas- oder Bananenstauden abringt oder wer nicht im bescheidenen Dienstleistungsgewerbe der Hauptstadt Roseau unterkommt, bleibt arbeitslos.
Roseau, das sind ein altes Fort, ein paar britisch-koloniale Gebäude, ein quadratischer Grundriss als Reste englischer Geschichte und Ordnung - ansonsten ist dieser Marktflecken als Einkaufszentrum und Regierungssitz doch vor allem ein aus Wellblech und Brettern gezimmertes Dorf, dessen Armut aber nicht armselig, sondern auf eigene Weise selbstbewußt und charmant wirkt. Französisches "savoir vivre" und karibische Sorglosigkeit überspielen die soziale Not. Das klangvolle Französisch-Patois übertönt die englische Amtssprache, das ausgeprägte Selbstbewusstsein der schwarzen Dominicaner und ihr Stolz auf die Einzigartigkeit ihrer Insel übertünchen die Schattenseiten des täglichen Uberlebenskampfes von Kleinbauern, Fischern und Händlern.

Die ursprünglichste Insel der Karibik

Badetourismus ist auf dieser ungezähmten Insel, deren Straßen selbst für Geländefahrzeuge nicht unproblematisch sind und deren Strande folglich noch den Fischern gehören, kaum möglich. Nur zu Fuß ist die feuchtheiße Sauna des "Boiling Lake" zu erreichen: Man braucht Macheten und gute Schuhe, um durch Dschungel und über wabernden vulkanisch-aktiven Boden zum zweitgrößten kochenden See der Erde zu gelangen, und man braucht eine widerstandsfähige Nase, um die Nähe blubbernder Sulfatquellen zu ertragen.

In einem schwer zugänglichen Reservat bei Marigot an der Ostküste leben etwa 500 Kariben als letzte jener kriegerischen Ureinwohner, denen einst die Karibik gehörte. Noch 1930 wagten sie mit Pfeil und Bogen den Aufstand gegen ihre Herren und kapitulierten erst vor dem Feuer englischer Kanonenboote. Heute leben sie als Fischer und Korbflechter, und noch immer wissen wir wenig von ihrer Kultur und ihrer Sprache, der wir Entlehnungen wie Karibik, Kannibale, Karneval oder Hängematte verdanken. Ihr Reservat genießt inzwischen eine bescheidene Unabhängigkeit. Mit den schwarzen Dominicanern haben sie nicht viel im Sinn, gelten diese doch als die Urenkel der vom weißen Mann gebeugten Sklaven, den ihr stolzer Stamm bis an die Grenze der eigenen Ausrottung bekämpfte.
So erschlossen die meisten karibischen Inseln dem Touristen sein mögen, so unerschlossen bleibt Dominica und ist damit die ursprünglichste und beeindruckendste Insel der Karibik. Wer das Abenteuer wagt, erfährt hautnah Reize und Schatten dieser geographischen Region, einer uralten Naturlandschaft, die die Indianer schützte und die zu zerstören selbst dem weißen Mann nicht gelang.

Als Antwort auf die von den USA dominierten geplanten gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA, haben Venezuela und Kuba Anfang 2005 eine von US-Interessen unabhängige lateinamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft - ALBA ( Alternativa Bolivariana para los pueblos de Nuestra América) - gegründet. Der ALBA traten im April 2006 Bolivien, im März 2007 Nicaragua, im Januar 2008 Dominica und zuletzt im August 2008 Honduras bei.

»[...] Am 9.2.2009 teilte Premierminister Skerrit mit, dass Dominica im Rahmen seiner seit Januar 2008 bestehenden Mitgliedschaft im Wirtschaftsverbund ... (ALBA) von Venezuela eine Finanzhilfe in Höhe von 49 Mio. US-$ erhalten habe. Die für den Landwirtschaftssektor bestimmten Gelder waren für die Verbesserung der Nahrungsmittelversorgung auf der Insel vorgesehen. Mitte Februar 2009 konnte zudem mit mehreren Schiffsladungen Diesel und Benzin aus Venezuela, die im Rahmen des Petrocaribe-Abkommens geliefert wurden, ein sich abzeichnender Engpass inn der Treibstoffversorgung des Landes abgewendet werden. [...]«
Zitiert aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 190 ff.
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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.360 f.



www-Links



Official Website of Dominica: www.dominica.dm
News-Dominica, Dominica's most popular news and newspaper website
Dominica Newspaper: The Dominican.net
CIA - The World Factbook -- Dominica
Virtual Dominica: a complete virtual guide
Governments on the WWW: Dominica
Dominica travel | Lonely Planet World Guide
Languages of Dominica
Dominica and the IMF
Political Resources on the Net - Dominica
Bilaterale Beziehungen zwischen Deutschland und Dominica
Fotos (Photos, Pictures, Images, Bilder) von Fernreisen: Dominica
Commonwealth of Dominica - Chronik

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