Willkommen in El Salvador

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Offizieller Name: Republik El Salvador
Hauptstadt: San Salvador
Fläche: 21.041 km²
Landesnatur: Von SW nach NO folgen das pazifische Tiefland, die pazifische Küstenkordillere, das zentrale Hochland und die Zentralamerikanischen Kordilleren
Klima: Tropisches Klima mit geringen Temperaturschwankungen
Hauptflüsse: Rio Lempa, Rio Grande de San Miguel
Höchster Punkt: Monte Cristo 2418 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 14 Departamentos
Parlament: Nationalversammlung mit 84 für 3 Jahre gewählten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 15. September
Einwohner: 6.154.000 (1999); 6.587.541 (2004)
Bevölkerungsdichte: 292 Ew./km²
Stadtbevölkerung: 47%
Analphabetenquote: 21%
Sprache: Spanisch, indianische Sprachen
Religion: Katholiken 92%
Importgüter: Maschinen, Nahrungsmittel, Erdöl, Textilien, Fahrzeuge
Exportgüter: Kaffee, Baumwolle, Gold, Zucker, chemische Produkte


El Salvador ist ein ruheloses Land, in dem die Erde häufig bebt. Sein Kerngebiet, das zentrale Hochland, wird von zwei Gebirgszügen eingerahmt: von der Küstenkordillere entlang der pazifischen Küste im Südwesten und von dem hier 1650 m hohen Kamm der Zentralamerikanischen Kordilleren im Nordosten. Das Küstengebirge erhält seine Besonderheit und Schönheit von einer Kette von Vulkankegeln, deren höchster mit 2381 m der Santa Ana ist. Sieben der insgesamt sechzig Vulkane sind noch aktiv. In Senken zwischen einigen Vulkankegeln entstanden Seen, etwa der Lago de Ilopango, dessen reizvolle Lage in Zukunft Touristen ins Land locken soll. Wo Vulkane tätig sind, wächst die Gefahr von Erdbeben. Diese Gefahr besteht für die gesamte Vulkanzone und die angrenzenden Regionen. Seit der spanischen Eroberung im 16.Jahrhundert wurden fast 30 größere Erdbeben gezählt. Schwache Beben gehören schon fast zum Alltag.
Das von breiten Hochtälern unterbrochene Hochland zwischen den beiden Gebirgszügen der Kordilleren bildet mit seinen günstigen Klimabedingungen, ausreichenden Niederschlägen und fruchtbaren vulkanischen Böden seit jeher das bevorzugte Siedlungsgebiet. Seine Grasfluren haben dem Land den schmückenden Beinamen der "Gartenrepublik" eingebracht. Der Küstenkordillere vorgelagert ist ein zwischen 15 und 20 km breites Tiefland, das von mehreren Trichtermündungen mit breiten versumpften Ufern unterbrochen wird. Es wurde erst besiedelt, als der Boden auf dem Hochland knapt wurde.

El Salvador liegt am Rande der Tropen im Übergangsbereich zwischen immergrünen Regenwäldern und dem Savannengürtel. Das wichtigste Merkmal des wechselfeuchten Klimas ist der Wechsel zwischen der Regenzeit von Mai bis Oktober und der Trockenzeit von November bis April.

Bestimmend für die Niederschlagsverteilung ist der Nordostpassat, der sich an den Nordflanken der Zentralamerikanischen Kordilleren abregnet. Daher erhalten die hochgelegenen Bergregionen die meisten Niederschläge, nämlich rund 2500 mm im Jahr. Von den Regenwäldern an den Hängen der Küstenkordillere ist nicht viel übrig geblieben: Nur noch 5% der Landesfläche sind von Wald bedeckt, weil die Berghänge schon zur Zeit des Kaffeebooms vor der Weltwirtschaftskrise abgeholzt und mit Kaffeesträuchern bepflanzt wurden. Der Zwang einer wachsenden Bevölkerung, der Natur möglichst viel Nutzfläche abzugewinnen, hat die tropische Vegetation zusätzlich verarmt.

Die Menschen

El Salvador ist das kleinste und zugleich am dichtesten besiedelte Land Zentralamerikas. Schon vor der spanischen Eroberung war das Hochland von verschiedenen Indiovölkern vergleichsweise dicht besiedelt. Etwa 120.000 Angehörige der Pipil mit toltekisch-aztekischem Ursprung, der Pokoman (Maya) und Lenca teilten sich das Land, auf dem heute über 6 Millionen Menschen leben. Die Salvadorianer zählen sich selbst zu 90% zu den Mestizen genannten Mischlingen zwischen Spaniern und Indios, obwohl vielen die indianische Herkunft von den Gesichtern abzulesen ist. Das Sozialprestige verbietet es ihnen, sich zu den "primitiven" Indios zu zählen. Sie feiern zwar deren Feste mit, aber sie haben keine gemeinsame kulturelle Identität. Das große Erbe der Vergangenheit wurde durch das Christentum und noch mehr durch die Anpassung an die "Zivilisation" verschüttet. Heute erinnert nur noch die Folklore an alte Traditionen.
Etwa 90% der "Guanacos"- so lautet der Spitzname für die Bewohner von El Salvador - sprechen die spanische Landessprache und nur noch 10% eine der indianischen Lokalsprachen. Über 90% der Bewohner eines Landes, das nach dem Erlöser benannt ist und in dem fast jeder Berg den Namen eines Heiligen trägt, bekennen sich zum Katholizismus, aber nur etwa 10% praktizieren ihren Glauben. Die katholische Kirche hat sich von einer konservativen Kraft zu einer Verteidigerin der sozialen und politischen Menschenrechte gewandelt. Der von Todesschwadronen ermordete Erzbischof von San Salvador, Oscar Romero (1917-1980), wurde zum Symbol der Märtyrer dieser Wende.

El Salvador hatte in den 1970er und 1980er Jahren eine der höchsten Wachstumsraten der Bevölkerung in der Welt. Innerhalb der letzten zwanzig Jahre hat sie um über die Hälfte zugenommen. Zwar ist die jährliche Wachstumsrate seit einigen Jahren rückläufig, doch dies ändert nichts an der Tatsache, dass das Land bereits heute in der "Bevölkerungsfalle" gefangen ist, d.h. es kann kaum noch Landreserven erschließen; es kann auch durch eine Umverteilung des Landes und Umpolung seiner Exportorientierung kaum die schnell wachsende Menschenzahl produktiv beschäftigen und ausreichend ernähren.

Die stillschweigende Ausdehnung der Siedlungsgrenze bis tief in das Staatsgebiet von Honduras war eine wesentliche Ursache für den 1969 zwischen den beiden Staaten ausgetragenen "Fußball-Krieg". Die Binnenwanderung aus den vernachlässigten Randprovinzen und die vom Bürgerkrieg ausgelösten Fluchtbewegungen in die landwirtschaftlich und industriell höher entwickelten Kernprovinzen Sonsonate, La Libertad und San Salvador verschärften hier den Bevölkerungsdruck und die Arbeitslosigkeit: Gut die Hälfte der Salvadorianer hat keine geregelte Arbeit. Ebenso viele leben bereits in den Städten, die längst unfähig sind, den wachsenden Strom von Zuwanderern mit Arbeit, Wohnung, Schulen, Krankenhäusern sowie Trinkwasser zu versorgen. Auch ein hohes industrielles Wachstum in den 1960er und 1970er Jahren, das El Salvador zum industriell am weitest entwickelten Land innerhalb des "Zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes" machte, konnte die Arbeitslosigkeit nicht abbauen.
Wer kein Land und keine Arbeit hat und sich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser halten muß, kann sich vieles nicht leisten, was ein lebenswertes Leben ausmacht. Die Statistiken verzerren mit Durchschnittszahlen die elenden Lebensbedingungen der Bevölkerungsmehrheit. Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Geburt liegt bei ihr mit schätzungsweise 69 Jahren am unteren Ende, die Sterblichkeit infolge von Malaria an der Spitze im lateinamerikanischen Vergleich. Der Bürgerkrieg hat die schlechte medizinische Versorgung des Hinterlandes noch verschlimmert. Alphabetisierungsprogramme haben zwar den Anteil der Analphabeten verringert, aber er liegt auf dem Land nach wie vor bei 42%. Über drei Viertel der schulpflichtigen Kinder beginnen eine Schulausbildung, aber nur ein Fünftel schließt die Grundschule ab. In den Kampfzonen hatte der Bürgerkrieg das Bildungswesen völlig lahmgelegt.
Die Ursache für die Massenverelendung liegt jedoch nicht allein im Krieg, sondern in der "strukturellen Gewalt" auf dem Land. Die schlechten Lebensverhältnisse auf dem Land treiben viele in die Hoffnungslosigkeit der Städte. Die Erlöse der Kleinbauern reichen in der Regel nicht aus, um ihre Familien mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen. Eine durchschnittlich große Bauernfamilie brauchte zur Existenzsicherung eine Betriebsfläche von etwa 10 ha. Tatsächlich verfügen gut zwei Drittel der Kleinbauern über weniger als 2 ha. 63 Großbetrieben gehörte vor der zu Beginn der 1980er Jahre eingeleiteten Agrarreform ebensoviel Land wie nahezu 200.000 Kleinbauern. Sechs Familien aus der einflussreichen Oligarchie der sogenannten "14 Familien" besaßen so viel Land wie 80% der armen Bauernfamilien. Die große Mehrheit der Kleinbauern lebt außerdem auf Pachtland, meist in ungesicherten Rechtsverhältnissen, und ist deshalb immer von Vertreibung bedroht.
Es waren vor allem diese krassen sozialen Gegensätze und der Terror von Militärdiktaturen, die zum Bürgerkrieg führten. Dieser kostete bis zum Frieden 1992 rund 80.000 Menschen das Leben, machte Hunderttausende zu Flüchtlingen, zerstörte viele Verkehrs- und Versorgungseinrichtungen, beschleunigte die Kapitalflucht und lähmte die gesamte Wirtschaft. Die von ihm in den Jahren 1981 bis 1986 angerichteten Schäden wurden auf 1,2 Milliarden US-Dollar geschätzt. Ungefähr so viel Wirtschaftshilfe leisteten die USA in demselben Zeitraum. Der Krieg und seine Folgen, die auch heute noch überall zu spüren sind, bestimmten den Alltag der Salvadorianer.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.378 f.



www-Links



El Diario de Hoy de El Salvador
El Salvador 360 - 360 degree Virtual Reality Panoramas
CIA - The World Factbook -- El Salvador
El Salvador travel | Lonely Planet World Guide
EL SALVADOR - A Country Study
Governments on the WWW: El Salvador
Political Resources on the Net - El Salvador
Volcanoes Of El Salvador
Languages of El Salvador
Catholic Church in El Salvador
Human Rights Watch: Americas : El Salvador
Amnesty International - El Salvador
WWW-VL History Index: El Salvador
History of El Salvador
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Deutsche Botschaft San Salvador
Botschaft von El Salvador in Deutschland

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