Willkommen in Französisch-Guyana (F)

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Französisch-Guyana (-Guayana) ist ein vollintegrierter Teil des französischen Staates und damit auch Teil der Europäischen Union; Zahlungsmittel ist - wie in Frankreich - der EURO.

Status: Übersee-Departement (Département d'outre-mer seit 1946); französische Überseeregion (seit 1982); französisch seit 1817.
Hauptstadt: Paris
Hauptort: Cayenne
Staatsoberhaupt: Staatspräsident von Frankreich vertreten durch einen Präfekten
Parlament Conseil général mit 19 Mitgliedern; Conseil régional mit 31 Mitgliedern; Wahl alle 6 Jahre; je 2 Vertreter in der französischen Nationalversammlung und im Senat.
Fläche: 90.000 km²
Einwohner: 174.000 (1999); 199.509 (geschätzt Juli 2006); 40% Kreolen, 40% Chinesen, Libanesen, Brasilianer u.a.; Indianer, Marons u.a.
Sprache: Französisch, Créole
Religion: ca. 75% Katholiken
Französisch-Guayana hat, wie fast alle französischen Kolonien, keine eigene Flagge. Es muss die französische Trikolore gehisst werden. Die Flagge der Unabhängigkeitsbewegung zeigt die panafrikanischen Farben Grün, Gelb und Rot.flagge

Land und Geschichte

Französisch-Guyana, der Nordostzipfel Südamerikas, ist mit 90.000 km² das kleinste Land des Kontinents. Obwohl das französische Übersee-Département etwas größer als Österreich ist, zählt es nur etwa 174.000 Einwohner. Begrenzt wird das Land im Norden vom Atlantik, im Süden und Osten von Brasilien und im Westen von Suriname. Politisch und wirtschaftlich ist die ehemalige Kolonie auch heute noch weitgehend vom Mutterland abhängig.
Bereits im Jahr 1498 entdeckte Christoph Kolumbus (1451-1506) die Küste Französisch-Guyanas. Doch erst hundert Jahre später begannen sich Europäer, zunächst Niederländer, dann Franzosen und Engländer, anzusiedeln. Als "Archipel der Verdammten" brachte es Französisch-Guyana später zu zweifelhaftem Ruhm.

Landkarte

Denn beinahe hundert Jahre lang wurde es von Frankreich als Verbannungsort für politische "Querulanten" und Kriminelle genutzt.
Erst 1945 wurden die gefürchteten Straflager aufgelöst. Im Jahre 1946 wurde die Sträflingskolonie dann in ein Übersee-Département umgewandelt.

Literatur: "Papillon" von Henri Charrière 

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Bevölkerung

Wie in einem Schmelztiegel haben sich in Französisch-Guyana die unterschiedlichsten Völker und Volksgruppen vermischt. Mit weit über 70% aller Einwohner bilden heute die Kreolen die Bevölkerungsmehrheit. Als Kreolen werden hier die Mischlinge zwischen ehemaligen schwarzen Sklaven und den Weißen, und nicht die Nachfahren von ausgewanderten Spaniern, bezeichnet. Daneben gibt es eine größere Zahl von Franzosen und kleine, wirtschaftlich einflussreiche Minderheiten, vor allem Indonesier, Chinesen, Libanesen und Syrer. Die indianischen Ureinwohner indes sind nur gering vertreten. Nur noch wenige Tausend leben in unzugänglichen Urwaldgebieten, wohin sich auch die "Marons", die "Buschneger" - Nachkommen entlaufener Sklaven - zurückgezogen haben. Auch diese ethnische Gruppe zählt nur wenige Tausend Köpfe und hat stets versucht, sich ihre ursprüngliche afrikanische Kultur zu bewahren.

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Politik und Wirtschaft

Verglichen mit den Nachbarstaaten Guyana und Suriname ist die politische Bedeutung Französisch-Guyanas gering. Alle wichtigen politischen Entscheidungen werden nämlich in Paris getroffen. Lediglich die Wahl je zweier Mitglieder für die französische Nationalversammlung und den Senat gesteht das Mutterland seinem tropischen Übersee-Département zu. Dessen Bewohner sind grundsätzlich französische Staatsbürger. Aber eben nur grundsätzlich, denn die indianischen Ureinwohner erhalten nur auf besonderen Antrag einen französischen Pass.
Trotz finanzieller Unterstützung Frankreichs zählt Französisch-Guyana zu den "Habenichtsen" der Region. 1998 standen den Ausfuhren von gerade 85 Millionen US-Dollar Einfuhren in schwindelerregender Höhe von 488 Millionen US-Dollar gegenüber. Einzig die Holzwirtschaft ist von gewisser Bedeutung. Größter Arbeitgeber im Lande ist der französische Staat, denn die Küstenstadt Kourou, ein ehemals verschlafenes Tropennest, ist heute das Zentrum der europäischen Raumfahrt. Von dort startet die europäische "Ariane-Rakete". Doch auch der "Weltraumbahnhof" hat das Land nicht tiefgreifend verändert. Französisch-Guyana bleibt das exotische Urwaldparadies, abseits der touristischen Routen.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.442 f.



www-Links



Genozid und Ethnozid in Französisch Guyana
Goldminen im Regenwald genehmigt
Wildwest im EU-Tropenwald
CIA - The World Factbook -- French Guiana
Goldsucher.de -- Goldkurs - Goldwaschen
Lonely Planet World Guide | Destination French Guiana |
Languages of French Guiana
All About French Guiana
French Guiana - From Wikipedia, the free encyclopedia
Weltzeituhr
Daten - Fakten Franz.Guyana

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