Willkommen in Grenada

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Offizieller Name: State of Grenada
Hauptstadt: St. George's
Fläche: 344 km²
Landesnatur: Stark zerklüftete, gebirgige Insel
Klima: Tropisch-maritimes Klima
Hauptflüsse: Great River
Höchster Punkt: St. Catherine 840 m
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: König/in des UK (Großbritannien), vertreten durch einen Generalgouverneur
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 6 Gemeinden, 1 Dependency
Parlament: Zweikammerparlament, bestehend aus Repräsentantenhaus (15 für 5 Jahre gwählte Mitglieder) und Senat (13 ernannte Mitglieder)
Nationalfeiertag: 7. Februar
Einwohner: 93.000 (1999); 89.703 (geschätzt Juli 2006)
Bevölkerungsdichte: 270 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 65% (1999)
Analphabetenquote: 2% (1999)
Sprache: Englisch
Religion: Katholiken 53%, Anglikaner 14%
Importgüter: Fast alle Konsumgüter
Exportgüter: Kakao, Bananen, Muskatnüsse, Fische, Rum


Grenada, als Gewürzinsel weltweit bekannt, bildet seit 1974 mit den südlichen Grenadineninseln - zahlreiche kleine Inseln und Klippen, darunter Carriacou und Petit Martinique - als konstitutionelle Monarchie im britischen Commonwealth einen selbständigen Staat.

Geschichte und Politik
1498 von Christoph Kolumbus (1451-1506) entdeckt, wurde die Insel im Vormachtstreben europäischer Kolonialmächte schon bald zum Zankapfel zwischen Franzosen und Engländern, die abwechselnd die Herrschaft über den Inselstaat ausübten. Kriegerische Karibenstämme hinderten die Europäer lange daran, Grenada zu besiedeln, bis schließlich die europäischen Feuerwaffen obsiegten und europäische Pflanzer mit schwarzafrikanischen Sklaven den Zuckerrohranbau ausweiteten. 1877 erhielt Grenada den Status einer britischen Kronkolonie. Bevor sich die Briten 1974 von ihrem karibischen Besitz trennten, hatten sie der einheimischen farbigen Elite schrittweise die politische Macht übertragen sowie eine weitgehende Selbstverwaltung, freie Gewerkschaften und einen parlamentarischen Regierungsstil nach britischem Vorbild eingeführt.
Doch bald geriet das Commonwealth-Mitglied Grenada unter die Herrschaft von Machthabern, die es mit den Menschenrechten nicht so genau nahmen. Der anfangs sehr populäre Regierungs- und Gewerkschaftschef Eric Gairy (* 1922) entpuppte sich immer mehr als ein extravaganter Diktator. Er verwaltete die Insel wie einen Privatbesitz, und Grenadas Staatskasse war meist leer. Während die Landbevölkerung kaum Schulbildung und medizinische Fürsorge erhielt, reisten die wenigen Wohlhabenden zu ärztlicher Behandlung und zum Einkaufen nach London und New York.
Im März 1979 nutzten linksgerichtete Oppositionelle einen Auslandsaufenthalt Gairys zu einem Staatsstreich. Die Putschisten etablierten die "Revolutionäre Volksregierung" unter dem neuen Premierminister Maurice Bishop (1944-1983). Das Parlament wurde durch einen Revolutionsrat ersetzt.

Durch verschiedene sozialpolitische Reformen erlangte die neue Regierung die Unterstützung der Bevölkerung. Da sich die karibischen Nachbarländer und die USA gegenüber dem neuen Regime ablehnend verhielten, bemühte sich Grenada um enge politische und wirtschaftliche Beziehungen zu Kuba und der Sowjetunion. Als im Oktober 1983 Maurice Bishop von radikalen Angehörigen seines Revolutionsrates erschossen wurde, besetzten US-amerikanische Einheiten vorübergehend die Insel. Mit der Invasion verfolgte die US-Regierung das Ziel, die Errichtung eines "zweiten Kuba" in der Karibik zu verhindern. Dieses Ziel wurde erreicht, auch wenn der Vorgang völkerrechtlich umstritten blieb.

Die Ende 1984 durchgeführten Parlamentswahlen gewann mit großer Mehrheit die bürgerliche "Neue Nationalpartei" (NNP), deren Führer Herbert Blaize (* 1918) Premierminister wurde. 1988 zogen sich die USA von der Insel zurück. Die Wahlen 1990 gewann der "Nationale Demokratische Kongress" (NDC). 1995 wurde Keith Mitchell von der NNP Premierminister.

Natur und Wirtschaft
Noch ist die Landwirtschaft der Haupterwerbszweig der Bevölkerung. Auf dem vulkanischen Boden gedeihen einheimische und eingeführte Pflanzen. Das bergige, zerklüftete Inselgelände eignet sich für Kakao und Bananen und besonders gut für den Muskatnussanbau. Dieses Gewürz dominiert auf Grenada in solchem Maße, dass die Muskatnuss seit der Unabhängigkeit als Flaggenemblem verwendet wird.
Dennoch ist Grenada wirtschaftlich auf Tourismus und ausländische Investoren angewiesen. Dem Besucher hat Grenada einiges zu bieten, z.B. die malerische Inselhauptstadt Saint George's, die 1650 als französische Siedlung gegründet wurde. Man blickt auf ein »Amphitheater« von gepflegten pastellfarbenen Holz-und Backsteinhäusern in französischem und englischem Kolonialstil.

Das runde Hafenbecken mit seinen Kähnen, Schonern und Jachten, die grüne Kulisse der Berge und die bunte Blütenpracht der Gärten fügen sich zu einem idyllischen Postkartenbild. Die steilen Straßen, die kleinen Kirchen auf den Hügeln, die zahlreichen kleinen Läden, der farbenfrohe Markt und drei Festungen in prächtiger Lage geben der Stadt viel Lokalkolorit. In Sichtweite liegt »Grand Anse Beach«, ein Traumstrand.
Auf viele Besucher wirkt die Insel wie ein Paradies. Die Taxifahrt vom Flughafen nach Saint George's führt durch unzählige Kurven. Ständig ist man versucht, den Wagen anzuhalten, um die verschwenderische Natur und fotogene Dorfszenen näher zu betrachten. Es will nicht recht einleuchten, dass Grenada den armen Entwicklungsländern angehört. Nur rund 90.000 Grenadiner leben auf der Insel, dagegen etwa viermal so viele im Ausland. Zwar muss niemand auf Grenada Hunger leiden, doch sind viele Insulaner auf die Geldüberweisungen ihrer Angehörigen aus dem Ausland unbedingt angewiesen.

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Entwicklungen

"Entwicklungsländer sollten das Recht haben, Steuervergünstigungen zu gewähren", parierte Premier Mitchell die Kritik der OECD an den 15 Steueroasen der Karibik. In Grenada machte besonders die First International Bank von sich reden, die Anlegern Gewinne von 250 Prozent in Aussicht stellte. Es gab jedoch Gerüchte, die Bank sei in Geldwäscherei verwickelt, und die Vermutung, die grenadischen Vorschriften reichten nicht aus. Seit 1999 hatten bereits 35 Banken und 1500 ausländische Konzerne ihren Firmensitz auf der Insel angemeldet (Stand 2000; aus: Spiegel Almanach, 2001, S.198).

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.466 f.



www-Links



CIA - The World Factbook -- Grenada
Grenada - Beziehungen zu Deutschland
Grenada - Maroon Spirit
Grenada Karibik - Der Karibik Insel Reise Fuehrer von Grenada
The Invasion of Grenada (1983)
Languages of Grenada

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