Willkommen in Honduras

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Offizieller Name: Republik Honduras
Hauptstadt: Tegucigalpa
Fläche: 112.088 km²
Landesnatur: Im N die karibische Küstenebene einschließlich der küstennahen Gebirgsketten, im O das karibische Tiefland, im Zentrum das Gebirgsland und im S das pazifische Tief- und Hügelland
Klima: Tropisches Klima
Hauptflüsse: Río Ulua, Río Aguan, Río Patuca, Río Coco
Höchster Punkt: Cerro de Celaque 2870 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 18 Bezirke, 4 Bundesdistrikte
Parlament: Nationalversammlung mit 128 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 15. September
Einwohner: 6.316.000 (1999); 6.975.204 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 56 Ew./km²
Stadtbevölkerung: 47%
Analphabetenquote: 27%
Sprache: Spanisch
Religion: Katholiken 90%
Importgüter: Maschinen und Fahrzeuge, chemische Produkte, Erdöl und Erdölprodukte, Nahrungsmittel
Exportgüter: Bananen, Kaffee, Schalentiere, Holz, Zucker, Baumwolle, Gefrierfleisch, Bergbauprodukte


Das Land

Honduras bildet eine Landbrücke zwischen dem Atlantischen und dem Pazifischen Ozean, zwischen der 650 km langen Küste am Golf von Honduras im Osten und dem nur rund 80 km langen Küstenstreifen am Golf von Fonseca im Westen. Sein Staatsgebiet verbindet zwei sehr unterschiedliche Naturräume: Erstens das mit mächtigen Lavadecken bedeckte Hochland im Westen, ein Mittelgebirge, das von zahlreichen Hochtälern und Senken unterbrochen ist.
Zweitens die Zentralamerikanischen Kordilleren im Osten, die das Land von Nordwesten nach Südosten durchqueren, sich in mehrere Gebirgszüge verzweigen und Hochtäler bilden. Hinzu kommt noch das Tiefland an der karibischen Küste mit seinen Lagunen und Sümpfen. Der östliche, stark versumpfte Teil der Küstenebene wird nach dem Indianerstamm der Miskito (Misquito)"Mosquitia" genannt. Einige Regionen sind noch immer schwer zu erreichen. Auch die Hauptstadt Tegucigalpa hat keinen Schienenanschluß, weil das Schienennetz auf den Transport von Bananen von den Plantagen zu den Häfen zugeschnitten wurde.
Das Klima ist tropisch mit ganzjährigen Niederschlägen, die nach Süden und Südwesten hin abnehmen. Die Temperaturen auf dem regenarmen Hochland sind gemäßigt und daher gut verträglich für den Menschen. Über dem karibischen Tiefland liegt dagegen das ganze Jahr eine feuchte Hitze. Dieser Küstenabschnitt wird häufig von tropischen Wirbelstürmen heimgesucht. 1974 tötete der Hurrikan Fifi rund 8000 Menschen und richtete große Schäden an. 1998 wütete der Hurrikan Mitch.
Über ein Drittel der Landesfläche ist noch mit immergrünem Regenwald bedeckt. Wo das Holz abtransportiert werden kann, hat der Raubbau die Bestände an Edelhölzern wie Mahagoni, Zeder und Gelbholz schon stark verringert. Inzwischen haben US-Gesellschaften damit begonnen, die Kiefernsavannen im Nordosten ebenfalls holzwirtschaftlich zu nutzen.

Die Bevölkerung

Die klimatischen Bedingungen haben die Siedlungsstruktur geprägt. Die große Mehrheit der Bevölkerung lebt im Hochland im Nordwesten mit dem Industriezentrum San Pedro Sula, im Zentrum um die Hauptstadt und im Süden; nur ein Zehntel lebt im Tiefland, das fast die Hälfte der Fläche einnimmt. Honduras, auf dessen Gebiet vor der Eroberung durch die Spanier nach Schätzungen 1,2 Millionen Indios lebten, hat seine indianische Prägung längst verloren. Neun Zehntel seiner Bevölkerung zählen sich selbst zu den Mestizen, also zu Mischlingen zwischen Weißen und Indios.

Bei dieser Selbsteinschätzung zählen nicht irgendwelche Erbmerkmale, sondern allein die Absicht, sich von den Primitiven zu distanzierern. Der Anteil der unvermischten Indios ist auf etwa 7% zusammengeschmolzen. Diese sogenannten Ureinwohner haben sich in schwer zugängliche Bergtäler zurückgezogen, wo sie vom Bildungs- und Gesundheitswesen und vom politischen Geschehen abgeschnitten sind. Einige Stämme von Flußindianern durchstreifen die Wälder an der Karibikküste noch als Sammler und Jäger. Das Vorrücken der Holzfällerkolonnen könnte auch ihren Lebensraum zerstören. An dieser Küste und auf den ihr vorgelagerten Islas de la Bahia haben sich Schwarze, Mulatten und Zambos - Mischlinge aus Schwarzen und Indianern - eine eigene kleine Welt geschaffen.
Die Mestizen sprechen die spanische Landessprache, die Indios daneben auch ihre eigenen Lokalsprachen, die Küstenbewohner ein kreolisch eingefärbtes Englisch. Mit 90 % bekennen sich mehr Menschen zum Katholizismus als in den Nachbarstaaten. Durch massive Unterstützung aus den USA haben verschiedene protestantische Kirchen erfolgreiche Missionsarbeit geleistet, besonders auf den Islas de la Bahia.
Viele praktizieren ihre Religion aber nur an hohen Feiertagen und auch dann nur unter Beimengung von allerlei vorchristlichen Vorstellungen und Zeremonien. Die Mischlinge verschmolzen die Religionen ihrer Urahnen mit dem Glauben ihrer Eroberer. Die katholische Kirche hat sich noch nicht ganz von ihrem Bündnis mit konservativen Kräften gelöst und sich deshalb auch nicht von der Theologie der Befreiung anstecken lassen. Der durch Zentralamerika wehende revolutionäre Wind hat Honduras bisher nur gestreift.

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Der Obelisk von Tegucigalpa

Die Wirtschaft

Für viele ist Honduras noch immer die sprichwörtliche "Bananenrepublik". Dieses Brandzeichen war einmal zutreffend, ist aber heute ebenso irreführend wie seine Zweiteilung in die "Bananenenklave" und den "Rest des Landes". Drei US-amerikanische Konzerne, die United Fruit Company, die Standard Fruit Company und die Cuyamel Fruit Company, hatten sich um die Wende des 19. zum 20. Jahrhunderts mit Hilfe großzügiger Konzessionen riesige Flächen im karibischen Tiefland angeeignet. Sie bauten Straßen, Eisenbahnen und Siedlungen für ihre Arbeiter; sie wurden die größten Arbeitgeber im Land; sie zahlten nur geringe Steuern, obwohl ihre Gewinne viele Jahre den Staatshaushalt überstiegen; sie machten die "Enklave" zum weltgrößten Exporteur von Bananen; sie korrumpierten die Politiker und versorgten willfährige Diktatoren mit Geld und Waffen. Als diese in den Jahren 1911, 1913 und 1924/1925 dennoch mit Streiks und Unruhen nicht fertig wurden, schickte Washington Interventionstruppen. Während der Weltwirtschaftskrise kaufte die United Fruit Company den Cuyamel-Konkurrenten auf und wurde zum "Staat im Staate". Der von 1933 bis 1948 regierende Diktator T. Carias Andino leistete ihr durch die Unterdrückung von Gewerkschaften und Streiks Schützenhilfe. Nach dem großen Streik von 1954 verkleinerten die beiden Konzerne schrittweise ihre Plantagen und halbierten die Zahl der Arbeiter. Allmählich nahm der Staat stärkeren Einfluß auf die Produktion und Vermarktung der Bananen. Gleichzeitig holte der "Rest des Landes" auf. Der Anteil der Bananen am Gesamtexport fiel von rund 50 % in den 1960er Jahren auf ein Drittel in den 1990er Jahren zurück. Die Anteile von Kaffee und Fleisch erhöhten sich. Die "Bananenrepublik" verdiente ihren Namen nicht mehr.

Tegucigalpa

Das Armenhaus Mittelamerikas
Honduras ist das Armenhaus Mittelamerikas. Anders als der Nachbar El Salvador hat es aber noch unerschlossene Reserven, vor allem viel Land. Ein Drittel der Landesfläche könnte landwirtschaftlich genutzt werden; tatsächlich werden nur etwa 12 % genutzt. Während viele Großgrundbesitzer riesige Flächen brachliegen lassen, haben die meisten Kleinbauern zu wenig Land, um genügend Nahrungsmittel für ihre eigenen Familien und darüberhinaus für die rasch wachsende Stadtbevölkerung anbauen zu können.

Eine in den Jahren 1974 bis 1978 eingeleitete Landreform sollte 120.000 Familien mit Land versorgen. Der Widerstand der Großgrundbesitzer und Verwaltungsprobleme verzögerten aber die Durchführung. Am Ende wurde ihre Zielvorgabe um die Hälfte verfehlt; ein Drittel der Bevölkerung muß sich weiterhin als Wanderarbeiter durchschlagen.
Erfolgreicher war das Bemühen der Entwicklungsplaner, die außenwirtschaftlich gefährliche Monokultur der Banane zu überwinden.
Honduras hat erste Schritte zur Industrialisierung unternommen - allerdings nicht aus eigener Kraft, sondern mit Hilfe von Auslandsunternehmen und Auslandskapital. Auslandskapital bedeutet in erster Linie US-Kapital. US-Konzerne beherrschen alle gewinnversprechenden Industrie- und Dienstleistungsbranchen.

Die einheimischen Klein- und Mittelbetriebe, die vorwiegend Erzeugnisse der Landwirtschaft verarbeiten, erwirtschaften mit ihrer niedrigen Produktivität nur etwa 40 % der Industrieproduktion, beschäftigen aber fast zwei Drittel der Industriearbeiter. Honduras war dem Konkurrenzdruck innerhalb des Zentralamerikanischen Gemeinsamen Marktes nicht gewachsen und nutzte den Fußball-Krieg mit El Salvador (1969) als Vorwand zum Ausscheiden. Die Industrialisierung hat bislang wenig zum Abbau der hohen Arbeitslosigkeit beigetragen. Der dramatische Verfall der Rohstoffpreise zu Beginn der 1980er Jahre und die Schuldenlast von über 5 Milliarden US-Dollar schwächten die ohnehin marode Wirtschaft zusätzlich. Zwar sind in Honduras die Reichen nicht so reich wie in einigen Nachbarländern, aber deshalb geht es den Armen nicht besser. Unter- und Fehlernährung sind weit verbreitet. Die medizinische Versorgung auf dem Land ist miserabel. Der Anteil der Analphabeten wurde zwar in den Städten auf unter 30 % gedrückt, liegt aber auf dem Land noch immer bei über 60 %. Der schlechte Ausbildungsstand ist wiederum ein Grund für den Mangel an Fachkräften, der die Entwicklung in allen Bereichen behindert.

Entwicklungen

Am 26. August 2008 trat Honduras der Anfang 2005 von Venezuela und Kuba gegründeten lateinamerikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ALBA (Alternativa Bolivariana para los pueblos de Nuestra América) bei. Die von US-amerikanischen Interessen unabhängige ALBA dient als Alternative zu der von den USA dominierten geplanten gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA. Der ALBA traten im April 2006 Bolivien, im März 2007 Nicaragua, im Januar 2008 Dominica bei.

Staatsstreich gegen Präsident Zelaya
Pläne der USA, bei den jüngsten Entwicklungen in Lateinamerika nicht einfach nur passiver Zuschauer zu sein sondern aktiv gegen die anti-US-amerikanische Wirtschaftsentwicklung einzuwirken, zeigten nun schon mal einen mittelgroßen Erfolg in Honduras. »[...] Niemand bezweifelt die Verwicklung Washingtons in den Staatsstreich von Honduras gegen den gewählten Präsidenten Manuel Zelaya, der am vergangenen 28. Juni begann. [...] Das US-Außenministerium wusste von den Putsch-Plänen gegen Präsident Zelaya.
* Das Außenministerium und der Kongress der USA finanzierten und berieten die Akteure sowie Organisationen, die am Putsch beteiligt waren.
* Das Pentagon trainierte, bildete aus, finanzierte und bewaffnete die Armee Honduras`, die den Putsch durchführte und das Volk von Honduras nun unterdrückt. [...]«
Aus: amerika21.de/hintergrund, Juni/Juli 2009

tagesschau.de (10.7.2009), Sinnkrise einer gespaltenen Gesellschaft:
»[...] Der Putsch hatte einen Machtkampf offenbart - zwischen links gerichteten Anhängern Zelayas und einer Oligarchie, die sich von ihnen bedroht fühlt. [...] Über hundert Jahre lang wurde diese Politik vom rechtskonservativen Zwei-Parteien-System bestimmt. Liberale und Nationale Partei wechselten sich an der Macht ab. Sie vertraten die Interessen der Unternehmer im unterentwickelten Honduras. Mehr als die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut, 43 Prozent der Menschen sind chronisch mangelernährt.
Manuel Zelaya begann aus der liberalen Reihe zu tanzen: Er erhöhte den Mindestlohn um 60 Prozent und versprach, sich für mehr Bürgerbeteiligung einzusetzen. [...]«

Ein neuer Präsident für Honduras

Am 29.11.2009 wurde Porfirio "Pepe" Lobo Sosa von der rechts-konservativen National Partei zum neuen Präsidenten von Honduras gewählt. An der Wahl beteiligten sich 61,85% registrierte Honduraner, was ein historischer Rekord ist. Offiziell übernimmt Porfirio "Pepe" Lobo Sosa am 27. Januar 2010 sein Amt.
Porfirio "Pepe" Lobo Sosa, ein Vertreter der traditionellen politisch-wirtschaftlichen Oligarchie des Landes, signalisierte schon jetzt, dass Honduras weiterhin alle Investoren willkommen heisse, die Geschäfte in Honduras machen wollten.
Die Wahlen wurden von mehreren internationalen Beobachtern begleitet. Es kam zu keinerlei Zwischenfällen.
Honduras.com: News

Ebenso die gleichzeitig abgehaltenen Parlaments- und Bürgermeisterwahlen verliefen ohne größere Zwischenfälle. Lediglich in San Pedro Sula, der zweitgrößten Stadt des Landes, kam es zu einer Protestkundgebung, die von den Sicherheitskräften aufgelöst wurde.

Siehe auch: idw, Umstrittene Wahlen in Honduras

Der Putschpräsident von Honduras, Roberto Micheletti, erklärte am 15.12.2009 den Austritt aus der ALBA (ratifiziert am 12. Januar 2010).
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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.558 f.



www-Links



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