Willkommen in Jamaika

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Offizieller Name: Jamaika
Hauptstadt: Kingston
Fläche: 10.990 km²
Landesnatur: Im Zentrum das von W nach O verlaufende Faltengebirge, daran an schließend die verkarsteten Kalkplateaus und an der Küste, besonders im S, eine breite Tiefebene
Klima: Feuchttropisches Klima
Hauptflüsse: Minho, Cobre
Höchster Punkt: Blue Mountain Peak 2256 m
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: Königin Elisabeth II., vertreten durch einen Generalgouverneur
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 14 Bezirke
Parlament: Abgeordnetenhaus mit 60 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten und Senat mit 21 Mitgliedern
Nationalfeiertag: 1. Montag im August
Einwohner: 2.560.000 (1999); 2.758.124 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 233 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 56% (1999)
Analphabetenquote: 13% (1999)
Sprache: Englisch
Religion: Protestanten 56%, Katholiken 5%, Rastafari 5%
Währung: Jamaika-Dollar
Importgüter: Erdöl und Erdölprodukte, Nahrungsmittel, Vieh, Maschinen, Fahrzeuge, chemische Produkte
Exportgüter: Aluminiumoxid, Bauxit, Zucker, Tabak, Bananen, Rum, Obst, Gewürze
Liza ( Waata come a mi y'eye)





Jamaika - Bevölkerung - Kingston

Jamaika, die drittgrößte Insel der Großen Antillen, wurde 1493 durch Christoph Kolumbus (1451-1506) entdeckt. Die Besiedlung von Spanien aus begann schon 1509. Santiago de la Vega, das heutige Spanish Town, wurde Hauptstadt. Bereits unter der Herrschaft der Spanier wurden die ersten Kakao- und Kaffeepflanzungen angelegt. Sehr früh, 1517, holte man die ersten schwarzen Sklaven von Afrika auf die Insel. Nachdem jedoch Spanien größeres Interesse an den Rohstoffen des amerikanischen Festlandes gezeigt hatte, rührten sich andere europäische Mächte im Karibischen Meer. 1655 entrissen die Engländer den Spaniern die Insel. Eine systematische Besiedlung durch die Briten kam aber erst im 18. Jahrhundert zustande. Unter dem nun verstärkt erfolgenden Einsatz von schwarzen Sklaven in den Zuckerplantagen wurde Jamaika zur bedeutendsten Zuckerkolonie des Britischen Empire. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Insel zum wirtschaftlich wertvollsten Plantagenbesitz im gesamten westindischen Raum. Mit der Aufhebung der Sklaverei im Jahr 1838 und dem zunehmenden Konkurrenzdruck durch den europäischen Rübenzucker geriet Jamaika zusehends in die Krise. Auch die Nutzung eines Teils der Zuckerplantagen für den Bananenanbau konnte den wirtschaftlichen Niedergang nicht aufhalten. So kam es wegen der zunehmenden wirtschaftlichen und sozialen Probleme in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu heftigen Ausschreitungen, die 1959 zur Selbstregierung und im Jahr 1962 zur politischen Unabhängigkeit führten.
Nach dem Muster der britischen Demokratie wird Jamaika seither in einem Zwei-Parteien-System regiert. 1989 wählten die Jamaikaner wieder Michael Manley (* 1924) von der sozialistischen "People's National Party" zu ihrem Premierminister. Er hatte bereits zwischen 1972 und 1980 das Regierungsamt inne und dabei weltweit Schlagzeilen gemacht. Damals orientierte sich der Sozialist Manley stark an Fidel Castro (* 1927), propagierte die Kubanisierung Jamaikas und überwarf sich mit den Vereinigten Staaten von Amerika. Als Premier Jamaikas schwang er sich auch zum Wortführer der Dritten Welt auf. Er führte innerhalb der Vereinten Nationen die "Gruppe der 77" an.

Sein Gegenspieler, der konservative Führer der "Labour Party", Edward Seaga (* 1930), regierte zwar zwischen 1980 und 1989 das Land, doch auch er konnte Jamaika nicht aus Arbeitslosigkeit und Armut befreien, trotz vielfältiger Unterstützung durch die USA. Michael Manley, überdies seit 1955 der dritte Manley in der Funktion des Premierministers, verfolgte bis zu seinem Rücktritt 1992 eine gemäßigtere Politik, die sich stärker als bisher an der weltpolitischen Realität orientierte. Diese Linie wird von seinem Nachfolger Perceval J. Patterson fortgeführt.

Bevölkerung
In der ethnischen Zusammensetzung Jamaikas dominieren Schwarze und Mulatten, Nachkommen der von Spaniern und Briten auf die Insel gebrachten Sklaven. Daneben gibt es noch kleine Minderheiten von Indern, Chinesen und Weißen. Die Ureinwohner Jamaikas, die Aruak-Indianer, wurden schon vor Jahrhunderten ausgerottet. Die Mehrheit der Bevölkerung gehört heute protestantischen Kirchen und Glaubensgemeinschaften an, den Anglikanern, Baptisten, Methodisten und anderen.
Bis zur Unabhängigkeit wurde die Oberschicht fast ausschließlich von Weißen gebildet; sie beherrschten die Wirtschaft, Politik und den höheren Staatsdienst. Die Unterschicht setzte sich größtenteils aus Schwarzen zusammen, während Mulatten in der Mittelschicht dominierten. Mit Erlangung der Unabhängigkeit verließen zahlreiche Weiße aus Angst vor einer Ungewissen Zukunft das Land oder zogen sich aus Politik und öffentlichen Ämtern zurück, um sich vermehrt der Wirtschaft zu widmen. Der farbigen Mittelschicht eröffneten sich damit Chancen für den Aufstieg in Politik und Verwaltung.

Kingston - wirtschaftliche Potenz und soziale Gegensätze
Ein Problem Jamaikas ist die einseitig gerichtete Binnenwanderung in die Städte, wo bereits über die Hälfte der Bevölkerung lebt. Von den knapp 2,6 Millionen Jamaikanern lebten 1999 rund 600.000 allein im Großraum Kingston, der Hauptstadt des Landes.

Kingston wurde 1693 gegründet und ist seit 1872 Inselhauptstadt. Die Stadt nimmt eine herausragende Stellung im Lande ein, insbesondere was die wirtschaftlichen Funktionen anbetrifft. So ist der Hafen von Kingston im Karibischen Raum einmalig, denn die 14 km lange Palisadoes-Landzunge vor der Stadt ließ hier einen Naturhafen entstehen, der der siebtgrößte in der Welt ist. Auf der Landzunge liegt auch einer der beiden internationalen Flughäfen des Landes, der Norman-Manley-Airport. Das seit den 1960er Jahren stark gewachsene Kingston ist heute Standort zahlreicher Industrien. Gut belegt ist der neu entstandene Industriepark, der "Kingston Industrial Estate", der sich unmittelbar an den neuen Container- und Stückguthafen Newport West anschließt.

Allerdings hat die übergroße Attraktivität der Hauptstadt auch sehr negative Auswirkungen für Kingston. In bisher nicht bebauten Nischen des Stadtgebiets sind unansehnliche Wellblechsiedlungen, "Shanty Towns" genannt, entstanden. Sie sind Ausdruck der noch immer anhaltenden starken Landflucht. Vom Reiz der Großstadt angezogen, müssen die Zuwanderer dort erfahren, dass das Überleben in Kingston sehr viel schwieriger ist als auf dem Lande. Arbeitslosenquoten von über 30% begünstigen die Kriminalität.

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Das Land

Mit seinen blaugrün aus der Ferne schimmernden Bergen, seinen teilweise noch unberührten Karsthöhlen und seinen weißen Sandstränden gehört Jamaika zu den schönsten Inseln der Karibik. Der nur 150 km südlich von Kuba gelegene Commonwealth-Staat besteht zu einem großen Teil aus Gebirgsland; im Osten ragen die Blue Mountains bis über 2000 m auf. Die naturräumliche Großgliederung weist jedoch für zwei Drittel der gesamten Inselfläche bis über 500 m hohe Kalkplateaus aus, in denen sich durch den Prozess der Verkarstung zahlreiche Höhlen mit bizarren Tropfsteinen ausgebildet haben. Die Küstenebenen, im Norden nur als schmaler Saum existent, umziehen die Insel als drittes Landschaftselement. Mit jährlich über 1,5 Millionen Besuchern gehört Jamaika zu den wichtigsten Fremdenverkehrszielen in der Karibik. Heute ist der Fremdenverkehr der wichtigste Devisenbringer des Landes.

Klima und Vegetation
Entsprechend der geographischen Breitenlage ist das Klima das ganze Jahr über tropisch warm. Die Temperaturen variieren nicht sehr stark, im Winter liegen sie durchschnittlich bei ca. 26°C, im Sommer bei ca. 30°C. Nachts sinken die Temperaturen nicht unter 22°C ab. Die Wassertemperaturen an den Küsten liegen bei 24°C im Winter und bei 27°C im Sommer. Der Einfluss des Passatwindes sowie die Wirkung des Land- und Seewindes machen auch höhere Temperaturen im Sommer für den Touristen erträglich. Die dem Passatwind zugekehrten Gebirgsteile der Blue Mountains empfangen Niederschlagsmengen von jährlich über 5000 mm, das im Regenschatten liegende Bergland bekommt meist jedoch nur ca. 1000 mm. Dort, wo genügend Niederschlag fällt, hat sich tropischer Regenwald ausgebildet. Dornbusch- und Trockensavannen kennzeichnen die niederschlagsarmen Gebiete der Insel.

Bauxit, Zuckerrohr und Tourismus
Mit dem Aufkommen des Bauxitbergbaus auf Jamaika vor fast vierzig Jahren wurden das in kolonialer Zeit entstandene Wirtschaftsgefüge und die damit verbundene Sozialstruktur einem Wandlungsprozess unterworfen, der noch immer nicht ganz abgeschlossen ist. Der traditionellen Zuckerwirtschaft Jamaikas, die viele Arbeiter beschäftigt, steht nun die Bauxit- und Tonerdeindustrie gegenüber, die zwar hohe Kapitalinvestitionen erfordert, aber den Einheimischen wenig Arbeitsplätze bietet. Der Grund hierfür ist der starke Einsatz von Maschinen in diesem Industriezweig. Auch die neuen Leichtindustrien und vor allem der Fremdenverkehr gerieten immer wieder in den Einflussbereich der Bauxitbergbau-Gesellschaften. 1953 begann die Verschiffung des Bauxits von Ocho Rios aus nach Nordamerika. Obwohl diese später auch von der Südküste aus erfolgte, kam es vor allem im Norden zu Interessenskonflikten mit dem Fremdenverkehr, der sich gerade bei Ocho Rios besonders gut entfaltete. Die Verladestation beeinträchtigte stark die neu erschlossenen Strände. Der eisenhaltige Bauxitstaub färbte die Küstenlandschaft wegen Unzulänglichkeiten beim Verladevorgang rot ein. Erst im Rahmen des weiteren Ausbaus des Fremdenverkehrs und der verstärkten Umwandlung von Bauxit in Tonerde ließen sich diese Probleme vermindern. Andererseits führt nun die Tonerdeindustrie zu nicht unerheblichen Geruchsbelästigungen, vor allem im Raum Mandeville. Aber auch in anderer Form verursachte die Entwicklung der Bauxit- und Tonerdeindustrie starke strukturelle Veränderungen. Durch die relativ hohen Löhne in diesem Wirtschaftszweig kam es in Jamaika zu einem Exodus in der wenig geliebten Zuckerwirtschaft. Tausende zogen in die Hauptstadt Kingston, wo sie sich bessere Arbeitsbedingungen und höheren Lohn erhofften.

Kleinbauern und Landarbeiter
Aus Jamaika stammt weitgehend der gesamte Weltbedarf an Piment, ein Gewürz, das die Gerüche von Gewürznelken, Zimt und Pfeffer vereinigt. Es wird auch Hanf angebaut, woraus Marihuana gewonnen wird.

Die Bedeutung der Landwirtschaft ist in den vergangenen Jahren ständig zurückgegangen. Arbeitete 1979 noch über ein Viertel aller Erwerbstätigen in der Landwirtschaft, so sind es heute nur noch rund 21%. Gut drei Viertel der Agrarbetriebe sind kleinbäuerlich, d. h. die Betriebsfläche liegt unter 2 ha. Es handelt sich um Betriebe, die hauptsächlich für den Eigenbedarf produzieren. Obwohl diese Kleinbauern in Armut leben, fühlen sie sich freier als das Heer der landlosen Saisonkräfte auf den Zuckerplantagen. Diese Tätigkeit gilt in Jamaika als verpönt, erinnert sie doch noch viel zu sehr an die frühere Sklavenarbeit. Und das Heer der Landarbeiter hat einen sozial schlechten Stand.

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Reggaemusik

Jamaika erlangte 1962 die Unabhängigkeit von Großbritannien. Für den Rest der Welt war das neue Land zu jener Zeit eine wunderschöne und exotische, jedoch kleine, verarmte und von Wirbelstürmen heimgesuchte Gegend mit einer sagenumwobenen Geschichte, in der Piratensiedlungen und Zuckerrohrplantagen eine bedeutende Rolle spielten. Aber innerhalb von 20 Jahren brach diese kleine Karibikinsel aus ihrer kulturellen Abgeschiedenheit hervor und erreichte Millionen auf der ganzen Welt mit einem neuen und aufregenden Rhythmus.
Die Musik Jamaikas ist der Reggae, ein fesselnder Rhythmus, in dem unbetonte Taktteile hervorgehoben werden. Anfang der 1970er Jahre begann er sich überall großer Beliebtheit zu erfreuen, in den Armenvierteln der Großstädte wie auch in wohlhabenden Vororten. Von Montreal bis Tokyo, von Los Angeles bis London ertönte der Reggae überall dort, wo junge Leute zusammenkamen. Heute zählt er zu den bekanntesten Musikformen; Reggaemusik wird in unzähligen Fachgeschäften verkauft und von Rundfunkstationen auf der ganzen Welt gespielt.


Ursprung - Rockmusik - Reggae
Die Hörer von Popmusik wurden erstmals durch die Lieder von Harry Belafonte in den 1950er Jahren auf jamaikanische Musik aufmerksam. Geboren in New York, wurde Belafonte als Filmschauspieler berühmt, aber am bekanntesten ist er wahrscheinlich als Sänger jamaikanischer Lieder. Sein "Jamaica Farewell" schuf eine "Inselmusik"-Mode, die 1962 zur Bildung der einflussreichen Island Record Company führte. Der Reggae hat verschiedene Ursprünge, afrikanische, westliche sowie jamaikanische. Die Musik besteht aus amerikanischen Rhythmen und Blues, jamaikanischem Mento, Ska und Rock-Steady, afrikanischer Burru-Musik und der verfeinerten Technik der Aufnahmestudios. Das vielfältige Burru-Trommeln erfüllt ihn mit afrikanischen Rhythmen, übersetzt in einer instrumentalen Grundzusammensetzung aus elektrischem Bass, Rhythmusgitarre, Keyboards, Schlagzeug und Bläsern. Diese Instrumente bilden eine perfekte Begleitung für diese Art von Gesang und Stimmgebung.

Es mag sein, dass 1969 der hervorragende Musiker  Toots und seine Gruppe "The Maytals" das Wort Reggae zum ersten Mal an die Öffentlichkeit brachten mit ihrem Lied "Do the Reggay".

Erschreckende Schwulen- und Lesbenfeindlichkeit in Jamaika

»[...] Reggae erscheint vielen als nette Partymusik mit exotischem Touch und sowohl die Musik, als auch ihre Konsumenten gelten, z.B. im Gegensatz zu Rap oder Punk als sehr friedvoll und nett. Und doch gibt es vereinzelt immer mal wieder Protest gegen Reggaekonzerte. Und dies mit gutem Grund. Zeichnet sich doch Reggae, neben häufig in Text und Performance präsentiertem Sexismus, durch seine explizit homophoben Inhalte aus. [...]«1
Die Reggae-Musik, die ihre Wurzeln in der Rastafarian-Religion hat, bezieht sich oft auf die göttliche Natur und die Einheit des Menschen mit selbiger. Hierbei wird immer wieder die Sexualität des Menschen thematisiert. Ins Reich des "Bösen", des "Perversen", eben des "Unnatürlichen" wird nach dem Selbstverständnis vieler Reggae-Musiker all das verbannt, was dem widerspricht. "Nicht natürlich" und damit "pervers" ist, bezogen auf die sexuelle Praxis von Menschen, jegliches Ausleben von Sexualität, das nicht dem göttlichen Willen der heterosexuellen Vereinigung entspricht. Dazu zählt auch oraler Sex zwischen Mann und Frau. In der Reggae und Dancehall- Szene wird Menschen, »[...] die nicht ins männlicher-Mann-fickt-ausschließlich-weibliche-Frau-Schema passen, die Existenzberechtigung abgesprochen und offen zu Gewalt und Mord aufgerufen. [...]«1
Der "U-Club" in der deutschen Stadt Wuppertal bietet als einer der wenigen Locations Raum für Reggae-Musiker, die sich diesem explizit feindseligen Bild annehmen und ihre Ablehnung von schwuler und lesbischer Sexualität und anderer "nicht natürlicher" Sexualität öffentlich zum Ausruck bringen. Von daher wundert es nicht, dass immer mehr Menschen sich gegen diese menschenverachtende Gesinnung auflehnen und die Schließung derartiger Läden wie z.B. den "U Club" fordern. »[...] Von elf international bekannten und auftretenden Reggaestars, die für ihre Mordaufrufe bekannt sind, traten in den letzten Jahren mindestens acht im U-Club auf. [...]«1
Neben Bands wie "Elephant Man", "Mr. Vegas", "Mavado", "T.O.K" und "Sizzla", die öffentlich Mordpropaganda gegen Schwule, Lesben sowie nicht-konventionelle Heterosexuelle betreiben (diese Bands lehnen explizit Anal- und Oralsex bei Heteros ab), konnte auch "Buju Banton" seine Mordaufrufen gegen Schwule im "U Club" zum Ausdruck bringen.
So, wie sich massiver Widerstand gegen menschenverachtenden Skinhead-Bands (Nazi-Parolen) und menschenverachtenden Rapper (schwulen-, lesben- und frauenfeindlich) gebildet hat, so muss sich nun auch massiver Widerstand gegen diese menschenverachtenden Reggae-Musiker bilden.
Interessant wäre zu wissen, wie diese Reaggae-Musiker zu Ausländerfeindlichkeit stehen...
»[...] Jamaika sollte endlich den Paragraphen streichen, der Homosexualität unter Strafe stellt. Dann wäre ein erster Schritt getan, der vielleicht als Endpunkt irgendwann einmal auch die verbreitete Schwulenfeindlichkeit in der jamaikanischen Gesellschaft beenden könnte. Denn wenn das Publikum solche Texte in der Dancehall nicht hören will, wird sie auch kein Sänger dort singen.[...]«2
Anmerkung: Erst seit Mitte der 1980er Jahre wurden die Themen "Gewalt und Sexualität" in den Texten in der Reggae-Musik deutlich stärker verarbeitet. So weit allgemein bekannt ist, war die Musik von Bob Marley davon noch unberührt.

Zitat1: uclubdichtmachen.blogsport.de, U-Club dichtmachen – ausführlicher Aufruf
Zitat2: zu-zeiten.blogspot.com, Jamaika und Schwulenfeindlichkeit

Musik-Beispiel:  Buju Banton - Boom Bye Bye. "Schieß einem Schwulen in den Kopf..."

Einige glauben, es stamme von "regulär" ab, bezogen auf den gleichmäßigen Rhythmus der Musik. Andere wiederum sehen den Ursprung in dem lateinischen Wort "Für den König" und behaupten, dass die wahre Reggaemusik JAH oder Jehova, den König des Himmels, preist. Mit Sicherheit sind die Lieder und die Musik von Toots and The Maytals, deren Karriere Jahrzehnte überspannte, im Kern religiös, aber mit fröhlicher, positiver, optimistischer Tendenz und vorgetragen mit ausgezeichneter Technik und Musikalität. Beeinflusst vom Christentum, handelt es sich um geistliche Musik mit unwiderstehlichem Rhythmus und wunderbarer Melodie.
Die Eindringlichkeit der Reggaemusik rührt jedoch von dem besonderen Rastafarian-Glauben her. Diese Bewegung, die in den 1930er Jahren entstand, leitet ihren Namen von Ras Tafari (1892-1975) ab, der zum Kaiser Haile Selassie von Äthiopien zu einer Zeit gekrönt wurde, als fast der gesamte Rest von Afrika unter Kolonialherrschaft stand. Seine Krönung und sein mutiger Widerstand gegen die italienische Invasion des Landes brachte viele Jamaikaner dazu, ihn mit den Weissagungen von Marcus Garvey (1887-1940) in Verbindung zu bringen, der von der Krönung eines schwarzen Königs gesprochen hatte, der das schwarze Volk von seinen Unterdrückern befreien würde.
Rastafarians lebten in entlegenen Lagern in den Bergen, führten ein Leben nach dem Alten Testament im Sinne der Gebote von JAH (Jehova) und suchten Erleuchtung durch das Rauchen des Ganja-Krautes. Die Behörden betrachteten sie mit Misstrauen und zerstörten 1954 ihr Hauptlager. Viele der versprengten Rastas zogen nach Kingston, wo ihre Botschaft für die wachsende Zahl der Armen in den Slums wie Trenchtown eine neue, soziale Bedeutung erhielt. Viele Musiker, die für ihre äußerst beliebten Lieder von korrupten Plattenstudios einen Hungerlohn erhielten, fühlten sich von ihrer Botschaft angesprochen.

 Weitere Infos zu Rastafari

Der Meistersänger
Unter ihnen war ein junger Mann namens Robert Nesta Marley (1945-1981), Sohn des weißen Kapitäns Norval Marley und von Cedella Bookers. In jungen Jahren nach Kingston gekommen, traf Bob die Musiker Peter Tosh und Bunny Wailer. Anfang der 1970er Jahre bildete er seine berühmte Gruppe, Bob Marley and The Wailers. Bunny Wailer und Peter Tosh wurden jeder für sich Reggaestars, aber die drei zusammen waren unschlagbar. Von seinem ersten Album, "Catch a Fire" (1973), bis zu seinem Tod 1981 war Bob Marley die treibende Kraft, die den Reggae zum weltweit vorherrschenden Musikstil machte.

Lieder wie "No woman no cry" rührten Millionen mit ihrer einfachen, aber beeindruckenden Schilderung des mühseligen Lebens, das Bob hinter sich gelassen hatte, in dem jedoch noch viele gefangen waren.
Marley gab dem Reggae eine nachhaltige soziale Komponente, die von brillianten "dub poets", Reggae-Dichtern wie Linton Kwesi Johnson und Benjamin Zephaniah, weiterentwickelt wurde. Aber ob religiös oder sozial, im Innersten ist Reggae Ausdruck schwarzen Stolzes. Die Suche nach schwarzer Identität, Würde und Kultur, versinnbildlicht durch Marcus Garvey's Botschaft der Rückkehr zu afrikanischen Wurzeln, hat einer sehr bekannten Musikform eine tiefe Bedeutung gegeben.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.694 ff.



www-Links



www.jamaika-online.de
Beziehungen zwischen Jamaika und Deutschland
CIA - The World Factbook -- Jamaica
NEWS: Jamaica Observer
NEWS: Jamaica Daily Gleaner
Government of Jamaica, Jamaica Information Service
Radio Jamaica
Jamaica Carnival
Rastafari und Dreadlocks
Jamaicans.com
Informationen zum Rastafarianismus
www.rastafari.org
Jamaica: The Life of Bob Marley
Alles zu Dreadlocks
Cannabis in Jamaika
jamaika-online.de
Jamaika - Cool Runnings in der Karibik
Languages of Jamaica

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