Willkommen in Neuengland

Auszug aus dem Magazin "America", 2/2001 März/April, S.24ff., www.america-journal.de

Wenn es um amerikanische Geschichte und Kultur geht, dann ist es Neuengland, wo das meiste begann. Historie ist hier allgegenwärtig, und die Menschen lieben ihr Land und pflegen ihre Tradition. Besonders Frühjahr und Sommer bieten ideale Gelegenheit, das Land, seine Menschen und seine Geschichte kennen zu lernen.

Abseits der bekannten Autorouten kann man auf den "Blue Highways" - so genannt, weil früher auf Landkarten die kleinen Landstraßen blau eingezeichnet waren - noch das echte, unverfälschte Neuengland erleben. Dabei erinnert man sich an Bilder des hier geborenen Malers Norman Rockwell.

Connecticut. Die Geschichte reicht bis ins Jahr 1635 zurück. Zahlreiche Erfindungen wurden hier gemacht, wie zum Beispiel die Baumwoll-Entkernungsmaschine, der 45er Colt Revolver und angeblich sogar die Frisbee-Scheibe.
Die bedeutendste Berühmtheit für ganz Amerika ist die Yale-University in New Haven.
Yale ist eine der ältesten, berühmtesten und besten Universitäten der USA. Ihr ältestes Gebäude ist auch das älteste der Stadt: Die Connecticut Hall wurde zwischen 1750 und 1753 gebaut. Die Statue des wegen Spionage von den Engländern hingerichteten Nathan Yale, die vor dem Gebäude steht, hat eine auffällig glänzende, rechte Fußspitze: Abergläubige Studenten reiben sie vor jedem Examen.

neu england

In einem fensterlosen Gebäude an der High Street befindet sich die Skull and Bones Society. Gegründet wurde diese älteste Geheimgesellschaft von Yale 1832. Obwohl die Mitgliederliste niemals veröffentlicht worden ist, gehörte doch offenbar der ehemalige Präsident George Bush ebenso zu dieser Gesellschaft wie sein Sohn, der jetzige Präsident George W. Bush. Eine der vielen Legenden zu diesem Haus berichtet, dass die Gebeine von Apachenhäuptling Geronimo hier eingemauert wurden.

Zu den bekanntesten Absolventen der hoch anerkannten Yale Law School gehören Ex-Präsident Bill Clinton und seine Frau Hillary. Die beiden haben sich hier kennen gelernt.
Unbedingt sehenswert ist die Beinecke Rare Book and Manuscript Library. Hier befinden sich über 400.000 Bücher und noch dazu mehr als eine Million Manuskripte. Die wertvollsten Schätze sind eine Gutenberg-Bibel aus dem Jahre 1455 und die komplette Originalausgabe von "Birds of America" von John James Aubudon.
Die Route 1 von New Haven nach Mystic gehört zu den schönsten Küstenstrecken der USA. Sie führt durch malerische Ortschaften mit weißen Holzhäusern, hohen Kirchtürmen und gepflegten Gartenanlagen.

Die über 300 kleinen bis winzigen Inseln im Long Island Sound mit treffenden Namen wie Treasure Island und Money Island waren einst das Revier des Piraten Captain Kid.
Marine-Interessierte sollten sich in New London die US Eagle nicht entgehen lassen. Das ehemalige deutsche Segelschulschiff aus dem zweiten Weltkrieg kann jedes Wochenende nachmittags besichtigt werden.

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Rhode Island. Little Rhody wird der kleinste Staat Neuenglands liebevoll genannt, der im Norden Connecticuts grenzt. Rhode Island ist tatsächlich nur 48 mal 37 Meilen groß, dicht besiedelt und stark industrialisiert. Dafür hat der Kleinstaat 400 Meilen Küstenlinie.
Providence, die Hauptstadt, ist die drittgrößte Stadt in Neuengland. Sie fasziniert mit schöner Architektur und bietet viele erstklassige Restaurants. Rhode Islands zweite bedeutende Stadt, Newport, ist Sitz der International Tennis Hall of Frame. Aber mehr noch als Tennis verbindet man mit Newport das Segeln. Denn lange Zeit hielt die Stadt den American's Cup ab, bis 1983 Australien die lange Siegeslinie des heimatlichen Teams durchbrach und den Cup nach "Down Under" mitnahm. Dennoch bleibt Newport die Segelhauptstadt der Ostküste.
Auch früher schon fühlten sich die Superreichen in Newport wohl. Es war zwischen 1890 und 1914, als die Vanderbilts, Carnegies und Astors dort ihre "Cottages" bauten. Die prächtigen Schlösser mit Namen wie The Breakers, The Elms, Rosecliff, Marble House, fungieren heute als Museen, die den unermesslichen Reichtum der damaligen Zeit zur Schau stellen.

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Massachusetts. Dieser Staat von Neuengland kann sich mit den Orten der Revolutionszeit schmücken: Lexington und Concord. Vom Bostoner Vorort Cambridge, in aller Welt durch die Harvard University bekannt, führt die Massachusetts Avenue hinaus nach Concord. Auf dieser Straße ritt einst Paul Revere, um die Amerikaner vor der Ankunft der Briten zu warnen. Die darauf folgenden Ereignisse setzten am 19. April 1775 die Amerikanische Revolution in Gang. Von der ursprünglichen Straße ist noch ein kleiner Teil im Minute Men National Historic Park erhalten. Im dazugehörigen Museum bestaunt man eine kleine aber feine Sammlung von Relikten aus der Revolution. Um 1845 war Concord das literarische Zentrum der USA.
Auf dem Rückweg von Concord nach Boston kommt man über die Route 126 nach Walden Pond, ein 122 Hektar großes Naturschutzgebiet. Der berühmte Autor Henry David Thoreau verbrachte hier zwei Jahre in einer kleinen selbst gebauten Hütte am Ufer des Sees. Sein Werk "Walden oder Leben in den Wäldern" ist noch heute die Bibel für philosophierende Aussteiger.

In Great Barrington, in den bewaldeten Berkshire Hills, treffen sich jeden Sommer die Musikliebhaber zum Aston Magna Festival, dem ältesten Festival in Amerika für barocke, klassische und romantische Musik. Auch das Boston Symphony Orchestra nimmt gelegentlich an den Kammerkonzerten teil.
In Stockbridge befindet sich das Norman Rockwell Museum mit der größten Sammlung von Illustrationen des beliebten Malers, dessen nostalgische Bilder von sommersprossigen Jungen und kleinen alten Frauen einst die Titelseiten der Saturday Evening Post schmückten.
In Tanglewood, nördlich von Stockbridge, hat das Boston Symphony Orchestra seit 1936 seinen Sommersitz. Ein besonderes Musikerlebnis bietet die 6000 Personen fassende Koussevitzky Music Shed, deren hintere Wand sich zu einem großen Park öffnen lässt. Neben Klassik stehen auch Jazz, Folk und Pop auf dem Programm.

In den Berkshires begegnet man dem Autor und ehemaligen Seefahrer Herman Melville. Zwischen 1850 und 1863 lebte er auf einer Farm in Arrowhead, wo ihn die Berge in Form eines Buckelwales zu dem Roman "Moby Dick" inspiriert haben sollen.
Das Hancock Shaker Village bei Pittsfield bietet einen beeindruckenden Einblick in das Leben der Shaker-Sekte. Im Sommer wird samstags abends ein traditionelles Shaker-Essen serviert.
Der Ort Williamstown beeindruckt mit zwei Kunstmuseen: Die Sammlung des Sterlin and Francine Clark Art Institute enthält zahlreiche Werke europäischer und amerikanischer Maler, unter ihnen Gemälde von Renoir und Monet. Und im Kunstmuseum auf dem Campus des bekannten Williams College bewundert man das gelb-schwarze Selbstbildnis von Andy Warhol nebst einer Bücherei mit sehr seltenen Büchern und Manuskripten.
Die Rundreise durch die Berkshires endet in Deerfield, wo man entlang der Hauptstraße die beeindruckendste Sammlung historischer Kolonialhäuser von Neuengland findet. Ein Dutzend der 65 Häuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert können besichtigt werden.

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Vermont. Der ländlichste und ursprüglichste aller Neuengland-Staaten schließt sich nördlich der Berkshires an. Zentral-Vermont ist eine weitgehend unberührte, friedliche Landschaft. Ausgangspunkt für eine Rundreise ist Rutland, das Herz von Vermont. Nördlich der Stadt steigt die Straße zum Green Mountain National Forest an. In der Nähe des Gipfels findet man ein Hinweisschild zum Long Trail. Der 423 Kilometer lange Fernwanderweg vereinigt sich nördlich von Rutland mit dem Appalachian Trail - dem längsten Wanderweg der Welt.
Das romantische Buch und der Film "The Bridges of Madison County" (Die Brücken am Fluss) erweckten Anfang 1990 überall auf der Welt das Interesse an überdachten Brücken. Vermont hat die meisten überdachten Brücken in Neuengland.
Nur eine kurze Fahrt über die I-89 (Exit 1), und schon kann es weiter gehen auf einem "Blue Highway". Das Ziel ist die Quechee Gorge, Vermonts "kleiner Grand Canyon". Die 49 Meter tiefe Schlucht überblickt man am besten von der alten Eisenbahnbrücke aus, die den Fluss überspannt.
Das nahe gelegene entzückende Woodstock ist Neuengland, wie es sich die meisten Besucher vorstellen. Berühmt für die Architektur zahlreicher Gebäude, wurde Woodstock regelmäßig zu einer der schönsten Städte Amerikas gewählt. Woodstock ist das kulturelle Zentrum Vermonts und liegt inmitten eines seit Jahrzehnten beliebten Wintersportgebiets. Im Jahr 1934 wurde in Woodstock der erste Ski-Lift der USA in Betrieb genommen. Mit dem legendären Woodstock-Festival des Jahres 1969 hat dieses Woodstock in Vermont jedoch nichts zu tun.

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New Hampshire. Vermonts Nachbarstaat hat zwar nur 18 Meilen Küste, prunkt dafür aber mit den höchsten Bergen der ganzen Region und Hunderten von Seen. Einer der größten - mit 274 Inselchen - ist der Lake Winnipesaukee im Norden des Staates. Sein indianischer Name heißt übersetzt "Das Lächeln des großen Geistes".
Die Attraktion im idyllisch gelegenen Moultenborough am Nordende des Sees heißt "Castle in the Clouds". Ein exzentrischer Millionär namens Thomas Plant baute dieses "Schloss in den Wolken" für sieben Millionen Dollar, 225 Meter hoch in den Bergen. Der Ausblick auf die tief unten liegenden Wälder und Seen ist beeindruckend!
Weir's Beach gibt sich mit seinen Vergnügungsparks und wöchentlichen Feuerwerken familienfreundlich. Im nördlicher gelegenen Meredith dagegen findet man die ruhige Atmosphäre einer Strandgemeinde mit schönen Docks und Bänken zum Ausruhen.

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Maine. Die Fahrt über die "Blue Highways" endet in Maine, dem nördlichsten und größten aller Neuengland-Staaten. Auf der US 1 geht es weiter die Atlantikküste entlang bis zur kanadischen Grenze nach New Brunswick - immerzu durch viele kleine Ortschaften, beliebte Feriengebiete und reizvolle Landschaften.
Geographen haben festgestellt, dass sich die 230 Meilen lange Küstenlinie von Maine auf ganze 3.500 Meilen strecken ließe, wenn man jede kleine und kleinste Bucht mit messen würde. Ein noch relativ wenig überlaufenes Teilstück der Küstenstraße erstreckt sich von Portland nach Norden bis zum Acadia National Park. Einige Höhepunkte dieser Fahrt sind der Leuchtturm von Pemaquid Point, die sommerlichen Musik- und Lobsterfestivals von Rockland und Rockport und eine Bootsfahrt zur Monhegan Island.
Die Küste vermittelt gerade hier mit ihren vielen Halbinseln ein seltenes Gefühl von Abgeschiedenheit. Manchmal findet man auch am Ende einer solchen Landzunge überraschend alte Hotels aus einer Zeit, in der die meisten Menschen eher über Wasser als über Land die Küste entlang gefahren sind. Hier hat man das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein, in einer Welt ohne Autos und Flugzeuge, wie sie die ersten Siedler gesehen haben, die nach Neuengland kamen. Damit schließt sich der Kreis, und wir sind wieder dort, wo die Geschichte begann.



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