Willkommen in Nicaragua

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Offizieller Name: Republik Nicaragua
Hauptstadt: Managua
Fläche: 130.000 km²
Landesnatur: Im W die pazifische Küstenebene, östlich anschließend die Vulkankette, gefolgt von der Nicaraguasenke, das Bergland der Zentralamerikanischen Kordilleren und im O die karibische Tiefebene
Klima: Tropisches Klima
Hauptflüsse: Río Coco, Río Grande, Río Escondido, Río San Juan
Höchster Punkt: in der Cordillera Isabella 1963 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 15 Departamentos und 2 Regiones autonomistas
Parlament: Nationalversammlung mit 93 für 5 Jahre gewählten Mitgliedern
Einwohner: 4.938.000 (1999); 5.465.100 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 38 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 65% (1999)
Analphabetenquote: 36% (1999)
Sprache: Spanisch
Religion: Katholiken 89%, Protestanten 5%
Importgüter: Erdöl, Maschinen, Textilien, Getreide, Arzneimittel, Düngemittel, Eisen und Stahl, Fahrzeuge
Exportgüter: Baumwolle, Kaffee, Fleisch, Zucker, Bananen, Fischprodukte, Holz, Edelmetalle, chemische Erzeugnisse


Geschichte

Nicaragua ist nach der Verfassung von 1995 eine präsidiale Republik, an deren Spitze ein vom Volk gewählter Präsident steht. Das von ihm ernannte Kabinett unterstützt ihn bei der Verwaltung des Landes. Das Staatsoberhaupt wird für eine Amtszeit von 5 Jahren gewählt. Eine unmittelbare Wiederwahl ist nicht möglich. Die Nationalversammlung hat 93 Mitglieder, die für 5 Jahre gewählt sind.
Nicaragua sieht sich mit großen ökonomischen Schwierigkeiten konfrontiert. Der Bürgerkrieg, der 1979 begonnen hatte, zerstörte viele Produktionsanlagen und Versorgungseinrichtungen. Das in- und ausländische Kapital und viele Fachkräfte waren ins Ausland geflüchtet. Anastasio Somoza, der letzte Präsident der Familiendynastie, hatte, als er das Land verlassen musste, einen großen Teil des Nationalvermögens mitgenommen.
Zurückgeblieben war ein auf viele Jahre verarmtes Land. Sechs Jahre nach der Flucht Somozas verschlimmerten die Vereinigten Staaten von Amerika, ehemals wichtigste Handelspartner Nicaraguas, die Situation, indem sie ein Handelsembargo beschlossen. Einer internationalen Studie aus dem Jahr 1997 zufolge ist Nicaragua das mit Abstand ärmste Land in Zentralamerika.

Frühe Nicaraguaner
1502 erkundete Christoph Kolumbus das Gebiet des heutigen Nicaragua und beanspruchte es für Spanien. Er traf zu jener Zeit auf verschiedene Eingeborenenstämme. Der bedeutendste Stamm lebte unter der Führung des Häuptlings Nicarao an den Ufern des Nicaraguasees. 1550 wurde Nicaragua an das Generalkapitanat Guatemala angegliedert. Englische, französische und holländische Piraten benutzten die Mosquitoküste als Operationsbasis für ihre Aktionen gegen die spanische Handelsflotte. Während des 17. Jahrhunderts übernahmen die Engländer die Herrschaft über die in dieser Region lebenden Indianer, und dieser Teil der Pazifikküste wurde zum britischen Protektorat.

Nicaragua und andere mittelamerikanische Staaten erklärten 1821 ihre Unabhängigkeit von Spanien und gründeten die Vereinigten Staaten von Zentralamerika. In der Konföderation kam es jedoch bald zu Spaltungstendenzen und 1839 wurde Nicaragua zur unabhängigen Republik. Zu jener Zeit rangen die beiden bedeutendsten Städte des Landes, das liberale León und das konservative Granada, um die Vorherrschaft. Die Liberalen engagierten William Walker (1824-1860), einen amerikannischen Abenteurer. 1855 kam er mit nur 56 Kampfgefährten nach Nicaragua und es gelang ihm, die Stadt Granada zu erobern. Daraufhin erklärte er sich selbst zum Präsidenten, ein Akt, der die Bürger beider Städte erzürnte. Die früheren Streitigkeiten waren durch den gemeinsamen Widerstand vergessen und die Bevölkerung vertrieb Walker aus dem Land. Mit der Ernennung des zwischen León und Granada gelegenen Städtchens Managua zur Hauptstadt wurde die Kontroverse um die Vorherrschaft beigelegt. Etwa dreißig Jahre lang blieben die Verhältnisse unter der konservativen Regierung relativ stabil. Im Jahr 1893 ergriff jedoch der Diktator José Santos Zelaya (1853-1919) die Macht. Dessen Versuche, seinen Einfluss auch auf die anderen zentralamerikanischen Staaten auszudehnen, beunruhigten die USA und Mexiko, die mehrmals eine Intervention erwogen. Doch im Jahr 1909 wurde Zelaya sogar von seinen eigenen Landsleuten gestürzt.
Da die innenpolitischen Verhältnisse inzwischen verworren und instabil geworden waren, ersuchte Präsident Adolfo Diaz (1875-1964) die Vereinigten Staaten 1912 um Hilfe bei der Wiederherstellung der Ordnung im eigenen Land. In den folgenden 20 Jahren war der Einfluss der amerikanischen Politik in Nicaragua sehr stark. Bis die Marinesoldaten 1933 das Land endgültig verließen, sorgten sie für die ordnungsgemäße Durchführung von Wahlen und verteidigten die Interessen der Vereinigten Staaten.
Im Jahr 1916 wurde ein Vertrag zwischen Nicaragua und den Vereinigten Staaten geschlossen, wonach diese gegen eine Zahlung von 3 Millionen Dollar das Recht erwarben, einen Kanal durch Nicaragua zu bauen. Dieses Anrecht der USA besteht bis zum heutigen Tage.

Somoza-Regime und Sandinisten
Im Jahr 1936 wurde der Diktator General Anastasio Somoza (1896-1956) Präsident Nicaraguas. Von diesem Zeitpunkt an wurde Nicaragua über 40 Jahre lang bis 1979 von Mitgliedern der Familie Somoza beherrscht, die entweder die Präsidenten stellte oder hinter den Kulissen die Fäden zog.
In den 1970er Jahren wurde der Widerstand gegen die Regierung durch eine Guerillagruppe organisiert, die sich selbst als Sandinistische Nationale Befreiungsfront bezeichnete. Sie war nach Augusto César Sandino (1895-1934) benannt, einem berühmten Widerstandskämpfer, den General Somoza im Jahr 1934 hatte hinrichten lassen.
Im Jahr 1979 gelang es den Sandinisten, die Familie Somoza zu stürzen, und 1980 errichteten sie ein linksgerichtetes Regime. Während der 1980er Jahre wurden die Sandinisten durch die von den USA unterstützten Contras (Kontrarevolutionäre) - einer vor allem aus ehemaligen, im Exil lebenden Mitgliedern der Nationalgarde Somozas bestehenden Gruppe - bekämpft. Die Sandinisten unter ihrem 1984 gewählten Präsidenten Daniel Ortega (*1945) knüpften daraufhin engere Kontakte zu Kuba und zur Sowjetunion. Im März 1988 vereinbarten Regierung und Contras einen Waffenstillstand, der Ende 1989 jedoch wieder aufgehoben wurde. Erst 1990 endete der Bürgerkrieg, der mit über 15.000 Toten, 30.000 Verletzten und 250.000 obdachlosen Menschen dem Land tiefe Wunden geschlagen hat. Bei den Präsidentenwahlen im gleichen Jahr verloren die Sandinisten ihre Mehrheit an die oppositionelle "Union nacional Opositora" (UNO). Neue Präsidentin wurde Violeta Barrios de Chamorro (*1929). Die neue Regierung entwaffnete die Contras und suchte den Ausgleich mit den Sandinisten. Darüber zerbrach 1992 das Parteienbündnis UNO. Von 1997 bis 2002 war Arnoldo Alemán Lacayo (*1946), Kandidat der rechten Liberalen Allianz, Staatschef des Landes. Umstritten ist zwischen Regierung und FSLN-Opposition vor allem die Frage des Landbesitzes.

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Leben mit der Krise

Nicaraguas Bürgerkrieg zwischen den bis 1990 regierenden Sandinisten und den sogenannten Contras hat dazu geführt, dass die verarmte und gefährdete Landbevölkerung in einem Niemandsland lebt. Sie schaut in der Hoffnung auf Erleichterung nach beiden Seiten. Die Sandinisten können auf beeindruckende Erfolge verweisen. Das Gesundheits- und das Erziehungswesen wurden reformiert und Maßnahmen gegen die hohe Analphabetenrate in die Wege geleitet. Heute können die meisten Menschen zumindest ihren eigenen Namen schreiben. Ein Drittel der Ackerfläche wurde verstaatlicht und in Form von kleinen Pachtbetrieben und Gemeinschaftsfarmen gerechter verteilt.
Die Sandinisten praktizierten eine strenge Kontrolle der Wirtschaft. Sie setzten die Preise für Baumwolle und andere wichtige Feldfrüchte fest und regulierten auch den Import von Düngemitteln und anderen Gütern. Die tiefgreifenden Sparmaßnahmen waren schmerzhaft, konnten jedoch hohe Preissteigerungsraten und ein Absinken der Reallöhne nicht verhindern. Die Arbeitslosigkeit stieg, Geschäfte und Märkte wurden immer leerer, die verknappten Nahrungsmittel und Gebrauchsgüter immer teurer und der Córdoba, Nicaraguas Währung, wurde immer weniger wert. Gegen Ende der 1980er Jahre lag die jährliche Inflationsrate bei 359 bis 500%. Der Schwarzmarkt war allgegenwärtig und die Wechselkurse ausländischer Währungen hatten astronomische Höhen erreicht. Fluggesellschaften weigerten sich bei der Bezahlung der Flugtickets, die Nationalwährung zu akzeptieren.
Die Contras forderten dagegen die Rückkehr zu einer kapitalistischeren Gesellschaft. Während der ersten Kriegsjahre, als die USA großzügig zu ihrer Finanzierung beitrugen, konnten die Contras ihre Stellung halten. Als aber diese Geldquelle versiegte, verdunkelte sich das Bild. 1989 ging das Gerücht um, dass sich hungernde Rebellen von Pflanzen und Blumen ernähren müssten. In den verarmten Dörfern, die sie solange unterstützt hatten, missbrauchten die Contras die freundliche Aufnahme. Ohne Bargeld und mit leeren Mägen richteten sie ihre Gewehre auf ebenso hungrige Dorfbewohner, die nichts hatten, was sie ihnen hätten geben können. Jugendliche Rekruten mussten barfuß marschieren und mit Holzstöcken exerzieren. Eine Wende und Beschleunigung des Demokratisierungsprozesses erhoffte man sich von den Wahlen 1990. Die Sandinisten verloren gegen ein konservatives Parteienbündnis. Man begann mit einem Wiederaufbauprogramm und führte eine Währungsreform durch.
Die Bevölkerung Nicaraguas hat gelernt mit dem Mangel und mit Ersatzlösungen zu leben. Die Maschinen zeigen Abnutzungserscheinungen und es gibt kaum Hoffnung auf Ersatz. Aber anstatt den Dingen bis zum endgültigen Kollaps ihren Lauf zu lassen, werden alle Arten von Geräten, die normalerweise ausrangiert werden würden, von den Nicaraguanern wiederverwendet. Es wird kaum etwas weggeworfen. Eine Nation von Mechanikern und Kesselflickern vollbringt wahre Wunderdinge. Alte Autos, Fahrräder, Kochgeräte und Nähmaschinen oder auch nur Teile davon liefern die vielbegehrten Metallobjekte. Ausgeschlachtet und unter Einsatz von reger Phantasie neu zusammengesetzt, erscheinen sie üblicherweise als etwas vollkommen anderes.

Stille Opposition
Die hauptsächliche Opposition zur ehemaligen sandinistischen Regierung wurde von der antisandinistischen Zeitung La Prensa und der römisch-katholischen Kirche getragen. Viele wunderten sich darüber, dass La Prensa, dieser Dorn im Auge der Sandinisten, in den späten 1980er Jahren für kurze Zeit ihr Erscheinen einstellen musste, bald jedoch ihre Tätigkeit fortsetzen konnte. Diese Demonstration der Pressefreiheit verfolgte in erster Linie außenpolitische Ziele, da sie im Ausland Zustimmung fand.
Nicaragua ist offiziell zu 89% katholisch. Die Kirche ist jedoch gespalten: manche Priester unterstützten die Sandinisten, andere standen ihnen feindlich gegenüber. Einige Priester nahmen hohe Regierungsämter ein. Der Vatikan war jedoch gegen die Sandinisten, da sie sich offen zum Marxismus und damit auch zum Atheismus bekannten. Einstweilen überlassen die anspruchslosen Bauern die hohe Kirchenpolitik den Priestern. Sie ziehen es vor, unzählige Heiligentage mit atemberaubenden Fiestas zu feiern. Der Eifer, mit dem sie an den manchmal 24 Stunden dauernden Umzügen teilnehmen, ist möglicherweise auf halbvergessene indianische Glaubensriten zurückzuführen. Für viele von ihnen sind diese Gelegenheiten aber auch die einzige Möglichkeit, Abstand von einem trostlosen Alltag zu gewinnen.
Der von 1997 bis 2002 amtierende Staatschef Arnoldo Alemán Lacayo hat zur Überwindung der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Krise einen "Nationalen Dialog" initiiert, an dem Vertreter von Parteien, Gewerkschaften, Wirtschaft und Kirche teilnehmen.

Entwicklungen
Von 2002 bis 2006 war Enrique Bolaños Geyer Staatschef. Dieser hat Alemán am 22.12.02 in einem als historisch geltenden Gerichtsurteil der Korruption, Geldwäsche, Unterschlagung und Veruntreuung für schuldig befunden und am 3.12.2003 zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Aufgrund gesundheitlicher Probleme musste Alemán seine Haftstrafe nicht antreten. Er steht statt dessen unter Hausarrest.

Die in Berlin ansässige Anti-Korruptions-Gruppe Transparency International hat Alemán unter die neun weltweit korruptesten Staatsführer gelistet. Alemán hat vermutlich rund 100 Millionen US-$ unterschlagen (siehe: Introduction_to_political_corruption.pdf).

Die Auseinandersetzung zwischen Präsident Bolaños einerseits und dem 'Pacto Politico' zwischen FSLN-Generalsekretär Ortega und dem starken Mann der Liberalen Partei PLC, Alemán, prägt die Amtszeit des Präsidenten zunehmend.

Durch eine Blockadepolitik des Parlaments war die Regierung in ihrer Handlungsfähigkeit weitgehend eingeschränkt.
Von dieser Schwächung der Regierung haben zumal die Sandinisten profitiert. Aus den Gemeindewahlen sowie aus den Kommunalwahlen im Jahr 2004 gingen die Sandinisten gestärkt hervor.

Am 26.10.2006 wurde ein totales Abtreibungsverbot beschlossen (rechtskräftig seit 18.11.), das selbst nach einer Vergewaltigung oder bei einer Bedrohung des Lebens der Mutter gilt. Dem Gesetz stimmten neben katholischer Kirche und fundamentalistischen evangelikalen Gruppen auch FSLN-Abgeordnete zu. Bis zu acht Jahren Haft drohen heute Ärzten, die das "ungeborene Leben" in Gefahr bringen.

Die Präsidentschaftswahlen im November 2006 gewann Ortega (FSLN, Frente Sandinista de Liberación Nacional) mit 38,1% bereits im ersten Wahlgang. Bei den gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahlen erhielt die FSLN 37,6% der Stimmen und stellte 38 Abgeordnete in der 90 Sitze umfassenden Volksvertretung. Der PLC errang gerade 25 Mandate. Bei der Vereidigung Ortegas am 10.1.2007 verkündete er den Beitritt zum Freihandelsbündnis "Alba".

Alianza Bolivariana para los pueblos de Nuestra América (ALBA)

Als Antwort auf die von den USA dominierten geplanten gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA, haben Venezuela und Kuba Anfang 2005 eine von US-Interessen unabhängige lateinamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft - ALBA ( Alternativa Bolivariana para los pueblos de Nuestra América) - gegründet. Der ALBA traten im April 2006 Bolivien, im März 2007 Nicaragua, im Januar 2008 Dominica, im August 2008 Honduras bei.
Der Putschpräsident von  Honduras, Roberto Micheletti, erklärte am 15.12.2009 den Austritt aus der ALBA, der am 12. Januar 2010 ratifiziert wurde.

"Sucre" - gemeinsame Währung für die ALBA
Aus: de.wikipedia.org, ALBA:
»[...] Vor dem Hintergrund der Finanzkrise ab 2007 beschlossen die Mitgliedstaaten des Bündnisses am 26. November 2008 auf ihrem dritten Gipfeltreffen, eine eigene Währungszone mit einer gemeinsamen Währung zu etablieren, um eine größere Unabhängigkeit von den internationalen Finanzmärkten zu erreichen und sich vor Krisen und ihren Folgen zu schützen. In diesem Rahmen soll auch ein gemeinsamer Fonds für die Stabilisierung der Geldreserven und eine langfristig kontinuierliche Investitionspolitik eingerichtet werden. Der Name der gemeinsamen Währung soll "Sucre" lauten. Tags darauf bot der russische Präsident Dmitri Medwedew der ALBA an, dass die Russische Föderation sich dem Staatenbündnis "als assoziiertes Mitglied oder in anderer Weise" anschließen möge. Russische Nachrichtenagenturen meldeten auch, dass Russland Vollmitglied werden könne. [...] Auf dem VI. Gipfeltreffen im Juni 2009 in Maracay wurden die Staaten Ecuador, Antigua und Barbuda und St. Vincent und die Grenadinen als neue Mitglieder aufgenommen. Es wurde beschlossen, das Wort Alternativa im Namen der Organisation durch das Wort Alianza zu ersetzen. [...]«

Aus: spiegel.de, Neue Einheitswährung. Lateinamerika probt Aufstand gegen den Dollar, 3.11.2009
Im April 2009 wurde die Gründung der Regionalwährung Sucre offiziell beschlossen.
»[...] Bereits 2010 soll die virtuelle Währung zur Abwicklung des Handels zwischen den neun Mitgliedsstaaten der "Bolivarischen Allianz für unser Amerika" (ALBA) den Dollar ablösen. [...] Nach europäischem Muster könnte der Sucre als Vorläufer für eine tatsächliche Einheitswährung dienen und erst einmal als virtuelles Geld fungieren. [...]«

» [...] Bereits vor den Wahlen haben Venezuela und die USA versucht die Wahlen zu beeinflussen. Am 15.9. hatte der US-Botschafter in Managua gedroht, seine Regierung werde ihre Beziehungen zu Nicaragua überdenken, falls Ortega gewinnen sollte. Die USA hatten das marxistisch-sandinistische Regime unter Ortega (1979-90) durch Unterstützung der rechten Contra-Rebellen und durch Embargos bekämpft. Der Bürgerkrieg hatte rd. 60.000 Tote gefordert. Venezuelas Staatschef Hugo Chávez Frias dagegen hatte keinen Hehl aus seiner Unterstützung für Ortega gemacht. [...]
Mitte Januar 2007 traf der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad auf seiner Lateinamerikareise zu Gesprächen mit Ortega in Managua ein. Die Staatsoberhäupter unterzeichneten ein Abkommen über wirtschaftliche, politische und kulturelle Zusammenarbeit. [...] «
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.350.
muz-online.de:  Iran

Im Mai 2008 beschließt der Oberste Wahlrat die Aufhebung der Rechtsstellung, d.h. den Ausschluss von vier politischen Parteien, darunter PC (Konservative Partei), MRS (Sandinistischen Erneuerungsbewegung) und zwei Indigena-Parteien (PAMUC und PIM). Vertreter von MRS und PC sehen in der Entscheidung der obersten Wahlaufsichtsbehörde Nicaraguas einen Schritt hin zu bipolaren Machtverhältnissen im Land. Der aktuelle Praesident Daniel Ortega und Ex-Präsident Arnoldo Alemán würden versuchen, die Macht unter den beiden grossen Parteien aufzuteilen. Der ehemalige Botschafter Nicaraguas in der OEA Carlos Tünermann sagt: "Dies sei der erste Schritt hin zu einer Diktatur Ortegas." Siehe auch: Nicaragua-Forum Heidelberg (Meldungen aus Nicaragua vom 26.05.2008).

Die hohe Armut im Lande wie auch die soziale Schutzlosigkeit der vielen Straßenkinder ist besorgniserregend (siehe Auswärtiges Amt: Innenpolitik Nicaragua).

» [...] Im März 2007 beschloss die Interamerikanische Entwicklungsbank einen Schuldenerlass von knapp 1 Mrd. US-$. Nicaragua ist das zweitärmste Land Lateinamerikas, rd. 70% der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze. [...] «
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.350.

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Erdbeben und Wirbelstürme

Nicaragua, mit 130.000 km² das größte Land Zentralamerikas, war mehrmals Schauplatz verheerender Naturkatastrophen im letzten Jahrhundert. Zweimal, nämlich 1931 und 1972, zerstörten Erdbeben die Hauptstadt Managua. Jedesmal kamen dabei mehrere tausend Menschen ums Leben. Noch heute sind in Managua die Schäden, die das letzte schwere Erdbeben verursachte, gut sichtbar. 1988 wurde das Land erneut von einer Naturkatastrophe heimgesucht. Ende Oktober fegte der Wirbelsturm "Joan" über die Karibikküste hinweg. Dem Orkan folgten sintflutartige Regengüsse. "Joan" zerstörte die Pflanzungen auf der Corn-Insel und die Hafenstadt Bluefields fast vollständig, machte fast 200.000 Menschen obdachlos, vernichtete 80% der Ölpalmen, die Hälfte der Bananenernte und ein Viertel der Reis- und Bohnenfelder. Im November 1998 forderten der Wirbelsturm "Mitch" sowie eine Schlammlawine, die durch einen mit Regenwasser gefüllten und auseinanderbrechenden Vulkankrater entstanden war, mehrere tausend Tote.

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Bevölkerung

Nicarao, Miskito, Mestizen und Zambos
Etwa zwei Drittel der fast 5 Millionen "Nicas", der Einwohner Nicaraguas, leben in der Pazifikregion, die nur 15% der Gesamtfläche ausmacht; rund eine Million leben in der Hauptstadt Managua. Am dünnsten ist die karibische Tiefebene besiedelt, wo auf mehr als der Hälfte Staatsfläche nur ca. 9% der Bevölkerung leben. Dies liegt in der klimatischen Ungunst dieser Region begründet. Zwei Drittel der Einwohner zählen sich zu den Mestizen. Die Indiovölker der Chontal, Chorotega, Cholutega und Nicarao, die vor der Ankunft der spanischen Eroberer in der Pazifikregion gesiedelt hatten, haben sich weitgehend mit den weißen Einwanderern vermischt. Die Nicarao gaben dem Land den Namen. Unvermischt geblieben sind nur die Wald- und Flussindianer im Osten und Nordosten, die Miskito, Sumo und Rama, die zusammen nur noch eine schwindende Minderheit von etwa 4% bilden.
Die Miskito gerieten wegen kontrovers diskutierter Umstände in die internationalen Schlagzeilen: Sind sie nach Honduras geflohen, wiel ihnen die Sandinisten das kulturelle Eigenleben nehmen und sie in ein Barackendorf im Landesinneren umsiedeln wollten? Oder wurden sie von den "Contras" mit Geld und Schauermärchen zum Land- und politischen Lagerwechsel verführt? Nachdem ihnen die Sandinisten in der neuen Verfassung weitgehende kulturelle Autonomie garantierten, sind die meisten Miskitos wieder aus den trostlosen Flüchtlingslagern in Honduras an die Mosquitoküste zurückgekehrt. Hier leben sie neben Schwarzen, Mulatten und schwarz-indianischen Mischlingen, den Zambos, die zusammen bereits auf einen Anteil von 13% angewachsen sind. Sie sprechen nicht die Staatssprache Spanisch, sondern ein kreolisch gefärbtes Englisch und leben in einer Kultur, die sich durch Sprache, Musik, protestantische Religion und Tradition von der "nationalen Kultur" der Mestizen unterscheidet.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader´s Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1022 f.



www-Links



Innenpolitik Nicaragua
CIA - The World Factbook -- Nicaragua
Experience Nicaragua
La Prensa
La Noticia
El Nuevo Diario
NICARAGUA - A Country Study
Presidencia de la República
Governments on the WWW: Nicaragua
Political Resources on the Net - Nicaragua (Parties & Org.)
The History of Nicaragua
Catholic Encyclopedia: Republic and Diocese of Nicaragua
Languages of Nicaragua
Miskito-Indianer
Nicaragua im Netz der Reisespinne
Managua, capitol of Nicaragua
Straßenkinder
Child Prostitution in Nicaragua
Glue sniffing street children -- Where and how do they get this glue?
Kinder im Müll - über die Armut in Nicaragua

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