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Die Wirtschaft | ![]() |
Deshalb wurde die Förderung exportorientierter Produktionszweige zum Hauptziel der Wirtschaftspolitik, begleitet von umfangreichen staatlichen Maßnahmen, wie z. B. Steuer- und Zollvergünstigungen, durch die multinationale Konzerne sowie private ausländische Investoren ins Land gelockt wurden. |
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Die Bevölkerung |
Die Militärdiktatur Alfredo Stroessners |
Die Position und die Autorität Stroessners wurden nicht in Frage gestellt, zumindest nicht öffentlich. Der Opposition war es nur innerhalb der von der Diktatur festgelegten Grenzen erlaubt zu agieren. Somit konnte Paraguay auf die längste und stabilste Regierung Südamerikas zurückblicken. Stroessner war unterdessen nach einem gegen ihn gerichteten Militärputsch im Februar 1989 ins Exil nach Brasilien gegangen, wo er am 16. August 2006 im Alter von 93 Jahren verstarb. Für die unter seiner fast 35-jährigen Herrschaft begangenen Verbrechen war er nie gerichtlich belangt worden. Für die Opposition war die erste Wahl seit 1954, bei der das Ergebnis nicht schon vor der Stimmabgabe bekannt war, mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Der Hauptanteil der Oppositionsstimmen entfiel auf Laíno und die "Partido Liberal Radical Autentico". Sie trat wie alle Oppositionsparteien für gemäßigte Sozial- und Wirtschaftsreformen in einem demokratischen Rechtsstaat ein. Paraguay hat sich aus einem Alptraum befreit, in dem einzig die katholische Kirche als weder zerstörbare noch gleichschaltbare Institution Repräsentant der Menschenrechte, der Gerechtigkeit und der Freiheit war. Die zweiten Präsidentschaftswahlen nach dem Ende der Ära Stroessner gewann 1993 Juan Carlos Wasmosy (* 1938), der ebenfalls der regierenden Colorado-Partei angehört. Er wurde 1998 von seinem Parteifreund Raúl Cubas Grau (* 1943) abgelöst. Nach dessen Rücktritt wurde Luis Angel Gonzáles Macchi (* 1949) Staatschef. |
Entwicklungen |
Historischer Wandel Das Bündnis Patriotische Allianz für den Wandel (APC) besteht aus zehn Parteien und einem Dutzend sozialer Bewegungen von ganz links bis rechts. Fernando Luga will für die Armen und die Schwachen arbeiten und Paraguay soll für seine Ehrlichkeit und nicht mehr für seine Korruption bekannt sein (siehe: Historischer Machtwechsel in Paraguay). Fernando Lugo wurde 1977 zum Priester geweiht und wirkte danach als Missionar in Ecuador (Steyler Missionare). 1994 ernannte ihn Johannes Paul II. zum Bischof von San Pedro in Paraguay. Bereits im Januar 2005 legte er dieses Amt. An Weihnachten 2006 kündigte er an, auf das Priestertum verzichten und in die Politik einzusteigen zu wollen. Lugo, dem im Wahlkampf zwar Kontakte zur marxistischen kolumbianischen Rebellengruppe FARC unterstellt wurden, sieht sich an "Anwalt der Armen" selber in der politischen Mitte (siehe: Abgefallener Bischof wird Präsident). Er stehe der Befreiungstheologie nahe, was aber nur eine theologische Option sei und keine ideologische. Lugo, der jahrzehntelang Sozialarbeit gemacht und sich für die Bauern in der Zentralregion eingesetzt hat, wurde 2006 im Verlauf einer großen Protestbewegung gegen die Wiederwahl von Präsident Nicanor Duarte zu deren Sprecher gewählt. Daraus ist eine Unterschriftensammlung für seine Präsidentschaftskandidatur entstanden. Der JesuitenstaatDas Land zwischen Río Paraná und Río Paraguay wurde seit Mitte des 16. Jahrhunderts von den Spaniern in Besitz genommen. Die indianische Urbevölkeruung, die Guaraní, konnten der Eroberung nur schwachen Widerstand leisten, so dass das Gebiet 1543 in das spanische Vizekönigtum Peru überging und als erster Ort auf amerikanischem Boden unter die Verwaltung eines mestizischen Gouverneurs gestellt wurde. Die Mestizen, die aus der Verbindung zwischen Spaniern und Guaraní hervorgingen, betrachteten sich als die "weiße Oberschicht" und begannen, die Indianer auszubeuten und sie zu Leibeigenen zu machen. Erst die Jesuitenmissionare konnten das Vertrauen der Indianer zu den Europäern zurückgewinnen. Die Padres fassten im 17. Jahrhundert die verschiedenen Stämme der Guaraní in eigene, selbstverwaltete Siedlungen, die sogenannten Reduktionen, zusammen und bauten ein Gemeinwesen auf, in dem alle Bewohner gleiche Rechte und Pflichten besaßen. Unabhängigkeit, Kriege und Diktaturen
Als sich mit Beginn des 19. Jahrhunderts Lateinamerika die politische Autonomie gegenüber den Kolonialmächten erkämpfte, trennte sich die Provinz Paraguay 1811 vom Vizekönigtum Río de la Plata und konstituierte sich 1813 als selbständige Republik. Aus den Machtkämpfen, die der Unabhängigkeit folgten, ging José Gaspar Rodíguez Francia (1766-1849) als Sieger hervor. Er ließ sich ein Jahr später vom paraguayischen Kongress zum "Supremo de la Republica" wählen. Francia, der die Eigenständigkeit und Eigenart seines Landes zu wahren suchte, riegelte das Land weitgehend von der Außenwelt ab und regierte bis zu seinem Tod, einem Despoten gleich, mit Strenge und Brutalität. Er galt als unbestechlich, als er die Oligarchie entmachtete, die Konzentration des Privatkapitals verhinderte und den Großgrundbesitz auflöste. Darüber hinaus legte er den Grundstein für eine breitgefächerte Industrie. Produziert wurde jedoch nur das, was für die Ernährung der Bevölkerung notwendig und zur Deckung ihrer Grundbedürfnisse erforderlich war. Damit war der Grundstein für die politische und soziale Struktur eines liberalen Bürgerstaates geschaffen, auf denen Francias Nachfolger weitgehend ihre Politik aufbauten. Durch die Aufgabe der Isolation setzte in Paraguay eine kulturelle und wirtschaftliche Entwicklung ein, die es zu einem der fortschrittlichsten Staaten Lateinamerikas machte. Doch mit der Unabhängigkeit geriet Paraguay in das Spannungsfeld zwischen seinen großen Nachbarn Argentinien und Brasilien. Beide versuchten, es sich im blutigen Tripelallianz-Krieg zwischen 1864 und 1870 - dem Großen Krieg, wie die Paraguayer bis heute sagen - einzuverleiben. Der Versuch kostete Paraguay große Teile seines Staatsgebietes und rund 80% der Bevölkerung das Leben. Von diesem Aderlass hatte sich das Land bis zum Ausbruch des Chaco-Krieges gegen Bolivien (1932-1935) nicht erholt. LiteraturAlle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1128 f.www-LinksCIA -- The World Factbook -- Paraguay Beziehungen zwischen Paraguay und Deutschland Lonely Planet World Guide | Destination Paraguay yagua.com - Tu guía de Internet en Paraguay PARAGUAY - A Country Study Paraguay - latest news stories and top headlines CATHOLIC ENCYCLOPEDIA: Paraguay Languages of Paraguay Paraguay - Fotos Paraguay - Derechos Humanos - Informes Das Paraguay Online-Magazin Aktuelle Rundschau -- Deutschsprachige Zeitung aus Paraguay Indianerhilfe in Paraguay eV General Don Alfredo Strössner Infos zum Thema Paraguay Indianerhilfe Paraguay |