Willkommen in Saint Vincent und die Grenadinen

[Alianza Bolivariana para los pueblos de Nuestra América (ALBA)] [Literatur] [www-Links]



Offizieller Name: Saint Vincent und die Grenadinen
Hauptstadt: Kingstown
Fläche: 388 km²
Landesnatur: Inseln vulkanischen Ursprungs; Hauptinsel Saint Vincent von vulkanischer Gebirgskette durchzogen, im O und W kleinere Schwemmlandebenen
Klima: Feuchttropisches Klima
Hauptflüsse: Cumberland, Colonarie
Höchster Punkt: La Soufriere 1234 m
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: König/in des UK (Großbritannien), vertreten durch einen Generalgouverneur
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 6 Bezirke
Parlament: Abgeordnetenhaus mit 15 für 5 Jahre gewählten und 6 ernannten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 27. Oktober
Einwohner: 113.000 (1999); 117.848 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 291 Ew./km²
Stadtbevölkerung: 25%
Analphabetenquote: 18%
Sprache: Englisch (Amtssprache), daneben englisches Kreolisch
Religion: Anglikaner 36%, Methodisten 28%, Katholiken 9%
Importgüter: Fast alle Konsumgüter
Exportgüter: Bananen, Pfeilwurz, stärkehaltige Knollenpflanzen, Süßkartoffeln, Kopra


Zum Besuch des Inselstaates Saint Vincent und die Grenadinen bedarf es einiger Geduld und Unverdrossenheit. Nur kleine Maschinen können auf dem Flugplatz Arnos Vale bei Kingstown landen. Im Anflug auf die Hauptinsel blickt man auf die steile, zerklüftete Ostküste. Weniger abweisend ist die grüne Hügellandschaft der Westseite. Den Norden der Insel krönt der 1234 m hohe, immer noch aktive Vulkan La Soufrière. Im April 1979 hat er letztmalig seine Lavamassen ausgespieen und große Teile der landwirtschaftlichen Kulturen vernichtet. Rund ein Fünftel der Inselbevölkerung musste evakuiert werden.
Saint Vincent wurde 1498 von Christoph Kolumbus (1451-1506) entdeckt. Sowohl Briten wie Franzosen versuchten, die Insel unter ihre Herrschaft zu bringen, doch bis zum Jahre 1765 vermochten eingeborene Kariben die Ansiedlung der Europäer zu verhindern. Als Kariben und Franzosen den britischen Streitkräften unterlagen, ging Saint Vincent 1814 in britischen Besitz über. Die meisten Eingeborenen wurden daraufhin auf die heute zu Honduras gehörende Insel Roatán deportiert. Seit 1979 ist Saint Vincent zusammen mit den nördlichen Grenadinen als konstitutionelle Monarchie im Rahmen des Commonwealth unabhängig.

Das fruchtbare Vulkanland ist heute zumeist im Besitz ehemaliger aus Schwarzafrika stammender Plantagenarbeiter. Die Händler in den Dörfern und Städtchen sind meist Nachfahren asiatischer Kontraktarbeiter, die nach dem Verbot der Sklaverei im 19. Jahrhundert angeworben worden waren. Auf Eselskarren bringen die Kleinbauern ihre Waren - Knollengewächse, Brotfrucht, Erbsen, Kokosnüsse, Ananas - auf den Markt nach Kingstown, der Haupt- und Hafenstadt Saint Vincents. Hier werden Bananen, das Hauptausfuhrprodukt, in Spezialfrachter verladen.
Kingstown bietet das typische Bild vieler Antillenstädte: zwei- bis dreistöckige Büro-, Geschäfts- und Regierungsgebäude im Zentrum, verwahrloste Randviertel mit bunten, wackligen Holzhäuschen, hier und da ein kleiner Straßenmarkt. Dazwischen einige Sehenswürdigkeiten aus der Kolonialzeit: der Pferderennplatz, auf dem auch Kricket gespielt wird, der Botanische Garten - der angeblich älteste der Karibik -, die in bizarrem Mischstil erbaute Saint Mary's-Kathedrale und die anglikanische Kirche Saint George's.

Die meisten Einwohner sind Anhänger christlicher Glaubensrichtungen. Von der neugotischen Kirche bis zum Wellblechschuppen sieht man Gotteshäuser jeden Typs. Singende und klatschende Menschen verfallen zuweilen in tänzerische Bewegungen. Einerseits hat sich in den christlichen Kulten der farbigen Inselbewohner heidnisch-afrikanisches Brauchtum erhalten, andererseits kann man erleben, dass sich manche Inselbewohner englischer geben als die früheren Kolonialherren. In Volksliedern werden die Taten mittelalterlicher Könige aus dem fernen Europa besungen.

Das koloniale Erbe wird auch im Botanischen Garten von Kingstown gepflegt. Dort steht neben einheimischen Gewächsen, die in Europa meist nur als Zierpflanzen im Kleinformat bekannt sind, ein Brotfruchtbaum, dessen Setzling der Bounty-Kapitän Bligh vor 200 Jahren von Tahiti mitbrachte. Die rundliche, bis zu 2 kg schwere Brotfrucht wurde zu einem Grundnahrungsmittel der Insel. Von den Kanarischen Inseln brachten die Europäer das Zuckerrohr in die Karibik. Allerdings gedeiht es auf dem schroffen Inselgelände nicht so gut wie die Arrowroot (Pfeilwurz), eine seltene Pflanze, aus der Stärkemehl zur Herstellung von Papier gewonnen wird.
Besorgniserregend für die zukünftige wirtschaftliche Entwicklung des Inselstaates ist der starke Bevölkerungszuwachs: mehr als die Hälfte der Inselbewohner ist jünger als 20 Jahre. Die verbesserte Gesundheitsfürsorge hat zwar die hohe Kindersterblichkeit, nicht aber die weitverbreitete Unterernährung reduziert. Gemessen am Bevölkerungszuwachs, sind die Exporterlöse und Steuereinnahmen gering.

Oft ist so wenig Geld in der Staatskasse, dass nicht einmal die Beamtengehälter ausgezahlt werden können. Mehr denn je ist Saint Vincent auf Auslandshilfe und Nahrungsmitteleinfuhren angewiesen.
Der Fremdenverkehr, für viele Inselstaaten der Karibik ein Ausweg aus der Abhängigkeit, ist auf Saint Vincent erst schwach entwickelt. Kapitalanleger bevorzugen meist Inseln mit einer besseren Infrastruktur. Die größte touristische Anziehungskraft besitzen die nördlichen Grenadinen. Der Archipel von etwa 40 Eilanden, meist bergig, bewaldet, mit weißen und schwarzen Sandstränden und von langen Korallenriffen umgeben, gehört zu den schönsten Segelgebieten der Karibik.

Entwicklungen
Im März 2000 erlegten die Walfänger der Insel Bequia schon zum zweiten Mal unerlaubte Beute und fingen sich eine Rüge der internationalen Walfang-Kommission ein. Die genehmigt auf Grund des "Walfangrechts zur Selbstversorgung der Eingeborenen" den traditionellen Fang mit der Harpune, Mann gegen Fisch, von 2 Buckelwalen jährlich.
Nun handelte es sich jedoch um Walkühe mit ihren Jungen, deren Jagd verboten ist. Bequia war einst die bedeutendste Walfangstation in der Karibik, heute ist sie die letzte. Kommerzielle Zwecke werden nicht mehr verfolgt. Der Inselstaat stimmte im Juli 2000 mit Japan gegen ein neues Schutzabkommen.

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Alianza Bolivariana para los pueblos de Nuestra América (ALBA)

Als Antwort auf die von den USA dominierten geplanten gesamtamerikanischen Freihandelszone ALCA, haben Venezuela und Kuba Anfang 2005 eine von US-Interessen unabhängige lateinamerikanische Wirtschaftsgemeinschaft - ALBA ( Alternativa Bolivariana para los pueblos de Nuestra América) - gegründet. Der ALBA traten im April 2006 Bolivien, im März 2007 Nicaragua, im Januar 2008 Dominica, im August 2008 Honduras bei.

Der Putschpräsident von  Honduras, Roberto Micheletti, erklärte am 15.12.2009 den Austritt aus der ALBA, der am 12. Januar 2010 ratifiziert wurde.

"Sucre" - gemeinsame Währung für die ALBA
Aus: de.wikipedia.org, ALBA:
»[...] Vor dem Hintergrund der Finanzkrise ab 2007 beschlossen die Mitgliedstaaten des Bündnisses am 26. November 2008 auf ihrem dritten Gipfeltreffen, eine eigene Währungszone mit einer gemeinsamen Währung zu etablieren, um eine größere Unabhängigkeit von den internationalen Finanzmärkten zu erreichen und sich vor Krisen und ihren Folgen zu schützen. In diesem Rahmen soll auch ein gemeinsamer Fonds für die Stabilisierung der Geldreserven und eine langfristig kontinuierliche Investitionspolitik eingerichtet werden. Der Name der gemeinsamen Währung soll "Sucre" lauten. Tags darauf bot der russische Präsident Dmitri Medwedew der ALBA an, dass die Russische Föderation sich dem Staatenbündnis "als assoziiertes Mitglied oder in anderer Weise" anschließen möge. Russische Nachrichtenagenturen meldeten auch, dass Russland Vollmitglied werden könne. [...] Auf dem VI. Gipfeltreffen im Juni 2009 in Maracay wurden die Staaten Ecuador, Antigua und Barbuda und St. Vincent und die Grenadinen als neue Mitglieder aufgenommen. Es wurde beschlossen, das Wort Alternativa im Namen der Organisation durch das Wort Alianza zu ersetzen. [...]
Unmittelbar vor dem Amerika-Gipfel im April 2009 in dem Karibikstaat Trinidad und Tobago kamen die Mitgliedstaaten der ALBA in Cumaná zu einem Sondergipfel zusammen. Dabei wurden die gemeinsamen Positionen beraten, darunter vor allem die Einladung Kubas zu künftigen Gipfeltreffen und die Wiederaufnahme dieses Landes in die Organisation Amerikanischer Staaten. [...]«

Aus: spiegel.de, Neue Einheitswährung. Lateinamerika probt Aufstand gegen den Dollar, 3.11.2009
Im April 2009 wurde die Gründung der Regionalwährung Sucre offiziell beschlossen.
»[...] Bereits 2010 soll die virtuelle Währung zur Abwicklung des Handels zwischen den neun Mitgliedsstaaten der "Bolivarischen Allianz für unser Amerika" (ALBA) den Dollar ablösen. [...] Nach europäischem Muster könnte der Sucre als Vorläufer für eine tatsächliche Einheitswährung dienen und erst einmal als virtuelles Geld fungieren. [...]«

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1222 f.



www-Links



St. Vincent und die Grenadinen -- Bilaterale Beziehungen
CIA World Factbook: Saint Vincent and the Grenadines
Online Newspaper: The Vincentian
Official website of the Government of St. Vincent and the Grenadines
St. Vincent and the Grenadines: Official site providing background country and travel information
Languages of Saint Vincent and the Grenadines

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