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[Land und Bevölkerung] [Literatur und www-Links]
Offizieller Name: Königreich Bhutan
Hauptstadt: Thimphu
Fläche: 47.000 km²
Klima: Subtropisches Klima im S, nach N in Hochgebirgsklima übergehend
Hauptflüsse: Wong chu, Sankosh, Tongsa, Bumtang, Manas
Höchster Punkt: Kula Kangri 7553 m
Tiefster Punkt: im Süden 46 m
Regierungsform: Monarchie mit Ansätzen eines parlamentarischen Systems
Staatsoberhaupt: König
Regierungschef: König
Verwaltung: 18 Distrikte
Parlament: Ständeparlament mit 150 Mitgliedern, davon 105 Dorfälteste, 33 Regierungsbeamte und 12 Lamas; Königlicher Rat mit 9 Mitgliedern
Nationalfeiertag: 17. Dezember
Einwohner: ca. 810.000 (andere Schätzungen für 2006 gehen bis über 2 Mio) unterteilt in drei Hauptgruppen:
Ngalung oder Drukpas - ein Bergvolk tibetischer Abstammung
Sharchhops - ursprüngliche Bewohner Bhutans, sie leben hauptsächlich in den östlichen Landesteilen
Lhotshampas - nepalesischstämmige Bevölkerung, vor allem in den südlichen Landesteilen
Sprache: Dzongkha (Amtssprache), Englisch (offizielle Landessprache)
Religion: Buddhisten 75% (Lamaismus), Hindus ca. 25%
Importgüter: Ausrüstungen, Fahrzeuge, Dieselöl
Exportgüter: Reis, Mais, Gerste, Hölzer, Wolle
Der Name Bhutan stellt heute noch ein Rätsel dar. Die etymologische Forschung glaubt an eine Ableitung aus der altindischen Gelehrtensprache Sanskrit. Demnach soll "Bhutan" das "Ende von Tibet" bedeuten. Weitreichende Verbindungen mit Tibet sind tatsächlich auch vorhanden, was die landschaftliche Gestaltung, Sprache und vor allem Kultur betrifft. Es dokumentiert aber auch die gleichfalls starken Bindungen an Indien. Die Bhutaner selber nennen ihr Land "Druk-Yul" - Land der Drachen.
Das kleine Königreich Bhutan grenzt an seiner unwegsamen Nordseite an Tibet und somit an China, ansonsten wird es von Indien umschlossen.
Der Lebensraum der Bhutaner ist eng und klein, zudem bildet die Natur gewaltige Barrieren für den Fortschritt und die Entwicklung des Landes. An der Südabdachung des östlichen Himalaya gelegen, wird auch Bhutan in die für den ganzen Himalaya typischen, parallel verlaufenden Landschaftsräume gegliedert. Das südlich gelegene Vorland mit den Siwalikketten, genannt Duarzone, ist von tropischen Regenwäldern bedeckt und erstreckt sich in einer Höhe von rund 800 m. Nach Norden folgt das Gebiet des Vorderhimalaya mit Höhen zwischen 2000 und fast 5000 m und den sieben in nordsüdlicher Richtung verlaufenden Haupttälern. Es sind fruchtbare Täler mit ansteigenden Reisterrassen, reißenden Flüssen und üppigen Wäldern. Die Grenze zum Norden bildet der Hohe Himalaya mit bizarren Gipfelformen, hochgelegenen Bergseen, ewigem Eis und mächtigen Gletschern. Die höchste Erhebung ist der Kula Kangri mit 7553 m. Diese Landschaftsvielfalt und Höhenspanne wird auf einer Nord-Süd-Luftlinie von nur 100 km erreicht.
Siedlungs- und Wirtschaftsräume von sehr begrenzter Ausdehnung haben sich in den mittleren Abschnitten der Täler entwickelt. Ackerbau mit Reis, Mais, Hülsenfrüchten und Gemüse sowie Viehzucht (vor allem Yaks) prägen die Landwirtschaft, von der der weitaus größte Teil der Bevölkerung lebt. Obwohl Bhutan nach westlichem Maßstab zu den ärmsten Ländern der Welt gerechnet werden muss, sind Armut und Hunger hier unbekannt.
Wichtigste Bevölkerungsgruppe sind die Bhotiyas. Sie sind mongolischen Ursprungs und sprechen einen tibetischen Dialekt. Ihre Religion ist der Lamaismus, eine vor allem in Tibet verbreitete Form des Buddhismus. Der Süden Bhutans ist stark von indischen und nepalesischen Einflüssen geprägt, was sich dort in einem vorherrschenden Anteil der Hindus ausdrückt.
Ihrer tiefen Religiosität verdanken die Bhutaner ihre ungebrochene kulturelle Identität. Diese zu bewahren war immer ihr größtes Anliegen, und hier liegt die Erklärung für die bis 1974 praktizierte Abschottung nach außen. Bis heute ist es den wenigen geduldeten Touristen nicht erlaubt, die heiligen Stätten des Landes zu stören, und selbst den indischen und nepalesischen Gastarbeitern, die zum Aufbau einer wenn auch nur bescheidenen Industrie nach Bhutan geholt worden sind, ist es untersagt, sich in den Gebieten Nord- und Zentralbhutans anzusiedeln, wo das kulturelle und religiöse Zentrum des Landes liegt.
Der geschichtliche Ursprung von Bhutan ist unbekannt. Im 9.Jahrhundert wurde es von Tibet gewaltsam eingenommen und große Teile der Urbevölkerung vertrieben. Die Gründung des Staates Bhutan geht auf das Jahr 1553 zurück. Der herrschende Lama übte die geistliche und die weltliche Macht aus, ein Zustand, der erst im 17.Jahrhundert aufgehoben wurde.
Bhutan ist heute eine konstitutionelle Monarchie. Der König verzichtet allerdings auf sein Vetorecht gegenüber der Nationalversammlung. Diese hat auch das Recht, dem König das Vertrauen zu entziehen und ihn abzusetzen. Ein 1948 geschlossener Vertrag regelt, dass die auswärtigen Angelegenheiten von Indien wahrgenommen werden. Die Souveränität Bhutans ist unangefochten und wird sowohl von Indien als auch von China respektiert. Das Königshaus zeigt sich dem Fortschritt verpflichtet. Es hat das einst verschlossenste Land der Erde unter Wahrung der Tradition für den Weg ins 21.Jahrhundert geöffnet.

Literatur
Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.188 f.
www-Links
Bhutan, Festung der Götter - Mountain Fortress of the Gods
CIA - The World Factbook -- Bhutan
The Kingdom Of Bhutan
Bhutan: The Last Place on the Roof of the World
BHUTAN - A Country Study
Bhutan travel | Lonely Planet World Guide
Bhutan's Number One Independent Online News Magazine
Elections in Bhutan
Kuensel -- Bhutan's National Newspaper
Amnesty International -- Bhutan
Languages of Bhutan
UNDP in Bhutan
UNICEF Bhutan
Human Rights Watch: Asia : Bhutan
Beziehungen zwischen Bhutan und Deutschland

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