Willkommen in der Islamischen Republik Iran

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[Entwicklungen] [Kriegsvorbereitungen gegen Iran (Juli/August 2010)] [Literatur und www-Links]
Religionen in Iran -- Iran Fotos

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Offizieller Name: Islamische Republik Iran
Hauptstadt: Teheran
Fläche: 1.633.188 km²
Landesnatur: Iranisches Hochland, eingeschlossen von Randgebirgen im Zentrum, im N u. S Küstenebenen
Klima: Gemäßigtes, subtropisches u. kontinentales Klima mit Wüsten
Hauptflüsse: Karkheh, Mond, Qezel Owzan, Karun
Höchster Punkt: Demawend 5604 m
Tiefster Punkt: Kaspisches Meer 20 m
Regierungsform: Autoritäre Republik mit theokratischer Spitze
Staatsoberhaupt: Oberster Revolutionsführer (wird von Expertenrat auf unbestimmte Zeit gewählt)
Staatspräsident und Regierungschef: Präsident (wird für 4 Jahre direkt vom Volk gewählt und kann für eine weitere Amtszeit wiedergewählt werden)
Verwaltung: 28 Provinzen (Ostan)
Parlament: Islamische konsultative Versammlung mit 290 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten. Verfassungsrat ("Wächterrat") mit 12 Mitgliedern
Nationalfeiertag: 11.Februar
Einwohner: 66.796.000 (1999); 71.021.000 (2007)
Bevölkerungsdichte: 39 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 63,9% (1999)
Analphabetenquote: 23% (1999)
Sprache: Persisch (Farsi ca. 50%), u.a.
Religion: Moslems (Schiiten 90%, Sunniten 9%), Zoroastrier, Christen, Juden; Bahai-Religion verboten
Importgüter: Maschinen, Transportausrüstungen, chemische Erzeugnisse, Papier, Textilien, Eisen, Stahl, Nahrungsmittel
Exportgüter: Erdöl, Erdölprodukte, Erdgas, Teppiche, Baumwolle, Trockenfrüchte

Im Februar 1979 beendete die siegreiche Islamische Revolution die 2500-jährige persische Monarchie und errichtete an deren Stelle eine Islamische Republik, den ersten real existierenden Gottesstaat auf Erden. Die Welt sah in jenem Februar ungläubig zu, wie der Mullah aller Mullahs über den König aller Könige siegte und der tausendjährige schiitische Traum von Macht und Herrschaft zur Wirklichkeit wurde. Seitdem gilt der Iran als ein internationaler Krisenherd ersten Ranges und beschäftigt wie kaum ein anderes Land der Erde die Gemüter in Ost und West. Ayatollah Ruhollah Musawi Chomeini (1902 bis 1989), wie sein vollständiger Name lautete, war mit dem Anspruch aufgetreten, einen islamischen Staat zu errichten, in dem nach Gottes Gebot und des Propheten Geheiß regiert und gelebt wird. Er versprach dem gläubigen Volk nicht nur das Heil im Jenseits, sondern auch Glück im Diesseits. Von diesseitigem Glück kann inzwischen in der Islamischen Republik keine Rede mehr sein.
Mit Iran verbindet man heute im In- und Ausland Krieg und Chaos, religiöse Unduldsamkeit, politische Unterdrückung, Terror und Geiselnahme und nicht zuletzt einen religiös verbrämten Todeskult, das schiitische Märtyrertum. Das ausgesprochen düstere Bild des heutigen Iran lässt zunehmend vergessen, welche positive Rolle die Perser in Geschichte und Kultur der Menschheit gespielt haben.
Iran war das Land von Kyros II. (Regierungszeit 559-530 v.Chr.) und Dareios I. (Regierungszeit 522-486 v.Chr.), jener Herrscher, die das erste Weltreich der Geschichte gründeten und als Vorbild der politischen Weisheit und Staatskunst galten. Iran war die Heimat von Zarathustra (um 800 oder 700 v.Chr.) und Mani (216-276), deren dualistische Lehre vom ewigen Kampf zwischen Gut und Böse in die christliche Theologie Eingang fand.

Moslemische Perser, wie Avicenna (980-1037) und Alfârâbi (um 870-950), entdeckten und übersetzten die griechischen Philosophen und verschafften so dem Abendland Zugang zum antiken Denken. Die klassische persische Dichtung gilt bis heute als ein wesentlicher Bestandteil der Weltliteratur. Die lyrische Trunkenheit Hafis (um 1326-1390), das gewaltige Reimepos Schahname (Königsbuch) Ferdowsi (um 940-1020), das in mehr als 50.000 Doppelversen die Geschichte des Perserreichs erzählt, und die pantheistischen Höhenflüge von Mowlana Dschelal Ad-Din Rumi (1207-1273) bezauberten Generationen abendländischer Dichter und Denker.
Im Kreuzweg der Völker und Kulturen gelegen, wurde Iran über längere Perioden von fremden Eroberern beherrscht, doch die persische Kultur erwies sich stets als stärker. Die Iraner nahmen den Islam an, bewahrten aber ihre Sprache und das Bewusstsein, über ein kulturelles und historisches Erbe zu verfügen, das viel älter ist als der Islam.

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Geschichte

Mit dem persischen Reiche, schrieb der deutsche Philosoph Friedrich Hegel (1770-1831), treten wir erst in den Zusammenhang der Geschichte. Mit der Herrschaft der Achämeniden, eines edlen Geschlechts aus Persis, dem heutigen Fars in Südiran, begann tatsächlich das erste Weltreich der Geschichte: das Reich der Perser. Kyros II. (Regierungszeit 559-530 v.Chr.), der Befreier der Juden aus babylonischer Gefangenschaft, ist der Begründer des Perserreiches. Dieses, durch die Eroberung Babylons und Kleinasiens erweitert, reichte vom Mittelmeer bis zum Indus, vom Kaspischen Meer bis zum Indischen Ozean und umfasste eine Fläche von fast fünf Millionen km², in dem annähernd zehn Millionen Menschen lebten.
Neben Kyros ist die bedeutendste Gestalt des Achämenidenhauses Dareios I. (Regierungszeit 522-486 v. Chr.). Er befriedete die aufständischen Provinzen, konsolidierte die Königsmacht und schuf eine gut funktionierende Verwaltung. Von Herodot wissen wir, dass das große Reich des Dareios I. in zwanzig Provinzen oder Satrapien eingeteilt war. Augen und Ohren des Königs, d. h. die Emissäre Dareios I., die die Satrapien besuchten, sahen darauf, dass keine Rebellionen oder separatistische Tendenzen aufkamen. Unter Dareios I. begannen die ersten Kämpfe mit den Griechen, die mit der Niederlage der Perser bei Marathon (490 v. Chr.) ein vorläufiges Ende fanden.
Nach dem Tode Dareios I. begann der allmähliche Zerfall des Weltreiches, bis es mit Dareios III. (Regierungszeit 335-330 v.Chr.) unter dem Ansturm Alexanders des Großen (356-323 v.Chr.) endgültig zusammenbrach. Nach dem Tod Alexanders trat einer seiner Feldherren, Seleukos (312-280 v.Chr.), die Nachfolge in dem Reichsteil an, zu dem Persien gehörte. Er wurde zum Begründer der Seleukidendynastie, die bis 160 v. Chr. herrschte. Für über 300 Jahre war Persien dann Teil des Partherreiches, das vom ostiranischen Herrscherhaus der Arsakiden regiert wurde, bis mit den Sassaniden das zweite persische Reich entstand.
Unter den Sassaniden (224-650), die aus Persis stammten, wurde die Lehre Zarathustras (um 800 oder 700 v. Chr.) zur offiziellen Religion des Landes, und die Priester dieses Glaubens bildeten den ersten der vier Stände der persischen Gesellschaft. Mehr als vier Jahrhunderte lang verteidigte sich das Sassanidenreich erfolgreich gegen Römer, Byzantiner, Inder und Mongolen, bis es im 7. Jahrhundert dem Ansturm der Araber erlag.

Das islamische Persien
Unter dem Kalifen Omar I. (um 592-644), dem zweiten Nachfolger des Propheten Mohammed (um 570-632), eroberten die Araber das persische Großreich. Der vorangegangene innere Zerfall des Reiches ermöglichte ihnen einen raschen Sieg. Auch die Islamisierung des Landes ging rasch vonstatten. Nur einige Jahrzehnte nach dem Tode Mohammeds war die Mehrheit der Perser freiwillig oder unter Zwang zum neuen Glauben übergetreten. Politisch spaltete sich das Sassanidenerbe auf in verschiedene Fürstentümer, die aber alle nominell zum Herrschaftsbereich des Kalifen von Bagdad gehörten.
Der Mongolensturm Anfang des 13. Jahrhunderts setzte den persischen Teilstaaten und Fürstentümern ein Ende. Nach der Zerstörung weiter Gebiete des iranischen Hochlandes errichtete Hülägü (1217-1265), ein Enkel Tschingis Chans (1167-1227), das Ilchanenreich auf persischem Gebiet. Doch die nationale Dynastie der Safawiden (1502-1736) beendete die Zeit der Fremdherrschaft. Sie bemächtigten sich im 16. Jahrhundert des gesamten persischen Gebietes und errichteten den ersten persischen Nationalstaat mit Isfahan als Hauptstadt. Unter ihnen wurde der Islam schiitischer Ausprägung offizielle Staatsreligion.
Politisch wirksam wurde die schiitische Geistlichkeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Zusammen mit dem aufgeklärten Bürgertum nötigte sie 1906 dem Kadscharenherrscher eine konstitutionelle Verfassung ab.
Doch mit der Herrschaft Riza Pahlewis (1878-1944), eines ehemaligen Kosakenoffiziers, der den letzten Kadscharenherrscher absetzte und sich selbst zum Schah machte, geriet die Geistlichkeit ab 1925 ins Hintertreffen. Er wollte das Land, nach dem Vorbild Kemal Atatürks (1881-1938), dem Begründer der modernen Türkei, modernisieren.
Bildung und Justiz, bis dahin Domänen der Geistlichkeit, wurden europäischen Vorbildern angepasst und die Entschleierung der Frau mit Gewalt durchgesetzt.
1941 wurde der Iran von den Alliierten besetzt, und Riza Pahlewi, der mit den Deutschen sympathisierte, musste zugunsten seines Sohnes Mohammed Riza Pahlewi (1919-1980) abdanken. Der junge Schah wurde mit einer Reihe politischer und sozialer Probleme konfrontiert. Der Konflikt mit dem Premierminister Mossadegh (1880-1967), der die Erdölindustrie, die sich bis dato in britischen Händen befand, nationalisierte, kostete ihn beinahe die Krone. 1953 aus dem Lande geflüchtet, organisierte er mit Hilfe der USA den Sturz Mossadeghs. Nach Iran zurückgekehrt, herrschte er dank des Erdölreichtums und seines Geheimdienstes Savak fast ein Vierteljahrhundert bis die Islamische Revolution ihn stürzte.
Am 1. Februar 1979 kehrte der Großayatollah Chomeini (1902-1989) nach 15-jähriger Verbannung nach Iran zurück. Am Teheraner Flughafen wurde er von vier Millionen Menschen empfangen. Zehn Tage später legte die kaiserliche Garde, die bis zuletzt Widerstand geleistet hatte, ihre Waffen nieder. Damit war das Schicksal der 2500-jährigen persischen Monarchie endgültig besiegelt.

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Die Menschen

Der Name Iran leitet sich vom altpersischen Arynam ab, das bedeutet das Land der Arier, und ist seit 1935 die offizielle Bezeichnung des Landes. Die Vorfahren der heutigen Iraner, die sogenannten Indoeuropäer, hatten ihre Heimat in den südrussischen Steppen. Sie begannen um 1500 v. Chr. das Iranische Hochland zu besiedeln. Aus ihrer Sprache entwickelte sich das heutige Persisch, Farsi genannt, das seit der Islamisierung des Landes im 7. Jahrhundert mit arabischen Wörtern durchsetzt ist und sich der arabischen Schrift bedient.
Die Iranische Hochebene liegt zwischen dem Nahen Osten und Zentralasien und war damit stets der Kreuzweg verschiedener Völker und Kulturen. So leben heute in Iran eine Reihe ethnisch und sprachlich unterschiedlicher Volksgruppen. Den Hauptteil der iranischen Bevölkerung bilden die Farsen, auch Perser genannt, die persischsprechenden Iraner. Sie stellen die Hälfte der rund 67 Millionen Einwohner des Landes und sind Anhänger der 12. Schia, der offiziellen Staatsreligion Irans. Die Farsen sind sesshaft und leben in festen Siedlungen. Aus ihrer Mitte bildete sich die intellektuelle und politische Elite des Landes. Die politisch wichtigste Gruppe unter den ethnischen Minderheiten sind die Kurden. Ungefähr ein Drittel der sonst hauptsächlich noch in Irak und in der Türkei lebenden Kurden sind in Iran ansässig. Ihre Zahl wird auf etwa fünf Millionen geschätzt. Das Hauptwohngebiet der Kurden liegt im nördlichen Teil des Sagrosgebirges und in der Provinz Kurdistan. Die Kurden sind in Stämmen organisiert und teils sesshaft, teils viehzüchtende Nomaden. Im Verlauf dieses Jahrhunderts haben sie mehrfach vergeblich versucht, von Iran unabhängig zu werden.

Drogensumpf Iran

Aus: STERN, 46/2008, S. 3, 36 ff.

»[...] Rohopium, Heroin oder Crack - alles ist jederzeit zu haben. Der Großteil stammt aus den Anbaugebieten im nahen Afghanistan. Das dort produzierte Rauschgift überschwemmt den Iran in solchen Massen, dass die Vereinten Nationen von einem "Heroin-Tsunami" sprechen. [...] 30 Jahre nach der Revolution Chomenis hält die Islamische Republik Iran einen traurigen Rekord: Nirgendwo auf der Welt gibt es, gemessen an der Gesamtbevölkerung, so viele Drogenabhängige. Eine offizielle Schätzung der Regierung von Präsident Ahmadinedschad geht von 1,1 Millionen Süchtigen und 700.000 Gelegenheits-Usern aus, doch in Wahrheit sind die Zahlen viel höher. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hat dokumentiert, dass mehr als 3,2 Millionen Iraner süchtig sind, mehrere Hunderttausend davon sind heroinabhängig, die meisten anderen von Opium. Tendenz: stark steigend, vor allem beim Heroin, vor allem unter jungen Erwachsenen und Teenagern, vor allem unter Frauen. [...] Aber wahr ist auch: Kein anderes Land der islamischen Welt hat eine derart fortschrittliche Antisuchtpolitik wie der Iran. Kein anderes Land lässt so viele Drogen beschlagnahmen und verhindert damit auch, dass sie auf Europas Märkte gelangen. [...] 2002 erklärte der oberste Richter des Landes [...] in einer Fatwa Methadontherapien und die Ausgabe sauberer Nadeln an Süchtige für gottgefällig. Heute versorgen 600 Behandlungszentren im ganzen Land schon mehr als 100.000 Abhängige mit den Ersatzdrogen Methadon und Buprenorphin. Präsident Ahmadinedschad hat angeordnet, diese Zahl in den kommenden Jahren zu verfünffachen. 1250 Gesundheitsstationen verteilen kostenlos Kondome und frische Nadeln - auch in den Gefängnissen. Bald wird es sogar eine staatliche Opiumabgabe geben, für besonders schwer Abhängige, denen anders nicht geholfen werden kann. [...] Auch aus dem Ausland bekommt die iranische Regierung viel Lob für den Einsatz im Kampf gegen die Drogen [...] Zum diesjährigen internationalen Anti-Drogen-Tag richtete der Iran eine große Feier im Kongresszentrum des staatlichen Fernsehens aus. [...]«

Nach Autonomie strebten in den vergangenen Jahrzehnten auch die Aseri, die türkisch-sprechenden Bewohner der Nordwestprovinz Aserbaidschan. Die Aseri stellen mit ca. 20 % der Gesamtbevölkerung die weitaus größte Minderheit in Iran dar. Im Gegensatz zu den Kurden sind die schiitischen Aseri in das soziale Gefüge des Landes integriert. Dies bewirken besonders die Händler- und Bazarfamilien, die nicht nur in der Provinzhauptstadt Tabriz, sondern auch in Teheran wirtschaftlich eine bedeutende Stellung einnehmen. Ihr Nationalismus beschränkt sich auf eine Betonung der sprachlichen Differenz gegenüber den persischen Landesteilen.
Die überwiegende Mehrzahl der Aseris fühlen sich allerdings als Perser. Sie sprechen zuhause zwar ihre dem Türkeitürkischen ähnliche Sprache, lesen und schreiben jedoch Persisch. Die nach politischer Eigenständigkeit strebenden Aseri sind etwa so ernst zu nehmen, wie die Bayernpartei in Deutschland. Lediglich diejenigen Völker, die keine Zwölferschiiten sind, verstehen sich wohl mehrheitlich nicht als Perser, wie die sunnitischen Kurden oder die christlichen Armenier. Bei den Juden fühlen sich manche als eigenständiges Volk, mancher als Iraner jüdischer Religion.
Die rund 700.000 Turkmenen, die bis zum Ausbruch des Krieges in Iran gezählt wurden, sind mehrheitlich sunnitisch und türkischsprachig. Sie leben südöstlich des Kaspischen Meeres, sind stammesmäßig organisiert und betreiben Landwirtschaft und Viehzucht.
Anders als die Turkmenen, gehören die ca. eine Million Belutschen zu den iranischen Völkern, und ihre Sprache ist eng mit dem Persischen verwandt. Die Belutschen sind Sunniten und leben als Nomaden im ostiranischen Grenzgebiet von Belutschistan, Seistan (Sistan) und Kirman. Die in jenem fernen Winkel des Iran fortbestehenden traditionellen Stammesstrukturen, die dünne Besiedelung der weiten Wüstengebiete sowie die recht geringe Präsenz der Zentralmacht, sowohl unter dem Schah als auch unter dem islamischen Regime, dürften dazu beigetragen haben, dass die Unzufriedenheit der Belutschen nicht zu einem totalen Aufstand führte. Die bislang schwersten Unruhen fanden zur Jahreswende 1979/1980 statt. Seither hat man kaum mehr von bewaffneten Auseinandersetzungen gehört.

Religiöse Minderheiten
Iran ist das einzige Land, in dem der Islam schiitischer Ausrichtung Staatsreligion ist. 98 % der Iraner sind Moslems; 90% gehören zur 12. Schia, den Rest bilden die Sunniten. Die größte nicht-moslemische Minderheit stellen die Christen. Unter ihnen sind die Armenier die wichtigste Gemeinde. Die armenische Gemeinde ist ein Teil der östlichen armenischen Kirche mit dem Zentrum Eriwan. Die Armenier haben ein vergleichsweise hohes Bildungsniveau. Viele sprechen fremde Sprachen. Neben dem Geschäftsleben konzentrieren sich ihre Aktivitäten auf akademische Berufe und künstlerische Tätigkeiten. Den Christen folgen die Juden mit weniger als 30.000 Gläubigen (1979 gab es etwa 100.000 Juden). Ihre Zentren befinden sich in Teheran, Shiraz, Hamadan und Isfahan.
Die einzige religiöse Minderheit, die von der iranischen Regierung nicht anerkannt wird und ihren Glauben nicht ausüben darf, sind die Baha'i, Anhänger einer ursprünglich von der 12. Schia abgespaltenen Religionsgemeinschaft. Während die Baha'i unter dem Schah eher toleriert wurden, sind sie heute der religiösen Unduldsamkeit der klerikalen Herrscher ausgesetzt. Eine Reihe führender Baha'i wurde in den letzten Jahren hingerichtet, andere sitzen im Gefängnis oder sind ins Ausland geflüchtet. Letztere bilden einen Teil der zwei bis drei Millionen Iraner, die seit der Revolution das Land verlassen haben und heute in den iranischen Nachbarstaaten sowie in Westeuropa und Nordamerika leben. Die Flüchtlinge gehören meist zur städtischen Mittelschicht, unter ihnen viele Technokraten, Akademiker und Künstler. Ihr Weggang führte zu einer intellektuellen Ausblutung des Landes.

Siehe auch: Religionen im Iran.

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Der Staat

Zwei Monate nach dem Sturz der Monarchie, also im April 1979, wurde die Islamische Republik als der einzig real existierende Gottesstaat auf Erden ausgerufen. Die Republik bekam bald auch eine Verfassung, ausgearbeitet von 80 ausgesuchten Theologen. Den Kern der Verfassung bildet die Velayat-e faqih, die Herrschaft des Rechtsgelehrten. Die Leitung des Landes, heißt es in Artikel fünf der neuen Verfassung, liegt in den Händen des kundigsten, gerechtesten, tugendhaftesten, mutigsten Rechtsgelehrten, der seiner Zeit bewußt ist. Der höchste faqih ist der Imam, d. h. der religiöse und politische Führer und als solcher absoluter Herr über Leben und Tod der Gläubigen. Er ist nur Gott gegenüber zur Rechenschaft verpflichtet. Der Geistlichkeit kommt im Iran eine herausragende Rolle zu. Doch bildet der schiitische Klerus keinen festgefügten Machtblock. Sehr bald nach dem Sieg der Revolution zeigten sich politische und religiöse Differenzen innerhalb der klerikalen Macht.

Die Islamisierung
Gleich nach der Errichtung der Islamischen Republik begann man im Lande mit der Durchsetzung der Scharia, der herkömmlichen islamischen Rechtsordnung. Diese beinhaltet unter anderem Verbot von Alkohol, Musik und Glücksspiel, Einführung der Todesstrafe für Ehebruch und Homosexualität, die Armensteuer und das Zinsverbot. Die Islamisierung zeigt sich heute aber vor allem in Kleidervorschriften für die Frauen: Tschador oder langer Mantel, weite Hosen und ein Haar und Hals bedeckendes Kopftuch. Wer die Normen nicht beachtet, muß mit Peitschenhieben, günstigstenfalls mit Geldstrafe rechnen. Islamisiert wurde auch der Bildungssektor. Die Schulklassen und die Hörsäle sind in der Regel nach Geschlechtern getrennt. Die religiöse Unterrichtung und ideologische Unterweisung haben absoluten Vorrang vor der säkularen Ausbildung. Wer studieren will, muss eine Aufnahmeprüfung im Fach Religion und Ideologie ablegen.

Blick über die Dächer von Teheran

Nur die Kriegsversehrten und Kinder der Familien der Märtyrer können ohne solche Prüfungen studieren. Eine Ausnahme bilden auch die Kinder aus jüdischen und christlichen Familien. Im Gegensatz zu den verfolgten und verbotenen Baha'i, deren Lehre Elemente aller Weltregionen enthält, sind Christen und Juden als Anhänger der Offenbarungs-Religionen weitgehend, aber nicht völlig, unbehelligt geblieben.
In den letzten Jahren kam es zu einer leichten Liberalisierung. An der Universität sitzen Männer und Frauen durchaus durcheinander zusammen. Die Aufnahmeprüfungen werden anscheinend auch nicht mehr so rigoros gehandhabt.

Die Islamisierung konnte bis heute nur leicht zu erringende Erfolge verbuchen. Was aber die sozialen und wirtschaftlichen Probleme angeht, so hat die religiöse Heilslehre des Ayatollah Chomeini auf katastrophale Weise versagt: Inflation und Arbeitslosigkeit prägen heute das iranische Alltagsleben. Eine Lebensmittelknappheit gibt es allerdings nicht mehr. Es gibt fast alles in ausreichender Menge zu kaufen, wenn auch die Auswahl vielleicht nicht einem deutschen Supermarkt entspricht. Ebensfalls gibt es keine Rationierung von Grundnahrungsmittel wie es sie während des irakisch-iranischen Krieges gegeben hat.

Wer in der Islamischen Republik Geld hat, kann in den großen Städten alles, vom deutschen Luxuswagen bis zu amerikanischen Zigaretten, kaufen. Die verdorbene Verwestlichung hat sich längst durch die Hintertür in den Gottesstaat eingeschlichen. Sie tritt besonders bei privaten Festlichkeiten in Erscheinung. Die Damen und Herren tragen die neueste Mode aus Paris. Getanzt wird zu persischer Discomusik, im Stil, wie sie etwa in Los Angeles produziert wird. Es wird durchaus Live - mit Keyboard u.ä. gespielt. Auch verbotener Alkohol, der über die türkische oder irakische Grenze geschmuggelt wird (oder auch selbst gebrannt wird), fließt reichlich , und wer sich für amerikanische Fernsehserien oder europäische Filme interessiert, kann die entsprechenden Videokassetten, die unter dem Ladentisch gehandelt werden, gegen teures Geld erhalten. Auch die breite Masse darf gelegentlich unislamischer Genüsse teilhaftig werden.

Blick auf Teheran

Seit Ende des Golfkrieges ist die klassische persische Musik wieder zugelassen. Diese Musik wird allerdings nicht unbedingt als unislamisch aufgefasst. Es gibt auch staatliche Institute zur Förderung dieser Musik. Übrigens soll auch Revolutionsführer Khameini Tar spielen.

Entwicklungen

Außenpolitisch ist der Iran weitgehend isoliert. Auch die Beziehungen zu Deutschland verschlechterten sich 1997 durch den Mykonos-Prozess. Die USA werfen Teheran die Unterstützung internationaler Terrororganisationen vor.
Große Hoffnungen auf einen innen- wie außenpolitischen Richtungswechsel wurden in Seyyed Mohammed Chatami (* 1943) gesetzt, der als Vertreter der gemäßigten Geistlichkeit gilt, und 1997 zum Staatspräsidenten gewählt wurde. Bei den Parlamentswahlen im Februar 2000 errangen die Reformkräfte um Chatami zwei Drittel der Mandate.
Allerdings konnte sich Chatami nicht behaupten, wohl auch deshalb, weil er sich bereits vor der Wahl nur wenig überzeugend als Reformer erwiesen hat. Seine Äußerung, dass die Verleihung des Friedensnobelpreises an Shirin Abadi nur den ausländischen Interessen nütze, erstaunte. Besser hätten es wohl auch die konservativen Kräfte nicht sagen können.
So kam es, dass der konservativ-klerikale Wächterrat die Wahlen im Februar 2004 mit großer Mehrheit für sich entscheiden konnte. Nur wenige Mandate verblieben den Reformern, die bisher über die größte Fraktion im Parlament verfügt haben.
Bei den Präsidentschaftswahlen im Juni 2005 ging der ultrakonservative Bürgermeister Teherans, Mahmud Ahmadinejad (* 28.10.1956), als Sieger hervor. Ahmadinejad erhielt 61,6 Prozent der Stimmen. Er lag damit klar vor seinem Herausforderer, dem früheren Präsidenten Haschemi Rafsandschani. Etwa 49 Prozent der Wahlberechtigten hatten ihre Stimme abgegeben.
Schon bald nach den Wahlen sorgte Ahmadinejad mit seinen Äußerungen, dass es keinen Holocaust gegeben habe und dass Israel von der Landkarte getilgt werden müsse, in der westlichen Welt für heftige Empörung. Doch auch im eigenen Land wurde der Jubel um den neuen Präsidenter schnell leiser. Schleichend fand eine Militarisierung des Alltagslebens statt. Während der ersten Amtsjahre Ahmadinejads erhielt die Sittenpolizei immer mehr Macht. Mit polizeistaatsähnlichen Methoden verfolgt sie rigoros Vergehen gegen die Scharia.

Das Atom-Programm
Zum internationalen Konflikt kommt es, als Ahmadinejad verkündet, mit dem Aufbau einer eigenständige Kernkraftindustrie beginnen zu wollen. Dabei soll der eigentliche Kernbrennstoff im Uran, das Isotop U 235, angereichert werden, um Kernkraftwerke bauen zu können. Die USA und andere Verbündete verdächtigen Iran aber, an der Herstellung von Atomwaffen zu arbeiten und fordern die eigenständige Anreicherung von Uran zu stoppen.
In diesen bisher diplomatischen Auseinandersetzungen werden kriegerische Drohungen vor allem seitens den USA immer lauter. Der Präsident Irans bleibt jedoch bei seiner Position, dass die Anreicherung von Uran zu zivilen Zwecken nicht verboten werden könne und somit auch durchgeführt werde. Jüngste Ankündigungen des Iran, nun bei der Urananreicherung unabhängig zu sein und sein Atomprogramm auf bis zu 50.000 Zentrifugen ausbauen zu wollen, lassen jedoch in der westlichen Welt immer wieder Zweifel aufkommen, dass Iran sein Atomausbauprogramm ausschließlich zu friedlichen Zwecken nutzen will. Westliche Staaten nutzen ihrerseits die iranische Haltung, mit entsprechender Propaganda eine militärische Aufrüstung zu rechtfertigen.
Im April 2006 verkündete Ahmadinejad, dass Iran nun in der Lage sei, Uran zu 3,5% anreichern zu können. Für die Herstellung einer Atombombe zum Beispiel würden jedoch rund 90% benötigt. Wenngleich Iran der Herstellung einer Atombombe einen Schritt näher gekommen sei, könne jedoch rein rechtlich betrachtet die eigenständige Anreicherung von Uran zu zivilen Zwecken nicht verboten werden, wenn dies bei der Internationalen Atomenergie-Behörde (IAEO) angemeldet wird und man sich mit der IAEO auf Kontrollen einigt - was der Iran bereits 2003 getan hat.

Ob nun überhaupt das geplante Atomprogramm Irans tatsächlich der eigentliche Anlass für die internationalen Spannungen ist, die täglich aufs Neue geschürt werden, darf angezweifelt werden. Die Internationale Atomenergie-Behörde hat bis heute jedenfalls keinen Hinweis dafür, dass Iran sein Atom-Programm militärisch nutzen will. Vielmehr darf davon ausgegangen werden, dass die USA sowie auch Israel keinen starken Iran in der Region wollen. Außerdem besitzt Iran einen für die Industriestaaten interessanten Rohstoff: Erdöl. Laut Angaben des US-amerikanischen Oil & Gas Journals lagern in Iran 136 Milliarden Barrel Erdöl - etwa 10% der weltweit vorhandenen Erdölvorkommen - (Stand 01/2007; siehe: Iran Energy Data, Statistics and Analysis). Allerdings ist fraglich, ob diese Angaben der Realität entsprechen, da die Erdölkonzerne aus politischen Gründen die Zahlen gerne schön reden (siehe auch: Wikipedia, Ressourcen).

Weil ausreichend Raffinerie-Kapazitäten fehlen, muss Iran trotz seiner großer Erdölvorkommen Benzin zu Weltmarktpreisen importieren (ca. 170.000 Barrel pro Tag). Die Subventionierung von Benzin, das im Iran nur 9 €-Cent kostet, belastet den Staatshaushalt mit ca. 12%. Trotz Öleinnahmen in Höhe von 50 Milliarden Euro weist Iran ein großes Haushaltsdefizit auf. Um mögliche Auswirkungen weiterer UN-Sanktionen auf den Staatshaushalt zu entschärfen, rationierte die Regierung von Präsident Ahmadinedschad im Juni 2007 den Kauf von Kraftstoff für jeden privaten Autofahrer auf 120 Liter im Monat, worauf Jugendliche mit wütenden Protesten reagierten (siehe: welt.de, Iraner reagieren sauer auf Benzinrationierung, 27.6.2007).
Die Rationierung wurde 2008 ein wenig aufgelockert. Autofahrer, die mehr als 120 Liter tanken wollen, müssen für jeden weiteren Liter einen viermal höheren Preis an den Zapfsäulen zahlen. Sogenanntes "freies Benzin" wird seit März 2008 für umgerechnet 28 €-Cent angeboten. Das zugeteilte Benzin kostete 7 €-Cent (siehe: advantageaustria.org, pdf, Newsletter 22, Juli 2008, Wirtschaftsbericht Iran). Eine weitere Änderung gab es im Frühjahr 2009: Die monatlich subventionierte Treibstoffration für 9,7 Cent/l wurde von 120 auf 75 l pro Privat-Pkw reduziert.

Bei einem weltweiten Verbrauch von rund 87 Millionen Barrel Erdöl/täglich (Stand 2008), sind die USA allein mit einem Bedarf von rund 20 Millionen Barrel/Tag absoluter Spitzenreiter vor China mit etwa 6 Mio. Barrel/Tag (Deutschland 2,7 Mio. Barrel/Tag). Siehe auch: Wikipedia "Erdöl".

Der rasante Preisanstieg in der ersten Juniwoche 2008 um mehr als 10 USD/Barrel auf über 139 USD/Barrel hängt möglicherweise mit den Worten des israelischen Vizeregierungschef Schaul Mofas zusammen, der Iran offen mit einem Militärangriff droht.

Spekulationsblase oder Epochen-Ende (pdf):
»[...] Das Erdölzeitalter neige, sich dem Ende zu, was andere Experten jedoch anders sehen. So hält der ebenfalls renommierte Erdölfachmann Daniel Yergin die Peak-Oil-These für baren Unsinn. "Es gibt genug Öl. Wir werden 2017 mehr Kapazitäten haben als heute", sagte er kürzlich in einem Interview. Rex Tillerson, Chef von ExxonMobile, des grössten privaten Erdölkonzerns, sekundiert ihn. Er hält das ganze für ein reines Spekulationsphänomen. Wie 2001 bei der New-Economy-Blase werde auch diese Erdöl-Blase platzen. Vorausgesetzt jedoch, ergänzt er, dass sich der Dollar nicht weiter abschwächt. [...]« "
Siehe auch: Oilfacts.ch

Siehe auch: Der Erdöl-Schwindel (Autor: Dr.phil. Siegfried Emanuel Tischler, Österreichischer Geowissenschafler, nexus-magazin). Ein äußerst interessanter Text, der belegt, dass die Entstehung des Erdöls auf abiotische Vorgänge im Erdinneren zurückzuführen sei. Ebenso wird die Peak-Oil-Theorie aufschlussreich widerlegt.

Bereits im November 2008 lag der Preis für 1 Barrel Rohöl bei unter 40 USD.

Doch die Peak-Oil- und Krisen-Propaganda kennt kein Ende. Ende Februar warnt die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris vor "einer neuen Weltwirtschaftkrise, die wegen mangelnder Ölvorräte und den daraus resultierenden Folgen gegen 2013 auftreten könnte".
Siehe auch: Ölpreis bei 200 Dollar, n-tv.de, 28.02.2009

Ein russisch-amerikanisches Experiment erbrachte den Beweis dafür, dass unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen Kohlenwasserstoffe - Öl und Gas - entstehen können. Im Erdmantel entstehende Kohlenwasserstoffe könnten in die Erdkruste wandern und dort Öl- und Gaslagerstätten bilden. Organische Materie wird hierbei nicht benötigt.
Gemeinsam mit russischen und schwedischen Kollegen haben die Wissenschaftler vom Geophysischen Labor der Carnegie Institution in Washington D.C. die Experimente durchgeführt. Die Ergebnisse wurden in Nature Geoscience, einer der wichtigsten geophysikalischen Fachzeitschriften der Welt, veröffentlicht. Unter Bedingungen, wie sie im oberen Erdmantel bestehen, können Ethan und schwere Kohlenwasserstoffe synthetisch erzeugt werden.
Siehe:
Nature Geoscience, 26.07.2009: Methane-derived hydrocarbons produced under upper-mantle conditions
Telepolis, 28.07.2009: Öl und Gas aus dem Erdmantel?

Iran Nuclear Bomb Could Be Possible by 2009
blogs.abcnews.com, 2. April 2007
In der Vergangenheit hat Iran seine Bemühungen, angereichertes Uran zu produzieren, vervielfacht und dürfte bereits 2009 soweit sein, genügend Material für eine Atom-Bombe zu besitzen. »[...] The sources say the unexpected expansion is taking place at Iran's nuclear enrichment plant outside the city of Natanz, in a hardened facility 70 feet underground. [...]«

Iran undecided on nuclear bomb
aljazeera.net, März 2009
»[...] Tehran could have enough highly enriched uranium for a nuclear bomb from 2010 to 2015, according to most US intelligence agencies believe, Blair said.[...]«

Jerusalem Post, Juni 2009: »Mossad chief Meir Dagan said Tuesday that the Islamic Republic will have a nuclear bomb ready for use by 2014.«

Militärschlag gegen Iran offenbar beschlossene Sache
Bei dem als "geheim" geltenden Treffen der Triliteralen Kommission (TK) im Hotel Four Seasons in Dublin (7. bis 10. Mai 2010) war das TK-Mitglied Mikhail Slobodovsici (Chefberater der russischen Regierung) ungeahnt offen. In der Annahme, mit einem TK-Kollegen zu sprechen, sagte er zu Alan Keenan, einem Mitarbeiter von WeAreChange.org u.a. folgende Worte:
»[...] "We are deciding the future of the world ... We need a world government," he said, but, referring to Iran, he said "we need to get rid of them."[...]«
In den 1990er Jahren sprachen sich TK als auch Bilderberger dafür aus, eine Weltregierung bis zum Ende des Jahres 2000 etabliert haben zu wollen. Nun war man bei diesem TK-Treffen in Dublin einigermaßen frustriert. Wie ein Teilnehmer meinte, sei das Ziel in weite Ferne gerückt. Schuld sei der zunehmende Nationalismus in den Staaten, die gegenüber internationalen Organisationen verstärkt ihre Souveränität behaupten. Außerdem fragt man sich, dass so viele Leute über all ihre Pläne Bescheid wissen konnten, so Zeugen im Hotel.
Zitat: americanfreepress.net, Jim Tucker, 26. Mai 2010
Siehe hierzu auch: wearechangeaustria.wordpress.com, 18. Mai 2010, Trilaterale Kommission – Krieg gegen den Iran

Siehe auch:
»[...] David Rockefeller was in Dublin for the annual meeting of the Trilateral Commission. We were there all day and managed to catch a glimpse of the globalist scumbag.[...]«
Aus: We are Change Ireland, 10. Mai 2010, Scumbag Rockefeller gets a nice warm welcome from the Irish (Videos)

muz-online.de:  Neue Weltordnung - Illuminati - FED - Codex Alimentarius - Filme

Iran will Kriegsschiffe in Richtung Gaza entsenden
Am 31. Mai 2010 wurden sechs internationale Hilfsschiffe, die in Richtung Gaza unterwegs waren, vom israelischen Militär gewaltsam gestoppt. Bei der Erstürmung des in der Türkei zugelassenen Schiffes "Mavi Marmara", das von einer türkischen Menschenrechtsorganisation gechartet worden war, wurden 9 türkische Staatsbürger, erschossen und etwa 50 Menschen verletzt, darunter auch israelische Soldaten. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan warf Israel daraufhin Staatsterrorismus vor.
Auf den Hilfsschiffen befanden sich mehr als 700 pro-palästinensische Aktivisten aus rund 40 Ländern, darunter auch Politiker der deutschen Partei "Die Linke", die sich auf dem türkischen Passagierschiff "Mavi Marmara" befanden.
»[...] Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Organisation Free Gaza in internationalen Gewässern im Mittelmeer - etwa 140 Kilometer vor der israelischen Küste. Die "Gaza-Flotte" wollte trotz der von Israel verhängten Seeblockade rund 10.000 Tonnen Hilfsgüter in den Gazastreifen bringen. [...] Barak (Verteidigungsminister Israels, Anm. muz-online.de) nannte die Fahrt der Schiffe nach Gaza eine "politische Provokation durch anti-israelische Organisationen".
Die islamisch-türkische IHH, die nach israelischen Angaben an der Organisation der Aktion beteiligt war, sei als "gewalttätige und radikale Gruppierung bekannt, die unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe Terrorgruppen unterstützt" und der Hamas nahe stehe, sagte Barak. [...]«
sz-online.de, Blutiger Militäreinsatz gegen Hilfsflotte, 5. Mai 2010
Siehe hierzu auch den Bericht von Udo Ulfkotte: Türkische "Hilfsorganisation" IHH tief in islamistischen Terror verstricktkopp-verlag.de, 03.06.2010

Eine Woche nach dem Angriff auf die Gaza-Hilfsflotte will der Iran nun selbst Schiffe mit Hilfsgüter in den Gaza-Streifen entsenden. Diese sollen von paramilitärischen Einheiten eskortiert werden. Iran unterstützt die ant-israelische HAMAS seit langem mit großzügigen Hilfsleistungen. Siehe hierzu: welt.de, Iran finanziert Hamas, 29.01.06
»[...] Die paramilitärischen iranischen Revolutionsgarden (Pasdaran) stünden bereit, die Flottille zu eskortieren, hieß es in Teheran. Es sei die Pflicht des Iran, die unterdrückten und unschuldigen Menschen von Gaza zu verteidigen. [...] Der iranische Präsident Mahmoud Ahmadinejad hatte die israelische Kommandoaktion als Zeichen von "Schwäche und Wahnsinn" verurteilt. [...]
derstandard.at, Iran will Hilfs-Schiffe nach Gaza schicken, 08. Juni 2010

Israels Ministerpräsident Netanyahu will Hilfslieferungen nach Gaza verhindern
»[...] Netanyahu sagte am Samstag, er werde "die Errichtung eines iranischen Hafens im Gazastreifen" nicht erlauben. Israel wirft dem Iran vor, die radikale palästinensische Hamas im Gazastreifen mit Waffen und Geld zu beliefern. Netanyahu erklärte weiter, die Blockade solle verhindern, dass Waffen in die Hände der Hamas fielen.«
derstandard.at, Zweite Hilfslieferung. Israelische Marine entert die "Rachel Corrie", 05. Juni 2010

11. Juni 2010: Der türkische Ministerpräsident Erdoğan lässt zum Dschihad gegen Israel aufrufen
Überall in der islamischen Welt werden nun türkische Flaggen geschwenkt. Die Türkei gilt seit dem Aufruf des türkischen Ministerpräsidenten zum Dschihad gegen Israel, als großes Vorbild. Kein arabischer Herrscher genießt momentan größere Popularität als Erdoğan. Die gewaltsame Erstürmung des türkischen Schiffes "Mavi Marmara", bei dem neun türkische Staatsbürger erschossen wurden, bezeichnet Erdoğan als "blutiges Massker".
»[...] Der türkische Premier Recep Tayyip Erdogan sagte dazu, so würden "Banditen" vorgehen. Israel missbrauche den Begriff "Antisemitismus", um seine "Massaker" zu verdecken. Staatspräsident Abdullah Gül prophezeite, dass Israel dieses Vorgehen eines Tages bereuen werde. [...]«
Zitat: nd-epaper.neues-deutschland.de, "Unser Widerstand war legitim", 4. Juni 2010, Seite 7
www.guardian.co.uk, 8. Juni 2010
uni-kassel.de, 5. Juni 2010
mein-parteibuch.com, Videos vom Mavi Marmara Massaker, 31. Juni 2010 - alles geplant gewesen ?

Israel warnte die Türkei bereits am 5. Juni
Wie in der Jerusalem Post am 7. Juni zu lesen war, würde laut Uzi Dayan (israelische Armeechef und oberstes Mitglied der Likud Partei) die Begleitung von zukünftigen Hilfsschiffen durch türkische Kriegsschiffe einen "Kriegsakt" darstellen. Sollte der türkische Präsident die Schiffe persönlich begleiten, dann würde nicht nur das Schiff versenkt werden. »[...] Die Präsenz Erdogans auf einem zukünftigen Hilfsschiff würde den "casus belli" für einen Krieg Israels gegen die Türkei bedeuten.[...]«
Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch, Israel droht der Türkei mit Krieg, 12. Juni 2010

Pläne, den Iran anzugreifen und mit Hilfe atomarer Sprengköpfe die vermuteten Atomanlagen zu zerstören, gibt es mindestens seit 2005. Eine erste "Deadline" für den Militärschlag war zunächst für Ende März 2006 vorgesehen. Dass es bisher zu keinem Militärschlag gegen Iran kam, heißt nicht, dass die Pläne vom Tisch sind. Die bereits 2002 geschaffene Institution Joint Functional Component Command Space and Global Strike (JFCCSGS) - Kommandostelle für die vereinigten Komponenten Weltraum und weltweiter Angriff - ist damit betraut, Operationen mit Massenvernichtungswaffen gegen sogenannte Schurkenstaaten (Iran, Nordkorea) durchzuführen. Die operative Umsetzung eines solchen Schlages wird Concept Plan (Conplan) 8022 genannt.
Anfang Juni 2008 droht Israels Vizeregierungschef Schaul Mofas mit einem Militärangriff (6.6.08). Mofas sieht keine Alternative zu einem Militäreinsatz, um Irans Atomprogramm zu stoppen.

Siehe auch:
Die amerikanische Politik droht den Nahen Osten in eine Katastrophe zu stürzen (Berliner Zeitung - 5.4.07 - Behrouz Khosrozadeh)
Attac: Atomkrieg gegen den Iran
The Threat of a Nuclear War - by General Leonid Ivashov
Untergang
"Es wird keine Alternative geben" - Israel droht Iran mit Angriff (rp-online.de, 6.6.08)
Ein Fahrplan zum Krieg gegen den Iran, 10. Mai 2010, »[...] der Iran müsse noch vor August 2010 mit einem Angriff Israels und der USA rechnen [...]«

Vor den Präsidentschaftswahlen 2009
Nach 30 Jahren islamischer Revolution und 4 Jahren Ahmadinejad herrschen im Iran Arbeitslosigkeit (ca. 30%), Inflation (ca. 25%), Korruption, Drogensucht, ethnische Diskriminierung, Frauendiskriminierung, Menschenrechtsverletzungen, Hinrichtungen, Steinigungen, etc. Bisher ließ sich der Unterdrückungsapparat Dank hoher Einnahmen aus dem Erdölhandel finanzieren. Doch mit dem Einbruch des Erdölpreises ab Herbst 2008 regt sich in der Gesellschaft offen Widerstand gegen die Landespolitik. Die Machthaber antworten auf den Ruf der Menschen nach "Änderung" mit repressiven Maßnahmen. Gemäß dem Programm "Entwurf für Sicherheit in der Gesellschaft" nehmen Spezialeinheiten Menschen fest, die in Verdacht stehen, gegen Landesgesetze vertoßen zu haben, führen sie auf die Straße, schlagen und demütigen sie vor den Augen der Zuschauer, um letztlich die gesamte Gesellschaft in Angst und Schrecken zu versetzen.

Eklat

»[...] Die Rede Ahmadinedschads am 20.4.2009 auf der Anti-Rassismus-Konferenz der UN in Genf (Schweiz) führte zu einem Ekklat und dem empörten Auszug der Delegationen der EU-Länder. Irans Präsident attackierte Israel und den "Weltzionismus" als "Personifizierung des Rassismus" und qualifizierte die westlichen Staaten pauschal als rassistisch.«
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten , S. 266.

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Präsidentschaftswahl am 12. Juni 2009

Vier Kandidaten wurden vom Wächterrat für die iranischen Präsidentschaftswahlen zugelassen: Mohsen Rezai, Mir-Hossein Mussawi, Mahmud Ahmadinejad und Mehdi Karoubi. Favorit ist der bisherige Amtsinhaber Ahmadinejad, der vom Wächterrat unterstützt wird.

Bei einer Wahlbeteiligung von mehr als 80% erhielt der in weiten Teilen der Bevölkerung ungeliebte Amtsinhaber Ahmadinejad offiziellen Meldungen zufolge rund 62 Prozent der Stimmen - nahezu doppelt so viel wie sein Herausforderer Mussawi, der dem Innenministerium vorwarf, die Auszählungen manipuliert zu haben. Da weder neutrale Wahlbeobachter zugelassen waren, am Wahltag Kurznachrichten (sms) von der iranischen Telekombehörde unterdrückt wurden und starke Polizeiaufgebote auf allen wichtigen Plätzen der größeren Städte des Landes gegen eventuell aufflammende Proteste positioniert wurden, klingt der Vorwurf der Wahlfälschung plausibel.
Trotz Demonstrationsverbots ist der Tag nach den Wahlen von heftigen Protesten der Mussawi-Anhänger gekennzeichnet, die von Polizei und paramilitärischen Motorradbanden (Basij - siehe: de.wikipedia.org, Basidsch-e Mostaz'afin) brutal bekämpft werden. Unterdessen wurde auch das Büro von Mussawi gestürmt und verwüstet.
Siehe auch: tagesschau.de, 13. Juni 2009

Dagan: Iran will have nuclear bomb by 2014: Israel wertet den Wahlausgang in Iran eher unbeeindruckt. Wie Mossad Chef Meir Dagan erst am 16. Juni 2009 sagte, ist die iranische Politik mit einem fanatischen Präsidenten eher besser einzuschätzen als mit Mussawi, der zwar als moderat gilt aber doch immerhin der Begründer des iranischen Atom-Programms ist....
israelnationalnews.com, 18. Juni 2009:
Brandon Friedman, Doktorand am "Tel Aviv University's Center for Iranian Studies" sagte in einem Interview mit Israel National News, dass beide, Ahmadinejad als auch Mussawi, gefährlich seien und das Gesicht eines Staates repräsentierten, dessen Außenpolitik sich unter der Kontrolle des Staatsoberhaupts und obersten Religionsführers Khamenei befindet. Die Bewertung der iranischen Politik hat für Israel wie auch für den Rest der Welt eher damit zu tun, mit welchem Gesicht sich Iran gegenüber der Welt präsentiert »[...] Clearly Israel has a good idea what sort of face Ahmadinejad presents to the world. With Mousavi it is harder to know what sort of face he would have presented if he had won. [...]«

Nach den Wahlen

Am Montag, den 15.6., gehen in Teheran etwa 1,5 Millionen Menschen auf die Straßen um gegen den "Diktator" Ahmadinejad zu protestieren. Die Sicherheitskräfte hielten sich zunächst noch zurück, doch soll es dann Schüsse gegeben haben, bei denen mindestens ein Demonstrant ums Leben gekommen sein soll. Die Proteste haben mittlerweile auch die Provinz erreicht. Auch in Isfahan protestierten Tausende gegen Ahmadinejad.
Obwohl Telefon- und Internetverbindungen von Seiten der Regierung teilweise stark gestört werden und die Arbeit internationaler Berichterstatter behindert wird, gelingt es, die technischen Blockaden zu umgehen und mit dem Handy gemachte Aufnahmen anonym auf YouTube, Facebook und Twitter hochzuladen.
Siehe auch: tagesschau.de, Iran-Proteste via YouTube, Facebook und Twitter, 18.6.2009

Beim Freitagsgebet am 19. Juni hat sich der geistliche Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, eindeutig hinter Ahmadinejad gestellt und den Wahlablauf sowie das Wahlergebnis für rechtmäßig erklärt. Die Anzweiflung der Wahlen und die damit verbundenen Massenproteste bezeichnet er dagegen als Attacke gegen den Islam. Gleichzeitig warnte Chamenei vor einer Fortsetzung der allesamt als illegal bewerteten Protestaktionen und drohte andernfalls mit ernsten Konsequenzen.

IRGC warnt provokative Weblogs

Das "Islamic Revolution’s Guards Corps" (IRGC) warnte nunmehr vor weiterer staatsfeindlicher Agitation im Internet und drohte jenen Betreibern solcher Websites und Weblogs mit ernsten Konsequenzen, sollten sie ihre gefährlichen Informationen nicht löschen. Laut IRGC würden diese Inhalte den Straftatbestand der Cyber-Kriminalität erfüllen, da sie zum Ziel hätten, unter Verwendung falscher und unbegründeten Vorwürfe die öffentlichen Meinung zu beeinflussen und zur Sabotage aufzurufen um so Recht und Ordnung im Lande zu untergraben. Wie IRGC weiter berichtet, würden US-amerikanische und kanadische Firmen sowie Sektionen des US-amerikanischen und britischen Geheimdienstes (wie z.B.Radio Zamaneh, Radio Farda und die British Broadcasting Corporation) jene agitativen Aktivitäten finanziell und technisch unterstützen. Der iranische Geheimdienst hat im Zuge seiner Aufklärungsarbeit einige jener "Hauptagenten" festgenommen, die für die Anstiftung und Organisation der Gewalt nach den Wahlen verantwortlich seien. »[...] "The Intelligence Ministry has identified and arrested a number of the main agents and elements behind the vandalism in recent days in Tehran," Intelligence Minister Gholam-Hossein Mohseni Eje’I said.
The ministry has a responsibility to arrest and prosecute members of "groups who join the public rallies and try to create unrest," he said. [...]«
Siehe: iran-daily.com, IRGC Warns Provocative Weblogs, 18.6.2009

Diese Vorwürfe sind wohl eher als anti-westliche Propaganda zu werten, um das brutale eigene Vorgehen gegen Systemkritiker und friedliche Demonstranten zu rechtfertigen, wie auch jene Beschuldigungen zeigen, die iranische Medien bezüglich des Todes der jungen Studentin und Demonstrantin Neda Agha-Soltan verbreiten. So beschuldigte die Zeitung "Watan Emrus", die Präsident Mahmud Ahmadinejad unterstützt, den inzwischen des Landes verwiesenen BBC-Journalisten Jon Leyne, den Mord für seine Dokumentation in Auftrag gegeben zu haben. Ajatollah Ahmad Chatami, ein führender konservativer Kleriker und Befürworter der Todesstrafe für die Anführer der Proteste, sagte beim Freitagsgebet, dass Neda bewusst von Demonstranten erschossen worden sei, um Propaganda gegen das Regime zu machen. Wie der TAGESSPIEGEL berichtet, will der iranische Mediziner und Literat Arash Hejazi, »der tödlich getroffenen 26-jährigen Studentin Erste Hilfe« geleistet haben. In einem Interview mit der BBC in Großbritannien gibt er an, nur einen Meter von Neda entfernt gestanden zu haben, als der tödliche Schuss fiel. Die Demonstranten hätten einen Motorradfahrer der Basij-Milizen als Schützen ausgemacht, ihn dann entwaffnet, seinen Basij-Ausweis abgenommen und Fotos gemacht - dann laufen gelassen, weil sie angeblich nicht wussten, was sie mit ihm machen sollten. Zu diesem Zeitpunkt sei Neda bereits tot gewesen. Wenn der Basij-Pass sich in der Hand der Demonstranten befindet, dann sollte doch die Identität des Todesschützen feststehen. Warum gibt es hierzu nun so wenige Angaben? Stattdessen findet man im Internet ein Rätselvideo zu dem angeblichen Mörder von Neda, der Chef der Basij Alhaadi Moschee in Shams Abad und vor 15 Jahren Bodyguard von Ajatollah Mahdavi Kani gewesen sein soll. Die Seite farshadebrahimi.com wird deutlicher: Seiad Hasan Mir Kazemi. Aber auch auf dieser Seite kommt der Hinweis, dass sich der Todesschütze auf dem Dach eines Hauses befunden haben soll.
Zitate aus TAGESSPIEGEL, 27. Juni 2009.

Webseiten, die sich intensiv mit den Protesten in Iran beschäftigen:

guardian.co.uk, Live-Blog
irantracker.org, Unrest in Iran: Incident Statistics and Map for Protests, Arrests, and Deaths
New York Times News Blog, Latest Updates on Iran’s Disputed Election
yousupport.blogspot.com, If Iran sleeps tonight, it will sleep forever
tehranbureau.com, independent source of news on Iran and the iranian diaspora
blogspot.com, Iran Rigged Election
twitter.com, Iran Rigged Election
shooresh1917.blogspot.com, Revolutionary Road...

Mehr Infos zu o.g. Webseiten tagesschau.de, Linkliste Iran

tehranbureau.com, Abduction, 24. Juni 2009, MICHELLE MAY, Erlebnisbericht - verfolgt und ausgefragt von Mitgliedern der Basij (Foto von Basij-Mitgliedern beim "Gruß" (dieses Foto sagt wohl alles...).
Siehe auch Iran's Klu Klux Klan: The Basij

Ende der Massenproteste

Am 29. Juni 2009 erklärte Chamenei die Wahl für gültig, wenngleich der Wächterrat einräumte, dass in zahlreichen Wahlkreisen mehr Stimmen abgegeben worden waren als es Wahlberechtigte gab. Mussawi als auch Karrubi erkannten diese Bestätigung der Wahlergebnisse jedoch nicht an.

»[...] Den Sicherheitskräften gelang es schließlich, weitere Massenproteste zu unterbinden, auch wenn es immer wieder zu kleineren Zusammenstößen kam. Offiziell sollen bis Ende Juni 17 Menschen getötet worden sein, mehr als 1000 Personen wurden - zumindest zeitweise - festgenommen, darunter zahlreiche prominente Reformpolitiker wie der frühere Vizepräsident Chatamis, Ali Abtahi, und Rafsandschanis Tochter Faezeh. [...]«
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten , S. 263.

Erneute Massenproteste erschüttern das Land ab Dezember 2009

Großajatollah Ali Montaseri, Kritiker von Ahmadinedschad und dessen Regierung, verstarb am 20.12.2009 nach langer Krankheit im Alter von 87 Jahren in seinem Privathaus in der heiligen Stadt Ghom.
Bei der Trauerfeier des Regimegegners am 21.12., kam es zu schweren Störungen seitens Montaseri-Gegner. [...] Rund 2000 Gegner des verstorbenen Regimekritikers haben den Trauergottesdienst in der Pilgerstadt Ghom derart gestört, dass er abgebrochen werden musste. »[...] Nach Berichten der Reformer-Internetseite Jaras gaben Hunderttausende mit einem Trauerzug in der heiligen Stadt Ghom Montaseri das letzte Geleit. Sie skandierten den Namen Montaseris und riefen Parolen gegen Präsident Mahmud Ahmadinedschad: "Unschuldiger Montaseri, dein Weg wird weiter beschritten, auch wenn der Diktator Kugeln auf unsere Köpfe regnen lassen sollte." [...]«
Aus: spiegel.de, Montaseri-Gegner stören Trauerfeier, 21.12.2009

Montaseri »[...] bezeichnete das iranische Regime unter Präsident Ahmadinedschads Führung als Diktatur und kritisierte die Entwicklung der Islamischen Republik. [...]«
Mit ihm starb auch der letzte bedeutende Kritiker des islamischen Systems im Klerus. Wie manche anderen reformorientierten Kleriker hatte er sich die Entwicklungen in dem auch von ihm geprägten Gottesstaat anders vorgestellt. [...]«
Aus: spiegel.de, Iranischer Regimekritiker Großajatollah Montaseri gestorben, 20.12.2009

Proteste weiten sich aus
»[...] Erstmals seit den Protesten im Juni hat es bei Auseinandersetzungen zwischen Gegnern von Präsident Mahmud Ahmadineschad und der Polizei Tote gegeben. Das wurde am Abend im staatlichen iranischen Fernsehen bestätigt. Nach Angaben der Opposition sind im Zentrum Teherans vier Demonstranten getötet worden. Zahlreiche weitere Menschen seien verletzt worden, nachdem die Polizei das Feuer auf Anhänger der Reformbewegung eröffnet hatte, berichtete die regierungskritische Internetseite Jaras.
Die Oppositionellen demonstrierten anlässlich des schiitischen Ashura-Festes an verschiedenen Orten innerhalb und außerhalb Teherans. "Auch vom Enkelab-Platz sind Schüsse zu hören. Die Demonstranten rufen 'Tod dem Diktator'", hieß es auf der Website weiter. Zudem würden auch aus anderen iranischen Städten wie Isfahan und Nadschafabad Zusammenstöße zwischen Polizisten und Demonstranten gemeldet. Laut Jaras gab es auch in Tabris im Nordwesten des Landes Tote. Dort seien ebenfalls vier Demonstranten ums Leben gekommen.
Die Polizei setzte in Teheran erneut Tränengas gegen Anhänger der Reformbewegung ein. Dabei hätten die Demonstranten das Motorrad eines Polizisten in Brand gesteckt. Die Angaben der regierungskritischen Internetseite konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden, weil die iranischen Behörden ausländischen Journalisten die Berichterstattung über Kundgebungen verboten haben.
Aus Kreisen der Regimegegner verlautete, unter den Teheraner Toten sei der 20-jährige Ali Mussawi, ein Neffe von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi. [...]«
Aus: zeit.de, Ashura-Fest -- Mehrere Tote bei Demonstrationen in iranischen Städten, 27.12.2009

»[...] Nach den Protesten wurden zahlreiche Oppositionelle festgenommen. Am Mittwoch erhöhte die iranische Führung außerdem mit staatlich organisierten Massenkundgebungen im ganzen Land den Druck auf die Opposition.
Der stellvertretende Justizchef Ebrahim Raisi bezeichnete alle Demonstranten am Freitag im staatlichen Rundfunk als "Feinde Gottes", die Sprechchöre gegen den geistlichen Führer Ali Khamenei gerufen hätten. Ihnen droht damit in der Islamischen Republik die Todesstrafe. Moussavi sagte zu den Drohungen der Staatsgewalt, er sei dazu bereit, für das Recht auf friedliche Demonstrationen sein Leben zu opfern.
Kritik am geistlichen Oberhaupt ist im Iran ein Tabu - sich Khamenei zu widersetzen wird damit gleichgesetzt, sich Gott zu widersetzen. Raisi nannte die Demonstranten auf Farsi "Mohareb" - Feinde Gottes. Das ist im Iran ein Straftatbestand, auf den die Todesstrafe steht. "Diejenigen, die randalieren, beleidigen Heiligkeiten", sagte der stellvertretende Justizchef. Dies sei ein "unzweifelhafter Beweis" dafür, sich Gott zu widersetzen.
Moussavi wandte sich in einer seiner entschlossensten Stellungnahmen seit der umstrittenen Präsidentenwahl vom vergangenen Juni gegen die Anwendung von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung. Die Regierung begehe weitere Fehler, wenn sie nach den jüngsten Protesten die Polizeigewalt eskalieren lasse. Zu den Todesdrohungen gegen Oppositionsführer schrieb er: "Ich erkläre ausdrücklich und eindeutig, dass ein Befehl, Oppositionsführer hinzurichten, zu ermorden oder einzukerkern, das Problem nicht lösen würde." Er habe keine Angst, ein Märtyrer zu werden, der "im Kampf für die gerechten Forderungen des Volkes sein Leben gibt". Er sei "zum Märtyrertum bereit". [...]
Die Regierung wirft der Opposition vor, vom Ausland gesteuert zu sein, und hat nach den jüngsten Unruhen vom vergangenen Sonntag ihren Ton verschärft. Sie drohte mit einem unnachgiebigen Vorgehen gegen die Anführer der Protestbewegung. "Wir rufen die Oppositionsführer erneut auf, ihren Weg von dem der ausländischen Feinde und der antirevolutionären Gruppen zu trennen", erklärte das Geheimdienstministerium am Donnerstag. "Andernfalls werden wir ohne Gnade gegen sie vorgehen." In Paris forderte der Sohn des Schahs alle Staaten dazu auf, ihre Botschafter aus Teheran abzuziehen. Reza Pahlevi, der den gleichen Namen wie sein 1979 gestürzter Vater trägt, appellierte auch an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, eine Untersuchung der Vereinten Nationen zu Menschenrechtsverletzungen während der jüngsten Unruhen im Iran einzuleiten.«
Aus: kurier.at, Moussavi "zum Märtyrertum bereit", 1.1.2010

Erste Todesurteile vollstreckt
Am 28. Januar 2010 wurden die ersten von elf Todesurteilen gegen Anhänger der Oppositionsbewegung vollstreckt. Mohammed Reza Ali-Zamani und Arash Rahmanpour seien als "Feinde Gottes" verurteilt und im Morgengrauen gehängt worden, hieß es in einer Erklärung der Teheraner Staatsanwaltschaft.

Kriegsvorbereitungen gegen Iran (Juli/August 2010)
»[...] Das israelische Portal Debka meldete, dass Israel und die USA von Aserbaidschan aus das Geschehen im Iran mit den Mitteln elektronischer Aufklärung sehr genau beobachten und dass der Iran an seiner nordwestlichen Grenze den Kriegszustand ausgerufen hat.
Eine neue Qualität zeigen darüber hinaus die von der CIA gestreuten Informationen über den angeblichen Entwicklungsstand des iranischen Atomprogramms. Am Sonntag verkündete CIA-Chef Leon Panetta gegenüber dem US-Sender ABC, dass der Iran über genügend niedrig angereichertes Uran für zwei Atombomben verfüge und diese Nuklearwaffen bereits 2012 einsatzbereit sein könnten. Mit diesem Datum machte er implizit eine Angabe, in welchem Zeitraum mit einem Militärschlag gegen den Iran zu rechnen ist: binnen eines Jahres. [...]«

Zitiert aus: www.hintergrund.de, 28. Juni 2010
Siehe auch: Obama bereitet die Bombardierung des Iran vor, 11. August 2010
Siehe auch: www.saarbreaker.com, 6. Juni 2010

Israel bestellt Unmengen an Treibstoff
Wie die US-amerikanische Defence Security Cooperation Agency (DSCA) Anfang August mitgeteilt hat, hat Israel Treibstoff in der Größenordnung von 2 Milliarden US-$ bestellt, mit der die rund 450 israelischen Kampfjets etwa »145'000 einzelne Flüge durchführen, oder bei drei Flügen pro Tag über 100 Tage lang Krieg führen« können.
Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch, 27. August 2010

»Erstes Atomkraftwerk im Iran kurz vor Start
[...] Das erste iranische Atomkraftwerk steht offenbar kurz vor der Inbetriebnahme. Russland werde am 21. August damit beginnen, den Reaktor in Buschehr mit Brennstoff zu bestücken [...]«

Zitiert aus www.focus.de, 13.08.2010

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.630 f.

Iran: Literatur
Iran: Empfehlungen



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