Willkommen in der Islamischen Republik Iranworld.muz-online.de -- Die Länder Asiens -- spirit.muz-online.de |
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Offizieller Name: Islamische Republik Iran Hauptstadt: Teheran Fläche: 1.633.188 km² Landesnatur: Iranisches Hochland, eingeschlossen von Randgebirgen im Zentrum, im N u. S Küstenebenen Klima: Gemäßigtes, subtropisches u. kontinentales Klima mit Wüsten Hauptflüsse: Karkheh, Mond, Qezel Owzan, Karun Höchster Punkt: Demawend 5604 m Tiefster Punkt: Kaspisches Meer 20 m Regierungsform: Autoritäre Republik mit theokratischer Spitze Staatsoberhaupt: Oberster Revolutionsführer (wird von Expertenrat auf unbestimmte Zeit gewählt) Staatspräsident und Regierungschef: Präsident (wird für 4 Jahre direkt vom Volk gewählt und kann für eine weitere Amtszeit wiedergewählt werden) Verwaltung: 28 Provinzen (Ostan) Parlament: Islamische konsultative Versammlung mit 290 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten. Verfassungsrat ("Wächterrat") mit 12 Mitgliedern Nationalfeiertag: 11.Februar Einwohner: 66.796.000 (1999); 71.021.000 (2007) Bevölkerungsdichte: 39 Ew./km² (1999) Stadtbevölkerung: 63,9% (1999) Analphabetenquote: 23% (1999) Sprache: Persisch (Farsi ca. 50%), u.a. Religion: Moslems (Schiiten 90%, Sunniten 9%), Zoroastrier, Christen, Juden; Bahai-Religion verboten Importgüter: Maschinen, Transportausrüstungen, chemische Erzeugnisse, Papier, Textilien, Eisen, Stahl, Nahrungsmittel Exportgüter: Erdöl, Erdölprodukte, Erdgas, Teppiche, Baumwolle, Trockenfrüchte
Im Februar 1979 beendete die siegreiche Islamische Revolution die 2500-jährige persische Monarchie und errichtete an deren Stelle eine Islamische Republik, den ersten real existierenden Gottesstaat auf
Erden. Die Welt sah in jenem Februar ungläubig zu, wie der Mullah aller Mullahs über den König aller Könige siegte und der tausendjährige schiitische Traum von Macht und Herrschaft zur Wirklichkeit wurde. Seitdem gilt der Iran als ein internationaler Krisenherd ersten Ranges und beschäftigt wie kaum ein anderes Land der Erde die Gemüter in Ost und West. Ayatollah Ruhollah Musawi Chomeini (1902 bis 1989), wie sein vollständiger Name lautete, war mit dem Anspruch aufgetreten, einen islamischen Staat zu errichten, in dem nach Gottes Gebot und des Propheten Geheiß regiert und gelebt wird. Er versprach dem
gläubigen Volk nicht nur das Heil im Jenseits, sondern auch Glück im Diesseits. Von diesseitigem Glück kann inzwischen in der Islamischen Republik keine Rede mehr sein. |
Die Menschen
Der Name Iran leitet sich vom altpersischen Arynam ab, das bedeutet das Land der Arier, und ist seit 1935 die offizielle Bezeichnung des Landes. Die Vorfahren der heutigen Iraner, die sogenannten Indoeuropäer, hatten ihre Heimat in den südrussischen Steppen. Sie begannen um 1500 v. Chr. das Iranische Hochland zu besiedeln. Aus ihrer Sprache entwickelte sich das heutige Persisch, Farsi genannt, das seit der Islamisierung des Landes im 7. Jahrhundert mit arabischen Wörtern durchsetzt ist und sich der arabischen Schrift bedient. | Drogensumpf Iran Aus: STERN, 46/2008, S. 3, 36 ff.»[...] Rohopium, Heroin oder Crack - alles ist jederzeit zu haben. Der Großteil stammt aus den Anbaugebieten im nahen Afghanistan. Das dort produzierte Rauschgift überschwemmt den Iran in solchen Massen, dass die Vereinten Nationen von einem "Heroin-Tsunami" sprechen. [...] 30 Jahre nach der Revolution Chomenis hält die Islamische Republik Iran einen traurigen Rekord: Nirgendwo auf der Welt gibt es, gemessen an der Gesamtbevölkerung, so viele Drogenabhängige. Eine offizielle Schätzung der Regierung von Präsident Ahmadinedschad geht von 1,1 Millionen Süchtigen und 700.000 Gelegenheits-Usern aus, doch in Wahrheit sind die Zahlen viel höher. Das Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hat dokumentiert, dass mehr als 3,2 Millionen Iraner süchtig sind, mehrere Hunderttausend davon sind heroinabhängig, die meisten anderen von Opium. Tendenz: stark steigend, vor allem beim Heroin, vor allem unter jungen Erwachsenen und Teenagern, vor allem unter Frauen. [...] Aber wahr ist auch: Kein anderes Land der islamischen Welt hat eine derart fortschrittliche Antisuchtpolitik wie der Iran. Kein anderes Land lässt so viele Drogen beschlagnahmen und verhindert damit auch, dass sie auf Europas Märkte gelangen. [...] 2002 erklärte der oberste Richter des Landes [...] in einer Fatwa Methadontherapien und die Ausgabe sauberer Nadeln an Süchtige für gottgefällig. Heute versorgen 600 Behandlungszentren im ganzen Land schon mehr als 100.000 Abhängige mit den Ersatzdrogen Methadon und Buprenorphin. Präsident Ahmadinedschad hat angeordnet, diese Zahl in den kommenden Jahren zu verfünffachen. 1250 Gesundheitsstationen verteilen kostenlos Kondome und frische Nadeln - auch in den Gefängnissen. Bald wird es sogar eine staatliche Opiumabgabe geben, für besonders schwer Abhängige, denen anders nicht geholfen werden kann. [...] Auch aus dem Ausland bekommt die iranische Regierung viel Lob für den Einsatz im Kampf gegen die Drogen [...] Zum diesjährigen internationalen Anti-Drogen-Tag richtete der Iran eine große Feier im Kongresszentrum des staatlichen Fernsehens aus. [...]« |
Nach Autonomie strebten in den vergangenen Jahrzehnten auch die Aseri, die türkisch-sprechenden Bewohner der Nordwestprovinz Aserbaidschan. Die Aseri stellen mit ca. 20 % der Gesamtbevölkerung die weitaus größte Minderheit in Iran dar. Im Gegensatz zu den Kurden sind
die schiitischen Aseri in das soziale Gefüge des Landes integriert. Dies bewirken besonders die Händler- und Bazarfamilien, die nicht nur in der Provinzhauptstadt Tabriz, sondern auch in Teheran wirtschaftlich eine bedeutende Stellung einnehmen. Ihr Nationalismus beschränkt sich auf eine Betonung der sprachlichen Differenz gegenüber den persischen Landesteilen. |
Die Islamisierung |
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Nur die Kriegsversehrten und Kinder der Familien der Märtyrer können ohne solche Prüfungen studieren. Eine Ausnahme bilden auch die Kinder aus jüdischen und christlichen Familien. Im Gegensatz zu den verfolgten und verbotenen Baha'i, deren Lehre Elemente aller Weltregionen enthält, sind Christen und Juden als Anhänger der Offenbarungs-Religionen weitgehend, aber nicht völlig, unbehelligt geblieben. |
Wer in der Islamischen Republik Geld hat, kann in den großen Städten alles, vom deutschen Luxuswagen bis zu amerikanischen Zigaretten, kaufen. Die verdorbene Verwestlichung hat sich längst durch die Hintertür in den Gottesstaat eingeschlichen. Sie tritt besonders bei privaten Festlichkeiten in Erscheinung. Die Damen und Herren tragen die neueste Mode aus Paris. Getanzt wird zu persischer Discomusik, im Stil, wie sie etwa in Los Angeles produziert wird. Es wird durchaus Live - mit Keyboard u.ä. gespielt. Auch verbotener Alkohol, der über die türkische oder irakische Grenze geschmuggelt wird (oder auch selbst gebrannt wird), fließt reichlich , und wer sich für amerikanische Fernsehserien oder europäische Filme interessiert, kann die entsprechenden Videokassetten, die unter dem Ladentisch gehandelt werden, gegen teures Geld erhalten. Auch die breite Masse darf gelegentlich unislamischer Genüsse teilhaftig werden. | ![]() |
Seit Ende des Golfkrieges ist die klassische persische Musik wieder zugelassen. Diese Musik wird allerdings nicht unbedingt als unislamisch aufgefasst. Es gibt auch staatliche Institute zur Förderung dieser Musik. Übrigens soll auch Revolutionsführer Khameini Tar spielen. Entwicklungen
Außenpolitisch ist der Iran weitgehend isoliert. Auch die Beziehungen zu Deutschland verschlechterten sich 1997 durch den Mykonos-Prozess. Die USA werfen Teheran die Unterstützung internationaler Terrororganisationen vor. Ob nun überhaupt das geplante Atomprogramm Irans tatsächlich der eigentliche Anlass für die internationalen Spannungen ist, die täglich aufs Neue geschürt werden, darf angezweifelt werden. Die Internationale Atomenergie-Behörde hat bis heute jedenfalls keinen Hinweis dafür, dass Iran sein Atom-Programm militärisch nutzen will. Vielmehr darf davon ausgegangen werden, dass die USA sowie auch Israel keinen starken Iran in der Region wollen. Außerdem besitzt Iran einen für die Industriestaaten interessanten Rohstoff: Erdöl. Laut Angaben des US-amerikanischen Oil & Gas Journals lagern in Iran 136 Milliarden Barrel Erdöl - etwa 10% der weltweit vorhandenen Erdölvorkommen - (Stand 01/2007; siehe: Iran Energy Data, Statistics and Analysis). Allerdings ist fraglich, ob diese Angaben der Realität entsprechen, da die Erdölkonzerne aus politischen Gründen die Zahlen gerne schön reden (siehe auch: Wikipedia, Ressourcen). Pläne, den Iran anzugreifen und mit Hilfe atomarer Sprengköpfe die vermuteten Atomanlagen zu zerstören, gibt es mindestens seit 2005. Eine erste "Deadline" für den Militärschlag war zunächst für Ende März 2006 vorgesehen. Dass es bisher zu keinem Militärschlag gegen Iran kam, heißt nicht, dass die Pläne vom Tisch sind. Die bereits 2002 geschaffene Institution Joint Functional Component Command Space and Global Strike (JFCCSGS) - Kommandostelle für die vereinigten
Komponenten Weltraum und weltweiter Angriff - ist damit betraut, Operationen mit Massenvernichtungswaffen gegen sogenannte Schurkenstaaten (Iran, Nordkorea) durchzuführen. Die operative Umsetzung eines solchen Schlages wird Concept Plan (Conplan) 8022 genannt. Die amerikanische Politik droht den Nahen Osten in eine Katastrophe zu stürzen (Berliner Zeitung - 5.4.07 - Behrouz Khosrozadeh) Attac: Atomkrieg gegen den Iran The Threat of a Nuclear War - by General Leonid Ivashov Untergang "Es wird keine Alternative geben" - Israel droht Iran mit Angriff (rp-online.de, 6.6.08) Ein Fahrplan zum Krieg gegen den Iran, 10. Mai 2010, »[...] der Iran müsse noch vor August 2010 mit einem Angriff Israels und der USA rechnen [...]« |
Vor den Präsidentschaftswahlen 2009 |
Eklat »[...] Die Rede Ahmadinedschads am 20.4.2009 auf der Anti-Rassismus-Konferenz der UN in Genf (Schweiz) führte zu einem Ekklat und dem empörten Auszug der Delegationen der EU-Länder. Irans Präsident attackierte Israel und den "Weltzionismus" als "Personifizierung des Rassismus" und qualifizierte die westlichen Staaten pauschal als rassistisch.«Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten |
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Präsidentschaftswahl am 12. Juni 2009 Vier Kandidaten wurden vom Wächterrat für die iranischen Präsidentschaftswahlen zugelassen: Mohsen Rezai, Mir-Hossein Mussawi, Mahmud Ahmadinejad und Mehdi Karoubi. Favorit ist der bisherige Amtsinhaber Ahmadinejad, der vom Wächterrat unterstützt wird.Bei einer Wahlbeteiligung von mehr als 80% erhielt der in weiten Teilen der Bevölkerung ungeliebte Amtsinhaber Ahmadinejad offiziellen Meldungen zufolge rund 62 Prozent der Stimmen - nahezu doppelt so viel wie sein Herausforderer Mussawi, der dem Innenministerium vorwarf, die Auszählungen manipuliert zu haben. Da weder neutrale Wahlbeobachter zugelassen waren, am Wahltag Kurznachrichten (sms) von der iranischen Telekombehörde unterdrückt wurden und starke Polizeiaufgebote auf allen wichtigen Plätzen der größeren Städte des Landes gegen eventuell aufflammende Proteste positioniert wurden, klingt der Vorwurf der Wahlfälschung plausibel. Trotz Demonstrationsverbots ist der Tag nach den Wahlen von heftigen Protesten der Mussawi-Anhänger gekennzeichnet, die von Polizei und paramilitärischen Motorradbanden (Basij - siehe: de.wikipedia.org, Basidsch-e Mostaz'afin) brutal bekämpft werden. Unterdessen wurde auch das Büro von Mussawi gestürmt und verwüstet. Siehe auch: tagesschau.de, 13. Juni 2009 Dagan: Iran will have nuclear bomb by 2014: Israel wertet den Wahlausgang in Iran eher unbeeindruckt. Wie Mossad Chef Meir Dagan erst am 16. Juni 2009 sagte, ist die iranische Politik mit einem fanatischen Präsidenten eher besser einzuschätzen als mit Mussawi, der zwar als moderat gilt aber doch immerhin der Begründer des iranischen Atom-Programms ist.... israelnationalnews.com, 18. Juni 2009: Brandon Friedman, Doktorand am "Tel Aviv University's Center for Iranian Studies" sagte in einem Interview mit Israel National News, dass beide, Ahmadinejad als auch Mussawi, gefährlich seien und das Gesicht eines Staates repräsentierten, dessen Außenpolitik sich unter der Kontrolle des Staatsoberhaupts und obersten Religionsführers Khamenei befindet. Die Bewertung der iranischen Politik hat für Israel wie auch für den Rest der Welt eher damit zu tun, mit welchem Gesicht sich Iran gegenüber der Welt präsentiert »[...] Clearly Israel has a good idea what sort of face Ahmadinejad presents to the world. With Mousavi it is harder to know what sort of face he would have presented if he had won. [...]« |
Nach den Wahlen Am Montag, den 15.6., gehen in Teheran etwa 1,5 Millionen Menschen auf die Straßen um gegen den "Diktator" Ahmadinejad zu protestieren. Die Sicherheitskräfte hielten sich zunächst noch zurück, doch soll es dann Schüsse gegeben haben, bei denen mindestens ein Demonstrant ums Leben gekommen sein soll. Die Proteste haben mittlerweile auch die Provinz erreicht. Auch in Isfahan protestierten Tausende gegen Ahmadinejad.Obwohl Telefon- und Internetverbindungen von Seiten der Regierung teilweise stark gestört werden und die Arbeit internationaler Berichterstatter behindert wird, gelingt es, die technischen Blockaden zu umgehen und mit dem Handy gemachte Aufnahmen anonym auf YouTube, Facebook und Twitter hochzuladen. Siehe auch: tagesschau.de, Iran-Proteste via YouTube, Facebook und Twitter, 18.6.2009 Beim Freitagsgebet am 19. Juni hat sich der geistliche Führer des Landes, Ajatollah Ali Chamenei, eindeutig hinter Ahmadinejad gestellt und den Wahlablauf sowie das Wahlergebnis für rechtmäßig erklärt. Die Anzweiflung der Wahlen und die damit verbundenen Massenproteste bezeichnet er dagegen als Attacke gegen den Islam. Gleichzeitig warnte Chamenei vor einer Fortsetzung der allesamt als illegal bewerteten Protestaktionen und drohte andernfalls mit ernsten Konsequenzen. |
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Ende der Massenproteste Am 29. Juni 2009 erklärte Chamenei die Wahl für gültig, wenngleich der Wächterrat einräumte, dass in zahlreichen Wahlkreisen mehr Stimmen abgegeben worden waren als es Wahlberechtigte gab. Mussawi als auch Karrubi erkannten diese Bestätigung der Wahlergebnisse jedoch nicht an.»[...] Den Sicherheitskräften gelang es schließlich, weitere Massenproteste zu unterbinden, auch wenn es immer wieder zu kleineren Zusammenstößen kam. Offiziell sollen bis Ende Juni 17 Menschen getötet worden sein, mehr als 1000 Personen wurden - zumindest zeitweise - festgenommen, darunter zahlreiche prominente Reformpolitiker wie der frühere Vizepräsident Chatamis, Ali Abtahi, und Rafsandschanis Tochter Faezeh. [...]« Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten Erneute Massenproteste erschüttern das Land ab Dezember 2009 Großajatollah Ali Montaseri, Kritiker von Ahmadinedschad und dessen Regierung, verstarb am 20.12.2009 nach langer Krankheit im Alter von 87 Jahren in seinem Privathaus in der heiligen Stadt Ghom.Bei der Trauerfeier des Regimegegners am 21.12., kam es zu schweren Störungen seitens Montaseri-Gegner. [...] Rund 2000 Gegner des verstorbenen Regimekritikers haben den Trauergottesdienst in der Pilgerstadt Ghom derart gestört, dass er abgebrochen werden musste. »[...] Nach Berichten der Reformer-Internetseite Jaras gaben Hunderttausende mit einem Trauerzug in der heiligen Stadt Ghom Montaseri das letzte Geleit. Sie skandierten den Namen Montaseris und riefen Parolen gegen Präsident Mahmud Ahmadinedschad: "Unschuldiger Montaseri, dein Weg wird weiter beschritten, auch wenn der Diktator Kugeln auf unsere Köpfe regnen lassen sollte." [...]« Aus: spiegel.de, Montaseri-Gegner stören Trauerfeier, 21.12.2009 Montaseri »[...] bezeichnete das iranische Regime unter Präsident Ahmadinedschads Führung als Diktatur und kritisierte die Entwicklung der Islamischen Republik. [...]« Mit ihm starb auch der letzte bedeutende Kritiker des islamischen Systems im Klerus. Wie manche anderen reformorientierten Kleriker hatte er sich die Entwicklungen in dem auch von ihm geprägten Gottesstaat anders vorgestellt. [...]« Aus: spiegel.de, Iranischer Regimekritiker Großajatollah Montaseri gestorben, 20.12.2009 Proteste weiten sich aus »[...] Erstmals seit den Protesten im Juni hat es bei Auseinandersetzungen zwischen Gegnern von Präsident Mahmud Ahmadineschad und der Polizei Tote gegeben. Das wurde am Abend im staatlichen iranischen Fernsehen bestätigt. Nach Angaben der Opposition sind im Zentrum Teherans vier Demonstranten getötet worden. Zahlreiche weitere Menschen seien verletzt worden, nachdem die Polizei das Feuer auf Anhänger der Reformbewegung eröffnet hatte, berichtete die regierungskritische Internetseite Jaras. Die Oppositionellen demonstrierten anlässlich des schiitischen Ashura-Festes an verschiedenen Orten innerhalb und außerhalb Teherans. "Auch vom Enkelab-Platz sind Schüsse zu hören. Die Demonstranten rufen 'Tod dem Diktator'", hieß es auf der Website weiter. Zudem würden auch aus anderen iranischen Städten wie Isfahan und Nadschafabad Zusammenstöße zwischen Polizisten und Demonstranten gemeldet. Laut Jaras gab es auch in Tabris im Nordwesten des Landes Tote. Dort seien ebenfalls vier Demonstranten ums Leben gekommen. Die Polizei setzte in Teheran erneut Tränengas gegen Anhänger der Reformbewegung ein. Dabei hätten die Demonstranten das Motorrad eines Polizisten in Brand gesteckt. Die Angaben der regierungskritischen Internetseite konnten nicht von unabhängiger Seite überprüft werden, weil die iranischen Behörden ausländischen Journalisten die Berichterstattung über Kundgebungen verboten haben. Aus Kreisen der Regimegegner verlautete, unter den Teheraner Toten sei der 20-jährige Ali Mussawi, ein Neffe von Oppositionsführer Mir Hussein Mussawi. [...]« Aus: zeit.de, Ashura-Fest -- Mehrere Tote bei Demonstrationen in iranischen Städten, 27.12.2009 »[...] Nach den Protesten wurden zahlreiche Oppositionelle festgenommen. Am Mittwoch erhöhte die iranische Führung außerdem mit staatlich organisierten Massenkundgebungen im ganzen Land den Druck auf die Opposition. Der stellvertretende Justizchef Ebrahim Raisi bezeichnete alle Demonstranten am Freitag im staatlichen Rundfunk als "Feinde Gottes", die Sprechchöre gegen den geistlichen Führer Ali Khamenei gerufen hätten. Ihnen droht damit in der Islamischen Republik die Todesstrafe. Moussavi sagte zu den Drohungen der Staatsgewalt, er sei dazu bereit, für das Recht auf friedliche Demonstrationen sein Leben zu opfern. Kritik am geistlichen Oberhaupt ist im Iran ein Tabu - sich Khamenei zu widersetzen wird damit gleichgesetzt, sich Gott zu widersetzen. Raisi nannte die Demonstranten auf Farsi "Mohareb" - Feinde Gottes. Das ist im Iran ein Straftatbestand, auf den die Todesstrafe steht. "Diejenigen, die randalieren, beleidigen Heiligkeiten", sagte der stellvertretende Justizchef. Dies sei ein "unzweifelhafter Beweis" dafür, sich Gott zu widersetzen. Moussavi wandte sich in einer seiner entschlossensten Stellungnahmen seit der umstrittenen Präsidentenwahl vom vergangenen Juni gegen die Anwendung von Gewalt in der politischen Auseinandersetzung. Die Regierung begehe weitere Fehler, wenn sie nach den jüngsten Protesten die Polizeigewalt eskalieren lasse. Zu den Todesdrohungen gegen Oppositionsführer schrieb er: "Ich erkläre ausdrücklich und eindeutig, dass ein Befehl, Oppositionsführer hinzurichten, zu ermorden oder einzukerkern, das Problem nicht lösen würde." Er habe keine Angst, ein Märtyrer zu werden, der "im Kampf für die gerechten Forderungen des Volkes sein Leben gibt". Er sei "zum Märtyrertum bereit". [...] Die Regierung wirft der Opposition vor, vom Ausland gesteuert zu sein, und hat nach den jüngsten Unruhen vom vergangenen Sonntag ihren Ton verschärft. Sie drohte mit einem unnachgiebigen Vorgehen gegen die Anführer der Protestbewegung. "Wir rufen die Oppositionsführer erneut auf, ihren Weg von dem der ausländischen Feinde und der antirevolutionären Gruppen zu trennen", erklärte das Geheimdienstministerium am Donnerstag. "Andernfalls werden wir ohne Gnade gegen sie vorgehen." In Paris forderte der Sohn des Schahs alle Staaten dazu auf, ihre Botschafter aus Teheran abzuziehen. Reza Pahlevi, der den gleichen Namen wie sein 1979 gestürzter Vater trägt, appellierte auch an UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon, eine Untersuchung der Vereinten Nationen zu Menschenrechtsverletzungen während der jüngsten Unruhen im Iran einzuleiten.« Aus: kurier.at, Moussavi "zum Märtyrertum bereit", 1.1.2010 Erste Todesurteile vollstreckt Am 28. Januar 2010 wurden die ersten von elf Todesurteilen gegen Anhänger der Oppositionsbewegung vollstreckt. Mohammed Reza Ali-Zamani und Arash Rahmanpour seien als "Feinde Gottes" verurteilt und im Morgengrauen gehängt worden, hieß es in einer Erklärung der Teheraner Staatsanwaltschaft. |
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Kriegsvorbereitungen gegen Iran (Juli/August 2010) Siehe auch: Obama bereitet die Bombardierung des Iran vor, 11. August 2010 Siehe auch: www.saarbreaker.com, 6. Juni 2010 Israel bestellt Unmengen an Treibstoff Wie die US-amerikanische Defence Security Cooperation Agency (DSCA) Anfang August mitgeteilt hat, hat Israel Treibstoff in der Größenordnung von 2 Milliarden US-$ bestellt, mit der die rund 450 israelischen Kampfjets etwa »145'000 einzelne Flüge durchführen, oder bei drei Flügen pro Tag über 100 Tage lang Krieg führen« können. Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch, 27. August 2010 | »Erstes Atomkraftwerk im Iran kurz vor Start |