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Offizieller Name: Islamische Republik Pakistan (Islami Jamhuriya e Pakistan) Hauptstadt: Islamabad Fläche: 796.095 km² Landesnatur: Im N Karakorum und Himalaya, dann Hügelland, im SW Mittelgebirge und Hochflächen, im SO Industiefland Klima: Subtropisch-kontinentales Klima Hauptflüsse: Indus, Chanab, Sutlej Höchster Punkt: Mount Godwin Austen (K2) 8611 m Einwohner: 125.331.000 (1999); 162.419.946 (geschätzt Juli 2005); davon 50% Pandschabi, 15% Paschtunen, 15% Sindhi, 5% Belutschen. Über 1,2 Millionen Flüchtlinge, meist Afghanen. Bevölkerungsdichte: 191 Ew./km² (1999) Stadtbevölkerung: 37% (1999) Bevölkerung unter 15 Jahren: 42% (1999) Analphabetenquote: 56% (1999) Sprache: Urdu (Amtssprache; von nur 7,6% der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen), Pandschabi (48%), Sindhi (12%, Paschtu (13%), Englisch (auf Regierungsebene) Religion: Moslems 97% (77% Sunniten; 20% Schiiten), Hindus 2%, Christen 2%, ca. 3 Millionen Ahmadis. Parsen, Sikhs, Bahai'i, Buddhisten Regierungsform: Republik Staatsoberhaupt: Staatspräsident Regierungschef: Ministerpräsident Verwaltung: 4 Provinzen und Hauptstadtdistrikt, außerdem Tribal Areas (27.220 km²) sowie die abhängigen Gebiete Azad Kaschmir und die Northern Areas Parlament: Zweikammerparlament, bestehend aus Nationalversammlung (Majlis-e-Shura; 217 für 5 Jahre gewählte Mitglieder; 207 Muslime, 10 für Minderheiten) und Senat (87 Mitglieder, von denen alle 2 Jahre ein Drittel für 6 Jahre indirekt gewählt werden). Wahl des Staatsoberhauptes alle 5 Jahre durch Wahlkollegium. Nationalfeiertag: 23. März GeschichtePakistan ist ein noch junges Land, das mit der Unabhängigkeit des kolonialen Britisch-Indien im Jahre 1947 erstmals auf der politischen Landkarte Südasiens erschien und in seinen bis heute gültigen Grenzen erst seit 1971 besteht. Geschichte und Kultur Pakistans sind jedoch ungleich älter und reicher. Sie lassen die von innenpolitischen Krisen und nationalen Identitätsproblemen häufig erschütterte Republik Pakistan als eines der geschichts- und kulturträchtigsten Länder erscheinen. |
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Die zur Gründung Pakistans führende Zugehörigkeit zum Islam, der bis heute die staatstragende Religion ist, stammt aus der Herrschaftszeit der Großmoguln, die Anfang des 16. Jahrhunderts den Subkontinent eroberten und die Verbreitung des Islam durchsetzten. Als das Großmogul-Reich während der britischen Kolonialzeit auseinanderbrach, musste der Islam seine religiöse und geistige Führungsrolle auf dem Subkontinent an den Hinduismus abtreten. Ihre islamische Prägung behielten allerdings der Nordwesten des Subkontinents und Bengalen, die im Zuge der britisch-kolonialen Hinduisierung ihre islamische Bindung eher noch intensivierten, womit sich zugleich der hinduistisch-islamische Kontrast bzw. Konflikt im kolonialen Britisch-Indien verschärfte. | ![]() |
Die Vision wurde zur Forderung, als auf der Jahrestagung der Moslem-Liga 1940 die sogenannte "Pakistan Resolution" verabschiedet und damit zugleich die "Zwei-Nationen-Theorie" manifestiert wurde; dabei sollten die Rechte von Hindus und Moslems durch zwei eigenständige Staaten gewährleistet werden. Ergänzt wurde die Forderung nach einem einzigen moslemischen Staat Pakistan durch die Einbeziehung von Bengalen, die tatsächlich auch mit der Unabhängigkeit des kolonialen Britisch-Indien Realität wurde: Der neue, im Jahr 1947 gegründete Staat Pakistan bestand aus den beiden, über 1500 km getrennt voneinander liegenden Landesteilen West- und Ostpakistan. |
Trotz des Grundprinzips der Grenzziehung zwischen Pakistan und Indien, das die mehrheitlichen Religionsverhältnisse berücksichtigte, war die territoriale Neugliederung des Subkontinents mit erheblichen Problemen verbunden. Gewaltige Flüchtlingsströme bewegten sich zwischen beiden neuen Staaten, die die Wirtschaft mit unersetzbaren Abwanderungen auf der einen und mit nicht zu verkraftenden Zuwanderungen auf der anderen Seite belasteten; darüberhinaus verschärften sich die Probleme der religiösen Minderheiten in den Abwanderungsgebieten. Die praktizierte Grenzziehung zerteilte im Falle des Punjab und Bengalens auch zwei geographisch homogene Räume, und im Falle von Jammu und Kaschmir bestehen bis heute noch provisorische, aus dem Waffenstillstand von 1948 resultierende Grenzen. | ![]() Islamabad |
Im Zeichen wachsender Entfremdung der bengalischen Bevölkerung Ostpakistans fanden gegen Ende 1970 die ersten freien und direkten Wahlen zur Nationalversammlung statt. Das Wahlergebnis bestätigte jede der beiden Regionalparteien für ihren Landesteil als Wahlsieger und untermauerte offenkundig die Teilung Pakistans. Durch das Ergebnis der Wahlen hinsichtlich der Autonomiebestrebungen bestärkt, führte der sich immer stärker artikulierende ostpakistanische Regionalismus zur Proklamation des eigenständigen Staates Bangladesch. Nach dem Einmarsch westpakistanischer Truppen griff auch Indien in den Bürgerkrieg ein und erzwang als Verbündeter Ostpakistans die Kapitulation Westpakistans. |
Damit war die Sezession Ostpakistans als neuer Staat Bangladesch vollzogen, und gleichzeitig erfolgte im Dezember 1971 die Berufung des westpakistanischen Wahlsiegers Zulfikar Ali Bhutto (1928-1979) zum neuen Präsidenten. Sein Versuch einer Konföderation mit Ostpakistan scheiterte, was den Bruch zwischen den beiden pakistanischen Landesteilen endgültig besiegelten. |
Die Menschen
Die Bevölkerung Pakistans, bezogen auf das heutige Staatsgebiet, hat sich nach der Staatsgründung im Jahre 1947 von rund 30 Millionen auf über 160 Millionen (2005) vergrößert. Dieser rasante Zuwachs erklärt sich aus den durchschnittlich hohen Wachstumsraten von jährlich 4,7% in den 1960er Jahren, 2,9% in den 1970er Jahren, 3,3% in den 1980er Jahren und 2,8% in den 1990er Jahren sowie aus den gewaltigen Flüchtlingsströmen aus Indien (nach der Unabhängigkeit des südasiatischen Subkontinents) und aus Afghanistan (während der sowjetischen Besatzung des Landes) in den 1980er Jahren. Eine weitere Belastung ergab sich während der letzten Phase der Taliban-Herrschaft in Afghanistan und einer weiteren Flüchtlingswelle aus Afghanistan während der US-Luftangriffe wenige Wochen nach dem Terroranschlag gegen die USA am 11. September 2001. Diese "Bevölkerungsexplosion" stellt das Land inzwischen vor schier unlösbare sozio-ökonomische Probleme. |
![]() | Pakistan hat im Norden Anteil an den Gebirgssystemen Karakorum (mit dem K2, dem zweithöchsten Berg der Erde, 8.611 m), Himalaya und Hindukusch. Die teils vergletscherten und unwegsamen Gebirgszüge sowie die entlegenen Hochtäler bilden den gebirgigsten und damit am schwertsen zugänglichen Landesteil. In die abgeschiedenen Hochtäler haben sich kleine Völker mit ausgeprägter sprachlicher und kultureller Eigenständigkeit zurückgezogen und Fürstentümer, z.B. Swat, Chitral und Dir, gebildet. Bis zur Staatsgründung von Pakistan konnten sie ihre politische Autonomie bewahren. Mit dem Bau des Karakorum Highway durch das Hunza-Tal sind sie auch verkehrsmäßig angebunden, so dass sie für Handel und Tourismus geöffnet sind. |
Die Bergländer im Nordwesten Pakistans sind überwiegend kahl, zum Teil verkarstet, aber dank zahlreicher eingesenkter Becken, von denen Peshawar, Bannu und Kohat die wichtigsten sind, seit altersher durch intensive künstliche Bewässerung blühende Agrarregionen. Seitdem die reichlich vorhandene Wasserkraft zur Energiegewinnung genutzt wird, haben sich hier einige der bedeutendsten Industriestandorte Pakistans entwickelt. Zentrum dieser überiwegend von Pathanen bewohnten Region ist Peshawar, dessen traditionell große wirtschaftliche Bedeutung durch die Lage am östlichen Zugang zum Khaibarpaß begründet ist. LiteraturAlle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1107 f.ErdbebenAm 9. Oktober 2005 hat ein Erdbeben der Stärke 7,6 den Norden Pakistans schwer getroffen. Zahlreiche Ortschaften wurden zerstört. Das Hauptbeben erschütterte die Region am Samstagvormittag 30 Sekunden lang. In den ersten 24 Stunden nach dem Hauptbeben hätten mindestens 20 Nachbeben der Stärke 5 bis 6 die Katastrophenregion heimgesucht. Das Epizentrum des Bebens befand sich rund hundert Kilometer nördlich von Islamabad an der Trennlinie zwischen den von Indien und Pakistan kontrollierten Teilen Kaschmirs. Seine Ausläufer waren noch in der rund 900 Kilometer entfernten pakistanischen Wüstenstadt Quetta zu spüren. Nach Angaben eines führenden pakistanischen Meteorologen war es das schwerste Erdbeben in der Region seit 100 Jahren. Für die pakistanischen Streitkräfte war das der größte Katastropheneinsatz seit Gründung des Staates im Jahr 1947. www-Links9. Oktober 2005: Über 30.000 Tote bei Erdbeben in Kaschmir Die Erdbeben der letzten 4 Wochen (Karte) Earthquake in Pakistan Pakistan News Islamic Republic of Pakistan CIA -- The World Factbook -- Pakistan Political Resources on the Net - Pakistan Pakistan Virtual Library The Internet Edition of Dawn, a leading daily English newspaper of Pakistan Chronik wichtiger politischer Ereignisse in Indien und im indisch-pakistanischen Konflikt Pakistan Links Texte zu Pakistan (und Afghanistan) Beziehungen zwischen Deutschland und Pakistan Pacistan-Facts Pakistan (Landesinfos mit Fotos) Languages of Pakistan |