Hamburg und Bremen

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Die beiden größten Hafenstädte Deutschlands, Hamburg und Bremen (Land Bremen mit Bremerhaven), bilden jeweils ein eigenes Bundesland, einen Stadtstaat. Beide waren wichtige Mitglieder der Hanse und nennen sich bis heute stolz "Hansestadt".

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Hamburg

Die Freie und Hansestadt Hamburg, "Deutschlands Tor zur Welt", liegt rund 120 km oberhalb der Mündung der Elbe in die Nordsee. Hamburg ist der größte deutsche Seehafen, eine der wirtschaftlich stärksten Regionen in der EU, die zweitgrößte deutsche Stadt und eines der wichtigsten Verkehrszentren.
Das Hafengebiet umfasst 75 km², davon sind 16 km² Freihafen. Der Hamburger Hafen ist ein offener Tidenhafen. Der Tidenhub - der mittlere Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser - beträgt nur 2,3 m. Die Hafenbecken brauchen nicht abgeschleust zu werden, um bei Ebbe den Wasserstand für die Schiffahrt halten zu können: Die Schiffe können jederzeit aus- und einlaufen. Nicht zuletzt deshalb ist Hamburg ein "schneller" Hafen.
Annähernd 100 Reedereien sind in Hamburg ansässig. Im Hafengelände haben sich umfangreiche Industrieanlagen entwickelt. Neben der Werftindustrie und dem Flugzeugbau (Airbus) gibt es Veredlungsindustrien für ausländische Rohstoffe, z.B. Kaffeeröstereien und Getreidemühlen. Hamburg ist als Raffinerie-Standort zugleich Sitz der meisten großen Mineralölgesellschaften.
Große Bedeutung hat Hamburg als Kongressstadt und als Verlagsort von Zeitungen und Zeitschriften. Rund 3000 Außenhandelsfirmen unterhalten Beziehungen zur ganzen Welt. Zahlreiche ausländische Konsulate haben ihren Sitz in Hamburg; als Konsularplatz wird es nur von New York übertroffen.

Hamburg hat eine ähnliche Entwicklung wie die Hansestadt Bremen durchlaufen. Es wurde im frühen 9. Jahrhundert gegründet, ist also jünger als die Rivalin, hat diese aber im Lauf der Jahrhunderte überflügelt. Seine Entwicklung zur Hafen- und Handelsstadt begann im 12. Jahrhundert mit einem kaiserlichen Handels-, Zoll- und Schiffahrtsprivileg. Als offizieller Gründungstag des Hamburger Hafens gilt der 7. Mai 1189, an dem Kaiser Friedrich I. Barbarossa der Hamburger Schiffahrts- nd Kaufmannssiedlung am unteren Alsterlauf Zollfreiheit für ihre Schiffe auf der unteren Elbe bis in die Nordsee gewährte. Der 7. Mai wird heute als "Überseetag" gefeiert. Seit dem Jahr 1510 galt Hamburg als reichsunmittelbar, d.h. nur dem Kaiser untertan. Diese Selbständigkeit bewahrte es auch im Deutschen Bund von 1815 und im Deutschen Reich von 1871. Im 19. Jahrhundert nahm die Stadt einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung. Um die Jahrhundertwende zum 20. Jahrhundert war sie zum größten Seehafen auf dem europäischen Festland geworden, eine Funktion, die heute Rotterdam zukommt, denn Hamburg hatte durch die Teilung Deutschlands über 40 Jahre lang den Großteil seines Hinterlandes verloren. 1921 erhielt die Stadt eine demokratische Verfassung; die jetzige wurde 1952 verabschiedet.
Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurde Hamburg größtenteils in aufgelockerter Form wiederaufgebaut. Der bauliche Charakter reicht von reinen Villenvierteln bis zur dichten Ballung von Wohnblocks und Hochhäusern. Zentrum der Millionenstadt ist auch heute noch der alte halbkreisförmige Stadtkern am Nordufer der Elbe mit der von zahlreichen Fleeten durchzogenen Altstadt, der Börse, vielen Kirchen und zahllosen Kontorhäusern. Ein Wassersportparadies inmitten der Stadt bilden Binnen- und Außenalster.

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Bremen

Das Land Bremen besteht aus der Freien Hansestadt Bremen und Bremerhaven. Beide Städte liegen 60 km voneinander entfernt am Unterlauf und Mündungstrichter der Weser. Bremen ist als größter Containerumschlagplatz in Europa einer der führenden Seehäfen der Welt. Bremerhaven hat sich vom Vorhafen Bremens zu einem der größten Hochseefischereihäfen des europäischen Festlands entwickelt.
Die in dem kleinen Bundesland angesiedelte Industrie ist eng mit dem Hafen verbunden. Viele der eingeführten Rohstoffe, unter anderem Kaffee, Tabak, Baumwolle und Jute, werden hier verarbeitet und veredelt. Ein wichtiger Industriezweig war bis in die 1990er Jahre der Schiffbau.
Bremen wurde im 8. Jahrhundert gegründet. 965 erhielt die Stadt Marktrechte und wurde zu einem bedeutenden Handelszentrum. Seit dem 13. Jahrhundert regierte ein Rat, der allerdings nicht demokratisch gewählt, sondern von den reichsten Kaufmannsfamilien gestellt wurde. Im späten Mittelalter wurde Bremen neben Hamburg und Lübeck eines der wichtigsten Mitglieder der Hanse, eines Städtebundes, der vom 14. bis zum 16. Jahrhundert den Handelsverkehr im Nord- und Ostseeraum beherrschte.
Die Hansestadt konnte sich ihre Unabhängigkeit durch alle Wechselfälle der Geschichte hindurch erhalten. 1871 wurde Bremen Bundesstaat des Deutschen Reiches. Die Verfassung behielt damals noch stark patrizische Züge; erst 1920 wurde sie demokratisiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg erhielt Bremen 1947 eine neue Verfassung.
Kristallisationspunkt des öffentlichen Lebens ist die historische Altstadt, die jedoch im Zweiten Weltkrieg großenteils den Bomben zum Opfer fiel. Wieder aufgebaut wurde die Böttchergasse, liebevoll restauriert das "Schnoorviertel". Mittelpunkt der Altstadt ist der Markt mit der Rolandsäule, umrahmt vom Rathaus, dem Dom, dem "Haus der Bürgerschaft" und vielen anderen stattlichen Bauten.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Readerīs Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.317 f.



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