Der Osten Deutschlands
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Brandenburg
Brandenburg wird im Westen von den Flüssen Elbe und Havel, im Osten von Oder und Lausitzer Neiße begrenzt. Letztere bilden seit 1945 die deutsche Grenze zu Polen. Das flachwellige Tiefland weist viele Seen auf. Der Boden ist meist sandig und erlaubt daher nur den Anbau von Kartoffeln, Roggen und Hafer. Im Spreewald wird Gemüse, im Havelland Obst angebaut. Inmitten des Landes, aber administrativ nicht zu ihm gehörend, liegt Berlin. Erholungsgebiete sind die Märkische Schweiz, der Spreewald und die Havelseen. Zum Weltkulturerbe gehört die Potsdamer und Berliner Schloss- und Parklandschaft.
Das Lausitzer Braunkohlenrevier mit seinen Großkraftwerken ist ein bedeutendes Zentrum der Energiewirtschaft. Wichtige Betriebe der chemischen Industrie befinden sich in Schwedt an der Oder (Erdölraffinerie) und Premnitz an der Havel (Chemiefasern).
1815 wurde bei der Neugliederung Preußens die Provinz Brandenburg gebildet. 1945 kamen die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Linie, etwa ein Drittel der Provinz, unter polnische Verwaltung. Mit der Aufhebung des Staates Preußen 1947 wurde aus der Provinz das Land Brandenburg. 1952 teilte die DDR Brandenburg im wesentlichen auf die Bezirke Potsdam, Frankfurt (Oder) und Cottbus auf. 1990 wurde das Land Brandenburg wiederhergestellt.
Sachsen
Der Freistaat Sachsen reicht von den Höhen des Elster-, Erz-, Elbsandstein- und Zittauer Gebirges über ein Hügelland bis zum Norddeutschen Tiefland. Der Hauptfluss ist die Elbe.
Sachsen ist von alters her ein Industrieland. Traditionsreiche Zweige sind die Textilindustrie und der Maschinen- und Fahrzeugbau. Im Bereich des Erzgebirges hat sich eine vielbeachtete Heimindustrie mit Spielzeug-, Musikgeräte- und Klöppelspitzenherstellung entwickelt. Heute wird die Wirtschaftsstruktur im wesentlichen von mittelständischen Betrieben bestimmt.
Von den sächsischen Großstädten ist neben der Hauptstadt und Kulturmetropole Dresden vor allem Leipzig zu nennen. Im Schnittpunkt alter Handelsstraßen war Leipzig bereits im Mittelalter als Messestadt bekannt.
Im 18. Jahrhundert spielte Sachsen zeitweise eine wichtige Rolle in der europäischen Machtpolitik. Unter Kurfürst August dem Starken wurde Dresden zur prächtigsten deutschen Residenz. Dem Bündnis mit Napoleon verdankte Sachsen 1806 die Erhebung zum Königreich. Nach der Novemberrevolution 1918 wurde es Freistaat. 1945 kamen die westlich der Oder-Neiße-Linie liegenden Teile Niederschlesiens zu Sachsen. 1952 wurde das Land im wesentlichen auf die DDR-Bezirke Dresden, Leipzig und Chemnitz (1953-1990 Karl-Marx-Stadt) aufgeteilt. 1990 wurde das Land Sachsen wiederhergestellt.
Sachsen-Anhalt
Sachsen-Anhalt umfasst ein Tiefland mit teils sehr fruchtbaren Böden, teils dürftigen Sandböden, den Ostharz und einen Teil des Stufenlandes an der Saale und Unstrut. Die Lößböden der Magdeburger Börde werden ackerbaulich intensiv genutzt. Hier werden vor allem Zuckerrüben, Weizen und Gerste angebaut. Das bedeutendste Erholungsgebiet ist der Harz mit seinen zahlreichen Luftkurorten.
Die Erzlagerstätten im Harz (Eisen, Silber, Zinn, Kupfer) sind längst erschöpft. Eine besondere Rolle spielten die Rohstoffe Kali- und Steinsalz und vor allem die Braunkohle; sie diente in der DDR zur Energiegewinnung und als Ausgangsstoff für die chemische Industrie, die in den Räumen Halle-Merseburg (Leunawerke) und Bitterfeld-Wolfen konzentriert war. Der Chemie- und Energiestandort wurde 1990 zwar erhalten, viele umweltbelastende und unrentable Betriebe mussten jedoch schließen; etwa 60% der Arbeitsplätze gingen verloren.
Das Land Sachsen-Anhalt ist eine Schöpfung der sowjetischen Besatzungsmacht 1945. Seine beiden Hauptbestandteile sind die preußische Provinz Sachsen und das Land Anhalt. Die Provinz Sachsen wurde 1816 gebildet. Anhalt war seit dem 13. Jahrhundert selbständiges Fürstentum. In der Weimarer Republik war es Freistaat. 1952 wurde Sachsen-Anhalt im wesentlichen auf die DDR-Bezirke Halle und Magdeburg aufgeteilt; 1990 wurde es wiederhergestellt.
Thüringen
Die Kernlandschaft von Thüringen ist das Thüringer Becken. Es ist sehr fruchtbar, ebenso der Tieflandstreifen der Goldenen Aue zwischen Kyffhäuser und Hainleite. Die Landwirtschaft findet im Nordteil des Thüringer Beckens beste Voraussetzungen (Weizen, Gerste, Zuckerrüben). Bei Erfurt werden Gemüse, Blumen und Heilpflanzen angebaut.
Bedeutend ist die feinmechanisch-optische Industrie; die Zeiss-Werke in Jena gehören zu den wichtigsten Industrieunternehmen in Thüringen. Automobile werden in Eisenach hergestellt. Auf viele kleine Betriebe ist die Glas-, Prozellan- und Spielwarenindustrie verteilt.
Thüringen war schon im vorigen Jahrhundert eine bevorzugte Erholungslandschaft ("das grüne Herz Deutschlands"). Der Thüringer Wald, der Harzrand und das Kyffhäusergebirge sind nach wie vor beliebte Wander- und Wintersportgebiete. Aber auch der "Bildungstourismus" spielt eine Rolle: Man denke nur an die Städte Weimar und Jena.
Im Kaiserreich von 1871 bestanden in Thüringen mehrere Herzog- und Fürstentümer, die sich 1920 zum Land Thüringen zusammenschlossen, mit Ausnahme des Landesteils Coburg, der durch Volksabstimmung zu Bayern kam. 1952 wurde Thüringen im wesentlichen auf die DDR-Bezirke Gera, Erfurt und Suhl aufgeteilt; 1990 wurde es wiederhergestellt.
Literatur Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Readerīs Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.317 f.
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