Willkommen in Griechenland

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Offizieller Name: Griechische Republik
Hauptstadt: Athen
Fläche: 131.957 km²
Höchster Punkt: Olymp 2917 m
Hauptflüsse: Vardar(Axios), Aliakmon, Pinios, Arakhthos
Einwohner: 10.626.000 (1999) ; 11.305.118 (2010)
Bevölkerungsdichte: 81 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 60% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 16% (1999)
Analphabetenquote: 3% (1999)
Sprache: Neugriechisch
Religion: Griechisch-orthodoxe Christen 98% (Griechenland ist das einzige Land der Welt, wo das orthodoxe Christentum Staatsreligion ist)
Regierungsform: Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 10 Regionen; Mönchsrepublik Athos mit autonomem Status
Parlament: Nationalversammlung mit 300 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 25. März

Wenn man von Griechenland spricht, denkt man an die sonnendurchflutete weiß-blaue Inselwelt der Ägäis, den mediterranen Charme und den einzigartigen landschaftlichen Reiz, an die "Wiege des Abendlandes", das Land der Sagen und Mythen, Götter und Tempel, der Kunst und Wissenschaft und an den Ursprung der völkerversöhnenden "olympischen Idee". Die Gunst seiner Lage im östlichen Mittelmeer, dem Zentrum der Antiken Welt, machte Griechenland zur Brücke zwischen Europa, Asien und Afrika, zum Mittler der Kulturströme zwischen Orient und Okzident. Der Geist und die Kultur des antiken Griechenland haben das Weltbild des Abendlandes nachhaltig geprägt.
Griechenland, einst Weltreich, ist heute Objekt weltwirtschaftlicher und weltpolitischer Abhängigkeiten und zugleich Heimat geschäftstüchtiger, im Tourismus und Auslandsgeschäft zu Wohlstand und Ansehen aufgestiegener Griechen.





Widersprüchlich ist auch die Mentalität und politische Kultur im modernen Griechenland. Seine Bewohner neigen zu einem starken Individualismus, zeigen aber Geschlossenheit nach außen.
Trotz ihrer starken Freiheitsliebe hatten sie aber nur wenig Glück mit der Errichtung stabiler Demokratien. Ihre Bewunderung gegenüber charismatischen Politikern kann ebenso extrem sein, wie ihre Verdammung und grenzenlose Verachtung derselben.
Ihre Begeisterungsfähigkeit und Improvisationskunst ist ebenso charakteristisch wie das nur gering ausgeprägte Organisations- und Verwaltungsgeschick. Und schließlich ist da noch das Selbstbewusstsein, als wäre jeder heutige Ioannis ein Perikles. Doch gleichzeitig besteht die Angst, dem historischen Ideal nicht gerecht werden zu können.

chalkidiki

Landesnatur

Griechenland bildet den südlichen Ausläufer der Balkanhalbinsel und reicht zwischen Ionischem Meer im Westen und Ägäischem Meer im Osten weit in das Mittelmeer hinein. Kennzeichnend für das Landschaftsbild sind die hochragenden Gebirge, die enge Verzahnung von Land und Meer, die reiche Küstengliederung mit tief in das Land greifenden Buchten und weitreichenden Landzungen sowie die dem Festland vorgelagerten Inselscharen.
Griechenland lässt sich geologisch in zwei große Einheiten gliedern. Im Westen des Festlandes verlaufen parallel zur Küste die intensiv gefalteten, hauptsächlich aus Kalken, Mergeln und Sandsteinen bestehenden Gebirgszüge des Pindos-Systems. Sie sind Teil der geologisch jungen Ketten, die als Fortsetzung der Dinariden sich aus Jugoslawien kommend über den Peloponnes und die ägäische Inselwelt bis nach Kleinasien fortsetzen.

Der Osten und Nordosten des Landes bildet die Fortsetzung des aus Norden hereinreichenden Pelagonischen Massivs und des Rhodopengebirges, in denen geologisch alte kristalline und metamorphe Gesteine vorherrschen.
Alte Massive und junge Faltengebirge wurden in einer späteren Phase durch Bruchtektonik abgesenkt, gehoben und verschoben. Es kam zur reichen Kammerung des Raumes, zur Bildung einer Vielzahl voneinander getrennter Becken und zum Meer geöffneter Tiefländer, die besonders im Osten das Landschaftsbild bestimmen. In diesem Zeitabschnitt wurde auch die Landbrücke nach Kleinasien durch die Absenkung von Teilstücken in der Ägäis aufgelöst. Die Bewegungsvorgänge der Erdkruste dauern bis in die Gegenwart an und machen Griechenland zu einem Gebiet mit reger Erdbebentätigkeit.

In dem überwiegend gebirgigen Land nehmen die Becken und Senken zwar nur einen geringen Teil der Gesamtfläche ein, doch sind sie seit jeher der eigentliche Siedlungs- und Kulturraum Griechenlands. Sie sind überwiegend fruchtbar und landschaftlich äußerst abwechslungsreich. Die teils entwaldeten, verkarsteten, zerklüfteten und unwegsamen Gebirgsregionen sind nur bedingt für Weidewirtschaft geeignet. Griechenland lässt sich folgendermaßen untergliedern: Nordgriechenland mit Epirus, Thessalien, Makedonien und Thrakien, Mittelgriechenland mit Attika, Euböa, Böotien, Phokis, Kokris und Ätolien; Südgriechenland mit Peloponnes, Kreta und ägäischen Inseln.

Patras 1981

Klima
Typisch für das mediterrane Klima in Griechenland sind die trockenen und heißen Sommer sowie die milden und regenreichen Winter. Es gibt allerdings deutliche regionale Unterschiede, die sich unter anderem aus der Höhenlage erklären. Mit zunehmender Entfernung vom Meer nimmt der kontinentale Einfluss auf das Klima zu und führt zu großen täglichen und jahreszeitlichen Temperaturschwankungen. In den Sommermonaten sind die trockenen, kräftig aus nördlicher Richtung wehenden Meltemi-Winde deutlich spürbar. Im Winter gerät Griechenland in den Einfluss der Westwindzone. Westliche Luftmassen bringen die Hauptniederschläge, die sich zum Teil wolkenbruchartig an den Westseiten der Gebirge abregnen. Dadurch liegen die Ostflanken der Halbinsel sowie die Becken im Regenschatten des Pindosgebirges.

Vegetation
In der Pflanzenwelt unterscheidet sich Griechenland vom nördlichen Europa dadurch, dass sich die Pflanzen weniger auf die winterliche Kälte, sondern mehr auf die sommerliche Trockenheit einstellen müssen. Einige Arten, wie zum Beispiel der Ölbaum, schützen sich daher durch die Ausbildung kleinerer Blätter vor der Verdunstung. Andere, so die Sukkulenten, können in ihren fleischigen Blättern oder den Stämmen Wasser speichern. Der Olivenbaum, gleichsam das Symbol der griechischen Flora, benötigt gerade die längere sommerliche Trockenzeit zum Ausreifen seiner Früchte.
Stärker als in den meisten europäischen Ländern ist die natürliche Vegetation durch menschliche Eingriffe zurückgedrängt worden. Anstelle der mediterranen Laub- und Nadelwälder sind Ersatzgesellschaften getreten. Zu den typischen Vertretern der heutigen Busch- und Gestrüppformationen (Macchie) und den immergrünen Hartlaubgewächsen zählen Zistrosen, Myrte, Mastixstrauch, Steineichen, Erdbeerbäume und Lorbeer. Ihre Verbreitung, wie auch die der Aleppokiefer, beschränkt sich vor allem auf die Küsten- und Tiefländer.

Mit zunehmender Höhenstufe nehmen die Sommerniederschläge zu und die Temperaturen ab. Das begünstigt besonders in Nord- und Mittelgriechenland zwischen 700 und 1200 m den Wuchs laubabwerfender Bäume, wie Buchen, Kastanien und Platanen. Oberhalb der Baumgrenze beherrschen alpine Matten das Landschaftsbild, sofern die verkarsteten Kalksteinhöhen überhaupt Vegetation zulassen.
Heute sind nur noch rund 20% der Gesamtfläche bewaldet. Mit der Vernichtung der einst üppigen Wälder wurde bereits in der Antike begonnen. Das Holz wurde für den Schiffbau und als Feuermaterial verwendet. Heute geht die größte Gefahr von den alljährlichen Waldbränden aus, die den Bestand drastisch reduzieren. Die Schäden sind meist irreparabel. Die ungeschützte Humusschicht wird von Regen und Wind fortgetragen - Bodenerosionen gewaltigen Ausmaßes sind die Folge. Zurück bleiben der nackte Fels und die verkarsteten Berghänge. Nur ein geringer Teil der Flächen wird wieder aufgeforstet. Aber auch dann dauert es Jahrzehnte, bis sich wieder ein ausgewogenes Ökosystem entwickelt hat.
Ausgelöst durch Monate langer Trockenheit und Hitze, aber auch zum Teil durch gezielte Brandstiftungen von Bodenspekulanten, erfährt Griechenland im August 2007 die schlimmsten je bekannt gewordenen Waldbrände. Besonders betroffen sind die Insel Euböa (nach Kreta die zweitgrößte Insel des Landes) sowie die Halbinsel Peleponnes.

Ägäis

Zu den faszinierendsten Erscheinungen Griechenlands gehört seine Inselwelt. Ein Fünftel des Gebiets verteilt sich auf mehr als 2000 Inseln, von denen aber nur weniger als zweihundert bewohnt sind.
Vor der Westküste liegen die Ionischen Inseln mit Korfu, Paxos, Levkas, Kefallinia, Ithaka, der Heimat des Odysseus, und Zakynthos. Die meisten Inseln liegen in der Ägäis, dem vom griechischen Festland, Kleinasien und Kreta umschlossenen Ostteil des Mittelmeers. Unmittelbar dem Festland vorgelagert ist Euböa. Nordöstlich schließen sich die Nördlichen Sporaden mit Skiathos, Skopelos, Alonissos und Skyros an. Ganz im Norden liegen Thasos, Samothraki und Limnos. Unmittelbar der türkischen Küste vorgelagert sind Lesbos und Chios. Vor der Südwestküste Kleinasiens reiht sich zwischen Rhodos und Samos in enger Folge die Kette der Südlichen Sporaden auf, deren größter Teil zum Dodekanes gehört. Von Attika bis nach Kreta erstrecken sich die Kykladen mit so bekannten Inseln wie Mykonos, Paros, Naxos, los, Milos und Santorin.
Die meisten Inseln der Ägäis sind die Restpfeiler der an zahlreichen Brüchen in die Tiefe abgesunkenen Faltengebirgsstränge und Massive, die im erdgeschichtlichen Altertum Griechenland mit Kleinasien verbanden. Die große Zahl der Inseln begünstigte in der Antike die Seefahrt und machte Griechenland schon früh zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Zentrum zwischen den drei Erdteilen der Alten Welt. Sie förderte auch die Ausbildung einer kulturellen und ethnischen Vielfalt.
So unterscheiden sich die ägäischen Inseln nicht nur vom griechischen Festland, jede Insel ist eine Welt für sich. Die griechischen Nationalfarben Weiß und Blau findet man indes auf allen Inseln wieder: im blauen Meer und seiner weißen Brandung, in den weißen Wolken am blauen Himmel und den weißen Häusern mit ihren blauen Türen. Der weiße Kalkanstrich der kubischen Häuser reflektiert die Sonnenstrahlen und hält die Wände kühl. Flachdächer fangen das begehrte Regenwasser auf und leiten es in Zisternen. Eng sind die Gassen in Dörfern und Städten, und blumengeschmückte Treppen führen ins Innere.

Dieses vielgezeichnete, besonders gern für Ansichtskarten und Reiseprospekte benutzte Bild trifft wohl am augenscheinlichsten auf die Inselwelt der Kykladen zu. Immer mehr Menschen folgen alljährlich diesem Bild, werden angezogen von der Vielfalt der Landschaft, dem ständigen Wechsel der Formen, der bis in den Sommer hinein andauernden Farbenpracht und dem unvergleichlichen Eicht der Ägäis.
Die Insel Rhodos hat sich zu einem Zentrum des Tourismus entwickelt. Die gleichnamige Hauptstadt zeigt Spuren ihrer langen Geschichte: Ruinen aus mykenischer Zeit, ein antikes Theater, byzantinische Mauern, gotische Bauten und ein 4 km langer, mächtiger Befestigungsring der Johanniterzeit, eine türkische Moschee und ein türkisches Bad.

Wirtschaft
Viele Menschen der Ägäis leben vom Tourismus. Er ist die wichtigste Einnahmequelle, denn Landwirtschaft und Industrie sind nur auf wenigen Inseln von Bedeutung. Thasos bildet mit seinen Erdölvorkommen und den Blei-, Zink- und Eisenerzlagern die Ausnahme. Die Vorkommen an Eisen auf Serifos, Baryt auf Milos, Magnesium auf Andros und Korund auf Naxos haben nicht den Grundstein für eine industrielle Entwicklung legen können.
Die Landwirtschaft stößt hier auf die gleichen Schwierigkeiten wie auf dem Festland: geringe Niederschläge, die in den wasserdurchlässigen Kalkschichten versickern, Kahlschlag der einst üppigen Wälder, der der Bodenerosion Vorschub leistet, starke Winde, die eine Wiederaufforstung erschweren und Überweidung durch Schaf- und Ziegenherden. So geben der nackte Fels und der Olivenbaum, der sich als einziger über Jahrhunderte hinweg auf kargem Boden zu behaupten vermochte, den Inseln heute ein weithin unvergleichliches Bild.
Aufgrund der mangelnden Beschäftigungsmöglichkeiten verlassen immer mehr, besonders junge Menschen als "Arbeitsemigranten" ihr Land oder siedeln von den Inseln in die städtischen Zentren des Festlands über.
Außerhalb der Saison verfallen viele der Inseln, verlassen von Touristen und den vielen Saisonarbeitskräften des Hotel- und Fremdenverkehrsgewerbes, in eine Art Dämmerschlaf - wartend auf den allsommerlichen Massenansturm der Touristen, die ihrer Hektik entfliehen und in das paradiesische Idyll der Ägäis einkehren wollen.

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Foto: Friedrich Schober, Mai 2008.

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Foto: Friedrich Schober, Mai 2008.

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Foto: Friedrich Schober, Mai 2008.

Kreta

"Ein Schiff mit drei Masten war Kreta, mit seinen großen Berggipfeln, den Weißen Bergen, dem Psiloritis und dem Diktys, und es fuhr dahin vom Meerschaum umspült. Ein Meeresungeheuer war es, eine Meerjungfrau mit vielen Brüsten, und sie sonnte sich, auf den Wellen ausgestreckt ... Mir sind mehrere Freuden im Leben geschenkt worden, ich darf mich nicht beklagen; doch diese hier, Kreta auf den Wellen zu sehen, gehört zu den größten." (Nikos Kazantzakis, 1885-1957)

Wechselvolle Geschichte
Kreta bietet nicht nur eine Landschaft von ganz eigenartigem Reiz. Seine Bewohner gelten als die stolzesten in Griechenland. Ihre Freiheitsliebe ist besonders stark ausgeprägt. Kreta war oft besetzt, seine Menschen deshalb jedoch nie unterwürfig. Von Kreta hat der politische Liberalismus in Griechenland seinen Ausgang genommen. Eleutherios Venizelos (1864-1936), der große griechische Staatsmann und Vorkämpfer der Vereinigung Kretas mit Griechenland, stammte von der Insel.
Nach den Römern, den Arabern und den Venezianern - der letzten Epoche entstammt der bedeutende Maler Dominikos Theotokopoulos, genannt El Greco (um 1541 bis 1614) - kamen 1645 die Osmanen als Eroberer. Die orthodoxe Religion wurde verboten. Vom Glaubenswechsel und der Steuerlast bedrängt, flohen viele Kreter in die Berge und nahmen den Kampf gegen die türkische Besatzung auf.
1898 erhielt Kreta auf Druck der europäischen Großmächte eine selbständige Verwaltung unter türkischer Oberhoheit. 1913 folgte der Anschluss an Griechenland.

Der Erste Weltkrieg verschonte die Insel. Im Zweiten Weltkrieg jedoch landeten 1941 deutsche Fallschirmjäger auf Kreta, das wegen seiner Mittellage zwischen Europa und Nordafrika von großer strategischer Bedeutung war. Die "Schlacht um Kreta" begann. Nach zehn Tagen waren die dort stationierten britischen Soldaten - Großbritannien war mittlerweile Verbündeter Griechenlands - von der Insel vertrieben. Die leidenschaftlich am Kampf gegen die Invasoren teilnehmende Bevölkerung hatte den neuen Herren zwar herbe Verluste beigebracht, doch der Widerstandskampf forderte zahlreiche Opfer. Das am Nordhang des Psiloritis gelegene Dorf Anojia etwa wurde dem Erdboden gleichgemacht, seine Bewohner liquidiert. Erst im Mai 1945 zogen die deutschen Besatzungstruppen ab.
Der nach dem Zweiten Weltkrieg in Griechenland ausbrechende Bürgerkrieg griff 1947 auch auf Kreta über. Mit der Landung von Regierungstruppen begannen die Kämpfe gegen die Partisanen, die sich in der Schlucht von Samaria geschlagen geben mussten. Bei den Wahlen von 1964 stimmten die Kreter mit großer Mehrheit für Georgios Papandreou (1888-1968), der eine liberale Erneuerung Griechenlands versprach. Als die Obristen die Macht abgaben, war die liberale Haltung der Kreter nicht gebrochen: Seit dem Jahr 1974 findet die Zentrumspartei bei den Kretern ein großes Wählerpotential, und vor allem die PASOK-Sozialisten von Andreas Papandreou (1919 bis 1996), dem Sohn des Georgios.

Stützpfeiler der Wirtschaft
Kreta zählt mehr als eine halbe Million Bewohner. Mit gut 120.000 Einwohnern ist Herakleion (Iraklion) die größte der kretischen Städte und gleichzeitig die Hauptstadt. Bis 1972 war Chania mit heute gut 70.000 Einwohnern Inselhauptstadt. Rethymnon mit ca. 20.000 Einwohnern kann als das geistig-kulturelle Zentrum der Insel betrachtet werden, befindet sich doch hier die philosophische Fakultät der Universität von Kreta.
Die Insel ist sehr gebirgig und deshalb für den Ackerbau wenig geeignet. Er konzentriert sich auf die fruchtbaren Täler, besonders an der Nordküste, und die Mesaraebene im Süden. In den letzten Jahren hat sich die sehr ertragreiche Kultur von Gemüse und Zierpflanzen in Gewächshäusern verbreitet. Es werden typische Mittelmeerprodukte wie Oliven, Zitrusfrüchte und Tafeltrauben angebaut. Im Gebirge wird extensive Schaf- und Ziegenzucht betrieben. Nennenswerte Eisen- und Lignitvorkommen finden sich im Westen bei Kastelli. In Herakleion haben sich Unternehmen der Nahrungsmittelbranche niedergelassen. Viele traditionelle Gewerbe, wie das Töpferhandwerk oder die Webkunst, sind durch die maschinelle Produktion verdrängt worden.
Angezogen von der großartigen Landschaft und dem außergewöhnlich reichen Kulturerbe, bevölkern besonders von Frühjahr bis Herbst ausländische Touristen die Insel. Bei Rundfahrten und Wanderungen entdecken sie die Schönheiten der kretischen Gebirge (im Ida 2456 m hoch), und wer möchte, kann die 18 km lange Schlucht von Samaria durchwandern. Viele Touristen kommen auch nur zum Baden und Sonnen.
Kulturelle Anziehungspunkte sind neben Zeugnissen aus der venezianischen Zeit (u. a. Kastelle in Chania und Rethymnon) und verschiedenen griechisch-orthodoxen Klöstern (z.B. Arkadi), die archäologischen Stätten von Knossos und Phaistos. Knossos war die bedeutendste Anlage der minoischen Kultur auf Kreta. Der englische Archäologe Sir Arthur Evans grub den riesigen Palast des sagenhaften König Minos Anfang dieses Jahrhunderts aus und ließ ihn teilweise in Beton rekonstruieren. Umgeben war der Herrschersitz von palastartigen Villen mit Fresken und Stuckreliefs; um 1400 v.Chr. soll er zerstört worden sein. Die Funde aus dem Inneren des Palastes beherbergt heute das Archäologische Museum von Herakleion.

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Geschichte

Griechenland wird mit einigem Recht die "Wiege des Abendlandes" genannt. Auf griechischem Boden entstanden die ersten Hochkulturen Europas. Die frühesten dieser Kulturen, die kretische (2600-1150 v. Chr.) und die kretisch-mykenische (1600-1150 v. Chr.), blieben indes noch ganz an Kreta und die Argolis auf dem Peleponnes gebunden.
Die griechische Antike ist von ihnen durch die Zeit der dorischen Völkerwanderungen (1100-900 v. Chr.) getrennt, mit denen eine andere Sozial- und Kulturgeschichte begann.
Homers Bericht von der Zerstörung Trojas kündet auch vom Untergang der kretisch-mykenischen Kultur. Um 700 v. Chr. hatten die dorischen Stämme in Griechenland fest Fuß gefasst. Die Dorer bezeichneten das Land, in das sie eingewandert waren, als "Hellas".

Wenn wir dagegen von Griechenland sprechen, so folgen wir den Römern, die Griechenland "Graecia" nannten.
Wer sich heute solcher Namen bedient, denkt an eine nationale politische Einheit. Eine solche Einheit hat jedoch im antiken Griechenland niemals bestanden. Es gabe vielmehr kleine Gemeindestaaten der Stämme, die "Poleis". Von diesem Stammespartikularismus war auch die Geschichte der griechischen Stadtstaaten bestimmt. Sie begann im 7. Jahrhundert v. Chr. Die führenden Stadtstaaten in Mittelgriechenland waren Athen und Theben, auf dem Peleponnes Argos, Korinth und Sparta. Diese bekriegten sich oft auch mit den Persern. Dennoch konnte sich in den griechischen Städten der Antike, zumal in Athen, die weltgeschichtlich einflussreichste Kultur der Alten Welt ausbilden.
Alexander der Große (356-323 v. Chr.), der Griechenland seinem makedonischen Königreich angegliedert hatte. erweiterte den von Griechen beeinflussten Kulturkreis auf seinen Feldzügen bis Ägypten, Persien und Indien. Schließlich wurde die neue Weltmacht Rom zum Träger des "Hellenismus", der mit orientalischen Elementen verschmolzenen Kultur der griechischen Spätzeit. Die Römer hatten die zerstittenen hellenistischen Reiche erobert. Bei der Teilung des Römischen Reichs 395 fiel Griechenland an das Oströmische Reich.

Seit dem 15. Jahrhundert geriet das Land unter türkische Herrschaft. Im Zeitalter des aufkeimenden Nationalbewusstseins erhoben sich 1821 die Griechen gegen die Fremdherrschaft. Als die Türken mit großem militärischem Aufgebot die zunächst erfolgreiche Unabhängigkeitsbewegung niederzuschlagen drohten, griffen 1827 Großbritannien, Frankreich und Rußland zugunsten der Griechen in den Konflikt ein. 1830 wurde Griechenlands Souveränität anerkannt, und 1832 wählte die Nationalversammlung auf Vorschlag der Großmächte den bayerischen Prinzen Otto von Wittelsbach (1815-1867) zum König der Hellenen. Außenpolitisch blieb Griechenland aber vor allem mit Großbritannien verbunden.
Zur größten Belastung wurde der auch nach 1830 fortdauernde Konflikt mit der Türkei über die weiterhin von Türken beherrschten Gebiete, d. h. über Kreta, die ägäischen Inseln, Makedonien und die griechischen Siedlungen in Kleinasien. Nach langen Auseinandersetzungen kamen fast alle Gebiete in den Balkankriegen (1912/1913) und in der Folge des Ersten Weltkrieges in griechische Hand. Der griechische Vormarsch ins Innere Anatoliens (griechisch-türkischer Krieg 1920-1922) endete jedoch mit einer verlustreichen Niederlage der Griechen.
Im Zweiten Weltkrieg wurde Griechenland von deutschen Truppen besetzt. Die Zerstrittenheit der zum Teil von Alliierten unterstützten Widerstandsgruppen führte nach Abzug der Besatzungstruppen in einen Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Republikanern. Mit ausländischer Unterstützung siegten die Regierungstruppen. Seither hat sich die Eingliederung Greichenlands in die westliche Welt vollzogen.

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Der Staat

Die ersten Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs waren gekennzeichnet von den Konfrontationen zwischen Kommunisten und Antikommunisten. Sie führten zwischen 1946 und 1949 zum blutigen Bürgerkrieg. Mit ausländischer Unterstützung konnte sich die konservative Seite durchsetzen und verkündete 1952 erneut die konstitutionelle Monarchie. Der Antikommunismus wurde zur Staatsdoktrin erklärt, geschützt durch das Militär. Rechtswidrige Verwaltungspraktiken boten der Exekutive Möglichkeit zur Unterdrückung oppositioneller Kräfte. Als diese jedoch Mitte der 1960er Jahre zunehmend an Einfluss gewannen, griff das Militär ein und übernahm 1967 die Macht. Während der siebenjährigen Obristendiktatur unter Georgios Papadopoulos (*1919; †1999) wurden die Verfassung außer Kraft gesetzt und die bürgerlichen Rechte massiv beschnitten. Der Zypernkonflikt zwang das Militär 1974 zum Rücktritt. Konstantin Karamanlis (1907-1998), Führer der rechtsgerichteten "Neuen Demokratie", stellte eine bürgerliche Regierung der Nationalen Einheit zusammen. In einer Volksabstimmung entschied sich die Mehrheit der griechischen Bevölkerung gegen die Wiederherstellung der Monarchie und für die Republik als parlamentarische Demokratie. Die neue Verfassung von 1975 räumte dem vom Parlament in Zweidrittelmehrheit auf fünf Jahre gewählten Staatspräsidenten eine starke Stellung ein. Das politische Leben begann sich zu normalisieren, die Kommunistische Partei wurde legalisiert und die Linke nach ihrer Ausgrenzung von 1949 reintegriert.
In den Wahlen von 1981 ging die "Panhellenische Sozialistische Bewegung" (PASOK) unter Andreas Papandreou (*1919; †1996) mit rund 48% der Stimmen als Gewinner hervor und bildete die erste sozialistische Regierung in der Geschichte Griechenlands.
Doch nach achtjähriger Regierungszeit der PASOK waren die Ideale der Parteianhänger in Skandalen und Korruptionsfällen untergegangen. 1981 wurde "Allaghi", die Politik des großen Wandels, versprechen. Acht Jahre später redete man nur noch von der "Katharsis", der Reinigung des mächtigen Staatsapparats.

Staatsoberhäupter

Ioannis Antonios Graf Kapodistrias (*1776; †1831) war das erste Staatsoberhaupt des durch den griechischen Unabhängigkeitskrieg vom Osmanischen Reich befreiten Griechenlands.

Erstes Königreich Griechenland

»[...] Im Jahr 1832 wurde dann der bayerische Prinz Otto, Sohn König Ludwigs I. von Bayern als Otto I. Griechenlands erster (neuzeitlicher) König. [...] Ottos Herrschaft wurde 1862 durch einen unblutigen Aufstand beendet. Ihm folgte Georg I., der am 30. März 1863 zum König von Griechenland gewählt wurde. [...]«1 Von 1913 bis zu seiner erzwungenen ersten Abdankung 1917 war Konstantin I. König. Ihm folgte Alexander. Von 1920 bis zu seinem Sturz 1922 war noch einmal Konstantin I. König. Mit Georg II. (1922 bis 1. Mai 1924) endete das Erste Königreich Griechenland. Griechenland wird Republik.

"Erste Republik"

Pavlos Kountouriotis (*1855; †1935) war von 1924 bis April 1926 und August 1926 bis 1929 Staatspäsident der neuen Griechischen Republik (zuvor Vizekönig).
Theodoros Pangalos (*1878; †1952) »[...] war 1922 einer der Hauptakteure der Militärrevolte, bei der der König Konstantin I. gestürzt wurde. Pangalos ergriff im Juni 1925 die Macht und setzte im Januar 1926 die Verfassung außer Kraft.[...] Der bisherige Präsident der Republik Pavlos Kountouriotis wurde im April 1926 von Pangalos gezwungen zurückzutreten und er ließ sich in einer Scheinwahl selbst zum Präsidenten wählen. Im August 1926 setzte Georgios Kondylis den Diktator in einem unblutigen Putsch ab. [...]« 2
Alexandros Zaimis war Staatsoberhaupt von 1929 bis 1935. Mit ihm endete die sogenannte "Erste Republik".

Ioannis Metaxas (*1871; †1941), ausgebildet an der preußischen Kriegsakademie in Berlin, wurde 1936 von König Georg II. zum Regierungschef und Außenminister ernannt. Er errichtete ein autoritär-antidemokratisches Regime ("Regime des 4. August"). »[...] Nur Georgios Papandreou [...] und die kommunistische Partei stellten sich offen gegen Metaxas. Sein "Neuer Staat" (Neon Kratos) stellte sich in Anlehnung an den deutschen Begriff des "Dritten Reichs" als "Dritte Griechische Zivilisation" dar. [...] Als Metaxas wenig später im Januar 1941 starb, hinterließ er ein Machtvakuum in Athen. Ab dem April 1941 griffen deutsche Truppen auf italienischer Seite in den Krieg ein und Griechenland wurde im Rahmen des Balkanfeldzugs von den Achsenmächten besetzt. [...]«3

Zweites Königreich Griechenland

Georg II. (1935 – 1. April 1947) -- durch Volksabstimmung zurückgerufen, 1941–46 im Exil
Paul (1. April 1947 – 6. März 1964)
Konstantin II. (6. März 1964 – 8. Dezember 1974) -- seit 1967 wegen der Militärdiktatur im Exil, Abschaffung der Monarchie 1974

Vizekönige:
Georgios Zoitakis (13. Dezember 1967 – 21. März 1972)
Georgios Papadopoulos (21. März 1972 – 1. Juni 1973)

"Zweite Republik"

Georgios Papadopoulos war von 1967 bis 1974 Chef der Obristen-Diktatur. In dieser Zeit kam es zu Massenverhaftungen vor allem linksgerichteter Oppositioneller. Sie wurden eingesperrt, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben, darunter der Komponist, Dichter und Politiker Mikis Theodorakis (*1925; im August 1967 von der Junta verhaftet; im Januar 1968 freigelassen; im August 1968 ins Bergdorf Zatouna verbannt; Ende 1969 schließlich ins Konzentrationslager Oropos überführt; eine internationale Solidaritätsbewegung bildete sich; am 13. April 1970 durfte Mikis Theodorakis ins Exil nach Frankreich gehen).
Von 1973 bis 1974 war Phaidon Gizikis Staatspräsident. Er rief Konstantinos Karamanlis aus seinem Pariser Exil zurück nach Griechenland.
Sein Nachfolger wurde von 1974 bis 1975 Michail Stasinopoulos (*1903; †2002).
Dem folgte Konstantin Tsatsos (*1899; †1987).
Konstantin[os] Karamanlis (*1907; †1998) war von 1980 bis 1985 und von 1990 bis 1995 Staatspräsident. In den Jahren 1974 bis 1980 war er Ministerpräsident (er vollzog den Übergang von der Diktatur zur Demokratie: die "politische Wende").
Christos Sartzetakis (*1929) war von 1985 bis 1990 Staatspräsident.
Konstantinos Stefanopoulos war von 1995 bis 2004 Staatspräsident.
Sein Nachfolger wurde 2005 Karolos Papoulias

1 de.wikipedia.org, Griechenland
2 de.wikipedia.org, Theodoros Pangalos
3 de.wikipedia.org, Ioannis Metaxas

Siehe auch: de.wikipedia.org, Liste der Herrscher von Griechenland

Gerade an der Person des Andreas Papandreou lassen sich elementare Grundzüge des politischen Systems und der politischen Kultur in Griechenland aufzeigen. Mit der PASOK, die aus der Widerstandsbewegung "Panhellenische Befreiungsbewegung" gegen die Militärdiktatur hervorgegangen war, hatte er eine für griechische Verhältnisse moderne und gut organisierte Partei geschaffen. Gleichzeitig aber hat Papandreou seine Partei wie ein Autokrat geführt, hat Opponenten massenweise aus ihren Reihen entfernt und den Personalismus in der griechischen Politik verfestigt. Einerseits hat er sich zu Oppositionszeiten durch niemanden in nationalistischen Attacken gegen die Türkei überbieten lassen, andererseits hat er Anfang 1988 den Weg nach Davos zum Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Özal gefunden und einen Dialog eingeleitet, der jedoch ohne greifbare Erfolge blieb.
Die griechische Wählerschaft erteilte Papandreou die erwartete Quittung. Die "Neue Demokratie" wurde unter Konstantin Mitsotakis (* 1918) stärkste Partei. Mitsotakis konnte Papandreou 1990 als Ministerpräsident ablösen. Bei den Parlamentswahlen 1993 gewann die PASOK jedoch wieder die absolute Mehrheit und Papandreou kehrte ins Amt des Regierungschefs zurück, das er 1996 aufgrund einer schweren Erkrankung niederlegen musste.

Sein Nachfolger wurde Konstantinos Simitis (* 1936), der nach dem Tode Papandreous auch die Führung der PASOK übernahm. Er führte die Partei bei vorgezogenen Wahlen 1996 wieder zur absoluten Mehrheit im Parlament, die bei den Wahlen im April 2000 verteidigt werden konnte. Das politische Hauptziel von Simitis war eine Reform der wirtschaftlichen Strukturen Griechenlands. In der Außenpolitik waren nach wie vor die Bindungen an den Westen bestimmend.
Von 2004 bis 2009 war Konstantinos Alexandrou Karamanlis Ministerpräsident.
Von 2009 bis 2011 war Giorgos Andrea Papandreou Premierminister des Landes. Er ist Enkel von Georgios Papandreou und Sohn von Andreas Papandreou.

1952 trat Griechenland der NATO bei. Zeitweise scherte es nach der türkischen Zyperninvasion 1974 aus der militärischen NATO-Struktur aus. 1981 wurde Griechenland Mitglied der EG. Im Mai 2000 stimmte das Europäische Parlament dem Beitritt Griechenlands zur Europäischen Währungsunion zum Januar 2001 zu.


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Hellenismus

Im Jahre 776 v. Chr. hielten die Hellenen, denen wir das Wort "Demokratie" verdanken, die ersten Olympischen Spiele ab. Sie betrachteten dieses Ereignis als zeitgeschichtlichen Ausgangspunkt und entwickelten von da an eine Zivilisation, die die heutige grundsätzlich beeinflusst hat. Viele der Werte, die unserer westlichen Kultur zu eigen sind, haben größtenteils ihren Ursprung in den Denkmodellen der Griechen.
Seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. breitete sich eine Vielzahl griechischer Stadtstaaten über den östlichen Mittelmeerraum aus, von denen jeder einzelne seine Eigenständigkeit streng verfolgte. Die Seewege gewährleisteten Mobilität, während die zerklüftete griechische Landschaft den Hang zur Unabhängigkeit förderte - beides beeinflusste die politische, soziale und kulturelle Entwicklung der griechischen Stadtstaaten.
Die Monarchie wich der Oligarchie (der Herrschaft Weniger), welche wiederum durch angesehene Alleinherrscher herausgefordert wurde. Diese "Tyrannen" brachen die Macht der alten aristokratischen Familien und ebneten den Weg für offene Regierungsformen, wie es sie zuerst in Athen im 6. Jahrhundert gab. Andere Staaten jedoch, besonders Sparta, hielten sich an das repressivere, oligarchische System.

Das "goldene Zeitalter"
Nach dem Zurückschlagen der Perser (490-479 v. Chr.) begann das goldene Zeitalter der Griechen mit einer außergewöhnlichen Blüte in den Bereichen Kunst, Architektur, Literatur und Philosophie. Athen, inzwischen Hauptstadt der Seemacht, war sowohl treibende Kraft dieser kulturellen Aktivitäten als auch der "Demokratie", der Volksherrschaft. Alle Bürger Athens nahmen an den exekutiven und legislativen Funktionen des Staates teil.
Alexander der Große (356-323 v. Chr.), dehnte seine Eroberungen bis jenseits des Indus aus. Als Schüler des Philosophen Aristoteles (384-322 v. Chr.) verbreitete er die hellenistisch-griechische Zivilisation soweit wie möglich und gründete mehr als 70 Städte.
Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde Griechenland von Rom eingenommen. Durch diese Eroberung breitete sich der griechische Einfluss jedoch weiter aus. Durch den Niedergang Roms im 5. Jahrhundert n. Chr. verlor der Westen eine Zeitlang den Kontakt zu seiner klassischen Quelle. Im Osten konnte das Byzantinische Reich mit Konstantinopel als Zentrum jedoch wichtige Elemente dieser Kultur erhalten und als Konstantinopel 1453 fiel, waren es griechische Ideen, die zur Entwicklung der europäischen Renaissance beitrugen - dem Grundstein des westlichen Humanismus.

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Santorini-Katze

Die Menschen

Über 10,6 Millionen Menschen leben heute in Griechenland. Infolge eines hohen Geburtenüberschusses hat sich die Einwohnerzahl seit 1940 um rund 25% erhöht. Dieser Bevölkerungszuwachs rief mehrere Auswanderungswellen hervor, die immer in enger Verbindung mit der konjunkturellen und politischen Entwicklung des Landes standen. Abgesehen von kleinen nationalen Minderheiten, wie Makedonier, Türken, Albaner und Bulgaren, besteht die Bevölkerung des Landes zu rund 99% aus Griechen. Trotz historisch bedingter regionaler Unterschiede und starker geografischer Zersplitterung haben die Griechen ihre kulturelle Identität bewahrt und ein starkes Nationalbewusstsein entwickelt. Dabei spielen Sprache und Religion eine wichtige Rolle.

Nahezu alle Griechen sprechen Neugriechisch, das sich aus dem Altgriechischen entwickelt hat. Sie gehören fast ausnahmelos der orthodoxen christlichen Kirche an, die als Staatskirche eine herausragende Stellung einnimmt. Ihr Einfluss im privaten wie auch im öffentlichen Leben ist ungebrochen, wenngleich sich mit fortschreitender Industrialisierung auch ein allmählicher Wertewandel vollzieht.

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Entwicklungen ab 2008

»[...] Schwere Unruhen:
Im Dezember 2008 brachen die schwersten Unruhen aus, die das Land in den letzten Jahrzehnten gesehen hatte. Auslöser war der Tod des 15-jährigen Schülers Alexis Grigoropoulos, der am 6.12.2008 von einem Polizisten im Athener Stadtteil Exarchia erschossen worden war.

Anders, als der Polizist anfänglich darstellte, gehörte der Jugendliche nicht zu einer Gruppe von Anarchisten, die kurz zuvor den Schützen und seinen Streifenkollegen angegriffen haben sollen. Nach den Aussagen von Augenzeugen schoss der Beamte gezielt auf eine Gruppe von Jugendlichen, die an dem Abend in dem Viertel unterwegs war. Beide Polizisten wurden in Untersuchungshaft genommen; am 12.6. wurden sie wegen Mordes bzw. Beihilfe zum Mord angeklagt. Am 11. Oktober 2010 wurde der Todesschütze zu lebenslanger Haft und der Mittäter zu zehnjähriger Haft verurteilt. Gegen dieses Urteil legten beide Berufung ein.
Nach Bekanntwerden der Nachricht vom Tod des Schülers brachen in Athen erste Unruhen aus, an denen anfangs vorwiegend die anarchistische Szene beteiligt war, sich bald aber auch Schüler und Studenten beteiligten. Allerdings beschränkte sich die Mehrheit auf friedliche Proteste. Die Unruhen griffen von der Hauptstadt rasch auf Saloniki und andere Universitätsstädte über. Fahrzeuge und Geschäfte wurden in Brand gesetzt, es kam zu Plünderungen. Auch Polizeistationen wurden angegriffen. Schulen und Universitäten wurden besetzt und Einrichtungen zerstört; viele Universitätsdozenten fanden ihre Dienstzimmer verwüstet und geplündert vor. In Athen wurde die Bibliothek der Juristischen Fakultät in Brand gesteckt. In zahlreichen Städten kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Unruhen und Ausschreitungen, die sich auf die Zentren der Städte, insbesondere in Athen und Saloniki, konzentrierten, hielten bis kurz vor Weihnachten an.



Giorgos Papaioannou, Vertreter des griechischen "Bündnis der Radikalen Linken" ("SY.RIZ.A.") und Mitglied der in diesem Bündnis mitarbeitenden marxistisch-leninistischen KOE.

Am 9.1.2009 kam es in Athen nach einer friedlichen Demonstration nochmals zu Zusammenstößen. Als Basis für die Aktionen dienten häufig die Universitäten. Ein Gesetz verbietet der Polizei, Universitätsgelände ohne vorherige Erlaubnis durch die Universitätsorgane zu betreten.
Nachdem einer der ihren die Unruhen ausgelöst hatte, hielt sich die Polizei auffällig zurück. Innenminister Prokopis Pavlopoulos erklärte, man habe keine weiteren Menschenleben riskieren wollen. Ministerpräsident Karamanlis versuchte die Lage zu entschärfen und bat am 16.12.2008 in einer Fernsehansprache um Entschuldigung für Versäumnisse, Fehler und Skandale seiner Regierung und räumte ein, die Skandale der letzten Jahre unterschätzt zu haben. Chronische Mängel des Staates hätten zu inakzeptablen Zuständen geführt. Die durch die Unruhen entstandenen Sachschäden wurden Mitte Dezember auf rd. 200 Mio. € geschätzt. [...]
Die Welle der Gewalt und Proteste, die im Dezember 2008 Griechenland heimsuchte, war zu einem nicht geringen Teil Ausdruck der Hilflosigkeit und Frustration einer Schüler- und Studentengeneration, die sich als Opfer eines maroden Bildungssystems sieht. [...] Mittlerweile absolvieren weit über 50% der Jahrgänge ein Hochschulstudium; die Zahl der derzeit an Hoch- und Fachhochschulen Eingeschriebenen beträgt ca. 500.000 (1960: 20.000). Seit den 1960er Jahren wurden 15 neue Universitäten gegründet, zugleich wurden die alten überfüllten Universitäten mit ihren Problemen allein gelassen. So leidet die größte Universität des Landes, die Aristoteles-Universität in Saloniki, an akutem Raummangel. Die Universitäten bilden oft am Arbeitsmarkt vorbei aus, was sich in einer hohen Akademikerarbeitslosigkeit niederschlägt. Gleichzeitig klagen Arbeitgeber, dass sie viele Stellen nicht oder nur mit Leuten, die nicht hinreichend qualifiziert sind, besetzen können. Dementsprechend hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit, die in der EU nur von Spanien noch übertroffen wird. [...]

Streiks und Blockaden:
Am 21.10.2008 führten die Gewerkschaften des staatlichen und des privaten Sektors einen ganztägigen Generalstreik durch, der sich gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung richtete, insbesondere gegen die Rentenreform, die eingeleitete Privatisierung der staatlichen Fluggesellschaft Olympic Airways und die reduzierten Sozialausgaben des Staates. Bei einer Demonstration in Athen wurde gefordert, den Mindestlohn auf 1400 € zu verdoppeln und die Änderungen im Rentensystem wieder rückgängig zu machen. Weitere Generalstreiks fanden am 10.12. und am 2.4.2009 statt.
Protestierende Bauern blockierten ab dem 20.1.2009 mit über 10.000 Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen ca. 70 Hauptverkehrsstraßen und die Grenzübergänge zu Bulgarien, Mazedonien und der Türkei. [...] Die Bauern forderten wegen sinkender Weltmarktpreise und EU-Subventionshilfen mehr staatliche Hilfen. [...]
Wirtschaft:
Am 7.10.2008 wurde die Erhöhung der Staatsgarantie für Bankeinlagen von 20.000 auf bis zu 100.000 € bekanntgegeben. Am 15.10. hieß es von Seiten der Regierung, man werde den Banksektor mit 28 Mrd. € unterstützen. Laut Wirtschafts- und Finanzminister Alogoskoufis seien die Banken zwar nicht stark von der Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen worden und kaum mit toxischen Finanzprodukten belastet, weil sie meist in regionalen Geschäften engagiert seien, sie müssten aber in die Lage versetzt werden, international konkurrenzfähig zu bleiben. Angesichts der hohen Staatsverschuldung wurden bis Dezember 2008 hohe Aufschläge auf die griechischen Staatsanleihen verzeichnet; der Anstieg der Zinsdifferenz im Vergleich zu bundesdeutschen Staatsanleihen verdreifachte sich bis Januar 2009 auf rd. 300 Basispunkte. Griechenlands wirtschaftliche Probleme resultieren nicht zuletzt aus der in den letzten Jahren zurückgegangenen Wettbewerbsfähigkeit. Die Produktivität bewegte sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Dies spiegelte sich 2008 auch in einem Leistungsbilanzdefizit von 12,7% des BIP wider. Die EU-Kommission prognostizierte in ihrem Frühjahrsgutachten für 2009 einen Rückgang des BIP um 0,9% und ein Haushaltsdefizit von 5,1% des BIP. Die Staatsschuld dürfte bis 2010 von 97,6% (2008) auf 108% steigen. Die Regierung kündigte im Frühjahr 2009 an, die Gehälter im Öffentlichen Dienst zum Teil einzufrieren und eine einmalige Sondersteuer für Besserverdienende zu erheben. [...]
Obwohl Griechenland weniger stark als andere Länder von der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen war, stellte die hohe Staatsverschuldung eine enorme Belastung für die wirtschaftliche Entwicklung dar. [...]«

Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 223 ff.

Kreditwürdigkeit Griechenlands herabgestuft

Die Ratingagenturen Fitch sowie Standard&Poor’s haben bereits im Dezember 2009 ihre Note für die Kreditwürdigkeit Griechenlands von "A-" auf "BBB+" gesenkt. Standard&Poor’s warnte zugleich davor, sie könne die Bonitätsnote weiter absenken.

4. Januar 2010: Die Regierung präsentiert ihr Sparprogramm.

»[...] ATHEN (dpa-AFX) - Auf die Griechen kommen harte Zeiten zu. Angesichts miserabler Finanzen und enormer Defizite will die Regierung in Athen an diesem Montag der EU ein vierjähriges Sparprogramm präsentieren. Ab 6. Januar sollen EU-Finanzexperten in Athen prüfen, ob diese Maßnahmen ausreichen. "In diesem Januar beginnt der Kampf um die Zukunft des Landes", kommentierte die linksliberale Athener Zeitung "Eleftherotypia" (Sonntag). Die Regierungen in Athen hatten in den vergangenen zehn Jahren die Defizite und die Schulden des Landes so schöngerechnet, dass das Defizit derzeit mit 12,7 Prozent zu Buche schlägt. Griechenland hat zudem mehr als 300 Milliarden Euro Schulden.
"Sollten die Athener Maßnahmen nicht die EU-Experten überzeugen, könnten noch härtere Vorgaben aus Brüssel kommen", berichtete die konservative Zeitung "Kathimerini" am Sonntag. Als erste Sparmaßnahme sollen die Gehälter im staatlichen Bereich um vier Prozent gekürzt werden, die Zahl der Beamten soll deutlich kleiner werden. Staatliche Betriebe sollen privatisiert werden. Der "Schock-Sparplan", wie die griechische Presse ihn nennt, sieht zudem eine höhere Immobiliensteuer und weitere indirekte Erhöhungen bei Tabak und Spirituosen vor. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, könnte der Mehrwertsteuersatz von derzeit 19 Prozent um einen Punkt erhöht werden, auch die Treibstoffsteuern kämen auf den Prüfstand. Im Dezember hatten Ratingagenturen davor gewarnt, dass Griechenland zahlungsunfähig werden könnte./tt/DP/he [...]«
Aus: finanzen.net, Athen präsentiert der EU Schock-Sparprogramm, 3.1.2010

»[...] Die Banken an der Wall Street und ihre jüngst schon wegen der Hypothekenkrise in Verruf geratenen Produktinnovationen kommen auch in der aktuellen Schuldenkrise von Griechenland unter Beschuss. Nach Medienberichten hat die New Yorker Bank Goldman Sachs der griechischen Regierung Anfang des Jahrzehnts mit Kreditderivaten dabei geholfen, das Ausmaß ihrer Schulden zu verschleiern und damit die Anforderungen der Europäischen Union zu umgehen.
Die Stabilitätskriterien des Vertrags von Maastricht schreiben seit 1999 unter anderem vor, dass das Defizit eines Euro-Landes 3 Prozent der Wirtschaftsleistung nicht übersteigen darf. [...]«
Aus: faz.net, Geschönte Haushaltsdefizite. Aufregung um Goldman und Griechenland, 16.2.2010.

Siehe auch:
meinpolitikblog.de, Nation unter Angriff – Griechenland – Illuminati Testland, 14.2.2010. »[...] Griechenland wird nun das Testgelände der Neuen Weltordnung sein! [...]«

Insider packt aus über Euro: "Das verrottete Herz Europas: Der schmutzige Krieg um Europas Geld", 20.2.2010. Interessant ist hier weniger das Werk des Insiders (Bernard Connolly] als vielmehr der Kommentar von "alexee" auf dieser Seite vom 20.2.2010. Hier nur ein kurzer Auszug: »[...] Die EU ist die stärkste Wirtschaftszone der Welt… noch vor den USA und China [...]. Der wirtschaftliche Einfluß Griechenlands auf die Union entspricht etwa dem des Bundestaats Ohio auf die USA. Tatsächlich ist die WIRTSCHAFTSKRAFT Griechenlands so niedrig, dass sie im großen und ganzen für die Stabilität des Euros KEINE Rolle spielt. Ihre Auswirkungen sind einzig und alleine psychologischer Natur… sie haben dem Euro vielleicht 10 Cent gegenüber dem Dollar gekostet… ein Umstand, über den wir eigentlich froh sein sollten, denn unsere Währung ist international eher zu stark als zu schwach. Die Griechen sind DANKBAR für die Währung, denn ohne den Euro wäre der Drachme heute besseres Klopapier und das ist ein FAKT! [...] Bernard Conolly arbeitet für AIG, einem der HAUPTSCHULDIGEN an der Finanzkrise. Der Spiegel bezeichnete AIG 2009 als "Die gefährlichste Firma der Welt" und veröffentlichte eine Titelgeschichte darüber, "Wie der amerikanische Versicherungskonzern AIG die Banken ins Risiko und die Finanzwelt fast in den Kollaps trieb". [...]«

Griechenland wird in eine bargeldlose Gesellschaft umgewandelt - Alles Schall und Rauch, 13.2.2010. Ab 1. Januar 2011 werden »[...] alle Zahlungen über 1.500 Euro in Bar dann verboten und müssen per Banküberweisung oder Kreditkarte durchgeführt werden. Unternehmen dürfen nur noch Rechnungen auf elektronischen Weg akzeptieren. Und es wird eine Amnestie für Denunzianten eingeführt. Diese Massnahmen werden mit der Bekämpfung der Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung begründet. [...]«
alles-schallundrauch.blogspot.com, Griechenland wird in eine bargeldlose Gesellschaft umgewandelt, 13.2.2010. »[...] Wenn die Bilderberger sich das Land für den Tagungsort ihres alljährlichen geheimen Treffens aussuchen, dann hat das sicher eine symbolische Bedeutung. Wo haben sie sich 2009 eingefunden? Im Mai in Vouliagmeni bei Athen Griechenland!!! [...]«

 muz-online.de: Auf dem Weg zu einer Neuen Weltordnung

In der Nacht zum 23. Februar 2010 hat eine massive Streikwelle Griechenland erfasst.

»[...] Seit Mitternacht sind sämtliche Flüge von und nach Griechenland wegen der Beteiligung der Fluglotsen ausgefallen. Auch die Fähren zu den griechischen Inseln und die Eisenbahn werden bestreikt. Die U-Bahnen und viele Buslinien in Athen und Thessaloniki fahren ebenfalls nicht. Geschlossen blieben auch alle staatlichen Behörden, die meisten Schulen und die Universitäten. Die Ärzte in öffentlichen Krankenhäusern behandeln nur Notfälle. Im Radio und Fernsehen gab es keine Nachrichtensendungen, da auch die Journalisten für 24 Stunden die Arbeit niederlegen. Der Streik richtet sich gegen das Sparprogramm der Regierung, die damit gegen die Staatsverschuldung ankämpft. [...] Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte auf die Streikankündigung mit dem Hinweis reagiert, er habe zwar "Verständnis dafür", es gebe aber einfach "kein Geld". Das harte Sparprogramm der sozialistischen Regierung sieht unter anderem einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst und Gehaltskürzungen für Beamte vor. Griechenland schuldet fast 300 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hat die griechischen Staatsfinanzen unter ihre ständige Aufsicht gestellt. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuern in den kommenden Wochen gilt als sicher. Drastisch erhöht wurden bereits die Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe. Damit will sie das Staatsdefizit von jetzt 12,7 Prozent in den kommenden drei Jahren auf die erlaubten drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken. [...]«
Aus: kurier.at, Griechenland ist von der Außenwelt abgeschnitten, 24.02.2010.

»[...] Staatsverschuldung ist am Siedepunkt und explodiert

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel hat vor der ausufernden Staatsverschuldung der Industrieländer gewarnt. Die Gesamtverschuldung der OECD Länder wird 100 Prozent vom BIP übersteigen, was noch nie in Friedenszeiten passiert ist. Drastische Massnahmen wären deshalb notwendig um dies einzudämmen. [...]
Die tickende Zeitbombe sieht man am besten aus Tabelle 1, über die fiskalische Situation jetzt und der zukünftigen Erwartung. Die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP in den Ländern wird 2011 im Vergleich zu 2007 wie folgt steigen:

- Österreich von 62 auf 82 Prozent, Deutschland von 65 auf 85 Prozent.
- Griechenland von 104 auf 130 Prozent, Italien von 112 auf 130 Prozent.
- USA von 62 auf 100 Prozent, Grossbritannien von 47 auf 94 Prozent.
- Und der Weltmeister ... Japan von 167 auf 204 Prozent!!!

[...] Länder wie die USA und UK werden fast 10 Prozent des BIP für Zinsen zahlen müssen. Wenn man sich die Zahlen für 2011 anschaut, dann wird kein EU-Land die Maastricht-Kriterien von 3 Prozent einhalten können, KEIN EINZIGES! Alle sind mit dem doppelten oder dreifachem drüber, am schlimmsten Grossbritannien mit 12,5 Prozent. [...]
Die Karre ist so im Dreck, egal was die Staaten machen, es ist falsch. Wenn sie weiter diese Verschuldung betreiben und sogar noch ausweiten, um alle Löcher zu stopfen und Versprechungen zu erfüllen, dann wird eine Inflation oder Hyperinflation nicht zu vermeiden sein. Das Geld ist nichts mehr wert, alle Ersparnisse und Altersrücklagen verschwinden, die Menschen werden verarmen. [...]
Als Reaktion auf die EU-Hilfsaktion ziehen sich die Banken aus Griechenland zurück, denn dadurch ist jetzt offiziell bestätigt, das Land ist bankrott ... ja ist doch klar, wenn sie diese Hilfe benötigen.
Angesichts der Verunsicherung über die finanzielle Stabilität Griechenlands gehen europäische Banken auf Nummer sicher. Einige Häuser haben begonnen, ihre Kreditlinien für griechische Institute zurückzufahren. Die Situation der griechischen Banken in den kommenden Tagen wird sich noch verschlechtern. Dies gilt trotz des nun fest vereinbarten Hilfsprogramms der Euro-Länder für den Notfall.
Die BIZ hat heute die Liste der Gläubigerbanken Griechenlands veröffentlicht. Französische Institute stehen an erster Stelle, mit 76 Milliarden Dollar, dann die Schweizer Banken mit 64 Milliarden und die Deutschen mit 43 Milliarden. Die Banken reduzieren ihren Bestand an griechischen Staatsanleihen und begrenzen ihre Geschäftsbeziehungen mit Instituten des Landes. Es ist also nichts gelöst, es wird nur schlimmer. Jetzt dreht man Griechenland erst recht den Geldhahn zu. [...]«
Zitat: alles-schallundrauch.blogspot.com, 12. April 2010

»[...] Das hochverschuldete Griechenland hatte am Freitag (23.4.2010, Anm. Verf.) die EU und den Internationalen Währungsfonds (IWF) gebeten, die bereits vereinbarten Hilfen zu aktivieren. Innerhalb eines Jahres soll sich Griechenland bei der EU bis zu 30 Milliarden Euro leihen können, wovon 8,4 Milliarden Euro auf Deutschland entfielen. Hinzu kämen IWF-Hilfen von bis zu 15 Milliarden Euro.[...]«
Aus: tagesschau.de, Schwarz-Gelb streitet über griechischen Rettungsappell, 24.4.2010

»[...] Die Hilfe für die hoch verschuldeten Griechen wird immer teurer. Bis 2015 braucht Griechenland 230 Milliarden Euro – davon müsste Deutschland gut ein Viertel zahlen.[...]«
Aus: welt.de, Griechenland wird zum Fass ohne Boden, 24.4.2010

Kreditwürdigkeit erneut herabgesetzt

Am 27. April 2010 setzte Standard&Poor’s Griechenlands Kreditwürdigkeit auf BB+ herab.

Zur EURO-Krise: alles-schallundrauch.blogspot.com, Der gezielte Angriff der Finanzkiller auf den Euro, 29.04.2010. Quelle hierzu: Wall Street Journal, Hedge Funds Try 'Career Trade' Against Euro, 26.04.2010.

Hilfsmaßnahmen beschlossen

»[...] Die Länder der Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds (IWF) unterstützen Griechenland in den nächsten drei Jahren mit Krediten über 110 Milliarden Euro. Davon hat die Eurogruppe den Griechen 80 Milliarden Euro zugesichert, von denen Deutschland 22,4 Milliarden Euro finanziert. Der IWF steuert zu dem Rettungspaket 30 Milliarden Euro bei. [...]«
Aus: tagesschau.de

»[...] Die Staaten der Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben ihre gemeinsamen Beistandskredite über 110 Milliarden Euro mit der Bedingung weiterer Sparmaßnahmen in Griechenland verknüpft. [...]«
Aus: tagesschau.de, 05.05.2010

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Generalstreik

Gegen die von der griechischen Regierung in Kraft zu setzenden Sparmaßnahmen, haben am Mittwoch, 5. Mai 2010, bis zu 200.000 Menschen protestiert. Parallel zu den Protestaktionen, fand ein 24-stündiger Generalstreik statt.
Unterdessen rutschte der EURO im Börsenhandel auf unter 1,30 EUR (zu 1,00 USD) ab. Die Ankündigung der Rating-Agentur "Moody's", Portugals Kreditwürdigkeit um mindestens zwei Stufen herabzusetzen, ließ den EURO weiter an Wert verlieren.
Siehe auch: alles-schallundrauch.blogspot.com, 05.05.2010

Euro-Rettungspaket

Um einem weiteren Verfall des EUROs und möglichen Staatspleiten entgegenzuwirken, entschieden die EU-Staaten ein Rettungspaket, das Kredite über bis zu 750 Milliarden Euro als mögliche Hilfen für angeschlagene Länder vorsieht. Der Anteil Deutschlands für Kreditgarantien beliefe sich dabei auf bis zu 148 Milliarden Euro.
Siehe: tagesschau.de, 21.05.2010

Weitere gefährdete Länder sind derzeit Rumänien, Portugal aber auch Spanien als viertgrößtes Land der Eurozone.

Tagungsort für das Bilderberger-Treffen 2010 ist ► Spanien (Sitges) (3. bis 9. Juni).
Siehe hierzu: alles-schallundrauch.blogspot.com, Bericht über den Tagungsort der Bilderberger, 26. Mai 2010. Themen sind: Griechenland, die EURO-Krise, die Rolle des IWF bei der Krisenregulierung europäischer Staaten sowie das weitere Vorgehen gegen Iran. Siehe auch: americanfreepress.net, James P. Tucker.

Die offizielle Teinehmerliste des Bilderberger-Treffens 2010

Moody's stuft Kreditwürdigkeit Griechenlands herab

Die Ratingagentur Moody's hat am 14. Juni 2010 die Kreditwürdigkeit Griechenlands um vier Stufen zurückgestuft: von "A3" auf "Ba1". Begründet wird dieser Schritt u.a. damit, dass von den Bedingungen für die milliardenschweren Kreditpakete der EU und des IWF große Risiken ausgingen. Griechenland sei nun gezwungen, ein strenges Sparprogramm durchzusetzen - und das ist eben nicht gut für die Konjunktur... Aha... und das nur wenige Tage nach dem Bilderberg-Treffen in Sitges... Die Entscheidung von Moody's wurde von Athen zumindest kritisiert, doch an der Abwärtsbewegung an den Börsen und des Euros konnte das nichts ändern. Schaun wir mal, was als nächstes kommt. Es steht ja das G8- und G20-Treffen in Huntsville, 225 Kilometer nördlich von Toronto ( Kanada), am 26./27. Juni an.
Siehe auch: www.tagesschau.de, 14. Juni 2010

»Absturz der griechischen Wirtschaft. Erst Depression, dann Explosion

Geschäfte machen dicht, die Arbeitslosigkeit klettert mancherorts auf bis zu 70 Prozent: In Griechenland wird erst jetzt das ganze Ausmaß der Krise sichtbar. Das radikale Sparpaket der Regierung stürzt die Wirtschaft in eine tiefe Rezession [...] Der Sparkurs beeinflusst mittlerweile das gesamte Wirtschaftsleben. Die Kaufkraft sinkt, der Konsum bricht ein, die Zahl der Insolvenzen und der Arbeitslosen steigt. [...] Das ganze Land steckt in einer Depression. [...]«
Zitat: www.spiegel.de, 18.08.2010

März 2011: Weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit

Griechenland kommt nicht zur Ruhe ! Die Wirtschaft lahmt und kommt nicht in die Gänge. Das Sparprogramm der Regierung provoziert immer wieder zu intensiven Streiks und lässt die griechische Bevölkerung weiter verarmen. Eine Besserung der Lage ist nicht in Sicht.
Anfang März hat die Ratingagentur Moody’s die Kreditwürdigkeit Griechenland schließlich um drei Noten von "Ba1" auf "B1" herabgestuft. Aufgrund der anhaltenden negativen Stimmung im Land, dürfte es mittelfristig zu weiteren Herabstufungen kommen.

Mai 2011: Standard & Poor's setzt die Kreditwürdigkeit Griechenlands um weitere 2 Stufen auf "B" herab.

»[...] Griechische Staatsanleihen sind damit nur noch zwei Stufen von einer Bewertung als "extrem spekulative" Anlage mit substanziellem Ausfallrisiko entfernt. Die Ratingagentur drohte weitere Herabstufungen an. [...] Das Mittelmeerland hat bereits Schulden in Höhe von 330 Milliarden Euro angehäuft. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet damit, dass der Schuldenberg bis 2013 auf 160 Prozent der Jahres-Wirtschaftsleistung (BIP) wächst. [...]«
Zitiert aus: www.tagesschau.de, Glaube an Griechenlands Bonität schwindet, 9. Mai 2011

Die Antwort auf ein weiteres "Sparpaket" ist klar: GENERALSTREIK.

Mir hat kürzlich ein junger griechischer Student erzählt, dass Griechenland ein total korrupter Staat sei. Bestechungsgelder würden ständig an Staatsbedienstete und Unternehmer gezahlt werden (laut Transparency International haben die griechischen Haushalte 2009 insgesamt 787 Millionen Euro an Bestechungsgeld gezahlt: »[...] 462 Millionen Euro an Staatsdiener, 325 Millionen Euro im privaten Sektor. [...]«), Vetternwirtschaft sei selbstverständlich und die Elite des Landes sei überhaupt nicht bereit, sich an der Gesundung des Landes zu beteiligen - im Gegenteil ! Die von der Regierung ausgegebenen Sparpakete - letztendlich kleine Tropfen auf dem heißen Stein angesichts des Schuldenberges - würden das Land nur weiter lähmen, da diese ausschließlich die Leute treffen, die ohnehin schon am wenigsten haben.
Die Elite des Landes würde selbst Vorschlägen zustimmen, ein paar Inseln zu verkaufen - von 3054 Inseln sind nur 87 bewohnt. Die Elite des Landes würde selbst das ganze Volk verkaufen - was ja bereits geschieht - und würde sich daran noch bereichern. Trost: Die Elite anderer Länder ist nicht besser.

Typisch Bild-Zeitung im Oktober 2010: www.bild.de, Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen ... und die Akropolis gleich mit! 27.10.2010
www.wienerzeitung.at, Griechenland hängt zwar angeschlagen in den Seilen – doch den reichsten Griechen geht es blendend, 5. Juli 2010
www.blick.ch, Die reichsten Clans bunkern ihre Vermögen in der Schweiz, 09.05.2010

»[...] Die Handelsflotte der Griechen ist die wichtigste der Welt: 16 Prozent der Tonnagen stehen unter hellenischer Kontrolle. [...] Der Gütertransport auf hoher See ist nach dem Tourismus der zweitgrößte Wirtschaftszweig des strukturschwächsten Mitglieds der Eurozone. [...]«
Zitat: diepresse.com, Reiche Reeder: Athen am Boden, Party an Bord, 11.06.2011

Der Ausverkauf beginnt

23. Mai 2011: Um den Patienten zu heilen, wird ihm sein Blut abgesaugt. Ergebnis: Patient tot. Ärzte: "Dafür sind wir nicht verantwortlich..."
Genau dies geschieht gerade mit Griechenland. Da das Land dringend auf neue Finanzhilfen angewiesen ist und die Geldgeber Bedingungen stellen, will die griechische Regierung nun unter dem Druck von EU und IWF alles an Staatsbesitz verkaufen, »[...] was sich irgendwie zu Geld machen lässt: Postbank, die staatliche Telefongesellschaft, die Mautrechte für die Autobahnen und sogar die zwei größten Häfen des Landes. [...] Zudem sollen durch Privatisierungen und den Verkauf von Staatsimmobilien [...]« weitere Milliarden Euro eingenommen werden. Auf dem Verkaufszettel stehen auch Teile der Wasser- und Energieversorgung sowie der Flughafen Athen und andere kleine Flughäfen.

Was den Griechen wohl bleibt sind ihre Inseln, die nach aktuellem Stand weder verpfändet noch verkauft werden sollen. Immerhin ! Ansonsten wird den Griechen das Blut abgesaugt. Am Ende wird ihnen nichts mehr bleiben - außer eben besagte Inseln. Ohne sich noch selbst versorgen zu können, werden sie zu hoch verschuldeten, verarmten Bittstellern, zu Sklaven degradiert, die vom guten Willen ihrer Geldgeber, ihrer Ernährer, abhängig sein werden. Griechen, wollt ihr das wirklich ??? Wann merkt ihr, dass ihr auf dem falschen Weg seit, die falschen Wertvorstellungen habt und den falschen Führern vertraut ???

Zitat: www.sueddeutsche.de, Griechenland beschließt neues Sparpaket. Athener Ausverkauf. 23.05.2011

Siehe auch:
www.n24.de, Griechenland beginnt mit Ausverkauf, 23.05.2011

Attac: Griechenland zur Plünderung freigegeben

»[...] Attac und der Verein "Gemeingut in BürgerInnenhand" (GiB) haben einen sofortigen Stopp der Privatisierungsvorhaben für Griechenland gefordert. Stattdessen verlangten sie die vollständige Offenlegung aller im Zusammenhang mit Privatisierungen stehenden Verträge und die öffentliche Überprüfung aller griechischen Staatsschulden (Audit). [...] Purer Wahnsinn ist das Vorhaben, in Griechenland einen Privatisierungsfonds nach Vorbild der deutschen Treuhandgesellschaft einzurichten. Die Treuhand ist das Paradebeispiel für die Verschleuderung von Volksvermögen und einen beispiellosen Betrug an den Steuerzahlerinnen und -zahlern. Wer die Treuhand zum Vorbild erklärt, will Griechenland nicht retten, sondern zur Plünderung freigeben. Dass dieser Prozess schon im Gange ist, zeigt auch die steigende Kapitalflucht aus Griechenland. [...] Die wahnwitzige Privatisierungswelle entbehrt jeglicher demokratischer Legitimation. Wie der Sozialkahlschlag, der viele Menschen in Griechenland und anderen europäischen Ländern in Armut stürzt, ist sie das Resultat der neoliberalen Krisenpolitik von Europäischer Union, Europäischer Zentralbank und dem Internationalen Währungsfonds. [...]«
Zitiert aus: www.attac.de, Griechenland zur Plünderung freigegeben, 25. Mai 2005

Siehe auch: www.labournet.de, Privatisierung und Widerstand. Der geplünderte Staat

»[...] Premierminister Giorgos Papandreou: Der Regierungschef soll durch Insiderhandel ein Vermögen mit der griechischen Misere gemacht haben.

Konkret geht es um bis zu 22 Milliarden Euro, die in der für ihre Diskretion bekannten Schweiz gebunkert sein sollen in Form von sogenannten CDS (Credit Default Swaps).
Mit dem Fall der Investmentbank Lehman Brothers kamen Kreditausfallsversicherungen in aller Munde. Ökonomen bezeichneten sie gar als Massenvernichtungswaffen. Sollte ein mit CDS besicherter Kredit ausfallen, erhält der Besitzer der Papiere Geld. So können Gläubiger sich und ihr Vermögen einerseits absichern, andererseits kann der Konkurs eines Betriebes so aber auch zu einem lukrativen Geschäft werden. Eine gefährliche Pervertierung wirtschaftlicher Zusammenhänge.[...]«
Zitiert aus: www.unzensuriert.at, Griechenland: Spekuliert der Premier gegen sein eigenes Land? 2. Juni 2011

Premierminister Giorgos Papandreou wird des "Insiderhandels" verdächtigt

»[...] Anscheinend hat die griechische Regierung für 1,3 Mrd. Dollar CDS an ihre Postbank verkauft und im ungünstigsten Moment an eine Firma (IJ Partners; Anm. muz-online.de) weiter verkauft. Es profitieren Freunde und Verwandte des Ministerpräsidenten Papandreou !!!! [...]
Jetzt zur Firma IJ Partners zurück, die [...] im Dezember (2009; Anm. muz-online.de) (als offiziell noch niemand die Kreditwürdigkeit GR bezweifelt) die CDS Papiere zum Kaufpreis von 1,3 Mrd von der Postbank übernimmt. Die Firma (IJ Partners; Anm. muz-online.de) hat 3 Geschäftsführer. Präsident ist Theodor Margellos und Vize Jose-Maria-Figueres (beide waren auch schon in Skandale aus früheren Geschäftstätigkjeiten verwickelt in Yugoslawien und Costa Rica) und eine Frau Miranda Xafa (IWF Ökonomin und aktuell IWF Beraterin!!!) Herr Margellos ist dazu noch Board-Member in einer NGO zusammen mit dem Bruder von Ministerpräsident Georgios Papandreou , ein Kerl namens Andreas Papandreaou (das ist die entscheidende Verbindung zum Ministerpräsidenten, die ganz klar auf ein übles Insidergeschäft hindeutet!!!!).
Natürlich wusste er als Premierminister über den gigantischen Schuldenberg seines Landes bescheid als er das Amt übernahm. Hinter den Kulissen liefen bereits Verhandlungen für das 110 Milliarden Dollar Rettungspaket der EU und des IWF. Somit besaß er die entscheidenden Insider-Information und konnte deshalb im Voraus sehen, wie die CDS in Wert steigen würden, wenn die Kreditwürdigkeit des Landes sinkt. [...]«
Zitiert aus: tuisto.wordpress.com, Papandreou ist ein bezahlter Broker der internationalen Spekulanten, 2. Juni 2011

"Wutbürger" (Οργή πολιτών) fordern: Austritt aus der Euro-Zone, Rückkehr zur Drachme, Nichtanerkennung der Staatsschulden

Die "Wutbürger", eine Bewegung die mittlerweile mindestens 10.000 Sympathisanten zählt, kämpfen mit »[...] Ungehorsam und handgreiflichen Aktionen gegen den Sparkurs der Regierung. Sie legen Ticketautomaten lahm, manipulieren private Mautstellen - denn für sie geht es um die Existenz. [...]«
Die "Lösung" der griechischen Schuldenkrise scheint für viele Griechen einfach zu sein: (1) Austritt aus der Euro-Zone, (2) Rückkehr zur Drachme, (3) Nichtanerkennung der Staatsschulden. Die desaströsen Staatsschulden seien, so die Meinung vieler, "keine Schulden des griechischen Volkes" sondern »[...] "Schulden, von denen auch Deutschland profitiert hat" - zum Beispiel durch Waffenexporte nach Athen. [...]«
Zitate: www.spiegel.de, 22.05.2011

14. Juni 2011: Weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit

Die Ratingagentur Standard & Poor's stufte die Bonität Griechenlands von B auf CCC herab.

15. Juni 2011: Generalstreik

»[...] Ein 24-stündiger Generalstreik gegen den Sparkurs der griechischen Regierung hat am Mittwoch weite Teile des öffentlichen Lebens lahmgelegt. Busse, Bahnen und Schiffe fuhren nicht, Krankenhäuser erhielten nur einen Notdienst aufrecht. Im Zentrum der Hauptstadt Athen versammelten sich rund 20.000 Menschen zu einer Protestaktion. [...]«
Zitiert aus: www.focus.de, Öffentliches Leben in Griechenland lahmgelegt, 15. Juni 2011

Sparpaket wird Griechen als "alternativlos" verkauft.
Immer mehr Griechen erkennen, »[...] dass die "Hilfe" aus den EU-Ländern nicht ihnen gilt, sondern den Banken, die sich verzockt haben und nun darum fürchten, dass die von ihnen vergebenen Kredite und die darauf zu zahlenden Zinsen nicht mehr bedient werden können. Die griechische Regierung hat nur die Wahl, entweder eine geordnete Staatsinsolvenz durchzuführen oder die Kreditzahlungen an die Banken durch Ausplünderungen des Volkes zu gewährleisten. Im ersten Fall würde sie auf einen massiven außenpolitischen Widerstand stoßen, da eine Staatsinsolvenz mit dem Austritt aus der Euro-Zone verbunden sein könnte und die Position der EU insgesamt schwächen würde. Im zweiten Fall würde sie auf massiven innenpolitischen Widerstand stoßen und dürfte kaum in eine neue Amtszeit gewählt werden.
Mehr Aussichten auf Erfolg bei kommenden Wahlen in Griechenland dürften Politiker haben, die wie Ex-Linken Chef Oskar Lafontaine kürzlich in einer Rede die einfache Wahrheit aussprechen:
"Im Moment haben wir doch keine Rettung Griechenlands, wir haben auch keine Rettung Portugals, wir haben wiederum eine Rettung der Banken, die den Leuten hier verkauft wird als Rettung der faulen Griechen oder der unvollkommenen Portugiesen."[...]«

Zitiert aus: www.hintergrund.de, Griechenlands Regierung verkauft neoliberale Radikalkur als "alternativlos", 7. Juni 2011

Proteste gegen Sparmaßnahmen

»[...] Am Rande der grössten Protestaktion gegen den staatlichen Sparkurs wurden bei Zusammenstössen zwischen hunderten Demonstranten und der Polizei mindestens zehn Menschen verletzt. [...] Auf dem zentralen Syntagma-Platz in der Hauptstadt warfen Jugendliche Brandbomben und Steine und zertrümmerten die Fensterscheiben eines Luxushotels. Die Polizei setzte Tränengas ein. Mülleimer standen in Brand, Tische und Stühle umliegender Cafés lagen auf der Strasse.
Die Menge forderte auf dem Syntagma-Platz in Sprechchören den Rücktritt der Regierung von Ministerpräsident Giorgos Papandreou. [...]
"Was sollen wir machen?", sagte die Krankenschwester Dimitra Nteli, die mit ihrer Tochter an der Demonstration teilnahm. "Wir müssen kämpfen, für unsere Kinder und für uns. Ich verdiene nach 25 Berufsjahren 1100 Euro im Monat. Jetzt wird mein Gehalt auf 900 Euro fallen. Wie sollen wir davon leben?"
Ntelis 26-jährige Tochter Christina sagte, sie bemühe sich wegen der schlechten Aussichten in Griechenland nun um einen Studienplatz im Ausland. "Ich habe hier keine Arbeit. Es gibt keine Perspektive." Der Generalsekretär der Gewerkschaft ADEDY, Ilias Iliopoulos, sagte, von dem wenigen, was den Arbeitern geblieben sei, wolle die Regierung noch mehr streichen. [...]«
Zitiert aus: www.20min.ch, Aufstand gegen Einschnitte. Das griechische Volk ist wütend. 15. Juni 2011

Um Griechenland nachhaltig vor einer Pleite zu retten, sollte nach Meinung eines niederländischen EZB-Ratsmitglieds der EU-Rettungsschirm verdoppelt werden: auf sage und schreibe 1,5 Billionen Euro - 1500 Milliarden, die 1,5 Millionen Menschen zu Millionären machen könnten.

Siehe auch: www.infokriegernews.de, 16. Juni 2011

Streit zwischen Frankreich und Deutschland:

Deutschland fordert als Bedingung für weitere "Hilfen" aus dem EU-"Rettungsschirm" die Beteiligung von griechischen Privatinvestoren (Banken etc.). Gedacht ist dabei an einer Beteiligung von mindestens 30 Prozent, ein weiteres Drittel soll von der EU und IWF kommen, die restlichen 30 Prozent muss Griechenland selbst aufbringen durch z.B. Privatisierungen.
Frankreich blockiert den deutschen Vorschlag, weil französische Banken sehr viele griechische Staatsanleihen gezeichnet haben. Die Banken dürfen natürlich nicht gefährdet werden. Frankreich gerät wegen der Griechenland-Krise nun selbst unter Beschuss seitens der Rating-Agentur Moody's.
www.jilnik.com, 16. Juni 2011

Schließlich haben sich die französische und die deutsche Regierung auf einen Kompromiss geeinigt: Die Beteiligung privater Gläubiger an der Sanierung der griechischen Staatsfinanzen solle nun auf freiwilliger Basis erfolgen.

Deutlicher gehts nimmer ! Wem dienen also all die Sparpakete: den Banken.

Siehe www.tagesschau.de, Privatgläubiger sollen sich beteiligen - freiwillig , 17.06.2011

29./30. Juni 2011: Sparpaket wurde vom Parlament beschlossen

Das griechische Parlament hat am 29. Juni das von IWF, EZB und EU geforderte Sparprogramm bewilligt und am 30. Juni die zur Durchführung erforderlichen Einzelgesetze beschlossen. Hierbei geht es um ein Sparvolumen in Höhe von 78 Milliarden Euro. Das Paket sieht Leistungskürzungen, Steuererhöhungen (28 Mrd. €) und Privatisierungen (50 Mrd. €) vor.
Mit der Zustimmung zum Sparprogramm ist der Weg nun frei für die fünfte Überweisung aus dem 110-Mrd.-Euro-Rettungstopf für Griechenland. 12 Mrd. € sollen vorerst die Pleite des Staates abwenden.
Zehntausende griechische Bürger wollen sich mit weiteren Sparmaßnahmen und einer weiteren Verschlechterung ihrer Lebensqualität nicht abfinden. Mittlerweile eskaliert die Gewalt in Athen.

27. Juli 2011: Weitere Herabstufung der Kreditwürdigkeit

»Die Ratingagentur Standard & Poor's hat die Kreditwürdigkeit des hochverschuldeten Griechenlands weiter herabgestuft. Sie senkte ihre Note für die griechische Bonität um zwei Stufen auf "CC".
Die S&P-Definition für "CC" lautet "currently highly vulnerable" (auf Deutsch: "aktuell sehr gefährdet"). Unterhalb dieses Ratings liegen noch die Stufen "C"und "D", die für Zahlungsausfall steht. Den Ausblick für die Kreditwürdigkeit Griechenlands bewertete S&P erneut mit "negativ". Damit drohen dem Land weitere Abstufungen. [...]«
Zitiert aus: www.tagesschau.de, S&P stuft Griechenland weiter herab, 27.07.2011

Wem gehören die Rating-Agenturen ?

Die drei großen angelsächsischen Rating-Agenturen "Standard & Poors", "Moody's" und "Fitch" gehören »[...] zu einer Finanzoligarchie bestehend aus einzelnen Banken, Trusts, Hedge-Fonds und Politikern, die gemeinsam so viel Macht besitzen, um die Märkte entscheidend beeinflussen und davon profitieren zu können.[...]«
Zitat: BOERSENMAGAZIN am 19.07.2011, siehe YouTube-Video

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21. September 2011: Weitere drastische Sparmaßnahmen angekündigt.

»[...] Unter dem Druck der internationalen Kreditgeber hatte die Regierung am Mittwochabend weitere Sparmaßnahmen angekündigt.[...]«
Zu den Maßnahmen gehören:
  • Renten von mehr als 1200 Euro pro Monat werden um 20 Prozent gekürzt
  • Rentner, die jünger sind als 55 Jahre, erhalten 40 Prozent weniger, wenn sie mehr als 1000 Euro erhalten.
  • das steuerfreie Mindesteinkommen sinkt von 8000 Euro auf 5000 Euro pro Jahr
  • 30 000 statt wie bisher geplant 20 000 Beschäftigte im öffentlichen Dienst werden bis Ende 2011 mit 60 Prozent ihres Grundeinkommens in Kurzarbeit geschickt.
»[...] Unmittelbar nach Bekanntgabe der Pläne waren in Athen Demonstranten auf die Straße gegangen.
Mit der Verschärfung der Sparmaßnahmen für 2011 und 2012 will die Regierung die Auflagen der sogenannten Troika aus EU-Kommission, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) für die Auszahlung der nächsten Kredittranche von acht Milliarden Euro erfüllen.[...]«
Zitate: www.focus.de, Proteste gegen Sparpaket - Streiks stürzen Athen ins Chaos, 22.09.11

22. September 2011: Moody's stuft acht griechische Banken herab

»[...] Am Freitag hat die Ratingagentur Moody's die Kreditwürdigkeit von acht griechischen Banken um zwei Stufen gesenkt. Die Nationalbank von Griechenland, EFG Eurobank Ergasias, Alpha Bank, Piräus Bank, Landwirtschaftsbank von Griechenland und Attika-Bank wurden von B3 auf CAA2 abgewertet. Emporiki Bank und General Bank wurden von B1 auf B3 herabgestuft. Als Begründung nannte Moody's die schwache Wirtschaft Griechenlands und sinkende Einlagen bei den Instituten. Die griechische Wirtschaft steckt in einer tiefen Rezession, die Kritikern zufolge vom Sparkurs der Regierung verschärft wird. Griechenland kann nur mit internationalen Hilfen eine Zahlungsunfähigkeit verhindern. [...]«
Zitat: www.faz.net, EZB-Mitglied hält Pleite für möglich, 23.09.11

27. Oktober 2011: Schuldenerlass

Am 27. Oktober 2011 wurde auf dem EU-Gipfeltreffen beschlossen, dass die privaten Gläubiger Griechenland 50 Prozent seiner Schulden erlassen werden. Der Anteil der privaten Gläubiger (Banken, Versicherungen und andere private Gläubiger) an Griechenlands Schulden von insgesamt ca. 363 Mrd. EURO beträgt etwa zwei Drittel, also rund 240 Mrd. EURO.
Mit einem Erlass von 50 Prozent, also rund 120 Mrd. EURO, wird Griechenland nicht sonderlich geholfen sein. Die Staatsschulden würden vielleicht im verabredeten Zeitraum bis 2020 (!!!) von ca. 170 Prozent auf ca. 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts sinken. Sie liegen damit aber immer noch weit oberhalb der Maastricht-Obergrenze von 60 Prozent und sogar weit oberhalb des EU-Durchschnitts (ohne Griechenland) von 80 Prozent. Das Ergebnis des Gipfeltreffens der breiten Masse als Rettung Griechenlands und des Euros zu präsentieren ist ein schlechter Witz!
Vgl. www.focus.de, 50 Prozent reichen nicht, 24.10.2011
Siehe auch:
www.tagesschau.de, Euro-Staaten einig mit Banken, 27.10.2011
alles-schallundrauch.blogspot.com, Die tickende Zeitbombe wurde nicht entschärft, 27.10.2011

1. November 2011: Militärputsch abgewendet ?

Nur wenige Tage nachdem der Schuldenerlass auf dem EU-Gipfel beschlossen worden war, überraschte der griechische Ministerpräsident die EU und die internationalen Finanzmärkte mit der Ansage, über die Beschlüsse des EU-Gipfels und den damit verbundenen Sparauflagen eine Volksabstimmung durchführen zu lassen. Fast zeitgleich wurde die gesamte oberste Militärführung entlassen, die dann durch NATO-treue Offiziere ersetzt wurde, wie bei alles-schallundrauch.blogspot.com zu lesen ist. Das Militär verfolgte anscheinend seit Längerem den Plan, gegen Papandreou zu putschen. Mit der Ankündigung, ein Referendum gegen die Sparmaßnahmen durchführen zu lassen, hat Papandreou möglicherweise einen Putsch abgewendet, der Gerüchten zufolge, während des G20-Gipfels in Cannes Anfang November durchgeführt werden sollte.

4. November 2011: Referendum vom Tisch

Drei Tage später ist das von Papandreou angekündigte Referendum zu den Sparmaßnahmen nicht länger aktuell. Nun, ein drohender Militärputsch konnte ja verhindert werden, indem die Militärführung ausgetauscht wurde, und Gespräche über eine neue Regierung der "Nationalen Einheit" mit der konservativen Nea Dimokratia signalisieren Veränderung hin zu parlamentarischer Stabilität. Außerdem gibt es ja noch die EU, allen voran Deutschland und Frankreich, die weitere Geldtransfers aus dem EU-Rettungstopf von einer Zustimmung zu den EU-Sparbeschlüssen abhängig machten. Also wurde Griechenland auch noch von der EU erpresst: Mehr Geld gibt es nur, wenn das Volk für die Sparbeschlüsse stimmt. Das ist Demokratie á la Brüssel.

10. November 2011: Lukas Papademos wird neuer Ministerpräsident der Übergangsregierung

»[...] Der frühere EZB-Vizepräsident Lukas Papademos soll die neue griechische Übergangsregierung bilden. Papademos wurde am Mittag mit der Nachfolge des zurückgetretenen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou beauftragt. Die neue Regierung soll schon Freitagmittag vereidigt werden. [...] Zuvor hatte Ministerpräsident Papandreou am Abend in einer TV-Ansprache formell seinen Rücktritt erklärt. [...]«
www.tagesschau.de, Papademos wird Ministerpräsident, 10.11.2011

Loukas Papadimos (* 11. Oktober 1947 in Athen) ging nach seinem Abitur 1966 zum Studium in die USA. Dort erwarb er den Bachelor in Physik, einen Master in Elektrotechnik und einen Doktor in Ökonomie. Er war u.a. 1980 leitender Volkswirt der Federal Reserve Bank in Boston und von 2002 bis 2010 Vizepräsident der Europäischen Zentralbank.
Siehe auch: de.wikipedia.org, Loukas Papadimos

11. November 2011: Übergangsregierung vereidigt

»[...] Das griechische Übergangs-Kabinett ist am Freitag in Athen vereidigt worden. An seiner Spitze steht der frühere Vizepräsident der Europäischen Zentralbank, Lukas Papademos. Die Schlüsselposition des Finanzministers nimmt wie bisher Evangelos Venizelos ein. Ministerpräsident Papademos war am Donnerstag ernannt worden.
Die neue Regierung setzt sich aus den beiden größten griechischen Parteien, der sozialistischen PASOK und der konservativer Nea Demokratia sowie einer kleineren Rechtspartei zusammen. [...]«
Zitat: www.focus.de, Übergangsregierung in Griechenland steht, 11.11.2011

Nur noch Iran liefert Öl an Griechenland.

Siehe: alles-schallundrauch.blogspot.com, Der Iran liefert als einziger noch Öl an Griechenland, 12. November 2011

Dezember 2011: Griechenland verhindert Ölembargo gegen Iran.

Weil Griechenland nur noch Öl von Iran auf Kredit erhält, hat die griechische Regierung den Versuch der EU (allen voran Großbritannien) vorerst verhindert, eine komplette Öl-Blockade gegen Iran durchzusetzen.

Siehe: alles-schallundrauch.blogspot.com, Griechen verhindern Ölblockade gegen Iran, 3. Dezember 2011

8. Dezember 2011: OECD bescheinigt Griechenland völlige Reformunfähigkeit

»[...] "Griechenlands zentraler Regierungsapparat hat bisher weder die Kapazität noch die Fähigkeit zu großen Reformen." [...] Einziger Ausweg sind nach Einschätzung der OECD umfassende Neuerungen, eine "Big-Bang-Reform" im gesamten Regierungsapparat. [...]«
Zitat: www.welt.de, OECD hält Griechenland für reformunfähig, 8.12.2011

3. Januar 2012: »Euro-Ausstieg Griechenlands kein Tabu mehr

Die griechische Regierung schliesst eine Rückkehr zur Drachme nicht mehr kategorisch aus. [...]
Ohne neue Milliardenspritzen von EU und IMF fürchtet Griechenland das Aus für seine Euro-Mitgliedschaft. [...] Griechenland hofft auf Finanzhilfen in Höhe von 130 Mrd. Euro, um eine Pleite abzuwenden. [...]«
Zitat: www.nzz.ch, 3. Januar 2012

4. Januar 2012: »Jeder fünfte Grieche lebt unter der Armutsgrenze

Athen (dpa) - Jeder fünfte Bürger in Griechenland lebt wegen der dramatischen Finanzkrise unter oder an der Armutsgrenze. Es handelt sich um gut 2,2 Millionen Menschen in dem Elf-Millionen-Einwohner Staat. Dies teilte das statistische Amt in Athen mit. Die Armutsgrenze wird in Griechenland auf etwa 15 000 Euro Einkommen jährlich für eine Familie mit vier Mitgliedern berechnet. Mehr als ein Viertel der Betroffenen hat sogar Schwierigkeiten, sich richtig zu ernähren, heißt es in dem Bericht.«
Zitat: nachrichten.t-online.de, 4. Januar 2012
Zum Vergleich Deutschland: Nach dem Armutsbericht des Paritätischen Wohlfahrtsverbands 2011 sind in Deutschland 12 Millionen Menschen von Armut bedroht (ca. jeder 7. bzw. 14,5%). Armutsgefährdet ist, wer als Single weniger als 60% des Durchschnittseinkommens Netto bezieht. Die Grenze liegt hier bei 826,00 EURO/Monat.

Ein weiterer Vergleich: Zu den reichsten Menschen der Welt darf sich zählen, wer mindestens 27.000 EURO Nettoeinkommen im Jahr bezieht. Das sind rund 1 Prozent der Menschheit. 29 Millionen Menschen davon leben in den USA, 4 Millionen in Deutschland.

Literatur: The Haves and the Have-Nots: A Brief and Idiosyncratic History of Global Inequality

11. Januar 2012: »Griechische Apotheker nehmen nur noch Bargeld

Griechische Bürger bekommen die Auswirkungen ihrer am Abgrund taumelnden Wirtschaft zu spüren. Das zeigt sich auch im Gesundheitssektor. Die Apotheken haben ihre Außenstände von den Krankenkassen seit Monaten nicht mehr bezahlt bekommen. In der Konsequenz akzeptieren die Pharmazeuten nur noch Bargeld.
Rezepte aller Ärzte werden nicht mehr akzeptiert, weil die staatlichen Krankenkassen ihre Schulden bei den Apothekern seit Monaten nicht mehr bezahlt haben. Die Patienten müssen das Geld selbst vorstrecken und mit der Quittung dann zur Krankenkasse gehen, um es zurückzubekommen. Wegen des Geldmangels bei den Kassen dauert das aber in der Regel Monate oder sogar bis zu einem Jahr, berichteten griechische Medien. [...]
Mittlerweile sind vor allem Medikamente gegen Bluthochdruck in Teilen von Athen knapp geworden. Rentner mit geringem Einkommen müssen sich mittlerweile Geld leihen, um ihre Medizin zu bezahlen. Der Bargeldzwang soll mindestens bis Freitag dauern. Dann wollen die Apotheker neu entscheiden, wie es im Streit um die Schulden der Krankenkassen weitergehen soll.«
Quelle: t-online.de , dpa
Zitat: wirtschaft.t-online.de, Griechische Apotheker nehmen nur noch Bargeld, 11.01.2012

28. Januar 2012: Berlin will Athen entmündigen

»[...] Griechenland braucht wieder mal mehr Geld: Das zweite Hilfspaket muss von 130 auf 145 Milliarden Euro aufgestockt werden. Deutschland verlangt die Abgabe der griechischen Budgethoheit an die EU. [...] Die Arbeitsunterlage für europäische Politiker, die seit Freitag auch im Internet zirkuliert, trägt den technokratischen Titel "Assurance of Compliance", was man durchaus als "Sicherung der Folgsamkeit" übersetzen kann. In dem Dokument fordert Deutschland nicht weniger als die Abgabe der Haushaltskontrolle Griechenlands an einen (noch zu ernennenden) "EU-Haushaltsbeauftragten". [...]« Einer derartigen Entmündigung würde sich Griechenland verweigern. Und immer nur mehr Geld wird Griechenland nicht wirklich helfen. Bedeutende Politiker und die Ratingagenturen S&P und Fitch gehen davon aus, dass der Staatsbankrott nicht mehr abzuwenden sei.
Zitat: diepresse.com, Brisantes Dokument: Berlin will Athen entmündigen, 28.01.2012

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.469 f.



www-Links



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