Willkommen in Griechenland

world.muz-online.de -- Die Länder Europas -- spirit.muz-online.de
[Einführung] [Landesnatur] [Ägäis] [Kreta] [Geschichte] [Hellenismus]
[Die Menschen] [Entwicklungen ab 2008] [Literatur] [www-Links]

Offizieller Name: Griechische Republik
Hauptstadt: Athen
Fläche: 131.957 km²
Höchster Punkt: Olymp 2917 m
Hauptflüsse: Vardar(Axios), Aliakmon, Pinios, Arakhthos
Einwohner: 10.626.000 (1999) ; 10.668.354 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 81 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 60% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 16% (1999)
Analphabetenquote: 3% (1999)
Sprache: Neugriechisch
Religion: Griechisch-orthodoxe Christen 98%
Regierungsform: Parlamentarische Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 10 Regionen; Mönchsrepublik Athos mit autonomem Status
Parlament: Nationalversammlung mit 300 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 25. März

Wenn man von Griechenland spricht, denkt man an die sonnendurchflutete weiß-blaue Inselwelt der Ägäis, den mediterranen Charme und den einzigartigen landschaftlichen Reiz, an die "Wiege des Abendlandes", das Land der Sagen und Mythen, Götter und Tempel, der Kunst und Wissenschaft und an den Ursprung der völkerversöhnenden "olympischen Idee". Die Gunst seiner Lage im östlichen Mittelmeer, dem Zentrum der Antiken Welt, machte Griechenland zur Brücke zwischen Europa, Asien und Afrika, zum Mittler der Kulturströme zwischen Orient und Okzident. Der Geist und die Kultur des antiken Griechenland haben das Weltbild des Abendlandes nachhaltig geprägt.
Griechenland, einst Weltreich, ist heute Objekt weltwirtschaftlicher und weltpolitischer Abhängigkeiten und zugleich Heimat geschäftstüchtiger, im Tourismus und Auslandsgeschäft zu Wohlstand und Ansehen aufgestiegener Griechen.
Widersprüchlich ist auch die Mentalität und politische Kultur im modernen Griechenland. Seine Bewohner neigen zu einem starken Individualismus, zeigen aber Geschlossenheit nach außen. Trotz ihrer starken Freiheitsliebe hatten sie aber nur wenig Glück mit der Errichtung stabiler Demokratien. Ihre Bewunderung gegenüber charismatischen Politikern kann ebenso extrem sein, wie ihre Verdammung und grenzenlose Verachtung derselben.






muz-online.de durchsuchen mit...

Ihre Begeisterungsfähigkeit und Improvisationskunst ist ebenso charakteristisch wie das nur gering ausgeprägte Organisations- und Verwaltungsgeschick. Und schließlich ist da noch das Selbstbewusstsein, als wäre jeder heutige Ioannis ein Perikles. Doch gleichzeitig besteht die Angst, dem historischen Ideal nicht gerecht werden zu können.

chalkidiki

Landesnatur

Griechenland bildet den südlichen Ausläufer der Balkanhalbinsel und reicht zwischen Ionischem Meer im Westen und Ägäischem Meer im Osten weit in das Mittelmeer hinein. Kennzeichnend für das Landschaftsbild sind die hochragenden Gebirge, die enge Verzahnung von Land und Meer, die reiche Küstengliederung mit tief in das Land greifenden Buchten und weitreichenden Landzungen sowie die dem Festland vorgelagerten Inselscharen.
Griechenland lässt sich geologisch in zwei große Einheiten gliedern. Im Westen des Festlandes verlaufen parallel zur Küste die intensiv gefalteten, hauptsächlich aus Kalken, Mergeln und Sandsteinen bestehenden Gebirgszüge des Pindos-Systems. Sie sind Teil der geologisch jungen Ketten, die als Fortsetzung der Dinariden sich aus Jugoslawien kommend über den Peloponnes und die ägäische Inselwelt bis nach Kleinasien fortsetzen.

Der Osten und Nordosten des Landes bildet die Fortsetzung des aus Norden hereinreichenden Pelagonischen Massivs und des Rhodopengebirges, in denen geologisch alte kristalline und metamorphe Gesteine vorherrschen.
Alte Massive und junge Faltengebirge wurden in einer späteren Phase durch Bruchtektonik abgesenkt, gehoben und verschoben. Es kam zur reichen Kammerung des Raumes, zur Bildung einer Vielzahl voneinander getrennter Becken und zum Meer geöffneter Tiefländer, die besonders im Osten das Landschaftsbild bestimmen. In diesem Zeitabschnitt wurde auch die Landbrücke nach Kleinasien durch die Absenkung von Teilstücken in der Ägäis aufgelöst. Die Bewegungsvorgänge der Erdkruste dauern bis in die Gegenwart an und machen Griechenland zu einem Gebiet mit reger Erdbebentätigkeit.

In dem überwiegend gebirgigen Land nehmen die Becken und Senken zwar nur einen geringen Teil der Gesamtfläche ein, doch sind sie seit jeher der eigentliche Siedlungs- und Kulturraum Griechenlands. Sie sind überwiegend fruchtbar und landschaftlich äußerst abwechslungsreich. Die teils entwaldeten, verkarsteten, zerklüfteten und unwegsamen Gebirgsregionen sind nur bedingt für Weidewirtschaft geeignet. Griechenland lässt sich folgendermaßen untergliedern: Nordgriechenland mit Epirus, Thessalien, Makedonien und Thrakien, Mittelgriechenland mit Attika, Euböa, Böotien, Phokis, Kokris und Ätolien; Südgriechenland mit Peloponnes, Kreta und ägäischen Inseln.

Patras 1981

Klima
Typisch für das mediterrane Klima in Griechenland sind die trockenen und heißen Sommer sowie die milden und regenreichen Winter. Es gibt allerdings deutliche regionale Unterschiede, die sich unter anderem aus der Höhenlage erklären. Mit zunehmender Entfernung vom Meer nimmt der kontinentale Einfluss auf das Klima zu und führt zu großen täglichen und jahreszeitlichen Temperaturschwankungen. In den Sommermonaten sind die trockenen, kräftig aus nördlicher Richtung wehenden Meltemi-Winde deutlich spürbar. Im Winter gerät Griechenland in den Einfluss der Westwindzone. Westliche Luftmassen bringen die Hauptniederschläge, die sich zum Teil wolkenbruchartig an den Westseiten der Gebirge abregnen. Dadurch liegen die Ostflanken der Halbinsel sowie die Becken im Regenschatten des Pindosgebirges.

Vegetation
In der Pflanzenwelt unterscheidet sich Griechenland vom nördlichen Europa dadurch, dass sich die Pflanzen weniger auf die winterliche Kälte, sondern mehr auf die sommerliche Trockenheit einstellen müssen. Einige Arten, wie zum Beispiel der Ölbaum, schützen sich daher durch die Ausbildung kleinerer Blätter vor der Verdunstung. Andere, so die Sukkulenten, können in ihren fleischigen Blättern oder den Stämmen Wasser speichern. Der Olivenbaum, gleichsam das Symbol der griechischen Flora, benötigt gerade die längere sommerliche Trockenzeit zum Ausreifen seiner Früchte.
Stärker als in den meisten europäischen Ländern ist die natürliche Vegetation durch menschliche Eingriffe zurückgedrängt worden. Anstelle der mediterranen Laub- und Nadelwälder sind Ersatzgesellschaften getreten. Zu den typischen Vertretern der heutigen Busch- und Gestrüppformationen (Macchie) und den immergrünen Hartlaubgewächsen zählen Zistrosen, Myrte, Mastixstrauch, Steineichen, Erdbeerbäume und Lorbeer. Ihre Verbreitung, wie auch die der Aleppokiefer, beschränkt sich vor allem auf die Küsten- und Tiefländer.

Mit zunehmender Höhenstufe nehmen die Sommerniederschläge zu und die Temperaturen ab. Das begünstigt besonders in Nord- und Mittelgriechenland zwischen 700 und 1200 m den Wuchs laubabwerfender Bäume, wie Buchen, Kastanien und Platanen. Oberhalb der Baumgrenze beherrschen alpine Matten das Landschaftsbild, sofern die verkarsteten Kalksteinhöhen überhaupt Vegetation zulassen.
Heute sind nur noch rund 20% der Gesamtfläche bewaldet. Mit der Vernichtung der einst üppigen Wälder wurde bereits in der Antike begonnen. Das Holz wurde für den Schiffbau und als Feuermaterial verwendet. Heute geht die größte Gefahr von den alljährlichen Waldbränden aus, die den Bestand drastisch reduzieren. Die Schäden sind meist irreparabel. Die ungeschützte Humusschicht wird von Regen und Wind fortgetragen - Bodenerosionen gewaltigen Ausmaßes sind die Folge. Zurück bleiben der nackte Fels und die verkarsteten Berghänge. Nur ein geringer Teil der Flächen wird wieder aufgeforstet. Aber auch dann dauert es Jahrzehnte, bis sich wieder ein ausgewogenes Ökosystem entwickelt hat.
Ausgelöst durch Monate langer Trockenheit und Hitze, aber auch zum Teil durch gezielte Brandstiftungen von Bodenspekulanten, erfährt Griechenland im August 2007 die schlimmsten je bekannt gewordenen Waldbrände. Besonders betroffen sind die Insel Euböa (nach Kreta die zweitgrößte Insel des Landes) sowie die Halbinsel Peleponnes.

Ägäis

Zu den faszinierendsten Erscheinungen Griechenlands gehört seine Inselwelt. Ein Fünftel des Gebiets verteilt sich auf mehr als 2000 Inseln, von denen aber nur weniger als zweihundert bewohnt sind.
Vor der Westküste liegen die Ionischen Inseln mit Korfu, Paxos, Levkas, Kefallinia, Ithaka, der Heimat des Odysseus, und Zakynthos.
Die meisten Inseln liegen in der Ägäis, dem vom griechischen Festland, Kleinasien und Kreta umschlossenen Ostteil des Mittelmeers. Unmittelbar dem Festland vorgelagert ist Euböa. Nordöstlich schließen sich die Nördlichen Sporaden mit Skiathos, Skopelos, Alonissos und Skyros an. Ganz im Norden liegen Thasos, Samothraki und Limnos. Unmittelbar der türkischen Küste vorgelagert sind Lesbos und Chios. Vor der Südwestküste Kleinasiens reiht sich zwischen Rhodos und Samos in enger Folge die Kette der Südlichen Sporaden auf, deren größter Teil zum Dodekanes gehört. Von Attika bis nach Kreta erstrecken sich die Kykladen mit so bekannten Inseln wie Mykonos, Paros, Naxos, los, Milos und Santorin.

Die meisten Inseln der Ägäis sind die Restpfeiler der an zahlreichen Brüchen in die Tiefe abgesunkenen Faltengebirgsstränge und Massive, die im erdgeschichtlichen Altertum Griechenland mit Kleinasien verbanden. Die große Zahl der Inseln begünstigte in der Antike die Seefahrt und machte Griechenland schon früh zu einem bedeutenden wirtschaftlichen Zentrum zwischen den drei Erdteilen der Alten Welt. Sie förderte auch die Ausbildung einer kulturellen und ethnischen Vielfalt.
So unterscheiden sich die ägäischen Inseln nicht nur vom griechischen Festland, jede Insel ist eine Welt für sich. Die griechischen Nationalfarben Weiß und Blau findet man indes auf allen Inseln wieder: im blauen Meer und seiner weißen Brandung, in den weißen Wolken am blauen Himmel und den weißen Häusern mit ihren blauen Türen. Der weiße Kalkanstrich der kubischen Häuser reflektiert die Sonnenstrahlen und hält die Wände kühl. Flachdächer fangen das begehrte Regenwasser auf und leiten es in Zisternen. Eng sind die Gassen in Dörfern und Städten, und blumengeschmückte Treppen führen ins Innere.
Dieses vielgezeichnete, besonders gern für Ansichtskarten und Reiseprospekte benutzte Bild trifft wohl am augenscheinlichsten auf die Inselwelt der Kykladen zu. Immer mehr Menschen folgen alljährlich diesem Bild, werden angezogen von der Vielfalt der Landschaft, dem ständigen Wechsel der Formen, der bis in den Sommer hinein andauernden Farbenpracht und dem unvergleichlichen Eicht der Ägäis.
Die Insel Rhodos hat sich zu einem Zentrum des Tourismus entwickelt. Die gleichnamige Hauptstadt zeigt Spuren ihrer langen Geschichte: Ruinen aus mykenischer Zeit, ein antikes Theater, byzantinische Mauern, gotische Bauten und ein 4 km langer, mächtiger Befestigungsring der Johanniterzeit, eine türkische Moschee und ein türkisches Bad.

Wirtschaft
Viele Menschen der Ägäis leben vom Tourismus. Er ist die wichtigste Einnahmequelle, denn Landwirtschaft und Industrie sind nur auf wenigen Inseln von Bedeutung. Thasos bildet mit seinen Erdölvorkommen und den Blei-, Zink- und Eisenerzlagern die Ausnahme. Die Vorkommen an Eisen auf Serifos, Baryt auf Milos, Magnesium auf Andros und Korund auf Naxos haben nicht den Grundstein für eine industrielle Entwicklung legen können.
Die Landwirtschaft stößt hier auf die gleichen Schwierigkeiten wie auf dem Festland: geringe Niederschläge, die in den wasserdurchlässigen Kalkschichten versickern, Kahlschlag der einst üppigen Wälder, der der Bodenerosion Vorschub leistet, starke Winde, die eine Wiederaufforstung erschweren und Überweidung durch Schaf- und Ziegenherden. So geben der nackte Fels und der Olivenbaum, der sich als einziger über Jahrhunderte hinweg auf kargem Boden zu behaupten vermochte, den Inseln heute ein weithin unvergleichliches Bild.
Aufgrund der mangelnden Beschäftigungsmöglichkeiten verlassen immer mehr, besonders junge Menschen als "Arbeitsemigranten" ihr Land oder siedeln von den Inseln in die städtischen Zentren des Festlands über.
Außerhalb der Saison verfallen viele der Inseln, verlassen von Touristen und den vielen Saisonarbeitskräften des Hotel- und Fremdenverkehrsgewerbes, in eine Art Dämmerschlaf - wartend auf den allsommerlichen Massenansturm der Touristen, die ihrer Hektik entfliehen und in das paradiesische Idyll der Ägäis einkehren wollen.

up

Kreta

"Ein Schiff mit drei Masten war Kreta, mit seinen großen Berggipfeln, den Weißen Bergen, dem Psiloritis und dem Diktys, und es fuhr dahin vom Meerschaum umspült. Ein Meeresungeheuer war es, eine Meerjungfrau mit vielen Brüsten, und sie sonnte sich, auf den Wellen ausgestreckt ... Mir sind mehrere Freuden im Leben geschenkt worden, ich darf mich nicht beklagen; doch diese hier, Kreta auf den Wellen zu sehen, gehört zu den größten." (Nikos Kazantzakis, 1885-1957)

Wechselvolle Geschichte
Kreta bietet nicht nur eine Landschaft von ganz eigenartigem Reiz. Seine Bewohner gelten als die stolzesten in Griechenland. Ihre Freiheitsliebe ist besonders stark ausgeprägt. Kreta war oft besetzt, seine Menschen deshalb jedoch nie unterwürfig. Von Kreta hat der politische Liberalismus in Griechenland seinen Ausgang genommen. Eleutherios Venizelos (1864-1936), der große griechische Staatsmann und Vorkämpfer der Vereinigung Kretas mit Griechenland, stammte von der Insel.
Nach den Römern, den Arabern und den Venezianern - der letzten Epoche entstammt der bedeutende Maler Dominikos Theotokopoulos, genannt El Greco (um 1541 bis 1614) - kamen 1645 die Osmanen als Eroberer. Die orthodoxe Religion wurde verboten. Vom Glaubenswechsel und der Steuerlast bedrängt, flohen viele Kreter in die Berge und nahmen den Kampf gegen die türkische Besatzung auf.
1898 erhielt Kreta auf Druck der europäischen Großmächte eine selbständige Verwaltung unter türkischer Oberhoheit. 1913 folgte der Anschluss an Griechenland.
Der Erste Weltkrieg verschonte die Insel. Im Zweiten Weltkrieg jedoch landeten 1941 deutsche Fallschirmjäger auf Kreta, das wegen seiner Mittellage zwischen Europa und Nordafrika von großer strategischer Bedeutung war. Die "Schlacht um Kreta" begann. Nach zehn Tagen waren die dort stationierten britischen Soldaten - Großbritannien war mittlerweile Verbündeter Griechenlands - von der Insel vertrieben. Die leidenschaftlich am Kampf gegen die Invasoren teilnehmende Bevölkerung hatte den neuen Herren zwar herbe Verluste beigebracht, doch der Widerstandskampf forderte zahlreiche Opfer. Das am Nordhang des Psiloritis gelegene Dorf Anojia etwa wurde dem Erdboden gleichgemacht, seine Bewohner liquidiert. Erst im Mai 1945 zogen die deutschen Besatzungstruppen ab.
Der nach dem Zweiten Weltkrieg in Griechenland ausbrechende Bürgerkrieg griff 1947 auch auf Kreta über. Mit der Landung von Regierungstruppen begannen die Kämpfe gegen die Partisanen, die sich in der Schlucht von Samaria geschlagen geben mussten. Bei den Wahlen von 1964 stimmten die Kreter mit großer Mehrheit für Georgios Papandreou (1888-1968), der eine liberale Erneuerung Griechenlands versprach. Als die Obristen die Macht abgaben, war die liberale Haltung der Kreter nicht gebrochen: Seit dem Jahr 1974 findet die Zentrumspartei bei den Kretern ein großes Wählerpotential, und vor allem die PASOK-Sozialisten von Andreas Papandreou (1919 bis 1996), dem Sohn des Georgios.

Stützpfeiler der Wirtschaft
Kreta zählt mehr als eine halbe Million Bewohner. Mit gut 120.000 Einwohnern ist Herakleion (Iraklion) die größte der kretischen Städte und gleichzeitig die Hauptstadt. Bis 1972 war Chania mit heute gut 70.000 Einwohnern Inselhauptstadt. Rethymnon mit ca. 20.000 Einwohnern kann als das geistig-kulturelle Zentrum der Insel betrachtet werden, befindet sich doch hier die philosophische Fakultät der Universität von Kreta.
Die Insel ist sehr gebirgig und deshalb für den Ackerbau wenig geeignet. Er konzentriert sich auf die fruchtbaren Täler, besonders an der Nordküste, und die Mesaraebene im Süden. In den letzten Jahren hat sich die sehr ertragreiche Kultur von Gemüse und Zierpflanzen in Gewächshäusern verbreitet. Es werden typische Mittelmeerprodukte wie Oliven, Zitrusfrüchte und Tafeltrauben angebaut. Im Gebirge wird extensive Schaf- und Ziegenzucht betrieben. Nennenswerte Eisen- und Lignitvorkommen finden sich im Westen bei Kastelli. In Herakleion haben sich Unternehmen der Nahrungsmittelbranche niedergelassen. Viele traditionelle Gewerbe, wie das Töpferhandwerk oder die Webkunst, sind durch die maschinelle Produktion verdrängt worden.
Angezogen von der großartigen Landschaft und dem außergewöhnlich reichen Kulturerbe, bevölkern besonders von Frühjahr bis Herbst ausländische Touristen die Insel. Bei Rundfahrten und Wanderungen entdecken sie die Schönheiten der kretischen Gebirge (im Ida 2456 m hoch), und wer möchte, kann die 18 km lange Schlucht von Samaria durchwandern. Viele Touristen kommen auch nur zum Baden und Sonnen.
Kulturelle Anziehungspunkte sind neben Zeugnissen aus der venezianischen Zeit (u. a. Kastelle in Chania und Rethymnon) und verschiedenen griechisch-orthodoxen Klöstern (z.B. Arkadi), die archäologischen Stätten von Knossos und Phaistos. Knossos war die bedeutendste Anlage der minoischen Kultur auf Kreta. Der englische Archäologe Sir Arthur Evans grub den riesigen Palast des sagenhaften König Minos Anfang dieses Jahrhunderts aus und ließ ihn teilweise in Beton rekonstruieren. Umgeben war der Herrschersitz von palastartigen Villen mit Fresken und Stuckreliefs; um 1400 v.Chr. soll er zerstört worden sein. Die Funde aus dem Inneren des Palastes beherbergt heute das Archäologische Museum von Herakleion.

up

Geschichte

Griechenland wird mit einigem Recht die "Wiege des Abendlandes" genannt. Auf griechischem Boden entstanden die ersten Hochkulturen Europas. Die frühesten dieser Kulturen, die kretische (2600-1150 v. Chr.) und die kretisch-mykenische (1600-1150 v. Chr.), blieben indes noch ganz an Kreta und die Argolis auf dem Peleponnes gebunden.
Die griechische Antike ist von ihnen durch die Zeit der dorischen Völkerwanderungen (1100-900 v. Chr.) getrennt, mit denen eine andere Sozial- und Kulturgeschichte begann.
Homers Bericht von der Zerstörung Trojas kündet auch vom Untergang der kretisch-mykenischen Kultur. Um 700 v. Chr. hatten die dorischen Stämme in Griechenland fest Fuß gefasst. Die Dorer bezeichneten das Land, in das sie eingewandert waren, als "Hellas".

Wenn wir dagegen von Griechenland sprechen, so folgen wir den Römern, die Griechenland "Graecia" nannten.
Wer sich heute solcher Namen bedient, denkt an eine nationale politische Einheit. Eine solche Einheit hat jedoch im antiken Griechenland niemals bestanden. Es gabe vielmehr kleine Gemeindestaaten der Stämme, die "Poleis". Von diesem Stammespartikularismus war auch die Geschichte der griechischen Stadtstaaten bestimmt. Sie begann im 7. Jahrhundert v. Chr. Die führenden Stadtstaaten in Mittelgriechenland waren Athen und Theben, auf dem Peleponnes Argos, Korinth und Sparta. Diese bekriegten sich oft auch mit den Persern. Dennoch konnte sich in den griechischen Städten der Antike, zumal in Athen, die weltgeschichtlich einflussreichste Kultur der Alten Welt ausbilden.
Alexander der Große (356-323 v. Chr.), der Griechenland seinem makedonischen Königreich angegliedert hatte. erweiterte den von Griechen beeinflussten Kulturkreis auf seinen Feldzügen bis Ägypten, Persien und Indien. Schließlich wurde die neue Weltmacht Rom zum Träger des "Hellenismus", der mit orientalischen Elementen verschmolzenen Kultur der griechischen Spätzeit. Die Römer hatten die zerstittenen hellenistischen Reiche erobert. Bei der Teilung des Römischen Reichs 395 fiel Griechenland an das Oströmische Reich.

Seit dem 15. Jahrhundert geriet das Land unter türkische Herrschaft. Im Zeitalter des aufkeimenden Nationalbewusstseins erhoben sich 1821 die Griechen gegen die Fremdherrschaft. Als die Türken mit großem militärischem Aufgebot die zunächst erfolgreiche Unabhängigkeitsbewegung niederzuschlagen drohten, griffen 1827 Großbritannien, Frankreich und Rußland zugunsten der Griechen in den Konflikt ein. 1830 wurde Griechenlands Souveränität anerkannt, und 1832 wählte die Nationalversammlung auf Vorschlag der Großmächte den bayerischen Prinzen Otto von Wittelsbach (1815-1867) zum König der Hellenen. Außenpolitisch blieb Griechenland aber vor allem mit Großbritannien verbunden.
Zur größten Belastung wurde der auch nach 1830 fortdauernde Konflikt mit der Türkei über die weiterhin von Türken beherrschten Gebiete, d. h. über Kreta, die ägäischen Inseln, Makedonien und die griechischen Siedlungen in Kleinasien. Nach langen Auseinandersetzungen kamen fast alle Gebiete in den Balkankriegen (1912/1913) und in der Folge des Ersten Weltkrieges in griechische Hand. Der griechische Vormarsch ins Innere Anatoliens (griechisch-türkischer Krieg 1920-1922) endete jedoch mit einer verlustreichen Niederlage der Griechen.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Griechenland von deutschen Truppen besetzt. Die Zerstittenheit der zum Teil von Alliierten unterstützten Widerstandsgruppen führte nach Abzug der BEsatzungstruppen in einen Bürgerkrieg zwischen Kommunisten und Republikanern. Mit ausländischer Unterstützung siegten die Regierungstruppen. Seither hat sich die Eingliederung Greichenlands in die westliche Welt vollzogen.

up

Hellenismus

Im Jahre 776 v. Chr. hielten die Hellenen, denen wir das Wort "Demokratie" verdanken, die ersten Olympischen Spiele ab. Sie betrachteten dieses Ereignis als zeitgeschichtlichen Ausgangspunkt und entwickelten von da an eine Zivilisation, die die heutige grundsätzlich beeinflusst hat. Viele der Werte, die unserer westlichen Kultur zu eigen sind, haben größtenteils ihren Ursprung in den Denkmodellen der Griechen.
Seit dem 8. Jahrhundert v. Chr. breitete sich eine Vielzahl griechischer Stadtstaaten über den östlichen Mittelmeerraum aus, von denen jeder einzelne seine Eigenständigkeit streng verfolgte. Die Seewege gewährleisteten Mobilität, während die zerklüftete griechische Landschaft den Hang zur Unabhängigkeit förderte - beides beeinflusste die politische, soziale und kulturelle Entwicklung der griechischen Stadtstaaten.
Die Monarchie wich der Oligarchie (der Herrschaft Weniger), welche wiederum durch angesehene Alleinherrscher herausgefordert wurde. Diese "Tyrannen" brachen die Macht der alten aristokratischen Familien und ebneten den Weg für offene Regierungsformen, wie es sie zuerst in Athen im 6. Jahrhundert gab. Andere Staaten jedoch, besonders Sparta, hielten sich an das repressivere, oligarchische System.

Nach dem Zurückschlagen der Perser (490-479 v. Chr.) begann das goldene Zeitalter der Griechen mit einer außergewöhnlichen Blüte in den Bereichen Kunst, Architektur, Literatur und Philosophie. Athen, inzwischen Hauptstadt der Seemacht, war sowohl treibende Kraft dieser kulturellen Aktivitäten als auch der "Demokratie", der Volksherrschaft. Alle Bürger Athens nahmen an den exekutiven und legislativen Funktionen des Staates teil.
Alexander der Große (356-323 v. Chr.), dehnte seine Eroberungen bis jenseits des Indus aus. Als Schüler des Philosophen Aristoteles (384-322 v. Chr.) verbreitete er die hellenistisch-griechische Zivilisation soweit wie möglich und gründete mehr als 70 Städte.
Im 2. Jahrhundert v. Chr. wurde Griechenland von Rom eingenommen. Durch diese Eroberung breitete sich der griechische Einfluss jedoch weiter aus. Durch den Niedergang Roms im 5. Jahrhundert n. Chr. verlor der Westen eine Zeitlang den Kontakt zu seiner klassischen Quelle. Im Osten konnte das Byzantinische Reich mit Konstantinopel als Zentrum jedoch wichtige Elemente dieser Kultur erhalten und als Konstantinopel 1453 fiel, waren es griechische Ideen, die zur Entwicklung der europäischen Renaissance beitrugen - dem Grundstein des westlichen Humanismus.

up
Santorini-Katze

Die Menschen

Über 10,6 Millionen Menschen leben heute in Griechenland. Infolge eines hohen Geburtenüberschusses hat sich die Einwohnerzahl seit 1940 um rund 25% erhöht. Dieser Bevölkerungszuwachs rief mehrere Auswanderungswellen hervor, die immer in enger Verbindung mit der konjunkturellen und politischen Entwicklung des Landes standen. Abgesehen von kleinen nationalen Minderheiten, wie Makedonier, Türken, Albaner und Bulgaren, besteht die Bevölkerung des Landes zu rund 99% aus Griechen. Trotz historisch bedingter regionaler Unterschiede und starker geografischer Zersplitterung haben die Griechen ihre kulturelle Identität bewahrt und ein starkes Nationalbewusstsein entwickelt. Dabei spielen Sprache und Religion eine wichtige Rolle.

Nahezu alle Griechen sprechen Neugriechisch, das sich aus dem Altgriechischen entwickelt hat. Sie gehören fast ausnahmelos der orthodoxen christlichen Kirche an, die als Staatskirche eine herausragende Stellung einnimmt. Ihr Einfluss im privaten wie auch im öffentlichen Leben ist ungebrochen, wenngleich sich mit fortschreitender Industrialisierung auch ein allmählicher Wertewandel vollzieht.

up

Entwicklungen ab 2008

»[...] Schwere Unruhen:
Im Dezember 2008 brachen die schwersten Unruhen aus, die das Land in den letzten Jahrzehnten gesehen hatte. Auslöser war der Tod des 15-jährigen Schülers Alexis Grigoropoulos, der am 6.12.2008 von einem Polizisten im Athener Stadtteil Exarchia erschossen worden war. Anders, als der Polizist anfänglich darstellte, gehörte der Jugendliche nicht zu einer Gruppe von Anarchisten, die kurz zuvor den Schützen und seinen Streifenkollegen angegriffen haben sollen. Nach den Aussagen von Augenzeugen schoss der Beamte gezielt auf eine Gruppe von Jugendlichen, die an dem Abend in dem Viertel unterwegs war. Beide Polizisten wurden in Untersuchungshaft genommen; am 12.6. wurden sie wegen Mordes bzw. Beihilfe zum Mord angeklagt.
Nach Bekanntwerden der Nachricht vom Tod des Schülers brachen in Athen erste Unruhen aus, an denen anfangs vorwiegend die anarchistische Szene beteiligt war, sich bald aber auch Schüler und Studenten beteiligten. Allerdings beschränkte sich die Mehrheit auf friedliche Proteste. Die Unruhen griffen von der Hauptstadt rasch auf Saloniki und andere Universitätsstädte über. Fahrzeuge und Geschäfte wurden in Brand gesetzt, es kam zu Plünderungen. Auch Polizeistationen wurden angegriffen. Schulen und Universitäten wurden besetzt und Einrichtungen zerstört; viele Universitätsdozenten fanden ihre Dienstzimmer verwüstet und geplündert vor. In Athen wurde die Bibliothek der Juristischen Fakultät in Brand gesteckt. In zahlreichen Städten kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Die Unruhen und Ausschreitungen, die sich auf die Zentren der Städte, insbesondere in Athen und Saloniki, konzentrierten, hielten bis kurz vor Weihnachten an. Am 9.1.2009 kam es in Athen nach einer friedlichen Demonstration nochmals zu Zusammenstößen. Als Basis für die Aktionen dienten häufig die Universitäten. Ein Gesetz verbietet der Polizei, Universitätsgelände ohne vorherige Erlaubnis durch die Universitätsorgane zu betreten.


Giorgos Papaioannou, Vertreter des griechischen "Bündnis der Radikalen Linken" ("SY.RIZ.A.") und Mitglied der in diesem Bündnis mitarbeitenden marxistisch-leninistischen KOE.
Nachdem einer der ihren die Unruhen ausgelöst hatte, hielt sich die Polizei auffällig zurück. Innenminister Prokopis Pavlopoulos erklärte, man habe keine weiteren Menschenleben riskieren wollen. Ministerpräsident Karamanlis versuchte die Lage zu entschärfen und bat am 16.12.2008 in einer Fernsehansprache um Entschuldigung für Versäumnisse, Fehler und Skandale seiner Regierung und räumte ein, die Skandale der letzten Jahre unterschätzt zu haben. Chronische Mängel des Staates hätten zu inakzeptablen Zuständen geführt. Die durch die Unruhen entstandenen Sachschäden wurden Mitte Dezember auf rd. 200 Mio. € geschätzt. [...]
Die Welle der Gewalt und Proteste, die im Dezember 2008 Griechenland heimsuchte, war zu einem nicht geringen Teil Ausdruck der Hilflosigkeit und Frustration einer Schüler- und Studentengeneration, die sich als Opfer eines maroden Bildungssystems sieht. [...] Mittlerweile absolvieren weit über 50% der Jahrgänge ein Hochschulstudium; die Zahl der derzeit an Hoch- und Fachhochschulen Eingeschriebenen beträgt ca. 500.000 (1960: 20.000). Seit den 1960er Jahren wurden 15 neue Universitäten gegründet, zugleich wurden die alten überfüllten Universitäten mit ihren Problemen allein gelassen. So leidet die größte Universität des Landes, die Aristoteles-Universität in Saloniki, an akutem Raummangel. Die Universitäten bilden oft am Arbeitsmarkt vorbei aus, was sich in einer hohen Akademikerarbeitslosigkeit niederschlägt. Gleichzeitig klagen Arbeitgeber, dass sie viele Stellen nicht oder nur mit Leuten, die nicht hinreichend qualifiziert sind, besetzen können. Dementsprechend hoch ist die Jugendarbeitslosigkeit, die in der EU nur von Spanien noch übertroffen wird. [...]
Streiks und Blockaden:
Am 21.10.2008 führten die Gewerkschaften des staatlichen und des privaten Sektors einen ganztägigen Generalstreik durch, der sich gegen die Wirtschaftspolitik der Regierung richtete, insbesondere gegen die Rentenreform, die eingeleitete Privatisierung der staatlichen Fluggesellschaft Olympic Airways und die reduzierten Sozialausgaben des Staates. Bei einer Demonstration in Athen wurde gefordert, den Mindestlohn auf 1400 € zu verdoppeln und die Änderungen im Rentensystem wieder rückgängig zu machen. Weitere Generalstreiks fanden am 10.12. und am 2.4.2009 statt.
Protestierende Bauern blockierten ab dem 20.1.2009 mit über 10.000 Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Nutzfahrzeugen ca. 70 Hauptverkehrsstraßen und die Grenzübergänge zu Bulgarien, Mazedonien und der Türkei. [...] Die Bauern forderten wegen sinkender Weltmarktpreise und EU-Subventionshilfen mehr staatliche Hilfen. [...]
Wirtschaft:
Am 7.10.2008 wurde die Erhöhung der Staatsgarantie für Bankeinlagen von 20.000 auf bis zu 100.000 € bekanntgegeben. Am 15.10. hieß es von Seiten der Regierung, man werde den Banksektor mit 28 Mrd. € unterstützen. Laut Wirtschafts- und Finanzminister Alogoskoufis seien die Banken zwar nicht stark von der Finanzkrise in Mitleidenschaft gezogen worden und kaum mit toxischen Finanzprodukten belastet, weil sie meist in regionalen Geschäften engagiert seien, sie müssten aber in die Lage versetzt werden, international konkurrenzfähig zu bleiben. Angesichts der hohen Staatsverschuldung wurden bis Dezember 2008 hohe Aufschläge auf die griechischen Staatsanleihen verzeichnet; der Anstieg der Zinsdifferenz im Vergleich zu bundesdeutschen Staatsanleihen verdreifachte sich bis Januar 2009 auf rd. 300 Basispunkte. Griechenlands wirtschaftliche Probleme resultieren nicht zuletzt aus der in den letzten Jahren zurückgegangenen Wettbewerbsfähigkeit. Die Produktivität bewegte sich weiterhin auf niedrigem Niveau. Dies spiegelte sich 2008 auch in einem Leistungsbilanzdefizit von 12,7% des BIP wider. Die EU-Kommission prognostizierte in ihrem Frühjahrsgutachten für 2009 einen Rückgang des BIP um 0,9% und ein Haushaltsdefizit von 5,1% des BIP. Die Staatsschuld dürfte bis 2010 von 97,6% (2008) auf 108% steigen. Die Regierung kündigte im Frühjahr 2009 an, die Gehälter im Öffentlichen Dienst zum Teil einzufrieren und eine einmalige Sondersteuer für Besserverdienende zu erheben. [...]
Obwohl Griechenland weniger stark als andere Länder von der internationalen Wirtschafts- und Finanzkrise betroffen war, stellte die hohe Staatsverschuldung eine enorme Belastung für die wirtschaftliche Entwicklung dar. [...]« Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten , S. 223 ff.

Kreditwürdigkeit Griechenlands herabgestuft
Die Ratingagenturen Fitch sowie Standard&Poor’s haben bereits im Dezember 2009 ihre Note für die Kreditwürdigkeit Griechenlands von "A-" auf "BBB+" gesenkt. Standard&Poor’s warnte zugleich davor, sie könne die Bonitätsnote weiter absenken.

4. Januar 2010: Die Regierung präsentiert ihr Sparprogramm.
»[...] ATHEN (dpa-AFX) - Auf die Griechen kommen harte Zeiten zu. Angesichts miserabler Finanzen und enormer Defizite will die Regierung in Athen an diesem Montag der EU ein vierjähriges Sparprogramm präsentieren. Ab 6. Januar sollen EU-Finanzexperten in Athen prüfen, ob diese Maßnahmen ausreichen. "In diesem Januar beginnt der Kampf um die Zukunft des Landes", kommentierte die linksliberale Athener Zeitung "Eleftherotypia" (Sonntag). Die Regierungen in Athen hatten in den vergangenen zehn Jahren die Defizite und die Schulden des Landes so schöngerechnet, dass das Defizit derzeit mit 12,7 Prozent zu Buche schlägt. Griechenland hat zudem mehr als 300 Milliarden Euro Schulden.
"Sollten die Athener Maßnahmen nicht die EU-Experten überzeugen, könnten noch härtere Vorgaben aus Brüssel kommen", berichtete die konservative Zeitung "Kathimerini" am Sonntag. Als erste Sparmaßnahme sollen die Gehälter im staatlichen Bereich um vier Prozent gekürzt werden, die Zahl der Beamten soll deutlich kleiner werden. Staatliche Betriebe sollen privatisiert werden. Der "Schock-Sparplan", wie die griechische Presse ihn nennt, sieht zudem eine höhere Immobiliensteuer und weitere indirekte Erhöhungen bei Tabak und Spirituosen vor. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, könnte der Mehrwertsteuersatz von derzeit 19 Prozent um einen Punkt erhöht werden, auch die Treibstoffsteuern kämen auf den Prüfstand. Im Dezember hatten Ratingagenturen davor gewarnt, dass Griechenland zahlungsunfähig werden könnte./tt/DP/he [...]«
Aus: finanzen.net, Athen präsentiert der EU Schock-Sparprogramm, 3.1.2010

»[...] Die Banken an der Wall Street und ihre jüngst schon wegen der Hypothekenkrise in Verruf geratenen Produktinnovationen kommen auch in der aktuellen Schuldenkrise von Griechenland unter Beschuss. Nach Medienberichten hat die New Yorker Bank Goldman Sachs der griechischen Regierung Anfang des Jahrzehnts mit Kreditderivaten dabei geholfen, das Ausmaß ihrer Schulden zu verschleiern und damit die Anforderungen der Europäischen Union zu umgehen.
Die Stabilitätskriterien des Vertrags von Maastricht schreiben seit 1999 unter anderem vor, dass das Defizit eines Euro-Landes 3 Prozent der Wirtschaftsleistung nicht übersteigen darf. [...]«
Aus: faz.net, Geschönte Haushaltsdefizite. Aufregung um Goldman und Griechenland, 16.2.2010.

Siehe auch:
meinpolitikblog.de, Nation unter Angriff – Griechenland – Illuminati Testland, 14.2.2010. »[...] Griechenland wird nun das Testgelände der Neuen Weltordnung sein! [...]«
Insider packt aus über Euro: "Das verrottete Herz Europas: Der schmutzige Krieg um Europas Geld", 20.2.2010. Interessant ist hier weniger das Werk des Insiders (Bernard Connolly] als vielmehr der Kommentar von "alexee" auf dieser Seite vom 20.2.2010. Hier nur ein kurzer Auszug: »[...] Die EU ist die stärkste Wirtschaftszone der Welt… noch vor den USA und China [...]. Der wirtschaftliche Einfluß Griechenlands auf die Union entspricht etwa dem des Bundestaats Ohio auf die USA. Tatsächlich ist die WIRTSCHAFTSKRAFT Griechenlands so niedrig, dass sie im großen und ganzen für die Stabilität des Euros KEINE Rolle spielt. Ihre Auswirkungen sind einzig und alleine psychologischer Natur… sie haben dem Euro vielleicht 10 Cent gegenüber dem Dollar gekostet… ein Umstand, über den wir eigentlich froh sein sollten, denn unsere Währung ist international eher zu stark als zu schwach. Die Griechen sind DANKBAR für die Währung, denn ohne den Euro wäre der Drachme heute besseres Klopapier und das ist ein FAKT! [...] Bernard Conolly arbeitet für AIG, einem der HAUPTSCHULDIGEN an der Finanzkrise. Der Spiegel bezeichnete AIG 2009 als "Die gefährlichste Firma der Welt" und veröffentlichte eine Titelgeschichte darüber, "Wie der amerikanische Versicherungskonzern AIG die Banken ins Risiko und die Finanzwelt fast in den Kollaps trieb". [...]«

Griechenland wird in eine bargeldlose Gesellschaft umgewandelt - Alles Schall und Rauch, 13.2.2010. Ab 1. Januar 2011 werden »[...] alle Zahlungen über 1.500 Euro in Bar dann verboten und müssen per Banküberweisung oder Kreditkarte durchgeführt werden. Unternehmen dürfen nur noch Rechnungen auf elektronischen Weg akzeptieren. Und es wird eine Amnestie für Denunzianten eingeführt. Diese Massnahmen werden mit der Bekämpfung der Schwarzarbeit und Steuerhinterziehung begründet. [...]«
alles-schallundrauch.blogspot.com, Griechenland wird in eine bargeldlose Gesellschaft umgewandelt, 13.2.2010. »[...] Wenn die Bilderberger sich das Land für den Tagungsort ihres alljährlichen geheimen Treffens aussuchen, dann hat das sicher eine symbolische Bedeutung. Wo haben sie sich 2009 eingefunden? Im Mai in Vouliagmeni bei Athen Griechenland!!! [...]«
 muz-online.de: Auf dem Weg zu einer Neuen Weltordnung

In der Nacht zum 23. Februar 2010 hat eine massive Streikwelle Griechenland erfasst.
»[...] Seit Mitternacht sind sämtliche Flüge von und nach Griechenland wegen der Beteiligung der Fluglotsen ausgefallen. Auch die Fähren zu den griechischen Inseln und die Eisenbahn werden bestreikt. Die U-Bahnen und viele Buslinien in Athen und Thessaloniki fahren ebenfalls nicht. Geschlossen blieben auch alle staatlichen Behörden, die meisten Schulen und die Universitäten. Die Ärzte in öffentlichen Krankenhäusern behandeln nur Notfälle. Im Radio und Fernsehen gab es keine Nachrichtensendungen, da auch die Journalisten für 24 Stunden die Arbeit niederlegen. Der Streik richtet sich gegen das Sparprogramm der Regierung, die damit gegen die Staatsverschuldung ankämpft. [...] Der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou hatte auf die Streikankündigung mit dem Hinweis reagiert, er habe zwar "Verständnis dafür", es gebe aber einfach "kein Geld". Das harte Sparprogramm der sozialistischen Regierung sieht unter anderem einen Einstellungsstopp im öffentlichen Dienst und Gehaltskürzungen für Beamte vor. Griechenland schuldet fast 300 Milliarden Euro. Die EU-Kommission hat die griechischen Staatsfinanzen unter ihre ständige Aufsicht gestellt. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuern in den kommenden Wochen gilt als sicher. Drastisch erhöht wurden bereits die Steuern auf Tabak, Spirituosen und Treibstoffe. Damit will sie das Staatsdefizit von jetzt 12,7 Prozent in den kommenden drei Jahren auf die erlaubten drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts drücken. [...]«
Aus: kurier.at, Griechenland ist von der Außenwelt abgeschnitten, 24.02.2010.

»[...] Staatsverschuldung ist am Siedepunkt und explodiert

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel hat vor der ausufernden Staatsverschuldung der Industrieländer gewarnt. Die Gesamtverschuldung der OECD Länder wird 100 Prozent vom BIP übersteigen, was noch nie in Friedenszeiten passiert ist. Drastische Massnahmen wären deshalb notwendig um dies einzudämmen. [...]
Die tickende Zeitbombe sieht man am besten aus Tabelle 1, über die fiskalische Situation jetzt und der zukünftigen Erwartung. Die Staatsverschuldung im Verhältnis zum BIP in den Ländern wird 2011 im Vergleich zu 2007 wie folgt steigen:

- Österreich von 62 auf 82 Prozent, Deutschland von 65 auf 85 Prozent.
- Griechenland von 104 auf 130 Prozent, Italien von 112 auf 130 Prozent.
- USA von 62 auf 100 Prozent, Grossbritannien von 47 auf 94 Prozent.
- Und der Weltmeister ... Japan von 167 auf 204 Prozent!!!

[...] Länder wie die USA und UK werden fast 10 Prozent des BIP für Zinsen zahlen müssen. Wenn man sich die Zahlen für 2011 anschaut, dann wird kein EU-Land die Maastricht-Kriterien von 3 Prozent einhalten können, KEIN EINZIGES! Alle sind mit dem doppelten oder dreifachem drüber, am schlimmsten Grossbritannien mit 12,5 Prozent. [...]
Die Karre ist so im Dreck, egal was die Staaten machen, es ist falsch. Wenn sie weiter diese Verschuldung betreiben und sogar noch ausweiten, um alle Löcher zu stopfen und Versprechungen zu erfüllen, dann wird eine Inflation oder Hyperinflation nicht zu vermeiden sein. Das Geld ist nichts mehr wert, alle Ersparnisse und Altersrücklagen verschwinden, die Menschen werden verarmen. [...]
Als Reaktion auf die EU-Hilfsaktion ziehen sich die Banken aus Griechenland zurück, denn dadurch ist jetzt offiziell bestätigt, das Land ist bankrott ... ja ist doch klar, wenn sie diese Hilfe benötigen.
Angesichts der Verunsicherung über die finanzielle Stabilität Griechenlands gehen europäische Banken auf Nummer sicher. Einige Häuser haben begonnen, ihre Kreditlinien für griechische Institute zurückzufahren. Die Situation der griechischen Banken in den kommenden Tagen wird sich noch verschlechtern. Dies gilt trotz des nun fest vereinbarten Hilfsprogramms der Euro-Länder für den Notfall.
Die BIZ hat heute die Liste der Gläubigerbanken Griechenlands veröffentlicht. Französische Institute stehen an erster Stelle, mit 76 Milliarden Dollar, dann die Schweizer Banken mit 64 Milliarden und die Deutschen mit 43 Milliarden. Die Banken reduzieren ihren Bestand an griechischen Staatsanleihen und begrenzen ihre Geschäftsbeziehungen mit Instituten des Landes. Es ist also nichts gelöst, es wird nur schlimmer. Jetzt dreht man Griechenland erst recht den Geldhahn zu. [...]«
Zitat: alles-schallundrauch.blogspot.com, 12. April 2010

»[...] Das hochverschuldete Griechenland hatte am Freitag (23.4.2010, Anm. Verf.) die EU und den Internationalen Währungsfonds (IWF) gebeten, die bereits vereinbarten Hilfen zu aktivieren. Innerhalb eines Jahres soll sich Griechenland bei der EU bis zu 30 Milliarden Euro leihen können, wovon 8,4 Milliarden Euro auf Deutschland entfielen. Hinzu kämen IWF-Hilfen von bis zu 15 Milliarden Euro.[...]«
Aus: tagesschau.de, Schwarz-Gelb streitet über griechischen Rettungsappell, 24.4.2010

»[...] Die Hilfe für die hoch verschuldeten Griechen wird immer teurer. Bis 2015 braucht Griechenland 230 Milliarden Euro – davon müsste Deutschland gut ein Viertel zahlen.[...]«
Aus: welt.de, Griechenland wird zum Fass ohne Boden, 24.4.2010

Kreditwürdigkeit erneut herabgesetzt
Am 27. April 2010 setzte Standard&Poor’s Griechenlands Kreditwürdigkeit auf BB+ herab.

Zur EURO-Krise: alles-schallundrauch.blogspot.com, Der gezielte Angriff der Finanzkiller auf den Euro, 29.04.2010. Quelle hierzu: Wall Street Journal, Hedge Funds Try 'Career Trade' Against Euro, 26.04.2010.

up

Hilfsmaßnahmen beschlossen

»[...] Die Länder der Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds (IWF) unterstützen Griechenland in den nächsten drei Jahren mit Krediten über 110 Milliarden Euro. Davon hat die Eurogruppe den Griechen 80 Milliarden Euro zugesichert, von denen Deutschland 22,4 Milliarden Euro finanziert. Der IWF steuert zu dem Rettungspaket 30 Milliarden Euro bei. [...]«
Aus: tagesschau.de

»[...] Die Staaten der Euro-Zone und der Internationale Währungsfonds (IWF) haben ihre gemeinsamen Beistandskredite über 110 Milliarden Euro mit der Bedingung weiterer Sparmaßnahmen in Griechenland verknüpft. [...]«
Aus: tagesschau.de, 05.05.2010

Generalstreik
Gegen die von der griechischen Regierung in Kraft zu setzenden Sparmaßnahmen, haben am Mittwoch, 5. Mai 2010, bis zu 200.000 Menschen protestiert. Parallel zu den Protestaktionen, fand ein 24-stündiger Generalstreik statt.
Unterdessen rutschte der EURO im Börsenhandel auf unter 1,30 EUR (zu 1,00 USD) ab. Die Ankündigung der Rating-Agentur "Moody's", Portugals Kreditwürdigkeit um mindestens zwei Stufen herabzusetzen, ließ den EURO weiter an Wert verlieren.
Siehe auch: alles-schallundrauch.blogspot.com, 05.05.2010
Euro-Rettungspaket
Um einem weiteren Verfall des EUROs und möglichen Staatspleiten entgegenzuwirken, entschieden die EU-Staaten ein Rettungspaket, das Kredite über bis zu 750 Milliarden Euro als mögliche Hilfen für angeschlagene Länder vorsieht. Der Anteil Deutschlands für Kreditgarantien beliefe sich dabei auf bis zu 148 Milliarden Euro.
Siehe: tagesschau.de, 21.05.2010

Weitere gefährdete Länder sind derzeit Rumänien, Portugal aber auch Spanien als viertgrößtes Land der Eurozone.
Tagungsort für das Bilderberger-Treffen 2010 ist ► Spanien (Sitges) (3. bis 9. Juni).
Siehe hierzu: alles-schallundrauch.blogspot.com, Bericht über den Tagungsort der Bilderberger, 26. Mai 2010. Themen sind: Griechenland, die EURO-Krise, die Rolle des IWF bei der Krisenregulierung europäischer Staaten sowie das weitere Vorgehen gegen Iran. Siehe auch: americanfreepress.net, James P. Tucker.

Die offizielle Teinehmerliste des Bilderberger-Treffens 2010

Moody's stuft Kreditwürdigkeit Griechenlands herab

Die Ratingagentur Moody's hat am 14. Juni 2010 die Kreditwürdigkeit Griechenlands um vier Stufen zurückgestuft: von "A3" auf "Ba1". Begründet wird dieser Schritt u.a. damit, dass von den Bedingungen für die milliardenschweren Kreditpakete der EU und des IWF große Risiken ausgingen. Griechenland sei nun gezwungen, ein strenges Sparprogramm durchzusetzen - und das ist eben nicht gut für die Konjunktur... Aha... und das nur wenige Tage nach dem Bilderberg-Treffen in Sitges... Die Entscheidung von Moody's wurde von Athen zumindest kritisiert, doch an der Abwärtsbewegung an den Börsen und des Euros konnte das nichts ändern. Schaun wir mal, was als nächstes kommt. Es steht ja das G8- und G20-Treffen in Huntsville, 225 Kilometer nördlich von Toronto ( Kanada), am 26./27. Juni an.
Siehe auch: www.tagesschau.de, 14. Juni 2010

»Kanada streitet über künstlichen See im Pressezentrum
Vor dem G8- und G20-Gipfel steigen die Ausgaben der kanadischen Regierung immer weiter. Schon die Investition von knapp einer Milliarde Dollar in die Sicherheit wurde kritisiert, das neueste Projekt stößt auf noch mehr Unverständnis: Ein zwei Millionen Dollar teurer Kunstsee.[...]«
Zitat: www.spiegel.de, 8. Juni 2010

»Toronto, Canada - It is almost certain that we will see a repeat of last year's police brutality like it happened in Pittsburgh, this time we will see it in the streets of Toronto. Toronto will host the G20 later in June, the event will be held on June the 26th and 27th. The G20 is labeled by many as the "meeting of the New World order" because last year in Pittsburgh's G20 meeting Obama openly proclaimed that there is now a "new world order".
fromtheold.com, G20 in Toronto on June 26th - 27th. Expect chaos, May 30, 2010

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.469 f.

Griechenland Literatur



www-Links



Griechenland News: Kathimerini
Greece News - www.einnews.com
Griechische Kultur - Politismos
HOMEPAGES ÜBER DAS GRIECHISCHE FESTLAND (MIT PELOPONNES UND CHALKIDIKI)
Euböa.de
Griechenland von A bis Z
Griechenland Informationen
Botschaft der Republik Griechenland
Antikes Griechenland
Griechenland Aktuell
Links and information on Ancient Greece
CIA - The World Factbook -- Greece
Lonely Planet World Guide | Destination Greece |
Wie entstand Philosophie (in Griechenland)
Länder- und Reiseinformationen : Griechenland : Die deutsch-griechischen Beziehungen
Alte Geschichte Griechenland
Griechenland als Brücke zwischen Ost und West Die Sehnsucht der Balkanseele
Musiktipps zu Griechenland
Alles über Griechenland - Hellas - Greece
Kykladen: Inselspringen.de
Informationen rund um die Kykladen Inseln
Südosteuropa Kultur e.V.
EU Informationen
Wirtschaft Daten und Fakten
 Globalisierung & Neoliberalismus (Deutschland - internationale Finanz- und Wirtschaftskrise - Erdöl - Globalisierungsfalle - Appell einer Jugendlichen)

up