Willkommen in den Niederlanden

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[Der Staat] [Die Menschen] [Niederländische Antillen] [Entwicklungen ab 2008] [www-Links] [Literatur]


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Offizieller Name: Königreich der Niederlande
Hauptstadt: Amsterdam
Regierungssitz: Den Haag
Fläche: 41.526 km²
Landesnatur: Der Hauptteil des Landes liegt unter 0 m, im N und W schützender Dünengürtel, im SO Vorderardennen und Nordrand des Rheinischen Schiefergebirges
Klima: Ozeanisch geprägtes mildfeuchtes Klima
Hauptflüsse: Maas, Waal, Lek, IJssel
Höchster Punkt: Vaalser Berg 322 m
Tiefster Punkt: Prins Alexander Polder -6,6 m
Regierungsform: Parlamentarische Monarchie
Staatsoberhaupt: Königin
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 12 Provinzen
Parlament: Zweikammerparlament; Erste Kammer mit 75 Abgeordneten, die für 4 Jahre indirekt von den Provinzialparlamenten gewählt werden; Zweite Kammer mit 150 für 4 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 30. April
Einwohner: 15.735.000 (1999); 16.336.000 (2006)
Bevölkerungsdichte: 379 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 89% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 19% (1999)
Analphabetenquote: 1% (1999)
Sprache: Niederländisch, Westfriesisch in Friesland und Groningen
Religion: Katholiken 27%, Protestanten 12%, Muslime 5,8%, Minderheiten von Hindus, Juden, Buddhidsten (2006)



Das Königreich der Niederlande wird volkstümlich meist als "Holland" bezeichnet, wenngleich dieser Name eigentlich nur für das Marschland im Westen mit den Provinzen Nord- und Südholland gilt. "Holland" ist in politischer, kultureller und wirtschaftlicher Hinsicht das Herz des Landes, das die charakteristischen Eigenschaften der Niederlande am besten verkörpert. Soweit der Blick reicht, erstreckt sich ebenes, grünes Land, das der Mensch zum Teil in hartem Kampf dem Meer abgetrotzt hat. Die unter dem Meeresspiegel gelegenen Gebiete werden von vielen Entwässerungsgräben und Kanälen durchzogen, die das Grün der Polder in geradlinige Muster zerteilen. Der Weg in das nächste Dorf oder die nächste Stadt führt oftmals nur über eine der vielen Zugbrücken, die auch das Passieren größerer Schiffe "mitten durch Gemüsefelder und Weiden" ermöglichen. Ein charakteristisches Merkmal der holländischen Landschaft sind die Windmühlen, die früher die Aufgabe hatten, das Wasser aus den Sammelgräben in die Kanäle zu befördern. Heute erfüllen Elektropumpen diese Aufgabe.
Im Frühjahr sind weite Teile der Niederlande von einem farbenprächtigen, duftenden Blumenteppich überzogen. Tulpen-, Narzissen- und Hyazinthenfelder locken Hunderttausende von Touristen in die Niederlande. Folkloristische "Farbtupfer" wie Umzüge, Feste, Märkte und Jahrmärkte gibt es in den Niederlanden mehr als genug. Der Käsemarkt in Alkmaar, die Blumenauktionen in Aalsmeer, Dörfer, in denen noch Trachten getragen werden, sind Ausdruck einer langen Tradition.

Im Sommer üben die Seebäder der Nordseeküste die größte Anziehungskraft aus: Scheveningen, Noordwijk, Zandvoort und Egmond - um nur die wichtigsten zu nennen. Während die ausgedehnten Dünengebiete Nordhollands dem Besucher ein einmaliges Naturerlebnis bieten, schätzen Wassersportler besonders das IJsselmeer und die vielen Seen und Kanäle.
Eine der beliebtsten Sport- oder besser Fortbewegungsarten der Niederländer ist das Fahrradfahren. Etwa 11 Millionen "fiets" (Fahrräder) und 11.000 km ausgebaute Fahrradwege soll es in den Niederlanden geben. Nationalsport der Niederländer ist jedoch das Schlittschuhlaufen, das seinen Höhepunkt in der "Elfstedentocht" (Elf-Städte-Tour) findet. Auf zugefrorenen Kanälen wird durch elf Städte eine 199 km lange Strecke gelaufen.
Die Niederlande bieten viele Sehenswürdigkeiten auf engstem Raum, wobei der idyllisch-ruhige Norden einen starken Kontrast zu dem Ballungsraum der "Randstad Holland" bildet. Doch sogar Amsterdam, die pulsierende Hauptstadt des Landes mit großstädtischem Flair, zeigt sich in ihrem Stadtbild - einer Kulisse aus historischen Kaufmannshäusern, Hunderten von Grachten und zahllosen Brücken - typisch niederländisch.

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Der Staat

Wie die Gesellschaft der Niederlande, so ist auch ihre staatliche Ordnung traditionsgebunden und zugleich offen für Wandlungen und Neuerungen. Die Tradition der "Republik der Vereinigten Niederlande", die 1581 nach langen Kämpfen gegen die spanische Oberherrschaft gegründet wurde, wird vor allem durch das Königshaus verkörpert. Die Königinnen und Könige der Niederlande sind Nachkommen des Prinzen Wilhelm I. von Oranien, der von 1572 bis 1581 den schließlich erfolgreichen Kampf um religiöse und politische Freiheiten anführte.
Seitdem haben die Niederländer darauf gebaut, dass ihr Anspruch auf staatliche Selbständigkeit und republikanische Freiheiten von den Oraniern verteidigt wird. Auch in der modernen parlamentarischen Demokratie, die sich auf der Grundlage der Verfassung von 1848 entwickelt hat, war deshalb nie umstritten, dass an der Spitze des Staates ein Monarch aus dem Hause Oranien steht.

Königin Beatrix bei Bilderberger-Treffen in Spanien
»[...] In der Rangordnung der Bilderberger rangiert Königin Beatrix ziemlich weit oben und sie ist einer der Langzeitmitglieder, nicht nur hier, sondern auch im Club of Rome. Ihr verstorbener Vater Prinz Bernhard zur Lippe-Biesterfeld (2004) war ja auch einer der Mitbegründer der Bilderberg-Gruppe 1954. Beatrix ist unter anderem Großaktionärin des Ölmultis Shell und wird zu den reichsten Frauen der Welt gezählt. Sie ist demnach keine Symbolfigur der niederländischen Monarchie, sondern hat wirklich Macht. [...]«
Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch, 6. Mai 2010. Bilderberg-Meeting Spanien - Tag 5

Siehe auch:
 muz-online.de, Neue Weltordnung - Bilderberger - Illuminati - Filme.
 muz-online.de, Verseuchte Luft, Böden und Gewässer - 50 Jahre Ölförderung in Nigeria

Regierung und Parlament
Nach dieser mehrfach reformierten, in den Grundzügen aber immer noch geltenden Verfassung zählt das Königreich der Niederlande zu den konstitutionellen Monarchien Europas. Die Königin ist also nicht nur Repräsentantin des Staates. Sie wirkt auch bei der in den Niederlanden oft schwierigen Regierungsbildung mit. Und sie kann zusammen mit dem von ihr berufenen Staatsrat auch die Gesetzgebung beeinflussen.
Praktisch wird die Gesetzgebung freilich weitgehend von der Regierung und vom Parlament, den "Generalstaaten", vollzogen. Der Name "Generalstaaten" geht auf die ständische Vertretung in der Zeit der burgundischen Niederlande zurück, die erstmals 1464 zusammengerufen wurde. Im Jahr 1814 ging der Name auf das Parlament über. Das Parlament umfasst zwei Kammern, die für jeweils vier Jahre gewählt werden: die 75 Abgeordneten der Ersten Kammer von den Landtagen der zwölf Provinzen, die 150 Abgeordneten der Zweiten Kammer direkt vom Volk. Während die Zweite Kammer Gesetzesvorlagen der Regierung verändern oder auch selbst in der Gesetzgebung initiativ werden kann, kann die Erste Kammer Gesetzesentwürfen nur zustimmen oder sie ganz ablehnen.

Die politische Kultur
Religiöse und sozialpolitische Gegensätze bestimmten lange Zeit das Parteiensystem und das Verbandswesen. Vor allem das Vielparteiensystem - historisch gewachsen und verfestigt - man spricht deshalb von "Versäulung" -, wurde von der konfessionellen Struktur des Landes bestimmt. Auf der einen Seite formierten sich die mehrheitlich calvinistischen Protestanten ebenso wie die Katholiken in eigenen Parteien, Gewerkschaften, Unternehmerorganisationen, Bauernverbänden usw. Den konfessionellen Parteien standen die liberale Partei und die Arbeiterpartei gegenüber, die zwar unterschiedliche Klasseninteressen vertraten, aber gemeinsam auf eine Trennung zwischen dem weltlich-staatlichen und dem kirchlich-religiösen Bereich bedacht waren. Doch äußere Bedrohungen, gruppenübergreifende Interessen und nicht zuletzt die seit langer Zeit ausgeprägte Bereitschaft zur Toleranz verhinderten tiefgreifende gesellschaftliche Konflikte und führten in den letzten beiden Jahrzehnten zu einem erheblichen Abbau der Spannungsfelder zwischen den großen Gruppen. Die christlichen Parteien haben sich 1980 zum "Christlich-Demokratischen Appell" (CDA) zusammengeschlossen, und die sozialdemokratische Arbeiterpartei (PvdA) hat sich mehr und mehr anderen sozialen Wählergruppen geöffnet. Auch in den Gewerkschaften und Arbeiterorganisationen kam es zu Zusammenschlüssen. Soziale Bewegungen und Bürgerinitiativen tragen überdies dazu bei, dass das politische Leben der Niederlande überaus vielfältig bleibt. PvdA und CDA regierten ab 1989 in einer großen Koalition, die 1994 von einer sozialliberalen Regierung abgelöst wurde. 1998 wurde die rechtsliberale VVD nach der PvdA zur zweitstärksten politischen Kraft.

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Niederlande

Die Menschen

Die Niederländer - ein Volk, das im Laufe der Jahrhunderte aus Friesen, Sachsen und Niederfranken zusammenwuchs - sind durch ihre gemeinsame Sprache miteinander verbunden. Das Niederländische hat sich aus dem Altniederdeutschen entwickelt und ist seit dem 17. Jahrhundert eine selbständige Schriftsprache.

Es bestehen jedoch gewisse Unterschiede zwischen den Provinzen. So haben die Friesen, die überwiegend in den Provinzen Friesland und Groningen leben, ihre eigenständige Sprache, das nach dem Zweiten Weltkrieg als "zweite Landessprache" offiziell anerkannte Westfriesisch, bis heute bewahrt - es gibt zweisprachige Grundschulen, seit 1938 eine "Friesische Akademie" in Leeuwarden, mehrere Universitätsstühle und eine lebendige westfriesische Literatur. Aber nicht nur in ihrer Sprache, sondern auch in ihren Bräuchen und Sitten heben sie sich stark von den Bewohnern der anderen Provinzen ab.
Noch bis weit in die 1960er Jahre bargen die religiösen und weltanschaulichen Unterschiede zwischen den Konfessionen - Katholiken sowie Protestanten in den verschiedenen Kirchen, vor allem in der Niederländisch-Reformierten Kirche - häufig Zündstoff für Auseinandersetzungen. Die scharfe Trennung zwischen Protestantismus und Katholizismus hat eine lange Tradition, die bis auf den Freiheitskampf der Niederländer im 16. und 17. Jahrhundert zurückreicht. Wenn heute die starren Fronten weitgehend aufgeweicht sind, kann dies zum einen der als besonders reformfreudig und progressiv geltenden niederländischen katholischen Kirche als Verdienst angerechnet werden. Zum anderen ist diese Entwicklung auch das Resultat einer fortschreitenden Abwendung - vor allem der jüngeren Generation - von konfessionellen Bindungen. Im Jahr 2006 gehörten rund 41% der Niederländer keiner Glaubensgemeinschaft an.

Minderheiten
Aus den ehemaligen Kolonien der Niederlande in Südamerika, der Karibik und Südostasien kam seit 1949 eine Vielzahl von Einwanderer ins Land. Mit mehreren aufsehenerregenden Aktionen machten die Molukker von der asiatischen Inselgruppe der Molukken (zum ehemaligen Kolonialgebiet Niederländisch-Indien, heute zu Indonesien gehörend) in den 1970er Jahren auf ihre Entwurzelung aufmerksam. Daraufhin versuchte die Regierung, sie stärker als bisher in die Gesellschaft einzubeziehen und bot ihnen aber gleichzeitig auch Möglichkeiten für die Wahrung ihrer kulturellen Identität.
Von den 16,3 Millionen Einwohnern entfallen etwa 19% auf Menschen mit Migrationshintergrund (Stand 2007).
Die fünf gößten Herkunftsgruppen sind: Indonesier (389.940), Deutsche (381.186), Türken (368.600), Surinamer (333.504) und Marokkaner (329.493). Siehe: Wikipedia.

Die "Randstad Holland"
Die Niederlande sind eines der am dichtesten besiedelten Länder der Welt. Bei 16 Millionen Einwohnern kommen auf jeden Quadratkilometer - und ein großer Teil des Landes liegt unterhalb des Meeresspiegels - rund 380 Menschen. Auch der Anteil der in Städten lebenden Bevölkerung ist mit knapp 90% sehr hoch. Die städtische Siedlungsweise hat besonders stark das flache Land durchdrungen, sodass in den Niederlanden die ländliche Lebensweise fast völlig verschwunden ist.
Die Konzentration von Dienstleistungen, Handel, Industrie und Schifffahrt sowie die günstige Lage als Bindeglied zwischen dem hochindustrialisierten europäischen Hinterland und Übersee ließ zwischen Utrecht/Hilversum im Nordosten und Dordrecht im Südwesten auf einer Länge von etwa 70 km und einer Breite bis zu 60 km ein ringförmiges städtisches Ballungsgebiet, die "Randstad Holland", entstehen. In ihr leben fast 50% der gesamten Bevölkerung auf nur 10% der Landesfläche. Die "Randstad" - der Name wurde 1930 von dem Gründer der niederländischen Fluggesellschaft KLM, Albert Pelsman, geprägt - besteht aus mehreren Zentren, die unterschiedliche Funktionen wahren. Während sich die nationalen Verwaltungsfunktionen vor allem auf Den Haag konzentrieren, ist Rotterdam eine typische Hafenstadt mit Großhandel und modernen Großindustrien; Amsterdam dagegen hat sich besonders zum Finanz- und Kulturzentrum des Landes entwickelt. Die alte Bischofsstadt Utrecht, Sitz zweier Erzbischöfe, ist, auch dank ihrer bekannten Universität, eine Art geistlicher und geistiger Mittelpunkt der Niederlande. Inmitten des Randstad-Ringes liegt das sogenannte grüne Herz, ein vornehmlich landwirtschaftlich genutztes Gebiet, das den Stadtbewohnern auch Erholungsmöglichkeiten bietet.

Die künftige regionale Siedlungsentwicklung soll sich auch auf die bedeutenderen Provinzhauptstädte Maastricht (Limburg) mit Heerlen, Zwolle (Overijssel), Groningen (Groningen) und Leeuwarden (Friesland) als städtische Knotenpunkte konzentrieren, ferner auf die Industriestädte Enschede/Hengelo (Twente, Provinz Overijssel). Dazu kommen als weitere "Ballungszentren" Geleen und Sittard in Süd-Limburg, Almelo in Twente und Alkmaar in Nordholland, ferner die übrigen Provinzhauptstädte im überwiegend ländlichen Norden und Osten sowie im äußersten Südwesten und Südosten.

Reiseziel Niederlande
Man bezeichnet die Niederlande gerne als das Land der Windmühlen und Tulpen. Endlose bunte Tulpenfelder bieten sich im Frühling dem Besucher an der "Bollenstreek" zwischen Haarlem und Leiden dar. Hier liegt auch der bekannte Blumenpark Keukenhof.

Die tolerante Einstellung und die gelassene Lebenshaltung der Niederländer, ihr Geschäftssinn, die Mischung aus kleinstädtischem Stolz und Weltoffenheit - fehlende Gardinen erlauben (meist) einen unverstellten Blick in die "gute Stube" - sowie das vielfältige Kultur- und Freizeitangebot ließen die Niederlande zu einem der beliebtesten europäischen Urlaubsländer werden. Auf verhältnismäßig kleinem Raum bietet das Land ein facettenreiches Bild: altholländische Städte und Grachten, Brücken und Kaufmannshäuser aus dem 17. Jahrhundert; buntes Völkergemisch, internationale Kultur und europäische Kunst in Amsterdam und Rotterdam, familienfreundliche Seebäder, die Dünenlandschaften der westfriesischen Inseln, faszinierende Einblicke in die reiche Erfahrung der Niederländer bei der Bändigung der Nordsee, z.B. das Sperrwerk an der Oosterschelde in der Provinz Seeland zwischen den Inseln Schouwen und Walcheren. Die Gelegenheit zum Wassersport bieten sowohl die Seebäder an der Nordseeküste als auch die vielen Seen im Binnenland und die Kanäle, die das ganze Land durchziehen.

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Niederländische Antillen

Wenn von den Niederländischen Antillen die Rede ist, denkt man wohl zuerst an die sogenannten ABC-Inseln Aruba, Bonaire und Curaçao vor der Küste Venezuelas, weniger an die weiter nordöstlich gelegenen Inseln Sint Eustatius, Saba und das zwischen Niederländern und Franzosen geteilte Sint Maarten bzw. Saint Martin. Die der venezolanischen Küste vorgelagerten Inseln bestehen aus kreidezeitlichem Gestein und Korallenkalk, die flache Hügel bilden. Höchste Erhebung ist mit 372 m der Sint Christoffelberg auf Curaçao. Die Inseln im Bereich der Inseln über dem Winde hingegen sind vulkanischen Ursprungs mit Höhen über 800 m auf Saba und über 500 m auf Sint Eustatius.

Die ABC-Inseln
1499 wurde die Curaçao-Inselgruppe entdeckt und Anfang des 16. Jahrhunderts von Spaniern besetzt, die die Inseln jedoch lediglich als Ausgangspunkt für die Eroberung des südamerikanischen Kontinents nutzten. Schon bald wurden die Niederländer von den reichen Salzvorkommen der ABC-Inseln, dem unentbehrlichen Rohstoff für ihre Heringswirtschaft, angezogen. 1634 besetzten sie Curaçao, und 1648 erfolgte die Anerkennung ihrer Eroberung im "Westfälischen Frieden".
Die Feindschaft zwischen Niederländern und Spaniern entsprang zum Teil religiösen Gegensätzen, doch beim Sklavenhandel arbeiteten Protestanten und Katholiken Hand in Hand. Die Niederländer machten ein gutes Geschäft, indem sie Afrikaner, die auf spanischen und portugiesischen Schiffen nach wochenlanger Seereise halbverhungert in Willemstad eintrafen, pflegten und versorgten, um sie auf den Sklavenmärkten der Karibik feilzubieten. Nach dem Verbot der Sklaverei verlegten sich die Niederländer auf die Herstellung von Pomeranzenlikör, den Anbau von Aloe sowie die Sammelwirtschaft von Divi-Divi, einer Hülsenfrucht, aus der Gerbstoffe gewonnen wurden.

Curaçao wurde zu einer der reichsten karibischen Inseln. Davon zeugen heute noch die ansehnlichen Bürgerhäuser um das Fort Amsterdam in Willemstad. Die spitzgiebeligen, bunt gestrichenen, mit Stuck verzierten Bauten, die sauberen Klinkerstraßen und die roten Ziegeldächer machen dieses Klein-Holland zu einem reizvollen Ort. Heute ziehen zahlreiche Touristen durch die klimatisierten Läden und Genever-Stuben zwischen "Herrenstraat" und "Wilhelminaplein" und lassen sich zwischen alten Festungskanonen vor dem Gouverneurspalast fotografieren.
Dass die geschäftstüchtigen Niederländer auch ein Herz für religiös und politisch Verfolgte hatten, zeigen Gebäude wie die große Synagoge, das älteste jüdische Gotteshaus auf amerikanischem Boden, sowie ein achteckiger Pavillon, in dem der südamerikanische Freiheitsheld Simon Bolivar eine Zeitlang wohnte.

»[...] Am 15.5.2009 sprachen sich die Bewohner der Antilleninsel per Referendum mit 52% der Stimmen für eine weitgehende Autonomie aus, die allerdings frühestens 2010 im Rahmen der Neuordnung der Niederländischen Antillen umgesetzt wird. [...]«
Der Fischer Weltalmanach 2010, S. 379

Wirtschaftliche Entwicklung
Seit dem Zweiten Weltkrieg profitieren Curaçao und Aruba von einem der begehrtesten Rohstoffe des 20. Jahrhunderts, dem Erdöl. In den Mammutraffinerien der Royal Dutch Shell wird nicht nur "Schwarzes Gold" aus Venezuela verarbeitet, es entstanden auch riesige Tankareale für importiertes Erdöl aus aller Welt sowie Trockendocks für Supertanker.
Mit der Industrialisierung wurde eine wirtschaftliche Grundlage für die geplante Unabhängigkeit gelegt. Heute bemüht man sich, die Wirtschaft zu diversifizieren, den Tourismus auszubauen und ein günstiges Investitionsklima zu schaffen. Ziel der Insulaner ist es, ohne die finanzielle Unterstützung des Mutterlandes auszukommen. Seit 1954 sind die fünfeinhalb Inseln ein autonomer, gleichberechtigter Teil des niederländischen Königreichs. Die Niederlande sind nur noch für die Außen- und Verteidigungspolitik zuständig. Den Inseln ist es freigestellt, die völlige Unabhängigkeit zu wählen und sich zu einem Staatenbund zusammenzuschließen. Während sich die Bewohner von Aruba, Curaçao und Sint Maarten einiges auf ihren Fortschritt zugute halten, scheint auf Bonaire, Saba und Sint Eustatius die Zeit stehengeblieben zu sein. Salzpolder und Vogelschutzgebiete bestimmen auf Bonaire das Inselbild, weltvergessen wirkt auch Sint Eustatius.

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Entwicklungen ab 2008

»[...] Die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise zwang auch die von dem christdemokratischen Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende geführte Koalitionsregierung zu einer Reihe von unkonventionellen Schritten, um den Finanzmarkt zu stabilisieren und einer Wirtschaftskrise vorzubeugen. Das innenpolitische Klima wurde weiter von der zunehmenden Polarisierung der Bevölkerung in migrationstolerante und -feindliche Lager belastet. [...]

Nothilfe für Banken
In seinem Finanzbericht für 2008 vom 2.5.2009 bezifferte Finanzminister Wouter Bos das direkte finanzielle Engagement des Staates zur Stabilisierung des Finanzmarktes auf 85,4 Mrd. €. [...]

Migrations- und Integrationspolitik:
Am 16.10.2008 wählte die sozialdemokratische Mehrheit im Stadtrat Ahmed Aboutaleb zum Bürgermeister von Rotterdam. Der Sohn marokkanischer Einwanderer, der auch die Staatsbürgerschaft seines Geburtslandes besitzt, übernahm am 1.1.2009 als erster Muslim die Führung einer niederländischen Großstadt.
Die sozialdemokratische Integrationsministerin Ella Vogelaar erklärte am 13.11.2008 ihren Rücktritt, nachdem sie u.a. von der eigenen Partei harte Kritik wegen zu nachgiebiger Haltung und "multikultureller" Orientierung erhalten hatte. Entscheidender Streitpunkt war ihre Weigerung, eine von der Regierung geplante Datenbank über straffällige Kinder von Einwanderern aus den Niederländischen Antillen einzurichten. Ihr Nachfolger im Amt wurde Eberhard van der Laan. Für die Sozialdemokraten blieb die Integrationspolitik ein Streitthema; am 15.3.2009 verabschiedete ein Parteikongress in Utrecht gegen den Willen von Parteichef Wouter Bos eine integrations- und migrationsfreundliche Grundsatzresolution.
Der Oberste Gerichtshof in Amsterdam wies am 21.1.2009 die Staatsanwaltschaft an, gegen Geert Wilders, den Führer der rechtspopulistischen Partei für die Freiheit (PVV), ein Strafverfahren wegen Rassismus und Volksverhetzung einzuleiten. In dem Fall, der heftige Debatten entfachte, geht es um den im März 2008 veröffentlichten Film "Fitna", mit dem Wilders sich zahlreiche Strafanzeigen zugezogen hatte. Die Staatsanwaltschaft Amsterdam hatte die Aufnahme von Ermittlungen am 30.6.2008 mit der Begründung abgelehnt, die Äußerungen des Rechtspopulisten seien als Beiträge zu einer gesellschaftlichen Debatte nicht strafwürdig. [...]« Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten , S. 378 ff.

Hier ein Auszug aus dem Interview der Wiener Zeitung mit Geert Wilders, dem Produzenten des Anti-Koran-Films "Fitna" ("Das Böse") vom 21.2.2008:
»[...] "Wiener Zeitung": Sie planen in Kürze die Veröffentlichung eines provokanten Anti-Koran-Films mit dem Titel "Fitna" ("Das Böse"). Welche Beweggründe und Ideen stecken dahinter?
Geert Wilders: Im August 2007 habe ich in einen Artikel für den "Volkskrant" (niederländische Tageszeitung, Anm.) geschrieben, in dem ich gefordert habe, dass der Koran in Holland ähnlich wie "Mein Kampf" – derzeit das einzige Buch, das bei uns auf der Schwarzen Liste steht – verboten werden sollte. Ein Buch gesetzlich zu verbieten, bedarf einer schwierigen Prozedur, weshalb ich in meiner Analyse die dringende Notwendigkeit dafür unterstrichen habe, weil der Koran ein faschistisches Buch ist und verbannt gehört. [...]«
Siehe auch:

»[...] EU
Aus der Wahl zum Europäischen Parlament am 4.6.2009 ging die christdemokratische CDA als stärkste Kraft hervor: Mit 20,1% der Stimmen, stellt sie fünf der 25 niederländischen Parlamentarier in Straßburg, zwei weniger als nach der Wahl 2004. Der eigentliche Sieger war die europakritische PVV, die - 2006 gegründet - erstmals zur EU-Wahl antrat. Sie erreichte 17,0% der Stimmen und gewann vier Mandate. [...] Der PVV-Parteivorsitzende Wilders gab nach der Wahl bekannt, sein EU-Mandat nicht wahrnehmen zu wollen, da er die Einmischung der EU in niederländische Angelegenheiten ablehne. [...]

Marokko: Das gespannte Verhältnis zu Marokko wurde weiter belastet, als am 24.10.2008 ca. 40 in den Niederlanden praktizierende Imame überraschend nach Rabat einbestellt wurden, um religiöse Instruktionen zu erhalten. Die Regierung in Den Haag wirft Marokko seit längerem vor, die Integration marokkanischer Einwanderer [...] zu behindern, um ihre Bindung an den Islam und die Aufrechterhaltung des Geldtransfers in das Herkunftsland zu sichern. Die Abberufung der Imame erfolgte knapp eine Woche vor dem Beginn einer Parlamentsdebatte (30.10.) über eine Spionageaffäre: Am 15.9.2008 war in Rotterdam der aus Marokko stammende Polizeibrigradier Re Lemhaouli aus dem Dienst entlassen worden, weil er nach Erkenntnissen des niederländischen Geheimdienstes AIVD für den marokkanischen Geheimdienst gearbeitet haben soll. Den Haag legte am 18.9. Protest in Rabat ein. Schon vorab hatte die marokkanische Regierung zwei in die Affäre verwickelte Diplomaten aus Den Haag abberufen. [...]«
Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 378 f.

Molukker gegen Marokkaner - die niederländische Kleinstadt Culemborg befindet sich im Belagerungszustand. Die Behörden befürchten ein Übergreifen auf andere Orte.
In der Neujahrsnacht entbrannten gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Molukker und Marokkaner. »[...] Am Sonntag (3.1.2010, Anm.) flammten sie erneut auf, bis die Polizei mit einem robusten Aufgebot eingriff und den betroffenen Stadtteil Terweijde in einen Belagerungszustand versetzte, mit Strassensperren, Versammlungs- und Zutrittsverbot. [...] Gewalttätige Auseinandersetzungen unter Jugendlichen über den Jahreswechsel sind zwar auch in den Niederlanden nichts Seltenes. Im ganzen Land sollen 2500 Vorfälle bei der Polizei gemeldet und über 900 Personen vorübergehend festgenommen worden sein. Doch was sich in Culemborg abspielte, war neu. Es standen sich Einwanderer der zweiten Generation gegenüber, hie Molukker, da Marokkaner. In Spitzenzeiten waren auf jeder Seite rund 50 Jugendliche an den Unruhen beteiligt. Es entstanden beträchtliche Sachschäden, Autos wurden angezündet, Vorgärten verwüstet und Fensterscheiben eingeschlagen. [...] Zur Eskalation am Silvesterabend war es gekommen, als ein Auto mit vier marokkanischstämmigen Burschen in eine Gruppe jugendlicher Molukker fuhr, die sich vor einem Haus versammelt hatten. Die Angegriffenen verfolgten die Angreifer, die ihrerseits Verstärkung erhielten. Zurück blieben mehrere Verletzte. Eine junge Frau musste mit einer Kopfwunde ins Spital gebracht werden, nachdem sie durch das Fenster ihres Hauses von einem Stein getroffen worden war.
Der Bürgermeister von Culemborg rief für Terweijde den Notstand aus. Rund 100 Beamte der Polizei sichern seit Montag den betroffenen Stadtteil und die Zufahrtswege; Videoanlagen überwachen die neuralgischen Punkte. Laut Angaben der Behörden sollen die Notstandsmassnahmen noch mindestens zwei Wochen lang aufrechterhalten werden. Mehrere Rädelsführer wurden festgenommen; für mindestens zwei von ihnen ordnete die Staatsanwaltschaft Untersuchungshaft an. [...]«
Aus: dimadima.de, Molukker gegen Marokkaner - Unruhen in Holland

akte-islam.de: »Niederlande: "Rassenunruhen" der Marokkaner gehen weiter
In den Niederlanden spricht man jetzt bei den gewalttätigen Mohammedaner-Aufständen in der Stadt Culemborg von "Rassenunruhen". [...]«
Quelle: nrc.nl, Race riots lead to emergency measures in Culemborg, 5.1.2010

Regierungsauflösung im Februar 2010
Die seit 2007 regierende Koalition aus Christdemokraten (Ministerpräsident Balkenende), Sozialdemokraten (Vizepremier Wouter Bos, der eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes um jeden Preis verhindern wollte) und Christen-Union zerbrach im Februar 2010 am Streit um den Verbleib der niederländischen Truppen im mittelafghanischen Urusgan, bei dem bisher 21 niederländische Soldaten ums Leben kamen. Dieser Einsatz, an dem die Niederlande mit 1900 Soldaten beteiligt sind, sollte ursprünglich 2008 enden, wurde aber 2007 bis 2010 verlängert. Der Konflikt zwischen linkem und rechten Lager könnte in seiner Konsequenz dazu führen, dass eine neue Regierung, die spätestens drei Monate nach Auflösung der schwarz/roten Koalition gewählt werden muss, sich aus Christdemokraten, Christen-Union und den ganz Rechten, der PVV, der Partei für Freiheit und Fortschritt unter Geert Wilders zusammensetzt. Einer linken Koalition unterstützt von Grünen und Sozialisten werden dagegen geringere Chancen eingeräumt.

Kommunalwahlen 2010

Bei den Kommunalwahlen am Mittwoch, den 7. Juni, konnte Geert Wilders mit seiner "Partei für die Freiheit" (PVV, 24 Sitze) aus dem Stand heraus einen Sensationserfolg erringen. Hinter der rechtsliberalen "Volkspartei für Frieden und Demokratie" (VVD, 31 Sitze) und den "Sozialdemokraten" (PvdA, 30 Sitze) wurde die PVV drittstärkste Kraft. Die bisher regierenden Christdemokraten (CDA) erhielten mit 21 der 150 Tweede-Kamer-Sitze das schlechteste Ergebnis ihrer Geschichte.
Eine Regierungsbildung dürfte sich nun schwer bewerkstelligen lassen, treffen mit VVD, PvdA und PVV doch recht unterschiedliche Philosophien aufeinander. Dass sich 31% der Niederländer für den neoliberalen Kurs von Mark Rutte (vom Typ smarter Jungmanager) aussprechen, der sich für harte Sparmaßnahmen, insbesondere im Sozialbereich, einsetzt, verwundert. Wieso wählen Menschen jemanden, der ihnen offensichtlich eher schaden wird ?

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1027 f.



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www-Links



Die Akte Van Gogh - Ein Mord zwingt eine ganze Gesellschaft zum Nachdenken
NIEDERLANDE : Balkenendes Pyrrhussieg
Mord in Hilversum - Pim Fortuyn
Beziehungen zwischen den Niederlanden und Deutschland
Keukenhof
Wetter Niederlande
AMSTERDAM Tourist Information
Wege zum Expressionismus: Vincent van Gogh
Government.nl - Regeringssite_EN
Ministry of Foreign Affairs -- Information about the Netherlands in other languages
Languages of Netherlands
CIA -- The World Factbook -- Netherlands
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Ethnische Minderheiten in den Niederlanden
Die Drogenpolitik der Niederlande
Liste der Königinnen und Könige der Niederlande
History of the Netherlands
Netherlands travel | Lonely Planet World Guide
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