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Offizieller Name: Irland
Hauptstadt: Dublin
Fläche: 70.273 km²
Landesnatur: Zentrales Tiefland (Central Lowlands), im N Donegal-Bergland, im W Connemara-Bergland, im S Bergländer von Kerry u. Cork, im 0 Wicklowberge
Klima: Durch den Golfstrom beeinflußtes mildes, ozeanisch gemäßigtes, regenreiches Klima
Hauptflüsse: Shannon, Blackwater, Suir, Barrow
Höchster Punkt: Carrauntoohill 1041 m
Regierungsform: Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 4 Provinzen, 26 Grafschaften (counties)
Parlament: Zweikammerparlament mit 166 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten im Abgeordnetenhaus und 60 Senatoren im Senat
Nationalfeiertag: 17. März
Einwohner: 3.705.000 (1999); 4.015.676 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 53 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 60% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 22% (1999)
Analphabetenquote: 1% (1999)
Sprache: Irisch, Englisch
Religion: Katholiken 88%, Anglikaner 3%
Importgüter: Obst, Getreide, Maschinen, Fahrzeuge, Mineralöl, Kunststoff
Exportgüter: Chemikalien, Computer, Molkereiprodukte, Fleisch, Textilien



Irland

Irland, die westliche der beiden großen Britischen Inseln, wird zu Recht die "Grüne Insel" genannt. Zu fünf Sechsteln gehört sie zur unabhängigen Republik Irland, das übrige - nordöstliche - Sechstel, Nordirland, ist Teil des Vereinigten Königreichs von Großbritannien und Nordirland.
Grasbewachsene Hänge im Osten der Republik bilden einen lebhaften Gegensatz zu den heidebedeckten Hügeln und Bergseen des Westens. Im Landesinneren prägen ebenes Weideland und ausgedehnte Torfmoore das Landschaftsbild. Die randlichen zerklüfteten Gebirge formen schroffe Felsküsten, die steil zum oft stürmischen Meer abbrechen. Das milde, feuchte Wetter scheint von Tag zu Tag zu wechseln. Im äußersten Südwesten der Insel allerdings, in der Grafschaft Kerry, gedeihen - durch den warmen Golfstrom begünstigt - sogar im Freien subtropische Pflanzen.

Die lebenslustigen Iren sind talentierte Redner, besonders nach einem Glas dunklem Starkbier -"stout" oder (nach der berühmten Brauerei) "guinness" genannt. Eine Reihe Autoren hat irische Rhetorik in Roman und Drama zu einem beneidenswerten Höhepunkt geführt. Die berühmten Namen reichen von Richard Brinsley Sheridan, Oscar Wilde und William Butler Yeats bis zu George Bernard Shaw, John Millington Synge, Sean O'Casey, Samuel Beckett, Brendan Behan und James Joyce.
Die Iren begeistern sich für Musik. Brillante Flöten- und Harfenspieler trugen dazu bei, daß sich die irische Volksmusik über die ganze Welt verbreiten konnte. Sobald der sanfte irische Akzent erklingt, lassen Volkstänze - flotte Gigues und Reels - und gefühlvolle Balladen nicht lange auf sich warten. Meisterwerke wie das berühmte "Book of Keils", das aus dem 8. oder 9. Jahrhundert nach Christus stammt, sind glänzende Zeugnisse einer weiteren hochentwickelten Kunst, der Buchmalerei.
Die meisten Iren haben keltische Vorfahren. Der Zauber jener Zeit ist immer noch in halbvergessenen Sagen von Todesfeen, Elfen und heidnischen Göttern lebendig geblieben. Als jedoch der heilige Patrick im 5. Jahrhundert das irische Volk zum Christentum bekehrte, wurde der Katholizismus zum beherrschenden Glauben der Nation. Heute bekennen sich 88 % der Bevölkerung zum katholischen Glauben. Der Zusammenstoß mit der fast ausschließlich protestantisch orientierten Kultur Nordirlands hat immer wieder dazu geführt, die bewegte Vergangenheit und Gegenwart aufzuwühlen.

Angeblich leben mehr Iren im Ausland als in Irland selbst. Die meisten von ihnen haben große Sehnsucht, ihr Heimatland wiederzusehen. Jahr für Jahr strömen Besucher zu Millionen auf die "Grüne Insel", um den Zauber ihrer Landschaft, die Vielfalt an sportlichen Aktivitäten - vom Angeln bis zum Pferderennen - und die unvergleichliche Herzlichkeit irischer Gastfreundschaft zu erleben.
Irland ist ein blühendes Agrarland, das sich durch die Mitgliedschaft in der Europäischen Union in vielversprechender Weise entwickeln konnte. Vom allgemeinen Erscheinungsbild her wirkt das Land jedoch liebenswert altmodisch und heruntergekommen und bestätigt damit die vorgefassten Meinungen von zahlreichen Besuchern. Die Iren wenden sich zu Recht gegen diese Vorurteile, nutzen sie aber zugleich zu ihrem Vorteil.
Die Iren sind als warmherzig, freundlich und gesprächig bekannt; viele Iren machen sich einen Spaß daraus, dieses Image zu bestätigen. Sie lassen ihrer Redelust und Phantasie freien Lauf, so als ob sie tatsächlich den legendären Stein von Blarney geküsst hätten, der "die Gabe der freien Rede" verleihen soll.

Der Staat

Irland ist eine politisch souveräne, unabhängige demokratische Republik. Das Parlament des Landes setzt sich aus zwei Häusern zusammen, denen der Staatspräsident vorsteht. Dieser ist offizielles Staatsoberhaupt und wird vom Volk für sieben Jahre direkt gewählt; er kann einmal wiedergewählt werden.
Das Parlament besteht aus zwei Kammern, dem Repräsentantenhaus (Dáil Éireann) mit 166 Mitgliedern und dem Senat (Seanad Éireann) mit 60 Mitgliedern. Beide Häuser tagen im Leinster House in Dublin. Der Premierminister (Taoiseach), der vom Präsidenten ernannt wird, ist der eigentliche Regierungschef.

Er wird für fünf Jahre gewählt und ist in der Regel Führer der Mehrheitspartei im Repräsentantenhaus. Er stellt sich aus der Reihe der Parlamentsmitglieder sein Kabinett zusammen.
Zum gegenwärtigen Zeitpunkt gibt es in Irland vier größere politische Parteien: die Republikaner (Fianna Fáil), die konservative Fine Gael, die sozialistische Labour Party und die Demokratische Fortschrittspartei (Progressive Democratic Party).
Das Gerichtswesen stützt sich auf den Supreme Court, das Oberste Gericht des Landes, und - eine Stufe niedriger - auf den High Court (das Hohe Gericht). Darüber hinaus gibt es noch eine Reihe von Gerichten mit beschränkter Zuständigkeit. Der Präsident ernennt die Richter auf Lebenszeit.

Die Kommunalverwaltung wird von 26 Grafschaften wahrgenommen (Tipperary ist aus verwaltungstechnischen Gründen in zwei Bezirke aufgeteilt). Die Städte Cork, Dublin, Galway, Limerick und Waterford bilden Stadtgrafschaften. Irland ist verschiedenen internationalen Organisationen beigetreten. Es ist Mitglied der UN (Vereinten Nationen), der OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) und auch der Europäischen Union.

Bevölkerung
Rund 60% der über 4 Millionen Einwohner Irlands leben in den Städten und Großstädten, der übrige Teil der Bevölkerung in kleineren Stadtgemeinden, Dörfern oder auf Gehöften in ländlichen Gegenden; nur die Hauptstadt Dublin und die Stadt Cork haben mehr als 100.000 Einwohner.
Irisch (eine gälische Sprache) ist die offizielle Amtssprache, Englisch nur die zweite, trotzdem wird Englisch im Gegensatz zu Irisch von allen Iren gesprochen. Von staatlicher Seite werden Schulen angewiesen, Irisch zu unterrichten, um es als lebende Sprache zu erhalten. Die Gebiete mit Irisch sprechender Bevölkerung sind unter dem Namen Gaeltacht bekannt und werden durch ein Sonderministerium verwaltet, dessen hauptsächliche Aufgabe die Förderung der irischen Sprache ist.
Der Lebensstandard variiert von relativem Wohlstand in städtischen Gegenden bis zu ärmlichen Verhältnissen in strukturschwachen ländlichen Regionen.

Bildungswesen
Für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren besteht allgemeine Schulpflicht. Nahezu alle Schulen in Irland werden von privaten Organisationen geleitet, insbesondere von der katholisehen Kirche und teilweise der anglikanischen Church of Ireland. Da jedoch auch der Staat finanzielle Unterstützung gewährt, ist an den meisten Grundschulen und den weiterführended Schulen die Ausbildung kostenlos.

Religion
Die Religion spielt in Irland von jeher eine wichtige Rolle. Etwa 88% der Bevölkerung sind katholisch, was z. T. erheblichen Einfluss auf die Regierungspolitik hat und bis zur Zensur von Büchern und Theaterstücken führte. Die Terroranschläge, die in Nordirland verübt wurden, sind zum großen Teil auf den scharfen Gegensatz der Republik zum vornehmlich protestantisch ausgerichteten Nachbarstaat zurückzuführen. Die von der Regierung verbotene IRA (Irisch Republikanische Armee) machte sich diese religiösen Differenzen zunutze, um eine Wiedervereinigung Irlands auf gewaltsamem Wege zu erreichen, was bekanntlich scheiterte. 2005 hat die IRA ihren gewaltsamen Weg für beendet erklärt und ihr Waffenarsenal unbrauchbar gemacht. Die Regierungen in London und in Dublin begrüßten die Entwaffnung als Schritt zum Frieden.

Wirtschaft

Wirtschaftlicher Erfolg
Aus dem einst armen Irland ist - mit einigen Einschränkungen - ein reiches Land geworden, bis ab dem Jahr 2007 - mit der "Internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise" - der wirtschaftliche Niedergang begann und im April 2009 sogar der Staatsbankrott droht. Irland (der "keltische Tiger") galt ab Mitte der 1990er Jahre als Bilderbuchbeispiel dafür, wie ein Land von der Globalisierung profitieren kann. Irland hat sich der Konkurrenz auf dem Weltmarkt gestellt, offene Handelsbeziehungen gefördert und steuerliche Anreize für Investoren angeboten. Dabei profitierte es zunächst davon, dass die steuerlichen Bedingungen für Unternehmensansiedlungen in anderen Ländern deutlich schlechter waren. Ende der 1990er Jahre erreichte das Land nahezu Vollbeschäftigung, Heirats- und Geburtenrate stiegen wieder deutlich an. In den Jahren 2002 bis 2004 war Irland im Globalisierungsranking auf Platz 1. Im Jahr 2005 wurde es allerdings von Singapur abgelöst.

Am 12.12.2005 kam es zur größten Demonstration seit einem Vierteljahrhundert. Mehr als 150.000 Menschen in Dublin und acht anderen irischen Städten gingen gegen Dumpinglöhne und "Sklavenarbeit" auf die Straße. Siehe taz: Irland demonstriert gegen Sklavenarbeit

2007 war Irland im Globalisierungsranking bereits auf den 5. Platz abgerutscht. Siehe: www.atkearney.de.

Der Wirtschaftsboom kam zuletzt bei immer weniger Menschen, gerade auf dem Land, an. Die Arbeitslosigkeit stieg mit 5,4 Prozent im Mai 2008 auf den höchsten Stand seit 1999.

EU-Reformvertrag

Unterschiedliche Ängste der Iren (z.B. Verlust der Steuerhoheit, schwache Gewichtung irischer Stimmen im Europäischen Rat u.a.) führten dazu, dass bei der Volksabstimmung im Juni 2008 der EU-Reformvertrag (Vertrag von Lissabon) abgelehnt wurde (siehe auch: Warum die Iren gegen die EU-Reform aufbegehren). Für die Gegner des Vertrages ist das Ergebnis ein "Sieg für die Demokratie". Für die Befürworter wird das ablehnde Ergebnis jedoch als Rückschlag für die EU bewertet.

Kommentar von Hans-Peter Martin erschien in verschiedenen Medien, 14.12.2008: Siehe: Demokratie-Zerstörer
»[...] Geld, Verleumdung und Augenauswischerei. Damit wollen die EU-Entscheidungsträger den europäischen Bürgern endgültig ihren Willen aufzwingen. Was Hans-Peter Martin beim jüngsten EU-Gipfel in Brüssel erlebte, war praktizierte Demokratie-Zerstörung. [...] Irland muss eine neue Abstimmung abhalten, obwohl im Juni 2008 bereits 53,4 Prozent der Wähler eindeutig Nein zum Lissabon-Vertrag gesagt haben, der die unkontrollierte Macht der Beamten und Lobbyisten in Brüssel zementieren und dem gewählten EU-Parlament weiterhin keine Gesetzesinitiativen einräumen wird. [...]«

Bei der Volksabstimmung am 2. Oktober 2009 haben die irischen Bürger im zweiten Anlauf dem EU-Vertrag von Lissabon zugestimmt. Angesichts der desolaten Wirtschaft meinte wohl nun die Mehrheit der Iren, dass man keine andere Wahl habe, als dem Vertrag zuzustimmen. Schade. Das neoliberale Projekt ist wieder einen Schritt weiter gekommen. Dessen Endziel ist die Schaffung eines globalen Feudalsystems, das die Verelendung breiter Bevölkerungsschichten, finanzielle Privilegien einer mächtigen Minderheit und die Absicherung der Beute durch einen autoritären Überwachungsstaat beinhaltet.

Irland
Opfer des eigenen Erfolgs

iwd – Informationsdienst des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
Nr. 7 vom 12. February 2004

Durch eine maßvolle Lohnpolitik, niedrige Steuersätze für Unternehmen und unbürokratische Entscheidungen für zügige Firmenansiedlungen hat Irland den Grundstein zum Aufbau einer leistungsfähigen Wirtschaftsstruktur gelegt. Nicht zuletzt deshalb ist der keltische Tiger recht gut durch die weltweite Rezession gekommen. Doch jetzt bedrohen Arbeitskräftemangel und Inflationsrekorde den Erfolg.
Mit der Republik Irland hatte zu Beginn des Jahres 2004 ein europäischer Musterschüler die EU-Ratspräsidentschaft übernommen, der beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf – in Kaufkraftstandards 29.042 Euro im Jahr 2003 – binnen einer Dekade den Sprung vom Ende an die Spitze der EU-Mitglieder geschafft hat. Heute wird die Insel nur noch vom Bankenplatz Luxemburg übertroffen. Deutschland folgt mit 24.775 Euro erst auf dem achten Platz.
Das irische Bruttoinlandsprodukt wuchs im vergangenen Jahrzehnt im Durchschnitt um 7,7 Prozent pro Jahr, das der gesamten EU dagegen nur um 2 Prozent.
Der Grundstein zu diesem rasanten Aufstieg wurde 1987 gelegt. Regierung und Tarifparteien beschlossen damals das "Program for Prosperity and Fairness". Darin verpflichteten sich die Gewerkschaften zu Lohnzurückhaltung und Streikverzicht. Die Regierung wollte im Gegenzug Steuern senken, um Unternehmen und Arbeitnehmer zu entlasten.
Flankiert wurde dieses Programm durch Hilfen der EU, die Steuersenkungen und Investitionszuschüsse mitfinanzierte. Ähnliche Beihilfen in anderen EU-Regionen haben jedoch nicht zu den gleichen Erfolgen geführt. Insofern wäre es unfair, den irischen Boom allein auf die EU–Zuschüsse zurückzuführen. Denn die Basis des irischen Wirtschaftswunders ist eindeutig hausgemacht: Durch günstige Investitionsbedingungen mit niedrigen Steuern, schnellen Genehmigungsverfahren für Industrieansiedlungen und einem verlässlichen Tariffrieden entwickelte sich die Inselrepublik trotz ihrer Randlage zum bevorzugten Investitionsstandort in Europa – gerade auch für US-Unternehmen: In Irland sind über 570 amerikanische Firmen präsent, die mit Direktinvestitionen von 34 Milliarden Dollar 90.000 Arbeitsplätze geschaffen haben.
Zwar machte die europäische Raubkatze zuletzt deutlich kleinere Wachstumssprünge; sie liegt in Europa aber immer noch mit an der Spitze hinter Griechenland mit seinem Olympiaboom. Durch Investitionen in die Infrastruktur und weitere Steuersenkungen bemüht sich die Regierung, die Attraktivität des Standorts hochzuhalten (Grafik): Die Körperschaftsteuer wurde seit 1998 Schritt für Schritt von 32 auf 12,5 Prozent gesenkt – in Deutschland zahlen die Unternehmen inklusive der Gewerbesteuer 38,7 Prozent.
Die Steuererleichterungen bleiben nicht auf die Wirtschaft beschränkt. Was in Deutschland mit der Steuerreform 2004/2005 auf den Weg gebracht wurde, ist auf der Insel längst Wirklichkeit: Durch eine großzügige Anhebung der Freibeträge müssen viele Iren keine Einkommensteuer mehr bezahlen. Schon der Grundfreibetrag liegt nun bei 7.600 Euro für Ledige und 15.200 Euro für Ehepaare; der Spitzensteuersatz wurde auf 42 Prozent abgesenkt. In Deutschland gelten zwar ähnliche Freibeträge, in der Spitze aber sind einschließlich Solidaritätszuschlag 47,5 Prozent vom Einkommen an den Staat abzuführen.

Inzwischen ist das grüne Eiland allerdings zum Opfer des eigenen Erfolgs geworden: Arbeitskräfte sind schwer zu bekommen, seitdem die Arbeitslosenquote von etwa 16 Prozent im Jahr 1993 auf 4,5 Prozent im Dezember 2003 gefallen ist. Die Beschäftigtenzahl stieg gleichzeitig von 1,3 auf 1,8 Millionen an; nicht wenige Auswanderer haben sich zur Rückkehr entschlossen.
Vollbeschäftigung und Immobilienboom bedrohen die Preisstabilität – mit durchschnittlich 4,8 Prozent Inflation lag Irland in den letzten drei Jahren weit über dem Schnitt der Europäischen Union von 2,1 Prozent. Die Insel könnte so zu einem teuren Wirtschaftsstandort werden – und der Glanz einige Kratzer abbekommen.

Finanz- und Wirtschaftskrise

Mit der "Anglo Irish Bank" verstaatlicht Irland seine erste Bank.
»[...] Irlands Banken hat die Finanzkrise besonders hart getroffen. Bereits Ende September hatte die Regierung Milliardengarantien für alle Einlagen bei den Banken verkündet. Das Parlament hatte der staatlichen Garantie im Oktober zugestimmt. [...]«
tagesschau.de, 16.01.2009

focus.de, 25.09.2008:
»Erstes Euroland in der Rezession
Das einstige wirtschaftliche Vorzeigeland Irland ist als erster EU-Staat in der aktuellen Finanzkrise in die Rezession gerutscht.
Die irische Wirtschaft schrumpfte in den ersten beiden Quartalen um 0,5 beziehungsweise 0,3 Prozent im Vergleich zum jeweiligen Vorjahresquartal, wie das Statistikamt in Dublin am Donnerstag mitteilte. Die Europäische Kommission erwartet, dass auch Deutschland, Spanien und Großbritannien bald in die Rezession gleiten. In Irland hat es einen massiven Rückgang auf dem Immobilienmarkt gegeben, der zu sinkenden Verbraucherausgaben und einem Einbruch bei den Investitionen geführt hat.«

tagesschau.de, 15.01.2009
»Autohersteller mit dramatischen Absatzeinbußen
[...] Dezember mit Minus-Rekorden
Besonders folgenschwer war den Angaben zufolge der Dezember. Im letzten Monat des Jahres sank der Absatz europaweit. Besonders deutlich waren die Rückgänge im letzten Monat des Jahres in Irland mit einem Minus von 49,9 Prozent [...]«

In Folge der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise stieg die Arbeitslosigkeit in Irland im Februar 2009 auf 10,4%, dem höchsten Stand seit Oktober 1997. Im Oktober 2009 stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 12,5%.

Die wirtschaftliche Lage ist im Juni 2010 desolat. Wie Morgan Kelly (Wirtschaftsprofessor an der Hochschule von Dublin) kürzlich sagte, geht es nicht mehr um die Frage, ob Irland Pleite geht, sondern wann.
Siehe: meinpolitikblog.de, 5. Juni 2010, Irland: Gewerkschaften reagieren auf drohenden Staatsbankrott mit Streikverzicht

Obwohl einerseits in Irland von einem drohenden Staatsbankrott geredet wird, gilt Irland andererseits im Jahr 2009 innerhalb der EU hinter Luxemburg als zweitreichstes Land, gemessen am Pro-Kopf-BIP in Kaufkraft.
Siehe hierzu:
www.nachrichten.at, 23. Juni 2010
www.focus.de, Vermögen. Reichste EU-Bürger leben in Luxemburg, 21.06.2010
Laut KOF-Globalisierungsindex von 2009 steht Irland hinter Belgien auf dem zweiten Platz der am meisten globalisierten Länder der Welt globalization.kof.ethz.ch, 2009.

Triliterale Kommission tagt in Dublin

Bei dem als "geheim" geltenden Treffen der Triliteralen Kommission (TK) im Hotel Four Seasons in Dublin (7. bis 10. Mai 2010) war das TK-Mitglied Mikhail Slobodovsici (Chefberater der russischen Regierung) ungeahnt offen. In der Annahme, mit einem TK-Kollegen zu sprechen, sagte er zu Alan Keenan, einem Mitarbeiter von WeAreChange.org u.a. folgende Worte:
»[...] "We are deciding the future of the world ... We need a world government," he said, but, referring to Iran, he said "we need to get rid of them."[...]«
In den 1990er Jahren sprachen sich TK als auch Bilderberger dafür aus, eine Weltregierung bis zum Ende des Jahres 2000 etabliert haben zu wollen. Nun war man bei diesem TK-Treffen in Dublin einigermaßen frustriert. Wie ein Teilnehmer meinte, sei das Ziel in weite Ferne gerückt. Schuld sei der zunehmende Nationalismus in den Staaten, die gegenüber internationalen Organisationen verstärkt ihre Souveränität behaupten. Außerdem fragt man sich, dass so viele Leute über all ihre Pläne Bescheid wissen konnten, so Zeugen im Hotel.
Zitat: americanfreepress.net, Jim Tucker, 26. Mai 2010
Siehe hierzu auch: wearechangeaustria.wordpress.com, 18. Mai 2010, Trilaterale Kommission – Krieg gegen den Iran

Siehe auch:
»[...] David Rockefeller was in Dublin for the annual meeting of the Trilateral Commission. We were there all day and managed to catch a glimpse of the globalist scumbag.[...]«
Aus: We are Change Ireland, 10. Mai 2010, Scumbag Rockefeller gets a nice warm welcome from the Irish (Videos)

muz-online.de:  Neue Weltordnung - Illuminati - FED - Codex Alimentarius - Filme

Geschichte

Spuren der ersten Bewohner Irlands lassen sich mehr als 5OOO Jahre zurückverfolgen; sie hinterließen eindrucksvolle Megalithgräber, so z.B. Newgrange in der Grafschaft Meath. Durch eine Öffnung über dem Eingang zur Totenkammer dieser Grabanlage beleuchten die ersten Sonnenstrahlen am Tag der Wintersonnenwende einen Altarstein im sogenannten "Tempel" . Den talentierten Baumeistern dieser frühen Epoche folgten in der Bronze- und Eisenzeit die Kelten, die die Grundlage für die Entwicklung des irischen Volkes legten und durch die es bis heute geprägt ist. Die irische Version des Gälischen, der Sprache der Kelten, ist heute offizielle Landessprache von Irland, es ist allerdings die Muttersprache nur eines kleinen Teils der Bevölkerung.

Christentum
Die Iren nahmen das Christentum bereitwillig an. Es wurde im 5. Jahrhundert von einem gewissen Patricius (Patrick) eingeführt, einem Mönch, der später zum verehrten Schutzheiligen des Landes wurde (Nationalfeiertag 17. März). Bis heute gehört das irische Volk zu den leidenschaftlichsten Anhängern des Katholizismus in Europa. Besonders verehrt wird die Jungfrau Maria. In Irland gibt es eine Reihe von wundertätigen Statuen und Denkmälern und außerdem die berühmte Wallfahrtsstätte Knock in der Grafschaft Mayo.
Unter dem Einfluss des heiligen Patrick wurden zahlreiche irische Klöster und Konvente gegründet - Zentren der Gelehrsamkeit, die Irland zum "Leitstern" im Europa des frühen Mittelalters werden ließen. Irische Missionare bekehrten einen Großteil des "barbarischen" Europa, und die schöpferische Kraft der Mönche leuchtet aus den vollendet illustrierten Handschriften hervor, die uns überliefert sind. Im 12. Jahrhundert allerdings erlebte die Insel dunklere Zeiten. Nach wiederholten Einfällen der Wikinger drangen die Normannen in Irland ein - Lehnskrieger aus England, die sich jedoch der irischen Lebensweise bald weitgehend anpassten und allmählich "irischer wurden als die Iren selbst".

Im späten 16. Jahrhundert nahm mit der Wendung Englands zum Protestantismus die erneute Verfolgung der Iren religiöse Bedeutung an. Unter Elisabeth I. (1533-1603) wurden große protestantische Gemeinden von Britannien nach Nordirland umgesiedelt, Grundlage für religiöse Spannungen, die bis heute andauern und oft auch zu schwersten Auseinandersetzungen führt. Im folgenden Jahrhundert schlugen die Engländer unter Cromwell einen Aufstand der Iren blutig nieder und legten ganze Städte und Dörfer in Schutt und Asche. Unter der Herrschaft des katholischen Königs Jakob II. verbesserte sich die Situation der irischen Katholiken - allerdings nur für kurze Zeit. Als der König in der Schlacht am Boyne 1690 durch den protestantischen Wilhelm von Oranien vernichtendm geschlagen wurde (ein Ereignis, das das protestantische Nordirland immer noch jedes Jahr feiert), verbannten die Engländer katholische Bischöfe und Mönche und erließen Gesetze, die irischen Katholiken Landbesitz untersagten und sie von jeglichen einflussreichen Stellungen ausschlossen. In den folgenden Jahrhunderten mussten sich die meisten alteingesessenen Iren mühsam als kleine Bauern durchschlagen.

Armut in Irland
Da Irland größtenteils ungeeignet für Getreideanbau ist, waren die Inselbewohner in erster Linie auf die anspruchslose Kartoffel angewiesen, um überleben zu können. Im Jahre 1845 drohte sogar diese dürftige Kost durch eine Seuche vernichtet zu werden: die Hungersnot, die deshalb von 1845-1849 herrschte, war eine der schwersten der Neuzeit. Hunderttausende von Iren waren zur Auswanderung gezwungen, sie emigrierten vor allem nach Amerika. Aber wohin sie auch gingen, es gelang ihnen, ihr "irisches Wesen" zu bewahren - und eine tiefe Verbundenheit mit ihrem Vaterland. Irische Einflüsse sind in Amerika besonders stark und vielfältig, sie haben u. a. die "Country Music", vielleicht sogar den amerikanischen Akzent geprägt. Amerikaner irischer Herkunft haben oftmals ihr Heimatland in seinem langandauernden Kampf um die Unabhängigkeit von Großbritannien unterstützt.

Irlands Weg zur Republik
In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts ist ein rasches Erstarken der Nationalismusbewegung in Irland zu beobachten, was 1905 zur Gründung der Sinn-Fein-Partei ("Wir-selbst"-Bewegung) und 1916 zur Konstituierung der Irisch Republikanischen Armee (IRA) führte. 1921, fünf Jahre nachdem die Iren ihr Land im Osteraufstand zur Republik erklärt hatten, wurde im Anglo-Irischen Vertrag der protestantische Norden der Insel Großbritannien zugesprochen, der übrige Teil wurde Freistaat mit dem Status eines Dominion innerhalb des Britischen Empire. Anhänger der Republik lehnten diese Kompromisslösung rigoros ab, doch erst 1949 wurde Irland endgültig zur unabhängigen Republik. Trotzdem blieb die Spaltung des Landes in protestantischen Norden und katholischen Süden bis heute bestehen.

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.643 f.

Irland: Literatur
Irland: Musik
Irland: Politik & Geschichte



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