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Offizieller Name: Schweizerische Eidgenossenschaft
Hauptstadt: Bern
Regierungsform: Parlamentarische bundesstaatliche Republik
Regierungschef: Präsident des Bundesrates
Verwaltung: 26 souveräne Kantone mit 2973 Gemeinden
Fläche: 41.284 km²
Höchster Punkt: Dufourspitze des Monte-Rosa-Massivs 4637 m
Tiefster Punkt: Lago Maggiore 193 m
Hauptflüsse: Rhône, Aare, Reuss, Rhein, Inn, Tessin
Einwohner: 7.344.000 (1999); 7.489.370 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 178 Ew./km² (2005)
Stadtbevölkerung: 63%
Bevölkerung unter 15 Jahren: 17%
Analphabetenquote: 1%
Sprache: Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch
Religion: Katholiken 46%, Protestanten 40%


Das Matterhorn, jedes Jahr von Hunderten von Bergsteigern bestiegen und von zahllosen Touristen aus sicherer Entfernung bestaunt, ist der bekannteste Berg der Schweizer Alpen, obwohl es von der Höhe her erst an sechster Stelle steht. Sein Aussehen hat den gewaltigsten Zacken über Zermatt so berühmt gemacht, und mit diesem Symbol lassen sich auch viele schweizerische Waren in der Welt verkaufen.
Die anderen Besonderheiten der Schweiz sind mindestens ebenson herausragend wie das Matterhorn. Die Demokratie der Schweiz ist so einmalig und einzigartig wie ihre Milizarmee, die jedem Mann sein Sturmgewehr mit nach Hause gibt. Die Bürger können hier immer wieder auf lokaler oder nationaler Ebene über Sachfragen abstimmen, aber einen Regierungswechsel hat es seit Jahrzehnten trotz allem nicht gegeben. Die Schweiz hat auch erst als letzte der europäischen Demokratien das Wahlrecht für Frauen eingeführt, und zum Beitritt zur UN konnte sie sich bis heute nicht entschließen.
Reich ist die Schweiz nicht nur an Naturschönheiten - sie gilt auch finanziell als wohlhabend; nach Lebensstandard und Pro-Kopf-Einkommen zählt sie zu den reichsten Ländern der Welt. Die Schweizer ziehen es aber vor, ihren Besitz nicht zu sehr zu zeigen; die Banken in Zürich machen einen eher bescheidenen Eindruck. Die Produkte, denen die Schweizer einen großen Teil ihres Wohlstandes verdanken, zeugen auch von anderen Eigenschaften, für die die Schweizer bekannt sind: Um Uhren, Apparate und Maschinen herzustellen, braucht es Sauberkeit und Präzision.
Außer Banken und Milch(schokolade)-Kühen in einer idyllischen Landschaft hat die Schweiz auch eine lebendige und bunte Kultur hervorgebracht: Bauern und Alphornbläser in ihren traditionellen Trachten, Schriftsteller wie Max Frisch - und einen Sprayer namens Nägeli, der graue Mauern in Zürich mit geheimnisvollen Graffiti-Figuren verzierte.
Die Schweiz - die Schweizerische Eidgenossenschaft, wie sie offiziell heißt - ist ein so vielfältiges Land, dass man sie fast im Plural schreiben müsste. Aus mehreren Völkern ist seit dem Mittelalter auf einem Gebiet, das von den alpinen Gebirgszügen eher unterteilt als begrenzt wird, eine Nation entstanden, die in sich verschiedene Sprachgemeinschaften, Konfessionen und Mentalitäten vereinigt. Die historisch gewachsenen, sehr unterschiedlich großen Kantone haben dabei ihre Eigenart und auch die politische Autonomie bewahrt.

Die gemeinsame Geschichte von Wilhelm Tell und dem Rütlischwur der ersten Eidgenossen bis zur erfolgreichen und friedensbringenden Neutralitätspolitik seit dem 19. Jahrhundert gibt aber den Schweizern die Grundlage ihres Nationalbewusstseins, das diese Vielfalt zusammenhält - wenn auch der Nationalheld Wilhelm Tell nur eine Sagengestalt ist.

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Die Kantone

Europa bestand im Mittelalter fast ausschließlich aus Ländern, die von Feudalherrschern oder Erbkönigen regiert wurden. Eine der wenigen Ausnahmen war die Schweizer Eidgenossenschaft, eine Vereinigung von unabhängigen Kleinrepubliken. Im August des Jahres 1291 hatten die drei Urkantone ("Waldstätte") Schwyz, Unterwalden und Uri beschlossen, sich zu verbinden. Ihre Vertreter versammelten sich auf einer Wiese oberhalb des Urner Sees und legten den Rütlischwur ab, der sie zu einem "Ewigen Bund" zusammenschließen sollte. Dieser Bund wurde unter dem Namen Schweizer Eidgenossenschaft bekannt.

Schweiz

Die bäuerlichen Gemeinden hatten von jeher eng zusammengearbeitet, besaßen jedoch gleichzeitig ein ausgeprägtes Unabhängigkeitsgefühl. Ihre Einheit diente als Schutz gegen die beständigen Versuche der österreichischen Habsburger, sich ihrer Länder zu bemächtigen. Der sagenhafte Nationalheld der Schweiz, Wilhelm Tell, widersetzte sich angeblich den Truppen des von den Habsburgern ernannten österreichischen Landvogts. Tell soll ihn erschossen und den darauffolgenden Aufstand der Schweizer angeführt haben.
Etliche blutige Schlachten kennzeichnen das 14. Jahrhundert. Ohne viel Erfolg ließen die Habsburger ihre erfahrensten deutschen Ritter gegen die störrischen Schweizer antreten. Beeindruckt von der Ausdauer und dem Widerstand der Eidgenossenschaft, beschlossen eiinige Nachbarstädte, ihr beizutreten. Dazu gehörten Luzern, Zürich, Glarus, Zug und Bern. Der Kampf jedoch ging weiter, und die von der Eidgenossenschaft eingenommenen Gebiete stärkten ihre Macht noch. Diese Gebietsausdehnung wurde 1515 abrupt durch die Niederlage bei Marignano beendet.

Auf dem Wiener Kongress im Jahre 1815 wurde die Neutralität der Schweiz bestätigt. Der Staat bestand aus 22 Kantonen (davon 4 Halbkantone; Basel teilte sich erst 1833 in Basel-Landschaft und Basel-Stadt). 1979 erhöhte sich mit der Gründung des Kantons Jura aus französischsprachigen Teilen des Kantons Bern die Zahl auf 23. Mitte des 19. Jahrhunderts stellten Verfassungskämpfe eine große Gefahr für die Einheit der Eidgenossenschaft dar. Nach einem kurzen Bürgerkrieg wurde eine neue Verfassung erarbeitet, die die Religionsfreiheit einschließt. Bis heute bewahrten sich die Kantone viel von ihrer ursprünglichen Unabhängigkeit, denn ihre Eigenstaatlichkeit ist in der Verfassuung verankert. Dennoch zeigen sie zugleich ein Bild von erstaunlicher Einigkeit. Die Macht liegt immer noch bei den einzelnen Kantonen: jeder hat seine eigene Verfassung, Gesetzgebung, vollziehende Gewalt und sein eigenes Gerichtswesen. Am Nationalfeiertag wird mit brennenden Leuchtfeuern auf den höchsten Punkten im ganzen Land des Rütlischwurs gedacht. Jedes Feuer leuchtet für sich und ist dennoch Teil eines einheitlichen Ganzen.

Die angegebenen Einwohnerzahlen sind von 1999

  1. Schaffhausen
    Fläche: 298 km²
    Einwohner: 73.600
    Hauptort: Schaffhausen
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1501


  2. Thurgau
    Fläche: 991 km²
    Einwohner: 227.300
    Hauptort: Frauenfeld
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  3. Basel-Landschaft
    Fläche: 517 km²
    Einwohner: 258.600
    Hauptort: Liestal
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1501


  4. Basel-Stadt
    Fläche: 37 km²
    Einwohner: 188.500
    Hauptort: Basel
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1501


  5. Aargau
    Fläche: 1405 km²
    Einwohner: 540.600
    Hauptort: Aarau
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  6. Zürich
    Fläche: 1729 km²
    Einwohner: 1.198.600
    Hauptort: Zürich
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1351


  7. Sankt Gallen
    Fläche: 2026
    Einwohner: 447.600
    Hauptort: Sankt Gallen
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  8. Appenzell-Außerrhoden
    Fläche: 243 km²
    Einwohner: 53.700
    Hauptort: Herisau
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1513


  9. Appenzell-Innerrhoden
    Fläche: 172 km²
    Einwohner: 14.900
    Hauptort: Appenzell
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1513
  1. Jura
    Fläche: 837 km²
    Einwohner: 68.800
    Hauptort: Delémont
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1979


  2. Solothurn
    Fläche: 791 km²
    Einwohner: 243.900
    Hauptort: Solothurn
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1481


  3. Luzern
    Fläche: 1492 km²
    Einwohner: 345.400
    Hauptort: Luzern
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1332


  4. Zug
    Fläche: 239 km²
    Einwohner: 97.800
    Hauptort: Zug
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1352


  5. Schwyz
    Fläche: 908 km²
    Einwohner: 128.200
    Hauptort: Schwyz
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1291


  6. Glarus
    Fläche: 685 km²
    Einwohner: 38.700
    Hauptort: Glarus
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1352


  7. Graubünden:
    Fläche: 7106 km²
    Einwohner: 186.000
    Hauptort: Chur
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  8. Uri
    Fläche: 1076 km²
    Einwohner: 35.500
    Hauptort: Altdorf
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1291


  9. Nidwalden (Kanton Unterwalden)
    Fläche: 276 km²
    Einwohner: 37.700
    Hauptort: Stans
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1291
  1. Obwalden (Kanton Unterwalden)
    Fläche: 491 km²
    Einwohner: 32.200
    Hauptort: Sarnen
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1291


  2. Bern
    Fläche: 5961 km²
    Einwohner: 943.400
    Hauptort: Bern
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1353


  3. Neuchâtel (dt. Neuenburg)
    Fläche: 803
    Einwohner: 165.600
    Hauptort: Neuchâtel
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1815


  4. Vaud (dt. Waadt)
    Fläche: 3212 km²
    Einwohner: 616.300
    Hauptort: Lausanne
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  5. Fribourg (dt. Freiburg)
    Fläche: 1670 km²
    Einwohner: 234.300
    Hauptort: Fribourg
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1481


  6. Valais (dt. Wallis)
    Fläche: 5226 km²
    Einwohner: 275.600
    Hauptort: Sitten
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1815


  7. Ticino (dt. Tessin)
    Fläche: 2811 km²
    Einwohner: 308.500
    Hauptort: Bellinzona
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1803


  8. Genève (dt. Genf)
    Fläche: 282 km²
    Einwohner: 403.100
    Hauptort: Genf
    Beitritt zur Eidgenossenschaft: 1815

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Die Bevölkerung

Die Bevölkerung der Schweiz ist so vielfältig wie die Landschaft. In dem relativ kleinen Land leben mehrere Sprachgemeinschaften, Konfessionen und Nationalitäten zusammen.
Die Gliederung der Schweiz in vier unterschiedlich große Sprachgemeinschaften ist das auffallendste Merkmal dieser inneren Vielfalt. Fast zwei Drittel der Bevölkerung sprechen Deutsch, der Rest verteilt sich auf drei romanische Sprachen: Französisch in der Westschweiz, Italienisch im Tessin und im südlichen Graubünden, Rätoromanisch vor allem im Vorderrheintal und im Engadin. Außer dem Rätoromanischen, das in der Schweiz als "Landessprache" und im Kanton Graubünden als Amtssprache anerkannt ist, sind alle Sprachen auf Bundesebene gleichberechtigt. Auch die deutschsprachige Mehrheit selbst lebt mit zwei Sprach-Varianten, da das Hochdeutsche für sie nur die Schriftsprache ist, während sie sich in fast allen alltäglichen Situationen in den schweizerdeutschen Dialekten verständigt. Dieses südalemannische "Schyzerdütsch" ist vom Hochdeutschen mindestens so verschieden wie das "Plattdeutsch" in Norddeutschland.
Im Vergleich zu anderen Staaten mit Minderheitssprachen hat die sprachliche Vielfalt der Schweiz nie zu ernsthaften Konflikten geführt. So wurden in den 1970er Jahren beispielsweise die Forderungen der französischsprachigen Minderheit innerhalb des Kantons Bern erfüllt, indem ein neuer französischsprachiger Kanton Jura gegründet wurde.
Die Verteilung der beiden großen christlichen Konfessionen ist gleichmäßiger als die der Sprachen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist katholisch, 40% sind protestantisch - und beide Konfessionen sind in allen Sprachgebieten vertreten, so dass die sprachlichen Unterschiede nicht durch religiöse verstärkt werden.
Drei Viertel der Bevölkerung leben im "Mittelland" zwischen Alpen und Jura. Hier liegen auch mit Ausnahme von Basel, das in der Oberrheinischen Tiefebene angesiedelt ist, die großen städtischen Zentren: Genf, Lausanne, Bern und Zürich.

Ausländer in der Schweiz
Die Schweiz ist seit langem nicht nur für Touristen attraktiv. Aus religiösen oder politischen Gründen Verfolgte haben in den letzten Jahrhunderten immer wieder in der Schweiz eine neue Heimat gesucht, von den französischen Hugenotten des 17. Jahrundert bis zu den Asylsuchenden unserer Zeit. Revolutionäre wie die Russen M. A. Bakunin (1814-1876) und W. I. Lenin (1870-1924) verbrachten hier lange Jahre des Exils, da in der Schweiz bis zum Ersten Weltkrieg liberalere Verhältnisse herrschten als in den meisten Nachbarländern. Und auch schon zu dieser Zeit kamen ausländische Arbeitskräfte ins Land, die für die Industrialisieruung der schweizerischen Wirtschaft notwendig waren.
Im Jahr 2000 leben etwa 1,4 Millionen Ausländer in der Schweiz, von denen etwa die Hälfte aus Italien und dem ehemaligen Jugoslawien kommt, außerdem anerkannte Flüchtlinge, von denen 1990 und 2000 in zwei Sonderaktionen rd. 25.000 bzw. 13.000 ein vorläufiges Aufenthaltsrecht erhielten. Der Anteil der Ausländer an der Erwerbsbevölkerung ist wegen der zahlreichen Pendler aus den Nachbarstaaten und der Saisonarbeiter mit fast einem Viertel noch höher als ihr Anteil an der Wohnbevölkerung (1998: 19,4%).

bild.de, 29.11.2009:

»Schweizer wollen keine Minarette!

Ein Sensationsergebnis bei der heutigen Schweizer Volksabstimmung! Die Eidgenossen haben entgegen vorheriger Prognosen gegen den Bau von Minaretten votiert!
Nach dem am Sonntag veröffentlichten Endergebnis des Referendums stimmten mehr als 57 Prozent für die Initiative zweier rechtspopulistischer Organisationen.
Im Kanton Appenzell-Innerrhoden kamen die Minarett-Gegner sogar auf 71,4 Prozent! In den französischsprachigen Kantonen Genf und Jura erhielten sie 40,3 und 51,2 Prozent. In Basel Stadt waren es 48,4 Prozent, im Kanton Freiburg 55,9 Prozent, in Graubünden 58,6 Prozent und in Uri 63,8 Prozent. [...]
Die Abstimmung hat vor allem symbolische Bedeutung, zumal es in der Schweiz ganze vier Moscheen mit Minarett gibt. Die Volksinitiative will das Bauverbot in der Verfassung verankern.
In der Schweiz leben etwa 400 000 Muslime. Es gibt bereits vier Minarette, zwei neue Bauanträge liegen vor. [...]«
Reaktion: Wut, Unverständnis und Trauer

Am 26. Februar 2010 rief der libysche Staatspräsident Gaddafi zum Heiligen Krieg gegen die Schweiz auf. "Lasst uns gegen die Schweiz, den Zionismus und ausländische Aggressionen kämpfen", sagte Gaddafi in der Hafenstadt Bengasi anlässlich der Feierlichkeiten zum Geburtstag des Propheten Mohammed.

Siehe auch muz-online.de: Islam

Seit Juni 2004 gilt in der Schweiz die Personenfreizügigkeit. War zuvor der schweizer Arbeitsmarkt für Ausländer stark abgeschottet, kann nun jeder, der sich erfolgreich auf eine Stelle bewirbt, in der Schweiz leben. Von dieser Regelung haben in den letzten Jahren insbesondere Deutsche Gebrauch gemacht.
Im Jahr 2005 waren es 13.800 neue deutsche Zuwanderer. Ende Dezember 2006 waren insgesamt 172.580 Deutsche in der Schweiz registriert. Bis Ende 2006 hat sich die Zahl aller registrierten Ausländer mit ständigem Wohnsitz in der Schweiz nur leicht auf gut 1,5 Millionen erhöht -- siehe: Statistik.
Das Verhältnis der Schweiz zu ihren ausländischen Mitbürgern ist zwiespältig. Man braucht sie und profitiert von ihnen, aber große Teile der Einheimischen wollen möglichst wenig Kontakte mit den Ausländern. Nachdem schon während und nach dem Ersten Weltkrieg strengere Einwanderungsbestimmungen eingeführt worden waren, wurden seit den 1960er Jahren weitere Maßnahmen ergriffen, um den Ausländeranteil sowie die Zahl der Asylsuchenden zu begrenzen.
Wer als Ausländer nicht aus politischen, sondern aus privaten Gründen das Bürgerrecht der Schweiz erlangen will, hat einen mühsamen Weg vor sich. In der Regel kann frühestens nach einem zwölf Jahre langen legalen Aufenthalt der Antrag auf Einbürgerung gestellt werden. In einem etwa zwei Jahre langen Verfahren wird dann geprüft, ob der Bewerber sich genügend in das gesellschaftliche Leben der Schweiz integriert hat. Wer dann von den Behörden für würdig befunden wird, Schweizer zu werden, kann sich schließlich zu den stolzen Besitzern eines Schweizer Passes zählen (1999: rd. 20.000 Einbürgerungen) -- siehe: Bürgerrechte.
Ein leichter Geburtenüberschuss und eine beständige Einwanderung lassen die Einwohnerzahl steigen. Die Bevölkerung wächst allerdings wie in den meisten Industrieländern bei weitem nicht mehr so stark wie in den früheren Jahrzehnten.

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Die Volksfeste

Die Basler Fasnacht gilt weit über Basel hinaus als das kostbarste Stück im Inventar schweizerischer Folklore. In der Woche nach Aschermittwoch, also zu einer Zeit, da andernorts der Karneval endgültig vorbei ist, bricht in Basel ein archaisch anmutendes Maskentreiben an, dessen Traditionen sich zum Teil bis ins frühe Mittelalter zurückverfolgen lassen. Der berühmte "Morgenstreich" allerdings, mit dem am Fasnachtsmontag früh um vier Uhr die drei tollen Tage eingeleitet werden, ist in seiner heutigen Form kaum älter als 150 Jahre.

Der "Morgenstreich" in Basel
Zum "Morgenstreich" strömen auf dem Marktplatz der Stadt Basel Gruppen von maskierten Trommlern, Pfeifern und Laternenträgern zusammen, die in den sogenannten Fasnachts-Cliquen organisiert sind und sich auf diesen öffentlichen Auftritt oft jahrelang intensiv vorbereitet haben. In fast bedrohlich langsamem Gleichschritt marschieren sie mit dem Glockenschlag vier Uhr von ihren Cliquenlokalen durch die dunklen Gassen, die nur vom Licht der mitgeführten Laternen erhellt werden, in Richtung Marktplatz. Die Atmosphäre hat etwas Gespenstisches, das durchaus die Erinnerung an jene Zeiten wachruft, da man zur Fastnacht nicht so sehr Frohsinn als vielmehr Furcht und Schrecken zu verbreiten suchte - einerseits um lange aufgestaute Aggressionen freien Lauf zu lassen.

Während zum "Morgenstreich" die Teilnehmer "Charivari" tragen, individuelle Masken und Verkleidungen, treten die Cliquen bei ihrem nachmittäglichen Umzügen in einheitlichen, für ihr jeweiliges Thema oder "Sujet" neu entworfenen und von Jahr zu Jahr wechselnden Kostümen auf. Der Darstellung dieses Sujets dienen die künstlerisch gestalteten und mit drastischen Sprüchen oder Versen bemalten Laternen, die von jeweils vier bis sechs Mann getragen werden müssen, ebenso wie die sogenannten "Zeedel"-Verse, die beim Umzug ans Publikum verteilt werden.
Zu den standardisierten Maskentypen der Basler Fasnacht gehören Harlekin und Pierrot ebenso wie der "Blätzlibajaß", der "Glaun" und der "Waggis", der pausbäckig, mit riesiger Nase, blaukariertem Kittel und elsässischem Jargon die Karikatur jener Sundgauer Bauern darstellt, die einst ihre Erzeugnisse zum Verkauf "in die Stadt" brachten, eben nach Basel.
Vogelnasige, schweinsköpfige, als Foetus, Skelett oder Marsmensch auftretende Masken, die einzeln oder in Gruppen das Bild der Basler Fasnacht außerhalb der Cliquendisziplin beleben, scheinen dagegen eher auf jene halbdämonischen Gestalten zurückzuweisen, die am anderen Ufer des Rheins, im sogenannten Kleinbasel, als Herolde der Fasnacht gefeiert werden. Hier halten die aus mittelalterlichen Korporationen hervorgegangenen Kleinbasler Ehrengesellschaften alljährlich am 13., 20. oder 27. Januar ihr "Gryffemähli" (Greifenmahl) ab, zu dessen Auftakt eines ihrer Ehrenzeichen, der Wilde Mann, unter Böllerschüssen auf einem Floß den Rhein herabschwimmt. Er wird am Kleinbasler Ufer von den Maskengestalten "Vogel Greif" und "Leu" empfangen. Gemeinsam ziehen die drei zunächst auf die Mittlere Rheinbrücke, die Groß- und Kleinbasel verbindet, später auch durch die Straßen des ehemals politisch selbständigen Basler "Vororts", wobei sie, die Kehrseite konsequent Großbasel zugewandt, jeweils nach einem nur ihnen zugehörigen Trommlermarsch Ehrentänze für Kleinbasel aufführen. Vier "Uelis" begleiten sie und sammeln von den Zuschauern Geldspenden für bedürftige Mitbürger ein.

Andere Feste und Bräuche
Solche auf alte Zunftbräuche zurückgehenden Feste kennt man auch in anderen Städten der Schweiz, so zum Beispiel das "Zürcher Knabenschießen" am zweiten Wochenende im September oder das "Sechseläuten", das alljährlich im Frühling mit beeindruckenden Aufmärschen nicht nur ortsansässiger Traditionsgruppen begangen wird. Die Luzerner Fasnacht gehört ebenso in diesen Zusammenhang wie der Aarauer Maienzug, der Rutenzug in Brugg, die Escalade in Genf oder das Brunnensingen der zur Pestzeit 1541 gegründeten Sebastians-Bruderschaft in Rheinfelden. Vor allem in den ländlich geprägten Gebieten der Schweiz werden noch zahlreiche Feste des Jahreslaufs gefeiert, von den Lärm- und Heischebräuchen der Mittwinterzeit - zu denen der Umgang der Silvesterkläuse im Appenzeller Hinterland ebenso gehört wie das Klausjagen in Oberägeri am Vorabend des Nikolaustages oder die Räbenkilbi (Rübenkirmes) von Richterswil am Zürichsee - über das Maibärenfest von Bad Ragaz, wo ebenso wie in einigen Landgemeinden des Genfer Raumes in grünes Laub gehüllte Vegetationsdämonen auftreten, bis zu den großen viel besuchten Herbstfesten, die mit Ernte und Almabtrieb verbunden sind.
In Vevey am oberen Genfer See feiert man alle 25 Jahre ein großes Winzerfest zu Ehren der erfolgreichsten Winzer in weitem Umkreis, und vor dem Alpabgang findet Ende September das traditionelle "Chästeilet" ("Käseverteilung": Käseverkauf) statt. Von den Appenzeller bis zu den Walliser Alpen werden nicht nur Auf- und Abtrieb der Herden feierlich begangen, sondern auch mittsommerliche Bergfeste mit Alphornblasen und Fahnenschwingen, mit Kuhkämpfen, bei denen die Leittiere der Herden erkoren werden, und "Schwinget"-Wettkämpfen, in denen die Senner selbst ihre Kräfte messen. Schützenfeste wie das Rütlischießen am Mittwoch vor dem 11. November und Jahrmärkte wie der weithin berühmte Berner "Zirbelimärit" (Zwiebelmarkt) runden das bunte Bild traditionsreicher Schweizer Volksfeste ab.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1259 f.



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www-Links



kath.ch - Portal Katholische Kirche Schweiz
Plattform der christlichen Kirchen in der Schweiz
switzerland swiss schweiz suisse svizzera switzerland news
SCHWEIZ: Übersicht (NZZ Online)
Schweiz/Suisse/Svizzera/Switzerland
www.zeitung.ch - Zeitungen und Zeitschriften der Schweiz
Schweiz Tourismus- MySwitzerland.com - Schweiz
Amnesty International
Information about Switzerland
Human Life International Schweiz, Homepage (HLI-Schweiz)
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