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Offizieller Name: Königreich Bahrain
Hauptstadt: Al Manamah
Fläche: 694 km²
Landesnatur: 33 Inseln; Hauptinsel Bahrain vor allem Sanddünen, im Zentrum Kalksteinplateau, im S und SW Salzsümpfe
Klima: Wüstenklima (hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit)
Höchster Punkt: Jabal ad Dukhan 135 m
Regierungsform: Absolute Monarchie
Staatsoberhaupt: König Hamad bin ’Issa Al Khalifa
Regierungschef: Scheich Khalifa bin Salman Al Khalifa
Verwaltung: 11 Bezirke
Parlament: Konsultativrat mit 740 vom Staatsoberhaupt ernannten Mitgliedern
Einwohner: 606.000 (1999); 688.345 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 873 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 91% (1999)
Analphabetenquote: 12% (1999)
Sprache: Arabisch; Englisch
Religion: 81% Muslime (65% Schiiten, 35% Sunniten), 9% Christen; Minderheiten von Hindus u.a.
Währung: Bahrain-Dinar
BSP je Einwohner: 7640 US-$ (1999)
Importgüter: Rohöl, Maschinen, Fahrzeuge, Eisen, Stahl, Metallwaren, Nahrungsmittel
Exportgüter: Erdöl und -produkte, Aluminiumprodukte, Krustentiere, Fische
Das aus 33 Inseln bestehende Emirat Bahrain liegt in einer Bucht des Persischen Golfs vor der Küste Saudi-Arabiens. War Bahrain in vergangenen Jahrhunderten wegen seines Perlenreichtums wohlhabend und berühmt, so basierte die Entwicklung der vergangenen Jahrzehnte auf dem Verkauf von Erdöl.
Da die 1932 entdeckten Vorkommen bereits wieder zur Neige gehen, versucht das Emirat heute verstärkt mit Dienstleistungsangeboten und Industrieansiedlungen die geringer werdenden Öleinnahmen auszugleichen. Internationalen Großbanken dient Bahrain heute als Sprungbrett für Geschäfte in den Ölstaaten auf der Arabischen Halbinsel, und Fluggesellschaften nutzen das Land als Zwischenstation auf ihren Fernflügen zwischen Europa und dem Fernen Osten. |
Geschichte
Im Altertum sprudelten auf der Hauptinsel Bahrain noch keine Öl-, sondern nur die zahlreichen Süßwasserquellen. Bei damals milderem Klima - heute hat die Inselgruppe ein ausgesprochenes Wüstenklima - gedieh die Vegetation üppig, und die Bewohner lebten von Jagd und Fischfang. Es war ein wichtiger Umschlagplatz für den Handel der Sumerer und Babylonier mit dem Industal. Wasserreichtum und Insellage waren aber auch immer wieder Anreiz für ausländische Mächte, auf Bahrain Stützpunkte anzulegen. Reste einer alten Festung erinnern an die portugiesische Herrschaft im 16. Jahrhundert. Die Europäer mussten jedoch nach wenigen Jahrzehnten dem Druck verschiedener Stämme des Persischen Reiches weichen. |  |
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1783 ergriff die Familie der Al Khalifa, die ursprünglich aus Kuwait stammt, die Macht in Bahrain. Sie war mit sunnitischen Stämmen von der Arabischen Halbinsel eingewandert und stellt bis heute die Herrscher des Emirats, dessen Bevölkerung mehrheitlich von Schiiten gebildet wird. Im 19. Jahrhundert übernahm Großbritannien das Protektorat über Bahrain. Erst 1971 wurde Bahrain in die Selbständigkeit entlassen und Mitglied der Arabischen Liga. Ein Freundschaftsvertrag mit Großbritannien sichert jedoch bis heute einen starken Einfluss der ehemaligen Kolonialmacht. |
Wirtschaft
Wie in allen Ländern der Region brachten Entdeckung, Förderung und Verarbeitung von Erdöl den entscheidenden Bruch in der Entwicklung des Landes. Fischerei und Landwirtschaft wurden vernachlässigt, und Bahrain begann nahezu ausschließlich von den Öleinnahmen zu leben. Tausende von Arbeitern aus anderen arabischen Staaten und vor allem vom indischen Subkontinent strömten ins Land und prägen seither das Straßenbild. Die Verkäufer in den Geschäften des Bazars sind Zugereiste, und neben alten Teestuben haben indische Restaurants eröffnet. Aber auch Briten und US-Amerikaner haben sich in Bahrain niedergelassen und unterstreichen den seit alters weltoffenen Charakter des Inselstaates. |
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Doch die Erdölreserven des Emirats sind sehr begrenzt und dürften bereits in wenigen Jahren erschöpft sein. Schon seit Jahren muss in der großen Raffinerie des Landes auch Öl aus Saudi-Arabien verarbeitet werden, um eine volle Auslastung zu sichern.
Durch den Aufbau eines modernen Dienstleistungssektors und die Errichtung petrochemischer und metallerzeugender Betriebe hat sich Bahrain jedoch auf sein "Nachölzeitalter" vorbereitet. Das Land verfügt heute über die größte und modernste Aluminiumindustrie der Region. Bei dieser Art der Industrialisierungspolitik ist Bahrain jedoch auf die Finanzkraft seiner ölreichen Nachbarn angewiesen. Das Emirat hat die Mitgliedschaft im 1981 gegründeten Golf-Kooperationsrat (GCC) genutzt, um mehrere Großprojekte der arabischen Golfstaaten auf dem eigenen Territorium anzusiedeln.
Im Rahmen dieser Zusammenarbeit wurde 1986 die auf einem 25 km langen Damm gebaute Autobahn eröffnet, die die Insel mit dem Festland verbindet. Der Gütertransport erfolgt seither auf Lastwagen, zuungunsten der kleinen Passagierschiffe und traditionellen Dhaus. Die Bahrainis nutzen diese neue und schnelle Verbindungsmöglichkeit, um im Nachbarstaat Saudi-Arabien preiswert einzukaufen. |
In Gegenrichtung hat vor allem an Wochenenden die Zahl der Touristen aus Saudi-Arabien zugenommen. Einige kommen nur, um sich in Hotels und Restaurants der Hauptstadt Al Manamah am Alkohol, der im eigenen Land verboten ist, und am Auftritt von Bauchtänzerinnen zu ergötzen. Der vergleichsweise liberale Lebensstil hat viele Vertreter europäischer Firmen veranlasst, sich in dem Emirat niederzulassen und von dort aus Kunden in den anderen arabischen Golfstaaten zu betreuen.
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Entwicklungen
Im Jahr 2006 stimmte der König einem neuen Anti-Terror-Gesetz zu, dass neben gravierender Einschränkungen der Rechte auf freie Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit den Anwendungsbereich der Todesstrafe erweitert (im November 2006 wurden erstmals seit 1996 wieder Todesurteile vollstreckt).
Menschenrechtsverteidiger wurden aufgefordert, ihr Engagement für die Menschenrechte einzustellen.
Mehr Info zur Lage der Menschenrechte in Bahrain: AI: Jahresbericht 2007.
Die gestiegene Inflation verbunden mit einer hohen Teuerungsrate hat in den vergangenen Monaten (2007/08) zu einem Anstieg der Kriminalität in Bahrain gesorgt, woraufhin das Parlament einem Entwurf der Finanzkommission zugestimmt hat, Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs für Bahrains Staatsbürger zu subventionieren. |
Ausländer (ca. 40% der 800.000 Einwohner) dagegen sollen für diese Güter höhere Preise zahlen. Menschenrechtsgruppen verurteilen dieses Vorhaben als Verstoß gegen die Menschenrechte, andere nennen das Vorhaben "rassistisch".
»[...] Außenpolitische Spannungen: Die Äußerung des iranischen Geistlichen und früheren Parlamentsvorsitzenden Ali Akbar Natek Nuri in einer Rede am 10.2.2009, Bahrain sei die "historische 14. Provinz Irans" führte zu einem heftigen Protest Bahrains. Überdies drohte man, ein Gasabkommen mit Iran platzen zu lassen. Die iranische Regierung betonte am 19.2., dass sie die Souveränität Bahrains respektiere. Nach einer König Hamad am 23.2. überbrachten Botschaft des iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad konnten die Spannungen bei einem Treffen der Außenminister beider Staaten am 27.2. in Teheran bereinigt werden.
Ausländische Arbeitnehmer: Arbeitsminister Madschid Allawi gab am 4.5.2009 bekannt, dass ausländische Arbeitnehmer ab dem 1.8. keine bahrainischen Bürgen mehr benötigen. Diese hatten bisher die Pässe der Gastarbeiter an sich genommen, die damit völlig in die Abhängigkeit der Bürgen gerieten. Dementsprechend häufig war es zu Missbräuchen bis hin zu Lohnbetrug und sexueller Misshandlung gekommen; außerdem durfte niemand ohne Erlaubnis des Bürgen seinen Arbeitsplatz wechseln oder Bahrain verlassen. Aus der Verwaltung der Angelegenheiten der derzeit rd. 510.000 ausländischen Arbeitskräfte war ein blühender Geschäftszweig entstanden. Bürgerrechtsorganisationen hatten den Zwang zur Bürgschaft, der in allen Golfstaaten praktiziert wird, seit langem kritisiert. Die Kontrolle über die ausländischen Arbeitnehmer obliegt nun den Behörden, die mit den neuen Regeln langfristig die Zuwanderungsquoten senken und den Arbeitsmarkt "bahrainisieren" wollen, auch um den Klagen des - die Mehrheit stellenden - schiitischen Bevölkerungsteils über verbreitete Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken. [...]«
Zitiert aus: DER FISCHER WELTALMANACH 2010, S. 100
14. Februar 2011: Proteste gegen die Regierung
»[...] Oppositionsgruppen hatten nach ägyptischem und tunesischem Vorbild via Internet zu einem "Tag des Zorns" aufgerufen. Die Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse gegen die Demonstranten ein. [...]
Die Regierung hatte bereits vergangene Woche versucht, die Opposition mit einer Reihe von Zugeständnissen zu besänftigen. So versprach der Monarch jeder Familie umgerechnet rund 2000 Euro und kündigte mehr Pressefreiheit an. Außerdem deutete die Regierung an, minderjährige Häftlinge freizulassen, die vergangenes Jahr bei Razzien festgenommen worden waren.«
Zitiert aus: de.euronews.net, 14.02.2011
www.amnesty.de, 15.02.11, urgent action: »[...] In Bahrain wurden zwei Personen getötet, als Angehörige der Bereitschaftspolizei auf Protestierende schossen, die friedlich für mehr politische Rechte und Freiheiten demonstrierten. Die Polizei setzte Tränengas und Berichten zufolge scharfe Munition ein, um die friedlichen Proteste in ganz Bahrain einzudämmen, die am 14. Februar begonnen hatten. [...]
In den letzten zwölf Monaten hat sich die Menschenrechtssituation in Bahrain bedeutend verschlechtert. Am 11. Februar veröffentlichte Amnesty International einen englischen Bericht, in dem Menschenrechtsverletzungen in Bahrain angeprangert werden: Crackdown in Bahrain: human rights at the crossroads (www.amnesty.org/en/library/info/MDE11/001/2011/en). [...]«
14. März 2011: Das sunnitische Königshaus in Bahrain bittet um Hilfe
Aufgrund der anhaltenden Proteste, die einen weiteren Höhepunkt am 13. März 2011 hatten, sieht sich das sunnitische Königshaus in zunehmender Bedrängnis. Insbesondere der schiititische Bevölkerungsanteil (ca. 65%) fordert grundlegende soziale und politische Veränderungen, wie demokratische Rechte und Maßnahmen gegen die Diskriminierung der Schiiten. Viele Protestanten fordern ein Ende des Königtums als Regierungsform. »[...] Nun sollen Soldaten aus arabischen Golfstaaten in Bahrain das bedrängte Königshaus gegen Demonstranten unterstützen. Zuvor forderten Abgeordnete bereits das Kriegsrecht.
[...] In Bahrein ist die 5. US-Flotte beheimatet und dieses ist einer der wichtigsten Stützpunkte der USA im nahen Osten. Es ist nicht auszumalen, was passiert wenn die USA diesen verlieren. Ob die USA dann in Kürze versuchen die konstitutionelle Monarchie zu schützen, darf hier nur spekulliert werden. Erstaunlich ist jedoch, mit welcherlei Mass hier gemessen wird. Vom Öl her ist in Kürze Feierabend in Bahrein, jedoch hat man mit dem offshore Bankensektor ein weiteres Standbein für die Zeit nach dem Öl geschaffen. [...]«
Zitiert aus: www.infokriegernews.de, Truppen für das Königshaus, 14. März 2011
14. März 2011: Saudisches Militär hilft dem Königshaus in Bahrain. Regimegegner werden brutal bekämpft.
»[...] Mittlerweile wurden Oppositionsführer in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag systematisch verhaftet, wie der Generalsekretär der Haq-Bewegung, Hassan Mushaima, sowie Ebrahim Sharif der säkularen Al Wa’ad Gruppe und Al Singace, welcher der Haq Bewegung angehört, zusammen mit anderen bekannten Aktivisten, wie ein Reporter von Al Jazeera berichtet.
Die Opposition wird jetzt niedergeknüppelt, zusammengeschossen und eingesperrt, mit voller Duldung der Amerikaner, ist doch klar. Schliesslich behauptet man, der Iran stecke hinter der Oppositionsbewegung und es handle sich um einen nationalen Notstand. [...]«
Hier weiterlesen: Alles Schall und Rauch: Die von den USA gewollte Niederschlagung in Bahrain
Siehe auch:
Tunesien
Ägypten
Libyen
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