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Offizieller Name: Republik Zypern
Hauptstadt: Levkosia (früher Nicosia)
Fläche: 9251 km²
Landesnatur: Im N küstenparalleles Kyreniagebirge, südlich davon von W nach O verlaufend zentrale Schwemmlandebene Messaria, im S vulkanisches Troodos-Massiv, anschließend weiter nach S und W ebenes Küstenland
Klima: Mediterranes Klima
Höchster Punkt: Olympos 1952 m
Hauptflüsse: Pedieos, Serakhis, Ezouza, Dhiarrizos
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Präsident
Verwaltung: 6 Distrikte
Parlament: Parlament mit 780 Mitgliedern, davon 56 für griechische Zyprioten, 24 für türkische Zyprer (vakant); Wahl alle 5 Jahre; türkisch-zypriotischer Landesteil (Türkische Republik Nordzypern): Abgeordnetenhaus mit 50 für 5 Jahre gewählten Mitgliedern
Nationalfeiertag: 1. Oktober (Proklamation der Republik Zypern), 15. November
Einwohner: 780.133 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 84 Ew./km²
Stadtbevölkerung: 57%
Bevölkerung unter 15 Jahren: 24%
Analphabetenquote: 5%
Sprache: Griechisch, Türkisch
Religion: Orthodoxe Christen 80%, Moslems 19%


Zypern, das sich noch heute gern die "Insel der Aphrodite" nennt, ist ein kleiner Inselstaat im östlichen Mittelmeer. Schon lange übt Zypern mit seinem mediterranen Klima, seinen landschaftlichen Schönheiten und kulturhistorischen Sehenswürdigkeiten auf den Besucher große Anziehungskraft aus. Doch rückt Zypern auch durch den griechisch-türkischen Konflikt und die damit verbundene Teilung der Insel immer wieder ins Interesse der Weltöffentlichkeit. Zudem zieht der Nahostkonflikt die Republik gelegentlich in Mitleidenschaft, denn Zypern liegt nahe am Krisenherd Palästina.
So wurden im Mai 2002 dreizehn militante Palästinenser nach ihrer mehrwöchigen Belagerung der Geburtskirche in Bethlehem kurzzeitig nach Zypern ausgeliefert um von dort auf unterschiedliche europäische Länder verteilt zu werden.

Geschichte

Zypern gehört zu den ältesten Kulturstätten der Erde, wo eine mindestens achttausendjährige, wechselvolle Geschichte ihre Spuren hinterlassen hat.

Die Rundbauten von Khirokita vom Anfang des 6. Jahrtausends v.Chr. lassen Rückschlüsse auf steinzeitliche Lebensformen im östlichen Mittelmeerraum zu.
Während der Erimi-Kultur zwischen 3000 und 2300 v.Chr. wurde auf der Insel Kupfer entdeckt, wodurch sich Zypern zu einem wichtigen Handelsplatz im östlichen Mittelmeer entwickelte. Etwa ab 1500 v.Chr. beherrschten die Ägypter die Insel, bis mit den mykenischen Achäern im 13. Jahrhundert v.Chr. zum ersten Mal Griechen den Boden Zyperns betraten. 333 v.Chr. schloss sich die Insel dem Reich Alexanders des Großen (356-323 v.Chr.) an. Nach seinem Tod wurde Zypern 295 v.Chr. ptolemäische Provinz, bis die Römer 58 v.Chr. die Insel erobern konnten. 395 wurde Zypern dann bis 1184 Byzanz unterstellt.

Eine kurze Phase der Unabhängigkeit endete 1191 mit der Eroberung durch die Kreuzfahrertruppen unter Richard I. Löwenherz (1157-1199). Er verkaufte die Insel an die französische Dynastie Lusignan. Während ihrer rund dreihundert Jahre dauernden Herrschaftszeit geriet Zypern unter starken abendländischen Einfluss. Durch Heirat fiel die Insel 1489 an die Seegroßmacht Venedig.
Die Wurzeln des bis heute andauernden griechisch-türkischen Konflikts reichen bis in die Zeit der ersten türkischen Invasion im Jahre 1570 zurück. In den dreihundert Jahren türkischer Herrschaft lebten die griechischen Einwohner zwar in relativer Eigenständigkeit, doch waren die türkischen Beamten wegen der Zwangsansiedlung anatolischer Bauern verhasst.
1878 gelangte Zypern unter britisches Protektorat. Zu Beginn des Ersten Weltkrieges annektierte Großbritannien die Insel und ernannte sie 1925 zur britischen Kronkolonie.
Der schon seit dem 19. Jahrhundert von der Mehrheit der Zyprioten unter Führung der orthodoxen Kirche geforderte Anschluss (Enosis) an Griechenland, der sich zunächst gegen das Osmanische Reich richtete, wendete sich später gegen die britische Kolonialmacht. In den 1950er Jahren lebte die Enosis-Bewegung unter Erzbischof Makarios (1913-1977), dem Haupt der griechisch-orthodoxen Kirche auf Zypern, verstärkt auf und wurde seit 1955 durch Georgios Grivas (1898-1974) und die Widerstandsbewegung EOKA fortgesetzt. Der Interessenkonflikt zwischen Großbritannien, Griechenland und der Türkei konnte erst 1959 durch das Londoner Abkommen beigelegt werden, in dem Zypern die Unabhängigkeit zugesichert wurde, die 1960 in Kraft trat.
Die Sitze im Parlament wurden entsprechend dem Anteil an der Bevölkerung zwischen türkischen und griechischen Zyprioten aufgeteilt.
Als das Staatsoberhaupt Erzbischof Makarios 1963 eine Verfassungsänderung zugunsten der griechischen Bevölkerung anstrebte, kam es nach vorangegangenen Straßenschlachten zur Teilung der Hauptstadt Nicosia in den türkischen Norden und den griechischen Süden.

1974 veranlasste der Putsch griechischer Offiziere gegen Erzbischof Makarios die zweite türkische Invasion in der Geschichte Zyperns, die einen Anschluss der Insel an Griechenland verhindern sollte. Der Nordteil Zyperns, knapp 40% der Gesamtfläche, wurde besetzt. In Folge der kriegerischen Auseinandersetzungen kam es durch Flucht, Vertreibung und Zwangsumsiedlungen zu großen Bevölkerungsbewegungen auf der Insel. Anfang 1975 wurde im Norden ein türkisch-zypriotischer Teilstaat errichtet und Rauf Denktas (* 1924) zum Präsidenten ernannt, der seinerseits 1983 die allein von Ankara anerkannte "Türkische Republik Nordzypern" ausrief.

Der seit Ende 1974 wieder eingesetzte Staatspräsident Makarios wurde wie seine Nachfolger Spyros Kyprianou (* 1932), Georgios Vassiliou (* 1931) und der 1993 und 1998 gewählte Glafkos Klerides (* 1919) nur vom griechischen Südteil Zyperns anerkannt. Trotz Bemühungen der UNO ist eine Lösung des Konflikts nicht in Sicht. Zypern strebt die baldige Aufnahme in die Europäische Union an.
Zypern ist mit 9251 km² Fläche nach Sizilien und Sardinien die drittgrößte Mittelmeerinsel. Sie erstreckt sich über eine Länge von 225 km und eine Breite von bis zu 95 km. Landschaftlich ähnelt die Insel im östlichen Mittelmeer dem benachbarten mediterranen Kleinasien. Das Klima weist den gleichen Wechsel zwischen trockenheißen Sommern und feuchtmilden Wintern auf.

Im Norden der Insel erstreckt sich die Kette des Kyreniagebirges, das bis zu 1000 m ansteigt und nach Nordosten in einer schmalen Halbinsel ausläuft. Im südlichen Zentrum Zyperns liegt das Gebirgsmassiv des Troodos mit dem Olympos als höchster Erhebung (1952 m). Vor allem wiederaufgeforstete Pinienwälder überziehen dieses Mittelgebirge, das nahezu die Hälfte der gesamten Inselfläche einnimmt. Im Paphoswald gibt es in einem Tal noch rund 40.000 Zedern. Zwischen den beiden Höhenzügen liegt die fruchtbare Ebene von Messaria, in deren Zentrum die Hauptstadt Nicosia liegt. Die Gesamtlänge der Küste beträgt 620 km, wobei Sand- und Kieselstrände vorherrschen. Eine landschaftliche Besonderheit sind die beiden Salzseen bei Limassol und Larnaka.

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Bevölkerung und Wirtschaft

Zypern ist ein Zweivölkerstaat. Bei den Angaben über die Bevölkerungszahl ist man auf Schätzungen angewiesen, da es bis heute unklar ist, wieviele Einwohner mittlerweile im türkisch besetzten Norden der Insel leben. Die überwiegende Mehrheit der Zyprioten sind othodoxe Griechen, weniger als 12% sind islamische Türken. Rund 3900 Soldaten der britischen Streitkräfte sind auf Zypern stationiert, deren Familienangehörige zum Teil gleichfalls auf der Insel leben, und auch die auf knapp 1200 Mann reduzierten UNO-Friedensgruppen sind längst Teil der Einwohnerschaft Zyperns geworden. Hinzu kommen einige tausend Armenier und Maroniten sowie andere Minderheiten, die ebenfalls auf der Insel leben.
Es gibt verschiedene Schätzungen, wieviele türkische Soldaten sich ständig im Norden Zyperns aufhalten, rund 30.000 scheint nicht übertrieben zu sein. Auch die Zahl der Umsiedler aus den verarmten Regionen Ostanatoliens geht in die Zehntausende.
Mit dieser Politik versucht Ankara, dem Status quo auf der besetzten Insel Endgültigkeit zu verleihen, auch wenn soziale Spannungen zwischen den alteingesessenen türkischen Zyprioten und den neuen Landsleuten unvermeidlich sind.
Der wichtigste Erwerbszweig der Menschen auf Zypern ist die Landwirtschaft. Die moderne Industrie entwickelt sich in Form von Verarbeitungsbetrieben landwirtschaftlicher Produkte und Textilbetrieben günstig. Durch die türkische Besetzung des Nordteils der Insel wurde die Wirtschaft jedoch stark geschädigt. Das gilt besonders für den Tourismus, der bis zur Teilung an Bedeutung gewonnen hatte. Heute wird das Reisen durch die politische Lage erschwert, denn man kann nur für Tagesbesuche vom griechischen Süden aus in den türkisch besetzten Norden der Insel reisen.

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Die Insel der Aphrodite und ihre Sehenswürdigkeiten

Für die kulturbeflissenen Urlauber ist Zypern ein geradezu ideales Reiseland, beherbergt die Insel doch auf kleinstem Raum landschaftliche und kulturelle Sehenswürdigkeiten erster Güte.
Im Nordosten liegt nur wenige Kilometer von der alten Hafenstadt Famagusta entfernt die antike Ruinenstadt Salamis. Besonders eindrucksvoll ist das römische Theater, das 20.000 Besuchern Platz bietet.

Ebenfalls im türkisch besetzten Teil Zyperns liegen die Kreuzritterfestungen St. Hilarion, Buffavento und Kantara, die zusammen ein nördliches Verteidigungssystem bildeten. Die ehemalige Abtei Bellapais bei Kyrenia, das die Türken Girne nenne, ist ein weiterer Anziehungspunkt für die Besucher Nordzyperns. Das rein gotische Bauwerk ist schon 1570 teilweise zerstört worden und präsentiert sich seit dieser Zeit als malerische Ruine.
Noch zahlreicher und beeindruckender sind die Sehenswürdigkeiten im griechischen Süden der Insel. Im "Haus des Dionysos" bei Paphos kann man großflächige römische Bodenmosaiken besichtigen, die im 4. Jahrhundert durch ein Erdbeben verschüttet und auf diese Weise für die Nachwelt konserviert wurden. Nur wenige hundert Meter davon entfernt liegen die sogenannten "Königsgräber", die aus der Zeit der Ägypter stammen und später von den Römern zu palastartigen Katakomben umgebaut wurden.

Neben einem römischen Theater, Bädern und einem Aquädukt sind in letzter Zeit im Ruinenbezirk Kourion, westlich von Limassol, auch Skelette gefunden worden, die den Schluss nahelegen, dass die Stadt einem Erdbeben zum Opfer fiel.
Nur wenige Kilometer von Kourion entfernt liegt die trutzige Kreuzritterburg Kolossi. Der mächtige Turm wurde von den Johannitern erbaut und bietet heute einen weiten Blick über die fruchtbare Ebene zwischen Limassol und dem Massiv des Troodos sowie auf den Salzsee der Halbinsel Akrotiri.
Keine Sehenswürdigkeit im herkömmlichen Sinn ist der aus der Mythologie überlieferte Geburtsort der Aphrodite, Petra tou Romiou. An diesem Felsen soll die Liebesgöttin dem Schaum des Meeres entstiegen sein. Über Jahrhunderte hinweg frönten die Zyprioten daher dem Aphroditekult, der im Volksglauben in den Marienkult überging, nachdem die Insel zum Christentum bekehrt worden war.

Das größte und reichste Kloster Zyperns, Kykko, wurde im 11. Jahrhundert mitten in das abgelegene Bergland des Troodos gebaut. Zu seiner Glanzzeit hatte das Kloster sogar Besitzungen in Kleinasien und auf der Krim. Heute ist das Kloster der beliebteste Wallfahrtsort der Insel, zumal sich auch die Grabstätte von Erzbischof Makarios, der noch immer Volksidol ist, ganz in der Nähe von Kykko befindet.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1578 f.



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