|
|
Offizieller Name: Australischer Bund (Commonwealth of Australia)
Hauptstadt: Canberra
Fläche: 7.741.220 km²; davon Tasmanien 67.800 km²
Landesnatur: Westaustralischer Schild, vorgelagert Küstenebene, im Inneren Zentrales Becken (Großes Becken und Murray-Darling-Becken), im O Ostaustralische Kordillere (Great Dividing Range)
Klima: Im N tropisches, im S subtropisches bis warmgemäßigtes, im Inneren Wüstenklima
Hauptflüsse: Murray, Darling, Lachlan, Muurumbidgee
Höchster Punkt: Mount Kosciusko 2228 m
Tiefster Punkt: Lake Eyre -16 m
Gebiete: Weihnachtsinseln, Kokos- bzw. Keelinginseln, Norfolkinsel; Territory of Ashmore und Cartier Islands, Coral Sea Islands Territory, Territory of Heard Island and the McDonald Islands
Regierungsform: Verfassung von 1901 - Parlamentarische bundesstaatliche Monarchie im Commonwealth
Unabhängigkeit: 1.1.1901 de facto, 11.12.1931 nominell (Westminster-Statut)
Staatsoberhaupt: Königin Elisabeth II, vertreten durch einen Generalgouverneur
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 6 Bundesstaaten, 2 Territorien
Parlament: Zweikammerparlament mit Senat (76 Mitglieder) und Repräsentantenhaus (148 Abgeordnete)
Nationalfeiertag: 26. Januar (Eintreffen erster weißer Siedler 1788)
Einwohner: 18.705.000 (1996); 21.262.641 (geschätzt für Juli 2009); ca. 95% europäischer (v.a. britischer und irischer) Herkunft, 1,3% Asiaten (v.a. Chinesen und Vietnamesen), 2,2% indigene Bevölkerung (Aborigines und Torres Strait Islanders)
Bevölkerungsdichte: 2 Ew./km²
Stadtbevölkerung: 85%
Analphabetenquote: 1%
Sprache 2001: 84% Englisch, Sprachen der Einwanderer, 0,3% australische Sprachen
Religion: Katholiken 26%, Anglikaner 24%, andere Protestanten 6%, Orthodoxe 3%, Moslems, Juden, indigene Religionen
Importgüter: Maschinen, Brennstoffe, Chemikalien, Textilerzeugnisse, Nahrungs- und Genussmittel
Exportgüter: Nahrungsmittel, Rohstoffe, Schafwolle, Eisenerz, Kohle, Industrieprodukte
Außengebiete:
Weihnachtsinseln
Fläche: 135 km²
Bevölkerung: 1506 Einwohner (2002); 60% Chinesen, 10-15% Europäer, 25-30% Malaien
Religion: überwiegend Buddhisten; Muslime und Christen
Status: External Territory, seit 1958 bei Australien
Regierung: Administrator
Kokos- bzw. Keelinginseln
Fläche: 14,2 km²
Bevölkerung: 629 Einwohner (2004); v.a. Cokos Malays
Religion: Muslime, Christen
Status: External Territory, seit 1955 bei Australien
Regierung: Administrator
Norfolkinseln
Fläche: 34,6 km²
Bevölkerung: 2601 (2001); v.a. Bounty-Meuterer-Nachkommen (Islanders) und Zugewanderte (Mainlanders)
Religion 2001: 35% Church of England, 12% Katholiken, 11% Uniting Church
Status: External Territory, seit 1914 bei Australien - Parlament mit 9 Mitgliedern, Wahl alle 3 Jahre
Regierung: Administrator; Regierungschef
Australien ist der kleinste, trockenste und flachste Kontinent der Erde. Es ist ein Land der faszinierenden Gegensätze. Riesige Wüsten und die roten Schwemmebenen sind das dünn besiedelte oder unbewohnte "rote Herz" Australiens, während der Großteil der Bevölkerung in den Orten und Städten der fruchtbaren östlichen Küstenebene wohnt. Nordaustralien liegt in den Tropen. Hingegen werden die Berge des Südostens von einer winterlichen Schneedecke überzogen.
Wenngleich das australische "Buschland" das Bild des Landes geprägt hat, so handelt es sich tatsächlich jedoch um eine urbane, technologisch weit fortgeschrittene und entwickelte Gesellschaft. Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse und Bodenschätze haben zum allgemein hohen Lebensstandard der Australier beigetragen. Das Land ist der größte Wollexporteur der Welt und ein wichtiger Erzeuger von Rindfleisch, Zuckerrohr und Weizen. Mit reichhaltigen Erzlagerstätten ist das Land weltweit der führende Produzent und Exporteur von Bauxit, dem Erz, aus dem Aluminium hergestellt wird.
|
Das überwiegend heiße oder warme Klima verführt viele Australier zum Aufenthalt an der "frischen Luft", wobei sich der Strandaufenthalt und das Barbecue besonderer Beliebtheit erfreuen. Aber Australien ist auch ein Land der Buschbrände, Dürren und Überschwemmungen. Tobende Sommerzyklone und Monsunwinde überqueren die tropischen Gebiete. Dürren im Landesinneren können jahrelang dauern und Buschbrände eine Bedrohung für die Vororte der Städte sein.
Im Oktober 2006 hatte die bereits seit Jahren anhaltende Dürre zahlreiche Buschfeuer in den Bundesstaaten New South Wales und Victoria ausgelöst; die Flüsse im Südosten führten nur wenig Wasser, Talsperren waren nur zu etwa 30% gefüllt. Viele Stadtverwaltungen reagierten mit Rationierungsmaßnahmen auf den hohen Wasserverbrauch, bei dem Australien weltweit an vierter Stelle liegt. Vom Wassermangel besonders betroffen waren die Landwirte: Die weitgehend vertrockneten Weiden führten zu einer kräftigen Vertreuerung des Tierfutters und zu einem Verfall der Viehpreise. Zusammen mit der drückenden Last der - weiter gestiegenen - Zinsen gerieten viele Farmer in eine ökonomisch ausweglose Situation: die Presse berichtete wiederholt von Selbstmorden verzweifelter Landwirte. Die Regierung reagierte auf die Notlage der Bauern mit einer kräftigen Erhöhung der staatlichen Unterstützungszahlungen.
Die Dürre bewirkte einen Stadt-Land-Konflikt: Bauern warfen den Städtern Verschwendung von Wasser vor, während umgekehrt auf den enormen Wasserverbrauch der Landwirtschaft hingewiesen wurde. Diese ist weitgehend von künstlicher Bewässerung abhängig und hat etwa 70% des Wasserverbrauchs zu verantworten. (Der Fischer Weltalmanach 2008, S. 67)
Februar 2009
Ab dem 7. Februar 2009 wurde der Süden Australiens (insbesondere Victoria, aber auch New South Wales sowie South Australia) von den schlimmsten Bränden seiner jüngeren Geschichte heimgesucht. Starke Winde und Temperaturen von über 45°C begünstigten die Feuer und ließen sie nur schwer unter Kontrolle bringen. Schätzungsweise die Hälfte der Buschfeuer sollen auf Brandstiftung zurückgehen. Mehr als 180 Menschen verloren ihr Leben, mehr als 700 Häuser wurden verbrannt, mehrere tausend Menschen wurden obdachlos, tausende Stück Vieh und Wildtiere wie Kängurus und Koalas wurden getötet, zahlreiche Gemeinden brannten völlig nieder - darunter auch der beliebte Touristenort Marysville.
tagesschau.de: Feuerkatastrophe in Australien
»[...] Der World Wide Fund (WWF) hat den Menschen für die verheerenden Auswirkungen der Buschbrände verantwortlich gemacht. Der WWF kritisierte mangelhafte Vorbeugung und ungenügende Einstellung auf natürliche Gegebenheiten. [...] Laut WWF wird die Erwärmung des Klimas zu noch schlimmeren Trockenheiten und Feuern in Australien führen. [...]«
Während der Süden Australiens von Hitze, Trockenheit und Buschbränden betroffen ist, leidet der Norden nach lang anhaltenden Niederschlägen unter den seit Jahrzehnten stärksten Überschwemmungen.
Sintflutartiger Regen füllt Trinkwaserreservoire für ein Jahr
Ab dem 21. Mai 2009 ging im ausgetrockneten Südosten innerhalb von 48 Stunden so viel Wasser nieder, dass die Trinkwasserreservoire den seit 9 Jahren unter einer Dürre leidenden Bundesstaat Queensland nun für ein Jahr mit Wasser versorgen können.
»[...] Durch die Folgen der Unwetter wurden am Freitag die Bundesstaaten Queensland und New South Wales zum Katastrophengebiet erklärt. Am Samstag wurden alle Strände auf 700 Kilometer Länge an der Küste zwischen Sydney und Queensland geschlossen. Sturm mit Windgeschwindigkeiten von etwa 90 Stundenkilometer peitschte bis zu sechs Meter hohe Wellen gegen die Küsten. Regional fielen über 200 Liter Regen pro Quadratmeter innerhalb von zwei Tagen. [...]«
Aus: wetteronline.de, 23.5.2009
Die einzigartige Tierwelt reicht von Känguruhs über Schnabeltiere und Koalabären bis hin zum Trauerschwan. Es ist auch das Land des Eukalyptus sowie der Schaf- und Viehzuchtfarmen. Die bemerkenswertesten Wahrzeichen sind der Ayers Rock, der größte Monolith der Welt, und das große Barriereriff, das größte Korallenriff der Welt.
Australien hält die Verbindung zum "Mutterland" England noch aufrecht. Die Australier fahren auf der linken Straßenseite und Englisch ist die offizielle Landessprache. Heute lebt jedoch eine große Zahl von Einwanderern aus anderen europäischen Ländern und Asien in Australien. Die Ureinwohner Australiens sind nur eine kleine Minderheit.
 |
 |
Die Bundesstaaten
Canberra liegt 300 km südlich von Sydney. Es ist seit 1927 Hauptstadt des Australischen Bundes mit eigenem Bundesdistrikt. Canberra wurde vom amerikanischen Architekten Walter Burley-Griffin geplant und ist eine moderne Stadt, gekennzeichnet durch Regierungsgebäude. Zu den Einwohnern zählen viele Diplomaten, Politiker und Beamte. Die Stadt ist Sitz der Bundesregierung sowie des Hohen Gerichtshofes und beherbergt die Nationalgalerie, das War Memorial Museum sowie die Königlich-Australische Münzstätte, in der das australische Geld hergestellt wird.
"Größer als Texas" zu sein, darauf ist Neusüdwales, Australiens ältester Staat, stolz. Außerdem ist die pazifische Küstenebene ein Industriezentrum und Ballungsraum der Bevölkerung. Die bedeutenden Standorte für Kohle und Stahl, Newcastle und Wollongong, liegen bei Sydney. |
Die herrlichen Blue Mountains hinter Sydney gehören zur Great Dividing Range, der Küstenkordillere. Ihre Tafelländer und westlichen Hänge, die als Weiden, für den landwirtschaftlichen Anbau und von der Forstwirtschaft genutzt werden, sind das Quellgebiet des Flusssystems Darling und Murray, die landeinwärts fließen. Der Murray bewässert die Riverina, das fruchtbarste Anbaugebiet für Weizen, Obst und Mischkulturen.
Die einsamen westlichen Ebenen, die von Millionen von Schafen und Rindern beweidet werden, reichen bis Broken Hill, einer Bergbaustadt für Blei, Silber und Zink im Landesinneren, 1170 km westlich von Sydney und nahe der Grenze zu Südaustralien.
Ein Viertel der australischen Bevölkerung lebt in Victoria, dem kleinsten Staat auf dem Festland. Melbourne, die Hauptstadt, ist vorwiegend ein Standort für die erzeugende Industrie. Allerdings verfügt der Staat zusammen mit Neusüdwales am Murray, Victorias Nordgrenze, über ein reiches Anbaugebiet für Obst und Mischkulturen. Westlich liegt die Wimmera, ein riesiges Weizen- und Weideland.
Die südöstliche Küstenregion ist für Milchwirtschaft und Holzindustrie wichtig und heute das "Kraftwerk" von Victoria. Gestützt auf die reichen Braunkohlenvorkommen des Latrobe Valley und die Erdöl- und Erdgasfunde in der Bass-Straße, entwickelte sich die Region zu einem Standort der Energieerzeugung. | 
Charles Darwin brachte sie 1835 nach England: Schildkröte Harriet mit Steve Irwin und Frau Terri im Zoo von Brisbane. (Foto: Reuters)
Sydney 16. November 2005 - In einem Zoo im australischen Brisbane hat am Montag die vermutlich älteste noch lebende Riesenschildkröte der Welt ihren 175. Geburtstag gefeiert. Zur Feier des Tages gab es für die Schildkröte Harriet einen Geburtstagskuchen und ihr Leibgericht: Hibiskusblüten. Die Schildkröte war 1835 im zarten Alter von fünf Jahren vom britischen Naturforscher und Begründer der Evolutionstheorie, Charles Darwin, von den Galapagos-Inseln nach England gebracht worden.
|
Südaustralien ist für den Schienen- und Straßenverkehr das Tor zu Zentralaustralien. Seine Industriestädte sind Whyalla, Port Augusta und Port Pirie, bekannt als das "Eisendreieck" des Spencergolfs. Hier werden die Bodenschätze von Broken Hill und Mount Isa im Landesinneren weiterverarbeitet und verschifft.
Der Murray verläuft auf seinem Weg zur Küste in Südaustralien durch die bedeutendsten Weizen-, Obst- und Weinanbaugebiete des Staates, wobei das Barossa-Tal das berühmteste Weinanbaugebiet in Australien ist. Der Murray ist der einzige wirklich wichtige Fluss in Südaustralien. Zu den landschaftlichen Besonderheiten des Staates zählen die sagenumwobene Flinders Range, die nach Norden in Richtung auf den 16 m unter dem Meeresspiegel liegenden Eyre-See, Australiens größten Salzsee, verläuft, die Große Victoriawüste und die baumlose Nullarborebene. |
|
|
Queensland ist das Land der großen Gegensätze. Der tropische Norden wird von bergigen Regenwäldern, Mangrovesümpfen und trichterförmigen Flussmündungen, in denen Krokodile leben, beherrscht. In der Küstenebene, die den stärksten Bevölkerungsanteil in Queensland aufweist, wird Zuckerrohr, Tabak und Weizen angebaut. Die weiten Ebenen des Inneren gehören den Schafen und Rindern. In abgelegenen Bergbauorten wird in beträchtlichem Umfang Bauxit, Blei, Zink, Kupfer und Silber gewonnen. Außerdem ist Queensland Australiens führendes Urlaubsland. Vor der Küste erstreckt sich das große Barriereriff, das Garant ist für einmalige Taucherlebnisse. Ausgangsorte zum Großen Barriereriff sind Cairns und Townsville.
Ab Dezember 2010 erlebt Queensland die schwersten Überschwemmungen seit 50 Jahren. Am 12. Januar 2011 steht eine Fläche so groß wie Deutschland und Frankreich zusammen unter Wasser. Auch Brisbane, die drittgrößte Stadt des Kontinents, ist betroffen. Der sonst beschauliche Brisbane River hat sich in einen reißenden Strom verwandelt. Das öffentliche Leben der Stadt ist zum Erliegen gekommen.
Siehe auch: www.n-tv.de, Zehntausende fliehen vor Fluten, 12.01.2011 |
Tasmanien, das wegen seines Obstanbaus schon lange den Namen "Apfelinsel" trägt, ist Australiens kleinster Staat. Die Insel ist mit ihrer an Seen reichen, wilden Berglandschaft (Mt. Ossa 1617 m), ihren tobenden Flüssen und wunderschönen Tälern ein Paradies für Naturschützer und Wanderer. Seltene Tiere, wie der tasmannische Beutelwolf, sind hier beheimatet. Die Insel wurde 1642 von Abel Tasman entdeckt und war einmal Sitz einer berüchtigten Sträflingskolonie. Heute ist sie aufgrund des Tourismus, des Obst- und Gemüseanbaus und des Wolfram- und Zinnabbaus von wirtschaftlichem Belang. Die Hauptstadt Hobart ist Ziel eines klassischen Jachtrennens zwischen Sydney und Hobart.
Westaustralien, der größte Staat Australiens, umfasst annähernd ein Drittel Australiens. Ein Großteil des Territoriums wird von der Nullarborebene, der Großen Victoriawüste, der Gibsonwüste und der Großen Sandwüste eingenommen. Millionen von Schafen und Rindern grasen in dem semi-ariden Gebiet. Pilbara im Nordwesten ist Australiens reichste Eisenerzlagerstätte. Östlich von Perth liegt einer der größten Weizengürtel Australiens, und weiter im Landesinneren befinden sich die großen Gold- und Nickelminen von Kalgoorlie und Kambalda. Auf Grund der Abgeschiedenheit Westaustraliens ist sein Naturraum bis heute weitgehend unberührt geblieben. Ein Flug nach Sydney dauert viereinhalb Stunden. |
Das Nordterritorium wird als das "obere Ende" Australiens betrachtet. Die Region zeichnet sich durch ihre riesigen Viehfarmen, den Tourismus und ihre zwei Jahreszeiten - warme, trockene Winter und heiße, feuchte Sommer - aus. Gewaltige Sommerzyklone durchqueren das Gebiet.
Darwin wurde durch den Zyklon "Tracy" 1974 zerstört, ist inzwischen aber wiederaufgebaut. Das Nordterritorium ist reich an Bodenschätzen, wie Bauxit und Uran, und weist einige der bekanntesten Attraktionen Australiens, etwa Alice Springs und Ayers Rock, auf. Besucher der Eingeborenen-Reservation Arnhem-Land benötigen eine Sondergenehmigung.

Die Geschichte
Die Vorstellung von einer unbekannten südlichen Landmasse (terra australis incognita) geht bis ins griechische Altertum zurück. Frühe Forscher und Geographen waren davon überzeugt, dass ein großer südlicher Kontinent existierte und nur darauf wartete, entdeckt zu werden. Jedoch war dieses Land den Ureinwohnern sehr wohl bekannt, denn sie hatten sich schon vor 40.000 Jahren dort niedergelassen.
Neben den Ureinwohnern waren die seefahrenden "Bugis" von der Insel Sulawesi in Indonesien wahrscheinlich die ersten, die den Kontinent zu Gesicht bekamen. Niederländische Kapitäne nahmen weite Teile der Küste zur Zeit der großen Entdeckungen im 17. und 18. Jahrhundert erstmals kartographisch auf. Einer von ihnen, Abel Tasman, entdeckte 1642 Tasmanien. Captain Cook sichtete 1770 an Bord der "Endeavour" die Südostküste Australiens. Er segelte nach Norden und unterbrach seine Reise kurz an der Botany Bay, die jetzt zu Sydney gehört, bevor er die britische Flagge am Kap York hisste. Cook stellte für Großbritannien Ansprüche auf die gesamte Ostküste und nannte sie Neusüdwales. |
Deportation
Als Großbritannien die amerikanischen Kolonien verloren hatte, musste zur Deportation der Sträflinge ein anderer Ort gefunden werden, denn die Strafgesetzgebung war sehr hart und die Gefängnisse dementsprechend überfüllt. Botany Bay an der Ostküste wurde als neue Sträflingskolonie ausgewählt und 1787 setzte Captain Arthur Phillip mit ungefähr 730 männlichen und weiblichen Sträflingen und mehr als 200 Mann Militär an Bord die Segel. Außerdem waren einige Frauen und Kinder der Soldaten dabei.
Die achtmonatige Seereise endete in einem großen Hafen ungefähr 11 km nördlich von der Botany Bay. Man hisste die britische Flagge und nannte den Ort am 26. Januar 1788 Sydney Cove. Die Stadt Sydney war gegründet. |
|
Die ersten Siedler hatten am Anfang mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Es kam zu Missernten, die Haustiere verschwanden im Busch und die Siedler, von denen die wenigsten etwas von der Landwirtschaft verstanden, mussten beinahe hungern. Es dauerte mehr als zwei Jahre, bis die nächste Flotte ankam. Die ersten Siedler blieben an der Küste hinter den Blue Mountains, bis drei Landspekulanten, Gregory Blaxland, William Lawson und William Wentworth einen Weg über das Gebirge fanden. Von nun an konnten sie die weiten Ebenen erreichen, die ins Landesinnere führten.
Die Erforschung
Im frühen 19. Jahrhundert fand die erste größere Besiedlung jener Küstengebiete statt, die später zu Queensland, Victoria, Tasmanien, Südaustralien und Westaustralien gehören sollten. Aber eigentlich war es das Landesinnere, die sogenannten "weißen Flecken" auf der Landkarte, das die Forscher reizte. Viele waren sich sicher, dass es dort einen großen Ozean gäbe. Versuche, den Kontinent zu durchqueren, schlugen häufig fehl, da die Forscher aus Mangel an Wasser und Nahrung umkehren mussten. Andere Versuche endeten tragisch mit dem Tod der unerschrockenen Pioniere. Ludwig Leichhardt und sein Expeditionsteam verschwanden zum Beispiel beim Versuch einer Ost-West-Durchquerung spurlos.
1860/61 durchquerten Robert O'Hara Burke und William John Wills den Kontinent auf einer strapaziösen Reise erfolgreich vom Süden zum Carpentariagolf im Norden. Sie starben auf der Rückreise, nachdem ihre Begleiter sie zurückgelassen hatten.
Im darauffolgenden Jahr durchquerte John MacDouall Stuart den Kontinent von Adelaide bis zum Gebiet um Darwin. Es folgte der Bau einer Telegraphenleitung, und im Jahre 1872 war Australien endlich telegraphisch mit England verbunden.
Nationalgefühl und Krieg
Den Forschern folgten die Farmer und Schürfer. Australien gelangte zu Reichtum, und 1901 vereinigte Königin Victoria die sechs Staaten Neusüdwales, Victoria, Tasmanien, Queensland, Südaustralien und Westaustralien, indem sie den föderalistischen Bund der australischen Staaten ausrief.
Die australische Flagge zeigte den britischen Union Jack und die sechs Sterne für die australischen Staaten mit der Konstellation des Kreuzes des Südens, dennoch kam kein Nationalgefühl auf. Australien war wirtschaftlich und geistig noch jahrelang an das "Mutterland" England gebunden.
Der Erste Weltkrieg bildete den Anfang für Australiens Weg zu nationaler Eigenständigkeit. Australiens Truppen, Teil der Streitkräfte des britischen Commonwealth ANZAC (Australian and New Zealand Army Corps), erlitten 1915 bei der verhängnisvollen Gallipoli-Schlacht fürchterliche Verluste. Die Überlebenden und andere australische Soldaten zogen zu allen weiteren Kriegsschauplätzen und als der Krieg vorbei war, waren 60.000 der fünf Millionen Australier tot oder als vermisst gemeldet. Buchstäblich jede Familie in Australien hatte ein Opfer zu beklagen.
Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise in den 1930er Jahren, Australiens Teilnahme am Zweiten Weltkrieg und an den Kriegen in Korea und Vietnam trugen dazu bei, dass das Land sich eine klar umrissene nationale Identität schuf. Australien steht jedoch bis heute in enger Verbindung zu Großbritannien. Zur Absicherung seiner Zukunft wendet sich Australien allerdings vermehrt den pazifischen Staaten zu.

Die Ureinwohner Australiens - Aboriginal People
Die Ureinwohner Australiens, die von den weißen Siedlern als Aborigines bezeichnet wurden, führen je nach Region unterschiedliche Selbstbezeichnungen, wie z.B. "Anangu" (Mensch), "Koori" u.a. Die Bezeichnung "Aborigine" gilt heute als politisch unkorrekt und wird nach Möglichkeit vermieden (siehe: Aboriginal People ). Dagegen ist das Adjektiv "Aboriginal" (das "A" wird hierbei groß geschrieben um eine Unterscheidung zu anderen aboriginalen Völkern zu haben; indigen) in Verbindung mit "People(s)" politisch korrekt. Sie sind vor mehr als 40.000 Jahren nach Australien gekommen und werden in ihrer Gesamtheit vielfach als das älteste noch existierende Volk der Erde betrachtet. Vermutlich aus Indonesien stammend, fuhren sie mit Kanus von Insel zu Insel bis sie schließlich im tropischen Norden Australiens landeten. Auf der steinzeitlichen Kulturstufe der Jäger und Sammler lebend, besaßen sie ein erstaunlich weit entwickeltes Waffenarsenal, das vom Bumerang bis zu einer Art Speerschleuder reichte. Schätzungsweise 300.000 indigene Australier, die bis zu 200 verschiedene Dialekte sprachen, lebten in ganz Australien, als die ersten britischen Siedler 1788 landeten, um in Neusüdwales eine Sträflingskolonie zu errichten.
Die Lebensweise der Ureinwohner erstaunte die Weißen sehr, da diese Menschen in völliger Harmonie mit dem Land und seinen Tieren lebten und unter anderem glaubten, dass niemand über privaten Landbesitz verfügen könne.
Traumzeit
Dieses Erbe ist ein Teil dessen, was heute als die "Traumzeit" der Ureinwohner Australiens bekannt ist. Sie sagen, dass am Anfang der Zeit Kreaturen und "Wesen" eine spirituelle Welt schufen, wie auch das Land und alles was darauf lebte. Alle Ureinwohner sind mit dieser Vergangenheit verbunden und mit einem bestimmten Teil der Landschaft oder seiner Geschöpfe identifizierbar. Sie glauben, das Umkreisen des Uluru (Ayers Rock) und weiterer solcher natürlicher "Tempel" in Australien helfe uns, die "Traumzeit" zu verstehen. |
| Die Ureinwohner Australiens gehen davon aus, dass am Anfang der Zeit die heilige Regenbogenschlange aus einem langen Schlaf tief unter der Erde erwachte. Als sie sich aufrichtete, lag ihr ein riesiger Stein im Wege. Die Regenbogenschlange hievte ihn an die Oberfläche und so entstand der Uluru.
Die Ureinwohner lebten in kleinen Stammesgruppen, die, wenn die Nahrung knapp wurde, regelmäßig in neue Gebiete des von den Vorfahren ererbten Landes zogen. Bevor sie weiterzogen, zündeten sie das Land oftmals an, um sicherzustellen, dass bei ihrer Rückkehr das Land wieder fruchtbar war. Sie wohnten in sogenannten "Wurlies" oder "Gunyahs", primitiven Unterkünften aus Rinde und Holz. |
Die jungen Männer jagten Tiere wie etwa Känguruhs, Emus und Kletterbeutler, heilige Geschöpfe, die laut überlieferter Stammesgesetze jedoch nicht gegessen werden durften. Sie bauten Fallen für Fische und fingen Enten. Die Frauen sammelten genießbare Pflanzen und Insektenmaden. Samen wurden zu Mehl gemahlen und zu Brot verarbeitet. Als Schutz gegen die Witterung dienten einfache, aus Zweigen oder Rinde errichtete, Windschirme.
Die Menschen griffen auf ein überliefertes Wissen zurück, um in dem trockenen und feindlichen Land zu überleben. Sie konnten alle nutzbaren Pflanzen und Büsche identifizieren. Während der anhaltenden Trockenzeiten erhielten sie Wasser von Wüstenfröschen, die tief in den Sandhügeln vergraben waren und in ihren Bäuchen Wasser speicherten, um bis zum nächsten Regen zu überleben.
Die Alten lehrten die Jungen die Bräuche und geheimen Riten des Stammes und zeigten ihnen, wie man durch den "Bullroarer" mit den alten Geistern spricht. Auf Höhlenwänden bliesen sie mehrere Mundvoll Farbe über ihre ausgespreizten Hände, um lebhafte und deutliche Abdrücke ihrer Hände zu erhalten. Die Höhlen wurden auch genutzt, um heilige Wandmalereien anzubringen.
Zur spirituellen Seite ihres Lebens gehörte das Corroboree-Fest. Stammesmitglieder, die rituell mit weißer und roter Ockerfarbe beschmiert waren, feierten fröhlich mit rituellem Gesang und Tanz das Leben. Dabei wurde das "Didgeridoo", ein Blasinstrument, gespielt. |
Konflikte mit den Siedlern
Die Neuankömmlinge verstanden das "Traumzeit"-Konzept der Ureinwohner nicht. Die ersten Siedlerpioniere hatten wenig Verständnis für das Verhältnis der angetroffenen Menschen zu ihrem von den Vorfahren ererbten Land. Sie nahmen sich die Weidegebiete, die sie benötigten. Es dauerte nicht lange, bis es zu Querelen kam, jedoch waren die Menschen für die gut bewaffneten Europäer kein wirklicher Gegner. Das war der Anfang eines Gemetzels, das sich bis in das späte 19. Jahrhundert hinzog. Neue europäische Krankheiten, wie Cholera und Pocken forderten auch ihren Preis und so verringerte sich die Zahl der Ureinwohner in weniger als 150 Jahren von schätzungsweise 300.000 auf ungefähr 40.000. Sie lebten hauptsächlich in von der Regierung geschützten Arealen oder Missionen in weit abgelegenen Gebieten des Landes. Bis zum Jahr 1995 stieg ihre Zahl jedoch wieder auf etwa 300.000 an. Nach Plänen der Bundesregierung soll den Ureinwohnern ein Teil ihres Landes zurückgegeben werden. Mit Ayers Rock ist das bereits geschehen. Auf vielen Landkarten wird er heute Uluru bezeichnet. Zwar ist er eine Hauptattraktion für Touristen, einige heilige Symbole auf dem Fels sind dem Besucher jedoch versperrt. Hier wird die "Traumzeit" in ihrer ganzen farbenprächtigen Tradition zelebriert. Uluru und die Regenbogenschlange sind wieder lebendig.
|
|
Am 13. Februar 2008 entschuldigte sich der australische Premierministers Kevin Rudd in einer offiziellen Ansprachen vor 100 geladenen Ureinwohner für das Unrecht, das ihnen die Weißen in der Vergangenheit angetan haben:
»[...] Rudd richtete sich vor allem an die Opfer der "Stolen Generation", die bis zum Jahr 1970 als Kinder von ihren Familien getrennt wurden, um in weißen Haushalten aufzuwachsen. Diese Politik sei ein schwarzer Fleck auf der australischen Seele und werde sich niemals wiederholen, betonte Rudd. "Wir entschuldigen uns für die Gesetze und die Politik der vorangegangenen Parlamente und Regierungen, die unseren australischen Mitbürgern großen Schmerz, Leid und Schaden zugefügt haben." [...]«
Aus: spiegel.de
Google-search: aborigines+sorry
"Sorry" hat den Aborigines nichts gebracht
Ein Jahr nach dem "Sorry" »[...] von Australiens Premier hat sich das Leben der Ureinwohner kaum verändert. Eine Verbesserung ist nicht in Sicht. [...] Sie sind die Benachteiligten der australischen Gesellschaft: Aborigines sind öfter arbeitslos oder alkoholabhängig und begehen häufiger Selbstmord. [...] Mit umgerechnet zusätzlichen 2,3 Milliarden Euro will Australien nun die Lage retten. [...]«
Aus: welt.de, 13. Februar 2009
Deportation von britischen Kindern. Die vergessenen Australier
»[...] Bis in die sechziger Jahre deportierte Großbritannien arme Kinder nach Australien, wo diese häufig misshandelt wurden. Nun wollen sich beide Länder erstmals offiziell entschuldigen. [...] Tausende britische Kinder aus benachteiligten und armen Familien wurden von Amts wegen ihren Eltern weggenommen und nach Australien geschickt. [...]« Zu den "vergessenen Australiern" »[...] gehören neben einer halben Million Kindern, die zwischen 1930 und 1970 in Waisenhäusern und Kinderheimen misshandelt wurden, auch jene 7000 britischen Jungen und Mädchen, die gegen den Willen und meist ohne das Wissen ihrer Eltern auf die andere Seite des Globus verschickt worden waren. Die jüngsten dieser Kinder waren drei Jahre alt. [...] In vielen Fällen hatte man den Eltern der verschickten Kinder vorgelogen, dass ihre Jungen und Mädchen von wohlsituierten Mittelklassefamilien in England adoptiert worden seien. Den Kindern hatte man mitgeteilt, dass ihre Eltern gestorben seien. Die beteiligten Behörden, die mit karitativen Einrichtungen zusammenarbeiteten, unternahmen alles Menschenmögliche, um zu verhindern, dass Kinder und Eltern einander wiederfinden könnten. Dazu gehörte die Praxis, Geschwister bei der Ankunft in Australien voneinander zu trennen.
Die Kinder-Deportationen kamen sowohl den britischen wie den australischen Regierungen jener Zeit gelegen. London entledigte sich kostspieliger Sozialfälle, Canberra importierte problemlose neue Immigranten.
"Das Kind ist der beste Einwanderer", lautete damals ein populärer australischer Slogan. Bei den Kindern aus Britannien, so hieß es, handele es sich um "guten weißen Bestand".«
Zitiert aus: www.sueddeutsche.de, 16.11.2009
Im Gegensatz zum "Sorry" der australischen Regierung am 9. November 2009 ist eine Entschuldigung für das aus Großbritannien bisher nicht erfolgt.
www.tagesanzeiger.ch, Australien entschuldigt sich für Massen-Missbrauch von Kindern, 16.11.2009
»[...] Im Fall der zwangsweise verschickten Kinder hat auch die britische Regierung am Sonntag für das kommende Jahr eine offizielle Entschuldigung angekündigt. Schätzungen zufolge wurden von Anfang des 17. Jahrhunderts bis 1967 etwa 150'000 Kinder nach Australien, Kanada und in andere frühere Kolonien gebracht, die meisten von ihnen ab Ende des 19. Jahrhunderts. Nach einem australischen Bericht von 2001 wurden noch im 20. Jahrhundert zwischen 6000 und 30'000 Kinder von Grossbritannien und Malta nach Australien deportiert, die oft alleinstehenden Müttern oder armen Familien weggenommen worden waren. Vielen der Kinder wurde gesagt, sie seien Waisen, obwohl dies nicht der Wahrheit entsprach. Geschwister wurden nach ihrer Ankunft in Australien üblicherweise voneinander getrennt.[...]«

LiteraturAlle Länder dieser Erde. Band 1, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.130 f.
|
|