Willkommen in Mikronesien

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Offizieller Name: Föderierte Staaten von Mikronesien
Hauptstadt: Palikir (auf der Insel Pohnpei)
Fläche: 702 km²
Landesnatur: 4 große Inselgruppen mit 607 Inseln; überwiegend flache Korallenatolle
Klima: Tropisches, maritimes Klima
Höchster Punkt: Totolom 791 m
Regierungsform: Bundesrepublik
Staatsoberhaupt: Präsident
Verwaltung: 4 Teilstaaten (Yap, Chuuk, Pohnpei, Kosrae)
Parlament: Parlament (Kongress) mit 14 Mitgliedern, von denen 4 alle 4 Jahre, die übrigen alle 2 Jahre gewählt werden
Nationalfeiertag: 10. Mai
Einwohner: 116.000 (1999); 108.004 (geschätzt Juli 2006); überwiegend mikronesische und polynesische Bevölkerungsgruppen
Bevölkerungsdichte: 165 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 28% (1999)
Analphabetenquote: 19% (1999)
Sprache: Englisch (Amtssprache), Chuuk, Ponapesisch u.a.
Religion: Katholiken, Protestanten
Importgüter: Nahrungsmittel, Brennstoffe, Maschinen und Ausrüstungen
Exportgüter: Fisch und -produkte

Die Karolinen, die größte Inselgruppe Mikronesiens, bestehen aus vielen kleinen Inseln und Atollen, die sich wie eine Perlenkette durch den westlichen Pazifik ziehen. Sie liegen im Bereich des Nordostpassats, unter dessen Einfluss ein tropisches Seeklima mit ausgeglichenen Temperaturen herrscht.
Die Vegetation wechselt zwischen Regen-und Mangrovenwäldern auf den Inseln vulkanischen Ursprungs und den Kokospalmenhainen auf den nur wenige Meter aus dem Wasser ragenden Koralleninseln und Atollen.
Die Föderierten Staaten von Mikronesien sind ein mit den USA assoziierter Bund der nach ihren Hauptinseln bzw. -atollen benannten Inselgruppen Kosrae, Pohnpei (Ponape), Chuuk (Truk) und Yap. Dieser ist 1979 aus dem ehemals von den USA verwalteten UN-Treuhandgebiet hervorgegangen, nachdem die nördlichen Marianen, die Marshall-Inseln und Teile der Karolinen abgetrennt worden waren, um künftig selber unabhängige Staaten zu bilden; die Marianen blieben in US-Besitz. Der Assoziierungsvertrag gewährt der Föderation eine eigene Staatsregierung und eine eigene Verfassung sowie finanzielle Beihilfen von den USA, über deren Verwendung alljährlich der amerikanischen Regierung Bericht erstattet werden muss. Im März 1979 wurden die Wahlen zum ersten Kongress, dem Einkammerparlament, der Föderierten Staaten von Mikronesien abgehalten. Das Staatsoberhaupt ist gleichzeitig Regierungschef. Jeder Bundesstaat hat eigene Verfassungsorgane.
Teile der Inseln gelangten erstmals 1525 durch den Portugiesen Diego da Rocha ins Blickfeld der Europäer. 1686 kam der ganze Archipel dann unter die spanische Herrschaft Karls II. (1661-1700), von dem die Karolinen ihren Namen haben. Doch die spanische Kolonialmacht beschränkte sich im wesentlichen auf Missionsarbeit und auf die Sicherung der Seewege zwischen den Philippinen und Mexiko. Im Jahre 1899 verkaufte Madrid die Inselgruppen der Marianen und Karolinen an das deutsche Kaiserreich.
Aber nicht erst beim Anblick spanischer und deutscher Kolonialrelikte, vielmehr an den Ruinen von Nan Madol auf Pohnpei erkennt man, dass Mikronesien nicht geschichtslos ist. Auf Riffen im Ostteil der Insel liegt eine geheimnisvolle, aus riesigen Basaltblöcken geformte Anlage von Königspalästen, Verwaltungsbauten, Wohnhäusern und Kultstätten - Überbleibsel einer verschwundenen, nur noch in Legenden fortlebenden Kultur, die nach einem Erdbeben teilweise im Meer versunken ist.

Das Rätselraten über die Blütezeit Nan Madols geht weiter, doch besteht kein Zweifel, dass die Basaltbauten von einer hochentwickelten Zivilisation errichtet worden sind.
Der deutsche Kolonialbesitz in Mikronesien kam nach dem Ersten Weltkrieg unter japanische Treuhandschaft. Japan betrachtete Mikronesien in erster Linie als Siedlungsraum. Systematisch wurden die einzelnen Inselgruppen japanisiert. 1939 gab es in Mikronesien mehr Japaner als Eingeborene. Nach dem Zweiten Weltkrieg gingen die Inselgruppen als UN-Treuhandgebiet an die USA.

Bevölkerung und Wirtschaft
Während auf Pohnpei und Chuuk seither der amerikanische Lebensstil vorherrscht, blieb auf Kosrae und den Yapinseln noch viel von der früheren Lebensart Mikronesiens erhalten. Yap gilt als der "urwüchsigste" Winkel Mikronesiens, mit einer noch stark an den alten Hierarchien orientierten Sozialstruktur.
Die Regierung wirbt auf Plakaten für den Gebrauch von Kokosnussseife "Made in Yap". An Kokosnüssen, aus denen unter anderem Kopra (Foto) und Öl gewonnen werden, herrscht auf den Inseln kein Mangel, jedoch werden die Früchte der Kokospalme noch vorwiegend als Schweinefutter verwendet, das Borstenvieh ist auf Yap allgegenwärtig. Allerdings zeigt das Angebot an Musikkassetten, Videogeräten und Konserven, dass die Konsumansprüche längst über die bäuerliche Selbstversorgung hinausgehen.

Einerseits geht das Bestreben dahin, die traditionelle Lebensart zu erhalten, andererseits erliegt man, wie überall in Mikronesien, dem "American way of life" und finanziellen Beihilfen der USA (ca. 50% des Budgets; 2001 waren es 1,339 Mrd. US-Dollar). Diese haben die Wohlfahrtsmentalität der Insulaner gefördert und zum Nachlassen der Bemühungen auf eine Selbstversorgung geführt.
Dabei sind Kapitalinvestitionen für Modernisierungsmaßnahmen im Bereich der Fischerei ebenso erforderlich wie die Lösung des Bewässerungsproblems in der Landwirtschaft und eine Verbesserung der Infrastruktur. Auch der Fremdenverkehr gewinnt zunehmend an Bedeutung.

Entwicklungen
Auf dem Weg durch Ozeanien überquerte das olympische Feuer am 25. Mai 2000 den Äquator. Tags zuvor hatten hunderte Mikronesier die Ankunft am Flughafen von Pohnpei gefeiert. Das "Free Association"-Abkommen, in dem die Zahlungen der USA an Mikronesien vereinbart sind, lief im Jahr 2001 aus. Das erneuerte und 2004 durch die Parlamente in Mikronesien und den USA ratifizierte Association-Abkommen läuft nun weitere 20 Jahre. In dieser Zeit soll sich Mikronesiens Wirtschaft soweit entwickelt haben, dass sie dann ohne weitere Unterstützungsleistungen auskommt.

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.960 f.



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