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Offizieller Name: Republik Nauru / Republic of Nauru / Naoero (nauruisch)
Hauptstadt: Yaren
Fläche: 21 km²
Landesnatur: Koralleninsel, deren Oberfläche aus Kalziumphosphat besteht, umsäumt von einem Wallriff; durch Phosphatabbau weitgehend verwüstete Oberfläche
Klima: Tropisches Klima
Höchster Punkt: 70 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Staatspräsident
Verwaltung: 14 Distrikte
Parlament: Einkammerparlament mit 18 für 3 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 31.Januar
Einwohner: 11.000 (1999); 10.100 (geschätzt für 2004); ca.60% Nauruer (Mikronesier mit melanesischen und polynesischen Einflüssen), Menschen von den Nachbarinselstaaten sowie Chinesen, Filipinos, Australier, Neuseeländer und Inder
Bevölkerungsdichte: 524 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 48% (1999)
Analphabetenquote: 1% (1999)
Sprache: Englisch, polynesisches Nauruisch
Religion: Protestanten ca. 60%, Katholiken 30%
Importgüter: Nahrungsmittel, Maschinen, Fahrzeuge, Möbel, Schuhe, Medikamente, Wasser
Exportgüter: Phosphat, Kokosprodukte und Bananen
Im Gegensatz zu den übrigen Inselstaaten des Pazifischen Ozeans besteht die Republik Nauru nur aus einer einzigen Insel. Sie ist so klein, dass sie sich in wenigen Stunden umwandern lässt. Kein Wunder, dass Nauru selbst unter den Zwergstaaten einer der kleinsten ist.
Wie viele kleinere Inseln im Pazifischen Ozean ist Nauru das Ergebnis jahrtausendelangen Wirkens von Korallen, deren verfestigte Kalkskelette bis in eine große Tiefe den Untergrund der Insel bilden. Mehrfach in der geologischen Geschichte der Insel muss das oberste Stockwerk des Korallenriffs über den Meeresspiegel gelangt sein - sei es durch Hebung des Untergrundes oder durch Absinken des Meeresspiegels.
Der Verwitterung ausgesetzt, bildeten sich in dem löslichen Kalkgestein an der Oberfläche tiefe Trichter und spitze Kegel, ideale Nistplätze für Seevögel. Im Laufe von Hunderttausenden von Jahren häuften sich die Exkremente von Millionen und Abermillionen von Seevögeln in den Trichter und bedeckten schließlich fast die gesamte Insel mehrere Meter hoch. |
Der Guano, wie die Ablagerungen von Vogelexkrementen genannt werden, wandelte sich mit der Zeit unter dem Einfluss der Witterung zu Kalziumphosphat von höchster Reinheit um. Der Abbau dieses Phosphatgesteins, dem wichtigsten Grundstoff zur Herstellung von Düngemitteln, ist der Reichtum Naurus und die Quelle des Wohlstands seiner Bevölkerung.
Das Phosphat wird heute mit modernster Technik abgebaut. Riesige Schaufelbagger legen die alte Kalksteinoberfläche wieder frei. Über lange Förderbandanlagen wird das gemahlene Phosphatgestein zu den Schiffen transportiert. Da Nauru über keinen natürlichen Hafen verfügt und ein äußeres Korallenriff die Insel von der offenen See abschirmt, müssen die größeren Frachter weit vom Ufer entfernt festmachen.
Um die Jahrhundertwende, als die Insel noch unter deutscher Kolonialherrschaft stand, wurde ihr natürlicher Reichtum entdeckt. 1905 begann der systematische Phosphatabbau. Über 80 Millionen Tonnen Phosphat wurden bis heute abgebaut, aber erst seit der Unabhängigkeit kommt die Bevölkerung in den Genuss der daraus resultierenden Gewinne. Es ist abzusehen, dass schon in einigen Jahren die Vorräte an Phosphat erschöpft sein werden. Zurückbleiben wird eine weithin verwüstete Insel. Die bescheidene Landwirtschaft, die wegen des porösen Bodens und der unregelmäßig fallenden Niederschläge ohnehin nur auf die Küstenregion beschränkt ist, reicht schon längst nicht mehr aus, um die Bevölkerung Naurus zu ernähren. Daher werden inzwischen mit den Erlösen aus der Phosphatgewinnung neue Einnahmequellen erschlossen, um die Zukunft der Insel zu sichern.
So besitzt Nauru heute bereits eine Fluggesellschaft und eine Reederei mit acht Schiffen. Dem gleichen Zweck dienen der Erwerb von Grundstücken und Immobilien in Australien, Amerika und Asien sowie Kapitalgeschäfte an den internationalen Börsen. Die Zinserlöse sollen den Nauruern auch nach Erschöpfung der Phosphatvorkommen ein Leben in Wohlstand ermöglichen. Bislang scheinen die Menschen auf Nauru noch im Schlaraffenland zu leben. Eine Einkommensteuer ist unbekannt, Häuser werden vom Staat zu niedrigsten Preisen zur Verfügung gestellt, Bildungs- und Gesundheitswesen sind ebenso kostenlos wie die Stromversorgung und die importierten Lebensmittel sind dank staatlicher Subventionen preiswert.
Von der heutigen Bevölkerung Naurus sind rund 60% Nachfahren der Urbevölkerung, die ethnisch den Polynesiern sehr nahe stehen. Neben einer kleineren Zahl von Chinesen sowie Einwohnern europäischen Ursprungs leben auf Nauru Gastarbeiter, die von anderen Inseln Ozeaniens stammen. | 
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Geschichte
Die Insel nahe dem Äquator wurde erstmals 1798 von einem Europäer, dem britischen Seefahrer John Fearn, gesichtet. 1888 kam Nauru zusammen mit den Marshall-Inseln als Kolonie an das Deutsche Reich. Ende des 19. Jahrhunderts erschienen die ersten christlichen Missionare, die auf das Leben und den Glauben der Nauruer starken Einfluss nahmen. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Insel als Völkerbundsmandat Australien, Neuseeland und Großbritannien unterstellt. Während des Zweiten Weltkriegs besetzten Japaner die Insel. Ein großer Teil der Bevölkerung wurde nach Japan in Arbeitslager deportiert. 1947 kam Nauru als UN-Mandat wieder unter die Verwaltung der ehemaligen Völkerbundsmächte bis es im Jahr 1968 endlich die Unabhängigkeit erreichte. Der Inselstaat blieb Mitglied des Commonwealth und ist bis heute wirtschaftlich eng mit Australien verbunden.  |
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Entwicklungen
Etwa 20.000 USD kostet es, eine Bank zu gründen, so billig macht es kaum ein anderer Staat. Und so wundert es nicht, dass der Kleinstaat offenbar auch eine beliebte Adresse für "schwarzes" Geld neureicher Russen ist. Der Geldzufluss aus anderen Teilen der Welt stockt allerdings. Die Deutsche Bank und US-Banken lehnen seit Ende 1999 Überweisungen nach Nauru ab.
Die Insulaner sind reich geworden durch den Export von Vogelkot, der als Guano-Dünger in alle Welt verkauft wird. Doch die Nationalbank ist offensichtlich zahlungsunfähig (Stand 2001).
Auf Nauru fand 2001 die Weltmeisterschaft der Gewichtheber statt.
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» [...] Verhältnis zu Australien: Die Zusammenarbeit mit Australien in der Flüchtlingsfrage - Nauru nimmt der regionalen Führungsmacht Flüchtlinge ab und erhält dafür beträchtliche finanzielle Zuwendungen aus Canberra - wurde im September 2006 von der Regierung in Yaren auf eine Belastungsprobe gestellt: Sie verlangte für einen Iraker, der seit 2002 in dem Inselstaat lebt, eine monatliche Prämie aus Canberra in Höhe von 75.000 US-$; andernfalls werde das Visum für den Mann, den die australischen Behörden als Sicherheitsrisiko eingestuft haben, nicht verlängert.
Im Dezember 2006 wurde der Iraker auf Vermittlung des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge (UNHCR) in einen ungenannten skandinavischen Staat ausgeflogen.
Im Februar 2007 nahm Nauru 83 tamilische Bootsflüchtlinge auf, die in australischen Hoheitsgewässern aufgegriffen worden waren; bis Mai 2007 hatten viele von ihnen nach Angaben einer australischen Menschenrechtskommission noch keinen Zugang zu einem Anwalt. Die Regierung in Yaren drängte in Canberra auf eine Durchführung der Asylverfahren binnen sechs Monaten, um einen jahrelangen Aufenthalt auf der Insel zu vermeiden. Trotz des neuerdings zunehmenden taiwanesischen Engagements ist die finanzielle Abhängigkeit von Australien aber weiterhin zu groß, als dass Nauru die "pazifische Lösung" der Flüchtlingsfrage ernstlich in Frage stellen könnte.
Verfassungsreform: Eine Verfassungskommission erarbeitete 2006 Vorschläge zur Reform des politischen Systems. Diese sehen eine Direktwahl des Staats- und Regierungschefs durch das Volk sowie die Einrichtung eines unabhängigen Rechnungshofes vor. Der Rechnungshof soll - ebenso wie ein Verhaltenscode für Behördenchefs - die verbreitete Korruption eindämmen. [...] «
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.344.
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