Willkommen in Neuseeland

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Offizieller Name: New Zealand
Hauptstadt: Wellington
Fläche: 270.534 km²
Hauptflüsse: Clutha, Waitaki, Rangitikei, Wanganui
Höchster Punkt: Mount Cook 3764 m
Klima: Warm-gemäßigt, im N subtropisch
Regierungsform: Parlamentarische Monarchhie
Staatsoberhaupt: König Elisabeth II., vertreten durch einen Generalgouverneur
Regierungschef: Ministerpräsident
Verwaltung: 16 Regionen, 3 Außenbezirke (Cookinseln, Niue, Tokelau)
Parlament: Einkammerparlament mit 120 für 3 Jahre gewählten Mitgliedern
Einwohner: 3.828.000 (1999); 4.035.461 (geschätzt Juli 2005)
Bevölkerungsdichte: 14 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 87% (1999)
Bevölkerung unter 15 Jahren: 23% (1999)
Analphabetenquote: 1% (1999)
Sprache: Englisch; Maori
Religion: Anglikaner 22%, Presbyterianer 16%, Katholiken 15%
Importgüter: Erdöl und -produkte, Maschinen, Fahrzeuge, chemische Erzeugnisse, Elektroausrüstungen
Exportgüter: Fleisch, Molkereierzeugnisse, Wolle, Häute, Felle, Fisch, Früchte, Konserven, Holz, Holzprodukte, Maschinen
Handelspartner: EU-Länder, Japan, Australien, USA, Singapur, Indonesien


Der Inselstaat Neuseeland liegt im südlichen Pazifik etwa 1600 km südöstlich der australischen Küste. Er besteht aus zwei langgestreckten Inseln: die Nordinsel ist etwas kleiner als die Südinsel, wird jedoch von einer weitaus größeren Bevölkerung bewohnt. Eine ganze Reihe weiterer Pazifikinseln steht unter neuseeländischer Verwaltung, darunter die Cook-Inseln, die Kermadec-Inseln, Niue und die Tokelau-Inseln. Auckland ist die größte Stadt und Wellington die Hauptstadt Neuseelands.
Das Land ist mit seinem von alpinen bis zu subtropischen Landschaften reichenden Spektrum außerordentlich reizvoll. Heiße Quellen und Gletscher tragen zur besonderen Faszination der Südinsel bei, auf der sich Bergketten bis weit über 3000 m erheben.
Neuseeland hat eine Bevölkerung von nur 4 Millionen, und die Mehrzahl der Menschen - etwa 87% - lebt in Städten. Das dünn besiedelte Land ist zum überwiegenden Teil noch in unberührtem Zustand, und die landschaftliche Schönheit Neuseelands zieht in zunehmendem Maße Touristen an. Milford Sound an der Fjordküste gehört zu den eindrucksvollsten Landschaften.
Einwanderer aus Polynesien ließen sich vor etwa 1000 Jahren auf den Inseln nieder. Sie fanden ein fruchtbares Land vor, das vor allem durch einen großen Vogelreichtum und fischreiche Küstengewässer gekennzeichnet war. Dieses Volk, die Maori, hat heute wieder einen Anteil von 10% an der Gesamtbevölkerung.
Die Besiedlung durch Europäer setzte im späten 18. Jahrhundert ein. 1840 erwarben die Briten das Besitzrecht und gewährten den Siedlern eine verantwortliche Selbstregierung. 1907 erhielt Neuseeland den Dominionstatus und ist heute Mitglied im Commonwealth of Nations.

Zunächst florierte die Wirtschaft, deren Schwergewicht bei der Viehzucht, in erster Linie der Aufzucht von Rindern und Schafen, lag. Die großen Herden lieferten Fleisch, Wolle und Butter für den Export. In den letzten Jahren ist die wirtschaftliche Entwicklung jedoch beeinträchtigt, hauptsächlich als Folge der eingeschränkten Handelsbeziehungen mit Großbritannien.
Neuseeland war einer der ersten Staaten, der ein umfassendes Wohlfahrtsprogramm einführte, das öffentliche Gesundheitspflege, soziale Sicherheit, Altersversorgung und Arbeitslosenunterstützung beeinhaltete. In den 1980er Jahren wurde die Bevölkerung Neuseelands sowohl mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten als auch mit Umweltproblemen konfrontiert. Die Wirtschaft passte sich an die veränderten Bedingungen im Welthandel an, die durch die geringere europäische Nachfrage nach den traditionellen Exportprodukten des Landes verursacht wurden. Und viele Neuseeländer engagieren sich in umweltpolitischen Fragen, insbesondere im Widerstand gegen Nuklearwaffen und Umweltverschmutzung.

Der Staat

Neuseeland ist eine konstitutionelle Monarchie auf der Grundlage einer parlamentarischen Demokratie. Das Staatsoberhaupt ist die britische Königin. Sie wird durch einen Generalgouverneur vertreten, der aber nur geringe Machtbefugnisse hat.
Neuseeland besitzt keine vollständig niedergeschriebene Verfassung, vielmehr sind die Rahmenbedingungen der verfassungsmäßigen Ordnung in einer Vielzahl von Regierungsdokumenten und Gerichtsurteilen festgehalten. In einer im Jahr 1986 verabschiedeten Verfassungsurkunde ist die gesamte, die Verfassung betreffende Gesetzgebung zusammengefasst. Die Legislative liegt in den Händen des Repräsentantenhauses, der einzigen Kammer des Parlaments. Von den 120 Parlamentssitzen sind fünf den Maori vorbehalten. 65 der Parlamentarier werden direkt gewählt, 55 über Parteilisten. Dieses System wurde erstmals bei den Parlamentswahlen 1996 praktiziert. Vorher wählten die Neuseeländer nach britischem Vorbild. Alle Staatsbürger über 18 Jahre sind berechtigt, an den alle drei Jahre staatfindenden Wahlen teilzunehmen.

Abschied vom Versorgungsstaat
Der moderne Wohlfahrtsstaat hatte in Neuseeland eine lange Tradition. 1962 ernannte es als erster nicht-skandinavischer Staat einen Regierungsbeauftragten ("Ombudsmann"), der den Beschwerden einzelner Bürger gegenüber der Verwaltung nachgeht. Die Errungenschaften des Landes auf dem Gebiet der öffentlichen Gesundheitspflege, der Sozialfürsorge und des Bildungswesens waren lange Zeit vorbildlich. Ein medizinisches Regierungsprogramm garantierte jedem Neuseeländer die kostenlose Gesundheitsversorgung. Mit der Einführung der Altersrente, des Tarifrechts und der Regelung von Arbeitsbedingungen reichten die sozialpolitischen Maßnahmen bis ins 19. Jahrundert zurück, und 1893 war es auch Neuseeland, das als erstes Land der Welt das Frauenstimmrecht einführte.

Nachdem das Land in den 1970er Jahren in eine wirtschaftliche Rezession geraten war, setzte die Regierung seit Mitte der 1980er Jahre auf neoliberale Wirtschaftskonzepte. Verstärkte Deregulierungen und Privatisierungen sowie erhebliche Einschnitte in die sozialen Sicherungssysteme sanierten die öffentliche Haushalte. Erste Erfolge zeigten sich in einem starken Anstieg des Bruttoinlandproduktes, in einer signifikanten Reduzierung der Arbeitslosigkeit und in einem erheblichen Wirtschaftswachstum. Auch auf kommunaler Ebene gab es einschneidende Veränderungen. Eine Verwaltungsreform, die eine Trennung von politischer und operativer Verantwortung bewirkte, steigerte die Dienstleistungsqualität auf kommunaler Ebene und wirkte sich gleichzeitig kostenmindernd aus. Der Abschied vom Versorgungsstaat alten Musters führte allerdings gleichzeitig zu einer starken Abnahme der sozialen Sicherheit. Trotzdem wurde das neuseeländische Reformmodell im Zuge der Globalisierung zum Vorbild auch für andere westliche Industriestaaten.
Das regierungsunabhängige Rechtssystem Neuseelands ist nach britischem Vorbild aufgebaut. Örtliche Friedensrichter entscheiden kleinere Streitfälle, die nächsthöhere Ebene bilden die Amtsgerichte. Schwerwiegende Fälle werden vor dem Höchsten Gericht verhandelt, dessen Entscheidungen an das Appellationsgericht weitergeleitet werden können.

Parteienlandschaft
Das politische Leben Neuseelands wird seit Jahren von den beiden wichtigsten Parteien des Landes, der "Labour Party" und der "National Party" bestimmt. Bis in die 1980er Jahre stellte das Programm der Labour Party staatliche Lenkung und Planung sowie Verstaatlichungen in den Vordergrund, während die National Party freie Marktwirtschaft und Privatinitiative favorisierte. 1984 begann die Labour-Regierung nicht nur, weitreichende wirtschaftliche Reformen voranzutreiben, sondern auch bedeutende Umweltprobleme in Angriff zu nehmen.
Insbesondere die Erklärung Neuseelands zur atomwaffenfreie Zone, verbunden mit der Verbannung aller Nuklearwaffen und atomgetriebenen Schiffe, fand weltweite Beachtung und führte zu Auseinandersetzungen mit den Vereinigten Staaten. Durch die Abschaffung des reinen Mehrheitswahlrecht hat heute neben den beiden Traditionsparteien unter anderem auch die "New Zealand First Party", die vor allem gegen die zunehmende Einwanderung aus Asien agitiert, eine wichtige Rolle im politischen System des Landes. 1996 bildete sie eine Regierungskoalition mit der National Party, die mit Jenny Shipley (* 1953) auch die Regierungschefin stellte. Die Wahlen von 1999 brachten wieder die Labour Party an die Regierung. Sie bildete eine Koalition mit der linksgerichteten Alliance Party. Neue Regierungschefin wurde Helen Clark (* 1950).

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Die Menschen

Obwohl Neuseeland die gleiche Fläche einnimmt wie Japan oder Großbritannien, hat es lediglich eine Bevölkerung von etwa 3,8 Millionen Menschen. Rund 87% der Bewohner leben in Städten, mehr als die Hälfte allein in Auckland, Wellington, Christchurch, Manukau, Hamilton und Dunedin.
Ein gemächliches Tempo und eine entspannte Atmosphäre sind charakteristisch für Neuseelands Städte, die im Vergleich zu ihren amerikanischen und europäischen Gegenstücken weniger überfüllt und gehetzt wirken. Auckland ist vielleicht die Stadt, die der Atmosphäre westlicher Städte am nächsten kommt: ein geschäftiges, kosmoplitisches Zentrum mit einem großen Bevölkerungsanteil von Maori und Polynesiern, der Auckland zur größten polynesischen Stadt der Welt macht. Die meisten anderen Städte haben sich jedoch eine beschauliche Kleinstadtatmosphäre bewahrt.

Umweltbewusstsein
Alle Neuseeländer sind sich bewusst, dass auch heute ihr vergleichbar hoher Lebensstandard von den Agrarexporten abhängig ist. Dies trägt zu einem großen Interesse am Umweltschutz bei, der in Neuseeland in den letzten 20 Jahren zu einem der meist diskutierten Themenkomplexe geworden ist. In den 1960er Jahren initiierten Umweltschützer engagierte Kampagnen, um die ländlichen Regionen vor Schäden durch exzessive Nutzung und den Bau von Dämmen und Wasserkraftwerken zu bewahren.

Zuletzt haben die Umweltschützer ihre Aufmerksamkeit auch weitreichenderen Problemen zugewandt, wie den Atomwaffentests der Franzosen auf Muroroa in Französisch-Polynesien. Im Juli 1985 war die neuseeländische Nation schockiert, als französische Geheimdienstagenten im Hafen von Auckland das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior versenkten, mit dem eine Protestfahrt gegen die französischen Atomtests vorbereitet wurde. Dieser Zwischenfall wirkte sich negativ auf die neuseeländisch-französischen Beziehungen aus.
Schon 1983 verbot Neuseeland nuklear betriebenen oder bewaffneten Kriegsschiffen das Befahren neuseeländischer Gewässer. Dies belastete die Beziehungen sowohl zu den USA wie auch zu Australien und führte zur Aufkündigung des ANZUS-Verteidigungspakts.
Dessen ungeachtet setzt das Land, das Sitz zahlreicher Umweltorganisationen ist, sein Engagement zur Erhaltung der Umwelt fort. Größte Sorge bereitet den Neuseeländern die allmähliche Auflösung der Ozonschicht über der Antarktis.
Aufgrund seiner wundervollen Landschaft wird Neuseeland immer mehr zu einem beliebten Ziel für Touristen aus aller Welt. 1990 war Auckland Austragungsort der Commonwealth-Spiele. Zur gleichen Zeit liefen auch die an der Whitbread-Hochseesegelregatta teilnehmenden Jachten in den Hafen ein. Im Jahr 2000 verzeichnete Neuseeland eine Zahl von etwa 1,6 Millionen Auslandsgästen. Der Tourismus wird sicherlich ein bedeutender Wirtschaftszweig werden. Dennoch wollen die Neuseeländer es nicht zulassen, dass der Zustrom von Besuchern ihre Lebensweise oder die Landschaft, auf die sie so stolz sind, zerstört.

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Maori-Kultur

Um 800 n. Chr. erreichte das Volk der Maori die Inseln des heutigen Neuseeland. Damit begann die menschliche Besiedlung einer der letzten großen unbewohnten Regionen der Erde. Die Einwanderung der Maori war Teil der Wanderungsbewegung polynesischer Völker, die von Südostasien aus auf dem Weg über Fidschi und Tonga, später auch über die östlich gelegeneren polynesischen Inseln, die heute als die Cook- und die Gesellschaftsinseln bekannt sind, Neuseeland erreichten.
Um 1200 waren ihre Siedlungen weit verbreitet. Es ist jedoch nicht sicher, ob dies die Folge anhaltender Migration oder die Ausbreitung der ursprünglich eingewanderten Gruppen war.

Die Maori bauten Feldfrüchte an und brachten auch Hunde und Ratten, möglicherweise auch Tierarten, die nicht mehr erhalten sind, ins Land. Die Entwicklung der Maori-Kultur wurde im Wesentlichen durch die Auseinandersetzung der Menschen mit ihrer neuen Umgebung geprägt.In Neuseeland fanden die Maori ein reichhaltiges Nahrungsangebot vor, und auch Klima und Vegetation waren abwechslungsreicher als in der Heimat ihrer polynesischen Vorfahren. Größere Bäume bedeuteten mehr Holz für größere Kanus, und die Holzschnitzkunst wurde zu einem wichtigen Bestandteil der Maori-Kultur. Durch den Vogelreichtum, insbesondere durch das Vorkommen der großen, flugunfähigen Moas, war Nahrung im Überfluss vorhanden.
Die Sozialordnung der Maori war sehr komplex. Großfamilie ("Whanau") und Sippe ("Hapu") waren die Säulen des verwandtschaftlichen Zusammengehörigkeitsgefühls. Weitere Bande bildeten sich häufig um die "Waka", die Gruppe, die sich aus den Nachkommen der Maori zusammensetzte, die im gleichen Boot eingewandert waren. Zeitweise kooperierten die Stämme. Die Konkurrenz um das ihre Siedlungen ("Kainga") umgebende Gebiet führte jedoch häufig zu kriegerischen Auseinandersetzungen und zum Bau befestigter Siedlungen, der "Pa".
Die Legenden der Maori berichten von Eroberungen und Bündnissen, von Landgewinnen und Landverlusten ihrer Vorfahren und vor allen Dingen von der Ehre, dem Prestige- und Machtzuwachs, der damit einherging. Es war eine Zivilisation im Fluss, eine Gruppe unabhängiger Gemeinschaften, die sich befehdeten.
Der Kontakt mit Europäern setzte 1642 ein, als der holländische Seefahrer Abel Tasman (1603-1659) Neuseelands Westküste entdeckte und in nördlicher Richtung erkundete. 1769, als James Cook (1728-1779) Neuseeland erreichte, blühte die Maori-Kultur. Zu diesem Zeitpunkt sollen etwa 250.000 Maori auf den Inseln gelebt haben.
Zuerst war Neuseeland lediglich eine Anlaufstation für europäische Walfangexpeditionen im Südpazifik. Im 19. Jahrhundert brachte allerdings das zunehmende Tempo der europäischen Einwanderung und Besiedlung die Maori in Bedrängnis. Die Neuankömmlinge brachten Krankheiten mit, gegen die die Maori keine natürlichen Abwehrkräfte besaßen. Die Folge war eine hohe Sterberate, die die Maori-Bevölkerung um die Hälfte dezimierte.
Die schwerwiegendste Konfrontation ergab sich jedoch bei der Auseinandersetzung um das Land. Zunächst schienen die Maori gewillt zu sein, Land an die Einwanderer zu verkaufen. Nach Streitigkeiten um Besitzansprüche unter den Stämmen bedeutete für die Maori der Verkauf eher eine Bestätigung für die Macht des Verkäufers als die Abtretung der Besitzrechte an den Käufer. Auch konnten die Maori sich nicht vorstellen, dass die Europäer auf die ausschließliche Nutzung des von ihnen erstandenen Landes bestehen würden.
Der 1840 ratifizierte Waitangi-Vertrag sollte die Landfrage klären und die britische Oberherrschaft bekräftigen. Im Vertrag wurden, im Gegenzug für die Anerkennung der rechtmäßigen Macht der britischen Krone durch die Maori, der Schutz und die gesetzlichen Garantien für die Besitzrechte der Eingeborenen erweitert. Leider führten Missstimmigkeiten über den genauen Wortlaut zu 30 Jahre andauernden Kämpfen, den sogenannten "Land Wars".

Diese ließen eine gewisse Einheit unter den Maori-Stämmen entstehen, man einigte sich sogar auf einen gemeinsamen König. 1845 trat Te Wherowhero als Pototau I. dieses Amt an. Dennoch fehlte den Maori aufgrund der traditionellen Stammesfehden der Zusammenhalt. Dies erleichterte es den Briten, den Widerstand zu unterdrücken.
Seit Beginn des 20. Jahrhunderts werden die Maori zunehmend zu Städtern, was häufig mit dem Verlust der eigenen Identität verbunden ist. 1945 lebten noch mehr als 80% von ihnen in ländlichen Gebieten. Heute liegt dieser Anteil bei weniger als 10%.
Lange Zeit rühmten sich die Neuseeländer wegen des vorbildlichen Verhältnisses zwischen Maoris und Weißen, den sogenannten Pakehas. Untersuchungen verdeutlichen jedoch das Ausmaß der gesellschaftlichen Benachteiligung der Maori. Die Regierung reagierte mit der Verabschiedung des "Race Relation Act", der Einführung des Maori-Sprachunterrichts an Schulen und der Errichtung des Waitangi-Tribunals, das sich mit den Beschwerden der Maori, die sich auf den ursprünglichen Waitangi-Vertrag berufen, beschäftigt.

Als die Regierung in den späten 1980er Jahren beabsichtigte, einige staatliche Besitztümer zu veräußern, wurde der Inhalt des Vertrages nochmals genau studiert. Denn zahlreiche dieser Grundstücke, die man an private Nutzer zu verkaufen gedachte, befinden sich in von den Maori beanspruchten Gebieten. Bis die Landfrage geklärt ist, bedarf es sicherlich noch langwieriger juristischer und verfassungsrechtlicher Auseinandersetzungen.

Rekordentschädigung

»[...] Maori: Am 25.9.2008 stimmte das Parlament einer Rekordentschädigung in Höhe von etwa 420 Mio. NZ-$ an sieben Maori-Stämme für Enteignungen während der Kolonialzeit zu. Hinzu kommen Pachtzahlungen aus rückerstattetem Landbesitz. Im Februar 2009 wurden weitere Entschädigungszahlungen im Umfang von insgesamt 300 Mio. NZ-$ vereinbart. Am 12.2.2009 erkannte die Regierung die Urheberschaft des legendären, 1848 verstorbenen Maori-Führers Te Rauparaha am Ka Mate, dem bekanntesten Haka-Tanz, wie ihn etwa die Rugby-Nationalmannschaft traditionell vor Länderspielen darbietet, an. Für viele Maori bedeutet dies die indirekte Rehabilitierung des von den Briten ohne Gerichtsverfahren eingesperrten Widerstandskämpfers. [...]«

Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 374.
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Cook-Inseln

Die überragende Persönlichkeit unter den Entdeckern des Pazifischen Ozeans war der englische Seefahrer James Cook (1728-1779). Wie kein anderer hat er die Inseln Ozeaniens in das Blickfeld Europas gerückt. Auf seinen insgesamt drei Entdeckungsreisen zwischen 1768 und 1779 stieß er auf zahlreiche Inseln im Pazifischen Ozean und lernte dabei die reizvolle Inselwelt Polynesiens und die außerordentliche Gastfreundschaft seiner Bewohner kennen.
Die Entdeckung der einzelnen Cook-Inseln erfolgte zwischen 1595 und 1834 durch verschiedene Seefahrer. James Cook, der die Inseln dreimal aufsuchte, gab ihnen zunächst den Namen Harvey-Inseln. Ihren bis heute gültigen Namen erhielten sie erst durch den russischen Seefahrer und Kartographen Adam Johann Krusenstein (1770-1846).
Die 15 Inseln sind in eine südliche Gruppe mit der Hauptinsel Rarotonga und in eine nördliche Gruppe zusammengefasst. Unter diesen Eilanden ist jeder Typ einer Ozeaninsel vertreten, vom flachen, nur aus kurzer Entfernung wahrnehmbaren Korallenatoll im Norden bis zur hochragenden Vulkaninsel im Süden.
Von den knapp 20.000 Inselbewohnern lebt etwa die Hälfte auf Rarotonga, das wegen seiner üppigen Flora auch "Blumeninsel" genannt wird. Von der 33 km langen Inselrundstraße führen Seitenwege in die Täler des 652 m hohen Vulkans Te Manga. Man kann den die Inseln bedeckenden Regenwald von einer Inselseite zur anderen zu Fuß durchqueren, wobei man - wie auf vielen anderen Südseeinseln - sehen kann, dass die Fauna nicht so reich ist wie die Flora und auch nicht so vielfältig wie die Fischpopulation in der Lagune und im Meer.

Wirtschaft und Politik
Auf Rarotonga gedeihen auf fruchtbarem Vulkanboden Zitrusfrüchte, Ananas, Maniok und Kartoffeln. Die Erträge reichen für die Selbstversorgung, kaum für den Export. Der größte Teil der Konsumgüter muss eingeführt werden. Für alles, was nicht auf den Inseln produziert wird, hat die Inselbevölkerung einen hohen Preis zu zahlen, denn es gibt nur wenige Arbeitsplätze in der Verwaltung und in ein paar kleinen Frucht- und Textilverarbeitungsbetrieben. In den fischreichen Gewässern sind die Eingeborenen mit ihren kleinen Booten gegenüber den Trawlern aus Japan, Taiwan, Südkorea und Russland trotz einer 200-Meilen-Zone heute nicht mehr konkurrenzfähig.
Starkes Bevölkerungswachstum und zunehmende Lebensansprüche lassen viele Insulaner auswandern. In Neuseeland leben bereits mehr Cook-Insulaner als auf den Inseln selbst. Man spricht in diesem Fall von einer "Inselflucht", auch von "Zivilisationssehnsucht", die Tausende veranlasst, in industrialisierten Ländern ein besseres Leben zu suchen. Frauen, Kinder und alte Menschen, die auf den Inseln zurückbleiben, leben vielfach von den Geldüberweisungen dieser Gastarbeiter. Den Rückkehrern fällt die Wiederanpassung an die überkommenen Gesellschaftsstrukturen schwer.
Wer nach Rarotonga kommt, wird nach traditionellem Brauch mit einer Blumenkette oder einer Blumenkrone begrüßt. Der internationale Tourismus hat für die Cook-Inseln bisher kaum Bedeutung. Für Luxus- wie für Massentourismus fehlt ohnehin die touristische Infrastruktur. Camping und Speerfischen sind verboten, damit das ölologische Gleichgewicht nicht gestört wird. Um das Landschaftsbild zu bewahren, darf kein Haus höher als eine Kokospalme sein. Saloppe Kleidung und freizügiges Baden sind verpönt. Missionare der Londoner Missionsgesellschaft haben aus den einstigen Animisten und Fetischisten eifrige Kirchgänger gemacht, anglikanischer Puritanismus ist auf Schritt und Tritt zu spüren.

Die Bewohner der Cook-Inseln sind Verwandte der Maori, der Samoaner und Tahitianer. Vor allem in ihren traditionellen Tänzen bringen sie ihre Lebensfreude und ihren Kummer zum Ausdruck. Mädchen und junge Männer in Baströcken und Tapa-Schürzen treten getrennt und gemeinsam auf.
Mit ihren Hüften und Füßen folgen die Hula-Tänzerinnnen dem Rhythmus der schwelgenden Melodie, mit den Händen beschreiben sie ein Ereignis - einen Fischfang oder eine Liebesgeschichte. Die kraftvolleren, oft von Trommelspiel begleiteten Männertänze nehmen mehr Bezug auf heroische Taten, wie die legendäre Fahrt der Maori-Flotte nach dem "Land der langen, weißen Wolken", dem heutigen Neuseeland.
Die Cook-Inseln, ebenso die Nachbarinseln Niue und Tokelau, sind heute Außengebiete Neuseelands mit voller innerer Autonomie. Schon 1892 hatten die Briten, von 1888 bis 1901 die Protektoratsmacht, dem traditionellen Häuptlingsrat ein gewähltes Parlament zur Seite gestellt. 1901 wurden die Inseln mit Neuseeland zu einer Verwaltungseinheit verbunden. Die Neuseeländer bereiteten die Außengebiete etappenweise auf die Selbstverwaltung vor. Im Jahre 1965 fanden Wahlen zu einer gesetzgebenden Versammlung statt. Das neue Parlament entschied sich für die Selbstregierung in "innenpolitischen" Angelegenheiten, eingedenk der großzügigen Haushaltshilfe und Freizügigkeit, die Neuseeland den halbunabhängigen Inselstaaten gewährt. Für Außenpolitik und Verteidigung ist Neuseeland weiterhin zuständig.

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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1007 f.



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