Willkommen in Palau

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Offizieller Name: Republik Palau (Beluu er a Belau)
Hauptstadt: seit 2006 Melekeok (Insel Babelthuap); zuvor Koror (auf der Insel Koror)
Fläche: 458 km²
Landesnatur: 8 Hauptinseln, daneben etwa 220 kleinere Inseln innerhalb eines Barriereriffs; landschaftliche Vielfalt von vulkanischen Gebirgen und Korallenatollen
Klima: Tropisches Klima
Höchster Punkt: Mount Ngerchelchauus 239 m
Regierungsform: Präsidiale Republik
Staatsoberhaupt: Präsident
Verwaltung: 16 States
Parlament: Zweikammerparlament mit Abgeordnetenhaus (16 Mitglieder) und Senat (14 Mitglieder); Wahl alle 4 Jahre
Nationalfeiertag: 1. Oktober
Einwohner: 19.000 (1999); 20.000 (geschätzt Juli 2006); ca. 70% Palauer (Mikronesier mit malaiischen und melanesischen Einflüssen), Asiaten (Filipinos, Chinesen, Vietnamesen), 2% Nordamerikaner und Europäer
Bevölkerungsdichte: 41 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 71% (1999)
Analphabetenquote: 2% (1999)
Sprache: Englisch und Palauisch sind Amtssprachen; gesprochen werden daneben auch weitere mikronesische Sprachen
Religion: überwiegend Katholiken und Protestanten; etwa ein Drittel der palauischen Bevölkerung gehört der einheimischen Modekngei-Religion an - siehe: Religion in Palau
Importgüter: Nahrungsmittel, Brennstoffe, Maschinen und Ausrüstungen
Exportgüter: Fisch und -produkte, Muscheln, Kokosnüsse, Kopra


Schon beim Anflug sind die berückend schönen Inselgärten um Koror auszumachen - dichtbewachsene, aus türkisblauem Meer aufragende Eilande. Man nennt sie Rock Islands oder "Schwimmende Gärten". Es sind Korallen- und Kalksteinbuckel, die durch jahrtausendelange Unterspülung vielfach ein pilzartiges Aussehen erhalten haben und wie prächtige Blumenschalen auf dem spiegelglatten, riffgeschützten Wasser schwimmen.
Es reizt ungemein, mit dem Boot durch diese Inselwelt zu fahren, sich von ständig wechselnden Ansichten überraschen zu lassen, lianenverhängte Höhlen zu betreten, im smaragdfarbenen Wasser zu schwimmen und zu tauchen, die exotisch bunten Fische zu beobachten und an unberührten Stränden zu träumen. Es ist eine Welt wie vor dem Sündenfall, die man erlebt -sofern man nicht durch übriggebliebene Trümmer des Zweiten Weltkrieges und Reste eines Trinkgelages aus dem Paradies in die Realität zurückgeholt wird.
Die Inselgärten gehören zu den westlichsten Karolineninseln, zur jungen Republik Palau oder Belau, wie die Bewohner sagen. Das Archipel besteht aus acht großen und über 300 kleinen Inseln; er gehört zum Gebiet von Mikronesien und wurde um 200 v. Chr. erstmals besiedelt. Größte Insel ist Babelthuap (Babeldaob), zwei Drittel der Bevölkerung leben jedoch auf dem erheblich kleineren Koror, das sich südlich anschließt. Etwa 85% der Einwohner Palaus sind Mikronesier, 10% Filipinos, die übrigen Chinesen, Weiße und Polynesier. Nur elf Inseln sind überhaupt bewohnt. Starkes Bevölkerungswachstum verbunden mit Bodenknappheit zwingt viele Palauer zur Auswanderung.

Nach rund zweihundertjähriger spanischer Herrschaft war Palau 1898-1918 deutsche Kolonie. Zwischen den Weltkriegen stand es unter japanischem Völkerbundmandat und war bis zur Unabhängigkeit im Jahre 1994 UN-Treuhandgebiet der USA. Heute ist der Staat Mitglied in der UNO sowie im Pacific Islands Forum (PIF) und im Sekretariat der Pazifischen Gemeinschaft (SPC). Da die Inselrepublik auf sich selbst gestellt kaum lebensfähig ist, schloss die Regierung einen Assoziierungsvertrag mit den USA, der die Außenpolitik und Verteidigung Palaus den Amerikanern überlässt. Washington verpflichtet sich, Wirtschaftshilfe in Höhe von 1 Milliarde US-Dollar an Palau zu leisten. Auf diese Einnahmequelle ist Palau dringend angewiesen, da die meisten Konsumgüter importiert werden müssen. Diesem Abkommen stimmte die Bevölkerung nach sieben gescheiterten Referenden erst 1993 zu.

Auf der Basis dieses Vertrages wurde am 1.10.1994 die Unabhängigkeit proklamiert. Von der Opposition bekämpft wurde vor allem die Absicht der USA, den Hafen von Koror weiterhin mit Atomwaffen bestückten Kriegsschiffen anzulaufen. Erst nach Herabsetzung des Quorum für die Volksabstimmung von 75% auf 50% wurde das Abkommen schließlich angenommen. Der Tourismus entwickelte sich in den 1990er Jahren zur wichtigsten Devisenquelle. Daneben verkauft Palau Fischereilizenzen.

Amerikanischer Lebensstil
Die enge Bindung Palaus an die USA und der starke amerikanische Einfluss, der bis in das tägliche Fernsehprogramm reicht, führte bei der Bevölkerung zur Veränderung ihrer bisherigen Wertvorstellungen. Doch die Amerikanisierung scheint den Mikronesiern nicht zu bekommen, auch wenn es ihnen heute materiell besser geht als je zuvor. Früher versorgten sie sich mit Nahrung aus den fischreichen Gewässern und den eigenen Gemüsegärten. Heute liegt die einheimische Wirtschaft darnieder, und die meisten Nahrungsmittel werden eingeführt. Soziale Fürsorge ergab sich früher aus dem Zusammenhalt der Sippe. Die amerikanische Subventionspolitik hat viele Palauer zu Wohlfahrtsempfängern gemacht.

In Koror trägt heute niemand mehr einen Grasrock oder ein Lendentuch. Die jungen Palauer folgen der universalen Mode, viele von ihnen besuchen Schulen in Guam, Hawaii und Nordamerika. Die traditionellen "Männerklubhäuser", die in ihrer hochentwickelten, selbst für Ozeanien seltenen Baukunst errichtet worden waren, sind auf den Inseln verschwunden. Lediglich auf dem Museumsgelände von Koror ist ein nachgebautes Exemplar zu bewundern, mit Schnitzarbeiten an den Außenwänden, die Sagen und geschichtliche Begebenheiten schildern. Die im Museum ausgestellten Schiffsmodelle, Flechtarbeiten, Schmuckstücke aus Muscheln und Korallen, vor allem die Holzschnitzereien, sind hervorragende Zeugnisse handwerklichen Könnens.

Entwicklungen
Seit Sommer 2000 wird zusammen mit einer japanischen Firma das Palau-I.N.T.-Projekt entworfen, ein interaktives Kommunikationssystem, mit dem computergestützter Schulunterricht, medizinische Beratung und Versorgung sowie andere staatliche Dienste übermittelt werden können.
Obwohl die Inseln über ein riesiges Seegebiet verstreut liegen, sind alle Haushalte durch Glasfaserkabel vernetzt. Mehr als 60% der Häuser hatten bereits 2001 Kabelfernsehen.

Seit 2002 ist Palau Mitglied des Cotonou-Abkommens (Nachfolger der Lomé-Abkommen). Als sogenannter AKP-Staat kommt Palau in den Genuss von Leistungen aus der Entwicklungszusammenarbeit der EU. Zum Thema Treibhauseffekt ist Palau in unterschiedlichen internationalen Initiativen engagiert.

Palau verfügt möglicherweise über bedeutende Bodenschätze. Einer Untersuchung bezüglich Erdöl- und Gasvorkommen bei den Kayangeliinseln wurde im November 2006 zugestimmt. Palaus Präsident Remengesau (der noch 2003 einen Einstieg in die Erdölförderung abgelehnt hat) bestand allerdings darauf, dass die Untersuchung, die von der Weltbank, Japan und Taiwan finanziert wird, dem Naturschutz einen hohen Stellenwert einräumt.

Seit dem 1. Januar 2009 ist Johnson Toribiong neuer Präsident von Palau. Dieser erklärte sich am 10. Juni 2009 bereit, »[...]17 Uiguren aus dem US-Militärgefängnis Guantánamo aufzunehmen, deren Auslieferung China beantragt hatte. Er sprach in diesem Zusammenhang von einer "humanitären Geste". Palau erkennt die Volksrepublik China offiziell nicht an. [...]«
de.wikipedia.org
Siehe auch: muz-online.de, China

Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1116 f.



www-Links



Online Portal Micronesia - myMicronesia
Beziehungen zwischen Palau und Deutschland
CIA - The World Factbook -- Palau
Languages of Palau
History
Modekngei religion
Jane's Palau Homepage

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