Willkommen in Samoa

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Offizieller Name: Unabhängiger Staat Samoa
Hauptstadt: Apia (Upolu)
Fläche: 2.831 km²
Landesnatur: Gebirgige Inseln vulkanischen Ursprungs
Höchster Punkt: Mount Silisili 1858 m
Klima: Feuchttropisches, ozeanisches Klima
Regierungsform: Parlamentarische Demokratie (im Commonwealth); Verfassung von 1962
Staatsoberhaupt: Häuptling (auf Lebenszeit, zukünftig durch Wahl für 5 Jahre)
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 11 Distrikte
Parlament: Gesetzgebende Versammlung (Fono) mit 49 für 5 Jahre gewählten Abgeordneten
Nationalfeiertag: 1. Juni
Einwohner: 176.848 (Volkszählung 2001); 192.001 (2010); davon ca. 90% Samoaner (Polynesier), ca. 9% Euronesier, chinesische Minderheit
Bevölkerungsdichte: 67,8 Ew./km² (2010)
Stadtbevölkerung: 59% (1999)
Analphabetenquote: 30% (1999)
Sprache: Samoanisch, Englisch
Religion: Protestanten 71% (überwiegend Methodisten), Katholiken ca. 22%, Baha'is
Importgüter: Fast alle Konsumgüter
Exportgüter: Noni (20%), Fisch, Textilien, Bier, Kokosprodukte
Unabhängigkeit: 1.1.1962 (ab 1900 Deutsch-Samoa; ab 1914 unter neuseeländischer Verwaltung)
Nationalfeiertag: 1. Juni (Verfassungstag)


Der Inselstaat Samoa umfasst den westlichen Teil der Samoainseln und wird deswegen auch Westsamoa genannt. Als Samoa 1962 unabhängig wurde, war es der erste selbständige Staat in Ozeanien. Es konnte diesen Status erreichen, weil hier stärker als in anderen ozeanischen Territorien die herkömmlichen Gesellschafts- und Wirtschaftsformen trotz wechselnder Herrschaft europäischer Mächte erhalten geblieben waren und sind.
Der Inselstaat Samoa umfasst neben den zwei Hauptinseln Savai'i und Upolu sieben zum Teil unbewohnte Koralleninseln. Sie sind die Spitzen einer untermeerischen Vulkankette, was durch den aktiven Vulkan Matavanu auf Savai'i deutlich zum Ausdruck kommt. Diese Insel besteht aus einem stark zerklüfteten, flachgewölbten Basaltgebirge. Die langgestreckte Insel Upolu wird ebenfalls von einer basaltischen Gebirgskette aus erloschenen Vulkanen und kuppenförmigen Bergen gestaltet.
Geheimnisvolle, vulkanische Grotten, kurze Wasserläufe in engen Tälern, imposante Wasserfälle, üppige tropische Vegetation und palmengesäumte Küsten sind die landschaftlichen Reize dieser Inseln, die zu den Schönsten des Südpazifik zählen. Das ozeanische, feucht-tropische Klima weist Temperaturen auf, die nur gering um 27 °C schwanken. Die Niederschlagsmengen liegen im Jahresdurchschnitt bei 3000 mm.

Der samoanische Lebensstil
Da die natürlichen Lebensbedingungen auf Upolu günstiger sind als auf Savai'i, drängt sich die Mehrzahl der Samoaner in dem schmalen, fruchtbaren Küstensaum im Norden und Westen Upolus zusammen. Die Bevölkerung gehört der polynesischen Volksgruppe an. Als einem der wenigen Länder in Ozeanien ist in Samoa eine einheitliche Sprache, Samoanisch, verbreitet. Über die Menschen schreibt die amerikanische Anthropologin Margaret Mead (1901-1978): "Die Samoaner haben unter allen bekannten Völkern den Zusammenstoß mit der abendländischen Kultur am produktivsten aufgefangen und sich ihr am geschicktesten angepasst.

Von der europäischen Technik übernahmen sie Tuch und Messer, Laternen und Petroleum, Seife, Stärke und Nähmaschinen, Papier, Feder und Tinte. Aber sie behielten ihre bloßen Füße, ihre kühlen, kurzen Sarongs und ihre Häuser, die aus einheimischem Material gebaut und mit Kokosfaserseilen befestigt sind. Kommt der Hurrikan, fliegen die metallenen Dachplatten auf den Häusern des weißen Mannes fort und töten manchmal auch Menschen. Das samoanische Haus dagegen fällt bei Beginn des Sturmes elegant zusammen und wird später auf denselben Pfosten wiederaufgebaut."

Im Gegensatz zu vielen anderen Pazifikinseln konnte die Bevölkerung Samoas ihre Gesellschaftsordnung, beruhend auf einer Sippenverfassung, über die Kolonialzeit erhalten und sie zur Grundlage der gegenwärtigen politischen Struktur - einer Art Häuptlingsaristokratie - machen. Aus ihr geht das Staatsoberhaupt hervor, und im Parlament bestimmen die Stammesfürsten die Richtlinien der Politik.
Der erste politische Mord in der Geschichte des Landes im Juli 1999 schockierte dann das sonst als lebensfroh geltende Volk. Der Minister für öffentliche Arbeiten (Luagalau Levaula Kamu), der den Bestechungspraktiken in seinem Ministerium ein Ende setzen wollte, wurde deshalb von Alatise Vitale, dem ältesten Sohn von Leafa Vitale (ein ehemaliger Minister) erschossen.

Das Todesurteil gegen den Attentäter wurde noch 1999 in lebenslange Haft umgewandelt. Gleiches geschah wenige Monate später mit den Todesurteilen gegen den Vater des Täters und einem weiteren Ex-Minister (Toi Aukuso Cain), die die Tat geplant und angeordnet hatten (siehe: Amnesty International - Jahresbericht 2001). Der Prozess vor einem australischen Geschworenengericht machte sehr deutlich wie die Strukturen einer in der Tradition und im Glauben verwurzelten Gesellschaft, in der eine korrupte Regierung und Streitigkeiten zwischen Stammesfürsten den Alltag bestimmen.

Neben der alten Kultur, den Bräuchen und der engen Stammes- und Familienbindung sind auch die traditionellen Wirtschaftsstrukturen bis in die Gegenwart hinein weitgehend erhalten geblieben. Die samoanische Wirtschaft stützt sich nach wie vor auf die Landwirtschaft. Der fruchtbare Vulkanboden und die fischreichen Gewässer versorgen die Inselbewohner mit den Grundnahrungsmitteln. Neben dem bäuerlichen Kleinbesitz gibt es Kokos-, Kakao- und Bananenplantagen. Kopra, der Rohstoff für die Gewinnung von Kokosöl und Kokosfett, ist das wichtigste Exportgut.
Nahe der Hauptstadt Apia sind kleine Fabriken entstanden, die einfache Konsumgüter herstellen oder Agrarerzeugnisse verarbeiten.

Samoa Tattoos

Berühmt sind die Ganzkörper-Tattoos von Samoa. Als bester Tattoo-Meister gilt Petelo Suluape. Ein Ganzkörper-Tattoo kostet ca. 1000 EURO.

Geschichte
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts hatten die beiden Teile Samoas eine gemeinsame Geschichte. 1878 begannen wirtschaftliche Interessen des Deutschen Reichs wirksam zu werden, zunächst im Einvernehmen mit den USA und Großbritannien.
1899 einigte man sich auf eine Teilung des Gebiets: Deutschland übernahm die Verwaltung des westlichen Teils der Inselgruppe, der Ostteil kam an die USA. 1914 besetzte Neuseeland (2.400 km südwestlich von Samoa) die deutsche Kolonie, erhielt sie 1920 als Völkerbundsmandat und nach dem Zweiten Weltkrieg als UN-Mandat zugesprochen. Die Neuseeländer investierten wirtschaftlich wenig, förderten aber um so mehr die Demokratisierung, mit dem Ergebnis, dass der Ruf "Samoa den Samoanern" immer lauter wurde. 1962 wurde Samoa unabhängig, das Land unterhält aber weiterhin gute Beziehungen zu Neuseeland.

Entwicklungen

»[...] Militärkooperation mit Australien: Am 21.4.2009 erneuerten Samoa und Australien ihr militärisches Kooperationsabkommen von 1988 durch ein Memorandum of Understanding: Die beiden Regierungen vereinbarten weitere australische Unterstützung für die samoanische Marine (u. a. zur Instandsetzung des 1988 von Canberra geschenkten Patrouillenbootes), die Fortsetzung der Tätigkeit australischer Militärberater in Samoa sowie gelegentliche gemeinsame Operationen. Die Fähigkeit Samoas, gegen unerlaubten Fischfang in den Hoheitsgewässern einzuschreiten, soll dadurch gestärkt werden.
Wirtschaft: Die Weltwirtschaftskrise schlug sich in steigender Arbeitslosigkeit nieder: Der größte Arbeitgeber, ein Autozulieferer, sah sich im Januar 2009 zu Stellenstreichungen und der Einführung von Kurzarbeit gezwungen, Maßnahmen, die im März wegen des Anziehens der Nachfrage aus Australien teilweise wieder rückgängig gemacht werden konnten. Die Überweisungen von Auslandssamoanern nahmen weiter zu: Der Beitrag der Transfers am BIP stieg 2008 auf 24%. Die Zentralbank warnte am 13.2.2009 vor der wachsenden Abhängigkeit von dieser Einnahmequelle. Allgemein begrüßt wurde die am 21.9.2008 bekanntgegebene Absicht der neuseeländischen Regierung, auf eine Senkung der horrenden Bankgebühren hinzuwirken, die Gastarbeiter für Überweisungen in ihre Heimat zahlen müssen: Sie betragen durchschnittlich etwa 20%.
Linksverkehr: Am 26.9.2008 hielt die im Juli neu gegründete People's Party ihren ersten Parteitag ab. Zentraler Programmpunkt der neuen Partei ist der Widerstand gegen die von Premierminister Tuila'epa Sailele Malielegaoi durchgesetzte Straßenverkehrsreform: Ungeachtet der Proteste der Bevölkerung gegen die Einführung des Linksverkehrs (...) legte die Regierung den 7.9.2009 als Umstellungstermin fest und begann mit der Durchführung von Fahrtrainings. [...]«
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, S. 431.
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Literatur

Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1230 f.



www-Links



Beziehungen zwischen Samoa und Deutschland
CIA - The World Factbook -- Samoa
Auf den Spuren der deutschen Schutzgebiete
Deutsche Schutzgebiete - Samoa
1847 - Handelsschiffe aus Hamburg und Bremen laufen erstmals Samoa an
Government of Samoa - Official Website
Das Samoa-Fale
Jane's Samoa Home Page
Languages of Samoa

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