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Offizieller Name: Königreich Tonga
Hauptstadt: Nuku'alofa
Fläche: 747 km²
Landesnatur: 169 Inseln, davon nur 36 bewohnt; die westlichen Inseln sind von tätigen Vulkanen, die östlichen Inseln von Korallen aufgebaut
Klima: Tropisches Klima
Höchster Punkt: Vulkan Kao 1030 m
Regierungsform: Konstitutionelle Monarchie mit parlamentarischen Ansätzen
Staatsoberhaupt: König
Regierungschef: Premierminister
Verwaltung: 5 Verwaltungseinheiten
Parlament: Parlament mit 30 Mitgliedern
Nationalfeiertag: 4. Juni
Einwohner: 98.000 (1999); 119.009 (geschätzt Juli 2008)
Bevölkerungsdichte: 131 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 42% (1999)
Analphabetenquote: 7% (1999)
Sprache: Tongaisch, Englisch
Religion: Christen
Das Königreich Tonga besteht aus den drei Inselgruppen Vava'u, Ha'apai und Tongatapu, die zusammen als Tonga-Inseln oder Freundschaftsinseln bezeichnet werden, sowie einigen weiteren abgelegenen Inseln. Auf Tongatapu, der größten der insgesamt 169 Inseln von denen weniger als ein Drittel bewohnt sind, entfällt fast die Hälfte der Landesfläche. Sie ist auch politischer und wirtschaftlicher Mittelpunkt des Königreiches. Hier lebt der größte Teil der Tonganer, und hier liegt die kleine Hauptstadt Nuku'alofa mit der Residenz des Königs.
Unter den Staaten des pazifischen Raumes nimmt Tonga eine Sonderstellung ein, denn als einzige Inselgruppe hatten die Tonga-Inseln nie den Status einer Kolonie. Trotzdem stand Tonga zeitweilig unter starkem politischen Einfluss von Europäern.
In seiner heutigen Form als konstitutionelle Erbmonarchie geht der Staat auf die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Die Tradition des Königtums ist allerdings weitaus älter und lässt sich bis in das 10. Jahrhundert zurückverfolgen.
Ursprünglich bestand ein Priesterkönigtum, in dem der von Göttern abstammend geltende König zugleich weltlicher Herrscher und höchster irdischer Repräsentant der Gottheiten war. Im Laufe der Zeit aber wurden weltliche und religiöse Herrschaft getrennt. |
Endgültig verloren gingen Ämter und Würden des religiösen Führers, als in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts der König und die meisten seiner Untertanen zum Christentum übertraten. Im Jahr 1965 übernahm der seit 1949 amtierende Premierminister Taufa'ahau Tupou IV. (1918 - 2006) sein Amt als König von seiner Mutter, die als Königin Salote Tupou III. seit 1918 regiert hatte. Taufa'ahau Tupou IV., der in den 1970er Jahren mit mehr als 200 Kilogramm Körpergewicht der dickste Monarch der Welt war, starb am 10. September 2006 im Alter von 88 Jahren. Sein Sohn Kronprinz Touputo'a wurde bereits am 11.9. als Nachfolger vereidigt. Er amtiert als König George Tupou V. Die offizielle Krönung fand am 1. August 2008 statt. |
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Die nördlichen Tonga-Inseln wurden bereits 1616 von niederländischen Seefahrern entdeckt und 1643 von dem Niederländer Abel Tasman als erstem Europäer betreten. Dreimal besuchte der englische Seefahrer James Cook (1728-1779) die Inseln. Seinen detaillierten Aufzeichnungen verdanken wir viele unserer Kenntnisse über die frühen Sitten und Gebräuche der Tonganer und über die Geschichte des Königreiches. Obwohl die Inseln auch in der folgenden Zeit gelegentlich von Europäern aufgesucht wurden, blieben sie doch zunächst von fremder Einflussnahme verschont. Die Missionierung begann in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts. Zwischen 1830 und 1860 trat die Mehrzahl der Bewohner zum Christentum über.
Nach lange währenden Machtkämpfen zwischen den Häuptlingen gelang es Taufa'ahau, der sich nach dem britischen König Georg III. ebenfalls König Georg Tupou I. nannte, Tonga 1845 unter seiner Herrschaft zu einen. Er reformierte das Staatswesen, erließ erstmals schriftlich festgehaltene Gesetze und verbot die Sklaverei. Im Jahre 1875 erhielt der Staat eine am britischen Vorbild orientierte Verfassung, die im wesentlichen auch heute noch Gültigkeit hat. Allerdings ging mancher modern anmutende Gedanke der Staatsreform verloren und die Macht blieb nach wie vor beim König. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gewann der ehemalige Missionar Baker zunächst als Berater des Königs, dann als Premierminister so viel Einfluss, dass er die Geschicke des Landes diktatorisch lenken konnte.
Mitte des 19. Jahrhunderts war Tonga der einzige Staat im Südpazifik, der auch von den europäischen Mächten anerkannt wurde. Bereits 1855 schloss es einen Handelsvertrag mit Frankreich, später folgten Freundschafts- und Handelsverträge mit Deutschland, Großbritannien und den USA. Ein Schutzvertrag mit Großbritannien führte schließlich zur Errichtung des britischen Protektorats Tonga. Die Herrschaft des Königs in innenpolitischen Angelegenheiten blieb davon jedoch weitgehend unberührt. Erst 1970 wurde dieser Status aufgehoben, und Tonga wurde gleichberechtigtes Mitglied im Commonwealth.
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Die Wirtschaft
Die meisten Bewohner Tongas verdienen ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft. Zur Selbstversorgung werden vor allem Maniok, Taro, Brotfrüchte, Zitrusfrüchte und Süßkartoffeln angebaut. Weit verbreitet sind Kokospalmenhaine. Die Kokosnüsse werden gespalten und getrocknet, um als Kopra exportiert zu werden. Neben Fisch ist Kopra traditionell das wichtigste Exportprodukt des Landes. Seit einigen Jahren erfolgt die Weiterverarbeitung bereits in Tonga, so dass heute auch Kokosöl ausgeführt wird. An Bedeutung gewonnen hat auch der Export von Vanille, von Gemüse und Obst, vor allem von Bananen. Wichtigste Handelspartner sind Australien, Neuseeland und Japan. Der hohe Geburtenüberschuss und die ungünstige wirtschaftliche Situation, vor allem der Mangel an Arbeitsplätzen, hat dazu geführt, dass viele Tonganer auswandern oder zumindest zeitweilig im Ausland Arbeit suchen. |
Bevölkerung und Kultur
Die Bevölkerung Tongas besteht nahezu vollständig aus Nachfahren der Polynesier, die vor mehr als 6000 Jahren den Samoa- und Tonga-Archipel besiedelten und von hier aus in weiteren Wanderungen große Teile der pazifischen Inselwelt kolonisierten. Infolge der geographischen Isolation entwickelten auch die Tonganer im Laufe der Jahrhunderte eine eigene Kultur und Lebensweise, die sie in ihrer polynesischen Sprache, dem Tongaisch, "Fakatonga", die tradiotionelle Lebensweise, nennen. Auf sie sind sie stolz, auch wenn sie in vielen Bereichen des alltäglichen Lebens den Wert der aus der Fremde kommenden Neuerungen bereitwillig akzeptiert haben. Noch heute ist die Gesellschaft stark hierarchisch gegliedert und das Alltagsleben wird vom Standesbewusstsein beherrscht.
Als sich gegen Ende des 18. Jahrhuderts die Kontakte der Tonganer mit den Europäern mehrten, blieb das nicht ohne Einfluss auf die Jahrhunderte alte Kultur. Die europäisch beeinflusste Lebensweise wird "Fakapalangi" genannt. Einen entscheidenden Einschnitt im gesellschaftlichen Leben der Bevölkerung bedeutete der Übertritt zum Christentum in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts. Heute sind fast drei Viertel der Bevölkerung Methodisten, der Rest gehört verschiedenen christlichen Gemeinschaften an.
Bei den wichtigsten Ereignissen im Leben der Tonganer, wie beispielsweise bei Geburten, Hochzeiten und Todesfällen, werden auch heute noch viele alte Bräuche gepflegt. Teilweise rituelle Bedeutung hat die Verwendung von "Tapa", den breiten dekorativen Stoffbahnen, die aus der Bastschicht des hierfür eigens angebauten Papiermaulbeerbaums hergestellt werden. Benutzt wird die Tapa meist noch bei festlichen Anlässen als Bekleidung, als Wandschmuck oder als Geschenk. Im Alltagsleben haben sich jedoch weitgehend importierte Textilien durchgesetzt.

Entwicklungen
» [...] Verfassungsreform: Die 2005 eingesetzte Verfassungskommission legte dem Parlament am 30.9.2006 ihre Empfehlungen vor. Sie schlug die Einführung einer dem Parlament verantwortlichen Regierung und die Reduzierung der Zahl der Abgeordneten vor. Außerdem sollten künftig 17 statt wie bisher neun Abgeordnete direkt vom Volk gewählt werden, eine Sperrminorität des Adels gegen Verfassungsänderungen jedoch gesichert bleiben.
Aus Protest gegen das Vorhaben des Parlaments, in die Sommerpause zu gehen, ohne die Verfassungsreform zu verabschieden, kam es am 16.11.2006, dem "schwarzen Donnerstag" in der Hauptstadt Nuko'alofa zu Demonstrationen von mehreren tausend Personen. Vorwiegend jugendliche Gewalttäter bewarfen den Amtssitz von Premierminister Feleti Sevele mit Steinen, zündeten Autos an und verwüsteten Lokale von zumeist chinesischen Besitzern. Etwa 80% des Geschäftsviertels wurden niedergebrannt, mindestens sechs Personen kamen ums Leben. Unter dem Eindruck der Unruhen einigten sich die Abgeordneten am Abend des 16.11. in einer Dringlichkeitssitzung auf eine Parlamentsreform, die über den Vorschlag der Verfassungskommission hinausging: 21 der 30 Abgeordneten werden künftig vom Volk bestimmt, 2008 soll erstmals nach dem Modus gewählt werden. Wegen der angespannten Lage in der Hauptstadt entsandten Neuseeland und Australien am 18.11. vorübergehend 150 Soldaten und Polizisten zum Schutz der öffentlichen Ordnung.
Eine erste Verhaftungswelle nach den Unruhen richtete sich gegen die Randalierer, von denen etwa 900 angeklagt wurden. Von Januar bis März 2007 wurden fünf der neun vom Volk gewählten Abgeordneten verhaftet und wegen Anstiftung zum Aufruhr angeklagt. Am 22.3.2007 wurde auch der Herausgeber einer Tageszeitung wegen Aufwiegelung gegen die Königsfamilie inhaftiert, was Zweifel an der Zusicherung der Regierung, den geplanten Fahrplan zur Demokratisierung des Landes einzuhalten, nährte.
[...] «
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.471.
Literatur Alle Länder dieser Erde. Band 2, Sonderausgabe in 2 Bänden, Reader's Digest (Hg), Bertelsmann, Gütersloh/München, 2001, S.1412 f.
www-Links
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Beziehungen zwischen Tonga und Deutschland
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