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Hauptstadt: Port Vila
Fläche: 12.189 km²
Höchster Punkt: Mount Tabwemasana 1879 m
Klima: Feuchtheiß im N, im S lange Trockenzeit
Staats- und Regierungsform: Parlamentarische Republik (seit 1980)
Parlament: 52 Mitglieder; Wahl alle 4 Jahre; Häuptlingsrat (National Council of Chiefs; setzt sich aus den einzelnen Stammesführern zusammen und achtet auf die Wahrung traditioneller Sitten)
Staatsoberhaupt: Staatspräsident (Wahl alle 5 Jahre durch Parlament und Vorsitzende der Provinzparlamente)
Regierungschef: Premierminister
Unabhängigkeit: 30.7.1980 (ehem. britisch-französisches Kondominium Neue Hebriden)
Einwohner: 186.000 (1999); 215.446 (geschätzt Juli 2008)
Bevölkerungsdichte: 15 Ew./km² (1999)
Stadtbevölkerung: 20% (1999)
Analphabetenquote: 37% (1999)
Sprache: Bislama (ni-Vanuatu-Pidgin); daneben gibt es ca. 110 melanesische Sprachen und Dialekte (die höchste Sprachendichte der Welt); neben Bislama gelten Englisch und Französisch zwar noch als weitere Amtssprachen, werden jedoch kaum noch aktiv gesprochen
Religion: Presbyterianer ca. 35%, Katholiken ca. 15%, Anglikaner ca. 15%, einheimische Religionen ca. 8%, Seventh-Day Adventisten ca. 6%, Church of Christ ca. 4% und andere ca. 16% (einschließlich Jon Frum Cargo Kult)
Erst 1980 in die nationale Unabhängigkeit entlassen, ist der Inselstaat Vanuatu einer der jüngsten aller souveränen Staaten im Pazifik.
Die rund 80 vulkanischen Inseln und Felseilande im Südpazifik, zuvor als Neue Hebriden bekannt, sind von Korallenriffen umgeben. Die Vulkankegel ragen meist steil in Höhen von über 1000 m auf. Gelegentlich kommt es noch zu leichten Vulkanausbrüchen und Erdbeben. Allerdings gilt der Mount Manaro auf der Insel Ambae derzeit als einer der gefährlichsten Vulkane der Welt. Zu einer größeren Eruption kam es zuletzt am 8. Dezember 2005.
Der Weltrisikobericht der UNO vom September 2011 zeigt nun, dass von 173 Staaten (der 193 Staaten) Vanuatu das höchste Überlebens-Riskio aufweist. Die Gefahren: Taifune (Wirbelstürme), Vulkanausbrüche, Erdbeben, Tsunamis.
»[...] Die Inseln liegen auf dem pazifischen Feuergürtel, wo sich Erdplatten ineinanderschieben und kochendes Gestein als Magma in über 25 aktiven Vulkanen nach oben drängt. Der Yasur ist einer der aktivsten, der Manaro einer der gefährlichsten Vulkane der Welt. Trotz der Gefahr, in der sie leben, gelten die Bewohner Vanuatus nach einer Studie der britischen New Economics Foundation als die glücklichsten der Welt. Passiert keine Katastrophe, ist es auf Vanuatu paradiesisch schön und friedlich [...]«
Zitat: Wunderwelt Wissen, Nr. 10 / Oktober 2011, S. 17 |
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Das Klima ist tropisch-maritim mit hohen Temperaturen und Jahresniederschlagsmengen zwischen 2000 mm auf den südlichen und 3800 mm auf den von dichtem tropischen Regenwald bedeckten nördlichen Inseln. Auf den trockeneren Westseiten und den südlichen Inseln bestimmen Trockenwälder, Baum- und Grassavannen das Landschaftsbild.
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Vanuatu unterscheidet sich besonders in Politik und Geschichte von den meisten übrigen pazifischen Inselstaaten. Politisch gilt die rund 215.000 Einwohner zählende Nation sogar als das "enfant terrible" des Pazifik. Der erste Premierminister, der presbyterianische Priester Walter Lini (1942-1999), hatte sich zum Ziel gesetzt, in Vanuatu einen "melanesischen Sozialismus" zu errichten und den Inselstaat außenpolitisch auf einem blockfreien Kurs zu halten. |
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| Ab 1840 begann die erfolgreiche Missionierung durch die Presbyterianer und die "Church of England". Ab Mitte des 19. Jahrhunderts stießen zunehmend britische und französische Interessen auf der Inselgruppe aufeinander, die 1887 zu ersten Absprachen über eine gemeinsame Herrschaft führten.
Als zu Beginn des 20. Jahrhunderts das Deutsche Reich seinen Einfluss in diesem Teil des Pazifik ausdehnen wollte, stellten die beiden Kolonialmächte die Neuen Hebriden 1906 unter eine gemeinsame Herrschaft.
Angezogen von der natürlichen Schönheit der Inseln und dem milden Klima ließen sich ab Mitte des 19. Jahrhunderts französische und britische Siedler auf den Neuen Hebriden nieder. Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges waren bereits 36% des Inselterritoriums in ausländischem Besitz, eine Tatsache, die eine nationalistische Bewegung im Lande hervorrief. Doch gegenüber den nationalen Unabhängigkeitsbestrebungen nahmen Frankreich und Großbritannien jeweils unterschiedliche Positionen ein. |
Deshalb kamen sie den Forderungen nach Autonomie der "Nagriamel-Bewegung" unter der Führung von Jimmy Stevens und der "Vanua'aku Pati" unter Walter Lini, der in erster Linie die englischsprachige Bevölkerung repräsentiert, nur schrittweise entgegen. Die Fremdherrschaft endete mit der Staatsgründung Vanuatus im Jahre 1980, doch musste der erste Premierminister Lini gleich nach seiner Amtsübernahme eine von französischen Siedlern gesteuerte militärische Revolte niederschlagen.
1991 stürzte das Parlament Lini durch einen Misstrauensantrag. Danach näherte sich Vanuatu wieder mehr Frankreich an. Auch der 1994 gewählte Präsident Jean Marie Léyé gehört ethnisch der frankophonen Bevölkerungsgruppe an. Léyé und Premierminister Serge Vohor sind Mitglieder der frankophonen Partei "Union of Moderate Parties", während der ab 1999 amtierende Präsident John Bani und der Ministerpräsident Barak Sope der "Melanesian Progressive Party" angehörten.
Seit 11.12.2004 ist Ham Lini (*1951), der jüngere Bruder des 1999 verstorbenen Walter Lini, Regierungschef. Ham Lini, der erst mit dem Tod seines Bruders zur Politik kam, wurde 2003 Vorsitzender der von Walter Lini gegründeten "National United Party" (NUP).
| Die Tanbunia-Bank
Fernab der internationalen Finanzkrise gibt es auf dem Eiland Pentecost ein Paradies im Paradies: Die Tanbunia-Bank. Dieses indigene Geldinstitut orientiert sich nicht am Finanzsystem des Westens, »[...] sondern an den uralten Traditionen des Tauschhandels.
Die überlieferten Währungen sind Korallen, Muscheln, Schweinestoßzähne, schöne große Steinie und Matten aus den Blättern des Schraubenbaums. [...]« Neben diesen Gegenständen können auch lebende Wertgegenstände, wie z.B. Schweine, auf ein Konto eingezahlt werden. Alles hat einen festgelegten Wert. Die Währung ist der Livatu. 1 Livatu entspricht 145 EURO und ist der Gegenwert für einen normalgroßen Hauer vom Schwein. »[...] Der Livatu ist wiederum fest an die offizielle Währung von Vanuatu, den Vatu, im Verhältnis 1:18000 gekoppelt. [...] Das Tanbunia-Prinzip geht davon aus, dass jeder Mensch reich ist, auch wenn er kein Geld hat. Deshalb wird dort als Einzahlung alles angenommen, was einen materiellen, persönlichen oder gesellschaftlichen Wert hat - sogar Gedichte, Lieder oder Erzählungen aus dem eigenen Leben. [...] "Wir Ureinwohner", erklärte Hilda Lini, Staatssekretärin im Finanzministerium von Vanuatu, vor dem UN-Forum for Indigenous Issues (UNPFII), "werden niemals vom westlichen Wirtschaftsmodell profitieren. Es macht uns zu Sklaven, die ihr ganzes Leben dem Geld nachjagen müssen, und zementiert die Unterteilung der Welt in Reiche und Arme." Für Lini und andere Vertreter indigener Völker ist "das westliche Wirtschaftsmodell kriminell, weil es die Mehrheit der Menschen ihrer Sicherheit, ihrer Gesundheit und ihrer Überlebenschancen beraubt". [...]«
Zitate aus: PM, 11/2011, S.78 ff. Web: www.pm-magazin.de
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Entwicklungen
» [...] Umweltskandal: Die im November 2006 bekant gewordene Entsorgung von 500.000 l Ölschlamm aus einem australischen Kreuzfahrtschiff auf einer städtischen Mülldeponie am Hafen von Port Vila löste bei der Provinzregierung Empörung aus, zumal die Nationale Seebehörde angeblich ihre Zustimmung zur Entsorgung des Schlamms auf der Deponie gegeben hatte. Im Dezember 2006 einigte sich Umweltminister Maxime Carlot Korman mit der Reederei des Schiffes darauf, dass diese die sichere Entsorgung des Schlamms übernimmt, während die Regierung im Gegenzug auf Schadenersatzansprüche verzichtete.
Ausnahmezustand: Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Bewohnern der Inseln Tanna und Ambrym in einem Viertel am Rande der Hauptstadt Port Vila kamen am 3.3.2007 drei Menschen ums Leben, zahlreiche wurden verletzt. Auslöser war nach Berichten australischer Medien der Tod einer Frau, der auf den bösen Zauber eines Hexers zurückgeführt wurde. Die Entscheidung der Regierung, einen befristeten Ausnahmezustand auszurufen, wurde nicht zuletzt wegen der schädlichen Wirkung auf die Tourismusbranche kritisiert. Außerdem sah sich der Häuptlingsrat dadurch in seinen Bemühungen um eine Versöhnung zwischen den beiden Volksgruppen behindert. Der Häuptlingsrat schlug auf seiner Generalversammlung Ende März 2007 eine Friedenszeremonie vor, was von Vertretern der beiden in den Konflikt verwickelten Gruppen jedoch abgelehnt wurde.
Happy Planet Index: Laut einer Studie der britischen Stiftung New Economics Foundation, die die Zufriedenheit der Bevölkerung, Lebenserwartung und Umgang mit der Umwelt untersuchte, ist Vanuatu der glücklichste Ort der Welt.«
Aus: Der Fischer Weltalmanach 2008, S.494.
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Vanuatu verfügt über große fruchtbare Landflächen. Bis zur Unabhängigkeit bauten überwiegend französische Siedler auf großen Pflanzungen Kokospalmen, Kaffee und Kakao für den Export an. Wichtigster Wirtschaftszweig ist nach wie vor die Kakaoproduktion. Der Anbau von Yams, Taro, Gemüse, Süßkartoffeln und Maniok dient ausschließlich der Selbstversorgung, doch müssen verschiedene Grundnahrungsmittel und vor allem Industriegüter eingeführt werden.
» [...] Im Internet wurde Vanuatu durch seine (ehemals kostenlose) Top-Level-Domain .vu bekannt. Allerdings bieten eine Vielzahl anderer Registrare eine .vu-Subdomain wie zum Beispiel .de.vu kostenlos an.
Mit dem Verkauf der .vu-Domains verdiente Vanuatu über 42 Mio. Euro. [...] «
Aus: Wikipedia
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