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Der Gebetsaufruf (Adzan)
...Noch bevor die Sonne gegen 06:00 aufgeht, beginnt der Morgen...mit dem aus knarrenden Lautsprechern ertönenden überlauten Gebetsaufruf des Ankündigers bzw. Rufers (muŽazzin), der für die Sunniten sieben Kurzformeln enthält:
(1) Gott ist am größten! - Allahu akbar
(2) Ich bezeuge, dass es keine Gottheit gibt außer Allah
(3) Ich bezeuge, dass Muhammad Gottes Gesandter ist
(4) Auf zum Gebet! - salat
(5) Auf zum Heil!
(6) Gott ist am größten!
(7) Es gibt keine Gottheit außer Gott - la Ilaha IllaŽlah |
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Die Gebetszeiten
Es ist empfohlen, das Morgengebet (salat as-subh), aber auch jedes andere Tagesgebet so bald wie möglich nach dem Gebetsaufruf zu verrichten.
Außer der salat as-subh (Gebet der Morgendämmerung; in der Zeit zwischen dem Anbruch des Tages und dem ersten Erscheinen der Sonne am Horizont) gelten vier weitere Gebete als obligatorisch:
salat az-zuhr (Mittagsgebet; zwischen Einsetzen des Abstiegs der Sonne nach Westen und dem Augenblick, in dem der Schatten einer Person die Länge ihrer tatsächlichen Größe erreicht);
salat al-'asr (Nachmittagsgebet; irgendwann zwischen Ende der Mittagszeit und dem Sonnenuntergang bzw. kurz vor Sonnenuntergang);
salat al-madschrib (Sonnenuntergangszeit; in der Zeit nach Sonnenuntergang bis zum Verschwinden der Röte der Abenddämmerung);
salat al-'ischa (Nachtgebet; zwischen Anbruch der Dunkelheit und dem Beginn der Morgendämmerung).
Dazu kommen drei weitere Gebete (Vormittag, Nachtwache, ungerade Zahl), die superogatorisch sind.
Der heilige Raum - masdschid
Solange der Gläubige seine Gebetspflicht erfüllt, ob er nun zur Moschee geht oder nicht tritt er vorübergehend in eine heilige Zeit und in einen heiligen Raum - masdschid ein. Der Besuch der Moschee ist nicht zwingend, da jeder Platz zu Hause, im Geschäft, in der Schule, auf der Straße usw. zu einem masdschid, einem heiligen Ort des Gottesdienstes werden kann.
Das Gebet - salat
In der ganzen islamischen Welt werden dreizehn wesentliche Gebetselemente (arkan) praktiziert - sechs Äußerungen oder Rezitationen und sechs Handlungen oder Positionen, sowie die Notwendigkeit, diese zwölf in der vorgeschriebenen Reihenfolge ablaufen zu lassen. Daneben gibt es noch eine große Anzahl von üblichen Elementen (sunna), deren Zusammensetzung aber variieren kann.
Die eigentliche salat beginnt damit, dass der Betende in stehender Position (qiyam) das Gesicht in Richtung Mekka zur Kaaba wendet und dabei still für sich den Koranvers ich nehme meine Zuflucht zum Herrn der Menschen (Sure 114.1) rezitiert. Danach beginnt die gemeinschaftliche salat mit dem nochmaligen Aufruf zum Gebet, der vom Mu'azzin oder Imam verkündet wird. darauf folgt die Aussage der Gottesdienst hat begonnen. |
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Die erste wesentliche Äußerung ist die gemeinschaftliche Absichtserklärung (niyya), die festhält, welche salat verrichtet wird. Darauf folgt die Formel (takbira), die auch die takbira des Weihezustands genannt wird: Allahu akbar.
Der erste liturgische Zyklus (rak'a) beginnt mit der Rezitation der Fatiha (qira'a) - die "Öffnende" (so genannt als den Koran eröffnende Sure). Da dies die erste und wichtigste Sure ist, kennt die jeder Muslim.
Dann folgt in der Regel eine zweite Rezitation, die aus einer anderen Sure oder irgendeinem anderen Teil des Koran besteht und mindestens vier Verse umfasst.
Als nächstes kommt der sogenannte ruku', das Vornüberbeugen. Der Beter beugt seinen Oberkörper in eine horizontale Position und legt seine Hände auf die Knie. In dieser Position sagt er Ehre sei Gott oder Ehre sei meinem Herrn, dem Erhabenen oder Ehre sei ihm! |
Der Beter nimmt dann den i'tidal, die aufrechte Position, ein und erhebt die Hände zu den Seiten seines Gesichts und sagt Möge Gott den hören, der ihn lobpreist.
Er bleibt einen Augenblick lang in der aufrechten Stellung und rezitiert dann eine Sunna-Formel, die je nach den verschiedenen islamischen Autoritäten variiert. Dann folgt die erste "Niederwerfung" (sudschud). Der Betende fällt auf seine Knie und sagt Gott ist am größten. Dann beugt er sich ganz zur Erde und sieht zu, dass seine Zehen, Knie, Handflächen und seine Stirn den Boden berühren, den "heiligen Boden der göttlichen Gegenwart". In dieser Position sagt er Lob sei dir, mein Herr, dem Höchsten.
Der Betende richtet dann Kopf und Körper auf und sinkt auf seine Fersen zurück und nimmt den dschulus, eine halb kniende, halb sitzende Position ein. Es wird eine zweite takbira rezitiert, und dann verrichtet der Betende einen zweiten sudschud. dabei sagt er Mein Herr, vergib mir, habe Erbarmen mit mir, gib mir, was mir zukommt, und führe mich auf den rechten Weg. Damit endet der erste Gebetszyklus. Der zweite folgt unmittelbar darauf beginnend mit der Fatiha und der Wiederholung der wesentliche Elemente ruku', i'tidal, sudschud, dschulus und den zweiten sudschud, die von den richtigen rezitationen und von den zusätzlichen sunna-Elementen begleitet werden (an einem Feiertag finden vier liturgische Abläufe statt). Die salat endet dann mit vier weiteren wesentlichen Elementen: Der Betende legt die Hände auf die Knie und nimmt die sitzende Position (qu'ud) ein, die manchmal "die aufrechtsitzende Position" genannt wird. An dieser Stelle spricht man üblicherweise Grüße (tahiyyat) an Allah und Mohammed. Die sitzende Position wird während der drei letzten Zeremonien oder Rezitationen beibehalten, die mit dem taschahhud, dem Aussprechen der schahada, die auch die Aufnahmeformel für werdende Muslime ist, beginnen:
"la ilaha illa allah wa-muhammadan rasulu llah"
Ich bezeuge, dass es keine Gottheit außer Gott gibt;
Ich bezeuge, dass Mohammed der Gesandte Gottes ist.
Darauf folgt der Segenswunsch über den Propheten, salat genannt, der aus der oft wiederholten und bekannten Segensformel salla-Ilahu 'alayhi wa-sallama "Gott segne ihn und schenke ihm Heil" und anderen sunna-Segenssprüchen über den Propheten und seine Nachkommen besteht.
Das letzte wesentliche Element ist der "Friedensgruß" (salam oder taslim) Friede sei mit dir und die Gnade Gottes, der einmal mit dem Kopf zur Rechten und ein zweites Mal mit dem Kopf zur Linken gewandt ausgesprochen wird.
Nach der eigentlichen salat, verharren die Betenden noch eine Weile und sprechen ein stilles Gebet

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