Afrikanisches religiöses Denken ist seither als Animismus identifiziert worden, was für Tylor das erste von drei Stufen religiöser Entwicklung war. Polytheismus bildet die zweite Stufe, dem der Monotheismus zusammen mit einem evolutionären Schema folgte.
In der Kolonialauflistung von Dingen nahm der Afrikaner natürlich die primitivste Stufe ein. Tylors Studenten popularisierten die harte Arbeit ihres Mentors, sie gingen aber weiter, um den Ausdruck "Vorfahrenverehrung" einzuschließen, eingeführt vom Anthropologen Herbert Spencer in seinen "Prinzipien der Soziologie" (1885).
Dies wurde der Nomenklatur hinzugefügt, und damit die "weniger entwickelten" Teile der Menschheit beschrieben. Die neue Idee beruhte auf der Sichtweise, dass der "der wilde Verstand", wie Levi Claude sich vernüglich darauf bezieht, zu Phantasie unfähig war und deshalb nicht abstrakt denken kann.
Der "Wilde" ehrt seine Vorfahren nicht nur als ein Ritual von Achtung und Bekräftigung von spiritueller Verbundenheit, er verehrt sie als die endgültige Realität von Existenz, da er unfähig ist, die Idee von "Geist" oder "Gott" zu konzeptualisieren.
Die mehr entwickelten Kulturen, die schon lange den Naturismus zugunsten des Rationalismus verlassen hatten, hatten das Privileg des abstrakten Denkens. Solcherart war die phantastische Skala von renommierter Unkenntnis, die Kolonialideologische Solidarität als Wissenschaft ausgab.
Um seine kulturelle Überlegenheit zu etablieren, blieb es notwendig, daß der Kolonialgelehrte einen separaten Satz von Referenzen für den kulturell "Anderen" mit Blick darauf entwirft, die Metaphysik von niedrigerer Stellung für sie einzuführen.
Die Nomenklatur, die entworfen wurde, um afrikanisches religiöses Denken zu erörtern, wurde auf diese Art als Aberglaube, Animismus, Vorfahrenverehrung, Polytheismus, Fetischismus und Götzendienst festgelegt.
Kulturelle Reise
Sei es wie es will, es steht nun fest, daß die kulturelle Reise der Menschheit in den Grabenbruchregionen von Ostafrika begann.
Die frühsten Beweise für ein ununterbrochenes Bewohnen des Menschen auf der Erde liefert uns insbesondere Äthiopien mit den am frühsten datierten Skelettfunden.
Eine ernste Studie über das archäologische Material von prähistorischen afrikanischen Kulturen genügt, um uns darüber zu informieren, dass die menschlichen Erfahrungen im Grabenbruchbereich entscheidend die anschließenden sozialen Entwicklungen in den fruchtbareren Nil Regionen beeinflusst haben.
Die technischen und spirituellen Traditionen, die im Nil Tal ausgeschmückt wurden, reflektieren den Höhepunkt von früheren Traditionen, die dann in schriftlicher Form vor allem im altem Ägypten kulminierten.
Alte religiöse Prototypen begannen nicht im alten Ägypten, sie wurden aber dort ausgeschmückt und verfeinert. Man weiß heute, dass vieles von dem, was von den alten Ägyptern festgelegt und aufgeschrieben wurde, möglicherweise mehrere Tausend Jahre älter als seine Kultur ist.
Als etwas Besonderes im alten Ägypten muss die geniale Tendenz zur Dokumentation hervorgehoben werden, ihr Synkretismus und ihre Systematisierung von Wissen.
Wie in allen Kulturen, gingen die mündlichen Traditionen dem Aufschreiben voran.

Religiöse Schriften
Ein kurzer Überblick über die schriftlichen Quellen des kollektiven religiösen Erbes der Menschheit würde unserer Diskussion Kontext geben. Die der Menschheit bekannten ältesten religiösen Schriften sind die Sammlung von astro-religiöser Literatur, die den Ägyptologen als die "alten ägyptischen Pyramidentexte" (Raymond O. Faulkner, 1969/1998) bekannt sind, welche ausführlich auf den inneren Wänden des Pyramidenkomplexes gemeißelt sind - diese stammen aus der 5. und 6. Dynastie und werden unterschiedlich datiert zwischen 2700 und 2100 v.Chr.
Von Wichtigkeit ist ebenso die Sammlung von Grabes-Inschriften, die auf die Särge des mittleren Königreiches (2040-1786) geschrieben wurden und bekannt sind als "Sargtexte" (siehe Raymond Faulkner, 1973).
Zu nennen sind ferner jene Schriften, die von den alten Ägyptern "Pert Em-Hru" genannt wurden, was übersetzt in etwa "Kapitel, vom ins Licht kommen," oder "Kommend am Tage" heißt. Da solche Exemplare oft in den vergrabenen Särgen gefunden wurden, erhielt die Sammlung von den lokalen arabischen Grabesarbeitern den zynischen Namen "Kitab al Mayyitun", was das "Buch der Toten" bedeutet.
Dieser Namen hatte sich verfestigt worauf sich seitdem Ägyptologen bezogen haben, (siehe "Buch der Toten", Raymond Faulkner, 1996; James P. Allen, 1987; oder Sir E.A. Wallis Budge, 1895/1994).
Danach kamen die "Vedischen Texte" des indischen Subkontinents. Die Texte des Rig-Veda waren die erste weitreichende Komposition in einer indoeuropäischen Sprache.
Es behandelt teilweise den Shivaismus der drawidischen Kulturen, die anhand einer DNS-Analyse bewiesenermaßen als Gastarbeiter vom afrikakanischen Kontinent stammen. "Die Veden" der Hindus wurden zuerst zwischen 1200 und 900 v.Chr. aufgeschrieben.
Die zwei in China einheimischen größeren religiösen Systeme sind Taoismus und Konfuzianismus. Buddhismus wurde aus Indien importiert und breitete sich etwa zur selben Zeit aus. Obwohl es scheint, dass sie viel älteren Traditionen entstammen, ist das "Tao Te Ching" von Lao Tze der sakrale Text des Taoismus, und die Hauptarbeit des Konfuzianismus sind "Die Analekten des Konfuzius".
Beide Schriften wurden nach dem Tod ihrer jeweiligen Gründer im 6. Jahrhundert v.Chr. verfasst. Im dritten und zweiten Jahrhundert v.Chr. wurden die hebräischen Schriften ins Griechische übersetzt (bekannt als "Septuaginta").
Neueres Material wurde der Sammlung hinzugefügt, das mit den Versionen der Evangelisten zum christlichen "Neue Testament" wurde. Diese wurden vom 4. Jahrhundert an verfeinert als Christen ihre ersten aber nicht letzten zusammenhängenden Versionen der Heiligen Schrift erhielten.
Die Bücher des "Korans" wurden im 7. Jahrhundert n.Chr. begonnen zu schreiben.
Afrikanische religiöse Schriften
Die schriftlichen Literaturen vom alten Ägypten liefern uns typische afrikanische Einstellungen und Denkmuster. Ihre vielfältigen Symbole zeigen immer wieder Pflanzen und Tiere, die einzig in der natürlichen afrikanischen Umgebung zu finden sind; diese wurden für den Aufbau ihres konsonantisch basierten Schriftsystems verwendet.
Die Lücken, die das alte Ägypten von den neuen afrikanischen Gesellschaften trennen, werden oft durch die Elastizität des kulturellen Gedächtnisses unbedeutend gemacht. Aber, die verschiedenen Schreibsysteme lebender afrikanischer Kulturen folgen einem ähnlichen Entwicklungsmuster in ihrer gemeinsamen Anwendung des Hieroglyphen Systems, wie man in den Schriften der Mendes (Sierra Leones), der Lomas (Liberias), der Bamums (Kameruns), der Nsibidis (Efiks/Ibos) und der Mum sehen kann.
Das System des Sona (Sambia und Angola), des Gicandi der Gikuyu und des Adinkra der Akans ( Ghana und Cote D'Ivoire) wurde zweifellos von einer ähnlichen Mentalität inspiriert.
Afrikanische Hieroglyphen verwenden weithin Piktogramme und zeigen Menschen, Pflanzen, Tiere und allgemeine Objekte der Umgebung in symbolischer Form.
In einigen Fällen stimmen ihre Symbole mit den vertrauteren alten ägyptischen Hieroglyphen überein, (siehe T. Obenga in "Allgemeine Geschichte Afrikas", 1981, Vol. 1, pp79, 140, 259, ungekürzter Version der UNESCO und Bruce Willis' "Adinkra Wörterbuch", 1998).
Diese symbolischen Sprachen sind sofort Interpretationen von physischen Lebensformen, die verwendet werden, um dem geistlichen Leben Bedeutung zu bedeuten.
Als westliche Gelehrte ihre Aufmerksamkeit darauf richteten, die Entwicklung das Denkens in afrikanischen Gesellschaften zu studieren, war ihr Hauptansatz leider, mit einer Untersuchung ausländischer Bemühungen in Afrika fortzufahren .
Alte Ansichten
Die afrikanischen Kulturen durch die Safari-Brille betrachtet, konnten sich die Gelehrten der Joseph Williams Generation nicht vorstellen, daß sich die hebräische Kultur weit mehr aus afrikanischen als aus anderen Quellen bedient haben könnte.
Forscher des 19. und viel mehr des 20. Jahrhunderts waren oft dazu unfähig, ihre Perspektive umzukehren und ihre festgefahrenen Vorurteile aufzugeben.
So führt zum Beispiel Joseph Williams' "Hebrewisms Of West Africa" (1928) endlose Beweise der kulturellen Wirkung afrikanischer Daten auf das jüdische Leben an, wie sie durch die hebräische Gegenwart im alten Ägypten übermittelt wurden.
Der Fehler des Autors war, den Vorgang falsch herum gesehen zu haben, wie Gelehrte jetzt meinen, (siehe Chiek Anta Diop, "African Origins", 1974, auch "Civilisation or Barbarism", 1991; und Martin Bernal, "Black Athena". Vols 1 & 2, 1978/92).
Die afrikanischen religiösen Archetypen geben eine gemeinsame Matrix der menschlichen Ursprünge wieder, die grundsätzlich auf der Vorstellung vom Leben gründete, das aus den Urgewässern entstanden ist.
Die alten Ägypter von Yunu (Heliopolis) glaubten, dass die Gewässer gehalten wurden, um die endgültige Entstehung, die Quelle ausfindig zu machen, aus der das Leben entstand. Diese Idee hat auch in den politischen religiösen Systemen überlebt, wie sie durch die Hebräer übermittelt wurden.
Verwurzelt mit der alten ägyptischer Kultur, würden die hebräischen Darstellungen das frühere, prä-altägyptische und ägyptische Modell in mehreren Aspekten zurückwerfen. In der Tat würden nicht weniger als sieben Gelehrten der alten Welt darauf bestehen, daß die Israeliten der alten Welt afrikanischer Abstammung, bzw. "Äthiopier" und "Ägypter" waren.
Sicher waren sowohl die frühsten Äthiopier als auch Ägypter der alten Welt schwarze Leute. In der Tat beschrieb Aristoteles sie als "zu schwarz", während andere griechische Schriftsteller über ihr "wolliges Haar" berichteten (siehe UNESCO, "General History Of Africa", Vol2, pp36 -40, 1981, ungekürzte Version).
Einer der frühsten Berichte über die Identität des Moses, der ein ägyptischen Priesters gewesen sein soll, stammt vom 3. Jahrhundert v.Chr. - die "History of Egypt" von Manetho basiert auf alt-ägyptische Archive. Manetho teilt uns mit, dass dieser Moses ein rebellischer ägyptischer Priester war (siehe Manetho in "Loeb Classical Series", Harvard Universität 1980).
Strabo, der griechische Gelehrte vom 1. Jahrhundert, wie auch Eusebius, der römische Kirchenhistoriker und Bischof von Caesaria im 4. Jahrhundert, waren ebenfalls der Ansicht, daß "Moses ein ägyptischer Priester war" der rebellierte.
Celsius, der griechische Philosoph das 2. Jahrhunderts, faßte dieselbe Ansicht wie folgt zusammen: "die Juden waren ein ägyptischer Stamm, der gegen die herrschende Religion revoltierte".
Andererseits bestand der jüdische Historiker Flavius Josephus (37-97 n.Chr.) darauf, daß die jüdischen Stämme "ein west-äthiopisches Volk" waren.
Die zweite Ansicht wurde auch von Cornelius Tacitus geteilt, der weitbekannt ist als der größte aller römischen Historiker (siehe "Loeb Classical Library series" oder Charles S. Finken, "Echoes Of The Old Dark Land", 1991).
Wie auch immer es sei, so trägt der hebräische Patriarch (Moses) einen alten ägyptischen Namen und er reflektiert die alte ägyptische Kultur; er war von Kindheit an bis zum Alter von 40 Jahren mit den alten ägyptischen Gewohnheiten vertraut, und hatte als Prinz der alten ägyptischen Königsfamilie privilegierte Bildung genossen.
Kein Kontakt ist ohne Wirkung. Und die "Bücher von Moses ", in welchen uns versichert wird, dass " Moses umfassend in der Weisheit der [alten] Ägypter" geschult gewesen war (Acts 7:22), bestätigen sicher einen 400-jährigen Kontakt zwischen alten ägyptischen und israelitischen Kulturen.
Daraus folgt, daß Moses mit dem Beginn seiner Mission das gelehrt hat, was er basierend auf seinem kulturellen Hintergrund und seiner Bildungsebene wusste. Dass alles fand im altem Ägypten entsprechend der biblischen Darstellung statt.
Moses' "zehn Gebote" waren sicher seiner priesterlichen Ausbildung entliehen, wie es Kapitel 125 der alten ägyptischen "Erklärungen der Unschuld" wiedergibt (siehe "ägyptisches Buch der Toten", wie oben erwähnt).
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