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Stadtrundfahrt durch Berlin im Jahr 1999
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Ich begrüße Sie ganz herzlich zu unserer
Stadtrundfahrt durch Berlin. Unsere Tour wird etwa dreieinhalb Stunden dauern und die
wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt abdecken. Wir beginnen die Stadtrundfahrt im Herzen der
früheren West-Berliner City am Kurfürstendamm etwa in der Höhe Meinecke Straße.
Unser östlichster Punkt wird der "Alexander Platz" im Bezirk Mitte und unser
westlichster das "Olympia-Stadion" im Bezirk Charlottenburg sein. Der
nördlichste Punkt wird die "Neue Synagoge" im Bezirk Mitte und der
südlichste der "Flughafen Tempelhof" im Bezirk Tempelhof
sein...
Berlin Stadtplan
Weitere Informationen zu Berlin erhalten Sie auf unserer Seite Berlin.
Mein Fotoalbum: Festival of Lights -- 28 Fotos vom Event im Oktober 2005 |
Stadtrundfahrt Berlin Seite 1: Kurfürstendamm, Breitscheidplatz mit Tauentzienstraße / KADEWE, 124° Bogen und Urania, Botschaften (Skandinavien, Mexiko, Malaysia, Luxembourg, Malta).
Stadtrundfahrt Berlin Seite 2: Tiergartenstraße (Botschaften), Bendlerblock (Gedenkstätte Deutscher Widerstand), Kulturforum, Potsdamer Platz, Technik-Museum.
Stadtrundfahrt Berlin Seite 3: Kreuzberg, Flughafen Tempelhof (Luftbrücke), Friedhöfe am Halleschen Tor, Heilig Kreuz Kirche, U-Bahn Linie 1, Patentamt, Lindenstraße, Berlin-Museum, Jüdisches Museum, Axel Springer.
Stadtrundfahrt Berlin Seite 4: Checkpoint Charlie, Finanzminmisterium, Mauerreste, Topographie des Terrors, Berliner Abgeordnetenhaus (Preußischer Landtag), Martin Gropius Bau, Leipziger Straße, Gendarmenmarkt, Bundesaußenministerium, ehem. Staatsratsgebäude und Bundeskanzleramt, Nikolaiviertel.
Stadtrundfahrt Berlin Seite 5: Rotes Rathaus, Franziskaner Kirche (Ruine), Alexanderplatz, Marienkirche, Scheunenviertel und Hackesche Höfe, Neue Synagoge, Berliner Dom, Museumsinsel, Schlossbrücke, Zeughaus, Neue Wache.
Stadtrundfahrt Berlin Seite 6: Unter den Linden, Forum Fredericianum, Pariser Platz, Brandenburger Tor, Denkmal für die ermordeten Juden Europas, Reichstagsgebäude, Bundeskanzleramt, Carillon, Kongresshalle, Schloss Bellevue, Siegessäule.
Stadtrundfahrt Berlin Seite 7: Straße des 17.Juni, Tiergarten, Elefantentor (Zoo), Charlottenburg, Ernst-Reuter-Platz, Deutsche Oper, Schloss Charlottenburg, Siemens, Schrebergärten, Olympia Stadion und Waldbühne, Theodor-Heuss-Platz, Haus des Rundfunks, Funkturm und Messegelände, ICC, Kurfürstendamm, Ende der Stadtrundfahrt.
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Kurfürstendamm (Ku´damm) - 3,5 Kilometer von
Rathenauplatz bis Tauentzienstraße; seit Mitte des 16. Jahrhunderts
nutzten die brandenburgischen Kurfürsten diesen Damm als Reitweg
zwischen Stadtschloss an der Spree und Jagdschloss Grunewald;
Dreihundert Jahre später: Gründungs- und Spekulationsfieber des reichen
Bürgertums - Gründung der „Kurfürstendamm Gesellschaft“ unter Führung
der Deutschen Bank. Otto von Bismarck, der den Spekulantenkreisen
nahe stand, machte nach seiner Rückkehr aus Paris 1887 den Ku’damm zum
Prachtboulevard - in Anlehnung an Champs Elyssée. Der Reitweg wurde auf
53 Meter verbreitert (Je 10 Meter für die beiden Fahrbahnen, je 5 Meter
für Mittelpromenade und Reitweg, 4 Meter für die Bürgersteige und 15
Meter für die Vorgärten auf beiden Seiten). Prächtige Wohnungen mit
allem Komfort (10-15-Zimmerwohnungen, Marmortreppenhäuser, Fahrstühle,
Zentralheizung und elektrisches Licht), meist fünfgeschossig. Die
Eckgebäude wurden mit prächtigem Stuck („Bismarck´scher Stuck“) und
Kuppel versehen. Nur 43 bewohnbare Häuser überstanden den Krieg. Vor der
Ansiedlung mehr oder weniger luxuriöser Geschäfte - verstärkt etwa ab
1910, war der Kurfürstendamm eine reine Wohnadresse. Das „Jahrbuch der
Millionäre“ wies für 1913 nicht weniger als 120 mit der Adresse
Kurfürstendamm aus. Populär seit den 20er Jahren. Zusammengehen
von Handel, Gewerbe, Wohnen. Von den Nazis wurden die jüdischen
Geschäftsleute vertrieben (von 118 jüdischen Geschäften zwischen Gedächtniskirche
und Knesebeckstraße gab es 1939 noch 25, danach verschwand die jüdische
Präsenz hier vollständig). In der Meineckestraße 9 wohnte der jüdische Anwalt
und spätere amerikanische Anklagevertreter Robert Kempner. Im
Nachbarhaus Nr.10 verhalf die „jewish agency“ bis 1941 Zehntausenden von
Juden zur Auswanderung. Das Haus gehörte der „Jüdischen Rundschau“, die
sich 1933 noch verhalten positiv gegenüber den Nazis geäußert hat. 1938
brannte die Synagoge in der Fasanenstraße; der Ku’damm war bedeckt von
den Scherben der sogenannten „Reichskristallnacht“. Das Portal des
jetzigen Jüdischen Gemeindehauses stammt von der zerstörten Synagoge, wo
1912 der berühmte Religionsphilosoph Leo Beck sein Amt als
Gemeindevorsteher antrat. Die ausgebrannte Ruine wurde 1958 gesprengt.
Kern West-Berlins wurde der Kurfürstendamm nach dem Mauerbau. Auch im wiedervereinten Berlin gilt er als Boulevard der
Superlative.
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Café Kranzler - hier befand sich bis 1913 das
Café des Westens („Café Größenwahn“). Ein Fremdenführer von 1905
bezeichnete das Etablissement als „erste und einzige Brutstätte der
Berliner Bohème“. Erstes Kranzler bis 1925 Unter den Linden. Grundstein
für das neue Kranzlereck wurde 1995 gelegt. Seit Ende 2000 existiert das
neue Kranzlereck.
Gegenüber dem Café Kranzler steht eine Verkehrskanzel als stählernes Dokument der in den 50er Jahren beginnenden Autoversessenheit. Mit ihrer Kombination von Kiosk,
Telefonhäuschen, (Toilette) und U-Bahneingang gilt sie bis heute als
beispielhaft-urbanes „Möbel“. Allerdings wurde aus ihrer Höhe selten der
Verkehr geregelt. Das Marmorhaus, etwa 200 Meter weiter, war das erste Lichtspielhaus in Deutschland. Es eröffnete 1912 mit einem Stummfilm; es folgten die Premieren „Student von Prag“ und
„Das Kabinett des Dr. Caligari“.
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Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche - entworfen
von Franz Schwechten, von dem auch das Romanische Café, der
Anhalter Bahnhof und die Alte Berliner Philharmonie stammen.
Nach einem
missglückten Attentat auf Kaiser Wilhelm I., beschlossen die reichen
Bürger Charlottenburgs 1879, dem Kaiser zu Ehren, ein repräsentatives
Gotteshaus zu errichten. Sie sammelten Geld. Für den Bau wurden 650.000
Mark veranschlagt. Letztlich kostete sie das Zehnfache. 1895 war die
Einweihung des mit 113 Metern damals höchsten Bauwerks der Stadt. 1943
zerstört. Nach dem Krieg Neubau der Kirche („Lippenstift und Puderdose“)
und Europa-Centers durch Egon Eiermann. Ruine („Hohler Zahn“) als
Mahnmal gegen Krieg. Am Heiligen Abend 1967 bestieg Rudi Dutschke die
Kanzel und forderte die Anwesenden zur Diskussion
auf. Breitscheidplatz mit Europa Center und „Weltkugelbrunnen“ - Auf
dem Gelände des „Romanischen Cafés“ (das Café „Größenwahn“ der Weimarer
Zeit; hier verkehrten Leute wie Kurt Tucholsky, Joachim Ringelnatz,
Ernst Rowohlt, der „rasende Reporter“ Egon Erwin Kisch, Anita Berber,
Elisabeth Bergner, Otto Dix, die Gebrüder Herzfelde, sowie
Heinrich Zille, Bert Brecht und viele andere; nebenan
wohnte in einer noblen Stadtwohnung Reichsaußenminister Gustav
Stresemann) wurde 1965 das 106 Meter hohe Europa-Center mit seinen
22 Etagen und dem darauf thronenden Mercedes Stern erbaut. Zuvor hatte
sich auf dem zerstörten Gelände ein Catcherzelt etabliert. Das
Europa-Center, als bis dahin größte Anlage seiner Zeit, läutete eine neue
Ära von Büro, -Einkaufs-, Freizeit- und Kommunikationszentren ein. Die
Idee: „Treffpunkt Europas im freien Teil der Stadt“. Bis zum Neubau des
Potsdamer Platzes war hier die Spielbank untergebracht. Wir finden hier
eine Reihe guter Geschäfte und Lokale, u.a. die „Stachelschweine“
(Kabarett der einstigen „Berliner Schnauze“ Wolfgang Gruner), sowie das Hotel
Palace. Innen steht die berühmte Wasseruhr „Uhr der fließenden Zeit“ von
Bernard Giton und draußen der marmorne „Weltkugelbrunnen“ (Bildhauer
Schmettau,1981-1983), von den Berlinern „Wasserklops“ genannt,
der ein beliebter internationaler Treffpunkt ist.
Plastik „Berlin, Berlin“ - Anlässlich der 750
Jahr-Feier schufen viele europäische Künstler 1987 riesige Skulpturen.
Das Werk des Bildhauer-Ehepaares Martin Matschinsky und
Brigitte Denninghoff auf der Mittelpromenade der Tauentzienstraße
sollte dabei die Teilung der Stadt verdeutlichen. Die vier
verschlungenen „Arme“ stellen die vier Alliierten dar. Bis heute ist
nichts von der Faszination verloren gegangen - auch aus heutiger Sicht. Die
Metall-Plastik ist längst mit der Gedächtniskirche im Hintergrund ein
beliebtes Fotomotiv geworden.
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Tauentzienstraße mit KaDeWe und
Wittenbergplatz - von Ansbacher Straße am Wittenbergplatz bis
Rankestraße und Breitscheidplatz; der Platz wie die Straße sind nach dem
Preußischen General der Befreiungskriege 1814 Graf Tauentzien von
Wittenberg benannt. Trotz des stolzen Namens lag die Straße bis 1888
noch ungepflastert da. Ein Jahr vor der Jahrhundertwende schnaufte hier
dann eine Dampfstraßenbahn entlang (von Nollendorfplatz bis Halensee).
Beginn der Moderne. In einem ungeheuren Gründungstaumel wurden
fieberhaft Häuser aus dem Boden gestampft. Die Straße wurde zu einer vornehmen
Wohn- und Geschäftsstraße des „Neuen Westens“. Die Wohngegend um den
Nollendorfplatz verlor an Glanz und sank bald herab zum „Alten Westen“
(noch 1890 war die Stadt im Westen am Nollendorfplatz zu Ende; dahinter
dehnten sich Felder bis Wilmersdorf aus). 1902 erfolgte der Bau der
elektrischen U-Bahn von der Warschauerstraße bis zum „Knie“, heute
Ernst-Reuter-Platz. Bis zum Nollendorfplatz fuhr sie als Hochbahn (aus
Kostengründen). Das ruhebedürftige Großbürgertum erreichte, dass sie ab
der Grenze zu Charlottenburg unter das teure Pflaster gelegt werden
musste. Dafür durfte sie bis zum Wilhelmplatz, heute
Richard-Wagner-Platz verlängert werden. Adressen: Nr.13/Ecke Rankestraße
lebte der Erzähler und Dramatiker Herrmann Sudermann („Sodoms
Ende“); Nr.18/Ecke Nürnbergerstraße Max Planck; Gegenüber in Nr.9
hatte sich der Bund Neues Vaterland eingemietet (Internationaler,
kulturverbindender Geist), dem zahlreiche berühmte Wissenschaftler
angehörten, u.a. Albert Einstein. Anfang 1916 musste diese - wie es hieß
- „Gruppe von Vaterlandverrätern“ aufgelöst werden. In der Nähe, in der
Passauer Straße 5, war der Malik-Verlag untergebracht (von den Brüdern
Wieland und Helmut Herzfelde und befreundeten
Kriegsgegnern 1907 gegründet; Kampf gegen Faschismus).
Die
bekannteste Adresse aber ist die Nr.21, das KaDeWe. Gebaut nach
Plänen des Architekten Schant; 1907 eröffnet, war es das erste
Kaufhaus außerhalb der Stadtmitte um Leipziger Straße und
Alexanderplatz. 1927 übernahm Hermann Tietz („HerTie“) das Haus.
Lediglich Teile der Fassade und der Eingangsbereich in der Passauer
Straße vermitteln heute noch einen Eindruck der architektonischen
Gestaltung in den 30er Jahren. Den Namen „Kaufhaus des Westens“ trägt es
von Anfang an: Er leitet sich von dem aufstrebenden „Neuen Westen“ ab.
Der angrenzende Wittenbergplatz ist das Ergebnis der großzügigen Stadtplanung
James Hobrechts von 1862. Der restaurierte U-Bahnhof
Wittenbergplatz wurde 1911-13 von Alfred Grenander zu einem
fünfgleisigen Umsteigebahnhof für drei Linien
umgebaut.
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Hinter dem Wittenbergplatz der 124,5°-Bogen - linker Hand auf der
Mittelpromenade - Ein Geschenk Frankreichs an Berlin zur 750 Jahr-Feier 1987.
Im Eckgebäude auf der anderen Straßenseite ist die Urania
zuhause - 1888 wurde die Urania-Gesellschaft von den Wissenschaftlern
Förster und Siemens als Informationszentrum für
Wissenschaft und Forschung gegründet. Noch heute werden in dem Neubau
der Urania wissenschaftliche Vorträge u.ä. gehalten.
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Wir biegen hier links ab, fahren an der Urania
vorbei und kommen nun zum Hotel Berlin. Die Gegend um den
Lützow-Platz wurde im Krieg völlig zerstört. Das erst 1958 eröffnete
Hotel Berlin gilt als Urzelle der Berliner Nachkriegshotellerie. Wir
überqueren den Landwehrkanal. Dahiner auf der rechten Seite das
Bauhaus-Archiv. Auf
der linken Straßenseite eine völlig neugebaute Gebäudezeile. Unübersehbar die neue
Geschäftsstelle der CDU. Ein Stück dahinter die Botschaften von Luxembourg, Malta, Malaysia, Mexiko und mit grünen Verkleidungslamellen die Botschaften der
Skandinavischen Länder. Dem gegenüber an der Ecke Tiergarten Straße
der Neubau der Konrad-Adenauer-Stiftung.
Wir biegen hier rechts in die Tiergarten Straße ein. | |